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4. Pädagogische Psychologie - Schule als pädagogische Institution

arne.doebler Pädagogische Psychologie Bachelor Deutsch 4,0Durchschnittliche Bewertung 4,0 von 5 (1 Bewertung) 30 Karten

Karten in diesem Stapel (30)

  1. 1Schule als pädagogische Institution: Beispiel Island (Edelstein, 1984)demonstriert: über individuelle, kognitive Fähigkeitseffekte hinausgehende Wirkungen von Schulunterricht
    innerhalb von zwei Generationen:
    ... von bäuerlich-traditioneller,
    ... zu moderner, sozial differenzierter Gesellschaft
    schulische Bildung
    ➔ zentrale Sozialisationsinstanz!
    (Faktor des Wandels und Transmissionsriemen zwischen Tradition und Moderne)
    Kinder und Elternwelten separiert
    ➔ Gleichaltrigengruppe
    an Stelle von Alter und Lebenserfahrung traten Schule und Bildung als kognitive Orientierung
    ➔ Kinder lernen mit abstrakte Relationen umzugehen
    obwohl Schulen und Lehrer
    nicht-selektiv handelten,
    entstand ein System sozialer Schichtung,
    das in enger Korrespondenz zu kognitiven Fähigkeiten und formalen Schulleistungen stand
    Schule dient nun der kognitiver und sozialer Reproduktion!
  2. 2Schule als pädagogische Institution fördert ...Je nach Umfang und Art des Unterricht:
    1. Wissen
    2. selbstständiges Denken
    3. kognitive Flexibilität
    4. Problemlösestrategien
    5. Intelligenz
    (abhängig von Voraussetzungen sozio-kultureller Art und individuellen Merkmale)
  3. 3Schule als pädagogische Institution vermittelt ...1. kognitive Fähigkeiten
    2. Anpassung an Leistungssituationen
    (beides mehr oder weniger erfolgreich)
  4. 4Schulpflicht: qualitativer Wandel der Kindheitwas zuvor (1) lebensweltlich, (2) durch eigene Erfahrung und (3) mit subjektivem Sinn versehen gelernt,
    nun gelernt durch:
    (1) abstrakte, (2) stellvertretende
    und (3) fremde Erfahrung
    ... statt mit sinnlich wahrnehmbaren Gegenständen zu operieren, nun mit abstrakten, oder auf Metaebene über Operationen selbst
    ... Schule und Schulzeit
    ➔ die Entwicklung kognitiver Fähigkeiten und Persönlichkeit bestimmendes Erlebnis
  5. 5Kompetenzentwicklung in Abhängigkeit von Anderen (Gleichaltrigengruppe und Fähigkeitsniveau)Gleichaltrigengruppe als Sozialisationsinstanz:
    Kontakt mit Gleichaltrigen
    ➔ Auswirkungen auf die Kompetenzentwicklung
    im Kleinkindalter fördert noch eher der Kontakt mit Erwachsenen die kognitive/sprachliche Entwicklung als Kontakt mit Gleichaltrigen (besseres Vorbild)
    Lehrer passen Unterrichtsstil an das Fähigkeitsniveau der Klasse an
    gegenseitige Anregungen oder deren Ausbleiben haben Effekte auf die Fähigkeitsentwicklung
  6. 6Grenzalterskinder (Bedeutung der Schule)= Kinder, die kaum unterschiedlich lebensalt, aber ein Jahr unterschiedlich schulalt
    ➔ aufschlussreich für den Einfluss
    von Schule auf Intelligenzentwicklung
    Merz et al.:
    Korrelation: Intelligenz x Schulalter
    (bei 10 jährigen Kindern):
    CFT*: r = .14
    KFT-verbal*: r = .20
    ➔ Schulalter korrelierte unabhängig vom Lebensalter mit Intelligenz:
    je länger die Kinder in der Schule, desto höher ihre Intelligenz
    *Culture Fair Intelligence Test
    (dt. "Grundintelligenztest)
    *kognitiver Fähigkeitstest
  7. 7akademische Leistungen (in Schule und Hochschule)= kognitive Lernergebnisse, aus (überwiegend systematisch geplanten) Lehr-Lern-Prozessen in Bildungsinstitutionen,
    dort als zentrales Zielkriterium für den Lernerfolg angesehen
    (1) Kenntnisse, (2) Strategien
    und (3) (Problemlöse-) Fertigkeiten
    von multiplen Faktoren beeinflusst
  8. 8Wirkfaktoren auf akademische Leistungen (Angebots-Nutzungs-Modell)1. Lehrperson
    2. Unterricht
    3. Familie
    4. Lernpotenzial
    5. Lernaktivitäten
    6. Unterrichtszeit
    7. Kontext
  9. 9Unterricht: direkter Effekt von auf akademische Leistungen?Nein: Unterricht hat keinen linearen und direkten Effekt auf akademische Leistungen
    sondern: ist ein Angebot, das je nach Qualität und individuellem Potenzial genutzt werden kann, indem es zu aktivem eigenverantwortlichem
    Lernen führt
  10. 10Bedingungsfaktoren akademischer Leistungen: Schul- & Hochschulforschung1. Schulische Leistungen:
    individuelle Faktoren
    familiäre Faktoren
    Unterrichtsfaktoren
    Kontextfaktoren
    2. Studienleistungen
    individuelle Determinanten
    Umweltdeterminanten
    ... markante Unterschiede zwischen Schulen und Hochschulen als Bildungsinstitutionen
    Leistungsstudien:
    schulische Anforderungen sollten an tertiäre Bildungsanforderungen angepasst werden!
  11. 11Lehrqualität an Hochschulen: Erfassunghäufig über Evaluationen
    durch Studierende
    Korrelation:
    Klausurresultate x dozentenbezogenen Evaluationsergebnisse: r = .52
  12. 12Einschränkungen: für Schulunterricht wie Hochschulunterricht gilt gleichermaßen ...nicht jeder gute Unterricht definiert sich über gute Leistungen der Lernenden
    nicht jede hinzugewonnene Kompetenz ist messbar
    Lernen kann auch unabhängig von Unterricht stattfinden und gefördert werden
  13. 13Externe Personen als Zusatzlehrer: Programme... die anbieten begrenzte Zeit
    als lehrerähnlich Person in Schulen zu arbeiten:
    1. USA: "Teach for America"
    2. Deutschland "Teach First"
    Zielgruppe: gute und engagierte Absolventen von "Elitehochschulen"
    Einsatz: an "Brennpunktschulen"
  14. 14Externe Personen als Zusatzlehrer: Ergebnisse und Kritikvowiegend positive Ergebnisse:
    1. insbesondere in Mathematik und Naturwissenschaften
    2. proschulisches Verhalten
    verbessert sich
    Kritik: Arbeitsplatzkonkurrenz für übliche Lehrer
  15. 15Was genau an der Schule und an Schulunterricht fördert kognitive Fähigkeiten?s. Kapitel 6.
  16. 16Wirkfaktoren auf akademische Leistungen: Lehrperson1. fachliche, didaktische, diagnostische und Klassenführungskompetenz
    2. pädagogische Orientierungen
    3. Erwartungen und Ziele
    4. Engagement
    5. Geduld
  17. 17Wirkfaktoren auf akademische Leistungen: Unterricht (Angebot)1. Prozessqualität
    2. fachübergreifend/fachspezifisch
    3. Qualität des Lehr-Lernmaterial
    4. (Unterrichtszeit)
  18. 18Wirkfaktoren auf akademische Leistungen: Kontext1. kulturelle Rahmenbedingungen
    2. regionaler Kontext
    3. Schulform/Bildungsgang
    4. Klassenzusammensetzung
    5. didaktischer Kontext
    6. Schulklima/Klassenklima
  19. 19Wirkfaktoren auf akademische Leistungen: Lernaktivitäten (Nutzung)1. aktive Lernzeit im Unterricht
    2. außerschulische Lernaktivitäten
  20. 20Wirkfaktoren auf akademische Leistungen: Familie1. strukturelle Merkmale (Schicht, Sprache, Kultur, Bildungsnähe)
    2. Prozessmerkmale der Erziehung und Sozialisation
  21. 21Wirkfaktoren auf akademische Leistungen: Lernpotenzial1. Vorkenntnisse
    2. Sprache(n)
    3. Intelligenz
    4. Lern-/Gedächtnisstrategien
    5. Lernmotivation
    6. Anstrengungsbereitschaft
    7. Ausdauer
    8. Selbstvertrauen
  22. 22Angebots-Nutzungs-Modell akademischer Leistungen: Wirkungen (Ertrag)1. fachliche Kompetenzen
    2. fachübergreifende Kompetenzen
    3. Erzieherische Wirkungen der Schule
  23. 23Bedingungsfaktoren schulischer Leistungen1. individuelle Faktoren (des Schülers)
    2. familiäre Faktoren
    3. Unterrichtsfaktoren
    4. Kontextfaktoren
  24. 24Bedingungsfaktoren für Studienleistungen1. individuelle Determinanten
    2. Umweltdeterminanten
  25. 25Bedingungsfaktoren schulischer Leistungen: individuelle Faktoren1. kognitive Faktoren:
    Intelligenz, bereichsspezifisches Vorwissen Lernstrategien, metakognitive Kompetenzen
    2. motivationale/emotionale Faktoren:
    Kontrollüberzeugungen,
    Interesse, Leistungsängstlichkeit, Fähigkeitsselbstkonzept, Einstellung zum Lernen (= affektiv positiv/negativ)
    3. volitionale Faktoren:
    z.B. Handlungskontrolle
  26. 26Bedingungsfaktoren schulischer Leistungen: familiäre Faktoren1. elterliche Bildung, familiäre Lernumwelt (z.B. Anregungen und Unterstützungsangebote), im häuslichen Umfeld gesprochene Sprache, Schichtzugehörigkeit, Familienstruktur, Berufstätigkeit
    2. Persönlichkeitsmerkale der Eltern
    3. elterliche Erwartungen:
    z.B. lernbezogene Überzeugungen (belief systems) der Eltern
    4. Prozessmerkmale des Erziehungsverhaltens
  27. 27Bedingungsfaktoren schulischer Leistungen: Unterrichtsfaktorenz.B. effiziente Klassenführung und Zeitnutzung, Motivierung, Klarheit und Verständlichkeit, Anpassung an Merkmale und Voraussetzungen der Lernenden, Klassenklima
  28. 28Bedingungsfaktoren schulischer Leistungen: Kontextfaktoren1. Schulform
    2. Schule
    3. Schulklasse
    4. kulturelle Wertschätzung von Anstrengung und Selbstdisziplin
  29. 29Bedingungsfaktoren für Studienleistungen: Individuelle Determinanten1. allgemeine Fähigkeiten
    (Intelligenz, Lernstrategien)
    2. spezifische Wissensinhalte,
    Fertigkeiten (PC, Bibliothek, Referate)
    3. Persönlichkeitsmerkmale (Interesse, Anstrengungsbereitschaft)
    4. Zeitbudget
    5. psychische Gesundheit
  30. 30Bedingungsfaktoren für Studienleistungen: Umweltdeterminanten1. didaktische Kompetenzen des Dozenten:
    z.B. Verständlichkeit, Anregung zum Mitdenken, Multiperspektivität, Aufzeigen von Praxisbezügen
    2. soziale Kompetenzen
    Verhaltensweisen und Einstellungen der Lehrenden:
    z.B. Motivierung, Engagement, Freundlichkeit, Kooperativität, Betreuung

Informationen

Beschreibung
Bachelor Pädagogische Psychologie Karteikarten am 4. Pädagogische Psychologie - Schule als pädagogische Institution, erstellt von arne.doebler am 03/02/2016.
Erstellt von
arne.doebler
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Durchschnittliche Bewertung 4,0 von 5 (1 Bewertung)

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