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Karteikarten

Klinische Neuropsychologie - Bálint-Holmes-Syndrom

Joney Stoney Psychologie Zellbiologie Deutsch 8 Karten

Karten in diesem Stapel (8)

  1. 1Symptome-Simultanagnosie (keine Wahrnehmung mehrerer Objekte gleichzeitig)
    -optische Ataxie (kein sicheres Greifen nach Gegenständen unter visueller Bewegungskontrolle)
    -Störung der räumlichen Orientierung
    -Blickbewegungsstörungen (keine willentlichen Augenbewegungen)
    Vornehmlich visuelle Modalitäten betroffen => Verbesserung der Symptome bei geschlossenen Augen
    Meist Schädigung im parietookzipitalen Kortex (bilateral) => Beteiligung an Prozessen der multimodalen Integration von Information für räumliche Leistung
    Syndromform selten – häufiger Teilaspekte
  2. 2Räumliche OrientierungsstörungenIn akuter Phase Verhalten wie von blinden, allerdings kein Lernen von räumlichen Zusammenhängen
    -Kein Blink- oder Schutzreflex
    -Kollisionen mit Hindernissen
    -Kein Zurechtfinden; nicht fähig auf Stuhl zu setzen
    -Keine Orientierung in eigener Wohnung
    Mit geschlossenen Augen gelingt Orientierung besser
    Störung der räumlichen Vorstellungsfähigkeit (Störung des topografisch-räumlichen Gedächtnisses)
  3. 3Blickbewegungsstörungen-Keine oder eingeschränkte und unsystematische Sakkaden zur Exploration eines Gegenstandes/Umgebung
    -Finden Objekte nicht/können sie nicht im Blick behalten
    => bei sich bewegenden Objekten keine oder gestörte Blickfolgebewegung
    => bei langsamer Bewegung auf Patienten zu keine Konvergenzbewegung
    Aber: reflexartige Blickbewegungen in richtige Richtung (z.B. nach lautem Geräusch)
    => keine Störung der Augenmuskulatur oder basalen Okulomotorik
    Kein optokinetischer Nystagmus (natürliche Augenbewegung in horizontale und vertikale Richtung)
  4. 4Optische AtaxieBei Greifen nach/zeigen auf Objekt grobes Abweichen vom Ziel und fehlende Anpassung der Handorientierung => Besonders, wenn im peripheren Gesichtsfeld, etwas besser nach Fixation
  5. 5SimultanagnosieVerhalten:
    -Unfähig, mehrere Objekte gleichzeitig wahrzunehmen
    => keine Schwierigkeiten ein einzelnes Objekt unter verschiedenen anderen zu erkennen und zu beschreiben
    -Keine Erfassung von inhaltlichem Zusammenhang mehrerer Objekte => Fehlinterpretationen von Szenen
    => bei hierarchisch strukturierten Buchstaben nach Navon (großes E aus vielen kleinen A bestehend): kein Erkennen des globalen Buchstabens, auch nach Übung
    => kein Vergleich zweier Objekte möglich (Welches ist größer?)
    Aber: Fähig, Wörter oder Texte zu lesen, teilweise mit Überspringen von Zeilen/Wörtern
    Relativ gute Erkennung der globalen Gestalt bei rein taktil-propriozeptiver Wahrnehmung und geschlossenen Augen
    => Gleichzeitig aufgenommene schlechte visuelle Information interferiert mit korrekter taktiler Information
  6. 6Neurologische Korrelate-Schädigung des parietookzipitalen Kortex (meist bilateral, selten auch unilateral) => v.a. inferiorer Parietalkortex
    -Nach Schlaganfall oder degenerativer Gehirnerkrankung => Atrophie oder Minderperfusion; posteriore kortikale Atrophie (PCA)
  7. 7Erklärungsmodelle Simultanagnosie-Wolpert (1924): Agnosie für das Erkennen der visuellen Gesamtgestalt
    -Luria (1959): Aktive kortikale Inhibitionsprozesse verursachen Einengung des Erkennens
    -Kinsbourne und Warrington (1963): Erkennen verschiedener Elemente erfordert sequenzielles Analysieren, bei Simultanagnosie starke Verzögerung
    -Duncan et al. (2003): Beobachteten reduzierte Verarbeitungsgeschwindigkeit => Störung Folge einer generellen Verlangsamung visuellen Verarbeitens, Fokus auf prominente Elemente
    -Humphreys und Price (1994): Defizite in simultaner Diskrimination einzelner Reizmerkmale (Farbe, Form etc.)
    Farah (1990): Capture-of-attention-Hypothese: ein Reiz erhält gesamte Aufmerksamkeit
    => Befunde: verzögertes disengagement
    Aber: bei alleinstehender Simultanagnosie (kein Balint-Holmes-Syndrom) freie Blickbewegung (also Aufmerksamkeitszuwendung) über gesamte Szene
    => Nicht-Erkennen eines hierarchisch strukturierten Objekts nicht alleine von Fähigkeit der Blickführung abhängig
    Globale Gestalt wird sogar verarbeitet, bleibt aber unbewusst, evtl. wegen beeinträchtigtem visuräumlichen Aufmerksamkeitsprozessen
  8. 8Erklärungsmodelle SimultanagnosieColett und Saffran (1991):
    dorsale und ventrale Simultanagnosie durch unterschiedliche Mechanismen
    Ventrale: linkshemisphärische Läsion => Allgemeine Verlangsamung der Informationsverarbeitung
    Dorsale: bilaterale parietookzipitale Läsion => gestörte Integration räumlicher Information bei der Objektwahrnehmung
    -Verarbeitung verschiedener Objekte erfordert serielles Prozessieren (vgl Kinsbourne); Benötigt visuellen Kurzzeitspeicher => Störung der Weiterverarbeitung der im Keurzzeitspeicher aufgenommenen Information
    Aber: Beobachtung, dass Erhöhung der Anzahl der lokalen Elemente bei hierarchisch strukturierten Reizen Erkennen verbessert => nicht erklärbar mit Kapazitätsbeschränkung

Informationen

Beschreibung
Zellbiologie Psychologie (Klinische Neuropsychologie) Karteikarten am Klinische Neuropsychologie - Bálint-Holmes-Syndrom, erstellt von Joney Stoney am 29/07/2018.
Erstellt von
Joney Stoney
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