Karteikarten
40.10 Émile Durkheim
Karten in diesem Stapel (31)
- 1Émile Durkheim...1858 - 1917;
gilt als Begründer der Soziologie;
ist einer der ersten Wissenschaftler, die menschliches Verhalten untersucht haben - 2Vordergründige Frage für DurkheimDie Frage nach einer sozialen Ordnung, die durch die sozialen Bindungen des Menschen konstituiert wird
- 3Durkheim versucht die Soziologie......nach naturwissenschaftlichem Vorbild zu begründen, um nomologische Aussagen über die Gesellschaft zu formulieren
- 4Soziale Tatsachen......sind sämtliche sozialen Faktoren, äußere Einflussnahmen und Phänomene, welche die Soziologie umgreift;
...sind jede mehr oder minder festgelegten Arten des Handelns;
...sind die Naturgesetze der sozialen Gesetze;
...wirken auf das menschliche Verhalten - 5Durkheim fragt danach......wie die Gesellschaft ist, nicht wie sie sein soll;
...was gesellschaftsstabilisierende Faktoren sind. - 6Gesellschaftlicher Wandel ist laut Durkheim......kein freiheitlicher Gestaltungsprozess von Individuen, sondern als gleichsam evolutionsbiologischer Reflex auf das Bevölkerungswachstum und als
Effekt technologischer Erneuerungen von Kommunikations- und Verkehrsformen zu betrachten - 7Jede Veränderung in der Organisation einer Gesellschaft......hat als Folge eine gleichwertige Veränderung auf menschlicher Ebene.
- 8Zentrale Fragen bei Durkheim:Wie ist eine Ordnung der Gesellschaft möglich?;
Welche Gesetze liegen dieser Ordnung zugrunde?;
Wie erhält sich eine Ordnung in der Gesellschaft?;
Wie entstehen soziale Bindungen?; - 9Durkheim unterscheidet zwischen zwei Arten der sozialen Bindungmechanische Solidarität und organische Solidarität
- 10Segmentierte Gesellschaftwird zusammengehalten durch die mechanische Solidarität;
mechanisch steht für eine ursprüngliche, selbstverständliche Solidarität;
ist verbunden mit einer niedrigen Bevölkerungszahl;
Schaffung eines Kollektivbewusstseins;
gemeinsame Überzeugungen leisten die soziale Bindung (Religion, Werte, Normen);
Individualität wird aufgelöst;
wenig ausgeprägte Arbeitsteilung;
Repressives Recht (Strafe gilt als Sühne) - 11Arbeitsteilige Gesellschaft / Funktional ausdifferenzierte Gesellschaftberuht auf organischer Solidarität;
die Gesellschaft strebt funktional auseinander;
hohe Bevölkerungsdichte;
differenzierte, arbeitsteilige Individualisierung, Autonomie;
kein Kollektivbewusstsein;
Restitutives Recht (Rechtsprechung) - 12Warum ist das autonome Individuum immer mehr von der Gesellschaft abhängig?Wegen der Arbeitsteilung;
durch die Arbeitsteilung entsteht ein Netz von wechselseitigen Abhängigkeiten;
Arbeitsteilung ist vergleichbar mit dem vormaligen Kollektivbewusstsein;
Jedes Organ hat seine eigene Aufgabe und ist abhängig von den anderen. - 13moralisches Grundprinzip bei Durkheimstellt die Arbeitsteilung der solidarischen Gesellschaftsform dar, d.h. Arbeitsteilung erzeugt Solidarität, auf der die Moral fußt.
- 14Was ist Moral?Unter Moral versteht Durkheim das herrschende Regelsystem der Gesellschaft, welche historisch, evolutionistisch gewachsen ist;
das moralische Regelwerk verändert sich ohne Intentionalität des Menschen;
Moral ist nicht frei wählbar, sondern aufgezwungen;
die Regeln der Moral liegen außerhalb des menschlichen Willens, ihre Einhaltung erfolgt durch erduldetem Zwang
stabiles System von Regeln, die gegeben sind und der Verhaltensregulierung dienen - 15Disziplin Soziologiehat einen eigenen Gegenstand: die Gesellschaft, ihre Ordnung und Moral, sowie das soziale Verhalten der Menschen;
ermöglicht Moral durch ihre wissenschaftliche Forschung - 16Anomie...bezeichnet die Ordnunglosigkeit, das Auseinanderklaffen individueller Handlungen und deren Einbindung in ein soziales Ganzes, d.h. die soziale BIndungslosigkeit des Individuums;
...ist ein Zustand, in dem sich das Individuum nicht mehr als Teil der Gesellschaft begreift;
...kann verhindert bzw. reduziert werden durch die Etablierung relevanter moralischer Maßstäbe. - 17Rolle der ErziehungErziehung wird zu einem zentralen Weg der Reproduktion der Gesellschaft;
Erziehung ist bei Durkheim methodische Sozialisation;
Bei Durkheim geht es nicht um die individuellen Anlage, die durch Erziehung zur Entfaltung kommen sollen;
Erziehung ist das Mittel, durch welches sich die Bedinugngen der Existenz der Gesellschaft immer wieder erneuern - 18Sozialisationsprozesse erzeugen......das soziale Wesen im Menschen
- 19Individuelles WesenBezug zu uns selbst, auf die Ereignisse unseres persönlichen Lebens
- 20Soziales WesenSystem von Ideen, Gefühlen und Gewohnheiten, welche die Gruppen audrücken, denen wir angehören;
Religiöse Überzeugungen, moralische Ansichten, nationale und professionelle Traditionen;
es entsteht, indem das Individuum die moralischen Regeln der Gesellschaft internalisiert - 21Aufgabe der Erziehung als methodische SozialisationBildung des sozialen Wesens, welches aus dem asozialen, egoistischen Wesen entstehen soll;
das soziale Wesen soll fähig sei ein soziales und moralisches Leben zu führen;
Erziehung soll dem sozialen Wesen seine zukünftigte Funktion in der Gesellschaft aufzeigen, durch die Arbeitsteilung wird die Fukntion des Einzelnen maßgeblich. - 22Transzendental-soziologische Voraussetzungen für Moral / Drei Faktoren, die auf die Bedeutungen und Momente der sozialen Moralität verweisenGeist der Disziplin;
Anschluss an die soziale Gruppe;
Autonomie des Willens - die aufgeklärte Zustimmung - 23Geist der Disziplin...beschreibt die unbedingte Unterordnung unter das Gesollte;
Vermeidung rein egoistischer Handlungsformen;
das moralische Gesetz als Regelsystem der Gesellschaft muss maßgeblich werden (geschieht durch Einübung, Gehorsam, Sanktionen);
Zentrale Institution für diesen Geist ist die Schule - 24Anschluss an die soziale Gruppeim Vordergrund steht hier die soziale Bindung des Menschen als funktionales Mitglied der Gesellschaft;
moralische Normen und Werte werden über das Gefühl der Zugehörigkeit einer Gruppe vermittelt - 25Autonomie des Willens - die aufgeklärte ZustimmungThematisch wird die Freiheit des Einzelnen;
Autonomie des Willens: Einsicht der Moral;
Aufgeklärte Zustimmung: Wenn der Mensch die Funktion und Notwendigkeit der Einhaltung moralischer Regeln versteht, kann er sich diesen Regeln als Audruck freien Willens anpassen;
Die AZ ist das Wissen über die Notwendigkeit des Zwanges;
Der äußere Zwang wird zur Selbstbeherrschung und Selbstregulierung - 26Moralisches Handeln......ist altruistisches, aufopferungsvolles Handeln, das zur Erhaltung der Gesellschaft notwendig gefordert und durch Zwang erzielt werden muss.
- 27Die soziale Ordnung und die Reproduktion in Schichten und Klassen......ist notwendig für das Funktionieren von Gesellschaft
- 28Wie ist eine Ordnung der Gesellschaft möglich?Solidarität
- 29Welche Gesetze liegen dieser Ordnung zugrunde?Moral
- 30Wie erhält sich eine Ordnung in der Gesellschaft?Arbeitsteilung, aufgeklärte Zustimmung, Erziehung
- 31Wie entstehen soziale Bindungen?Erziehung
Informationen
- Beschreibung
- Studium Bildungswissenschaften Modul 1A (33040 Erziehung - Bildung - Sozialisation SS16) Karteikarten am 40.10 Émile Durkheim, erstellt von Yvonne Heitland am 11/02/2017.
- Erstellt von
- Yvonne Heitland · Feb 2017
- Aktualisiert
- 4 Mär 2017
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