Kapitel 4 Auswahl von Variablen (Westhoff und Kluck)

Eva Spe
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VL 8 Krüger Formale Grundlagen der Gutachtenerstellung Flashcards on Kapitel 4 Auswahl von Variablen (Westhoff und Kluck), created by Eva Spe on 06/10/2018.

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T8 KRÜGER FORMALE GRUNDLAGEN DER GUTACHTENERSTELLUNG Übersicht Kapitel 4, Auswahl von Variablen", Westhoff und Kluck Verhaltensgleichung: -Umgebungsvariablen, Organismusvariablen, Kognitive, emotionale, motivationale, soziale Variablen -Klassen von Informationen -Kriterien für die Auswahl von Variablen -
Wdh. Verhaltensgleichung (auch in Folien= Welche 3 Funktionen hat die Verhaltensgleichung? 1) - Fasst die wichtigen Variablen für die Verhaltenserklärung und Vorhersage in Gruppen zusammen - Bietet Struktur - Unterstützt die Prüfung, ob alle wichtigen Bereiche bedacht wurden (Hilfsmittel zur praktischen Begutachtung)
Verhaltensgleichung Welchen 2 Variablengruppen umfasst sie? (+2 +4 Zuordnungen) Was sind weitere Gruppen, die individuellen Verhalten indirekt beeinflussen können (3) und was bestimmen sie? - nichtpsychologische Variablengruppen (Umgebungs- & Organismusvariablen - psychologische Variablengruppen (Kognitive, Emotionale, Motivationale & Soziale Variablen) - Weitere Gruppen die individuelles Verhalten indirekt beeinflussen können: soziologische, politische oder historische Variablen --> Bestimmen die Ausprägung individueller Variablen.
Worin besteht das häufige Missverständnis Bedingung vs. Ursache in Gutachten? (3) Wovon wird deshalb im Gutachten anstatt von "Ursachen" gesprochen? - Fälschliche Annahme nur einer Ursache Hinweis auf Mutlikausalität - Ursachen nur als deterministisch nicht auch als probabilistisch (also als unvereinbar mit Wahrscheinlichkeitsaussagen erlebt) - Wenn Ursachen benannt werden, wird fälschlicherweise davon ausgegangen, dass damit das Verhalten vollständig erklärt und vorhergesagt werden kann Deshalb wird in Gutachten von Bedingungen individuellen Verhaltens gesprochen, nicht von „Ursachen“!
Von den Umgebungsvariablen können 5 verschiedene von Bedeutung sein. Welche? (oberflächlich lernen) 1. Finanzielle Situation Einkommen, finanzielle Verpflichtungen, objektiv gegebene Möglichkeit der finanziellen Unterstützung + Entwicklung über die Zeit! 2. Wohnsituation (Besonders bei Sorgerechtsfragen relevant) Wohnungsbedingungen (beim Urteil können Gutachter schnell Opfer ihrer eigenen Wertesysteme werden) 3. Verkehrsverbindungen (Besonders bei Ausbildungen/Berufen relevant) Unzureichende oder fehlende Verkehrsverbindung 4. Kommunikationsbedingungen Alle Möglichkeiten an Informationen zu kommen oder mit anderen Menschen in Kontakt zu treten (Von Kommunikationsgeräten bis zum Kontakt zu sozialen Einrichtungen) 5. Zur Verfügung stehende Zeit bzw. Zeit die man aufbringen kann
Was sind die 8 Organismusvariablen? (+ Erläuterung) Was ist bezüglich der Besonderheiten zu beachten? 1. Allgemeine körperliche Belastbarkeit (Ausreichende allgemeine körperliche Belastbarkeit; mit Probanden gemeinsam einzuschätzen, am besten anhand von konkret formulierten Anforderungen) 2. Ernährung Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit 3. Alter (-sunterschiede) (Änderungen oder Einschränkungen körperlicher Bedingungen, besonders: Kindheit & hohes Alter) 4. Gesundheitliche Beeinträchtigungen (Die psychische & physische Belastbarkeit und das Wohlbefinden) 5. Behinderungen (Daraus resultierende besondere Lebensumstände) 6. Chronische Krankheiten (auch abgeheilte; und daraus resultierende besondere Lebensumstände) 7. Abhängigkeitserkrankungen (ob legal oder illegal, bleibt oft unerwähnt; Herausarbeiten durch die gezielte Vorbereitung der Untersuchung) 8. Besonderheiten (Anatomische, physiologische, des Hormon- oder Nervensystems) -->  Psychologisches Gutachten kein Ersatz für ein medizinisches Gutachten, sondern nur eine Sammlung von Informationen!
Welches sind die 7 kognitiven Variablen? 1. Allgemeine Intelligenz vs. Intelligenzstruktur 2. Konzentration und Gedächtnisleistungen 3. Kreativität und künstlerische Begabung 4. Arbeitsstil 5. Gewissenhaftigkeit 6. Kulturtechniken: Lesen Schreiben & Grundrechenarten 7. besondere Kenntnisse & Fachkenntnisse
Für was ist Allgemeine Intelligenz und Intelligenzstruktur der beste Prädiktor? Aussagen zu Stärken und Schwächen bei a) allg. Intelligenz? b) Intelligenzstruktur? Wie wird das in einigen Tests erhoben? - bester Prädiktor für Ausbildungsergebnisse und berufliche Leistung a) Allgemeine Intelligenz: ohne differenzierte Aussage über Stärken und Schwächen, da sich Intelligenz in allen Bereichen etwa gleich verteilt b) Intelligenzstruktur: differenzierte Stärken und Schwächen  Bei einigen Tests wird beides erhoben, dabei gilt der Mittelwert von Leistungen der Untertests als allgemeine Intelligenz
Was wird durch Tests und ihre Konzentrationswerte erfasst und was nicht? + Beispiele Konzentrationsleistungen eines Individuum lassen sich nicht vollständig durch Tests und ihre Konzentrationswerte beschreiben, nur bestimmte Aspekte des Konstrukts werden erfasst z.B: Zuverlässige Messung über die Dauer vom richtigen Lösen von Aufgaben die intellektuell anspruchslos sind
Wie lässt sich Kreativität messen und wie wird das dann genannt? Tests können kaum zuverlässige und gültige Informationen erheben, alternative Informationsquellen mit Auskunft über Kreativität müssen nach expliziten Regeln kombiniert werden = multimethodale Diagnostik (großer Nutzen trotz fehlender Tests)
Wie wird Arbeitsstil definiert? Wofür ist dieser entscheidend? Als gewohnheitsmäßige Art des Arbeitens, dafür werden verschiedene Aspekte des persönlichen Arbeitens zusammengefasst (keine einheitliche Auffassung über dafür notwendige Aspekte)  Ganz entscheidende Bedeutung für Leistungen in Schulen, Ausbildungen, Beruf oder Freizeit
Welche Facetten hat Gewissenhaftigkeit? (9)Gemeinsam mit "emotionaler Stabilität" ist er wichtig für die Vorhersage von was?? Facetten: Beharrlichkeit, besonnene Arbeitsweise, Ordentlichkeit, Zuverlässigkeit, Impulskontrolle, Leistungsbereitschaft, Pflichtbewusstsein, Regelbewusstsein & Selbstdisziplin (auch Aspekte von Arbeitsstil)  Mit „emotionaler Stabilität“ für die Vorhersage beruflicher Leistungen brauchbar!
Warum sind die emotionalen Variablen wichtig? Welche Reduktion findet zu oft statt? Jedes Verhalten wird von Gefühlen mitbestimmt, begleitet und gefärbt, deshalb sind Informationen über jeweils wichtige Gefühle zur Verhaltensvorhersage nötig! (zu oft auf emotionale Belastbarkeit reduziert)
Welche Aspekte umfassen Emotionale Variablen? 1. ...brauchbarer Prädiktor für was? 3. was steht im Fokus? 4. ...was muss bei Verhaltensmustern berücksichtigt werden? 5. ...hat was für eine Bedeutung? Emotionale Belastbarkeit/Stabilität (Neurotizismus als Gegenpol; Als gefühlsmäßige Empfindlichkeit definiert, hauptsächlich genetisch festgelegt), abzugrenzen vom Umgang mit Belastungen (erlernt) --> Brauchbarer Prädiktor für Ausbildungsergebnisse & berufliche Leistungen 2. Umgang mit Belastung Die Art, wie mit Belastung umgegangen wird, kann z.B. über Gesundheit oder Krankheit mitbestimmt werden 3. Umgang mit Frustration Frustration kann zu mehr oder weniger sinnvollem Verhalten führen, im Fokus zur Verhaltensvorhersage stehen die Serien von gleichen Frustrationen und die Art wie damit umgegangen wurde 4. Umgang mit eigenen Gefühlen Welche Gefühlen werden in welchen Situationen erlebt, welche werden sich eingestanden und was folgt daraus für das Verhalten?  Verhaltensmuster: relativ überdauernde Gefühle (z.B: Liebe, Schuld, Angst, Minderwertigkeit) berücksichtigen und dazu konkret Informationen erheben/sammeln 5. Emotionale Bindungen --> große motivationale Bedeutung
Motivationale Variablen: Was ist Motivation? allerdings ist was zu beachten?  Motivation = verhaltensbestimmende Bedingung Nr. 1, allerdings können nur bestimmte Aspekte der Motivation bzw. des motivationalen Konstrukts diagnostisch gemessen werden
Was umfassen Motivationale Variablen? (Teil I, (2) ) 1. Motive und Interessen (Fokus auf einzelne Motive z.B: Leistungsmotiv; Interesse als ebenfalls handlungsleitendes Konstrukt, dabei können Interessen mit dem zu vorhersagenden Verhalten übereinstimmen, ihm entgegenstehen oder eine ausgleichende Wirkkung haben 2. Werte oder Wertvorstellungen (eher unbewusst) Zur Steuerung individuellen Verhaltens, Allerdings schwer messbar, da oft erst bewusst, wenn man sie als bedroht oder verloren erlebt. An immer wiederkehrenden „Themen“ kann man Werte zum Teil erkennen (Grundmuster)
Was umfassen Motivationale Variablen? (Teil II, (2) ) 3. Ziele (eher unbewusst) Ober- und Lebensziele, aber auch damit verknüpfte konkrete Ziele in bestimmten Bereichen, Oftmals Thema der psychologischen Beratung 4. Überzeugungen Als besonders feste Ansichten bezogen auf eigene Ziele und Normen, denen man sich verpflichtet fühlt in Bezug auf sich Selbst und diagnostisch relevante Situationen  Wertvolle Prädiktoren zur Verhaltensvorhersage!
Was umfassen Motivationale Variablen? (Teil III, (4) ) 5. Erwartungen Werden in der Regel ausgebildet, wenn man vor Entscheidungen steht (Erwartungen + deren Bewertungen = Entschluss) Kennt man die Erwartungen, kann man mit dem Zählermodell der bewerteten Erwartungen den Entschluss und das darauf folgende Verhalten recht gut vorhersagen 6. Entscheidungsverhalten Konkretes Verhalten im bisherigen Entscheidungsverlauf zu kennen, welche Infos werden zu Rate gezogen, werden Alternativen abgewogen, sind Entscheidungsregeln zu erkennen? Bisherige Zufriedenheit mit Entscheidungen erkennen 7. Aktivität (Antrieb) Als eine Facette von Extraversion 8. Extraversion
Was umfassen Soziale Variablen? 1. Soziale Kompetenzen/Intelligenz Zunächst genau definieren welche Kompetenzen gemeint sind, um sie dann möglichst objektiv, zuverlässig und gültig messen zu können 2. Einstellungen, Erwartungen, Vorurteile & Stereotyp 3. Soziale Normen 4. Pflichten & Verpflichtungen 5. Einflüsse von Außen („bedeutsame Andere“) Alle Einflüsse von Personen, die für das Individuum als wichtig erlebt werden
Beispiele & Erläuterung - Persönlichkeitsmerkmale: zeitlich und situationsunabhängige stabil -Situationsmerkmale: z.B. Lärm, Zeitverschiebung - Lernpsychologische Informationen: nach lerntheoretischer Grundauffassung ist jedes Verhalten erlernt
Wie ist der Zusammenhang mit Lernpsychologischen Informationen einzuordnen? (2)  - Verhalten verändert sich, wenn wir die Bedingungen oder die Situation verändern, in der es auftritt - Auch Konsequenzen bestimmen das Auftreten von bestimmtem Verhalten
Was für Folgen haben a) positive/negative Verstärkung b) Bestrafung c) Kontingenz Verhalten im Einzelfall lernpsycholgoisch erklären: ...  a) positive Verstärkung (angenehme Folge) oder negative Verstärkung (Entfallen von etwas Unangenehmem) erhöhen die Auftretenswahrscheinlichkeit für das Verhalten  b) Bestrafung (Unangenehme Folge) senkt die Auftretenswahrscheinlichkeit des Verhaltens  c) Kontingenz (räumlich-zeitliche Nähe zwischen dem Verhalten und der Reaktion) und Konsistenz des Auftretens der Reaktion sind auch zu berücksichtigen! Verhalten im Einzelfall lernpsychologisch erklären: Bedingungen für gehäuft auftretendes Verhalten finden!
Was sind die beiden Kriterien für die Auswahl von Variablen? 1. Art und Stärke des Zusammenhangs zwischen der Variablen und dem vorherzusagenden Verhalten müssen reproduzierbar sein 2. Die Stärke dieses Zusammenhangs muss praktisch bedeutsam sein
Kriterien für die Auswahl von Variablen Brainstorming: --> ? Nützlichkeit: --> ? Prädiktoren = ?  Brainstorming: Welche Variablen sind möglicherweise für die Fragestellung wichtig?  Nützlichkeit (aussortieren): Wie viel Erklärungs- und Vorhersagekraft liegt in jeder dieser Variable? Prädiktoren = Nützliche Variablen zur Vorhersage
Was bedeutet Praktische Bedeutsamkeit im Zusammenhang mit Variablenauswahl? --> z.B. ? Praktische Bedeutsamkeit = Prädiktoren leisten einen „bemerkenswerten“ Beitrag zur Erklärung oder Vorhersage von Verhalten  Zusammenhang zwischen Prädiktor und Verhalten (Art & Stärke), die Stärke eines Zusammenhangs wird durch Maße der praktischen Bedeutsamkeit gemessen  z.B: quadrierter Produkt-Moment-Korrelationskoeffizient = Determinationskoeffizient, Omega-Quadrat und Eta-Quadrat
Was bedeutet Reproduzierbarkeit des Zusammenhangs im Kontext der Variablen Auswahl?  Beurteilung von Zusammenhängen: umso reproduzierbarer, je häufiger der Zusammenhang in der selben Art, in vergleichbarer Höhe in verschiedenen praktisch relevanten Kontexten empirisch festgestellt wurde
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