Karteikarten
Komorbidität
Karten in diesem Stapel (18)
- 1Definition von Komorbidität"Komorbidität ist das Auftreten von mehr als einer spezifisch diagnostizierbaren psychischen Störung bei einer Person innerhalb eines definierten Zeitintervalls"
"Mehrfachdiagnosen im Querschnittbefund, Längsschnittdiagnostik oder über die Lebensspanne"
"Unterschwellige Syndrome und Symptomerhöhungen, zB. Depressivität, Angst, Selbstunsicherheit, wird als "Syndromale Komorbidität" oder "Co-Occurence" bezeichnet." - 2Wie häufig sind komorbide Störungen?- Über 78 Mio Menschen in der EU sind von Psychischen Störungen betroffen. Jeder zweite der Betroffenen hat mehr als eine Diagnose. D.h. 50 % der psychisch kranken haben komorbide Störungen.
- In klinischen Stichproben sind es sogar 80%.
Allgemeinbevölkerung:
- 26,4 % nur Angststörungen oder Depression
- 47% zeigen Komorbiditäten zwischen Angst, Depression und auch Substanzmissbrauch oder Abhängigkeit
- 10,3 % haben 4 oder mehr Diagnosen
Reine Störungen im klinischen Setting:
9,1 % Angststörung
13,1% Depression
1% substanzmissbrauch/Abhängigkeit - 3Wie häufig ist Komorbidität bei Depression- komorbidität bei Depression 50-80 %, Angststörungen, Substanzmittel, Somatoforme Störungen
- 95% der Individuen mit Lifetime Major Depression oder Dystymie in klinischen Stichproben erfüllen die Kriterien einer Angststörung
- Depression ist in 70% der Fälle sekundär zu Angstsymptomen
- 10-20% Beginn der Symptome von Angst und Depression im selben Jahr
- 20% Beginn der Depression vor den Angstsymptomen. Also 80% zuerst Angst dann Depression - 4Komorbiditätsbefunde bei Schizophrenie und bei Persönlichkeitsstörungen?Angstsymptomatiken (zB Agoraphobie und Panikstörung) remittieren nach Abklingen der akuten schizophrenen Episode meist spontan.
Soziale Phobie tritt tritt gehäuft in den symptomfreien Intervallen der Schizophrenie auf
Bei Persönlichkeitsstörungen gibt es oft auch komorbide Angststörungen - 5Komorbide Achse I Störungen bei primärer Zwangsstörungam häufigsten Major Depression:
liftime: > 70 %
aktuell: fast 40 %
Phobie:
liftime: fast 20%
aktuell: ca 5%
Soziale Phobie:
lifetime: ca 15 %
aktuell: fast 10%
Essstörung:
lifetime: ca 15 %
aktuell: ca 5%
Panikstörung
lifetime: 10%
aktuell: ca 4% - 6Komorbidität bei Zwangsstörungen- zwanghafte Persönlichkeitsstörung nicht häufiger als bei Angststörungen
- Kein Zusammenhang zu Schizophrenie
- Alkohol häufig als Selbstmedikation - 7Risikofaktoren für Komorbide Störungen- weibliches Geschlecht (außer für Substanzmissbrauch)
- Unverheiratet
- Niedrige soziale Schicht
- Schlechte körperliche Gesundheit - 8Warum ist die Frage nach Komorbidität relevant?- Komorbidität geht mit höherem Schweregrad und multiplen sekundären Beeinträchtigungen einher
- schlechtere Krankheitsverläufe
- hohe Rückfallraten
- Häufige Hospitalisierungen
- Schlechte Behandlungsprognose
- Finanzielle, Berufliche und familiäre Schwierigkeiten
- Niedrige Lebensqualität
- Frühe psychische Störungen könnten Risikofaktoren für spätere psychische Störungen sein
- Komorbidität als Entwicklung von "Komplikationen" zum Beispiel Depression als Demoralisierung und Substanzmissbrauch zur Selbstmedikation
- Verlauf. Früh und Spätstadien, Remission, Chronifizierung, Übergänge
- Unspezifische und störungsdynamische Faktoren - 9Beginn und Verlauf: Komorbidität bei Kindern mit ADHSBei Kindern mit ADHS sind komorbide Störungen die Regel
Hauptsächlich:
- oppositionelle Störungen (nichtbeachten von wichtigen Regeln)
- Störungen des Sozialverhaltens
- affektive und Angststörungen
-Lern- oder Kommunikationsschwierigkeiten - 10Beginn und Verlauf: Was für einen Einfluss haben Panikattaken auf den Verlauf von späteren sekundären depressiven Störungen?Wirkt sich nicht auf den Schweregrad der Depression aus, aber auf die Anzahl von Rezidiven und die Dauer der depressiven Episoden (fast doppelt so lang)
- 11Beginn und Verlauf: Was können Sie schließen wenn ein Patient mit Agoraphobie mit Panikstörung und Depression zu Ihnen kommt- Patient hat wahrscheinlich ausgeprägtere Angstsymptome
- größere psychosoziale Beeinträchtigungen
- schlechtere Behandlungsprognose
- chronischere depressive Symptome
-chronischer verlauf, einschränkungen im Arbeitsbereich - 12Bei welcher primären Angststörung ist die Wahrscheinlichkeit eine sekundäre Depression zu entwickeln am höchsten bzw der Anteil an erkrankten?Bei der generalisierten Angststörung und der Agoraphobie 90,6%
- 13Bei welcher Störung passiert die Entwicklung einer Depression nach der Angststörung im Mittel am am frühsten?bei der generalisierten Angststörung: 1,5 Jahre
am spätesten:
Einfache Phobie: 13,6
soziale Phobie 11,9 Jahre
und PTBS 11,6 Jahre
Agoraphobie 10,6 Jahre - 14Wie viele Störungen werden im Mittel komorbid zu Angststörungen Entwickelt?zwischen 3,6 und 4,8
- 15Nennen Sie 4 Hypothesen für Pathogenetische Mechanismen der Komorbidität1. Depression als Demoralisierung nach primärer Störung
2. Allgemeine Vulnerabilitätsmechanismen (eine unspezifische Anfälligkeit für psychische Störungen.)
3. Spezifische Vulnerabilitätsmechanismen. (zB Angststörungen prädisponieren aufgrund ihrer autonomen Symptomatik zu Medikamenten- oder Alkoholabhängigkeit.)
4. Übergreifende Störungsmechanismen: Komorbidität als Ausdruck derselben Grundstörung (wird je nach Lebensgeschichte zu einer Angststörung mit Komorbider Essstörung, somatoformer Störung oder änlchem.) - 16Modelle der KomorbiditätBivariate Mdelle:
- Associated Liability Models
- Multiformity Models
- Causation Models
- Independence Models
- Spurious Association Models
- Multivariate Modelle - 17M- Liabilities, zB genetische Komponenten, Internalisierung, Externalisierung etc
- Psychopathologie als Anzahl von Kategorien, für die Kriterien erfüllt sind
- Distinkte Kategorien für die die Ausreichende Anzahl und Dauer von Symptomen erfüllt sein muss
Problem für die Forschung: Keine diagnostische Gruppe ist frei von extensiver Komorbidität
- Prospektive Längsschnittstudien oder familiengenetische Studien sind notwendig
- Komorbiditätsmodelle der Depression und Angststörungen basierend auf Zwillings- und Familienstudien: Gemeinsames genetisches Risiko
- Strukturmodelle auf Daten anwenden
- Große Stichprobe, hohe Prävalenzraten und Längsschnittsettings um zwischen den Modellen zu unterscheiden. - 18Implikationen der komorbiditätsforschung für die Psychotherapie- Komorbiditäten sollten immer überprüft werden: Sorgfältige Diagnostik mittels eines umfassenden standardisierten diagnostischen Interviews (zB SKID)
- Erfassung von Komorbiditäten auch über die Lebensspanne, um primäre und sekundäre Störungsmechanismen zu erkennen
- Komorbiditäts-therapieforschung steht noch am Anfang
- Vergleichende Therapiestudien fehlen, aus denen sich gesicherte Behandlungsempfehlungen ableiten lassen
- Störungsspezifische Therapieempfehlungen und evaluierte Therapiemanuale (sollten angepasst und überprüft werden?)
- Zusammen mit dem Patienten funktionale Zusammenhänge zwischen den Störungskomplexen abklären
- Strategische Entscheidung mit welcher Störung in der Therapie begonnen wird
- Individuelle verhaltensanalytische Bedingungsanalysen zur Identifikation v funktionalen Verschränkungen mehrerer Diagnosen
- Therapieplan sollte umfassend und differenziert auf die verschiedenen Facettem der Störung eingehen.
- individuell abgestimmte Kombination verschiedener Therapiemodule
Informationen
- Beschreibung
- Psychologie Karteikarten am Komorbidität, erstellt von Lara Manoloudakis am 29/12/2016.
- Erstellt von
- Lara Manoloudakis
- Aufrufe
- 3
- Bewertung