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Karteikarten

6. Soziale Dilemmata

Gelöschter Nutzer Der Nutzer hat seine Fachbereichs-Information gelöscht. Englisch 38 Karten

6. Soziale Dilemmata

Karten in diesem Stapel (38)

  1. 1Soziale Dilemmata Definition- Konflikt zwischen individuellen und kollektiven Interessen (Eigen- vs. Fremdinteresse)
    - Situationen, bei denen eine Option individuell von Vorteil ist, für die Gemeinschaf ist sie jedoch von Nachteil.
  2. 2Soziale Dilemmata sind herausfordernd weil...jedes Individuum selbst dann von der Kooperation der anderen profitiert, wenn es sich selber unkooperativ verhält.
  3. 3Sozio-ökologische Dilemmata- Zeifalle (delay trap): durch Übernutzung entstehende Verluste entstehen zeitverzögert (z.B. Umweltverhalten)
    - Räumliche Falle: negative Konsequenzen werden an einem anderen Ort hervorgerufen.
  4. 4Wie kann man soziale Dilemmata untersuchen?- Auf dem Papier ist jeder kooperativ!
    - Paradigmen, die ein soziales Dilemma darstellen.
  5. 5GefangenendilemmaStellen Sie sich vor, zwei Personen haben zusammen ein Verbrechen begangen und werden getrennt voneinander verhört. Jeder hat nun zwei Möglichkeiten: gestehen oder schweigen.
    Die möglichen Ausgänge sind wie folgt:
    Wenn beide schweigen, erhalten sie eine geringe Strafe (z.B. 1 Jahr Gefängnis).
    Wenn beide gestehen, erhalten sie eine höhere Strafe (z.B. 5 Jahre Gefängnis), aber nicht die Höchststrafe.
    Wenn nur einer gesteht und der andere schweigt, wird der Geständige freigelassen, während der andere die Höchststrafe erhält (z.B. 10 Jahre Gefängnis).
    Das Dilemma ergibt sich daraus, dass die Entscheidung des jeweils anderen nicht bekannt ist. Die individuell rationale Strategie (gestehen, um die Möglichkeit der Freilassung zu haben) führt zu einem schlechteren Gesamtergebnis (beide gestehen und erhalten eine höhere Strafe) als wenn beide Spieler kooperieren und schweigen würden. Dieses Szenario illustriert, wie individuelles rationales Verhalten zu kollektiv irrationalen Ergebnissen führen kann.
  6. 6Ressourcendilemma FischereispielIn diesem Spiel gibt es mehrere Runden, wobei jede Runde eine Fischfangsaison darstellt. Fünf Gruppen spielen die Besatzung jeweils eines Fischerbootes. Alle Boote fangen Fische aus dem gleichen Fischbestand, der sich nach jeder Runde in der Schonzeit wieder erholt. Die Fischerei ist die einzige Einnahmequelle für die Besatzungen.
    Das Dilemma entsteht, weil jeder Fischer versucht, so viele Fische wie möglich zu fangen, um seinen eigenen Nutzen zu maximieren. Wenn jedoch alle Fischer so handeln, führt dies unweigerlich zur Übernutzung oder sogar zum dauerhaften Verlust der Nutzungsmöglichkeiten der Ressource.
  7. 7Kollektivgutdilemma Public goods gameDer einzelne Spieler verdient, unabhängig vom Verhalten der anderen, stets am meisten, wenn er nichts abgibt.Kollektivgutdilemma Public goods game
  8. 8Prognose für soziale Dilemmata bei der ökonomischen Theorie => Homo oeconomicusHomo oeconomicus = Der Mensch denkt rational und handelt rein egoistisch = Nutzenmaximierer
    Aber Untersuchungen bestätigen diese Prognose nicht.
  9. 9Was bringt Menschen dazu zu kooperieren? Direkte ReziprozitätIch helfe dir, du hilft mir in zukunft.
    Reziprozitäts-Norm
  10. 10Was bringt Menschen dazu zu kooperieren? Indirekte ReziprozitätIch helfe dir jetzt und jemand anderes wird mir in Zukunft helfen.
    Auch durch Reputation via "gossip" möglich.
  11. 11Kooperatives Verhalten in "Anwesenheit" andererSoziale Anwesenheit (tatsächlich, angenommen oder symbolisiert)
    => kooperativer, prosozialer, freundlicher, hilfsbereiter, vertrauenswürdiger, sozial konformer
  12. 12Kooperatives Verhalten, wenn man sich "beobachtet fühlt"Bei Augenpaar: 2,76-fach ehrlicher!
    Bereits bei blosser Abbildung von Augenpaaren => Menschen verhalten sich in realen sozialen Dilemmata im Sinne des Gemeinwohls bzw. prosozialer.
    Kooperatives Verhalten, wenn man sich "beobachtet fühlt"
  13. 13Was passiert wenn auch die indirekte Reziprozität nicht möglich ist, weil es niemand sieht, merkt, herumerzählt "gossip"? Was ist die automatische, impulsive Handlung? Egoistisch oder kooperativ?Bei Studien ca. 50% altruistisch und 50% egoistisch.
  14. 14Ist Kooperation deliberativ oder intuitiv Zwei-System Modell im sozialen Kontext SSytem 1: Kamera im Auto-Modus
    System 2: Kamera im manuellen-Modus
    => Auf welches System zurückgegriffen wird, hängt u.a. von der Verfügbarkeit kognitiver Ressourcen ab.
    => Das Reflektive System kann sich gegen das impulsive System durchsetzen. Dafür braucht es aber kognitive Ressourcen.
    Impulsives System = default-Wert
    Ist Kooperation deliberativ oder intuitiv Zwei-System Modell im sozialen Kontext S
  15. 15Schwächung des reflektiven Systems (System 2)Experimentelle Methoden:
    - cognitive load
    - Hirnstimulation
    - Stress
    - Zeitdruck
    => Mehrheit der Studien zeigt, dass die Schwächung des Systems 2 zu weniger kooperativem Verhalten führt. Gibt aber auch Studien, die das Gegenteil behaupten.
  16. 16Gibt es interindividuelle Unterschiede bei Kooperation? Bedingte Kooperation von Fischbacher et alTeilnehmer können angeben, wie viel sie beitragen, in Abhängigkeit vom Beitrag der Anderen.
    Normal = ich gebe soviel wie die anderen
    Egoist = gibt immer null ab
    Der Typ, welcher immer alles gibt, gibt es nicht.
    Gibt es interindividuelle Unterschiede bei Kooperation? Bedingte Kooperation von Fischbacher et al
  17. 17Bedingte Kooperation Ergebnisse Prüfungsrelevant Prozente lernenBedingte Kooperation Ergebnisse Prüfungsrelevant Prozente lernen
  18. 1830% sind Egoisten Werden sie kooperativer durch Sanktionen? => Altruistische Bestrafung=> Sanktonieren von Normverletzern auf eigene Kosten
    => "Altruistische Bestrafung": Die bestrafende Person hat keinen direkten Nutzen, aber veranlasst eine zukünftige Einhaltung sozialer Normen
  19. 19Wer soziale Normen/Fairness-Normen verletzt, wird von anderen bestraft- Bestrafung durch die Person, die direkt betroffen ist => Wie Du mir, so ich Dir (second-party punishment)
    - Bestrafung durch unbeteiligte Dritte => Wie Du ihm, so ich Dir (third-party punishment)
  20. 20Public Goods Game mit FeedbackKooperation nimmt mit der Zeit ab, wenn ich merke, dass es Trittbrettfahrer gibt.Public Goods Game mit Feedback
  21. 21Public Goods Game mit Feedback, aber am Ende jeder Periode kann jeder Teilnehmer den anderen Bestrafen z.B. 1:3Kooperation steigtPublic Goods Game mit Feedback, aber am Ende jeder Periode kann jeder Teilnehmer den anderen Bestrafen z.B. 1:3
  22. 22Interindividuelle Unterschiede im Public Goods game 3 TypenInterindividuelle Unterschiede im Public Goods game 3 Typen
  23. 23Interindividuelle Unterschiede im Public Goods game Zusätzliche Frage nach dem "Belief": W Wie viel glauben Sie, gibt ein Teilnehmer im Durchschnitt in den gemeinsamen Topf?Interindividuelle Unterschiede im Public Goods game Zusätzliche Frage nach dem "Belief": W Wie viel glauben Sie, gibt ein Teilnehmer im D...
  24. 24Bestrafung bei allen altruistisch?- Ultimatum Spiel aus Sicht des Sanktionsgebers/Bestrafers
    (Altruistische Bestrafer müssten im Diktatorenspiel "fair" sein)
    - Anschliessend Diktatorspiel
  25. 25Bestrafung bei allen altruistisch? Faire und unfaire Bestrafer koexistierenunfair = Sind Bestrafer aber unfair bei Diktatorenspiel
    fair = fifty-fifty bei Diktatorenspiel und bestrafen auf eigene Kosten
    Bestrafung bei allen altruistisch? Faire und unfaire Bestrafer koexistieren
  26. 26Choosing Not to Know- Gewolltes Nichtwissen
    - Strategic Ignorance
    - Deliberate Ignorance
    - Willful Ignorance
    - Willful Blindness
  27. 27Bewusste Ignoranz im sozialen Kontext- Will man wissen, wie hoch die Auszahlung für die andere Person ist? (es wird per Zufall entschieden, welche Variante umgesetzt wird, wir dürfen entscheiden ob wir es wissen wollen)
    - Möglichkeit, sich einen "moralischen Spielraum" (engl. moral wiggle room) zu schaffen, der es erlaubt, egoistischer zu sein. (Wenn man nicht weiss was mit den anderen passiert, können wir immer noch so tun, als seien wir Altruisten)
  28. 28Wenn man bewusste Ignoranz mit Dikatorspiel kombiniert, kann man reluctant altruists idendifizierenreluctant altruists, widerwillige Altruisten = Altruistische Verhaltensweisen, die sich aus dem Druck von Peers oder anderen Quellen direkter sozialerEinflussnahme ergeben
  29. 29Persönlichkeitsfaktoren Social Value Orientation (SVO- Überdauernde persönliche Präferenz zur Aufteilung von Gütern zwischen einer Person und anderen anonymen Person.Persönlichkeitsfaktoren Social Value Orientation (SVO
  30. 30Prosozial AltruistEine Person, die darauf ausgerichtet ist, Vorteile für die Gruppe zu bringen, auch wenn dies persönliche Opfer bedeutet.
  31. 31Prosozial CooperatorJemand, der darauf ausgerichtet ist, zusammenzuarbeiten, um die gemeinsamen Vorteile für sich selbst und die Gruppe zu maximieren.
  32. 32Proself IndividualistJemand, der darauf ausgerichtet ist, persönliche Gewinne zu maximieren, ohne Rücksicht auf den Rest der Gruppe.
  33. 33Proself CompetitorJemand, der darauf ausgerichtet ist, in Relation zu anderen relativ besser dazustehen, unabhängig davon, ob die persönlichen Gewinne absolut betrachtet hoch oder niedrig sind.
  34. 34Westliche und östliche Kulturen- östliche Kulturen schauen mehr auf die Augen
    - "Führer" werden als grösser in östlichen Kulturen angesehen
    - Sich selber sieht man in westlichen als grösser
  35. 35Soziogramm Relative SelbstgrösseSoziogramm Relative Selbstgrösse
  36. 36Gemeinschaftssinn in westlichen Kulturen tiefer als in östlichen Die "Reistheorie"- Reis erfordert mehr Arbeitsaufwand als Weizen.
    => Reisanbau erforder deutlich mehr Kooperation unter Menschen, also in Ländern, in denen Reis angebaut wird, haben einen stärkeren Gemeinschaftssinn.
  37. 37Um historische, politische und kulturelle Unterschiede auszuklammern, wurde allein in China geforscht, wo im Norden Weizen und im Süden Reis angepflanzt wird.- Es wurden Studenten untersucht, welche gar nichts mit dem Anbau zu tun hatten. Es geht um die Kultur und nicht die Arbeit.
    - Theorie von Talhelm wurde bestätigt.
  38. 38Alternative Erklärungen für kollektivistische Gesellschaften?- Modernisierungshypothese: Modernisierungshypothese: Menschen mit wachsendemWohlstand gebildeter, kapitalistischer und damit individueller werden.
    - Allerdings: In Japan, Südkorea oder Hongkong sind die Menschen trotz größeren Reichtums kollektivistisch geblieben.

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Beschreibung
Der Nutzer hat seine Fachbereichs-Information gelöscht. Karteikarten am 6. Soziale Dilemmata, erstellt von Gelöschter Nutzer am 19/01/2024.
Erstellt von
Gelöschter Nutzer
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7
Verlauf
  • Erstellt von Alper Aticioglu · 18 Jan 2024
  • Kopiert von Alper Aticioglu · 19 Jan 2024
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