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Psychologische Entwicklungstheorie
Karten in diesem Stapel (114)
- 1Charakteristisch für Entwicklungspsychologie- Aspekte des Entwicklungsprozesses, der universell & allgemeinmenschlich ist
- Stadien & Phasen unabhängig von Kultur oder soz. Einbettung
- Historisch weitgehend invariabel
--> Schwerpunkt auf Analyse & Wechselwirkung der inneren Realität & Persönlichkeitsentwicklung - 2Entwicklungrelativ überdauernde intraindividuelle (innerhalb des Individuums) Veränderung des Erlebens, Denken, Fühlen, Verhalten von Entstehung bis zum Tod; dabei sind Entwicklungsschritte aufeinander bezogen; Fokus auf Entwicklung der Psychomotorik, Wahrnehmung, Sprache, kognitive Kompetenzen, Subjektivität, Krisenbewältigung und seiner Moral/Ethik
Beschreibung + Erklärung von Veränderungen von Verhaltensweisen + Analyse der Veränderung in Bezug auf materielle & soziale Umgebung - 3Nicht EntwicklungBefindlichkeitsänderung, Veränderung, die durch plötzlichen äusseren Einfluss hervorgerufen wurden (Bsp. Unfall)
- 4Entwicklungspsychologie & soziologische Sozialisationsforschung beschäftigt sich mit...«Normalverläufen» menschlicher Individuation und Sozialisation. Ausgehend hiervon gehen sie andererseits der Frage nach, welche Komplikationen & Schwierigkeiten in menschlichen Entwicklungsverläufen auftreten können & wodurch diese verursacht sein können (+ Umfeld)
- 5Aufgaben der Entwicklungspsychologie- Grundlagenorientiert
- Anwendungsorientiert - 6Grundlagenorientierte AufgabenBeschreibung & Erklärung (Ursachen, Bedingungen) von Entwicklungsveränderungen; UM Erklärung zu finden sind Experimente notwendig
- 7Anwendungsorientierte Aufgaben- Bestimmung aktueller Entwicklungsstand (Diagnose)
--> Entwicklungsdiagnostik, Entwicklung in Relation zu Bezugsgruppe/Vergleichsgruppe, Vorteile & Defizite werden offengelegt
- Prognose für Zukunft Merkmale haben oft Stabilität über Zeit, jedoch je nach Merkmal, Intelligenz eher konstant wie Soz.-Verhalten
- Mögliche Beeinflussung des Entwicklungsverlaus - 8Erklärende Entwicklungsbegriffe- Biologische Begriffe (Reifung, Reifestand, Perioden, Stufen, Phasen)
- Sozialisation - 9Reifunggengesteuert, kaum beinflussbar, zielgerichtet
- 10ReifestandEntwicklungsstand, um Erfahrungen zu nutzen,
These: kann man nicht rückgängig machen - 11Perioden, Stufen, PhasenEntwicklungsabschnitte in denen bestimmte Ereignisse sich nachhaltig auswirken (z.B. Menstruation)
--> Körperlich universell, doch psychisch? - 12Sozialisation- Vermittlung von Normen/Werten
- Anleitung/Domestizierung, Beobachtung/Nachahmung, Strafe/Belohnung - 13Beschreibende EntwicklungsbegriffeWachstum,
biologisch, psychologische Differenzierung - 14WachstumMengenmässige Zunahme, messbar (Behaarung, Grösse, Neugier)
- 15Entwicklung biologisch vs. psychologischbiologisch: Ausgliederung der Motorik, von grob zu fein
Psychologisch: Verfeinerung, Strukturierung psychischer Funktionen & Verhaltensweisen, Gefühle beschreiben, Intelligenz (ungesichert), Zeitgefühl - 16Rouge-TestSpiegeltest, sich im Spiegel erkennen
- 17Fragestellung der psych. EntwicklungstheorieNorm, Normierung, Bewertung der Abweichung, Normalisierung
- 18NormWelche Fertigkeiten/Krisen sind in diesem Alter zu erwarten
- 19NormierungErstellen von Entwicklungsprognosen
- 20Bewertung von AbweichungAuswirkungen von Entwicklungsbedingungen kurz & langfristig (Bsp. Scheidung, frühkindliche Nicht-Förderung)
- 21NormalisierungPlanung und Evaluation von Entwicklungsinterventionen
- 22Kritik von Entwicklungstheorien- Entwicklung zu einem «höheren Niveau» und mit Ziel eines «universellen Reifezustandes» basiert auf unzureichenden Normierungen = Negierung von Kultur, Sozius
- Kindheit ist keine anthropologische Konstante (vgl. Kinderarbeit in der Industrialisierung)
- Kinder existieren nicht als Subjekt, sind etwas «Objekthaftes», etwas «unfertiges» das zu einem «reifen» Erwachsenen werden soll
- «Entwicklungsrückstände», «Fehlentwicklungen», «Gestörtheit», «Defizite», Vergleiche und Bewertungen werden von Erwachsenen definiert.
- Entwicklungstheorien «kolonisieren die Kindheit» , weil die Theorien an die Stelle der je eigenen Erfahrung der Kinder gesetzt werden - 23Entwicklungspsychologie kann sich auf verschiedene Zeitstrecken beziehenOntogenese
Phylogenese
Anthropogenese
--> meist Ontogenese - 24OntogeneseEntwicklungspsychologie der menschlichen Lebensspanne; von Konzeption (Empfängnis) bis zum Tod;
Entwicklungsprozesse in Abhängigkeit mit dem Alter zu beobachten macht nur Sinn, wenn Unterschiede in Altersgruppe kleiner sind als von Altersgruppe zu Altersgruppe; Entwicklungsstände oft aussagekräftiger als Alter, da Tests aber nicht immer genau sind, geht man oft trotzdem vom Alter aus - 25PhylogeneseStammesgeschichtliche Entwicklung der Gesamtheit aller Lebewesen;
Laufe der Evolution auf Entwicklung von Arten bzw. Spezies bezieht;
Jeder Mensch hat angeborenes Verhalten auf bestimmte Situation (Bsp. Jö-Effekt) - 26AnthopogeneseEntwicklung der Spezies Mensch, von Vorformen des Menschen bis zum Homo sapiens der Gegenwart
- 27Entwicklung kontinuierlich vs. diskontinuierlich- Quantitativer (über Zeit hinweg charakterisiert) oder qualitative (Zustandsänderung) Veränderung zur Entwicklungsveränderung
- Körper quantitativ, Psyche qualitativ
Beispiel: Schwamm wächst nur, Schmetterling ändert Form/Farbe etc. - 28Entwicklungssteuerung Anlage (innengesteuert, endogen) vs. Umwelt (aussengesteuert, exogen)jung eher endogen (Reifung), älter eher exogen (Lernen&Erfahrung);
heutige Einstellung: wechselseitige Einflüsse von endogen&exogen - 29Wozu Theorien?- Menschliches Handeln ist durch Vorstellung, Ideen, Erwartungen, Erklärungen und Interpretationen geleitet --> »Alltagstheorien», Praxis ist theoriegeleitet, bzw. Theorie ist Grammatik der Praxis; Je nach Theorien die man hat, wird Situation anders Interpretiert
- Theorie leitet Beobachtung
- Ziel: Handeln begründen
- Zweck: Orientierung, Ausrichtung unseres Handelns (Motivation, Ziele) und unserer Beobachtungen
- Voraussetzung: kogn. Fähigkeit aus Erfahrungen oder Wissen, Regelmässigkeiten herzuleiten
- Gefahr: wenn nicht reflektiert, Fehlschlüsse - 30AlltagstheorieUnreflektiert, nicht immer in allen Teilen logisch konsistent, speziell teils ungerechtfertigt umfassend im Anspruch/der Anwendung, manchmal nur individuell
- 31Wissenschaftliche Theorien Definitionstrukturieren Wissen und entwerfen ein Bild bzw. IDEE einer Realität, welches in der wissenschaftlichen Gemeinschaft zum einem aktuellen Zeitpunkt auf anerkannten Wissensbeständen beruht. (Bsp. «die Erde ist flach»).
- 32Wissenschaftliche Theorien ReflexionIdee muss immer weider Überprüft werden, Anpassung, Widerlegung oder Fallen-Lassen aufgrund neuer Theorien; Theorien beschreiben nur begrenzten Ausschnitt (Reichweite); Schriftlich festgehalten und so anderen Wissenschaftlern zur Kritik angeboten
- 33Wissenschaftliche Theorie AnforderungBeschreibungen, Erklärungen und Bewertungen von Phänomenen
- 34HypotheseAussage, deren Gültigkeit für möglich Gehalten wird, deren Gehalt jedoch noch nicht beweisen ist (Wenn […], dann [..])
- 35Entwicklung als... (div. Theorien zur Entwicklung nach Flammer)... Abfolge alterstypischer Zustandsbilder
... Veränderung
... Reifungsbedingte Veränderung
... Veränderung zum Besseren/Höheren
... qualitative/strukturelle Veränderung
... universelle Veränderung
... Sozialisation - 36Entwicklung als Abfolge alterstypischer ZustandsbilderLebensalteretappen; Kritik: können Phänomenvielfalt verkleinern/Typisierung die nicht auf Individuum zutreffen; nicht nur Beschreibung sondern auch Bedingungen etc. interessant für Entwicklungspsychologie
- 37Entwicklung als Veränderungjede Veränderung menschlicher Fähigkeiten, Gewohnheiten, Werte, Körperstärke etc.; In Kombination mit Lernen besonders Interessant; Lernen kurfrisitge kleine Veränderung; Entwicklung langfristige nachhaltige Veränderung, mehr als nur 1 Kompetenzbereich
- 38Entwicklung als reifungsbedingte Veränderungorganisch-biologisch gesteuerte Veränderung; Reifung nicht isoliert betrachten, sondern in Kombination mit Lernen
- 39Entwicklung als Veränderung zum Besseren oder HöherenDef. Was besser schwierig (Kultur & Individuumsabhängig); Entwicklung bringt immer bessere und schlechtere Teile mit sich, dabei hat P.B.Baltes 3 Prozesstypen beschrieben
- Selektion (Entwicklung führt zu Spezialisierung)
- Optimierung (in bestimmten Bereichen Steigerung/Wachstum)
- Kompensation (gewisse Verluste sind nicht definitiv, sondern kompensierbar)
-->Entw. haben RIchtung, handelnde Person hat Ziel - 40Entwicklung als qualitative resp. Strukturelle VeränderungIm Laufe der Entwicklung entwickeln sich mehrere Elemente (Ansichten, Kompetenzen, Präferenzen etc.), Vorteil: qunatitative - gut messbar, vergleichbar, qualitative - leicht zu kommunizieren; jedoch meist zu kurz gedacht
- 41Entwicklung als universelle VeränderungVorliegen dieses Phänomen kann nicht definitiv belegt werden, Kultur und Emotionen vernachlässigt, je generalisierter, desto inhaltsärmer (damit immer noch wahr)
- 42Entwicklung als SozialisationSozialisation eher institutionelle Aspekte des Lebenslaufs & Prozesse der Integration; Entwicklung deckt kulturelle, institutionelle & soziale Prozesse ab
- 43Flammer's eigene Definition von Entwicklungalle Nachhaltigen Veränderungen von Kompetenzen (pers. Voraussetzung für Verhalten & Erlebnisweisen), sowohl bleibende einzelne als auch kurzzeitige Veränderungen, die andere nach sich ziehen.
- 44Hypothesen von Entwicklungstheorien... zielbezogene Veränderung ... Stufenfolge
... organisch-biologische bzw. reifungsbedingte Veränderung
... Sozialisation
... Zusammenspiel Anlage-Umwelt
... spontane oder zielgerichtete Entwicklung zu etwas «Besserem»
... individuelle und universelle Entwicklung
... passives domestiziert-werden
... aktive Erfahrung - 45Typen von TheorienExogen
Endogen
Selbstgestaltung
Interaktionistisch - 46Exogenistische TheorienMenschen sind das, was die Umwelt aus Ihnen macht (von aussen herangetragen)
- 47Endogenistische TheorienMenschliche Entwicklung geschieht über biolog. Anlagen (von innen heraus)
- 48SelbstgestaltungstheorienMensch handelt von Geburt an aktiv (nutzt Möglichkeiten), Entscheidungen treffen
- 49Interaktionistische TheorienSowohl das Subjekt als auch die Umwelt agieren aktiv (Interaktion), Wechsel von Wünschen & Anforderungen/Norm etc.
- 50Ansprüche an Entwicklungstheorie- Menschenbild: Beeinflusst Augenmerk und Interpretationstendenzen; determiniert teils schon vorher, was mit Theorie geleistet werden kann oder soll
- Beschreibungsumfang: Synchrone Extension (welche gleichzeitigen Prozesse werden beschrieben), Welches Phänomen?, kogn. Oder sportliches etc.?
- Erfasste Lebensspanne: diachrone Extension, welche nacheinander ablaufende Prozesse werden beschrieben?
- Entwicklungsrichtung: Was ist Ziel wenn es eines gibt?,
- Möglichkeiten externer Beeinflussung: Einfluss der Person selber/der Bezugspersonen, v.a. in psychologischer Beratung und Therapie zentral
- Bewährung: in Experimenten, Beobachtungen oder praktischer Anwendung - 51Entwicklungsprozesse & -motoren: Spannend sind dabei v.a. Übergänge zw. Zuständen, was braucht es für Veränderung?
- 52Forschungsmethoden der Entwicklungspsychologie- Rekonstruktion (Aussagen von Erwachsenen)
- Direkte Beobachtung
- Befragende Methoden (Fragebögen, Interviews)
- Querschnittuntersuchungen (Stichprobe, „Momentaufnahme“)
- Längsschnittuntersuchungen (Mehrmalig, statistische Vergleiche des Querschnitts) - 53Bindungstheorie BegründerJohn Bowlby, 1907-1990
- 54Bindungstheorie TheseJede Art (auch Mensch) zeigt angeborene «arttypische» Verhaltensweisen, diese erhöhen Überlebenschancen der «Art». Einige werden durch Signalreize ausgelöst (Bsp. Kindchenschema löst Fürsorgeverhalten aus)
Jeder Mensch ist mit Verhaltenssystem (Bindungsverhalten) ausgestattet - 55Bindungstheorie Annahme der Voraussetzungen- Bereitschaft zur Beziehungsaufnahme als grundlegende Komponente (Grundbedürfnis) der menschlichen Natur bereits bei Geburt vorhanden, angeboren und umweltstabil, frühkindlicher Erfahrungen jedoch prägend für Entwicklung des Menschen
- Internale Arbeitsmodelle helfen Wirklichkeit und spätere Beziehungen zu interpretieren
- Über Interaktionsbereitschaft entsteht Dynamik --> Bindungsmuster
- Beziehung Mutter/Kind wir nicht durch füttern hergestellt, sondern über Zuneigung / Gefühl von Schutz - 56Bindungstheorie Bindungstypen
- 57Bindungstheorie Typen - als Erw.- Typ B: Vertrauenswürdig, Zuverlässig und Hilfsbereit
- Typ A: starke Betonung der Unabhängigkeit, Vermeidung von emotionaler Nähe
- Typ C: Trennungsangst, „Klammern“, widersprüchliches Verhalten - 58Angemessenes Verhalten der Bezugsperson (Setting)- Wahrnehmung der Befindlichkeit von Kindern
- Richtige Enschätzung
- Prompte Reaktion
- Angemessenheit der Reaktion (je nach Alter des Kindes)
- Emotionale Akzepanz des Kindes, ernst nehmen
--> Feinfühligkeit, Verfügbarkeit, Verlässlichkeit - 59Bindungs-Explorations-Balance
- 60Psychoanalyse BegründerSiegmund Freud
- 61Psychoanalyse TheseDer Mensch wird durch unbewusste psychische Vorgänge angetrieben. «Hinter» gesellschaftlichen Normen und Werten verbergen sich unbewusste, dem Ich nicht bewusst zugänglich Bedeutung
--> Bedeutung er- bzw. begründen;
Annahme: hinter rationalen Entscheidungen, verbergen sich unbewusste Zusammenhänge - 62Zwei Aspekte des AntriebsEros/Libido (Selbsterhaltungstrieb) vs. Destruktionstrieb/Aggression
- 63IchRealitätsprinzip, Treibansprüche werden verschoben, Abwehrmechanismen mobilisiert und Anpassung organisiert, Bewusstmachung, Wahrnehmung, Umgang, Handeln, Balance zw. ES-Überich
- 64EsLustprinzip, Triebe, unbewusst, irrational & ohne Moral, sexuelle & aggressive Triebe, strebt nach vollkommener Befriedigung
- 65Über-IchMoralitätsprinzip, Gewissen, Normen, Werte
- 66Psychischer Apparat nach Freudnur wenn dieser zusammen spielt funktioniert Zusammenleben in Gesellschaft, er entwickelt sich in Phasen;
Dabei muss Kind immer wieder Krisen überwinden - 67Psychoanalyse Vorgehen- Eigentlich für medizinisch-psychologisch orientierte Therapieform konzipiert- Freud lässt Person selber forschen/Assoziieren, keine Verhaltenstheorie
- Psychoanalytiker stellen richtige Fragen, geben jedoch keine Antwort, sondern lassen Klient Antwort geben - 68Phasen der psychosexuellen Entwicklung
- 69Psychoanalyse Kritik- Einseitige Betonung des Antriebs durch Sexualität, Mangel und Kompensation
- Stufenmodell willkürlich, nur durch Erzählungen Erwachsener entwickelt
- Nicht auf empirische Befunde gestützt, Fehlen unmittelbarer Evidenz
- Naturalisierung von Aggression
- Ursprungsdenken, Reduktionismus - 70Psychoanalyse Vorteile- Enttabuisierung der Sexualität
- Erstes Verständnis von Traumata, Konzept des Unbewussten, Konflikte im Ich ausgetragen
- Couch: Selbsterforschung, Mensch und seine Empfindungen stehen im Vordergrund - 71Phasen der psychosozialen Entwicklung nach Erik Erikson (1902-1994) TheseIn jeder Entwicklungsphase ist ein typischer Konflikt zu bewältigen. Die Bewältigung der stadien-spezifischen Konflikte nimmt Einfluss auf die weitere Entwicklung. Eine misslungene Bewältigung einer Phase führt zu Persönlichkeitsstörungen.
--> Identitätsentwicklung - 72Psychosozialen Entwicklung nach Erikson Sozialisation als...- Sozialisation als Bewältigungsmodell
- Verbindung unbewusst / Bewusst; psychosexuelle Entwicklung + psychosoziale Dynamik (familialer & sozialstrukturierter Einfluss)
- Sozialisation ist Kette von übernommenen oder abgestossenen Identifikationen mit primären Bezugspersonen, die erst nach Adoleszenz abgeschlossen ist - 73Psychosozialen Entwicklung nach Erikson Grundannahme
- 74Psychosozialen Entwicklung nach Erikson Entwicklungsmodell
- 75Psychosozialen Entwicklung nach Erikson PhasenmodellIst eine Phase gelöst, geht man in nächste über, wenn nicht mögliche Folgen für Zukunft
- 76Psychosozialen Entwicklung nach Erikson Kritiko Verallgemeinert, sollte jedoch kulturbezogen betrachtet werden
o Sollte auf Soziales Setting bezogen betrachtet werden
o Epigenetische Prinzip = Entwicklung folgt einem bestimmten, determinierenden Grundplan + Entwicklung tritt zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt auf. - 77Psychosozialen Entwicklung nach Erikson Vorteileo Perspektive auf die Lebenspanne
o Durch den Einbezug der sozialen Dimension ist die individuelle Entwicklung also nicht mehr nur von innen (Triebe) bedingt, sondern auch durch äußere Einflüsse. - 78Moralentwicklung BegründerLawrence Kohlberg (1927-1987)
- 79Moralentwicklung TheseJeder Mensch durchläuft eine Entwicklung seines Moralbewusstseins. Moral entwickelt sich stufenweise in immer derselben Reihenfolge (kein Überspringen von Stufen möglich). Es liegt an den Fähigkeiten eines jeden Menschen, ob er von einer Stufe zu einer anderen Gelangt.
--> Moralbewusstsein - 80Moralentwicklung Bedingungeno Kognitive Entwicklungsstufe erreicht
o Motivation sich mit Themen auseinanderzusetzen
o Von Kultur, Sozialer Schicht, sowie Gerechtigkeitsstruktur sozialer Gruppen in denen Individuum partizipiert beeinflusst - 81Stufenmoral (grob)o Präkonventionelles Niveau: Befolgen von Regeln, hören auf Autoritäten, unhinterfragt, Orientierung an Strafe & Gehorsam, eigenes Wohlergehen im Zentrum
o konventionelles Niveau: Erkennen der Bedeutung moralischer Normen für das Funktionieren der Gesellschaft
o postkonventionelles Niveau: Handlungen orientieren sich universell am Prinzip der zwischenmenschlichen Achtung, ¼ der Menschen - 82Stufenmodell (Detail)
- 83Kriterien für Entwicklung des Moralbewusstseins - Fortschritte des Menschen in drei Bereichen
- 84Moralenwicklung PrinzipienUnparteiliche, herrschaftsfreie, universelle Prinzipien
- «Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne.» (Immanuel Kant) - 85Moralentwicklung Kritiko Nur Gerechtigkeit im Zentrum, nicht aber Mitleid, Mut & Ausdauer
o Emotionale Ebene vernachlässigt - 86Lerntheorie TheseDas Individuum wird durch seine Umwelt beeinflusst (z.B. elterliche Erziehungsstile, Medien). Entwicklung entsteht durch Lernen. Durch eine positive/negative Verstärkung des Lernziels kann das Individuum zu einem bestimmten Verhalten manipuliert werden = Lernen durch Nachahmung/Belohnung/Bestrafung (Reiz-Reaktions-Verhalten)
Lernen nicht nur Wissen, sondern auch Verhaltensweisen - 87Behaviorismus (Verhaltensforschung) BegründerJohn B. Watson, Iwan P. Pawlow
- 88Behaviorismus Idee- Nur beobachtbares Verhalten ist wissenschaftlich, nicht aber Emotionen
- Der Mensch und seine Entwicklung sind völlig durch äußere Reize kontrolliert, deren Manipulation jedes gewünschte Ergebnis bringt (Konditionierung) - 89Konditionierung- Konditionierung kann unbewusst oder bewusst stattfinden (Professor sagt nach dem ich seine Frage beantwortet habe, «ja gut!», ebenfalls konditionieren)
- Verwerflich ist, dass Person die Konditioniert wird nicht entscheiden kann ob man konditioniert werden will, da man es evtl. nicht als Konditionierung erkennt wird - 90Klassisches Konditionieren- Pawlow-Experiment – Hund speichelt wenn Glocke hört
- Neutraler Reiz + Reaktion = später Neutraler Reiz wird zu bedingtem Reiz
- natürlicher, unbedingter Reflex wird mit Reiz gekoppelt - 91Operantes/instrumentelles Konditionieren- Konditionieren um bestimmtes Reiz-Reaktionsschema zu provozieren
- Reiz wird mit einem beliebigen Verhalten gekoppelt
- positive/negative Verstärkung, Bestrafung, Löschung - 92Positive VerstärkungAuf Verhalten folgt positive Konsequenz (Lob) --> Kind wird es eher wieder machen
- 93Negative VerstärkungVerhalten wird wegen negativer Konsequenz beendet --> Kind wird bei Melden ausgelacht, wird sich eher nicht mehr melden
- 94Bestrafungunerwünschtes Verhalten durch weglassen positiver Reize oder Darbietung unangenehmen Reizes verringert
- 95Löschung«Nicht-verstärken» um Verhalten zu verhindern, Ignoranz führt zu weniger häufiges Verhalten
- 96Nachahmung (sozial-kognitivistische Lerntheorie) BegründerAlbert Bandura - Bobo Doll Experiment
- 97Nachahmung AnnahmeLernen immer sozial vermittelt (Beobachtung/Nachahmung); o Lernen am Modell: Informationen durch Wörter, Bilder oder Handlungen; Gewünschtes Verhalten, wenn entsprechend motiviert; Verhalten wird imitiert, weil Vorbild Erfolg hat, überflüssige Fehler vermieden
- 98VerifizierungsprozessKind beobachtet Auswirkung des Gesehenen und passt Erfahrungen an
--> Selbstbeobachtung, Selbstbestimmt - 99Self-efficacyEinschätzung der eigenen Fähigkeiten & Leistungen
- 100Aktiver Aneignungsprozess 4 Merkmale
- 101Selbstregulation / SelbstsozialisationNicht alles wird nachgeahmt, sondern nur das was wir gewinnbringend sehen
- 102Nachahmung Kritik- Sozial-ökonomische Rahmenbedingungen nicht beachtet (Kultur)
- Emotionale Ebene nicht beachtet - 103Entwicklung des Denkens BegründerJean Piaget 1896-1980
- 104Entwicklung des Denkens TheseDas Individuum interagiert mit seiner Umwelt. Durch die kognitive Lösung (Erkennen und Erfassen von Gegenständen und Personen der Umgebung und der eigenen Person) von Problemen bzw. (Denk-) Fehlern entwickelt es sich weiter.
--> Das Denken entwickelt sich von Geburt an zunehmend von der sinnlichen Wahrnehmung fort und schreitet zu immer differenzierteren Lösungsformen auf abstrakt-begrifflicher Grundlage fort - 105Entwicklung des Denkens Annahme- durch eigenes Handeln wird Umwelt verstanden
- Interaktion, Kinder nehmen wahr und gehen unterschiedlich damit um
- Kind nicht als Tabula rasa, sondern als Subjekt gesehen, Kognitive Fähigkeiten bilden sich weiter (Wahrnehmung, Umgang, Problemerkennung/-lösung)
- Kinder müssen in diesem Modell selber Lösungen finden - 106Entwicklung des Denkens Merkmale- Lösungen erscheinen für Kinder logisch / für Erwachsene vielleicht unlogisch
- Entwicklungstempo unterschiedlich
- kognitive Entwicklung ist eine Reorganisation der Handlungs-und Denkstrukturen, die zu neuen leistungsfähigeren Strukturen führt. - 107Entwicklung des Denkens Stufen (universell)
- 108Entwicklung des Denkens Bedingungen für Durchlaufen der Stufen
- 109Entwicklung des Denkens KritikUmwelt ist bereits vom Menschen angepasst
- 110Kritische Psychologie Ausgangspunkt- Kritik der traditionellen Psychologie, die Mensch und Psyche losgelöst von gesellschaftlichen Bedingungen analysiert und Mensch auf Triebe, Hormone, autonomes Subjekt reduziert.
- Verstehende Perspektive, versucht Probleme/Entwicklung aus der Sicht der Subjekte zu verstehen - 111Kritische Psychologie AnnahmeMensch ist Bedingungen unterworfen und produziert seine Bedingungen selbst
- 112Erziehung als Begrenzung von Handlungsmöglichkeiten
- 113Typen von Lernen
- 114Fördern ohne Erziehen?Handlungsbehinderungen erkennen & Gemensam voneinander Lernen
Informationen
- Beschreibung
- ZP 1 B1 - Individuation & Sozialisation (-Allgemein) Karteikarten am Psychologische Entwicklungstheorie, erstellt von Sibille Regli am 11/05/2016.
- Erstellt von
- Sibille Regli
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