Karteikarten
Merkmale der Sozialisation
Karten in diesem Stapel (28)
- 1Begriffbei Kant unter Zivilisierung, erzieherisch steuerbar
Antike: sensus communis, sozial-kulturell geprägte Vernünftigkeit - 2MerkmaleEntwicklung des Einzelnen im Spannungsfeld von Mensch und Umwelt; gesellschaftl. Einflüsse, die das soziale Wesen des Menschen in sozialen Interaktionen konstituieren;
menschl. Verhalten u. gesellschaftl. Reproduktionsmechanismen (nicht intentional, nicht freiheitl.-mündig); beobachtbar;
lebenslanger Prozess - 3Sozialisation nach Max WeberWissenschaft, welche soziales (=auf das Verhalten anderer bezogen) Handeln (=Verhalten) deutend verstehen und ursächlich erklären will
- 4DiskussionspunkteEinfluss von Anlage und Umwelt, Gewichtung der Faktoren; Aktivierung der genetischen Ausstattung in Abhängigkeit von sozialen Einflussfaktoren; intern-extern, aktiv-passiv
- 5grundlegenden Zusammenhänge zw. Persönlichkeit und SozialisationWechselwirkung
Einfluss von biologischen Anlagen und Pädagogik wird wiederum beeinflusst/unterbrochen von Sozialisation durch Milieu, Medien, Rollenzuschreibungen, Positionen im sozialen Raum etc. - 64 Ebenen (nach Tillmann)1) Subjekt
2) Interaktionen und Tätigkeiten
3) Institutionen
4) Gesamtgesellschaft
(Hierarchie aus der Außenperspektive in Wechselwirkung miteinander) - 74 Ebenen (nach Tillmann) 1) SubjektEinzelner mit seinen Erfahrungsmustern, Einstellungen, Kenntnissen, emotionalen Strukturen, kognitiven Fähigkeiten
- 84 Ebenen (nach Tillmann) 2) Interaktionen und TätigkeitenAustausch in Familie, Unterricht, mit Peergroups, bes. Schule (als Institution bereits Teil der 4. Ebene)
- 94 Ebenen (nach Tillmann) 3) InstitutionenBetriebe, Massenmedien, Schulen, Unis, Militär, Kirche
- 104 Ebenen (nach Tillmann) 4) Gesamtgesellschaftökonomisch, soziale, politische, kulturelle Struktur; erfahrungsgesättigter Entwurf des Einzelnen, da Einfluss nicht direkt, sondern über Institutionen vermittelt; Institutionen spiegeln Handlungs- und Normensystem wider
- 113 Phasen, 3 Instanzen1) primäre
2) sekundäre
3) tertiäre - 12Phase 1Primäre: Muster sozialen Verhaltens in früher Kindheit (Regeln, Sprache, Gefühle)
- 13Phase 2sekundäre: Verhaltenserwartungen, Einübung in Rollen, Interaktionen, v.a. sprachlich
- 14Phase 3tertiäre: Berufsleben, Ausbildung, Studium, Weiterbildung, lebenslanges Lernen
- 15Instanz 1primäre: Famile, Verwandte Freunde
- 16Instanz 2sekundäre: Schule, Peergroup, Medien, KiGa, Hort, Ausbildungseinrichtungen, Hochschule, Weiterbildungseinrichtung, VHS, Pflege- und Hilfseinrichtungen
- 17Instanz 3tertiäre: kulturelle Institutionen, Behörden, Betriebe, Polizei, Freizeiteinrichtungen, Gleichaltrige, Vereine, Kirchen, Medien, Wohnumgebung
- 18RollenGesellschaftliche Erwartungshaltungen (Soll, Muss, Kann)
- 19soziale PositionOrt in einem Feld sozialer Beziehungen
- 20Rollentheoretische Ansätze1) Strukturell-funktionale Theorie (Parsons)
2) Symbolischer Interaktionismus (Mead, Goffman)
3) kritische Rollentheorie (Habermas) - 21strukturell-funktionale Theorie (Parsons) 1Stabilisierung des Systems durch Einübung und Übernahme von sozialen Rollen; Normen und WEerte in Rollen objektiviert, werden in psych. System übernommen; Einzelner wird integrierter Bestandteil des soz. Systems, Verhalten abhängig von soz. Rolle
- 22strukturell-funktionale Theorie (Parsons) 2Reproduktionstheorie des Sozialen; soz. Gleichgewicht sichert Funktionieren des Systems; Stabilisierung u. Reproduktion gesellschaftl. Verhältnisse; sowohl Erhalt als auch Eingliederungsprozess; Rollenbegriff ist zentrales Verbindungselement zw. Individuum u. Gesellschaft
- 23Symbolischer Interaktionismus (Mead, Goffman) 1Sichtweise der einzelnen Gesellschaftsmitglieder u. tägl. Interaktion; Rollenerwartungen erfordern Interpretation u. produktive Gestaltung; role-taking u. role-making unter Einbezug von Rollenspielen; sozialer Wandel wird konstituiv und erklärbar;
Grundlage: gemeinsamer Raum geteilter Auffassungen, Normen, Einstellungen und Annahmen - 24Symbolischer Interaktionismus (Mead, Goffman) 2Sozialisation=Rollenlernen in einem symbolisch bedeutungshaften soz. Sinnzusammenhang; in menschl. Kommunikation wird über Symbole Erwartungshaltung antizipiert; Normen repäsentiert von gesellschaftl. Gruppen ("generalized other"); wechselseitiger Interaktionsprozess; Aushandeln von Normen und Regeln im Spielraum eigener Bedürfnisse und Erwartungen
- 25Symbolischer Interaktionismus (Mead, Goffman) 3Verhalten mittels sprachl. Symbole; auch: Prozess der Einübung von Perspektivenübernahme; "I" (individuell-psychische Komponente, individuelle Reaktion) und "Me" (Konglomerat soz. Erwartungen können durch "I" antizipiert werden; Produkt: soz. Identität (self), Selbstbild vor dem Hintergrund der individuellen Widerspiegelung der allg. Struktur des Sozialen
- 26kritische Rollentheorie (Habermas) 1im Anschluss an Ich-Identität, in Kritik der soz. Determination u. Rollenhandeln als einseitige Anpassungsleistung; Kritik an Parsons Theorie u. ihre Negation v. Konflikten, fehlender Beachtung der Bedürfnisrepression u. soz. Determination; Widerständigkeit u. Nonkonformität nicht thematisiert suggeriert Automatismus in Rollenübernahme
- 27kritische Rollentheorie (Habermas) 2Rollenkompetenzen, Grundqualifikationen zur Möglichkeit von Reflexion, konstruktiver Umgang mit Mehrdeutigkeiten u. Ambivalenzen, Internalisierung aber auch Distanzierung; starke Ich-Identität als kommunikative Kompetenz, soz. Identität wahren und ausdrücken, gleichzeitig persönl. Identität, Betonung der Widerständigkeit gegen die Anpassung als gesellschaftl. interaktionistisches Verhalten (balancierte Identität)
- 28SozialisationErziehung: Sozialmachung als intentionaler Akt
Sozialisation: Sozialwerdung; gesellschaftl. Wirkung auf das Individuum; Bedingungen von Zeit u. Ort sowie Zustände der soz. Umwelt relevant; Bildung des Menschen ebenfalls abhängig von gesellschaftl. Einflüssen, welche durchschaut werden können/müssen, um ihnen und ihrer Dominanz nicht dauerhaft u. widerstandslos ausgesetzt zu sein
Informationen
- Beschreibung
- im Kontext der BiWi
- Erstellt von
- Gelöschter Nutzer · Okt 2016
- Aktualisiert
- 8 Jan 2017
- Aufrufe
- 71
- Verlauf
-
- Erstellt von EstHa · 17 Jul 2014
- Kopiert von Dari 0 · 7 Okt 2016
- Bewertung