Karteikarten
11. Hormone und Sozialverhalten

Karten in diesem Stapel (46)
- 1Was sind Hormone?Hormone beschreiben körpereigene Stoffe, die aus einerDrüse(glandulär) in denBlutkreislauf(endokrin) abgegeben werden, um als „chemischer Bote“ in anderen Organen eine spezifische Wirkung zu erzielen (Beispiele: Schilddrüse, Nebennieren, Bauchspeicheldrüse).
- 2Wie wirken Hormone?Hormone wirken nur auf bestimmte Zielorgane. Nur dort finden sich spezielle Hormonrezeptoren, an welche die Hormonmoleküle binden und in der Folge Signale ausgelöst werden.
- 3Cortisol- Cortisol gehört zur Gruppe der Glucocorticoide
- Stresshormon: aktiviert Stoffwechselvorgänge und stellt so dem Körper Energie zur Verfügung.
- Dämpfende Wirkung auf das Immunsystem: in der Medizin häufig genutzt, um überschiessende Reaktionen zu unterdrücken und Entzündungen zu hemmen. - 4Was ist Stress?Psychische und physische Reaktionen des Körpers die zur Bewältigung besonderer Anforderungen befähigen, und die dadurch entstehende körperliche und geistige Belastung.
- 5Was ist ein Stressor?Reiz der eine solche Reaktion auslöst
- 6Stressreaktionen- Stressantwort beim Menschen manifestiert sich in ganz verschiedenen Wahrnehmungen (Angst, Gereiztheit, Unkonzentriertheit)
- Alle Organismen zeigen Stressantworten (von Einzellern über vielzellige Tiere, bis zu uns Menschen)
- Je komplexer der Organismus (insbesondere je komplexer sein zentrales Nervensystem), desto komplexer die Stressreaktionen
- Stress als etwas Negatives?
- Ziel der Stressreaktion ist es, den Organismus vor Gefahren zu schützen und die Energiereserven dorthin zu befördern, wo sie am meisten gebrauchtwird adaptiver Nutzen
- Erregung und Motivation sind auch Elemente der Stressreaktion
- Unsere Stressreaktionen unterstützen die Anpassung an neue Situationen und dadurch die Evolution einer Spezies - 7Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse- Nebennieren schütten Cortisol aus
- Cortisol im Blutkreislauf, negatives Feedback an Hypothalamus und Hypophyse (Hemmung), damit die ganze Kaskade nicht aus dem Ruder läuft
- 8HPA-Achse (Hypothalamic-pituitary-adrenal axis)

- 9Neuronale und endokrine Stressreaktion

- 10Neuronale und endokrine Stressreaktion- Neuronale und Endokrine Stressreaktionen können faktisch jedes Übertragungssystem eines Organismus direkt oder indirekt beeinflussen
- Eine Stressreaktion in einem Organismus kann definiert werden als die Reaktion auf ein Ereignis (echt oder wahrgenommen), welches das homöostatische Gleichgewicht stört. - 11Stress-Studien: Methodisches Vorgehen- Stress-Manipulation durch Stress-Reaktivitätstest (experimentell den Cortisolspiegel manipulieren)
- Korrelative Studien (Cortisol/Stress Messen und korrelieren mit Verhalten), anhand von Speichel Cortisol messen - 12Stress-Reaktivitätstests in der Humanforschung- Psychosozialer Stress (TSST, MIST)
- Physiologischer Stress (CPT), Cold Pressure Test
- Outcome-Masse (physiologisch objektiv vs. self-report subjetkiv) - 13TSST - zwei simple Aufgaben können sehr stressig sein Trier Social Stress Test- ... Sie als Testperson führen ein simuliertes Vorstellungsgespräch für eine Stelle vor einem Expertengremium für Verhaltensforschung durch, anschließend bearbeiten Sie eine zweite Aufgabe, die wir später erläutern werden (10min Vorbereitungsphase)
- ... ein Vorstellungsgespräch für eine Stelle (5 Minuten)
- ... Rückwärtszählen von 1022 in 13er-Schritten (5min) - 14TSST - Cortisolantwort

- 15MIST - The Montreal Imaging Stress TaskMathaufgabe unter ständigem negativen Feedback der Testleiterin
- 16MIST - The Montreal Imaging Stress Task CortisollevelAuch hier steigt Cortisollevel, aber nicht so hoch wie bei TSST

- 17MIST - The Montreal Imaging Stress Task ScannerDer MIST kann im Gegensatz von TSST im liegen mit einem Scanner durchgeführt werden
- 18Cold Pressure Test- Einfaches Prozedere
- Baseline Messung vor Testbeginn
- Eintauchen der Hand in Eiswasser für bestimmte Zeit (variiert zwische 1-3 Minuten)
- Messung während und nach dem Test möglich - 19Cold Pressure Test Resultate- Unterschied nicht so gross
- Es gibt auch Non-Responder
- 20Socially Evaluated Cold Pressure Test (SECPT)- Beim 'SociallyEvaluatedCold PressorTest' (SECPT), werden ein physiologischer Stressor (Eintauchen der Hand in kaltes Wasser) und ein psychologischer Stressor (sozial-abwertende Bedrohung) kombiniert.
- 21Hypothalamus-Hypophysen-Gonnaden-Achse (HHGA)

- 22Testosteron- Sexualhormon (Androgen)
- Abgeleitet von Testis und Steroid
- Kommt bei beiden Geschlechtern vor, unterscheidet sich aber in Konzentration und Wirkungsweise
- Bei Männern wird Testosteron zum grösstenTeil unter dem Einfluss des Luteinisierendem Hormons (LH) in den LeydigschenZwischenzellen im Hoden produziert. Die Nebennierenrinde bildet zwar kleine Mengen anderer Androgene, jedoch nur in sehr geringem Masse Testosteron.
- Bei Frauen produzieren die Eierstöcke und die Nebennierenrinde geringe Mengen an Testosteron. - 23Testosteron Funktion Physische Wirkungen- Testosteron bedingt die Entwicklung der männlichen Geschlechtsmerkmale
- Spermienproduktion
- Knochen- und Muskelaufbau
- Körperbehaarung und Bartwuchs - 24Testosteron Funktion Verhaltensbiologische Wirkungen Bei Tieren- Imponierverhalten
- Kampfverhalten
- Balz sowie Begattungsdrang - 25Testosteron Funktion beim Menschen- Fördert das Entstehen bzw. die Steigerung sexuellen Verlangens (Libido) und Antrieb, Ausdauer und "Lebenslust" sowie dominante und aggressive Verhaltensweisen
- Förderung von dissoziales Verhalten wie egozentrisch Entscheidungen
- Verringerung kognitiver Empathie
- Verringerung von Lügeverhalten
- Bei Frauen führte Testosteronabgabe zu faireren Angeboten im Ultimatum Game - 26Testosteron: Organisierende und aktivierende Effekte- Weiblichen Meerschweinchen Föten wurden, in utero hohe T-Dosen verabreicht.
- Diese Meerschweinchen zeigten bei der Geburt maskulisierte Genitalien (wie schnäbi)
- Wenn diesen Meerschweinchen im Erwachsenenalter T verabreicht wurde, verhielten sie sich wie Männchen
- Wenn diesen Meerschweinchen im Erwachsenenalter Östradiol und Progesteron verabreicht wurden, zeigten sie keinerlei Interesse an Männchen (z.B. keine Lordosis, Signalisierung der Begattung)
=> Das wärend der fetalen Entwicklung maskilunisierte Gehirn konnte nicht auf Brunstauslösende Hormone reagieren.
=> Die Exposition des Fötus gegenüber hohem Testosteron hat die Fähigkeit zu normalem weiblichem Seualverhalten unterdrückt. - 27Testosteron, Aggression und Dominanz- Zusammenhang zwischen dominantem/aggressivem Verhalten und Testosteronspiegel
- Aggression: Verhalten mit der Absicht, einer anderen Person körperlichen oder psychischen Schaden zuzufügen
- Dominanz: Motivation, einen hohen sozialen Status zu erreichen oder zu erhalten, d.h. Macht, Einfluss oder Vorrechte gegenüber einer anderen Person zu erlangen - 28Testosteron, Aggression und Dominanz Ergebnis- Zusammenhang zwischen dominantem/aggressivem Verhalten und Testosteronspiegel
- ABER: Individuelle Unterschiede im aggressiven Verhalten stehen nur in geringem Zusammenhang mit Baseline T
- Individuelle Unterschiede im aggressiven Verhalten können durch unterschiedliche Schankungen von T (reaktives T) erklärt werden - 29Challenge Hypothesis Dreistufiges Modell:Stufe A: Grundniveau des Testosterons während der Nichtbrutsaison. Stufe A hält die Rückkopplungsregulierung von GnRH und Gonadotropinfreisetzung aufrecht => Schlüsselfaktoren für die Testosteronproduktion
Stufe B: reguliertes, saisonales T-Niveau für die Fortpflanzung. Diese Stufe ist ausreichend für die Fortpflanzungsverhalten bei saisonalen Brütern und die Entwicklung einiger sekundärer Geschlechtsmerkmale. Stufe B wird durch Umwelteinflüsse, wie z.B. die Tageslänge, ausgelöst.
Stufe C: physiologisches Testosteron-Maximum. Wird durch soziale Reize wie Aggressionen zwischen Männchen und Weibchen erreicht. - 30Challenge Hypothesis Tiermodell, lässt sich aber auf Mensch übertragen- Dynamische Beziehung zwischen Testosteron und Aggression
- Testosteron fördert Aggression, wenn es vorteilhaft ist
- Flexibles endokrines System, das auf Veränderungen im sozialen Umfeld reagiert. - 31Biosocial Hypothesis- Individuen, die dominantes Verhalten zeigen, weisen hoh oder steigende T-Werte auf
- Unterwürfige Individuen zeigen verminderte T-Werte
- Erhöhte T-Werte nach einem Sieg dienen dazu, den sozialen Status zu erhalten
- Verringertes T nach dem Verlieren fördert untergeordnetes Verhalten
- Ein flexibles endokrines System führt zu angemessenem Sozialverhalten - 32Östrogen- Östrogene (als „oestrus“-erzeugende Substanzen von altgriechisch οἶστρος, latinisiert oestrus„Stachel“, „Leidenschaft“ und lateinisch gignere„erzeugen“), auch Follikelhormone genannt, sind die wichtigsten weiblichen Sexualhormone aus der Klasse der Steroidhormone.
- Estrogene fördern die Reifung einer befruchtungsfähigen Eizelle.
- Durch Estrogene wird die Gebärmutterschleimhaut gut durchblutet, der Muttermund öffnet sich, und das Gebärmutterhalssekret wird durchlässig für Spermien.
- Estrogene signalisieren der Hypophyse die Eizellreife und lösen damit indirekt den Eisprung aus.
- Die Konzentration der Estrogene ändert sich erheblich im Verlauf des weiblichen Zyklus.
- Gesteuert wird die Produktion von der Hypophyse über die Gonadotropine(FSH und LH).
- Nach der Menopause fällt die Estrogensyntheseim weiblichen Körper stark ab. - 33Estradiol Funktion Physische Wirkungen- Estrogene fördern das Wachstum von Vagina, Gebärmutter, Eierstock und Eileiter sowie die Ausbildung sekundärer weiblicher Geschlechtsmerkmale
- nachteiligen Effekt auf die Knorpelbildung
- Erhöht Knochendichte - 34Estradiol Funktion Verhaltensbiologische Funktion bei Tieren- libidosteigernde Wirkung
- 35Estradiol Funktion beim Menschen- Fördert kognitive Funktionen
- Wirkt sich positiv auf die Stimmungslage aus - 36MenstrualzyklusÖstrogen = blaue Linie
Peak kurz vor dem Eisprung
- 37Progesteron- Weibliches Sexualhormon
- Steroidhormon
- Wichtigster Vertreter der Gestagene (Gelbkörperhormone)
- Bei Frauen wird Progesteron hauptsächlich vom Corpus luteum (Gelbkörper) in der zweiten Phase des Menstruationszyklus und in wesentlich höheren Mengen während der Schwangerschaft von der Plazenta gebildet.
- Bei Männern bilden die Leydig-Zwischenzellen in den Hoden den Hauptanteil.
- Geringe Progesteronmengenwerden bei Frauen und Männern auch von der Nebennierenrinde synthetisiert.
- Im menschlichen Organismus wird Progesteron aus Cholesterin synthetisiert.
- Progesteron regt das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut an und bereitet diese auf die Einbettung einer befruchteten Eizelle vor. Kommt es zu einer Befruchtung der Eizelle, verhindert Progesteron eine weitere Follikelreifung; kommt es hingegen zu keiner Empfängnis, vermindert sich die Progesteronproduktionwieder und die Gebärmutterschleimhaut wird abgestossenund ausgeschieden. - 38Spiel von jungen SäugetierenWieso spielen Jungtiere
=> Weil es spass macht (proximate Erklärung)
=> Weil Jungtiere so erwachsene Verhaltensweisen lernen (ultimate Erklärung)
=> Geschlechtsspezifische Unterschiede im Spielverhalten sind bei jeder Spezies zu erwarten, bei der Männchen und Weibchen von der Einübung unterschiedlicher Fähigkeiten profitieren, um den Fortpflanzungserfolg zu maximieren. - 39Testosteron und reaktive Aggression Ultimatium Game mit Frauen in späte Follikelphase (Eisprung) und LutealphaseBei hohem T Wer wahrscheinlicher bei unfairen Angeboten abzulehnen
=> Frauen reagieren auf Provokationen aggressiver, wenn ihr Testosteronspiegel hoch ist
- Testosteron scheint eine wichtige Rolle bei der Regulierung des aggressiven Verhaltens von Frauen nach sozialer Provokation zu spielen - 40Progesteron und sozialer Ausschluss- Sozialer Ein-/Ausschluss manipuliert mit dem Cyber Ball Game
Wohlbefinden gemessen
- Bei lutealphase besonders schlechte Stimmung bei exklusion
- 41Progesteron und sozialer Ausschluss Schlussfolgerung- Höhere Empfindlichkeit gegenüber sozialen Ausschluss in der Lutealphase bei Frauen mit einem natürlichen Menstrualzyklus.
- Frauen, die sich in der Lutealphasebefinden, sind potenziell schwanger. Da eine Schwangerschaft einen erhöhten Bedarf an sozialer Unterstützung mit sich bringt, kann soziale Ausgrenzung in der Lutealphase eine größere Bedrohung darstellen und daher zu einer negativeren Stimmung führen als in der Follikelphase
- Höhere Progesteronkonzentrationen, wie sie in der Lutealphasevorkommen, scheinen die Empfindlichkeit gegenüber sozialen Ausschluss abzupuffern. - 42Oestradiolund Progesteron: Einfluss auf die Attraktivität des Körpergeruchs- Körperdüfte während Follikelphase (höchste Fruchtbarkeit) gesammelt
- 43Geruchsinn Mensch- Kann 1 Billion Geruchsreize unterscheiden
- 44Körperduft wichtig bei- Partnerschaftspräferenz
- wird mit körperlicher Attraktivität in Verbindung gebracht
- wird von Ernährung beeinflusst
- Verändert während Zyklus - 45Oestradiol und Progesteron: Einfluss auf die Attraktivität des Körpergeruchs- Attraktivität der Körpergerüche von Frauen variiert stark
- Die Beurteiler stimmten in hohem Masse darin überein, wie attraktiv sie die Körpergerüche fanden
- Zusammenhang zwischen Fortpflanzungshormonen und Attraktivität des Körpergeruchs:
Östrogen und Progesteron hoch, bei Testosteron und Cortisol kein Effekt - 46Oestradiol und Progesteron: Einfluss auf die Attraktivität des Körpergeruchs Schlussfolgerung- Die chemische Kommunikation des Reproduktionsstatus ist im Tierreich allgegenwärtig und erleichtert die sexuelle Selektion, die durch den Wettbewerb um Partner entsteht.
- Der Mensch scheint chemische Signale zu nutzen, um sein Fortpflanzungspotenzial zu kommunizieren.
- Da der Östradiol-und Progesteronspiegel als Indikator für die reproduktive Gesundheit und Fruchtbarkeit angesehen werden kann und der Körpergeruch von Frauen mit hohem E-und niedrigem P-Wert als besonders attraktiv eingestuft wurde, legen unsere Ergebnisse nahe, dass der Körpergeruch als zuverlässiger Hinweis auf die reproduktive Fitness von Frauen dienen kann.
Informationen
- Beschreibung
- Der Nutzer hat seine Fachbereichs-Information gelöscht. Karteikarten am 11. Hormone und Sozialverhalten, erstellt von Gelöschter Nutzer am 20/01/2024.
- Erstellt von
- Gelöschter Nutzer · Jan 2024
- Aktualisiert
- 20 Jan 2024
- Aufrufe
- 8
- Verlauf
-
- Erstellt von Alper Aticioglu · 20 Jan 2024
- Kopiert von Alper Aticioglu · 20 Jan 2024
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