StEOP '17 Methodologie _ 3

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Soziologie (StEOP Univie'17_Methodologie) Flashcards on StEOP '17 Methodologie _ 3, created by Cat Fischer on 06/01/2017.

Resource summary

Question Answer
Paul F. Lazarsfeld (1901-1976) - Soziologe, Mathematiker - erste Ehe mit Marie Jahoda -
Lazarsfeld II -1930 erste Pläne für Marienthal-Studie - Sozialpsychologie: quantitatives Studium von Massenerscheinungen - will komplexe Erlebnisweisen empirisch erfassen - Reformen in Wien Anfang 20er nahmen für Lazarsfeld bedenkliche Entwicklung an
Entwicklungspsychologie Charlotte Bühlers -> konkrete Beobachtung zwischenmenschlicher Beziehungen -> Kategorien von Zielsetzungen in verschiedenen Lebensaltern -> umfasst gesamten Lebenslauf
Marie Jahoda (1907-2001) Grundgedanke: es gibt eine Wechselwirkung zwischen menschlichen Handlungen und gesellschaftlichen Formen -> deshalb muss Sozialpsychologe über Organismus, soziale Zustände und Ideen der Soziologie informiert sein - Promotion bei Charlotte Bühler - Emigration nach GB, dann USA
Hans Zeisel (1905-1992) Statistiker und Rechtswissenschaftler - 1938 Emigration in USA - Marktforscher, Mitarbeiter im Büro of Applied Social Research, etc. - Professor of Law, Statistics and Sociology
Wirtschaftspsychologische Forschungstelle Wien (1927-1938) - gegründet von Lazarsfeld und Zeisel - geprägt durch konkrete Beobachtungen zwischenmenschlicher Beziehungen von Charlotte Bühler
Methodologie: Entwicklung -Erfahrung mit Methoden - Aufbau und Komplexitätsgrad der Untersuchung - Metastudien --> methodologischer Erfahrungstransfer
cross-examination kontrollierte Verarbeitung verschiedenster Daten
4 Regeln "WIener Erfahrungen" (1933) 1. objektive Beobachtungen und introspektive Berichte 2. statistisches Material und Fallstudien 3. Durchschnittsinformationen und entwicklungsgeschichtliche Informationen 4. natürliche Daten und experimentelle Daten
Marienthalstudie - erstmalige Erscheinung 1933 anonym - bearbeitet und herausgegeben von Österreichischer Wirtschaftspsychologischen Forschungsstelle - Bücherverbrennung
Hans Zeisel: Geschichte der Soziographie - erste soziographische Untersuchung 1641 - Petty: methodische Klärung der Auswahl relevanter Merkmale nach soziologischen Problemstellungen (Sinnzusammenhänge)
Hans Zeisel: Geschichte der Soziographie II - Problemstellung Quételets -> für eine adäquate BEschreibung sozialpsychologischer Vorgänge noch nicht ausreichend - VOrbild Le Play: alle erreichbaren Detailmerkmale als Inventar aufzeichnen -
Hans Zeisel: Geschichte der Soziographie III -Ernst Engel findet Zusammenhänge zwischen Gesambudget und Verteilung der Ausgaben - Carrol D. Wright ergänzt diese AUfzeichnungen im Sinne Le Plays - Max Weber: Enquête über das Zeitungswesen
soziale Reportage - zufällige Eindrücke, journalistisch Arbeit - nicht methodengeleitet -->man will die Lücke zwischen nackter Statistik und zufälligen Eindrücken füllen
"Ein soziographischer Versucht" Ferdinand Tönnies: Verbindung von theoretischen Überlegungen und systematischen Beobachtungen --> systematische Soziologie benötigt konkretes Material. das nach bestimmten MEthoden gesammelt werden muss Kritik an Deskription = "theorieloser Empirismus"
Soziographie gesellschaftliche BEschreibung -> 1913 von Steinmetz gegründetete sozialwissenschaftliche Sonderdisziplin --> soll soziale "Gegenwartstatsachen" in ihrer vollen Komplexität abbilden
Soziometrie Soziogramm: graphische Darstellung sozialer Verhältnisse
"Leitformel" Resultate verschiedener empirischer Untersuchungen zusammenfassen
Idee hinter Marienthalstudie - Methode der Darstellung, die die Verwendung exakten Zahlenmaterials mit dem Sicheinleben in die Situation verbindet -> Kontakt -> objektiv formulierbares Erfassen -> möglichst kleine Zahl von Haupttatsachen
zwischen sozialer Reportage und Statistik 1. naürliche Quellen 2. Indikatoren 3. Datenniveau
natürliche Quellen aus dem sozialen Leben gehen generierte Berichte
Indikatoren objektiv= Verhalten subjektiv = Einstellung
Datenniveau qualitativ quantitativ
Marienthal (Herbst 1931 - Mai 1932: Planung und Durchführung der Erhebung= n = 478 Familien objektive Daten (vorhanden/für Untersuchung) Erlebnis Arbeitslosigkeit
Marienthal: vorhandene objektive Daten - im Konsumverein - auf der Gemeinde - in Vereinen
Marienthal: objektive Daten für Untersuchung - Essenverzeichnisse (n=40) - Zeitverwendungsbögen (n = 80) - Beobachtungsprotokolle
Marienthal: Erlebnis Arbeitslosigkeit - gelegentliche Äußerungen - ausführliche Antworten auf Fragen - Erzählungen der Gemeindefunktionäre - zufällig gefundene Tagebücher und Briefe - Lebensgeschichten (n= 32Männer, 30Frauen)
Marienthal: Untersuchungsziel Die Auswirkung von Arbeitslosigkeit auf.. - politisches Interesse - Familienleben - Bedürfnisreduktion beim Essen - die Dorfgemeinschaft - Zeitverschwendung - persönliche Lebensplanung und Zukunftsperspektiven
Marienthal: Erhebungsmethoden - Beobachtung - Zeitverwendungsbögen - Ess- und Haushaltsinventarverzeichnisse - Biographien - Schulaufsätze - Gespräche --> konvergierende Validität
Konvergenzvalidität Konvergenzvalidität (englisch convergent validity) oder konvergente Validität bezeichnet in der multivariaten Statistik einen Teilaspekt der Konstruktvalidität (nicht verfälscht) und liegt vor, wenn die Messungen eines Konstrukts mit unterschiedlichen Methoden übereinstimmen.
Marienthal: Aktionismus - Rolle der beteiligten ForscherInnen (für die Gemeinscahft nützliches Mitglied; kein Mitglied sollte sich als Feldforscher vorstellen - ethische Bedenken) - Kleideraktion - politische Mitarbeit - Schnittzeichenkurs - ärztliche Behandlung und Erziehungsberatung - Mädchenturnkurs
Marienthal: Methode der Interpretation Das Gemeinsame von quantitativen Daten wird in Form einer integralen Interpretation so zu einem Begriffsbild zusammengefasst (z.B. "müde Gemeinschaft", "Zusammenbruch der Zeitstruktur"), dass weitere Folgerungen ableitbar sind. -> "Zwischending zwischen Analogie und Modell"
Marienthal: müde Gemeinschaft - Park verwildert - Kindergarten geschlossen - Theater spielen ohne Lust - Entlehnungszahlen in der Bibliothek sinken - Unterhaltung statt Politik - geringere Vereinstätigkeit
Marienthal: Haushaltstypen - Ungebrochene - Verzweifelte - Apathische - Resignierte
Prinzipielles zur Soziographie (Lazarsfeld 1934) heuristische Achsen: subjektive vs. objektive Daten Einzeldaten vs. Statistik gegenwärtige vs. vergangene Daten natürliche vs. experimentell gewonnene Daten elementare vs. komplexe Einheiten
Soziographie am Beispiel Marienthal: subjektive Daten - Beobachtungen: langsames und müdes Bewegen der Bewohner - Protokoll über Äußerungen: verstären den müden Eindruck (= Erleben der Arbeitslosigkeit)
Soziographie am Beispiel Marienthal: objektive Daten - Messungen: Bewegungsgeschwindigkeit 3,7km/h (aber fehlende Vergleichsdaten) - Verhalten und Leistung: Der Park wird nicht mehr gepflegt
Soziographie am Beispiel Marienthal: Beispiel Fragebogen - subjektive Daten - Antworten: persönliche Einschätzung - Kaufbegründung: Ablaufbegründungen, Merkmalsbegründungen -> Motivation intrinsisch? extrinsisch?
Soziographie am Beispiel Marienthal: Beispiel Fragebogen - objektive Daten -Handlungen: Kauf bestimmter Marken/Produkte - Statistik
Soziographie am Beispiel Marienthal: Einzeldaten vs. Statistik - Auffälligkeiten vs. Wie oft kommen sie vor? - Unterstützung des Zusammenhangs vs. Zusammenhänge entdeckt
Soziographie am Beispiel Marienthal: Vergangenheit vs. Gegenwart - Kindheitseindrücke - Traditionen einer Gesellschaft/Gruppe - Traditionen einer Religion - Ereignisse - saisonale Schwankungen
Soziographie am Beispiel Marienthal: natürliche Daten non-reaktiv - amtliche Statistiken - manifestes Material
Soziographie am Beispiel Marienthal: experimentell gewonnene Daten reaktiv - Befragung - Aufzeichnung - reines Experiment
Soziographie am Beispiel Marienthal: elementare Daten eine Variabel --> monetär: jede PErson im Haushalt extra
Soziographie am Beispiel Marienthal: komplexe daten Kombination mehrerer Variablen --> Haushaltseinkommen monetär+Sachbezüge
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