Was sind Limitationen der klassischen Methoden?
Prozesse, die eine Rolle spielen in der Werbewirkung, uns oft gar nicht bewusst sind (introspektiv)
wollen bestimmte Experimente nicht durchführen, da es gegen den ethischen Kodex verstößt
Nicht-reale Rezeptionsbedingungen (in Copy-Tests betrachten Leute z.B. länger als 1 min Werbeanzeigen, was in der Realität nicht der Fall wäre)
Schwierigkeit der Visualisierung auf der Ebene von Dingen
Was sind alternative Verfahren der Werbewirkungsmessung?
Alternative Verfahren als Ersetzung herkömmlicher Verfahren, z..B. Befragung, um Ergebnisse dieser Messungen zu validieren
Insbesondere apparative Verfahren als Ergänzung zu Selbstberichtabfragen geeignet, um bewusst gesteuertes Antwortverhalten (z.B. Zustimmungstendenz, soziale Erwünschtheit) zu vermeiden
Vielzahl an unterschiedlichen Verfahren, die mehr Vorteile mit sich bringen
Welche Verfahren zählen zu den alternativen Verfahren der Werbewirkungsforschung?
Wahrnehmung/Aufmerksamkeit: Eye-Scanner
Psychologische Verfahren - Aktivierung: Aktivierung: Elektrodermale Reaktion (EDA)
Physiologische Verfahren – Aktivierung: Elektroenzephalographie (EEG)
Physiologische Verfahren – Aufmerksamkeit, Verarbeitung, Emotionen, Präferenzen: Funktionale Magnetresonanztomographie (fMRT)
Reaktionszeitbasierte Verfahren - Einstellungen: Kategorien - Marken Verknüpfung
Reaktionsbasierte Verfahren – Einstellungen: Impliziter Assoziationstest (IAT)
Einstellungsmessung – Continuous Response Measurement (CRM)
Welche Aussagen treffen auf die Methode der Blickregistrierung zu?
Wahrnehmung und Aufmerksamkeit einfach retrospektiv abzufragen
Eye Tracking erfasst Augenbewegungen und misst Wahrnehmung und Aufmerksamkeit, ohne dass Menschen das bewusst wahrnehmen oder steuern können
Augenbewegungen erfolgen kontinuierlich
Die Dauer von Fixation und Sakkaden geben Auskunft darüber wie/welche werbliche Reize aufgenommen werden
Kopfgetragenes System (Brille) + stationäres System (am PC befestigt)
Habituierung nach einer gewissen Zeit (man vergisst irgendwann, dass man beobachtet wird)
Welche Verbindungen stimmen?
Fixationen = 200-400ms dauerndes Verharren auf einem Reiz, dort erfolgt die Informationsaufnahme
Sakkaden = 200-400ms dauerndes Verharren auf einem Reiz, dort erfolgt die Informationsaufnahme
Sakkaden = 30-90ms Bewegung zwischen den Fixationen, keine Informationsaufnahme
Fixation = 30-90ms Bewegung zwischen den Fixationen, keine Informationsaufnahme
Beispiel Heineken: Wie schafft es der folgende Spot, Markenaufmerksamkeit zu generieren?
Praktische Relevanz: Viele Daten, interessant für PR-PraktikantInnen
Punkteschwarm, wenn mehrere Personen denselben Punkt fixieren
Video 1: Farbe Grün wegen Logofarbe, Heineken Fass (Sehr lange auf diesem Bild zentriert), Logo, sehr dynamischer Spot, anstrengende Rezeptionssituation
Video 2: Blicke relativ stark auf dem Logo, teilweise ablenkend (Shirt mit Aufschrift), Fixation stark auf die Gesichter (intuitiv) àInsgesamt: Genügen
Beispiel Martini: Wie schafft es der folgende Spot, Markenaufmerksamkeit zu generieren?
Zu viel Ablenkung durch den weiblichen Körper
auf die Marke wird nur am Ende und sehr kurz geschaut
eindeutiges Logo, Fixationa auf den Gläsern
Inhalt des Glases wird erst am Ende bekannt, erzeugt Spannung
Heat-Map = Wenn eine Person einen anschaut, schaut man zurück, wenn eine Person woanders hinschaut, folgt man dem Blick
Welche Verbindungen passen zur Bilckregistierungs-Methode?
Nachteile: verzögerte Erfassung von Wahrnehmungsgefühlen
Vorteil: Aussage über Positivität eines werblichen Reizes
Nachteil: Störfaktoren, z.B. individuelle Sehgewohnheiten, situative Aufmerksamkeit unabhängig vom werblichen Reiz, Messprobleme bei alten Menschen (Tränensäcke), viel Schminke
Vorteil: geringer Aufwand (Kosten, Zeit, etc)
Welche Aussagen treffen auf das physiologische Verfahren - Aktivierung: Elektrodermale Reaktion (EDA) (Psychophysiologisches Verfahren) zu?
Maß der (emotionalen) Aktivierung bzw. Erregung (Audiovisuelle Reize)
Bildgebend = Bei Erregung wird Schweiß abgesondert, der die elektrische Leitfähigkeit der Haut für schwache Ströme erhöht
Vorteile: Entsprechung zwischen physiologischer Reaktion und psychischem Zustand
Vorteile: Messung physiologischer Reaktion nicht bewusst steuerbar und daher auch frei von sozialer Erwünschtheit oder Zustimmungstendenz
Nachteile: verzögerte Messung der Änderung von Aktivität
Nachteil: invasives Erhebungsverfahren
Welche Aussagen treffen auf Physiologische Verfahren – Aktivierung: Elektroenzephalographie (EEG) zu?
Messung von Spannungsschwankungen an der Oberfläche des Gehirns mit Hilfe von Elektroden an der Kopfhaut
Bildgebend = welche Gehirnareale werden aktiviert
Nachteile: relativ schlechte Messung der Hirnströme an oberflächlichenahen Hirnarealen
Vorteile: räumliche Auflösung, Verarbeitung in tiefer liegenden Hirnregionen wird erfasst
Nachteile: Artefaktproblematik (Denken an Sachen, die vllt. Nichts mit Studie zu tun haben, die im Raum passieren)
Welche Aussagen treffen auf Physiologische Verfahren – Aufmerksamkeit, Verarbeitung, Emotionen, Präferenzen: Funktionale Magnetresonanztomographie (fMRT) zu?
nicht bildgebend
Neurophysiologisches Verfahren zur Erfassung der Muster der Hirnaktivität bei Konfrontation mit werblichen Reizen
Rückschluss auf Verarbeitungsprozesse im Gehirn anhand der Schweißbildung an den Händen
Man weiß nicht welche Bereiche für verschiedene psychologischen Aktivierungen stehen, Emotionen, Angst...
Welche Verbindungen passen zu Physiologische Verfahren – Aufmerksamkeit, Verarbeitung, Emotionen, Präferenzen: Funktionale Magnetresonanztomographie (fMRT)?
Vorteile: weniger invasiv als EEG oder EDA, gute räumliche Auflösung
Nachteil: keine Lokalisierung von beteiligten Hirnregion bei der Wahrnehmung von werblichen Stimuli
Nachteil: Mangelnde Grundlagenkenntnis über Informationsverarbeitung im Gehirn erschwert Interpretation
Vorteil: schnelle zeitliche Auflösung und daher z.B. gut für Wirkung von komplexen werblichen Reizen, wie Spots im Werbeblock, verwendbar
Nachteil: muss mit medizinischen Fachpersonal durchgeführt werden
Welche Aussagen treffen auf Reaktionszeitbasierte Verfahren zu?
Problem = Menschen sagen nicht immer die Meinung
Reaktionszeit = Geschwindigkeit, mit der zwei Dinge verknüpft werden, zeigt wie stark die Assoziation ist
Implizite Einstellungen = bewusst verbalisieren
Explizite Einstellungen = Bauchgefühl, Automatisch, wenn man etwas begegnet, oft nicht bewusst
Notwendigkeit ist ein Verständnis für die Grenzen der einzelnen Verfahren zur Messung von Teilwirkungen, um die „richtige“ Kombination von Messverfahren umsetzen zu können.
Welche Aussage treffen auf reaktionsbasierte Verfahren - Einstellungen: Marken-Kategorien-Verknüpfung zu?
Bekannte Marke und Produkte sind im Gedächtnis sehr stark mit anderen Wissensbeständen (z.B. Attributen, (Produkt-) Kategorien) verbunden
Starke Verknüpfungen entstehen durch wieder holte Präsentationen von Produkten/Marken und Kategorien bzw. Attributen
Je schwächer die Assoziation zwischen Konzepten im Gedächtnis, desto schneller können diese wiedergegeben werden
Verknüpfungen vor allem relevant, wenn Produkte/Marken vor Kaufentscheidung gesammelt und evaluiert werden
Dies trifft vor allem bei Spontankäufen zu
Idee: Starke Marken sind besser verknüpft; daher ist die Reaktionsgeschwindigkeit höher (die sehr stark mit freien Assoziationen korreliert)
Welche Aussagen treffen auf Reaktionsbasierte Verfahren – Einstellungen: Impliziter Assoziationstest (IAT) zu?
Hat direkt auf den ersten Blick als Proband etwas mit Einstellungen zu tun
Beispielfrage: Wie sehr ist Mac mit positiven oder negativen Attributen verknüpft?
Erfassung von automatisch abrufbaren Assoziationen aus einem assoziativen Netzwerk, die insbesondere bei spontanem Verhalten relevant sind, z.B. Marken und zugehörige Bewertungen im Sinne von positiv und negativ
besonders bei geplanten Anschaffungen
Wie schaut der typische Ablauf des IAT aus?
computergestützter Test
unterstützer Test, mit Hilfe der TesterInnen
Reaktionszeiten auf bestimmte Stimuli gemessen
Beeinflussung von bestimmten Stimuli gemessen
Welche Verbindungen stimmen auf die reaktionsbasierten Verfahren - Einstellung zu?
Vorteile: Messung von automatischen Assoziationen, Reaktionszeiten sind weniger kontrollierbar als Antworten beim Einstellungsselbstbericht Kann schwieriger kontrolliert werden von Probanden
Nachteile: liefern keine guten Vorhersagen für die Präferenz
Vorteile: zur Vorhersage von geplanten Kaufverhalten
Nachteile: Störeinflüsse auf die Messung, z.B. durch individuelle Unterschiede in Multitasking-Fähigkeit
Welche Aussagen treffen auf Einstellungsmessung – Continuous Response Measurement (CRM) zu?
Kontinuierliche Bewegung mittels Dreh- oder Schieberegler während der Rezeption werblicher Reize
Mischform von: reaktionsbasierte Verfahren und physiologische Verfahren
Vorteile: sponate Antworten, unbeeinflusst
Nachteile: Probanden könnten vergessen abzustimmen
Welche Aussagen treffen auf Einstellungs-/freie Erinnerungsmessung – Verbalprotokolle zu?
lautes Denken während der Betrachtung von Werbung
Interview nach dem Experiment mit den Probanden
Nachträgliche Codierung der CR, z.B. nach Häufigkeit, Umfang, Komplexität, nach Valenz (positiv oder negativ) etc.
quantitative Forschung
Welche Aussagen treffen auf Emotionen, Einstellungen – Gesichts-Elektromyographie (EMG) zu?
Messung des emotionalen Ausdrucks anhand der elektrischen Aktivität einzelner Gesichtsmuskeln in Reaktion auf werbliche Reize
Vorteil: Emotionen können direkt kodiert werden, keine Befragungsverzerrung, Verbalisierung von Emotion muss nicht direkt die Emotion sein
Nachteil: Muskuläres Aktivitätsmuster lässt keine Rückschlüsse auf Valenz und die Qualität der Reize ziehen