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Created by Barbara Schröder
about 9 years ago
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NICHT klinische, deutsche Stichproben,
gemittelte prozentuale Verteilung:
sicher gebunden 45,5%
unsicher-vermeidend 27,7%
unsicher-ambivalent 6,9
desorganisiert 19,9%
Bowlby (1976) sieht Entwicklungsverläufe als EntwicklingsPFADE, die man nehmen, abbiegen und wechseln kann.
Wechseln ist aber schwer: Neigung von der Umwelt, das Kind nicht verändert wahrzunehmen + Neigung des Kindes, die Umwelt seinen Verhaltensdispositionen entsprechend auszuwählen
Mütter, die selbst Bindungstrauma haben werden durch das Bindungsbedürfnis des Kindes ev. getriggert
-> das Kind erlebt in seiner eigenen Not auch noch die Angst der Mutter, was es noch mehr ängstigt
mütterliche Feinfühligkeit bedingt ob Bindung sicher oder unsicher wird, das Temperament des Kindes entscheidet, welche Art der unsicheren Bindung sich entwickelt
(??? bei anderen Autoren hingegen deutliche Zuteilung von mütterlichem Verhalten und Art der unsicheren Bindung)
Erst sichere Bindung setzt die Aufmerksamkeitsressourcen frei, die für die volle Entfaltung von kognitiven Fähigkeiten nötig sind.
Gutes Selbstkonzept eines Kindes basiert auf der wahrgenommenen Anschlussfähigkeit in der frühen familiären Kommunikation.
-> Tragen ist Kommunikation auf Augenhöhe!
Kinder mit sicherer Bindungsqualität zeigten sich in einer groß angelegten Studie weiterhin unauffällig, auch wenn sich das Erziehungsverhalten ihrer Eltern mit der Zeit verschlechterte.
Dagegen ließ sich eine frühe unsichere Bindung durchaus als Risikofaktor für externalisierte Störungen im Vorschul- wie auch im frühen Schulalter ausmachen.
Sicher gebundene 3-Jährige zeigten ein größeres Durchhaltevermögen und bewiesen eine höhere Effektivität bei einer kognitiven Aufgabe im Vergleich zu unsicheren Kindern.
2 Arten von Beziehung: sachorientiert (Vermittlung von Fähigkeiten und Werten, Interessen,...) und bindungsorientiert.
Besonders in der Vater-Kind-Beziehung hängen emotionales Vertrauen und gute sachorientierte Beziehung eng zusammen.
Bei Mutter-Kind-Beziehungen sind Sach- und Bindungsorientierheit hingegen eng verbunden, können daher besser kompensieren wenn eine Beziehungsart zum Kind nicht optimal ist.
Lehrer-Schüler-Beziehung:
sicher gebundenes Kind kann eher um Hilfe bitten, weil Vertrauen dass es etwas bringt. Selbstwirksamkeit des Lehrers wird erhöht, wirkt sich weiter positiv auf Beziehung aus.
unsicher gebundenes Kind wird wird wenig vom Lehrer erwarten, weil es von sich selbst auch nicht viel erwartet.
desorganisiert-unsichere Bindung lässt sich als gemeinsamer Risikofaktor für die Entwicklung von dissozialen Verhaltensstörungen wie auch für Lernstörungen ansehen
ineffizientes Erziehungsverhalten der Eltern hat besondere Bedeutung im Ursachenspektrum von dissozialem Verhalten:
Kontextbedingungen wie zB. Armut, ... erhöhen das Risiko einer Entstehung dissozialen Entstehens nur dann, wenn assoziiert mit Fehlen von von Disziplin und Aufmerksamkeit der Eltern
verwahrlosende Eltern leiden an Mentalisierungsdefizit:
erkennen bei sich selbst und anderen mentale Aktivitäten wie zB. Gesanken, Motive, Wünsche, Vermutungen, Phantasien oder Absichten schwer und haben Probleme damit, zu verstehen dass das eigene Verhalten und das anderer als durch seelische Zustände motiviert zu sehen.
-> Tragen kann fördernd wirken
Zwischen Feinfühligkeit, Mentalisierung und Bindung besteht ein enger Zusammenhang.
-> Tragen fördert Feinfühligkeit und auch durch Körperkontakt die Bindung
Es wird davon ausgegangen, dass sich Aspekte der Bindungsqualität in der Persönlichkeit des Kindes verankern.
signifikanter Zusammenhang zwischen elterlichen Bindungsrepräsentationen und der Bindungsqualität der Kinder in retrospektiven Studien (Main, Kaplan &Cassidy 1985; van Ijzendoorn et al. 1991, Dornes 2000, Kißgen et al. 2008) und prospektiven Studien (Benoit & Parker 1994;Benoit, Parker & Zeanah 1997; Fonagy, Steele & Steele 1991 und 1996, Ward & Carlson 1995)
Die Modifikation eines internalen Arbeitsmodels ist möglich, je älter man aber wird, umso mehr Erfahrungen werden in das Arbeitsmodell integriert und desto schwieriger wird dessen Umstrukturierung.
Längsschnittstudien aus der Bindungsforschung zeigen, dass eine sichere Bindung einem protektiven Faktor für die psychosoziale Entwicklung gleich kommt. Unsichere Bindung dagegen stellt ein Handicap dar.
Für Bowlby sind Bindung Exploration zwei von mehreren Verhaltenssystemen, wie z.B. auch Ernährung, Reproduktion, Sexualität, Pflege -> dient alles dem Überleben der Spezies
Der menschliche Säugling ist wie kein anderes Lebewesen abhängig von Schutz durch andere. Darum ist er mit relativ stabilen Verhaltensweisen ausgestattet, die ausreichende Nähe zu anderen gewährleisten.
Signalverhalten (Schreien, Weinen, Lächeln, Vokalisieren, Anblicken) und Annäherungsverhalten (Nähe herstellen, Nachfolgen, Suchen) dienen der Herstellung von Nähe zur Bezugsperson (räumliches Ziel) und gewährleisten damit Schutz (emotionales Ziel)
Das Bindungsverhaltenssystem und das Explorationsverhaltensystem sind antithetisch zueinander ausgerichtet.
Das Kind kann nur dann seine Umgebung erkunden, wenn sein Bedürfnis nach Sicherheit gestillt ist, also das Bindungsverhaltenssystem deaktiviert ist.
Während es eines der ersten Aufgaben des Neugeborenen ist, sein physiologischen Prozesse zu regulieren, besteht die Aufgabe der Bezugsperson darin, die Regulation der kindlichen Emotionen zu bewerkstelligen.
Dieses Pflegeverhaltenssystem ermöglicht es dem Kind zu erleben, dass es in Zeiten emtotionaler Belastung darauf vertrauen kann, dass seine Bezugsperson ihm beistehen wird.
mit zunehmenden lokomotorischen Fähigkeiten des Kindes in der zweiten Hälfte des ersten Lebensjahres entwickelt sich eine GEGENSEITIGE Regulation zwischen Kind und Bezugsperson.
Ainsworth entwickelte 1952-1957 bei Feldbeobachtungen in Uganda eine Skala zur Messung mütterlicher Feinfühligkeit -> wichtigstes Instrument zur Beurteilung der mütterl. Feinfühligkeit in der Bindungsforschung der frühen Kindheit.
Feinfühligkeit ist demnach die Fähigkeit Signale des Kindes 1. wahrzunehmen, 2. richtig zu interpretieren, 3. angemessen und 4. prompt zu reagieren.
Das Ziel des aktivierten Bindungsverhaltenssystems ist die Erlangung körperlicher Nähe mit der Bindungsperson oder das Erlben gefühlter Sicherheit.
Die Art und Weise des beobachtbaren kindlichen Bindungsverhaltens hängt davon ab, wie stark das Bindungsverhaltenssystem des Kindes aktiviert ist. Von einem Kleinkind im Alter bis zu etwas zweieinhalb Jahren erwartet man deutliche Signale (Weinen, Schreien, Anklammer usw.) wenn dessen Bindungsverhalten aktiviert ist.
-> besteht durch tragen bereits Körperkontakt/Nähe muss das Kind kein Bindungsverhalten (Weinen,...) zeigen -> psychische Entlastung für den Erwachsenen (vorausgesetzt, Körperkontakt selbst ist für ihn nicht stressig)
sicher, unsicher-vermeidend und unsicher-ambivalent wurden als Bindungsqualitäten 1978 von Ainsworth et al. mit 8 Bindungsmustern gruppiert
desorganisiert/desorientiert 1986 von Main und Solomon als vierter Bindungytyp
Mittelschicht-Stichproben weltweit:
sicher 55 - 65%
unsicher-vermeidend 20 - 30%
unsicher ambivalent 10 - 20 %
desorganisiert
bisherige Forschungsergebnisse legen nahe, dass frühe erworbene Arbeitsmodelle von Bindung bis zum Jugendalter aufrechterhalten werden, wenn keine tiefgreifende Veränderung in den Beziehungen des Kindes zu seinen Bindungsfiguren auftreten.
Bindung wird primär über die Eltern vermittelt, deshalb liegt es nahe im Falle einer unsicheren Bindung beim Kind das Elternverhalten zu modifizieren bzw. die Eltern feinfühliger für die Bindungsbedürfnisse ihrer Kinder zu machen.
3 Kriterien um als sichere Bindungsfigur in Frage zu kommen:
*Person muss physische und emotionale Fürsprge bereit stellen
*beständigund vorhersehbar präsent sein
*emotionalen Einsatz zeigen
Besonders im KiGa und Grundschulalter (auch noch!) sind Erzieher und Lehrer nicht nur für Wissensvermittlung zuständig, sondern auch für emotionale und physische Fürsorge (Trösten, Hilfe beim Essen, Spielen, Toilettengang,...)
Das interne Arbeitsmodell einer konkreten Elter-Kind-Beziehung wird aus dem Bindungsverhalten des Kindes und dessen Konsequenzen heraus entwickelt. Wichtigste Funktionen der Arbeitsmodelle: Ereignisse vorwegzunehmen bzw. zu simulieren, um das Individuum zu antizipatorischen Verhalten zu befähigen.
-> welche Erwartung habe ich an den anderen, wie wird er reagieren?responsiv, vertrauenswürdig, zuverlässig, verfügbar,...? Wie soll ich mich verhalten, damit ich möglichst gut aussteige?
Bindungsverhalten wird durch bereits etablierte internale Arbeitsmodelle gesteuert.
-> bei neuen Bindungsbeziehungen besteht dadurch die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder die gleichen Bindungsstrategien wie bisher einsetzen
Tendenz zu komplementären Verhalten der Bezugsperson: selbst Pflegeeltern mit sicherer Bindung boten weniger liebevolle Zuwendung an, wenn die Kleinkinder nicht den Eindruck erweckten, Zuwendung zu benötigen.
-> v.a. unsicher gebundene Kinder "sicherheitshalber" tragen! Um Bindungsbedürfniss auch dann zu sättigen, wenn es aufgrund der bisherigen Lebenserfahrungen (mit den biolog. Eltern) zwar besteht aber nicht gezeigt/eingefordert wird!
Minesota Längsschnittstudie: zahlreiche Parallelen im Verhalten von Müttern und Erzieherinnen. Schlussfolgerung: das bindungsbezogene Verhalten der Kinder löste in den Kindergärtnerinnen Verhalten aus, welches das bisherige Bindungsmuster der Kinder bestätigte.
Im Vergleich zu unsicher gebundenen Kindern reagierten die Lehrer am feinfühligsten auf die Bindungssignale der sicher gebundenen Kinder. (häufig positiver Affekt, emotionale Nähe, soziales Engagement seitens der Lehrer)
misshandelte Kinder provozierten beim Lehrer oft durch Beleidigungen etc. Lässt sich interpreteieren als Test, ob Lehrer sie wirklich nicht misshandelt.
Minnesota Parent-Child Project:
Längsschnittdaten zeigen, dass Traumatisierungen in den ersten vier Lebensjahren (Missbrauch, Misshandlung, Vernachlssigung, emotional nicht verfügbar erlebte Eltern) durch verschiedene Faktoren vorhersehbar waren:
*Eltern in ihrer Kindheit selbst Opfer von Misshandlungen
*aktuelle Ausgangslage der Mutter: hohe Stressbelastung, eingeschränkte Empathiefähigkeit, geringes Wissen um Grundlagen der kindlichen Entwicklung
Frühere Kindheitserfahrungen sind in Hinblick auf eigene Kinder weniger bedeutsam als die heutige Einstellung zu den früheren Erfahrungen. Dieses Wissen legitimiert eindrucksvoll jede Form von präventiver Arbeit mit den Eltern um das Kindeswohl zu fördern.
Die Bindungsklassifikation im 1. Lebensjahr ist sowohl für das Problemlösungsverhalten, als auch für die Art und Weise der Unterstützung durch die Mütter in diesen Situationen prognostisch bedeutsam.
Im Gegensatz zu sicher gebundenen Kindern schätzten Kidnergärtnerinnen bei MPCP (Minnesota Parent-Child Project) die unsicher gebundenen Kinder als abhängiger und unselbständiger ein und attributierten ihnen mehr depressive Tendenzen und Symptome.
MPCP: sicher gebundene Kinder konnten Konflikte konstruktiv lösen und reagierten mit größerer Anteilnahme und mehr Empathie wenn ein anderes Kind Kummer zeigte.
Unsicher gebundene zeigten "Antiempathie": reagierten auf Kummer anderer zwar angespannt, aber sie trösteten es nicht sondern ärgerten oder provozierten es sogar noch.
Sowohl die systematischen Verhaltensbeobachtungen als auch die unabhängigen Einschätzungen der Kindergärtnerinnen ergaben im MPCP, dass die unsicher gebundenen Kinder ein deutlich höheres Maß an Abhängigkeit und Anlehnungsbedürfnis zeigten.
Kinder gestalten aufgrund ihrer persönlich gemachten Erfahrungen aktiv ihre momentane Umwelt mit. (Kindergärtnerinnen im MPCP reagierten ohne Wissen über den Bindungstyp dementsprechend)
MPCP: Die Kinder mit sicherer Bindungsqualität zum ENde des ersten Lebensjahres wisen ein günstigeres Entwicklungsniveau auf die unsicher gebundenen.
Kinder von feinfühligen Eltern reagieren postitiver und sozial kompetenter gegenüber neuen Anforderungen.
Kinder nicht feinfühliger, ignorierender, überstimulierender oder gar ängstigenderen Eltern erleben sich eher als inkompetent bzw. zeigen sie oft schon im Vorschulalter Verhaltensauffälligkeiten.
Das Weinen eines Kindes oder sein entwicklungsangemessenes Explorationsverhalten wird nicht selten als bewusste Provokation und Ärgernis erlebt.
(STEEP-Programm zielt deswegen auf Fähigkeit zur Perspektivenübernahme ab um Bedürfnisse des Kindes zu erkennen)
STEEP-Programm arbeitet u.a. mit *Förderung gesunder und realistischer Erwartungen
*Vermittlung von Grundlagenwissen zur kindlichen Entwicklung
*Befähigung der Eltern zur Perspektivenübernahme
-> WISSEN, dass getragen werden dem Kind "programmiert" ist, ERWARTEN dass es das braucht/einfordert und VERSTEHEN warum!
STEEP-Programm zielt darauf ab den Eltern zu verdeutlichen, dass auch sie individuelle Stärken und Möglichkeiten besitzen, die sie im Alltag mit Kind nutzen können.
-> Eltern erfahren durchs Tragen/Beruhigen können Selbstsicherheit
Wie gut Eltern die Bindugnsbedürfnisse beim Kind erkennen können und dann darauf eingehen werden liegt nicht nur in den Eigenarten der Eltern-Kind-Bindung begründet, sondern auch darin
*inwieweit die Eltenr auf welches Unterstützungsnetz die bei Überforderung, Krisen,... zurück greifen können
* inwieweit Arbeitswelt, Freizeit, Freunde, Partner die Eltern von der Wahrnehmung ihrer Kinder ablenken und fernhalten
* in welcher Form das Bindungsmodell der Eltern ihre Wahrnehmeung und Reaktionen auf das Bindungsverhalten des Kindes beeinflussen
Eltern mit distanzierenden Fürsorgemodellen blenden deutliche Bindungssignale ihrer Kinder immer wieder aus, vor allem wenn das eigene Bindugnssystem dadurch aktiviert werden könnte. Denn das würde unangenehme Erinnerungen und damit zusammenhängende Gefühle auslösen.
Eltern mit aufgebendem Fürsorgemodell beschreiben sich als ohnmächtig ihren Kinden gegenüber, unfähig sie zu beschützen und geben an, sich verzweifelt darum zu bemühen , Kontrolle über sich selbst, ihre Kinder und die gesamte Situation zu erlangen.
-> Tragen von den ersten Wochen weg als Baustein um Kompetenz- und Selbstwertgefühl zu steigern
Hitnergründe für aufgebenden Fürsorgestil können neben psychischen Erkrankungen oder Suchtabhängigkeit v.a. eigene unverarbeitete traumatische Erfahrungen sein.
aufgebender Fürsorgestil: pädagogische u. therapeutische Hilfen zielen bei diesen Eltern zunächst darauf ab, dass sie wieder mehr Kontrolle über ihre Kinder gewinnen und Erfolgserlebnisse in ihrem Elternsein sammeln können.
-> Tragen von den ersten Wochen weg als Baustein um Kompetenz- und Selbstwertgefühl zu steigern
Gerade Kinder aus Risikofamilien sind immer wieder mit hoher Wahrscheinlichkeit multiplen Risiken ausgesetzt. Wenn wir bei diesen Familien von Interventionsbeginn an den Aufbau und die Stärkung von Schutzmechanismen im Auge haben, tragen wir dadurch zur Steigerung bzw. Absicherung unseres Beratungs- bzw. Therapieerfolges bei.
"Ermutigung zum Standhalten in der Beziehung und Erziehung sowie Organisation von Entlastung und Erholung für die Pflegeeltern" als wichtige Intervention als Hilfe im Bindungsbereich
erste = Anpassungsphase in Pflegefamilien: das Kind genießt Nähe, Fürsorglichkeit, Körpkontakt und Schutz und holt körperliche Rückstände sowie Verwahrlosunganzeichen schnell auf. Konflikten geht das Kind eher noch aus dem Weg.
zweite Phase in Pflegefamilien = prüfung des Vertrauens, Austesten der Grenzen: Bei ausreichendem Vertrauen aus der ersten Phase zeigt das Kind zunehmend sein eigenes Selbst mit seinen Bedürfnissen, seinen früheren Bindungs- und Handlungsmustern.
dritte Phase in Pflegefamilien nach ca. 1 Jahr = neue Bindungsbeziehungen sind entstanden: bei einigermaßen stabilen Beziehungen und Absicherung des weiteren Verbleibs kann das Kind nun bei Bedarf auf frühere Entwicklungsstufen zurück kehren, unterstützende Erfahrungen von Körperkontakt, Zuwendung und ähnlichem nachholen und erleben.
Die Ergebnisse mehrer Studien belegen, dass Kinder in Belastungssituationen ähnlich wie bei ihren primären Bindungspersonen Nähe und Sicherheit auch bei bekannten nicht elterlichen Bindugnspersonen suchen.
Im Vergleich mit einer unsicheren Erzieherinnen-Kind-Bindung ist eine sichere Erzieherinnen-Kind-Bindung assoziiert mit *prosozialem, unabhängigerem und zielorientierterem Verhalten
*einer besseren Beziehungsqualität zur Lehrkraft in der Grundschule
*einer höheren sozialen Kompetenz in Interaktionen mit anderen Kindern und erwachsenen Betreuungspersonen
*größeren kognitiven Zugewinnen
wichtig für Aufbau einer sicheren Erzieherinnen-Kind-Beziehung: durchgängige Verfügbarkeit der Erzieherin als Bezugsperson, insbesondere bei jüngeren Kindern, sowie ausreichend Zeit und Interaktionserfahrung mit dieser
Vor allem bei größeren Gruppen betreuter Kinder (wie sie in Tageseinrichtungen übich sind) ist die gruppenbeogene Feinfühligkeit, d.h. die angemessene Reaktion auf Einzelbedürfnisse von Kindern unter Einbezug der Anforderungen der Gruppe maßgeblich für eine sichere Erzieherinnen-Kind-Bindung.
-> Tragend dem Schutz-/Nähebedürfnis eines Kindes nachkommen, auch wenn der "Gruppenalltag" weiter geht!
unsichere Bindungsmuster sollten nicht als negativ gesehen werden, sondern als Anpassungsleistung der Kinder an bestimmte Umtweltbedingungen
Für den Aufbau einer sicheren Bindungsbeziehung zwischen Erzieherin-Kind ist regelmäßig gemeinsam verbrachte Zeit sowie eine feinfühlige Reaktion auf die Schutzbedürfnisse der Kinder in Zeiten, in denen das Bindungssystem aktiviert ist, unter gleichzeitiger Einbeziehung der Gruppengröße maßgeblich
komplementäres Verhalten der Erzieherinnen (Ergebnisse der Minnesota Längsschnittstudie)
Bei Kindern mit sicherer Bindung kann man davon ausgehen, dass sie ihre Bedürfnisse nach Schutz und Sicherheit angemessen einfordern und diese dementsprechen befriedigt werden.
Kinder mit vermeidender Bindung werdern sich in Belastungssituationen eher selbständig verhalten und Nähe vermeiden, was leicht dazu führen kann, dass die Erzieherinnen sich eher um andere, vermeintlich bedürftigere Kinder kümmern und die gleichfalls vorhandenen, aber nicht gezeigten Bindungsbedürfnisse der vermeidenden Kinder übersehen.
Ambivalent gebundene Kinder fordern viel ein und bekommen anfangs meist viel Zuwendung. Wenn die Gruppe dann darunter leidet weil die Erzieherin die anderen vernachlössigt, erfahren die ambivalent gebundenen Kinder häufig Zurückweisung und sie machen damit ähnlich inkonsistente Erfahrungen bzgl. Verfügbarkeit der Erzieherin wie sie diese auch schon bei ihren primären Bindungspersonen gemacht haben.
Kinder mit vermeidender Bindung haben Stärken in Bereich Selbständigkeit und Erkundung der Umwelt, sollten aber beim Suchen von Nähe, Schutz und Unterstützung in Bindungssituationen gefördert werden.
Kindern mit ambivalenter Bindung sollte vor allem klare, konsistente Verfügbarkeit gewährleistet werden und andererseits ihre Selbständigkeit fördern
Bei desorganisiert gebundenen Kindern ist es wichtig, dass die Erzieherin die Rolle der in Verantwortung für die Situation stehende, erwachsene Person einnimmt. Und psychologische Beratung für die Eltern, da desorganisierte Bindung ein Risikofaktor ist.
unsicher gebundene Kinder zeigen im Vergleich zu sicher gebundenen weniger empathische Reaktionen, verfügen über weniger effektive Konfliktlösungsstrategien und interpretieren soziale Konfliktsituationen eher feindselig.
sicher gebundene Kinder fallen durch mehr Optimismus in ihrer sozialen Wahrnehmung auf
unsicher gebundene Kinder fallen neben dem Sozialbereich auch durch mehr Ängstlichkeit, Hilflosigkeit, Depressivität und häufigeren Einsatz vermeidender Coping-Strategien auf.
unsichere Bindungsorganisation führt nicht zwangsläufig zu psychischen Störungen, ist aber Risikofaktor, durch den die Vulberabilität gegenüber Belastungen erhöht wird. Eine sichere Bindung hingegen hat Pufferwirkung für potenziell schädigende Einflüsse aus der Umwelt.
desorganisierte Bindungsmuster sind dagegen statistisch wesentlich enger mit psychischen störungen assoziiert
desorganisiert gebundene Kinder zeigen eine ähnliche Symptomatik wie unsicher gebundene Kinder, allerdings stärker ausgeprägt. Ihre schlechten Schulnoten sind auf Probleme bei der Regulation emotionaler Zustände in kognitiven Anforderungssituationen zurückzuführen.
Wechsel der Bindungsqualität von unsicher zu sicher wenn zB. eine zusätzliche Bezugsperson in die Familie kam oder das Verhalten der Mutter gegenüber dem Kind feinfühliger wurde (wurde in Risikostichproben der Arbeitsgruppe um Sroufe festgestellt)
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