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Folien

Geschichte der Neuropsychologie

Steffi Schenzle Neuropsychologie Deutsch 16 Folien

Folien in diesem Satz (16)

  1. Folie 1

  2. Vorgeschichte

    • Schädeltrepanation
    • = planmäßige, beabsichtigte Eröffnung des inaktes Schädeldaches zu Lebzeiten
    • zählt zu den ältesten chirurgischen Eingriffen
    • Durchführung zur Heilung, aber auch rituell
    • recht hohe Überlebenschance --> 55 - 88% überlebt, nachweisbar durch Callusbildung (neues Knochengewebe)
    • später war die Überlebenschance geringer --> prähistorisch weniger Gehirnschnitte dabei
    • teilweise noch in Neuzeit vorgenommen
    • Vorgeschichte
    • Bildunterschrift: Schädel mit 7 verheilten Trepanationsöffnungen
  3. Altertum

    • Edwin Smith Papyrus
    • Ägypten, 2500 v.Chr.
    • praktisches Anwendungsbuch, das nahezu frei von magischen Texten ist
    • beschreibt u.a. auch die Trepanationen
    • ältester bekannter Text über das Gehirn
    • Schilderung von medizinischen Fällen, darunter 27 Hirnverletzungen
    • Platon
    • ca. 400 v.Chr.
    • deutlicher Gegenpol zur materialistischen Weltsicht der frühen Atomisten
    • 3 Seelenanteile: Vernünftiges, Begehrliches, Eifriges (Mut, Will, Begehren) --> die Pferdekutsche!
    • Vernünftiges ist im Gehirn, der Wille im Herzen, Begehren im Rumpf
    • Aristoteles
    • Schüler Platons
    • das Hirn kühlt das erhitzte Blut, während die Seele im Herzen sitzt
  4. Altertum

    • Corpus Hippocraticum
    • eine Sammlung von mehr als 60 antiken medizinischen Texten, zwischen dem 5. Jh. v. und 2 Jh. nach Chr. entstanden
    • Sammlung klinischer Fälle mit Sprachstörung
    • Sprachlosigkeit wird auf Flüssigkeitsverlust in den Blutgefäßen zurückgeführt
    • Läsionen machen kontralaterale Spastik
    • Galen
    • Gladiatorenarzt, 130 n.Chr.
    • neuroanatomische Studien und experimentelle Methode
    • Hirn ist Sitz der Seele --> zur Herzkühlung zu weit entfernt
    • Augen und Ohren sind mit Hirn verbunden
    • Ventrikeltheorie: Pneuma ist die Verbindungsstelle zwischen Körper und Seele
  5. Frühe Neuroanatomie

    • In der Medizin ab dem Mittelalter vermehrt neuroanatomische Studien
    • Andreas Vesalius
    • bekannter Anatom
    • erste Abbildungen vom geöffneten Schädel mit Entdeckungen und Beschriftungen wie der Dura Mater, Tentorium Cerebelli etc.
    • Frühe Neuroanatomie
  6. Phrenologie

    • Franz Gall + Spurzheim, 18./19. Jh.
    • Gehirn besteht aus vielen Organen, die jeweils eine bestimmte Funktion wahrnehmen
    • Fähigkeiten eines Menschen können außem am Schädel abgegriffen werden
    • Geist = Teil des Körpers, ohne Gehirn gibt es keine Geisteskraft
    • --> Viel Gehirn = viel Geist = erhöhtes Hirngewicht
    • 27 Areale für Hirnfunktionen, z.B. Auswölbung bei Begabung
    • USA: Fowler und Fowler
    • Fakultäten als Bausteine des Geistes
  7. Äquipotentialismus oder Lokalisationismus

    • Äquipotentialismus: HIrnsubtanz habe, egal wo gelegen, immer die gleiche Funktion
    • Goltz, Flourens
    • Verhaltensstudien mit Ablation von Hirngewebe bei Tauben und Hühnern
    • Großhirn = Sitz der Intelligenz; Kleinhirn = Koordination der Motorik; Medulla Oblangata = Herberge der Grundprinzipien des Lebens
    • innerhalb der Großhirnrinde keine spezielle Lokalisation von Intelligenzfunktionen
    • Einbußen an Intelligenz = Korrelation mit der Menge an zerstörten Hirngewebe
    • Lokalisationismus: Fähigkeiten des Menschen lassen sich in umgeschriebenen Arealen des Gehirns lokalisieren
    • Bouillaud: Verlust von Sprachleistungen nach Schädigung des linken Frontallappens
    • Broca: Sprachverlust bei Patienten Leborgne, die er einer Läsion im Fuß der linken dritten Stirnhirnwindung der linken Hirnhälfte zuschrieb
    • Wernicke: Sprachstörung nach Schädigungen in der linksseitigen temporalparietalen Übergangsregion und erkannte Bedeutung der Nervenbahnen zwischen Hirnregionen und hat so das Konzept der Leitungs- oder Diskonnetionsstörungen begründet
  8. Äquipotentialismus oder Lokalisationismus

    • Hitzig & Fritsch
    • durch elektrische Reizung bestimmter Areale des Gehirns von Hunden können spefizische Muskelaktivitäten ausgelöst werden
    • Entdecker motorischer Zentren im Gehirn
    • Karl Kleist
    • Schüler von Wernicke
    • Extremer Lokalisationist
    • notiert jede Fähigkeitsstörung seiner Patienten und korreliert sie mit der Läsion
    • Hirnkarte, in der die Fähigkeiten lokalisiert sind
    • Suche nach weißen Feldern für die seelischen Teile
    • John Hughlings Jackson
    • 18./19. Jh.
    • akzeptierte anfangs Äquipotentialismus
    • später aber anders:
    • Gehirn ist ein hierarchischer Zusammenschluss aus Reptilienhirn, altem und neuen Säugerhirn
  9. Zytoarchitektonik

    • Theodor Meynert
    • Lehrer von Freud und Wernicke
    • erkannte Vielschichtigkeit der Hirnrindenregionen
    • Begründer der Zytoarchitektonik im Sinne einer regionalen Zellgliederung der Hirnrinde
    • Vorläufer für Brodmann
    • Erstbeschreiber des Kernes, der heute seinen Namen trägt: Nucleus basalis meynert
    • Korbinian Brodmann
    • HIrnkarten anhand unterschiedlicher Zytoarchitektur
    • definierte 52 Areale mit ähnlicher Zellstruktur
    • Interesse: evolutionsbiologischer Hintergrund der HIrnrindenentwicklung
    • einige Rindenfelder kommen in fast allen untersuchten Tierarten vor, andere differenzierten sich mit zunehmender evolutionärer Entwicklung der Gehirne
    • Brodmann-Karten: schematisierte Darstellung eines typischen Gehirns , lässt interindividuelle Variabilität absichtlich unberücksichtigt
  10. Zytoarchitektonik

    • Constantin von Economo
    • Beschreibungen des Mesencephalons, der Pons, und der zentralen Bahnen des Nervus trigeminus, Anatomie der Ganglienzellen
    • Economo-Neurone: große, bipolare Neurone in der fünften Schicht des anterioren cingulären und des fronto-insularen Cortex
    • Zytoarchitekturkarten des Cortex
    • beschrieb Encephalitis lethargica (europäische Schlafkrankheit, Gehirnentzündung, unkontrollierte Schlafanfälle)
    • Zytoarchitektonik
  11. Neuron-Theorie

    • Camillo Golgi
    • entwickelte die Golgi-Färbung, mit dem einige Neuronen angefärbt werden konnten, während die meisten ungefärbt bleiben konnten
    • andere Färbemethoden: fluoreszierender Farbstoff und Nissl-Färbung
    • Santiago Ramon y Cajal
    • entwickelte Golgis Ansatz weiter
    • schuf kunstvolle Zeichnungen von Hirnabschnitten und Nervenzellen
    • Neuronendoktrin: Neurone als eigenständige, getrennte Einheiten, die über Synpasen miteinander kommunizieren
    • erkannte Richtung der Signalübertragung innerhalb der Nervenzellen
  12. Psychiater und Neuropathologen

    • Sergei Korsakow
    • russischer Nervenarzt
    • forschte insbesondere über die Alkohol-Psychose und führte dabei den Begriff Paranoia ein
    • Korsakow-Syndrom: für Alkohol typische Amnesie
    • Wernicke-Korsakow-Syndrom
    • bei 3-5% der Alkoholkranken
    • Folge eines chronischen Mangels an B-Vitaminen
    • Augenmuskel- und Blicklähmungen, Verlust des LZG, Unfähigkeit des Einprägens neuer Gedächtnisinhalte
  13. Moderne Periode (nach dem 1. Weltkrieg)

    • Lashley
    • widersprach der Lokalisationslehre
    • viele geistige Funktionen würden gar nicht von einzelnen Hirnstrukturen abhängen, sondern entstünden erst im dynamischen Ensemble des ganzen Gehirns oder großer Teile davon
    • Hirnausschaltungsversuche an Ratten
    • Spricht eher für die Äquipotentialhypothese
    • Entscheidende Entdeckungen
    • EEG (Berger)
    • PET
    • MRI
    • fMRI
    • seit ca. 1990 explosionsartige Entwicklung der Neuropsychologie
  14. Aktuelle Neuropsychologie

    • Aktuelle Aufgaben
    • Wissenschaft:
    • - Lokalisation
    • - Kognitive Architektur
    • Klinik:
    • - Differentialdiagnose
    • - Zustandsbeschreibung
    • - Prognose
    • - Therapie
    • ZIelsetzung der neuropsychologischen Diagnostik
    • Qualifizierung und Quantifizierung der Störungen
    • Beurteilung von individuellen Ressourcen und Kompensationsleistungen
    • Beurteilung des Verlaufs neuropsychologischer Defizite
    • Differentialdiagnose
    • Planung der neuropsychologischen Therapie (Reha!)
  15. Aktuelle Neuropsychologie

    • 3 generelle Methoden neuropsychologischer Diagnostik:
    • Einsatz von Testbatterien
    • Zusammenstellung einer individuellen Testbatterie
    • Auswahl bestimmter Testverfahren, wenn auf Grund der Kenntnis der hirnorganischen Verletzung nur bestimmte Ausfälle zu erwarten sind
  16. The End

Informationen

Beschreibung
Wurde von Daniel gehalten
Erstellt von
Steffi Schenzle · Okt 2016
Aktualisiert
18 Jan 2017
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80
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