Quiz
Einführung in die Musiksoziologie
Fragen in diesem Quiz (71)
1Um was geht es in den Schriften von Max Weber?
- APhänomene der Rationalisierung der abendländischen Welt
- Bfortschreitende Rationalisierung der Musik
- Cverschiedene Vorstellungen und Konzepte von Musik
- Dsozialer Raum, indem sich der Musikgeschmack entwickelt
- Ewie Worte und Handlungen von Menschen durch die sozialen Umstände beeinflusst werden
2Was sind wesentliche Eckpunkte in der Forschung von Max Weber?
- AParallelität der Entwicklung des Kapitalismus und des musikalischen Materials
- BHerausbildung einer arbeitsteiligen "kapitalistischen Produktionsweise" und der dazugehörigen Form bürgerlicher Gesellschaft
- Cdie in der Musik gegen ihre Natur gerichtete Rationalisierung
- Dder große Einfluss der Primärsozialisation auf die Herausbildung des individuellen Musikgeschmacks
- Edas wechselseitige Formen und "Geformt-Werden" während der psychosozialen Entwicklung des Menschen und die daraus resultierende Habitualisierung
3Inwiefern findet die Rationalisierung der Musik laut Weber statt?
- AEntwicklung hin zum einheitlichen diatonischen System
- BMusikformen: zahlreiche Verzierungen und mikrotonale Intervalle der feudalen Epoche mussten der Funktionsharmonik des Bürgertums weichen
- Cspezifische Verwendung und Weiterentwicklung der Musikinstrumente (führt zur Festigung des diatonischen Systems)
- DVereinheitlichung der Tonsysteme der einzelnen Länder und Übernahme verschiedener musiktheoretischer Begriffe
- EVerbreitung einheitlich gestimmter Instrumente, die somit für die Mitglieder aller Gesellschaftsschichten erlernbar werden
4Welche Beispiele nennt Max Weber im Bereich der Musik als Beispiele für die entscheidende Rolle der technischen Mittel?
- Adie veränderte musikalische Stimmung als Voraussetzung für die Entstehung der Terz in deren harmonischer Sinndeutung
- Bdie Schaffung einer rationalen Notenschrift, ohne welche keine moderne Komposition denkbar wäre (Leistung des Mönchtums)
- Cdie durch bestimmte Lebensformen der Renaissancegesellschaft ausgelöste Übernahme und Rationalisierung des Tanzaktes
- Ddie Konstruktion des Klaviers, eines der wichtigsten mechanischen Träger der modernen musikalischen Entwicklung
- Edie Übernahme einheitlicher Gattungsbegriffe und Definitionen einer musikalisch-zivilisierten bürgerlichen Gesellschaftsschicht
5Was hat Weber durch seine Analyse der technischen Mittel im Bereich der Musik herausgefunden?
- Adie gesellschaftliche Geltung eines Tonsystems ist der Ausdruck der Maxime des praktisch-musikalischen Verhaltens auf der Basis sozialen Handelns, da es eigentlich kein natürliches Tonsystem gibt
- Bdie zentrale Bedeutung der technischen Mittel existiert deshalb, da man durch sie ohne ästhetische Bewertung rein empirisch Feststellbares angeben kann
- Cdas Feststellbare in der Musik gewinnt vor allem durch elektronische Musikproduktion, Musikwiedergabe und Musikverbreitung an Bedeutung
- Ddie technischen Mittel der Musik können als Maßgabe für die Erforschung des sozialen Handelns verschiedener Statusgruppen betrachtet werden, da diese eine Veranschaulichung dessen ermöglichen, inwiefern sich der Mensch durch Rationalisierung und Fortschritt in eine stabile Gesellschaft eingliedert
- Edurch den Gebrauch einheitlicher Systeme und Wertetabellen im Bereich der Musik wird es möglich den Musiktransfer auf sowohl auf technischer als auch auf interaktionärer Ebene zu fördern und zu beschleunigen
6Welche drei Arten von Kapital unterscheidet Bourdieu grob?
- Akulturelles Kapital
- Bökonomisches Kapital
- Csoziales Kapital
- Dsymbolisches Kapital
- Einkorporiertes Kapital
7Durch welche Kapitalform ergänzt Bourdieu seine drei Hauptformen des Kapitals?
- Asymbolisches Kapital
- Bökonomisches Kapital
- Ctranskulturelles Kapital
- Daktionäres Kapital
- Edemonstratives Kapital
8Was ist das Besondere am symbolischen Kapital nach Bourdieu?
- Aes entspricht Ansehen, gutem Ruf, Prestige
- Bes entspricht Reichtum und Macht
- Ces wirkt demonstrativ als Statussymbol
- Des kann durch jede andere Kapitalform ersetzt werden
- Ees ist nicht erlernbar, sondern nur käuflich erwerbbar
9In welche Formen gliedert Bourdieu das kulturelle Kapital?
- Aobjektiviertes Kapital (z.B.: eine Plattensammlung)
- Binstitutionalisiertes Kapital (z.B.: ein Bildungstitel)
- Cinkorporiertes Kapital (z.B.: eine dauerhafte Disposition des Organismus)
- Dtemporäres Kapital (z.B.: ein Aufenthalt im Theater)
- Ekognitives Kapital (z.B.: ein außerordentlich gutes Kennen der Geschichte)
10Welche Unterart des kulturellen Kapitals zeichnet sich dadurch aus, dass das "Haben" in ein "Sein" verwandelt wird?
- Ainkorporiertes kulturelles Kapital
- Binstitutionalisiertes kulturelles Kapital
- Cobjektiviertes kulturelles Kapital
- Dinterdisziplinäres kulturelles Kapital
- Etransportatives kulturelles Kapital
11Was sind Aspekte des Sozialkapital in den Schriften Bourdieus?
- AGesamtheit der Beziehungen einer Person und Zugehörigkeit zu einer Gruppe
- Bmaterielle und symbolische Aspekte sind untrennbar miteinander verbunden
- CSozialkapital übt einen "Multiplikatoreffekt" auf das tatsächlich verfügbare Kapital aus
- DBeziehungen können im Laufe der Zeit optimiert und der Nutzen daraus um das eineinhalbfache gesteigert werden
- Eim Vergleich zu den übrigen Kapitalformen ist das soziale Kapital das am wenigsten notwendige
12Was ist das ökonomische Kapital nach Bourdieu?
- Aes ähnelt dem umgangssprachlichen Kapitalbegriff
- Bes umfasst jene materielle Ressourcen, die unmittelbar und direkt in Geld konvertierbar sind
- Ces ähnelt dem Begriff der finanziellen Stabilität
- Des umfasst alle Ressourcen, die ein Mensch im Laufe der Zeit anhäufen und nutzen kann
- Ees gibt keine einheitliche Definition dieser Kapitalsorte
13Ist es möglich verschiedene Kapitalsorten (Bourdieu) in andere Kapitalsorten zu transformieren?
- AJa, da die Kapitalarten in Wechselwirkung zueinander stehen
- BJa, aber es ist hier "Transformationsarbeit" zu leisten, wodurch es zu Kapitalsverlusten kommt
- CNein, da es durch "Transformationsarbeit" zu Kapitalsverlusten kommen und der Nutzen ausbleiben würde
- DNein, da die Kapitalsorten jeweils ihre eigene Bedeutung innerhalb des Kapitalsystems haben
- ENein, da keine Verbindung der Kapitalsorten untereinander besteht
14Wieso haben Lebensstil und Geschmack eine zentrale Bedeutung in Bourdieus Werken?
- Asie zeigen Unterschiede in der Kapitalausstattung und somit in der Stellung des sozialen Raumes an
- BGeschmack ist in Bourdieus Thesen inkorporiertes kulturelles Kapital und steht in starkem Zusammenhang mit Wissen
- CLebensstil ist in Bourdieus Thesen institutionalisiertes kulturelles Kapital und steht in starkem Zusammenhang mit Milieu
- Dsie sind sehr umstritten wodurch eine genaue Definition nur durch höchst penible Auseinandersetzung möglich ist
- Eder Geschmack übt Einfluss auf den Lebensstil aus, wodurch das Sozialkapital wiederum an Bedeutung gewinnt
15Welche Kapitalsorten bilden zusammen das "Kapitalvolumen"?
- Akulturelles Kapital
- Bökonomisches Kapital
- Csoziales Kapital
- Dsymbolisches Kapital
- Einkorporiertes Kapital
16In welcher Fähigkeit besteht das symbolische Kapital nach Bourdieu?
- Aes kann durch Habitus, Lifestyle, Körpersprache, Umgangsformen, Kleidung usw. gesellschaftliche Anerkennung durchsetzen
- Bes kann materielles, soziales und kulturelles Kapital wahrnehmbar machen
- Ces kann durch verschiedene Faktoren Vertrauenskapital aufbauen und so beispielsweise das ökonomische Kapital erhöhen
- Des kann durch gutes Networking und finanziellen Aufwand erreicht und ausgebaut werden
- Ees kann bei Bedarf in alle übrigen Kapitalformen ohne Weiteres transformiert werden
17Wie beschreibt Bourdieu den "Habitus" eines Menschen?
- Agesamtes Auftreten einer Person im Einzelnen
- Bbesteht beispielsweise aus Lebensstil, Kleidung, Sprache und Geschmack
- Cam Habitus lässt sich Rang oder Status einer Person in der Gesellschaft ablesen
- Dder Habitus ändert sich (zumindest kurzfristig) nicht
- Eder Habitus kann durch Erhöhung des sozialen Kapitals verändert werden
18Was ist "Habitualisierung" und was ist dabei wichtig laut Bourdieu?
- Apsychosoziale Entwicklung des Menschen
- BEntwicklung durch ein wechselseitiges Formen und "Geformt-Werden"
- Ces entsteht dabei der Habitus als generatives Erzeugungsprinzip von Praxisformen und Verhaltensstrategien
- Dbei der Habitualisierung geht es vor allem um das soziale Kapital (Prestige)
- Ebei der Habitualisierung wird das soziale Kapital an die Umstände der bestehenden Gesellschaftsklasse angepasst (Eingliederung)
19Welche Aussagen über den Habitus nach Bourdieu sind korrekt?
- Ader Lebensstil ist eine Folge des Habitus, Geschmack entsteht hingegen in einem dialektischen Prozess
- Bdie inkorporierten strukturellen Bedingungen sind "Körper gewordene Klasse" und werden durch Lebensstil und Geschmack nach außen hin sichtbar
- Cverschiedene soziale Gruppen haben ihren eigenen Lebensstil mit eigenen Handlungsmustern und daher einen klassespezifischen Geschmack
- Dder Habitus ist nicht für alles aufnahmefähig, sondern nur für Dinge, für die die Grundlage bereits in frühester Kindheit geschaffen wurde
- Eder sekundäre Sozialisation spielt für Bourdieu hier eine große Rolle, da durch gleichaltrige Freunde und durch die Medien ein neuer Habitus entsteht, der sich hier vor allem in der Durchmischung sozialer Klassen zeigt
20Wie definiert sich Geschmack laut Bourdieu?
- AGeschmack definiert sich zum Großteil durch Ablehnung des Geschmacks der Anderen
- BGeschmack als Distinktionsmittel: mit Distinktion meint Bourdieu ein Erkennen von Unterschieden sowie ein "positives Abheben von Anderen"
- CGeschmack wird bewusst durch eine Person generiert und kann in beliebigem Ausmaß erweitert oder reduziert werden (z.B.: Omnivore/Univore)
- DGeschmack bewirkt eine Anerkennung in der Gesellschaft: wenn kein persönlicher Geschmack vorhanden ist, dann kann auch keine Sozialisation stattfinden
- EGeschmack ist ein Mittel zum Zweck: je mehr ich mich mit dem Geschmack eines Gegenübers auseinandersetze, desto mehr erhöht sich das kognitive Kapital, durch welches man mit Wissen die andere Person beeinflussen und/oder beeindrucken kann
21Welche verschiedenen Arten der Ästhetik/Kunst werden unterschieden und was charakterisiert sie?
- Apopuläre Ästhetik (vor allem Volks- und Populärkultur)
- Blegitime Ästhetik (vor allem Werke, die der klassischen Hochkultur zugeordnet werden)
- Ckulturelle Ästhetik (vor allem Werke, die im Rahmen eines bestimmten Gesellschaftsaktes vorgeführt werden, beispielsweise eine Theatervorstellung)
- Dfunktionale Kunst wird von oberen Gesellschaftsschichten oft als vulgär wahrgenommen
- Eabstrakte Kunstwerke sind vor allem in unteren Gesellschaftssichten sehr beliebt, da diese eine Entfernung zur Wirklichkeit darstellen und so eine "Flucht aus der Realität" bilden
22Was sagt der von Gerhard Schulze gewählte Terminus "Erlebnisgesellschaft" aus?
- AFormulierung eines soziologischen Dauerproblems
- Bhistorisch gesehen gab es vor allem in wohlhabenden Schichten viele hedonistische Subkulturen
- Chistorisch gesehen gab es vor allem in ärmlicheren Schichten viele kulturell ausgerichtete Subkulturen
- Din einer Erlebnisgesellschaft gibt es unterschiedliche Erlebnismuster, die in unterschiedlichen Milieus dominieren
- Ein einer Erlebnisgesellschaft gibt es eine Homologie in Bezug auf das Verhalten einzelner Personen, weswegen diese zu einer Gesamtheit zusammengefasst werden
23Welche Milieus unterscheidet Schulze in seinem Milieumodell einer "Erlebnisgesellschaft"?
- ANiveaumilieu (Akademiker): Perfektion und Streben nach Rang und Einfluss
- BSelbstverwirklichungsmilieu (Studenten): vielseitig interessierte, aktive Freizeitmenschen
- CIntegrationsmilieu (Angestellte und Beamte): Streben nach Konformität und Perfektion
- DHarmoniemilieu (alte Arbeiter): Geborgenheit, Ausgleich und Gemütlichkeit
- EUnterhaltungsmilieu (junge Arbeiter): Action und Spannung, aber weniger intellektuell
24Wie definiert sich eine Erlebnisgesellschaft laut Schulze?
- AErlebnisgesellschaft (Synonym: Spaßgesellschaft) meint eine Gesellschaft, in der der Einzelne sehr egoistisch auf das Erreichen von möglichst viel Genuss konzentriert ist (individuelle Erlebnissuche)
- BErlebnisgesellschaft (Synonym: Genussgesellschaft) meint eine Gesellschaft, in der der Einzelne sehr egoistisch auf das Erreichen von möglichst viel Genuss konzentriert ist (individuelle Erlebnissuche)
- CErlebnisgesellschaft (Synonym: Spaßgesellschaft) meint eine Gesellschaft, in der der Einzelne sehr zielstrebig auf das Erreichen von möglichst viel Genuss konzentriert ist (inkorporierte Erlebnissuche)
- DErlebnisgesellschaft (Synonym: Kulturgesellschaft) meint eine Gesellschaft, in der die einzelnen Gruppen sehr durchdacht auf das Erreichen von möglichst viel Genuss konzentriert sind (soziokulturelle Erlebnissuche)
- EErlebnisgesellschaft (Synonym: Genussgesellschaft) meint eine Gesellschaft, in der der Einzelne sehr egoistisch auf das Erreichen von möglichst viel Spaß konzentriert ist (individuelle Erlebnissuche)
25Was ist nach Schulze das Entscheidende in den Erlebnissen in einer Erlebnisgesellschaft?
- Ader Bedarf an Erlebnisangeboten entsteht nicht durch Sehnsucht nach ästhetischen Erfahrungen, sondern aus Angst vor Langeweile
- Bin einer Erlebnisgesellschaft ist das Erleben das Ziel
- Cder Konsum eines Erlebnisangebots reciht nicht aus, um ein Erlebnis zu haben
- DErlebnisse sind Prozesse und psychophysische Zustände, für deren Entwicklung das Subjekt selbst verantwortlich ist
- Ein einer Erlebnisgesellschaft ist die Ästhetik das Ziel
26Schulze teilt die Erlebnisgesellschaft in drei alltagsästhetische Schemata ein. Wie bennent er sie und was macht sie aus?
- AHochkulturschema: psychische Erlebnisqualitäten stehen im Vordergrund, der Genuss wird durch Versunkenheit ins Erlebnis erfahren
- BTrivialschema: zentrale Rolle des Motivs der Gemütlichkeit, das Erlebnis muss einfach sein und eine Sehnsucht nach Sicherheit, Geborgenheit und Gewohnheit stillen
- CSpannungsschema: der Körper spielt eine zentrale Rolle, es geht um Action, das Ausagieren von Spannung und ein starkes Bedürfnis nach Abwechslung
- DHochkulturschema: zentrale Rolle des Motivs der Gemütlichkeit, das Erlebnis muss einfach sein und eine Sehnsucht nach Sicherheit, Geborgenheit und Gewohnheit stillen
- EErlebnisschema: die kulturelle Erfahrung spielt eine zentrale Rolle, es geht darum, sich im Erleben von Kultur und Ästhetik ein breites Verständnis für die kulturellen Abläufe zu schaffen und damit ein Erlebnis von ästhetischem und inkorporiertem Wert zu schaffen
27Was meint Adorno mit dem "Gedoppelten Verhältnis" von Musik und Gesellschaft?
- Ainnen: gesellschaftlicher Gehalt ("Sinn") der Musik
- Baußen: Stellung und Funktion in der Gesellschaft
- Cinnen: Stellung und Funktion in der Gesellschaft
- Daußen: gesellschaftlicher Gehalt ("Sinn") der Musik
- Einnen: musikalischer Gehalt ("Sinn") in der Gesellschaft
28Was steht im Zentrum der Kunstsoziologie Adornos?
- Aallein die Kunstwerke und ihr gesellschaftlicher Gehalt
- Bder "Doppelcharakter der Kunst als autonom und fait social"
- Cdie Frage, in welchem Verhältnis Kunstwerke zur Gesellschaft stehen
- Ddie Frage, wie sich die Gesellschaft in den Kunstwerken objektiviert
- Eder "Doppelcharakter der Kunst als autonom und fait cultural"
29Was kann man über die Autonomie in der "gedoppelten Betrachtung" bei Adorno sagen?
- Adie Autonomie der Kunst verdankt sich in einem komplexen geschichtlichen Prozess seit dem späten 18. Jhdt.
- BKunst konnte sich von traditionellen politischen und religiösen Abhängigkeiten lösen, was aber wiederum zur Abhängigkeit von den Bedürfnissen des Marktes führte
- Cdurch die Autonomie der Kunst entstanden zwei Produktionsfelder: das Feld der eingeschränkten Produktion und das Feld der Massenproduktion
- Ddurch die entstehende Abhängigkeit der Kunst verlor diese an gesellschaftlichem Wert und wurde für die bürgerliche Kultur zu einer "vulgären Volksästhetik"
- Edurch die Autonomie der Kunst entstanden zwei Rezeptionsfelder: das Feld der eingeschränkten Rezeption und das Feld der Massenrezeption
30Von wem wird die Idee der künstlerischen Autonomie bei Adorno verteidigt?
- Avon den Avantgarde-Künstlern, die die Autonomie der Kunst in einer "Gegenposition zur Gesellschaft" behaupten
- Bvon der Gesellschaft, die die Autonomie der Kunst in der "Ästhetik der Funktion" behauptet
- Cvon Adorno selbst, der in der Musik die "soziale Antithesis zur Gesellschaft" und die daraus resultierende Autonomie behauptet
- Dvon den Avantgarde-Künstlern, die die Autonomie der Kunst im "Schaffen einer Gegenposition zu autoritären Strukturen" behaupten
- Evon Adorno selbst, der die Autonomie der Kunst in einer "Gegenposition zur Gesellschaft" behauptet
31Was ist die "Kunst" für Adorno?
- AKunst wird von ihm als Ware dechiffriert (es gibt jedoch Unterscheidungen hier)
- Bdie Kunst unterscheidet sich für ihn in authentische Kunst und kulturindustrielle Machwerke
- Cals Ware ist Kunst "fait social"
- Dals "Artefakte" sind Kunstwerke "Produkte gesellschaftlicher Arbeit des Geistes" und somit "fait sociaux"
- Eals "Artefakte" sind Kunstwerke "Produkte individueller Arbeit der Ästhetik" und somit "fait sui generis"
32Was sind wesentliche Eckpunkte in Adornos Auseinandersetzung mit dem "gedoppelten Verhältnis" von Musik und Gesellschaft?
- Afür Adorno schlägt sich Gesellschaftliches in der gestalteten Form und nicht im Inhalt nieder
- Bfür Adorno bleibt es zentrale Aufgabe der Kunstsoziologie herauszufinden, wie sich die Gesellschaft in den Kunstwerken objektiviert und wie das Ganze einer Gesellschaft im Kunstwerk erscheint
- Cfür Adorno spiegelt der Inhalt eines Kunstwerks die Prozesse der Gesellschaft wider, in der es entstanden ist
- Dfür Adorno bleibt es zentrale Aufgabe der Kunstsoziologie herauszufinden, wie sich die Kunst in der Gesellschaft objektiviert und wie das gesamte Kunstschaffen in einer Gesellschaft erscheint
- Efür Adorno spielt der Zusammenhang aller Aspekte der Kunst (sozial, kulturell, ökonomisch etc.) die größte Rolle, da dadurch eine Objektivierung der Gesellschaft in den Kunstwerken festgemacht werden kann
33Welche drei Themenkreise beschreibt Christian Kaden?
- AFunktionalität von Musik (soziale Voraussetzungen und Umgebungsbedingungen der "Musikausübung")
- BSoziale Strukturiertheit bzw. sozio-kulturelle Aspekte von Musik (Musik baut selbst soziale Beziehungen auf und reproduziert diese)
- CBedeutungsbildung bzw. Bedeutungsaspekte von Musik (Verweiskraft und Symbolkraft von Musik in musikalischen Objektivationen)
- DNutzen von Musik (sozialer Nutzen der durch die Musikausübung und die Musik selbst entsteht)
- EOrganisation von Musik (gesellschaftlicher und politischer Charakter der Musik als transaktionäre Vermittlung von Strukturen und Wertesystemen)
34Welchen Aspekten widmet sich die Musiksoziologie laut Christian Kaden und welche Methoden werden hierfür verwendet?
- AMusiksoziologie begreift die Musik als "fait social"
- BMusiksoziologie zielt auf den Zusammenhang von Bedeutung, Struktur und Funktion von Musik ab
- Cals Methode wird die Interaktions- und Kommunikationsanalyse verwendet
- Dals Methode wird die Transfer- und Interaktionsanalyse verwendet
- EMusiksoziologie zielt auf den Zusammenhang von Gesellschaft, Kunst und Wert ab
35Was sind für Christian Kaden Problemfelder in der Musiksoziologie?
- AProfessionalisierung (drei Entwicklungsstadien)
- BInteraktion, Kommunikation (soziale Dynamik)
- CMusik im Zivilisationsprozess (Musik als Zivilisationsinstrument)
- DGesellschaftlicher Wandel (Änderung von Wertesystemen)
- EMusik als Ware (Verfälschung musikalischer Ästhetik durch die Musikindustrie)
36Worin sieht Dahlhaus das Dilemma der Musiksoziologie?
- ADahlhaus ist der Ansicht, dass nicht feststehe, was Musiksoziologie ist oder sein kann
- Bjede Gegenstandsbestimmung ist zugleich ein (Vor-)Urteil darüber, was "Musik" eigentlich sei
- CDahlhaus ist der Meinung, dass feststehe was Musik ist, diese Ansicht jedoch durch kulturelle Faktoren abhängig sei
- DGegenstandsbestimmungen sind nötig, um adäquate Untersuchungsmethoden verwenden zu können, sie sind aber schwer zu definieren
- EDahlhaus sieht das Dilemma der Musiksoziologie darin, mit was sie sich primär befassen sollte (Musikalisches oder Soziologisches Verhalten)
37Was stellt für Dahlhaus einen "faulen Frieden" in der Musiksoziologie dar?
- Adie Anwendung unterschiedlicher Verfahren je nach Untersuchungsgegenstand
- Bdie Koexistenz von artifizieller und kulturindustrieller Musik
- Cdie Einteilung des Untersuchungsgegenstandes in verschiedene Kategorien, die wiederum mit (Vor-)Urteilen behaftet ist
- Ddurch das soziale Funktionieren von Musik auf gesellschaftliche Mechanismen zu schließen (auch, wenn diese empirisch belegbar sind)
- Edie Verwendung der Methoden der Soziologie in der Musiksoziologie
38Auf welche wesentlichen Punkte verweist Dahlhaus in seinen Schriften über Musiksoziologie?
- Aer verweist auf die Eigenschaft der Musikstücke als autonome Kunstwerke ab 1800
- Ber verweist auf die Autonomie der Musik und die dadurch erfüllte Rolle sozialer und sozialpsychologischer Funktionen
- Cer verweist darauf, dass ältere Musikstücke entweder vor dem damaligen Hintergrund oder aus unserer heutigen zeitlichen Distanz soziologisch zu analysieren sind
- Der verweist darauf, dass für die empirische Datenerhebung immer dieselben Analysemethoden verwendet werden müssen, um einen objektiven Blick auf die Musik in der Gesellschaft zu erlangen
- Eer verweist darauf, dass die zeitliche Distanz das größte Problem der Musiksoziologie darstellt und es so gut es geht vermieden werden sollte
39Was versteht man unter dem Begriff "Sozialisation"?
- AProzess der Übernahme kultureller und gesellschaftlicher Normen und Wertesysteme
- Bgrundsätzliche Funktion ist die Weitergabe menschlicher Kultur
- CUnterschied zwischen primärer Sozialisation und sekundärer Sozialisation
- Dständiger Prozess der Integration in die menschliche Gesellschaft
- EPrägung des Kulturverständnisses durch soziale Interaktion
40Was sind Einflüsse, die auf die musikalische Sozialisation einwirken können?
- Ader gesellschaftliche Kontext (objektive Lebensbedingungen)
- BStruktur der Überlieferungs- und Produktionssysteme von Musik (musiksoziologisch relevante, objektive Kennzeichen wie Zeit, Geld, Situationen, Institutionen etc.)
- Cmusikalisches Material, anhand dessen Lernprozesse vollzogen werden
- DInteraktionsstrukturen, durch die gewisse musikalische Prägungen wahrscheinlicher werden
- Eunterschiedlich ausgeprägte Kapitalformen, die als Grundlage für musikalische Bildung fungieren (Zeit, Geld, Situationen, Institutionen etc.)
41Was sind die wichtigsten Punkte der individuellen musikalischen Sozialisation?
- Azeitlicher und finanzieller Aufwand, der für Musik betrieben wird
- BEinfluss verschiedener Institutionen - wie beispielsweise Medien, Schule und Gleichaltrige - auf das musikalische Handeln einer Person
- Ceigener Geschmack, der die Musiksozialisation stark beeinflussen kann
- Dsoziale Demographie, die ausnahmslos die musikalischen Vorlieben beeinträchtigt
- Eökonomisches Kapital, das eine Musiksozialisation überhaupt erst möglich macht (Besuch einer Musikschule etc.)
42Welche Arten von Lernprozessen gibt es und inwiefern sind sie durch ihre gegenseitige Ergänzung wichtig für die musikalische Sozialisation?
- Asoziale Lernprozesse: Akzeptanz bzw. Abgrenzung von bestimmten Musikgeschmäckern
- Bassoziative Lernprozesse: beziehen sich darauf, dass bestimmte Musik (Discomusik, Marschmusik, Orgelmusik) eine bestimmte Wirkung und Funktion ausübt
- Cinstrumentelle Lernprozesse: musikalisches Handeln wird durch Lob oder Tadel entweder verstärkt oder verhindert
- Dkognitive Lernprozesse: jede Art der Information über Musik, Komponisten, Interpreten usw., die aufgenommen werden kann
- Emusikalische Lernprozesse: Verständnis für das Tonsystem selbst und die Verwendung im künstlerischen Prozess
43Was sind die eingänglichen Fragen, die sich Peter Martin im Zusammenhang mit Musiksoziologie stellt?
- AMusik als fester Teil des Alltags, Musik als ökonomisches "Gut", früher dagegen seltenes Musikerlebnis - Frage: Warum diese Okkupation?
- Bmoderne industrielle Gesellschaften folgen den Prinzipien der wissenschaftlichen Rationalität - Frage: Warum gibt es dann derart viel - emotional besetzte - Musik?
- Cmusikalischer Ausdruck ist jedem Individuum verständlich und kann sich im Habitus äußern - Frage: Wieso gibt es Uneinigkeiten über den Sinn der Musik?
- DMusik ist fester Bestandteil des menschlichen Daseins und kann soziale und Gesellschaftliche Funktionen erfüllen - Frage: Wie kann es überhaupt sein, dass Musik derartig die sozialen Interaktionen beeinflusst und steuert?
- Eindustriell orientierte Gesellschaften legen ihr Augenmerk auf die Florierung des Marktes und den ökonomischen Nutzen - Frage: Ist Musik moderner Gesellschaften noch mit dem gängigen Begriff der "Musik als Kunstwerk" beschreibbar, oder wird sie für das Schlagen von Profit verwendet?
44Was sind Beispiele für soziologische Perspektiven nach Peter Martin?
- AGedanken, Worte und Werke der Menschen werden von der Art und Weise der sozialen Umstände, unter denen sie leben, beeinflusst
- BInternalisierung von Konventionen, Sozialisation, Enkulturation
- Csymbolische Kommunikation: Sprache usw.
- Dverschiedene kognitive Modelle vs. Wahrnehmungsgesetze
- ETrennung von Individuum und Gesellschaft bzw. Kultur ist schwierig (Gesellschaften sind auf Stabilität ausgelegt)
45Welche Punkte nennt Peter Martin im Zusammenhang mit Kultur und Konflikt?
- A"Moral": Regeln und Übereinkünfte (selbst wenn man nichts über Musiktheorie weiß reagiert man auf eine falsche Note)
- BHeterogenität der modernen Gesellschaften, individuelle Differenzierung (Religion)
- CAufgabe der Musiksoziologie: nicht die Übernahme der geäußerten Einstellungen der Menschen, sondern genaue Beobachtung und Analyse der Anerkennung und Abwertung aller Musikformen ohne deren ästhetische Beurteilung
- DHomogenität der modernen Gesellschaften, keine Differenzierung mehr auf Grundlage einer Klassengesellschaft (moderne Standards)
- EAufgabe der Musiksoziologie: nicht die Beobachtung und Analyse der Anerkennung und Abwertung aller Musikformen, sondern Übernahme der geäußerten Einstellungen der Menschen ohne deren ästhetische Bewertung
46Was sind laut Peter Martin wichtige Aspekte bei der Ausbreitung der Musik?
- Averschiedene Vorstellungen und Konzepte von Musik
- Bverschiedene technische Mittel
- Cverschiedene Tradierungsmöglichkeiten innerhalb von sozialen Gruppen
- Dverschiedene gesellschaftliche Werte von Musikarten
- Everschiedene Zeitpunkte der Verbreitung
47Was nennt Peter Martin im Hinblick auf Musik und Modernität?
- AAufsplitterung der Musiksphären
- BMediamorphose, Dekontextualisierung
- CSouveränität des Menschen, Kontrolle über Sound-Environment
- DAufgabe der Musiksoziologie: Offenlegung der sozialen Konstruktionen von (musikalischer) Wirklichkeit
- Etechnische Tradierungsformen
48Worin sah Silbermann das Aufgabenfeld der Soziologie?
- Ain der Erforschung sozialer Prozesse (z.B. soziale Interaktion, Konflikt, Mobilität) aus der Sicht des Individuums
- Bin der Erforschung kultureller Prozesse (z.B. Invention, Diffusion, Integration, soziokultureller Wandel, Evolution) aus der Sicht der Gesellschaft als Ganzes
- Cin der Erforschung sozialer Prozesse (z.B. soziale Interaktion, Konflikt, Mobilität) aus der Sicht der Gesellschaft als Ganzes
- Din der Erforschung kultureller Prozesse (z.B. Invention, Diffusion, Integration, soziokultureller Wandel, Evolution) aus der Sicht des Individuums
- Ein der Erforschung sozialer Prozesse (z.B. Invention, Diffusion, Integration, soziokultureller Wandel, Evolution) aus der Sicht des Individuums
49Auf welchen vier Faktoren beruht Silbermann zufolge die empirische Kunstsoziologie?
- AObjektivität: möglichst keine Beeinflussung der Daten durch den Forscher
- BGenauigkeit: begründete Definition der Begriffe und Untersuchungsvorgänge
- CÜberprüfung: als Maßnahme der Fehlvermeidung
- DInduktion: die Gewinnung von Hypothesen durch empirisch gestützte Verallgemeinerungen ausgehend von deduktiven Behauptungen
- EDeduktion: die Gewinnung von Hypothesen ausgehend von induktiven Behauptungen die empirisch gestützt verallgemeinert werden
50Was ist laut Silbermann das einzig bestimmte Objekt im Untersuchungsprozess der Musiksoziologie?
- Adas Kunsterlebnis, das in seinen Wirkungskreisen untersucht wird
- Bder Mensch in seinem sozio-künstlerischen Sein
- Cder Mensch in seinem sozio-künstlerischen Haben
- Ddas Kunstwerk selbst
- Edie sozialen Aktionen rund um den Schaffensprozess von Kunst
51Was ist das Ziel der Musiksoziologie nach Silbermann?
- Adie Erkenntnis, was das Kunstwerk von innen oder außen als eine soziale Aktion, als soziales Handeln bedeutet
- Bdie Erkenntnis, was der Mensch in seinem sozio-künstlerischen Sein und Handeln bedeutet
- Cdie Erkenntnis, was das Kunsterlebnis im sozialen Kontext bedeutet
- Ddie Erkenntnis, was das Kunstwerk von innen oder außen als eine kulturelle Aktion, als kulturelles Handeln bedeutet
- Edie Erkenntnis, was der Mensch in seinem sozio-kulturellem Sein und Handeln bedeutet
52Welche Wirkungskreise werden beim Kunsterlebnis nach Silbermann untersucht?
- AKunstprozess: Interaktion zwischen Künstler und seiner soziokulturellen Umgebung
- BVeranschaulichung des dynamischen Phänomens Kunst in seinen verschiedenen Ausdrucksformen
- Csozialer Rahmen: Gesellschaftssichten, in denen das Kunsterlebnis seine volle Entfaltung zeigt
- DKünstler-Dasein als Imitierung einer gesellschaftlichen Hierarchie mit eigenem Standpunkt
- EKomposition als Ausdruck eines vielseitigen Schaffensmilieus und die daraus resultierende Einordnung in einer sozialen Gruppe
53Was gehört zur Untersuchung der Wirkungskreise nach Silbermann?
- Astrukturelle Analyse hinsichtlich der Interdepenzenden von Produzentengruppen und Konsumentengruppen
- Bfunktionale Analyse, bei der Wirkungen und Funktionen der Kunst sowie die Interaktion und sozio-künstlerische Gruppe untersucht werden
- Cinstitutionelle Strukturen: beinhalten das Verhältnis zwischen Kunst und Massenmedien und die Organisation der Kunst
- DAnalyse künstlerischer Verhaltensweisen
- EAnalyse sozialer Verhaltensweisen
54Was ist laut Engel bei einer Gegenüberstellung von Musik und Gesellschaft zu beachten?
- AZiele der allgemeinen Soziologie und der Soziologie der Kunst sind nicht dieselben (Kunst als Äußerung der menschlichen Gesellschaft)
- BKunst und Gesellschaft stehen in unmittelbarem Zusammenhang (dieser Zusammenhang kann unterschiedlich ausgeprägt sein)
- Cin der Musik ist der gesellschaftliche Zweck dann leicht wahrnehmbar, wenn er zu ausgesprochenen, festen Gebrauchsformen geführt hat (z.B. Trauermarsch, Tanz, Militärmusik)
- Dder Herstellungsvorgang der Musik ist sehr wichtig, denn die niedergeschriebene Komposition muss erst durch die Aufführung in Töne umgesetzt werden
- Ein den Anfängen der Musik, in den Musiken primitiver Kulturen und bei der Freiheit der Interpretation bis ins 19. Jhdt. ist die Aus- und Aufführung durch Gruppen von Musikern ein soziologisches Problem von großer Eigentümlichkeit
55Was sind die Gegenstände einer soziologischen Untersuchung laut Engels?
- AKomposition
- BPublikum (in seiner Beziehung zum Kunstwerk und zu den Künstlern)
- CAufführung (als künstlerischer und sozialer Prozess)
- DKunstschaffung (als Indikator für gesellschaftliche Phänomene)
- EInstitution
56Engel zufolge wird die gegenseitige Beziehung von Kunst und Gesellschaft nach drei Seiten hin verdeutlicht. Welche drei Seiten meint er?
- Agemäß dem Wesen der Kunst
- Bgemäß der Bedeutung der Kunst (auch als Zweck der Kunst)
- Cgemäß dem Ursprung der Kunst
- Dgemäß der Rezeption der Kunst
- Egemäß der Stellung der Kunst
57Welche Betrachtungsaspekte Engels sind im Hinblick auf die Gegenüberstellung von Musik und Gesellschaft korrekt?
- AKunst ist eine Form der Sinngebung der Gesellschaft, eine Form, in der die Gestaltung auf ein Gefühlserleben die Gesellschaft selbst symbolisiert
- Beine umfassende Musiksoziologie, die diesen Namen zurecht führt, gibt es bisher nicht
- Cin vielen musikhistorischen Arbeiten ist ein reiches Material an soziologischen Beobachtungen und Data ausgebreitet
- DVersuch, das ganze Gebiet der Musik auf ihren Zusammenhang mit der Gesellschaft hin zu durchforschen: kann nur Aufgabe der Musikwissenschaft sein, denn dies fordert eine Beherrschung des Stoffes und der Realien
- Edurch die breite Spanne der soziologischen Untersuchungsmethoden und empirischen Datenerhebungen ist es die Aufgabe der Soziologie diese Methoden und Konzepte an die Bedürfnisse der Musikforschung anzupassen
58Was zeichnet den Habitus nach Bourdieu aus?
- Ader Erfahrungsreichtum (des Habitus) ist durch die Bedingungen der "angestammten" Welt beschränkt
- BZwänge des Alltags werden in einen "Habitus" übersetzt, der das individuelle Handeln zu einer unhinterfragten Selbstverständlichkeit macht
- CHabitus beruht auf den Erfahrungen in der primären Sozialisation, die durch die objektiven Bedingungen des sozialen Umfelds beschränkt sind
- Ddie Zugehörigkeit zu einer sozialen Klasse ist mit typischen Erfahrungen verbunden, die zur klassenmäßigen Ausbildung eines "Habitus" führen kann
- Eder "Habitus" wird in der sekundären Sozialisation durch Auseinandersetzung mit Kultur und Identität herausgebildet
59Im Zusammenhang mit dem "Habitus" nennt Bourdieu einen sozialen Raum. Was passiert darin?
- AAneignung der "Codes"
- BInkorporation der "Umgangsformen"
- CVerwendung von Kompetenzen als "Ressource" (z.B. Musikgeschmack)
- DAneignung von Hierarchiegebilden
- EVerwendung sozialer Herkunft als Distinktionsmittel
60Inwiefern kann man Kritik an Bourdieus Konzept des "Habitus" formulieren?
- Adas Feld der Musik erlebt(e) einen grundlegenden sozialen Wandel (demokratische Inklusion breiter Bevölkerungsschichten in der Herrschaftsausübung, Bildungsexpansion etc.)
- Bpluralistische Struktur von nebeneinander existierenden und sich zum Teil überlappenden Musiksparten und Musikstilen (Verschiebung der Gewichte von bürgerlichen Musikgesellschaften hin zu einer global operierenden Musikindustrie)
- Cdie durch die Bildungsexpansion ermöglichte Aufwertung kognitiven Kapitals verringert die sozialen Einschnitte in der Gesellschaft und somit die Bildung eines dafür typischen "Habitus"
- Des wird keine Kritik am "Habitus" von Bourdieu ausgeübt, da dieses Konzept eine unumstrittene Position in der Soziologie erlangt hat
- Edas erhöhte ökonomische Kapital verschafft Zugang zu Bildungseinrichtungen und lässt Individuen frei über die Entwicklung ihres "Habitus" entscheiden
61Wie und wann ist der Begriff "Omnivore" entstanden?
- A1992: Peterson und Simkus untersuchten den Zusammenhang von Berufsstatusgruppen und Musikgeschmack in de USA
- B1982: Peterson und Simkus untersuchten den sozialen Wandlungsprozess aller Berufsstatusgruppen in Großbritannien
- Cdurch das Ergebnis einer Sekundaranalyse von Peterson und Simkus wurde die "Omnivore-Hypothese" aufgestellt, wodurch auf eine Veränderung der Geschmackshierarchie geschlossen werden konnte
- Ddurch das Ergebnis einer Sekundaranalyse von Peterson und Simkus wurde die "Omnivore-Hypothese" aufgestellt, wodurch auf eine Veränderung der Gesellschaftshierarchie geschlossen werden konnte
- Edurch die hohe Partizipationsrate an einer Studie zum Musikgeschmack in den USA konnte auf eine Art "Omnivorousness" geschlossen werden
62Was macht einen "Omnivore" aus?
- AGegenteil des "Univore" in unteren Gesellschaftsschichten
- Ballgemein interessierter, offener Mensch, der Wissen über verschiedene Arten kultureller Güter angehäuft hat und somit Geschmacksurteile über verschiedene Genres fällen kann
- Cverschlossener, intellektueller Mensch, der durch sein hohes geistiges Niveau auf akademischer Ebene Geschmacksurteile fällen kann
- Dein möglicher Grund für das Auftreten von "Omnivorousness" wird immer wieder soziale Mobilität genannt (sozial aufgestiegene Mitglieder der Gesellschaft)
- Eein möglicher Grund für das Auftreten von "Omnivorousness" wird immer wieder soziale Stabilität genannt (Etablierung in einer bestimmten sozialen Gesellschaftsschicht)
63Wie kann "Omnivorousness entstehen?
- Adurch den intergenerationalen sozialen Aufstieg von Mitgliedern unterer Schichten in höhere Statusgruppen und der daraus entstehenden Verringerung der Homogenität
- Bbeim sozialen Aufstieg wird der Geschmack der ursprünglichen sozialen Klasse ergänzt durch einen - dem neuen Status gerechteren - legitimen Geschmack
- Cdie Verbindung von Interesse an Hochkultur und dem Verbleib in der Kultur der Herkunftsschicht führt zu einem breiten Geschmack und somit auch zu "Omnivorousness"
- Ddurch das Erleben verschiedener Gesellschaftstrukturen kann ein Bildungsniveau erreicht werden, das den Zugang zu Institutionen fördert, wodurch "Omnivorousness" entstehen kann
- Eder Abstieg einer Person in der Gesellschaftshierarchie ermöglicht eine Erweiterung des geschmacklichen Grundniveaus, da auch der neue Habitus erlernt wird, wodurch es zu einer Entwicklung von "Omnivorousness" kommen kann
64"Omnivorousness" wird in mancher Literatur durch einen Abstieg der bürgerlichen Hochkultur erklärt. Inwieweit wird dies von den Forschern argumentiert?
- AScheitern des Versuchs Hochkultur als monopolisiertes Gut zur Identifikation und Abgrenzung einzusetzen, wodurch diese auch von mittleren und unteren sozialen Schichten erreicht werden kann
- Bim Gegensatz zu Bourdieu, der der Meinung ist, dass untere Schichten legitime Kultur nicht verstehen können, setzt diese Argumentation voraus, dass auch diese mit Hochkultur umgehen können, woraus eine Entwertung dieser Hochkultur folgt und man sich neue Kultur als symbolischen Nutzen aneignen muss
- Cdurch die "Inflation der legitimen Kultur" muss der Verlust der hohen Kultur durch den Konsum anderer Kultur ausgeglichen werden, was zur "Allesfresserei" führt
- Ddurch die Individualisierung und die damit einhergehende Pluralisierung kultureller Stile kommt es zu einer Mehrdimensionalität, die den Gegensatz von legitimer und populärer Kultur sprengt (so schreibt Schulze in seiner "Erlebnisgesellschaft")
- Edurch die Gruppierung und die damit einhergehende Vereinheitlichung kultureller Stile kommt es zu einer Mehrdimensionalität, die den Gegensatz von legitimer und populärer Kultur sprengt (so schreibt Schulze in seiner "Erlebnisgesellschaft")
65Durch welche Faktoren wird der Grad an "Omnivorousness" beeinflusst?
- Aberufliche Stellung und höheres abgeschlossenes Bildungsniveau
- BEinkommen
- Cdiverse sozio-demographische Variablen
- DGeschlecht
- EStaatsangehörigkeit
66Wie hängt die Sozialisation mit "Omnivorousness" zusammen?
- Aentgegen Bourdieus These wird auf die Sekundärsozialisation ein größeres Augenmerk gelegt, da sich hier ein grenzüberschreitender Geschmack entwickeln kann
- Bdie These, dass Musikgeschmack Ergebnis eines einheitlichen Habitus ist, der sich auf ein kulturelles Feld beschränkt, müsste verworfen werden, was gleichzeitig eine größere Bedeutung sekundärer Sozialisation impliziert
- Cin der primären Sozialisation wird die Grundlage für das Verständnis von kulturellen Faktoren geschaffen, wodurch man durch überdurchschnittlichen kulturellen Kontakt eine Basis für grenzüberschreitenden Geschmack schaffen kann
- Ddie Sozialisation spielt nur im Zusammenhang mit der Entwicklung des Habitus eine Rolle, "Omnivorousness" ist sozialisationsunabhängig und wird nur durch kulturelle Faktoren bestimmt
- Esowohl in der primären als auch in der sekundären Sozialisation kann sich eine Tendenz zu "Omnivorousness" entwickeln, da die Fähigkeit Kultur aufzunehmen in beiden Sozialisationsabschnitten gebildet wird
67Radiokonsum: Welche Genres werden von den Befragten als Lieblingsmusik angegeben?
- ARock
- BPop
- CSchlager
- DJazz
- EHipHop
68Radiokonsum: Welche Musikgenres werden von den Befragten gar nicht gemocht?
- ATechno/House
- BKlassik
- CJazz
- DVolksmusik
- Emoderne Kunstmusik
69Radiokonsum: Was für Musik wird von den Befragten mehrmals die Woche gehört?
- ASchlager
- BMusik aus aller Welt
- CVolksmusik
- DJazz
- ETechno/House
70Radiokonsum: Was für Musik wird von den Befragten nie gehört?
- ATechno/House
- BHipHop
- CJazz
- DSchlager
- EPop
71Wann ist der Radiokonsum über den Tag gesehen am höchsten?
- Afrüh am Morgen
- Bam Vormittag
- Czu Mittag
- Dam späten Nachmittag
- Ein der Nacht
Informationen
- Beschreibung
- Musikwissenschaft (Uni Wien) Die Prüfung wird von M. Weber abgehalten und ist KEINE MULTIPLE CHOICE PRÜFUNG! Ich habe diese Fragen lediglich zur Übung und Vertiefung des Stoffes erstellt. Die eigentliche Prüfung besteht aus 10 offenen Fragen, die den Stoff der gesamten LV enthalten. Dieses Quiz enthält nur die zentralen Punkte des Stoffes, ich kann also nicht dafür garantieren, dass es für das Bestehen der Prüfung reicht (gehe aber dennoch davon aus).
- Autor
- Sabrina Rose
- Sprache
- Deutsch
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