GoConqr hat ein neues Design! Sag uns, wie es dir gefällt.

Karteikarten

Therapie der Hypercholesterinämie

Sun dra Pharmazie Deutsch 49 Karten

Therapie der Hypercholesterinämie

Karten in diesem Stapel (49)

  1. 1Cholesterol* wichtiges Steroid für die Synthese anderer Hormone:
    Corticosteroide (Cortisol), Sexualhormone (Estradiol, Testosteron), Vitamin D
    * Bestandteil von Biomembranen: wichtig für Stabilität und Festigung der Membran
    * wichtiges Detergens: wird über die Galle ausgeschieden (therapeutische Relevanz!)
    * bedeutend auch im Elektrolyt- und H2O-Haushalt
    * Cholesterol wird hs. in der Leber synthetisiert (nur geringer Anteil aus der Nahrung!)
    * wird in Form von Lipoproteinen transportiert
  2. 2Lipoproteine= makromol. Komplexe aus Proteinen (Apolipoprotein) und Lipiden (Cholesterol, Triglyceride, Phospholipide,...)
    * HDL-Cholesterol: High-Density-Lipoprotein (hohe Dichte, wenig Lipide); transportiert Cholesterin aus dem Gewebe zurück zur Leber; hoher HDL-Wert --> vermutlich geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen;
    * LDL-Cholesterol: Low-Density-Lipoprotein (niedrige Dichte, viele Lipide); transportiert Cholesterin aus der Leber in den Körper; hoher LDL-Wert --> erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen!
    andere Dichte-Klassen:
    - Chylomikronen (kleinste Dichte)
    - VLDL
  3. 3Apolipoproteine: Funktionen* Strukturbestandteile. von Lipoproteinen: für die Zusammenlagerung, Struktur und Funktion notwendig
    * Enzymaktivatoren: z.B. Lipoproteinlipase (LPL)
    * Rezeptorliganden: z.B. ApoB-100-Interaktion mit LDL-Rezeptor
  4. 4Lipoproteinstoffwechsel* Triglyzeride aus Nahrung werden durch Lipasen hydrolysiert und mit Gallensäuren emulgiert.
    * Cholesterin und FS werden im Dünndarm resorbiert und zu Cholesterinestern umgewandelt.
    * Langkettige Fettsäuren werden in Triglyzeride eingebaut und z.B. mit Cholesterinestern --> Chylomikronen: im Blut Hydrolyse und Freisetzung von FS (Chylomikronen werden kleiner)
    * Triglyceride in der Leber werden zusammen mit ApoB-100, Cholesterinester, Phospholipiden zu VLDL (sehr Triglycerid-reich) zusammengelagert
    * wie bei Chylomikronen werden die Triglyzeride der VLDL mittels LPL hydrolysiert --> IDL (intermediate density lipoprotein)
    * aus IDL entsteht LDL (re. Anteil an Cholesterin steigt, Triglyceride nehmen ab): Phospholipide und Triglyzeride werde hydrolysiert und alle Apolipoproteine außer ApoB-100 auf andere Lipoproteine transferiert;
    * LDL-Partikel werden von der Leber abgebaut: ApoB bindet an LDL-Rezeptor der Hepatozyten.; damit überschüssiges Cholesterin nicht in der Peripherie abgelagert wird (Arteriosklerose!)
  5. 5Lipoproteinstoffwechsel: oxidiertes LDLradikalinduzierte Oxidation von LDL-Cholesterin = pathogener Hauptfaktor der Arteriosklerose
    * LDL-Partikel können durch das geschädigte Endothel in den subendothelialen Raum eindringen, wo sie durch freie Radikale zu oxLDL oxidiert werden.
    * Makrophagen reichern oxidierte LDL-Partikel über ihren Scavenger-Rezeptor an, bilden Schaumzellen --> Ausbildung atherosklerotischer Plaques
  6. 6ABCA1= Phospholipid-transportierende ATPase (Transportprotein)
    * Transport von Cholesterin und Phospholipiden aus dem Zellinneren (z.B. von Endothelzellen oder Makrophagen) an die Membranoberfläche, wo sie sog. Lipid-Domänen bilden, aus denen High Density Lipoproteine (HDL) entstehen
  7. 7HDL-Lipoprotein* Lipoprotein mit der höchsten Dichte und am wenigsten Cholesterin
    * Hauptaufgabe: Cholesterintransport von den extrahepatischen Geweben zurück zur Leber, wo sie ausgeschieden werden
    * HDL-Vorstufen: werden von ApoA-I (Leber, Dünndarm) gebildet - Anlagerung von z.B. Phospholipiden und Cholesterin
    * Bildung von Cholesterinester: Aufnahme in HDL + OF wird frei für die Bindung weiteren Cholesterins --> überschüssiges Cholesterin aus der Peripherie wird zur Leber transportiert und ausgeschieden
    * hohe HDL-Konz. = günstige Effekte auf das kv-Risiko (ist aber nur ein Surrogat-Paramter)
  8. 8DyslipidämieMissverhältnis der Lipoproteine im Blut
    a) Hypolipoproteinämie: selten, meist genetisch
    b) HYPERLIPOPROTEINÄMIE: Erhöhung der LDL- und VLDL-Konzentration
    * primäre: familiäre Hypercholesterinämie, familärer ApoB-Defekt, polygene Formen (fam. kombinierte Hyperlipidämie, fam. Hypertriglyzeridämie)
    * sekundäre Hypercholesterinämie als Folge einer Grunderkrankung oder Diätfehler (DM2, Alkoholismus, Adipositas, Nieren- und Lebererkrank., Hypothyreose, Nikotin (senkt HDL)
    Hyperchol. erhöht das Risiko für Gefäßerkrankungen wie Artherosklerose, KHK oder PAVK
  9. 9LDL-Rezeptor: Physiologie und Pathophysiologie* Rezeptor-mediierte-Endocytose: neben LDL bindet auch ein modulierender Faktor, sog. PCSK9-Protein, an den Rezeptor (APO-B) --> Rezeptor wird eingeschleust und anschl. in Lysosomen gespalten (vermehrter Abbau von LDL-R)
    * Rezeptor kann nach Spaltung im Lysosom entweder abgebaut oder recyelt werden --> PCSK9-gebundene LDL-Rezeptoren werden nicht erneut an die Zell-OF befördert und stehen damit nicht mehr für die LDL-Bindung zur Verfügung --> LDL-Cholesterinspiegel im Plasma steigt an!
    * vermehrte Expression von LDL-Rezeptoren, wenn zellulärer Cholesterin-Bedarf steigt
    Pathophysiologie:
    ➛ LDL-Rezeptor-Defekte: LDL bleibt im Plasma
    ➛ Apo-B-100-Defekt
    --> Gefahr schwerer Arteriosklerose bereits im Kindesalter bei monozygotem Defekt!! (selten)
    ➛ oxidiertes LDL: Aufnahme z.B. in Makrophagen
  10. 10LDL-Rezeptor: PharmakologieErhöhung der LDL-Rezeptor-Expression durch:
    * Cholesterin-Synthese-Hemmung
    * AK gegen PCSK9: Abbau der Rezeptoren hemmen
  11. 11Klassifizierung von Dyslipidämien nach Frederickson (keine Aussage zu Ätiologie)Klassifizierung von Dyslipidämien nach Frederickson (keine Aussage zu Ätiologie)
  12. 12Dyslipidämien: Einteilung* Hypercholesterinämie: LDL ↑
    * Kombinierte Hyperlipidämie: LDL ↑ + VLDL ↑ + IDL ↑
    * Hypertriglyceridämie: VLDL ↑, Chylomikronen ↑
    LABOR: Nüchternblut (12h Nahrungskarenz), Bestätigung nach >1 Woche
  13. 13Dyslipidämien (v.a. Hypertriglyceridämie) durch Arzneimittel* Kontrazeptiva / Hormonersatztherapie
    * Corticosteroide
    * ß-Blocker, Thiazide (höhere Dosen, mild)
    * HIV-Therapeutika (Proteasehemmer)
  14. 14Cholesterin und Schlaganfall* niedere LDL-Konzentrationen wirken sich positiv auf ischämische Schlaganfälle aus (bis hin zu den 70-Jährigen) --> >70J eher Tendenz in andere Richtung;
    * kein wesentlicher positiver Effekt auf hämorrhaghische Infarkte
    ganz generell kann man sagen:
    LDL-C Senkung reduziert das kv-Risiko,
    aber geringere Assoziation mit Schlaganfall-Risiko (wenn dann nur bei 40-60-Jährigen für ischämische Infarkte)
  15. 15Cholesterinabsorption* Resorptionsmechanismus ist sättigbar (NPC1L1)
    * Cholesterol wird besser resorbiert als pflanz. Sterole
    * pflanzl. Sterole werden elminiert durch ABC-Transporter (Darmlumen + Leber --> Galle)
    * ABC-Transporter exkretiert auch Cholesterol
    * nur 1/3 des resorbierten Chol. aus der Nahrung (der Rest endogen hs. aus Galle)
    * intestinales Chol = wichtiger Determinant für LDL-Cholesterinspiegel
    * pflanzl. Sterole kompetitieren mit Cholesterol am Rezeptor (haben dadurch eine gewisse cholesterinsenkende Wkg
  16. 16NPC1L1-Transporter* in Dünndarm-Enterozyten: Cholesterin-Resorption aus dem Darm
    * in der Leber: Rückresorption von mit Galle sezerniertem Cholesterin
    * Inhibition durch EZETIMIB:
    - Cholesterol-Resorptionshemmer
    - Therapie der primären Hypercholesterinämie und zur Prävention kv-Ereignisse
    - auch bei Sitosterolämie (unvollständige Elmination Phytosterole wie Sitosterol)
    - keine UAW
  17. 17Cholesterinabsorption (2) LeberLeber = wichtiger Regulator für die Cholesterin-Absorption
    * Leber kann auch selbst Chol. synthetisieren und in Peripherie abgeben
    * Sterol-sensitive Transkriptionsfaktoren in Leber
    FXR-RXR regisieren Chol.-Konz. in Hepatozyten
    * Gallensäuresekretion: Solubilisierung von Chol.
    --> kann auch gedrosselt werden, dass weniger Sterole solubilisiert (Galle = Detergens) und mehr eliminiert werden.
  18. 18Lipidsenker* Statine, HMG-CoA-Reduktase-Hemmer: Inhibition der zellulären Chol-Synthese; ↑HDL, ↓↓ LDL, ↓ VLDL
    * Ezetimib: Resorptionshemmer: ↓LDL und VLDL
    * PCSK9-Inhibitoren: ↑ LDL-R-Expression in Leber führt zur Senkung von LDL (↓↓↓)
    * Fibrate: Reduktion hepatischer VLDL-Sekretion; Katabolismus Triglycerid-reicher Lipoproteine ↑
    (LP-Lipase ↑)
    * Anionenaustauscher: Gallensäurenausscheidung ↑ führt zur Senkung von LDL
  19. 19Lipidsenker, die zusätzlich auch das Schlagnanfalls-Risiko senken* Statine
    * PCSK9-Inhibitoren (zus. zu Statinen)
  20. 20Lipidsenker: Einfluss auf kv-Risikofaktoren und Gesamtletalität☛ STATINE: senken die Gesamtmortalität und Schlaganfallsrisiko
    ☛ Ezetimib: positive Beeinflussung kv-Ereignisse, aber keine Senkung der Gesamtmortalität
    ☛ PCSK9-Inhibitoren: keine Senkung der Gesamtmortalität, aber in Kombi mit Statinen senken sie das Schlaganfallsrisiko
  21. 21STATINE: Wirkungsmechanismus☛ Inhibition der hepatischen endogenen Cholesterinsynthese durch Hemmung der HMG-CoA-Reduktase: Umwandlung von HMG-CoA in Mevalonsäure = geschwindigkeitsbestimmender Schritt der Sterolsynthese;
    * Synthesehemmung erhöht die LDL-Clearance aus dem Plasma (Expression der LDL-Rezeptoren steigt)
    ☛ es wird eine Protease aktiv, die ein Protein abspaltet: sog. SREBP (sterol-responsive-element-binding-protein) --> führt zur Synthese des LDL-Rez.
  22. 22STATINE: Wirkungen auf Plasmalipide* Gesamt-Cholesterol: Senkung bis zu 50%
    * LDL-Cholesterin: 20-60% Senkung
    * Triglyceride: bis 30% Senkung
    * HDL: 5-15% Steigerung
  23. 23Pleiotroper Effekt der Statinedurch Hemmung der HMG-CoA-Reduktase stellt sich Frage, ob nicht auch andere wichtige Stoffwechselwege indirekt beeinflusst werden!
  24. 24Statine: Wirkstoffe* Lovastatin
    * Simvastatin
    * Pravastatin
    * Fluvastatin
    highly-potent-statins:
    * Atorvastatin
    * Rosuvastatin
  25. 25Statine: Wirkstoffe + Pharmakokinetik* Lovastatin: = Prodrug
    * Simvastatin: = Prodrug
    --> für beide relevant: CYP3A4-Interaktionen;
    Prodrugs: ringgeschlossene Form wird in geöffnete aktive Form umgewandelt
    * Pravastatin
    * Fluvastatin: CYP2C9
    highly-potent-statins:
    * Atorvastatin: CYP3A4
    * Rosuvastatin: CYP2C9
    --> 1x tgl.
    --> Bioverfügbarkeiten sind rel. gering - aber unproblematisch, weil keine systemische Wkg erwünscht ist --> wichtigste UAW kommt vom Skelettmuskel!! Für Wirkung bedeutend ist die hepatische Bioverfügbarkeit!
    --> Elimination: hs. Fäzes, gering renal
    --> bei kurzer HWZ (alle außer highly potent st.): abendliche Gabe empfohlen, auch wegen Myopathie
    --> therapeutischer Nutzen v.a. bei hohem kv Risiko (niedrige NNT), bei geringem kv-Risiko hingegen müssen mehr behandelt werden, um einen Nutzen zu erzielen!
  26. 26STATINE: UAW und Kontraindikationen* GIT: Obstipation, Flatulenz, Dyspepsie
    * Creatinphosphokinase (CPK)-Erhöhung, Myalgien, Myositis (Muskelschmerzen) --> oft als NOZEBO-EFFEKT (patient-driven-diagnosis): Interaktionen; Lebererkrankungen und Alkoholabusus kontraind.
    * selten aber gefährlich: Rhabdomyolyse mit Niereninsuffizienz --> gleiche KI wie Punkt vorher
    * Verschlechterung der Nierenfunktion bei hohen Dosen
    * fetale Missbildungen: nicht in SS, Stillperiode!
  27. 27Statine: AM-Interaktionen* Fibrate: Myopathien und Rhabdomyolysen (weniger für Fenofibrat!!)
    * CYP3A4-Inhib. (Grapefruit, Clarithromycin, etc.): ebenfalls Myopathien und Rhabdomyolysen wegen Erhöhung der Bioverfügbarkeit
    --> v.a. bei Lovastatin, Simvastatin, weniger bei Atorvastatin
    * p-Glykoprotein (Pravastatin Elimin. über Galle): Hemmer z.B. Ciclosporin A
    * organischer Säuretransporter (OATP1B1): Tranpsort in Hepatozyten = Wirkort; kann gehemmt werden durch Ciclosporin oder zugrundeliegender genetischer Polymorphismus (Myopathierisiko)
  28. 28EZETIMIB Wirkungsmechanismus und Wkg= selektiver Cholesterin-Absorptionshemmer;
    hemmt enterozytäre Chol-Resorption (von 50% auf 25%)
    * keine Beeinflussung von Vitamin A, D, E oder Steroidhormon (z.B. orale Kontraz.) Resorption
    * Menschen mit NPC1L1-loss-of-function-Mutationen: niedrigere LDL-C-Spiegel, weniger KHK
    WIRKUNGEN:
    - senkt LDL-C um 15-20%, additiv zu Statinen
    - senkt auch Plasma-Sitosterolspiegel (Phytosterole)
    - Kardioprotektion: E + Simvastatin --> minimale zusätzliche Risikosenkung durch Ezetimib
  29. 29Ezetimib: Pharmakokinetik und Interaktionen* Glucuronidierung und Exkretion hs. in Galle
    * enterohepatischer Kreislauf (HWZ = 22h)
    Interaktionen:
    - bisher keine AM-Interaktionen bekannt
    - evtl Resorptionsverminderung durch Antazide und Colestyramin möglich
    --> sehr gut verträglich!!
  30. 30Ezetimib: Indikationen* primäre Hypercholesterinämie (+ Statin) - v.a. wenn keine hohen Statin-Dosen vertragen werden
    * homozygote fam. Hypercholesterinämie (+ Statin)
    * homozygote Sitosterinämie
    FIXE Kombis sinnvoll:
    entweder Ezetimib 10mg oder
    Ezetimib + Simvastatin
  31. 31PCSK9-Inhibitoren: Wirkungsmechanismus und Wkg= monoklonaler AK: Bindung an PCSK9
    * Verminderter PCSK9-vermittelter Abbau des LDL-Rezeptors → LDL-Rezeptoren an der Zelloberfläche↑ → LDL-Aufnahme in die Zelle ↑ + LDL im Serum ↓
    Wirkungen:
    * senkt LDL-C dramatisch additiv zu Statinen
    * keine Abnahme der Wkg bei Langzeittherapie
    * EVOLOCUMAB + Statin: MACE-Reduktion, kv-Mortalität nicht reduziert
  32. 32PCSK9-Inhibitoren: Pharmakokinetik* lange Eliminations-HWZ --> monoklonaler AK (2-3w)
    * gute s.c. Bioverfügbarkeit
    * Gabe: alle 2 Wochen oder 1x pro Monat
  33. 33PCSK9-Inhibitoren: Indikationen* primäre Hypercholesterinämie (heterozygot-familiär und nicht-familiär)
    * gemischte Dyslipidämien (zus. zu Diät)
    * in Kombi mit einem Statin bei Patienten, die mit max. tolerierbareren Statin-Dosis (+Ezetimib) die LDL-Cholesterin-Ziele nicht erreichen oder
    * allein in Kombi mit anderen lipidsenkenden Therapien bei Patienten mit Statin-Intoleranz
  34. 34PCSK9-Inhibitoren: UAW und InteraktionenUAW:
    - lokal (Injektionsstelle)
    - kaum mehr als Placebo
    Interaktionen:
    keine AM-Interaktionen bekannt
  35. 35PCSK9-Inhibitoren: Präparate* Evolocumab
    * Alirocumab
  36. 36FIBRATE: Wirkungsmechanismus und WirkungenAktivitätssteigerung der Lipoprotein-Lipase --> vermehrter Abbau von VLDL und Triglyceriden durch Aktivierung des PPARα-Rezeptors;
    + Verstärkung der FS-Oxidation --> Verminderte hepatische VLDL-Sekretion: VLDL-Konz. sinkt;
    Wirkungen:
    * Senkung des Gesamt-Cholesterins
    * Senkung der Plasma-Triglyceride: bis 35-50%
    * geringfügige Senkung von LDL
    * Steigerung der HDL-Konzentration: 15-25%
    --> nachweislich günstige Wirkung auf Lipidprofil
    ABER
    keine Reduktion kv-Mortatlität, vermutlich sogar leichte Zunahm nicht-kv-Todesfälle;
    NUR Abnahme kv-Ereignisse in best. Subgruppen: hohe TG und/oder niedriges HDL-Cholesterin
  37. 37Fibrate: Indikationen* zus. zu max. verträglicher Statin-Dosis bei
    - hohem kv-Risiko (KHK) oder
    - hohen Triglyceriden oder
    - niedrigem HDL-Cholesterins
    * diätresistente/schwere Hypertriglyceridämien
    --> AW hs. bei hohen TG-Werten,
    nicht zur alleinigen Senkung von LDL- oder Erhöhung von HDL-Cholesterin!
  38. 38Fibrate: Wirkstoffe + Pharmakokinetik* Fenofibrat
    * Benzafibrat
    --> hohe Plasmaeiweißbindung (95-99%): Interaktionspotential z.B. mit Sulfonylharnstoffen
    - 1x tgl. Gabe
  39. 39Fibrate: UAW und AM-InteraktionenUAW:
    * erhöhtes Galleinsteinrisiko
    * Leberfunktionsstörungen
    AM-Interaktionen:
    * Statine: Myopathien, Rhabdomyolysen
    (gilt NICHT für Fenofibrat!)
  40. 40Anionenaustauscherharze (werden nicht mehr so häufig verwendet) WirkungsmechanismusBindung an Gallensäure im Darm:
    * vermehrte Ausscheidung von Gallensäuren (Hemmung der Reabsorption der Gallensäuren)
    * Unterbrechung des enterohepatischen Kreislaufs
    * Steigerung der Gallensäurenbildung aus endogenem Cholesterin (Plasma-Cholesterinkonz. sinkt!)
    * lokale Wirkung, keine systemische Bioverfügbarkeit
  41. 41Anionenaustauscherharze ("Gallensäurebinder" Vertreter und Infos* Colestyramin
    * Colesevelam
    - Dosierung: 2x 3 Tabl. (2-4 x 4 g) --> hohe Dosen!!
    - Gabe MIT den Mahlzeiten und zeitversetzt zu anderen Pharmaka: mind. 4h vor oder 4h nach anderen Pharmaka (bei Coleselevam)
    GRUND: Verminderung der oralen F vieler AM (z.B. orale Antikoagulantien, Thiazide, Schilddrüsenhormone, Corticosteroide, Statine, ß-Blocker, fettlösliche Vitamine)
  42. 42Anionenaustauscherharze: UAW* Fettresorptionsstörung: Obstipation, Diarrhoe, fettiger Stuhl (Steatorrhoe) und andere GIT-UAW
    * Verminderung der oralen F vieler anderer AM:
    Corticosteroide, Statine, ß-Blocker, Thiazide, orale AK, Schilddrüsenhormone, fettlösliche Vitamine
  43. 43Bempedoinsäure: Wirkungsmechanismus und WirkungHemmung der ATP-Citrat-Lyase:
    Acetyl-CoA-Synthese-Hemmung
    * = ein Prodrug
    * noch wenig klinische Langzeiterfahrung
    * keine kv-Outcome-Daten bekannt
    Wirkungen auf Plasmalipide:
    * Senkung von LDL-Chol um ca. 15% zusätzlich zur max. Statintherapie
    * keine Auswirkungen auf HDL und Plasma-TG
  44. 44Bempedoinsäure: Indikationen und UAWIndikationen:
    * wenn mit Statinen und anderen lipidsenkenden Therapien die LDL-C-Ziele nicht erreicht werden
    * bei Statinintoleranz
    UAW:
    * Anstieg der Plasma-Harnsäure (Verschlechterung einer Gicht)
  45. 45weitere Lipidsenker* ungesättigte FS: Eicosapentaensäure, Docosahexaensäure (EPA und DHA): hemmen VLDL-Produktion --> Ind. bei therapierefraktärer Hypertrigylceridämie (4g/d) --> Senkung der Plasma-TG um bis zu 50% (oft aber GIT-UAW)
    * Phytosterolpräparate (ß-Sitosterol): geringe Hemmung der enteralen Chol-Resorption (Dosierung >2g/d); geringe therap. Bedeutung!
    * Soja-Protein: Ersatz tierischer Proteine wegen besserem Verhältnis ungesättigter zu gesättigter FS; Teil einer lipidsenkenden Diät sinnvoll
    * Sterol-angereicherte Margarine: unterstützende lipidsenkende Diät
    * roter Reis (Monakolin K): als Arzneimittel eingestuft da ident mit Lovastatin - CAVE!!!
  46. 46Therapiestrategie bei Hypercholesterinämie: 2 StufenStufe 1: Nicht-medikamentöse Maßnahmen:
    * Verminderung vermeidbarer kv-Risikofaktoren
    * körperliche Bewegung (erhöht HDL, senkt LDL-C)
    * Ernährungstherapie (+ Alkoholkarenz)
    Stufe 2: Arzneitherapie ("the lower the better")
    - Primärprävention bei erhöhtem Risiko (Tabellen) aber keine symptomatische Arteriosklerose
    - Sekundärprävention bei symptomatischer KHK und Arteriosklerose
  47. 47Arzneitherapie (Stufe 2) bei HypercholesterinämieFIRST LINE:
    immer Statine in maximal tolerierbarer Dosis entsprechend dem vorliegenden kv-Risiko!!
    * wenn erforderlich: + Ezetimib
    * wenn nicht ausreichend: + PCSK9-Inhibitoren
    * bei erhöhten Triglyceriden: primär LDL-Cholesterin normalisieren; --> weniger ausgeprägte Korrelation von TG zur kv-Risiko
    * aber bei ZU hohen TG-Werten: kv-Risiko erhöht wenn kombiniert mit hoher LDL/HDL-Ratio --> Senkung der TG auf < 200 mg/dl mit omega-3-FS (hoch dosiert) oder Fibraten (Fenofibrat, Bezafibrat)
  48. 48Therapiestrategie bei Hypercholesterinämie unter Berücksichtigung des kv-Risiko* LOW risk: score < 1% (Tabellten)
    --> LDL-Chol-Ziel: 116 mg/dL (bzw. 3.0 mmol/L)
    * MODERATE risk: score > 1% und < 5%; DM 1+2 ohne zusätzliche Risikofaktoren
    --> LDL-Chol-Ziel: 100 mg/dL (2,6 mmol/L)
    * HIGH risk: score > 5% und < 10%, LDL >190mg/dL, TG >310 mg/dL, DM bereits mit Organschädigungen/ zusätzlichen Risikofaktoren
    --> LDL-Chol-Ziel: 70 mg/dL (1,8 mmol/L)
    * VERY HIGH risk: score > 10%, DM über >20J lang + Organschädigungen + zus. Risikofaktoren + fam. Hypercholesterinämie, ASCVD
    --> LDL-Chol-Ziel: 55 mg/dL (1,4 mmol/L)
    ABER Nutzen einer Senkung unter 70 mg% wird kontrovers diskutiert!
    Je höher das initiale Risiko, desto größer der Nutzen (niedrigere NNT)
  49. 49WW Apotheker - Arzt wichtige Hinweise bei Lipidsenker-Therapie* PatientInnen mit Muskelbeschwerden (wie sind die Creatinphosphokinase-Werte? oftmals nur Nozeboeffekt)
    * Interaktionen bachten:
    - Statine + CYP3A4-Hemmer
    - Statine + andere Lipidsenker: Myalgien
    * Infarkt- oder KHK-PatientIn ohne Statin:
    Statine senken kv-Risiko!!

Informationen

Beschreibung
Pharmazie (Arzneitherapie 1) Karteikarten am Therapie der Hypercholesterinämie, erstellt von Sun dra am 15/03/2022.
Erstellt von
Sun dra
Aufrufe
22
Bewertung

Feedback

Worum geht es?

Wie gefällt dir das neue Design?

Dein Eindruck