Angst überwiegend durch eindeutig definierte, oft ungefährliche Situationen und Objekte außerhalb des Patienten hervorgerufen
Situationen oder Objekte werden gemieden oder mit Angst ertragen--> reicht von Unbehagen bis zu Panikanfall, Unsinnigkeit der Angst wird eingesehen und erkannt
psychodynamische Vorgang bei Phobien besteht in einer VERSCHIEBUNG
die eigentlichen, unbewussten Ängste (Todesangst, Geburtstrauma, sexuelle Konflikte, verdrängte Phantasien) werden nach AUßEN verlagert
die umschriebenen angstauslösenden Objekte und Situationen haben nur symbolischen Charakter
Vorteile einer Phobie:im Gegensatz zu den nichtobjektbezogenen Ängsten--> Angst wird Name gegeben, sie wird thematisiert und mitgeteilt
bedeutsamster Aspekt besteht in der Möglichkeit der VERMEIDUNG
Differentialdiagnose der Angsterkrankungen insgesamt
da Angst ein häufiges Begleitsymptom vieler körperlichen Erkrankungen ist wie Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion), wichtiger als bei anderen medizinisch-internistische Abklärung
Depressionen
Intoxikation oder Entzug
posttraumatische Belastungsstörung
andere psychogene Störungen (Anpassungsstörungen, Persönlichkeitsstörungen,Zwangsstörungen)
beginnende schizophrene Psychose
Therapie von Angst und Panikstörungen
Motivation wie allen von entscheidenender Bedeutung
Betroffene informationen geben über komplexe Zusammenhänge der Angstentstehung und Denkabläufe
bei allen neurotischen Krankheitsbildern, bei denen Angst ein Symptom ist, Einsatz von Entspannungsverfahren (Autogenes Training, Selbsthypnose, Progessive Muskelentspannung , Biofeedback)
Antidepressiva -kein Abhänigkeitspotential besser als Benzodiazepine z.B. Valium
EINFACHE PHOBIEN=spezifische=isolierte Phobien F 40.2
Phobien in dieser Gruppe die häufigeren, da sich sehr gut vermeiden und auch verbergen lassen, letztendlich nicht so behandlungsbedürftig wie Soziale Phobie oder Agoraphobie
die häufigsten Phobien dieser Gruppe ist die Furcht vor
Tieren (Zoophobie) z.B. Hunde, Katzen, Schlangen, Mäuse, Insekten (Akarophobie), Spinnen
sind in der Regel gut vermeidbar,werden nur diagnostiziert, wenn sie erhebliches Leiden verursachen
weitere spezifische Phobien:
Aufenthalt in geschlossenen Räumen (Klaustrophobie)
Benutzen eines Fahrstuhls
Dunkelheit
der Anblick von Blut
Ansteckungsangst (häufig A.phobien beobachtet)
Angst vor Krankheiten (Nosophobie)
Zahnarztbesuch
Furcht vor dem Erröten (Erythrophobie)
die Höhe (Akrophobie)
das Fliegen
Wälder (Hylophobie)
Soziale Phobie=Anthropophobie=soziale Neurose F 40.1
anhaltende Angst vor Situationen, in denen die Person im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht
Angst wird als übertrieben oder unvernünftig empfunden, ausgeprägtes Vermeidungsverhalten
Situationen, in denen Betroffende der prüfenden Beobachtung durch andere Menschen ausgesetzt sind, oft in kleinen Menschengruppen, nicht in Menschenmengen
niedriges Selbstwertgefühl, Furcht vor jeglicher Kritik
Erröten, Händezittern, Vermeidung von Blickkontakt, Übelkeit/Harndrang
Lebenszeitprävalenz 2-3 %, im Gegensatz zu anderen phobischen Störungen Männer und Frauen gleich häufig, beginnt oft im Jugendalter
AGORAPHOBIE=Platzangst F 40.
ursprünglich die Angst vor weiten Plätzen, mittlerweile extreme Angst durch eine Vielzahl von alltäglichen Situationen und Aktivitäten
Angst meistens außerhalb der gewohnten Umgebung
vor allem übermäßig viel Angst beim Verlassen der Wohnräume, beim Betreten von Geschäften, auf öffentlichen Plätzen, alleine reisen im Bus, Zug, Flugzeug
einige vollkommen an ihr Haus gefesselt
Gedanke sofortiges Verlassen nicht möglich, löst Angst- und Panikzustände aus
zwanghafte und depressive Symptome zusätzlich
Frauen im 3.Lebensjahrzehnt überwiegend
Agoraphobie oft in Kombination mit Panikstörung chronifiziert sich ohne Behandlung