Karteikarten
7. Minderheiten, Mehrheiten

Karten in diesem Stapel (17)
- 1Mehrheitseinfluss bei AschU.a. in den Studien von Solomon Asch zur Beurteilung von Linien wurde der Einfluss von Mehrheiten untersucht

- 2Mehrheitseinfluss bei Asch Die abweichende Mehrheitsmeinung führte zu öffentlicher Compliance ohne private Akzeptanz

- 3Konversionstheorie von MoscoviciWann und wie Minderheiten Mehrheiten beeinflussen, versuchte Serge Moscovici in seiner Konversionstheorie zu erklären
- 4Konversionstheorie von MoscoviciDual-Process-Approach
Nach Moscovici üben Mehrheiten und Minderheiten einen kategorial unterschiedlichen Einfluss aus.
- 5Gedanken zu Konversionstheorie von Moscovici- Die Theorie von Moscovici war zentraler Ausgangspunkt für fast alle
folgenden Studien über den Minderheiteneinfluss.
- Dass Minderheiten einen Einfluss ausüben können, wird heute nicht mehr
in Frage gestellt.
- Allerdings gibt es mittlerweile zahlreiche Befunde, die man nicht mit
Moscovicis Theorie erklären kann.
- Beispielsweise finden sich sofortige und verzögerte sowie kurzfristige und
anhaltende Einflüsse sowohl für Mehrheiten als auch für Minderheiten.
- Es bleibt also zu klären, unter welchen Bedingungen Botschaften von
Mehrheiten oder von Minderheiten jeweils welche Effekte hervorrufen. - 6Das Context/Comparison-Leniency Contact Model (CC-LCM)Das Modell berücksichtigt Variablen, die in der Minoritäts-Majoritäts-Forschung oft vernachlässigt wurden, wie z.B.:
- ob neue Ansichten gebildet oder bestehende Ansichten verändert werden sollen,
- ob es subjektive Meinungen oder objektiven Wahrheiten geht,
- ob starke oder schwache Argumente vorgebracht werden,
- ob die zu beeinflussenden Personen zur In- oder zur Out-Group gehören.
- ob Einstellungsänderungen unmittelbar oder verzögert auftreten
- ob es sich um fokale oder indirekte Einstellungsänderungen handelt. - 7Kontext- und Vergleichseffekte bei der Einstellungsbildung- Bereits bestehende feste Überzeugungen sind nicht einfach zu verändern.
- Abweichende Meinungen bergen in diesem Fall erhebliches Konfliktpotenzial und führen zu starken Gegenreaktionen, Quellenabwertungen und verzerrter Informationsverarbeitung.
- Die defensiven Reaktionen werden um so heftiger sein, wenn die abweichende Meinung von einer Minderheit vertreten wird.
- Existieren hingegen noch keine festen Überzeugungen, sind kaum defensive Gegenreaktionen zu erwarten.
- Gemäss CC-LCMsollten im Kontext der Einstellungsbildungdie Einflüsse von Minderheiten unter bestimmten Bedingungen sogar grössersein als die von Majoritäten. - 8Kontext- und Vergleichseffekte bei der Einstellungsbildung Gründe, warum bei der Einstellungsbildung Minderheiten einen stärkeren Einfluss ausüben als Mehrheiten: 1. Salienz der Minoritätsmitglieder:- Minoritätsmitglieder fallen stärker auf und sind salienter, da sie per Definition seltener, ungewöhnlicher und atypischer sind.
- Wenn keine schon bestehenden Überzeugungen auf dem Spiel stehen, können Minoritätsmitglieder von ihrer erhöhten Salienz profitieren und grössere Aufmerksamkeit auf die von ihnen vorgebrachten Argumente/Po-sitionen ziehen.
- Die Wirkung dürfte sich speziell dann zeigen, wenn starke Argumente vorgebracht werden. - 9Kontext- und Vergleichseffekte bei der Einstellungsbildung Gründe, warum bei der Einstellungsbildung Minderheiten einen stärkeren Einfluss ausüben als Mehrheiten: 1. Art des Sachverhalts und Ähnlichkeit der Vergleichsinstanz: (objektive Sachverhalte)- Bei objektiven Sachverhalten gibt es wahre und falsche Urteile. Das richtige Urteil hängt hier nicht von den individuelen Präferenzen ab.
(Dennoch Objektivität im Auge des Betrachters)
- Besonders informativ sind dann die Einschätzungen von Personen mit anderen subjektiven Präferenzen und Hintergründen (unähnliche Vergleichsinstanzen).
- Für Mehrheitsmitglieder sind daher bei objektiven Sachverhalten die Einschätzungen von Minderheitsmitgliedern besonders informativ (z.B. Fachexperten).
- Für Minderheitsmitglieder sind entsprechend bei objektiven Sachverhalten die Einschätzungen von Mehrheitsmitgliedern sehr informativ. - 10Kontext- und Vergleichseffekte bei der Einstellungsbildung Gründe, warum bei der Einstellungsbildung Minderheiten einen stärkeren Einfluss ausüben als Mehrheiten: 1. Art des Sachverhalts und Ähnlichkeit der Vergleichsinstanz: (subjektive Sachverhalte)- Bei subjektiven Sachverhalten (Einstellungen, Überzeugungen, Präfe-renzen) geht es nicht um wahr und falsch, sondern primär darum, inwieweit bestimmte Positionen angemessen, schicklich, üblich oder angesehen sind.
- Besonders informativ sind dann die Einschätzungen von Personen mit ähnlicher sozialer Identität (ähnliche Vergleichsinstanzen).
- Für Mehrheitsmitglieder sind daher bei subjektiven Sachverhalten die Einschätzungen anderer Mehrheitsmitglieder besonders interessant.
- Für Minderheitsmitglieder sind es entsprechend die Einschätzungen von anderen Mitgliedern ihrer eigenen Minderheit. - 11Kontext- und Vergleichseffekte bei der Einstellungsbildung Unter welchen Bedingungen erwartet man die grössten Minoritätseinflüssea) Beeinflussung von Majoritätsmitgliedern bei objektiven Sachverhalten und
b) Beeinflussung anderer Mitglieder der selben Minorität bei subjektiven Sachverhalten
ABER: Minoritätsmitglieder weisen allerdings für die Majorität aufgrund ihrer relativen Seltenheit eine grössere Salienz auf –nicht aber für andere Minoritätsmitglieder.
Gemäss CC-LCM sollten daher die grössten Minoritätseinflüsse in Bedingung a auftreten. - 12Kontext- und Vergleichseffekte bei der Einstellungsänderung bei subjektiven Urteilen

- 13Kontext- und Vergleichseffekte bei der Einstellungsänderung bei objektiven Urteilen Quelle: MajoritätBei der Elaboration der Argumente geht es weniger um eine Validierung als darum festzustellen, was genau man tun muss, um sich die Anerkennung durch die Gruppe zu erhalten.
Darum bleibt der Einfluss fokal und es finden sich kaum Einflüsse auf andere, ähnliche Überzeugungen.
- 14Kontext- und Vergleichseffekte bei der Einstellungsänderung bei objektiven Urteilen Quelle: Minorität 1.

- 15Kontext- und Vergleichseffekte bei der Einstellungsänderung bei objektiven Urteilen Quelle: Minorität 2.

- 16Kontext- und Vergleichseffekte bei der Einstellungsänderung bei objektiven Urteilen Quelle: Minorität 3.

- 17Kontext- und Vergleichseffekte bei der Einstellungsänderung bei objektiven Urteilen Quelle: Minorität 4.

Informationen
- Beschreibung
- Der Nutzer hat seine Fachbereichs-Information gelöscht. Karteikarten am 7. Minderheiten, Mehrheiten, erstellt von Gelöschter Nutzer am 19/01/2024.
- Erstellt von
- Gelöschter Nutzer · Jan 2024
- Aktualisiert
- 19 Jan 2024
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- Erstellt von Alper Aticioglu · 19 Jan 2024
- Kopiert von Alper Aticioglu · 19 Jan 2024
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