Karteikarten
Klinische Neuropsychologie - Apraxie
Karten in diesem Stapel (12)
- 1Apraxie-Motorische Fehlhandlungen, die nicht auf elementare motorische Beeinträchtigung zurückzuführen sind
-Folge linkshemisphärischer Läsionen
-Äußern sich auf beiden Körperseiten (auch ipsiläsional)
-Drei Handlungsarten betroffen:
1. Imitieren von Gesten
2. Ausführung kommunikativer Gesten
3. Gebrauch von Werkzeug und Objekten - 2Imitieren von GestenImitieren als Prüfung der motorischen Ausführung
-Hierarchisches Schema der motorischen Handlungskontrolle:
Zwei Ebenen:
1. Höhere Ebene: entwerfen des Handlungsplans und festlegen des Ziels
2. Zweite Ebene: Umsetzen in motorische Programme
Annahme: beim Imitieren ist Handlungsplan vorgegeben, nur Umsetzung wird geprüft
Prädiktionen:
-Wenn Fehler beim Imitieren, dann auch bei Gedächtnisabruf
-Kein Unterschied beim Imitieren von bedeutungsvollen und -losen Geesten
→ allerdings entgegengesetzte Befunde in manchen Studien - 3Direkte Route von Perzeption zur motorischen Ausführung-Direkte Route ermöglicht Imitation aller Arten von Gesten (visuelle Perzeption → motorische Ausführung)
-Bedeutungsvolle im LZG => können auch durch Verstehen und Reproduzieren imitiert werden (Umgehung der direkten Route; visuimitative Apraxie)
→ Erklärt selektive Störung des Imitierens bedeutungsloser Gesten - 4Körperteilkodierung als kognitive Zwischenstufe des ImitierensZwischenstufe zwischen Perzeption und Motorik: Gesten in Bezug auf menschlichen Körper kodiert
-kodiert Gesten als Kombination einer begrenzten Zahl von Körperteilen; Kodierung bewirkt Übertragung auf eigenen Körper
-Sowohl bei gesehenen als auch selber ausgeführten Gesten → löst Korrespondenzproblem
-Handstellungen komplizierter als Fingerstellungen, da in Relation zum gesamten Körper (stark variable Position der Hand vs. (feste) invariable Position der Finger)
→ mangelhafte Körperteilkodierung bei Fingerstellung eher kompensierbar
-Perzeptive Analyse bei Fingerstellung schwieriger
-linkshemisphärische Läsionen beeinträchtigen Körperteilkodierung
-rechtshemisphärische Läsionen beeinträchtigen visuelle Analyse der Geste
=> keine Störung der motorischen Ausführung als Grund, auch bei Zeigen auf Bilder/mit einer Puppe gleichartige Störungen wie bei eigener Gestikproduktion - 5Rolle des linken unteren Parietallappens-Inferiore Parietalläsionen: Probleme beim Imitieren von Handstellungen
-Linksfrontale und präzentrale Läsionen: Probleme bei Imitation von Fingerstellungen
=> Linker unterer Parietallappen essenziell für Körperteilkodierung
→ bei Läsion Autotopagnosie (Keine Lokalisation oder Benennung eigener Körperteile nach Aufforderung oder in Imitation) - 6Kommunikative Gesten-Gesten mit eigener Bedeutung aber ohne Syntax (keine Gebärdensprache)
-Bedeutung meist konventionell festgelegt oder Pantomimen (kreative Leistung)
→ Pantomimen fehleranfällig, da kreativ (erfordert Auswahl charakteristischer Merkmale) - 7Pantomime, Objektgebrauch und Kommunikation-Meist korrekter Gebrauch des Werkzeugs/Objektes aber auch Versagen bei Pantomime => Fehlerquelle: Darstellung
-Keine Ausführung des Gebrauchs ohne Objekt, sondern Geste, die Gebrauch darstellt
-Auch Kompensation mangelnden sprachlichen Ausdrucks
→ Korrelation der Fähigkeiten der Produktion von Pantomimen mit Einsatz kommunikativer Gesten zur Aphasiekompensation - 8Pantomime des Objektgebrauchs – Läsionen-Rechtshänder: Störung der Pantomime nur bei linkshemisphärischer Läsion und mit Aphasie einhergehend
→ Meist inferior frontale und ventrale präzentrale Läsion
-Linkshänder: teils nur Apraxie für kommunikative Gesten nach rechtshemisphärischer Läsion - 9Werkzeug- und Objektgebrauch-Wissen über Gebrauch wird durch das Objekt aktiviert => Fehler wenn Wissen nicht zugänglich
Aber: häufig richtiges Benennen trotz mangelnder Anwendungsfähigkeit
Assoziative Agnosie: richtige Anwendung bei mangelnder Benennung - 10Arten von Wissen über richtigen ObjektgebrauchZwei Arten:
1. Funktionelles Wissen: Zweck des Objekts; semantisches Gedächtnis
→ auch Voraussetzung für Pantomime
→ Überprüfung: Beurteilung von Gegenständen auf funktionellen Zusammenhang
2. Physikalische Struktur lässt auf Funktion schließen
→ Voraussetzung für mechanisches Problemlösen und technisches Denken
→ Überprüfung: Darbietung von Ersatzwerkzeugen/unbekannten Werkzeugen zur Problemlösung - 11Gebrauch einzelner Werkzeuge und Objekte – Neur. KorrelateLinkshemisphärische Läsion: Probleme mit funktionellem Wissen und Schluss auf Funktion durch Struktur
-Funktionelles Wissen: Temporallappen
-Struktur → Funktion: Integrität des unteren Parietallappens
Rechtshemisphärische Läsion: kaum Einschränkungen - 12Komplexe Handlungsfolgen mit mehreren Objekten-Erfordern Planung, räumliche Exploration und Arbeitsgedächtnis (Kochen etc.)
-Bei unvertrauten Werkzeugen: mechanisches Problemlösen
-Bei linkshemisphärischen Läsionen hohe Korrelation zwischen einfachem Objektgebrauch und komplexen Alltagshandlungen
Aber: einfacher Objektgebrauch nur bei Apraxie beeinträchtigt, Probleme mit Alltagshandlungen auch bei anderen Läsionen
→ zwei Erklärungsmöglichkeiten:
1. Fehler entstehen durch verschiedene Gründe (je nach Störungsbild), Ort und Art der Fehler durch Struktur und objektive Schwierigkeit der Aufgabe bestimmt
2. Planung und Kontrolle von komplexen Handlungsfolgen erfordern generelle kognitive Verarbeitungskapazität, die durch alle Arten nzerebraler Läsionen beeinträchtigt ist
Zahl und Art der Fehler erlaubt keine direkten Rückschlüsse auf Art der Störung
Informationen
- Beschreibung
- Zellbiologie Psychologie (Klinische Neuropsychologie) Karteikarten am Klinische Neuropsychologie - Apraxie, erstellt von Joney Stoney am 29/07/2018.
- Erstellt von
- Joney Stoney
- Aufrufe
- 1
- Bewertung