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PaP 2 Altfragen

lioe 22 19 Fragen 5,0 (1 Bewertung)

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Fragen in diesem Quiz (19)

  1. 1Welche Aspekte charakterisieren J. Willis Konzept der Kollusion?
    1. AEin wesentlicher Teil des sogenannten kollusiven Selbstheilungsversuch ist durch das regressive und progressive Abwehrverhalten bedingt. Beide Partner*innen glauben, durch den/die Andere*n von ihrem Grundkonflikt befreit zu werden
    2. BNach Willi gründen Beziehungskonflikte eines Paares meist in der wiederholenden Variation eines immer gleichbleibenden Grundthemas.
    3. CHäufig kommt es vor, dass sogenannte kollusive Selbstheilungsversuch des Paares dadurch scheitert, dass es bei einem Beziehungspartner zu einer Spontanheilung kommt und dadurch die gemeinsame kollusive Stabilisierung an Gleichgewicht verliert.
    4. DWillis beschreibt Kollusion als einen Prozess, in dem sich Menschen in einer partnerschaftlichen Beziehung gegenseitig in ihrem pathologischen verhalten fördern und sich dabei auf ein unbewusstes Arrangement einspielen.
  2. 2Welche Aussagen zum Thema „Übertragung und Gegenübertragung“ sind korrekt?
    1. AUnter Übertragung ist ein psychischer Prozess zu verstehen, im Zuge dessen Menschen frühere –in der Regel bewusste –Gefühle, Wünsche, Befürchtungen und (Rollen-) Erwartungen in aktuellen sozialen Situationen reaktivieren.
    2. BUnter Gegenübertragung ist eine Psychodynamische Intervention zu verstehen, bei der die TherapeutIn eine PatientIn darüber aufklärt, dass diese jegliche Verantwortung für die eigene Situation und Gesundwerdung anderer (s.B. die TherapeutIn) überträgt. Durch diese Entgegnung (=Gegenübertragung) soll die PatientIn wieder in die Pflicht genommen und in die Lage versetzt werden, Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen. Die Verantwortung wird also wieder „gegenübertragen“
    3. CFreud vertrat die Auffassung, dass jene Gefühle, Wünsche und Beziehungserwartungen, die im Rahmen von Übertragungsprozessen aktiviert werden, im Wesentlichen in (früh-) kindlichen Beziehungserfahrungen gründen.
    4. DPsychoanalytisch orientierte PsychotherapeutInnen sollten nach heutiger Auffassung keine abstinente Haltung einnehmen, sondern sich betont „mütterlich“ oder „väterlich“ gegenüber ihren PatientInnen verhalten, damit diese Übertragungstendenzen entwickeln und zeigen können
  3. 3Welche Aussagen zur Triebtheorie nach Freud sind korrekt?
    1. AFreud ging davon aus, dass sexuelle Triebregungn in der Regel bereits gegen Ende des 1. Lebensjahres einsetzen und als Folge des Abstillens am Ende der oralen Phase entstehen.
    2. BAls kleinste psychologische Einheit, in der der Trieb repräsentiert ist und die als solche auch bewusst werden kann, ist der Wunsch zu sehen
    3. CTriebe sind nach Freud immer auf der Ebene des Ich verortet und dienen zur Selbsterhaltung des Individuums
    4. DDer Trieb sei, so Freud, die „psychische Repräsentanz einer kontinuierlich fließenden, innersomatischen Reizquelle“
  4. 4Bezüglich der narzisstischen Stabilisierungsversuche von Adoleszenten lassen sich zwei Typen unterscheiden. Welche der folgenden Aussagen sind zutreffend?
    1. AWeibliche Jugendliche bilden in der „adoleszenten Schamkrise“ häufig ein sogenanntes dissoziiertes Partialobjekt aus. Dieses findet Ausdruck in einer romantisch überheblichen und übertrieben positiven Selbstwahrnehmung: Unliebsaame Selbstanteile werden an sich nicht wahrgenommen, sondern im Rahmen von Tagträumen an anderen bloßgestellt und verurteilt.
    2. BWenn männliche Jugendliche in der Adoleszenz ein passageres, hyperphallisches, handlungsorientiertes und wenig selbstreflexives Selbst entwicklen, ist dies ein deutlich diagnostischer Hinweis auf eine schwere Persönlichkeitspathologie, die auf eine traumatische Erfahrung (Gewalt, sexueller Missbrauch etc.) zurückzuführen ist.
    3. CMännliche Jugendliche tendieren dazu, ihre„adoleszente Schamkrise“ durch ein sogenanntes aggrandisiertes Selbst zu stabilisieren. Um das Spannungsverhältnis zwischen idealisierten und entwerten Selbstanteilen zu verringern, werden unliebsame Selbstanteile verleugnet bzw. auf äußere Objekte projiziertund an diesen entwertet.
    4. DBei weiblichen Jugendlichen ist die Selbstwahrnehmung in der „adoleszenten Schamkriese“ häufig gespalten: Einerseits werden unliebsame Selbstanteile überwertig/vergrößert wahrgenommen. Andererseits kommt es oft zu Versuchen, sich dem eigenen Idealselbst über Größen-und Tagtraumphantasien anzunähern.
  5. 5Vera King beschreibt die Aneignung der genitalen Innenraums als eine zentrale Entwicklungsaufgabe der weiblichen Adoleszenz. Zwei ineinander verwobene Facetten dieser Aufgabe sind einerseits die notwendige Ablöse von der Mutter, sowie andererseits die Aneignung des weiblichen Geschlechts. Daraus ergibt sich ein Spannungsfeld. Welche der folgenden Aussagen treffen im Sinne von Vera Kings Ausführung zu?
    1. AMit der Menstruation rückt der genitale Innenraum immer deutlicher ins Zentrum der psychischen Verarbeitung. Dies kann den Körper zum symbolischen Austragungsort von konflikthaften Objektbeziehungen werden lassen, da der genitale Innenraum zum einen das intimste Eigene, zum anderen den Ort der sexuellen Vereinigung bzw. den Entwurf der Objekt-Bezogenheit repräsentiert
    2. BKing beschreibt die Gleichgeschlechtlichkeit mit der Mutter als primäre Quelle von Konflikten welche auch in der Dimension der möglichen Identifizierung mit den mütterlichen schöpferischen Fähigkeiten nicht auflösbar ist
    3. CZur Aufhebung der Spannung zwischen Identifizierung, Rivalität und Ablösung von Mutter, bedarf es nach King der Fähigkeit zur Aneignung der weiblichen Genialität, wodurch sich die Tochter als schöpferisches Selbst zwischen Angleichung und Differenz ins Verhältnis zur Mutter setzt
    4. DDie weibliche Menstruation markiert einen zentralen Faktor im Ablöseprozess von der Mutter, da am Beginn des weiblichen Fruchtbarkeitszyklus ödipale Konflikte reaktiviert werden und die Tochter in eine rivalisierendes Verhältnis zum Vater tritt
  6. 6Welche der nachstehenden Aussagen zur psychosexuellen Entwicklung nach Freud sind korrekt?
    1. AEine polymorph-perverse infantile Sexualität stellt ein erhöhtes Entwicklungsrisiko dar, das as überproportional häufig mit späteren psychischen Erkrankungen assoziiert
      ist. Es stellt daher ein vordringliches Anliegen psychoanalytisch-orientierter Pädagogik dar, polymorph-perverse infantile Sexualäußerungendurch gezielte Förderung in monomorph-normalezu transformieren
    2. BFreud hatte einen sehr weiten Sexualbegriff, den er im Wesentlichen auf alle Formen des Lustgewinns bezog
    3. CBeim positiven Ödipuskomplex konzentrieren sich die libidinösen Wünsche auf das gegengeschlechtliche Elternteil
    4. DPsychosexuelle Entwicklung ist nach Freud eng mit dem von i h meingeführten Konzept der Mentalisierungsfähigkeit verbunden.
  7. 7Welche der folgenden Aussagen zur Funktion von unbewussten Abwehrmechanismen sind zutreffend?
    1. AAbwehr ist per se pathologisch und ist als Indikator für das Vorhandensein einer gravierenden Psychopathologie zu sehen
    2. BUnbewusste Abwehrmechanismen zielen darauf ab, bedrohliche psychische Zustände aus dem Bereich des Bewussten fernzuhalten
    3. CUnbewusste Abwehrmechanismen dienen dazu eine Form der Ersatzbefriedigung herbeizuführen
    4. DUnbewusste Abwehrmechanismen zielen auf eine Verzögerung der Persönlichkeitsentwicklung ab
  8. 8Welche Aussagen zur Objektbeziehungstheorie nach Melanie Klein treffen zu?
    1. AIm Unterschied zu Sigmund Feud beleuchtet Melanie Klein in ihrer Entwicklungstheorie vor allem pre-ödipale Prozesse
    2. BLaut Klein sind die ersten Beziehungen von Säuglingen als Teilobjektbeziehung zu beschreiben, welche durch starke Gefühle der Liebe und des Hasses charakterisiert sind. Diese müssen daher durch Objekt- und Ich-Spaltung strikt getrennt gehalten werden
    3. CKlein hat darauf hingewiesen, dass ausschließlich vernachlässigte Kinder in eine sog. „depressive Position" geraten. Die depressive Position ist somitein Indikator für problematische Entwicklungsverläufe.
    4. DNach Klein verfügt das Kind von Anfang an über ein rudimentäres Ich, das in Ansätzen die Leistung von Kohärenz und Integration erfüllt. Durch Prozesse der Verdrängung und Verschiebung übernimmt es elementare Schutz- und Abwehrleistungen gegen überbordende, extreme Gefühle
  9. 9Zu Prozessen von "Übertragung und Gegenübertragung" - Welche der folgenden Aussagen sind zutreffend?
    1. ANeben therapeutischen Settings fördern auch pädagogische Situationen regressive Tendenzen und damit das Zustandekommen von Übertragungsdynamiken. Pädagoginnen werden demzufolge häufig Adressatinnen von Übertragungsprozessen
    2. BFür Psychotherapeutinnen ist es wichtig, eigene Gegenübertragungsgefühle in der Arbeit zu vermeiden, um Patientinnen gegenüber rational und emotionaldistanziert bleiben zu können und sich nicht in deren unbewusste Inszenierungen verwickeln zu lassen - ansonsten droht Burnout- Gefahr
    3. CÜbertragungsprozesse sind per se pathologisch und kommen - im Sinne von Abwehr auf niedrigem Strukturniveau- ausschließlich bei Menschen mit gravierenden Entwicklungsdefiziten vor. Wenn Patientinnen Übertragungsneigungen zeigen, sollte eine begleitende medikamentöse Stützung der Therapie mi Unterricht erwogen werden, um einen psychotischen Zusammenbruch präventiv zu vermieden
    4. DAus heutiger Sicher sollten Psychoanalytikerinnen Übertragungsprozesse möglichst rasch auflösen, indem sie Patientinnen und Patienten schonend,aber klar auf die vorliegende emotionale Verwechslung hinweisen. Die von Patientinnen angebotenen Rollen sollten gemäß Sander damit also klar, aber in einer nichtbeschämenden Weise zurückgewiesen werden
  10. 10Magret Mahlers Konzept der "Psychischen Geburt" wurde im Bereich der Entwicklungstheorie breit rezipiert und teils kontrovers diskutiert. Welche der folgenden Aussagen treffen zu?
    1. AMahler schreibt dem Vater in ihrer theoriebesondere Bedeutung im Hinblick auf die sog. Wiederannäherungskrise zu. Er diene quasi als "Trennungshelfer" und Modell dafür, dass man (von der Mutter) losgelöst aber gleichzeitig (mit ihr) verbunden sein kann
    2. BMahler schreibt der Lösung der Wiederannäherungskrise - in Gestalt des Finden einer individuellen Balance zwischen Anlehnungs- und Individuationswünschen - eine große Bedeutung zu. Das Scheitern dieser Entwicklungsphase bringt sie insofern in engen Zusammenhang mit dem Entstehen psychotischer Störungen
    3. CDie Begriffe „Individuation" und „Loslösung" wurden von Mahler weitgehendals Synonyme (mit gleicher Wortbedeutung) verwendet. Beide beschreiben konkrete Schritte der Ablösung im Sinne der räumlichen Distanzierung (z.B. Wegdrehen oder Davonkrabbeln)
    4. DVor dem Hintergrund ausgewählter Ergebnisse der empirischen Säuglings- und
      Kleinkindforschung wurde die Theorie Mahlers- vor allem die Annahme einer sog. „autistischen Phase"- kritisiert.

Informationen

Beschreibung
Quiz am PaP 2 Altfragen, erstellt von lioe 22 am 12/11/2023.
Autor
lioe 22
Sprache
Deutsch
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Bewertung
5,0 von 5 · 1 Bewertung
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