Steuerrecht Modul 3: Die Besteuerung unterschiedlicher Rechtsformen

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Einführung ins Steuerrecht Flashcards on Steuerrecht Modul 3: Die Besteuerung unterschiedlicher Rechtsformen, created by Mi pu on 01/11/2018.
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Question Answer
Welcher Steuer unterliegen natürliche Personen mit ihrem Einkommen? Natürliche Personen unterliegen mit ihrem Einkommen der Einkommenssteuer.
Mit welcher Steuer werden die Einkommen von Körperschaften versteuert? Mit der sogenannten Körperschaftssteuer.
Warum gehören beide Steuern zu den Ertragssteuern? Welche sowohl die Einkommenssteuer, als auch die Körperschaftssteuer Erträge besteuern.
Gilt das Universalitätsprinzip auch für die Körperschaftssteuer? Wie auch bei der Einkommenssteuer, gilt auch für die Körperschaftssteuer dieses Prinzip. Daher muss jeder Körperschaft mit Sitz der Geschäftsleitung in Österreich sowohl Einkommen aus dem In- und Ausland versteuern.
Als Ausnahme kann das Territorialitätsprinzip genannt werden. Beschreiben Sie jenes näher! Wenn die Körperschaft weder ihren Sitz noch ihren Ort der Geschäftsführung im Inland hat, sind nur die im Inland erzielten Einkünfte der KÖSt unterworfen.
Was versteht man unter der wirtschaftlichen Doppelbesteuerung? Hinter vielen Körperschaften stehen natürliche Personen. Zuerst wird das Einkommen der Körperschaft mit den KÖSt besteuert, danach kommt es zur Gewinnausschüttung an die Gesellschafter, welche die ESt über die Kapitalertragssteuer endbesteuert leisten.
Welche verschiedenen Arten von Personengesellschaften kennen Sie? - Offene Gesellschaft (OG) - Kommanditgesellschaft (KG) - Gesellschaft nach bürgerlichem Recht (Ges.n.b.R) - Z.B. auch Arbeitsgemeinschaften im Baugewerbe
Eine Personengesellschaft ist kein Ertragssteuersubjekt. Was hat jenes zur Folge? Die Personengesellschaft kann selbst nicht besteuert werden. Die Besteuerung erfolgt anteilig bei den Gesellschaftern. Der Gewinnfreibetrag steht (anteilig) den Gesellschaftern zu (§ 10 Abs. 2 EStG).
Was besagt das Transparenzprinzip, wie kann jenes noch genannt werden? Das Transparenz- oder Durchgriffsprinzip bedeutet, dass durch eine Personengesellschaft durch auf den Gesellschafter gegriffen wird. Eine Personengesellschaft ist kein Ertragssteuersubjekt, daher muss der Gesellschafter die ganze Steuer abführen.
Sind Leistungsbeziehungen zwischen der Gesellschaft und dem Gesellschafter erlaubt? Ja, wenn ein Geschäft abgeschlossen wird, welche auch üblicherweise mit einem Fremden so abgeschlossen worden wäre.
Was passiert, wenn ein Gesellschafter als Privater eine Leistungsbeziehung zur Gesellschaft hat? ( Gewährung eines Darlehens, Erbringung von Arbeitsleistung etc.) Bezieht der Gesellschafter für diese Leistungen eine Vergütung, ist diese ein Bestandteil seines Gewinnes und ist daher bei der Gesellschaft nicht abzugsfähig. (gleiches gilt, wenn der Gesellschafter Geschäftsführeraufgaben übernimmt)
Verringert das Einkommen eines Gesellschafters als Geschäftsführer einer Körperschaft das Einkommen der Körperschaft? Ja, seine Vergütung mindert das Einkommen der Körperschaft, jedoch nur wenn diese angemessen ist.
Welchen Einkunftsarten wird die Vergütung des geschäftsführenden Gesellschafter zugeordnet? Wenn der Gesellschafter >25% Anteile an der Gesellschaft hält, werden die Einnahmen der Einkunftsart "selbstständige Tätigkeit" zugeordnet. Hat jener weniger als 25%, gehören diese Einnahmen in die Einkunftsart "nichtselbstständige Arbeit".
Gibt es die Möglichkeit eines Wechsels der Rechtsform, ohne steuerliche Mehrbelastung der Unternehmung? Ja! Das Steuerrecht lässt vielfach einen Wechsel zwischen den Rechtsformen zu, ohne dass dies zu einer zusätzlichen steuerlichen Belastung führt.
Was versteht man unter Umgründungen? Das sind jene Vorgänge, bei denen sich der Rechtsträger eines Unternehmens ändert, sein Vermögen jedoch umverändert fortbesteht.
Beschreiben Sie eine formwechselnde Umgründung bzw. Umwandlung. Änderung der Rechtsform führt zu keiner Änderung der Identität des Rechtsträgers und damit zu keiner Übertragung von Vermögen -> zB OG in KG oder AG in GmbH(und umgekehrt).
Was versteht man unter einer übertragenden Umgründung? Bei jener kommt es hingegen stets zu einem Übergang von Vermögen eines übertragenden auf einen übernehmenden Rechtsträger. Nach den Grundsätzen des allgemeinen Steuerrechts würde dies zu einer Gewinnrealisation durch Tausch oder Liquidation führen.
Kommt es im Zuge einer übertragenden Umgründung immer zu einer Gewinnrealisation? Bestimmte Umgründungsvorgänge werden durch das UmgrStG, insbesondere durch die Buchwertfortführung und die Steuerneutralität von Buchgewinnen und -verlusten unterbunden.
Wer muss auf sein Einkommen KÖSt zahlen? Körperschaften müssen KÖSt zahlen!
Was für Körperschaften kennen Sie? Zunächst gelten "juristische Personen des privaten Rechts" als Körperschaften. Dazu gehören Kapitalgesellschaften wie AG und GmbH, weiters Genossenschaften, Vereine, Sparkassen und Privatstiftungen.
Unterliegen "juristische Personen des öffentlichen Rechts der KÖSt und was für welche kennen Sie? Öffentliche Körperschaften wären zB die Republik Österreich(Bund), Länder, Gemeinden, Kammern oder die ÖH. Jene unterliegen nur in einer eingeschränkten Form der KÖSt.
Wann fallen öffentliche Körperschaften normal unter die KÖSt. Wenn die öffentliche Hand selbst am Markt als privatwirtschaftlicher auftritt, ohne Ausübung von Hoheitsgewalt, fallen jene Körperschaften normal unter die KÖSt und werden nicht begünstigt, um keinen Vorteil gegenüber dem Mitbewerb zu haben.
Welche Körperschaften sind noch von der unbeschränkten KÖSt-Pflicht befreit? Wo wird jenes geregelt? § 5 KStG. Körperschaften, welche der Förderung gemeinnütziger, mildtätiger oder kirchlicher Zwecke dienen, weil die Tätigkeit im Interesse der Allgemeinheit liegt und nicht im Interesse eines Einzelnen. Es bestehen aber auch Ausnahmen( siehe §45 BAO)
Was unterliegt der KÖSt? Der KÖSt unterliegt das Einkommen der Körperschaft. (§ 7 Abs 1 KStG)
Was für eine Besonderheit ergibt für Körperschaften, welche aufgrund der Rechtsform nach unternehmensrechtlichen Vorschriften zur Rechnungslegung verpflichtet sind? Alle Einkünfte sind zwingend als "Einkünfte aus Gewerbebetrieb" zu qualifizieren. -> Gewinnermittlung gemäß §5 Abs 1 EStG.
Was für eine Körperschaft sind von dieser Bestimmung ausgenommen? Privatstiftungen, jene haben eine Sonderregelung und können Einkünfte innerhalb jeder Einkunftsart erwirtschaften.
Kann innerhalb eine Körperschaft Liebhaberei vorliegen? Nach derzeitiger Rechtssprechung und Verwaltungspraxis kann auch bei einer Körperschaft Liebhaberei vorliegen mit allen Folgen, welche dadurch entstehen.
Sonderausgaben: Wo sind die eigenen Sonderausgaben für Körperschaften geregelt? § 8 Abs 4 KStG enthält einen eigenen taxativen Sonderausgabenkatalog für Körperschaften.
Was wissen Sie über Freiwillige Zuwendungen im Bezug auf Sonderausgaben für Körperschaften? Freiwillige Zuwendungen an spendenbegünstigte Einrichtungen können als Sonderausgabe abgezogen werden (siehe §8 Abs 4 Z1 KStG)
Sind Körperschaften berechtigt zum Verlustabzug? Der Verlustabzug ist möglich, jedoch nur zu 75% und nicht zu 100% wie nach EStG.
Was kann mit den restlichen 25% gemacht werden? Der Rest des Verlustes kann über die nächsten Wirtschaftsjahre - unter Beachtung der Vortragsgrenze - vorgetragen werden.
Was für Sonderausgaben für Körperschaften kennen Sie? - Renten und dauernde Lasten (§ 18 Abs 1 Z 1 EStG) - Steuerberatungskosten (§ 18 Abs 1 Z 6 EStG) - Spenden (§ 18 Abs Z 7 und 8 EStG) - Verlustvortrag bis 75%, Rest in den nächsten Wirtschaftsjahren.
Wie hoch ist der Tarif der Körperschaftssteuer? Der Tarif ist 25%!
Wenn die Körperschaft keine Gewinne macht, muss jene dann trotzdem Körperschaftssteuer zahlen? Ja, nämlich 5% eines Viertels des Stamm- oder Grundkapitals für jedes volle Kalendervierteljahr.
Wie erfolgt die Erhebung der KÖSt? Nach Ende des Veranlagungszeitraumes hat die Körperschaft ihre KÖSt-Erklärung abzugeben, auf deren Basis das Finanzamt ein Veranlagungsverfahren durchführt und den KÖSt-Bescheid erlässt.
Kommt es bei der KÖSt zu Vorauszahlungen während des Jahres? 1/4-Jährlich muss die Körperschaft Vorauszahlung auf die KÖSt-Schuld leisten, die auf die endgültig zu zahlende KÖSt angerechnet wird.
Was besagt das Trennungsprinzip? Körperschaft und Gesellschafter werden steuerlich als getrennte Rechtsträger und Steuersubjekte behandelt. Dementsprechend sind auch Rechtsgeschäfte zwischen Gesellschaft und Gesellschafter grundsätzlich anzuerkennen.
Gibt es Ausnahmen vom Trennungsprinzip. Wenn dem Gesellschafter Vorteile zugewendet werden, die ihre Begründung im Beteiligungsverhältnis und der damit möglichen Einflussnahme des Gesellschafters auf die Gesellschaft haben, liegt EK-verwendung der Körperschaft vor. -> Keine Betriebsausgabe!
Was ist eine verdeckte Einlage? Vermögenszuführungen durch den Gesellschafter (Einlagen) erhöhen nicht das steuerliche Einkommen.
Wodurch wird der Doppelbelastung von Gewinnen entgegengewirkt? Durch einen niedrigeren KÖSt Satz - im Vergleich zur ESt - und dem ermäßigten KESt/ESt-Satz.
Wo kann sich das Problem der Doppelbesteuerung noch stellen? Im Verhältnis zwischen zwei Körperschaften.
Was besagt die Beteilgungsertragsbefreiung nach § 10 Abs 1-4 KStG? Gem § 10 Abs 1-4 - Die Tochtergesellschaft zahlt 25% KÖSt. Die Gewinne der KÖST sind dann bei der Mutter von der KÖST befreit.
Zählt die Beteiligungsertragsbefreiung auch bei kurzfristigen Aktion, welche im Umlaufvermögen gehalten werden? Ja!
Wann muss von vornherein keine KESt eingehoben werden? Wenn eine unbeschränkt steuerpflichtige Körperschaft an einer anderen unbeschränkt steuerpflichtigen Körperschaft mittel- oder unmittelbar zumindest zu 10% beteiligt ist. § 94 Z2 EStG
Was passiert wenn die Beteiligung geringer als 10% ist? Dann muss die KESt einbehalten werden und muss an das Finanzamt abgeführt werden. Die KESt wird dann aber auf die KÖSt der Muttergesellschaft angerechnet.
Was passiert, wenn die Muttergesellschaft nur steuerbefreite Einkünfte hat oder einen Verlust erleidet? In diesem Fall wird der Muttergesellschaft die KESt zurückerstattet.
Sind die Veräußerungsgewinne, welche durch den Verkauf einer Beteiligung einer Körperschaft durch eine andere Körperschaft steuerpflichtig? Ja (Ausnahme: siehe internationale Schachtelbeteiligungen.)
Kann es im Zuge dieses Vorgangs zu einer Doppelbesteuerung kommen? Ja, da die Wertsteigerungen der Beteiligungen, die im Wege der Veräußerungen durch die Muttergesellschaft realisiert werden, ihren Grund in den von der Tochtergesellschaft erzielten Gewinnen haben kann.
Was ist im Zuge der Gruppenbesteuerung möglich? Sie eröffnet finanziell verbundenen Körperschaften die Möglichkeit, Gewinne, die auf Ebene einer Körperschaft erzielt wurden, mit Verlusten anderer - gruppenzugehöriger - Körperschaften zu verrechnen.
Wer kann eine Unternehmensgruppe bilden? In welchen § ist jenes geregelt? Nach § 9 KStG können finanziell verbundene Körperschaften eine Unternehmensgruppe bilden.
Wann gelten Körperschaften als verbunden? Als finanziell verbunden gelten Körperschaften mit einer Beteiligung von mehr als 50%, wobei unmittelbare und mittelbare Beteiligungen einbezogen werden können (§ 9 Abs 4 KStG)
Was setzt die Gruppenbesteuerung vor? Einen schriftlichen Antrag des Gruppenführers und der Gruppenmitglieder, auf die sich die Gruppe erstrecken soll (§ 9 Abs 4 KStG)
Für was für einen Zeitraum muss eine Unternehmensgruppe bestehen? § 9 Abs 10 KStG regelt, dass eine Unternehmensgruppe für mindestens 3 Jahre bestehen muss.
Wie werden die steuerlichen Ergebnisse von inländischen Körperschaften innerhalb einer Unternehmensgruppe verrechnet? Sie werden letztlich der jener Körperschaft angerechnet, die Gruppenträger ist, in voller höhe zugerechnet. Auf diese Weise können positive und negative Ergebnisse von Körperschaften innerhalb einer Gruppe miteinander verrechnet werden.
Erklären Sie die Beteiligungsertragsfreiheit! Damit es zwischen zwei Körperschaften nicht zu einer steuerlichen Doppelbelastung kommt, sind Gewinnausschüttungen zwischen zB Mutter und Tochter bei der Mutter von der KÖSt befreit. -> Unabhängig von der größe der Beteiligung oder Haltedauer.
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