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Karteikarten

Klinische Neuropsychologie - Kortikale Reorganisation

Joney Stoney Psychologie Zellbiologie Deutsch 10 Karten

Karten in diesem Stapel (10)

  1. 1Kortikale Reorganisation-Retinotope/tonotope Organisation des Kortex entwickelt sich aufgrund der geordneten Afferenzen
    → Aber auch Abhängig von intrinsischen Mechanismen der Aufrechterhaltung oder Verstärkung synaptischer Wirksamkeit in diesen Nervenzellverbänden und damit von der Koinzidenz eingehender neuronaler Impulse
    → Reorganisation bei Inaktivation
    -Affenexperimente: nach Amputation Reorganisation: Reaktion des betroffenen Areals nach einiger Zeit auf Impulse benachbarter Areale
    → Verschiebung um mehrere Zentimeter → Versprossung des Dendritenbaums nicht ausreichend erklärend. Veränderung in der Gewichtung weitverzweigter neuronaler Verbindungen erforderlich
    -auch nach Hirnverletzungen funktionelle Veränderungen: zunächst reduzierte Verhaltensweisen/Wahrnehmung/kognitive Fertigkeiten, dann oft spontane Erholung → teilw. aufgrund von Verhaltensplastizität
  2. 2Constraint-induced movement therapy (CIMT)motorische Bewegungsstörungen „erlernt“, da nach Schlaganfall zunächst erfolglose Versuche => gesunder Arm wird ruhiggestellt, um schrittweise Ntzung des betroffenen zu fördern
    → Zwei Prinzipien:
    1. Reorganisation in Folge von Nichtgebrauch
    2. Vergrößerung von Repräsentationsarealen durch vermehrten Gebrauch bei gleichzeitiger Verkleinerung der rezeptiven Felder der Neurone in diesem Bereich
    -Voraussetzuung für kortikale Reorganisation:
    → Intensive Stimulation
    → Verhaltensrelevante Stimulation
  3. 3Kortikale Reorganisation kann Folge unterschiedlicher Prozesse sein-Infolge von Läsionen: input-decrease, oft mit Phantomschmerz oder Tinnitus verknüpft
    -Infolge vermehrter verhaltensrelevanter Stimulation: input-increase
    → können parallel ablaufen (1. krankes; 2. gesundes Körperteil)
  4. 4Morphologische neuronale Plastizität und kortikale Reorganisation-Erfahrung sorgt für ständige morphologische und damit strukturelle Veränderung
    → Anpassung durch plastische Elemente:
    Synaptogenese, Erhöhung der Spinedichte, Dendriten- und Axonsprossung, gesteigerte Gliazellenaktivität, Stoffwechselveränderungen und Integration neuer Neurone
    -Hebb: „what fires together, wires together“: Stärkung synaptischer Verbindung → distinkte Zellverbände (Hebbsche Zellverbände) stärken ihre Verbindung durch gemeinsame, synchrone Aktivität
  5. 5Gebrauchsabhängige kortikale Reorganisation beim MenschenFür alle Modalitäten nachgewiesen
    1. Deafferenzierung oder verminderter Gebrauch bedingt Invasion benachbarter Repräsentationsbereiche → korreliert hoch mit pathologischen symptomen (Phantomschmerz etc.)
    2. Vermehrter Gebrauch eines Gliedes oder vermehrte verhaltensrelevante Stimulation eiens sensorischen Bereiches führt zu Expansion der zugehörigen kortikalen Repräsentation und zu einner Schärfung der rezeptiven Felder der entsprechenden Neurone
    3. Zeitsynchrone, verhaltensrelevante Stimulation zweier Regionen bedingt Fusion der repräsentationen => zeitlich korrelierte Aktivitäten formen kortikale Repräsentationen
    4. Asynchrone Reizung zweier Rezeptorgebiete bedingt Trennung der zugehörigen Repräsentationen
    5. Veränderungen in den kortikalen Karten erfolgt nur, wenn die Reizverarbeitung mit hoher Motivation erfolgt (Verhaltensrelevanz)
    6. Kortikale Reorganisation kann durch intensive Übung erreicht werden
    7. Hirnverletzungen können kortikale Reorganisation in zur Läsion benachbarten Gebieten hervorrufen
  6. 6Kreuzmodale (intermodale) Plastizität-Nach Abschneiden einer gesamten modalitätsspezifischen Hirnregion von ihren Eingängen Reaktion auf Reize anderer Modalitäten
    -Experiment an Frettchen: neuronale visuelle Bahnen mit primärem auditorischem Kortex verbunden → adäquate Verhaltensweisen → „sehen“ mit auditorischem Kortex
    -Bei Braille-Lesern: größere Repräsentation der Fingerareale und Verwischung/Überlagerung einzelner Fingerrepräsentationen => durch gemeinsame Reizung Bildung eines Mehrfingernetzwerks
    → Asynchrone Reizung führt dagegen zur Aufspaltung
  7. 7Kortikale Reorganisation – top-down oder bottom-up?-Plastizität ist auch ein top-down-Prozess, bei dem der Kortex die Feinstruktur thalamischer Organisation determiniert
    -Wahrnehmung hängt nicht nur von eingehenden Reizen, sondern besonders von der kortikalen Organisation ab
  8. 8Neuropsychologische Konsequenzen und therapeutische Nutzung kortikaler ReorganisationKoritkale reorganisation ist meist adaptiv, selten aber negative Konsequenzen
  9. 9Umkehrung kortikaler Reorganisation zur Linderung des Phantomschmerzes-Deafferenzierung kann Phantomschmerz oder Tinnitus bewirken
    -Beim Tragen einer rein kosmetischen Prothese: eher Zunahme des Phantomschmerzes
    -Sauerbruch-Prothese (über Kabel und Gestänge mit Muskeln verbunden und gibt somatosensorische Rückmeldung): oft vollständiger Rückgang des Phantomschmerzes
  10. 10Modell der fokalen Dystonie der Hand-Führt zu fehlender Koordination der Hand- und Fingermuskulatur (z.B Schreibkrampf)
    -Behandlungen meist unwirksam, vermehrtes Üben verschlimmert Problem
    -Intensives Üben mit verhaltensrelevanten kraftvollen und schnellen Bewegungs- und Wahrnehmungssequenzen induziert kortikale Reorganisation → Verschmelzung/Verwischung der homunkulären Organisation
    -Umkehrung durch Verhaltenstraining: Ausführung von Bewegungssequenzen mit betroffenen Fingern bei Fixierung kompensatorischer Finger (hier keine distinkte und getrennte afferente Stimulation) => deutliche Erholung und koritkale Reorganisation

Informationen

Beschreibung
Zellbiologie Psychologie (Klinische Neuropsychologie) Karteikarten am Klinische Neuropsychologie - Kortikale Reorganisation, erstellt von Joney Stoney am 29/07/2018.
Erstellt von
Joney Stoney
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