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Karteikarten

Sitzung 9 Modelle des Lehrens II

Milena Luca Päda II SS17 Deutsch 40 Karten

Karten in diesem Stapel (40)

  1. 1Direkte InstruktionZusammenfassende Bezeichnung von bestimmten lehrerinitiierten und lehrerabhängigen Maßnahmen...
  2. 2Direkte Instruktion -> Maßnahmen- täglicher Rückblick auf vorangegangene Stunde und Prüfung der Lernvoraussetzungen
    - darstellende Stoffvermittlung
    - genügend Zeit für angeleitetes Üben mit Verstehensprüfungen
    - Lernüberwachung mit korrigierenden Rückmeldungen
    - genügend Zeit für selbstständiges Üben
    - wöchentlicher bzw. monatlicher Rückblick/Kontrolle des Lernfortschritts
  3. 3Direkte Instruktion - Unterricht- Der Unterricht sucht den unmittelbaren Zugang vom Lernstoff
    zum Lernenden und ist daher „direkt“
    -„ Leitbild: die Übermittlung von Kenntnissen und Fertigkeiten im
    Sinne eines Wissenstransports
    -„ Direkte Instruktion ist weniger eine kohärente Theorie als vielmehr
    ein empirisch gewonnenes additives Muster effektiven Handelns
    (als Ergebnis der Prozess-Produkt-Forschung)
    „ - Wesentlich dabei sind Lehreraktivität und Außensteuerung
    „ - Die Lehrenden sind verantwortlich und planen bzw. steuern die
    Lerntätigkeit der Lernenden
  4. 4Die Systematik des unterrichtlichen Vorgehens ergibt sich aus:- der Sachstruktur des Lerngegenstandes
    - der angemessenen Berücksichtigung der Lernervoraussetzungen
    -„ Obwohl ursprünglich verhaltenstheoretisch begründet, kam
    später eine kognitionspsychologische Fundierung hinzu.
    -„ Entscheidend ist jedoch die postulierte Notwendigkeit externaler Steuerung des Lerngeschehens durch den Lehrer
  5. 5Die instruktionale Steuerung beruht auf...- Prinzipien des operanten Konditionierens
    - Modell des kumulativen Lernens (Gagné)
    - Vorstellungen zum sinnvollen rezeptiven Lernen (Ausubel)
  6. 6Komponenten der direkten Instruktion: Grundlegende Lehrfunktionen - bzw Komponenten- Rückblick und Prüfung der Lernvoraussetzungen
    - Darstellende Stoffvermittlung
    - Angeleitetes Üben
    - Lernüberwachung und Rückmeldung
    - Selbstständiges Üben
    - Rückblick und Lernerfolgskontrolle
  7. 7Rückblick und Prüfung der Lehrvoraussetzungen- Fragen zum bisherigen Stoff (z.B. der letzten Stunde), Besprechung
    der Hausaufgaben, evtl. Stoffwiederholung (falls Wissenslücken)
    - dient einerseits der Feststellung des Wissensstands (Eingangsdiagnostik)
    - andererseits der Festigung des bereits Gelernten
    - dies wiederum erleichtert die Aufnahme neuer Information zu
    (Aktivierung des Vorwissens)
  8. 8Darstellende Stoffvermittlung- explizite Präsentation des Lernstoffs = inhaltliche Kern der direkten Instruktion
    - Thema und Ziel der Unterrichtsstunde benennen und Vorausschau auf nachfolgende Stoffinhalte geben
    - dadurch idealerweise auch Motivation zum Lernen anregen
    - Stoffinhalt sollte kleinschrittig, klar, emphatisch und enthusiastisch
    präsentiert werden.
    - Erläutern abstrakter Prinzipien und Begriffe an Beispielen
    - Eingeschobene Fragen überprüfen das Verstehen während der Präsentation.
    - Evtl. müssen Erklärungen wiederholt und zusätzliche Beispiele und Illustrationen gegeben werden.
  9. 9Angeleitetes Üben- Angeleitetes und gelenktes Üben als Vorbereitung für selbstständiges Üben
    - Dient dem Lehrenden als Informationsquelle zur Effektivität der
    vorangegangenen Präsentationsphase
    - Gezielte Fragen führen den Lernenden erneut durch den Lernstoff.
    - Gute Lehrer wenden für diese Behaltensprüfung viel Zeit auf.
    -™ Hier werden mögliche Fehlkonzepte der Lernenden aufgedeckt
    -™ Hilfen (auch zusätzliche Erklärungen) zur Fragenbeantwortung werden gegeben
    - Lernende sollen erworbene Kenntnisse bzw. Fertigkeiten in dieser Unterrichtsphase sichtbar zeigen bzw. ausführen
    - Alle Lernenden sollten die Fragen beantworten (z.B. schriftlicher
    Test) und stets eine Rückmeldung auf ihre Antworten erhalten.
  10. 10Lernüberwachung und Rückmeldung- Gegebene Antworten auf Fragen müssen in geeigneter Weise kommentiert werden (Feedback).
    - Schnell, sicher und richtig gegebene Antworten sollten als solche
    anerkannt werden und evtl. durch eine zweite direkt anschließende
    Frage belohnt werden.
    - Zögerliche, aber richtige Antworten sollten etwas ausführlicher kommentiert
    werden, um noch nicht konsolidiertes Wissen zu festigen
    - Falsche Antworten (s.u.)
    - Keine Frage darf unbeantwortet bleiben
  11. 11Lernüberwachung und Rückmeldung: Falsche AntwortenFalsche Antworten müssen korrigiert werden:
    -™ Hilfestellung zu richtiger Antwort geben
    -™ Gestellte Frage vereinfachen
    -™ Notwendige Vorkenntnisse in Erinnerung rufen
    ™ - Zusätzliche Erklärungen anbieten
  12. 12Lernüberwachung und Rückmeldung... Fortsetzung- Eigene Forschungstradition zur Technik der Lehrerfrage und zum Umgang mit Schülerantworten
    - Bei Direkter Instruktion machen vor allem Lehrerfragen die Lernaktivitäten
    und -resultate sichtbar; Lerner wenden das Gelernte an, um Fragen zu beantworten
  13. 13Lernüberwachung und Rückmeldung - Fragen sollten...- Fragen sollten™ klar, kurz und verständlich formuliert werden
    -™ durch Nachdenken zu beantworten sein
    -™ unterschiedlichen Niveaus entsprechen
    -™ bedeutsame Unterrichtsziele betreffen
    -™ in vernünftiger Abfolge präsentiert werden
    -™ an die gesamte Klasse gerichtet sein
    -™ genügend Wartezeit zulassen (gute Lehrer können es länger ertragen, wenn Fragen nicht schnell beantwortet werden)
  14. 14Selbstständiges Üben- erst wenn Lerninhalte sicher verstanden und gefestigt sind
    - z.B. in Form von Hausaufgaben oder Stillarbeit
    - Passender Beginn des selbstständigen Übens (SÜ) wird in den Phasen angeleiteten Übens deutlich, wenn mind. 80% der Lehrerfragen korrekt beantwortet werden.
    - Stillarbeit in der Klasse muss aktiv überwacht werden und die Ergebnisse sollten kontrolliert werden.
  15. 15Selbstständiges Üben Fortsetzung- SÜ besonders wichtig beim Erwerb grundlegender Kenntnisse bzw. Fertigkeiten (z.B. Mathematik, Lesen, Schreiben, Fremdsprachen).
    - Durch SÜ wird Gelerntes verfestigt und automatisiert.
    - Bei Vermittlung komplexer bzw. mehrschichtiger Lerninhalte ist
    SÜ weniger bedeutsam.
  16. 16Rückblick und Lernerfolgskontrolle- In regelmäßigen Abständen (ideal: 1 x Woche), soll ein zusammenfassender
    Rückblick auf die unterrichteten Inhalte stattfinden (z.B. in Form von Hausaufgaben)
    - Auch wöchentliche oder monatliche Leistungstests liefern den Lehrenden
    wichtige Informationen und können auf die Notwendigkeit weiterer Erklärungen verweisen
  17. 17Direkte Instruktion ist nicht mit Frontalunterricht zu verwechseln...- Aber: Im Frontalunterricht kommen die wesentlichen Prinzipien der Direkten Instruktion zum Einsatz.
    - Zudem wird es keine praktizierte Unterrichtsmethode geben, in
    der sich nicht wichtige Prinzipien der Direkten Instruktion wiederfinden
    -„ Formen direkter Wissensvermittlung unterscheiden sich von
    anderen Methoden durch ein hohes Ausmaß an Lehrersteuerung
    und Lernüberwachung.
    „ In Deutschland ist der Unterricht in hohem Maße durch einen
    direkten, fragend-entwickelnden Unterrichtsstil geprägt, mit
    den Elementen Lehrervortrag, Stillarbeit und angeleitetes Üben.
  18. 18Wirksamkeit direkter Instruktion -> Korrelative Studien- Identifikation mehr oder weniger erfolgreicher Schulklassen über
    Leistungstests
    - Erfassung von Merkmalen des Lehrerhandelns in diesen Klassen durch systematische Unterrichtsbeobachtungen
    - Suchen von Zusammenhängen zwischen Lehrerhandeln und Lernerfolg durch statistische Analysen
    - Typisches Beispiel für Prozess-Produkt-Forschung!
  19. 19Eine günstige Leistungsentwicklung ergibt sich demnach bei...- hoher Aufgabenorientierung
    - großer Menge an behandeltem Unterrichtsstoff
    - guter Struktur des Unterrichtsstoffs
    viel Zeit für klare und sequenzierte Präsentation
    - wenig Zeit für Maßnahmen der Klassenführung (Disziplin/ Organisation)
  20. 20... Kritik dieser Befunde- Beschränkung auf Quantitäten des Lehrerhandelns
    - Vernachlässigung der adaptiven Angemessenheit
  21. 21Bestätigung auch durch zwei experimentelle Studien, die zeigen, dass "gute Lehrer" ...... eine besonders effiziente Form der Klassenführung betreiben
    ... die Unterrichtszeit intensiv für die Präsentation des Unterrichtsstoffs nutzen
    ... in ihren Darstellungen klar, verständlich und strukturiert erscheinen
    ... aufgabenbezogene Schüleraktivitäten fördern
    ... das Anforderungsniveau an unterschiedliche Fähigkeiten der Schüler anpassen
    ... in zweckmäßiger Weise Klassen-, Gruppen- und Einzelarbeit kombinieren
    UND: Erfolgreicher Unterricht kann auf verschiedene Weise realisiert werden!
  22. 22Experimentelle Studien Vorgehen-™ Definieren vergleichbarer Lerner-Gruppen über Eingangstests
    -™ Lehrende wenden für Vermittlung des gleichen Lerninhalts in diesen Gruppen unterschiedliche Lehrmethoden an.
    -™ Wirksamkeitsprüfung beider Methoden über Leistungstests am Ende des Unterrichts
  23. 23Experimenetelle Studien bestätigen die korrelativen Befunde...™ Sie belegen zudem die prinzipielle Modifizierbarkeit des Instruktionsverhaltens.
    ™ Aber: Experimente können nicht genügend berücksichtigen, dass verschiedene Lehrmethoden nur in Bezug auf konkrete
    Lernziele, Lernvoraussetzungen und Lerninhalte mehr oder
    weniger gut geeignet sind.
  24. 24Direkte Instruktion ist besser geeignet für...1. für sequenziell gut strukturierbare Inhalte
    2. für den Aufbau von Wissen
    3. für das Verstehen neuer Inhalte
  25. 25Direkte Instruktion ist schlechter geeignet für...1. für die Anwendung von erworbenem Wissen
    2. für das Erreichen sozialer und affektiv-motivationaler Lernziele
  26. 26Untersuchungsbeispiel zur Klarheit der Instruktion™ Verwendung vager Begriffe reduziert die Aufmerksamkeit!
    - Ungenaue Ausdrücke: manchmal, oft, einige, irgendwie, …
    - Möglichkeiten statt Fakten: Es könnte sein, …
    - Andeutungen: vermutlich, vielleicht, …
    - Verbales “Bluffen”: offensichtlich, wie Sie bereits wissen, wie Sie
    sehen, …
  27. 27Empirische Prüfung: 15 min Geometrieunterricht- Bedingung 1: keine vagen Begriffe
    - Bedingung 2: 120 vage Begriffe
    - Ergebnis: In Bedingung 2 größere Unzufriedenheit und geringere
    Lernleistung als in Bedingung 1
  28. 28Ausubel (1968): „Educational psychology: A cognitive view“ Abkehr von der verhaltensorientierten Unterrichtsforschung-„ Schulisches Lernen geschieht im Wesentlichen durch das sinnvoll-rezeptive
    Nachvollziehen von Zusammenhängen.
    -„ Sinnvolles Lernen findet statt, wenn eine Verknüpfung des neuen Lernstoffs mit dem Vorwissen des Lernenden erfolgt.
    -„ Daher ist die Herstellung dieser Verknüpfung die wichtigste Aufgabe
    des Unterrichts.
    -„ Neben dem sinnvollen Lernen gibt es auch ein mechanisches
    Lernen (z.B. Telefonnummern merken).
    -„ Sinnvolles Lernen kann rezeptiv oder entdeckend erfolgen.
  29. 29Rezeptives Lernen- ™Der Lehrende präsentiert den Lehrinhalt in seiner endgültigen Form (z.B. Lehrbuchtext, Unterrichtsvortrag).
    -™ Die Informationsaufnahme durch den Lernenden erfolgt
    mechanisch oder sinnvoll (elaborativ).
  30. 30Entdeckendes Lernen-™ Lerninhalt ist nicht in endgültiger Form gegeben.
    -™ Zu lernendes Material muss entdeckt werden.
    -™ Nach der Entdeckung erfolgt meist eine rezeptive Lernphase.
  31. 31Mechanisches Lernen-™ Es wird nicht inhaltlich (bedeutungsbezogen), sondern wortwörtlich gelernt.
    -™ Lerninhalte werden nicht auf Vorwissen bezogen.
  32. 32Sinnvolles LernenSetzt voraus, dass relevante Vorkenntnisse aktiviert werden (können), die eine Verknüpfung des neuen mit dem bereits vorhandenen Wissen zulassen;
    ™ so dass das neue Wissen in die vorhandene Struktur integriert
    werden kann (assimilierendes Lernen).
  33. 33Prinzipien des darstellenden Unterrichts- Ziel: Förderung des sinnvoll-rezeptiven Lernens durch den Aufbau
    einer gegliederten und hierarchischen Wissensstruktur
    - Konkrete Einzelerfahrungen sind auf den niederen Hierarchieebenen repräsentiert,
    ™ - allgemeine Konzepte/Begriffe auf den höheren Hierarchieebenen.
    -™ Deduktives Vorgehen: Von allgemeinen Begriffen und Prinzipien zu speziellen Begriffen und Prinzipien und weiter zu
    Fakten, Ereignissen, Erfahrungen und zu empirischen Daten
  34. 34Prinzipien- Prinzip der Organisationshilfe (Advance Organizer) (Ausubel)
    - Prinzip der progressiven Differenzierung (Ausubel)
    - Prinzip des integrierenden Verbindens
    - Prinzip der sequenziellen Hierarchisierung
    - Prinzip der Konsolidierung
  35. 35Prinzip der progressiven Differenzierung vom Allgemeinen zum Besonderen- Geeignete Technik: z.B. das Regel-Beispiel-Regel-Konzept
    - Grundlegende Erklärung (Regel) wird anhand von Beispielen erläutert (deduktiv).
    - Der Informationsüberschuss aus den Beispielen kann zu einer
    weiteren Regel führen (induktiv).
  36. 36Advanced Organiser (AO) DefinitionEin AO beinhaltet, dass zu Beginn eines Vortrags (bzw. einer Unterrichtsstunde) ein Grundgerüst der zentralen Begriffe und
    Regeln erstellt wird, denen sich später spezifischere Lerninhalte
    zuordnen lassen.
    - Ein AO bietet mehr als eine Themenübersicht!
  37. 37Adavanced Organiser (AO) Operationalisierung™ Die zentralen Begriffe werden definiert.
    ™ Die Beziehungen zwischen den Begriffen werden geklärt.
    ™ unter Verwendung bereits bekannter Begrifflichkeiten
  38. 38Advanced Organiser (AO) Darbietungsform-™ mündlicher Kurzvortrag
    -™ abstractartige Texte
    -™ Abbildungen und Flussdiagramme
  39. 39Advanced Organiser Funktion„Die Hauptfunktion des AO ist, die Kluft zwischen dem zu
    überbrücken, was der Lernende bereits weiß, und dem, was er
    wissen muss, bevor er die anstehende Aufgabe erfolgreich lernen
    kann”
    - Aktivierung des relevanten Vorwissens
    - Erleichterung der Assimilationsvorgänge und der Verankerung neuer
    Lerninhalte (Verknüpfung neuer Inhalte mit dem Vorwissen)
  40. 40Metaanalyse zur Wirksamkeit des AO1. Generell positive Effekte auf Lernen und Behalten
    2. Wachsender Effekt mit wachsendem zeitlichem Abstand
    3. Gleicher Tag: d = .21; > 3 Wochen: d = .38
    4. Mündliche AO effektiver als schriftliche AO
    5. AO in sozialwissenschaftlichen Fächern effektiver als in naturwissenschaftlichen (Vorlesungen an Colleges in sozialwissenschaftlichen Fächern: d = .68)

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Beschreibung
Päda II SS17 Karteikarten am Sitzung 9 Modelle des Lehrens II, erstellt von Milena Luca am 10/07/2017.
Erstellt von
Milena Luca
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