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Fichas

Ethik: Autonomie & Verantwortung

Seraina Stalder Ethik (interdispziplinäres Kontextstudium) Prüfung (Multiple Choice und offene Fragen) Alemán 44 fichas

Fichas del conjunto (44)

  1. 1Verantwortungskonzept: Voraussetzungen?(Das Feld der Verantwortung ist der Mensch)
    - Der Mensch selber ist die Ursache seiner Handlungen!
  2. 2Zurechnungsfähigkeit (Imputabilität)Dem Menschen können bestimmte Folgen seines Tuns zugerechnet werden, dies setzt ein Bewusstsein für Folgen voraus.
    > Verantwortung ist eine notwendige Folge der menschlichen Willenskraft und darin gründet die Zurechnungsfähigkeit
  3. 3neuzeitlicher VerantwortungsbegriffVerantwortung = sich rechtfertigen müssen
    - individuelle Willensfreiheit
    - Zurechnungsfähigkeit
  4. 4Struktur der VerantwortungJemand (Subjekt)
    ist für
    Jemanden / Etwas (Bereich)
    vor
    Jemandem (Instanz)
    verantwortlich
  5. 5Verantwortungssubjekt- Träger der Verantwortung sind nur zurechnungsfähige, einzelne Menschen
    - Zurechnungsfähigkeit ist ein Implikat des Selbstständigkeitsideals (Zurechenbarkeitserfahrungen > Gefühl eigener Subjekthaftigkeit)
  6. 6Verantwortung vs soziale UmständeUnterschiedliche Lebenslagen und soziale Ungleichheiten bedingen unterschiedliche Spielräume der Freiheit
    > Prinzipielle Entlastung von Verantwortungsfähigkeit von sozial Benachteiligten, nähe ihnen eine Bestimmung des Menschseins (Subjekthaftigkeit) und führte zu ihrer Pathologisierung
  7. 7KausalhandlungsverantwortungVorstellung, dass sich ein freies Subjekt, in seinen Intentionen mit entsprechendem Vorwissen, als die Ursache bestimmter Folgen begreift
  8. 8VerantwortungsbereichIn Verantwortungsprozesse involvierte Individuen verfügen je nach Bereich über unterschiedliche Einflussmöglichkeiten und Einflussgrade
  9. 9Differenzsensibilität- Unterscheidung von verschiedenen Verantwortungskontexten
    (auch in anonymeren, systemischen Zusammenhängen)
  10. 10klassische Verantwortungsinstanz in der abendländischen Gesellschaft (bis 19. Jh., teilweise bis heute)Gott
    Katholizismus: Mensch <> Kirchenobrigkeit > Gott
    Reformation: Mensch <> Kirchgemeinde / Pfarrer > Gott
  11. 11Neuzeit: Verantwortungsinstanzder einzelne Mensch:
    - das Gewissen einer Person als innerer Gerichtshof
    - unparteiische Vernunft (Kategorischer Imperativ I)
  12. 12Was bedeutet Diskursethik?Kommunikationssituation in welcher Menschen in einem gewaltlosen Prozess des sich miteinander Beratens eine vernünftige, gemeinsame Überzeugung gewinnen.
    (Bedingung fürs Gelingen: herrschaftsfreie Kommunikation)
  13. 13Was ist Dezisionismus?Basis der Beurteilung von Tagen und Folgen liegen ausschliesslich in der persönlichen, voraussetzungslosen Entscheidung des einzelnen Menschen > weder begründungsfähig, noch begründungsbedürftig > kein normativer Massstab
  14. 14Leitinstanzen der Rechtfertigung- Gott
    - vernünftige Selbstbestimmung des Einzelnen
    - vernünftiger Nutzen für die Gesellschaft (Glück)
    - Diskursgemeinschaft aller Vernünftigen
  15. 15Was ist die Mitverantwortung?- unterschiedliche Lebenskonzepte binden die Menschen in komplexere, von ihnen gemeinsam getragene Handlungszusammenhänge > MITverantwortung
  16. 16Was ist die kooperative Verantwortung?In komplexen Gesellschaften können durch mehrheitliches Verhalten erzeugte Folgen keinem einzelnen Verantwortungssubjekt zugeordnet werden > als Staatsbürger bleibt der Einzelne ggf. wider Willen, in eine kollektive Verantwortung eingebunden, obwohl er die zu verantwortenden Folgen weder gewollt noch gefördert hat (gesellschaftlich interpretierter Zuschreibungscharakter)
  17. 17VerantwortungswissenMit Hilfe des Wissens lassen sich abstrakte Zurechnungsdimensionen sinnvollerweise diskutieren und Subjekte auf ihre Mitverantwortung ansprechen
  18. 18notwendige Bausteine eines VerantwortungsbewusstseinsWissen und Gewissen
    Fragestellung: Besass der Mensch im Rahmen seiner Möglichkeiten ausreichende Informationen über die Folgen seiner Handlungen (Wissen) und agierte er im Bewusstsein eigener Verantwortungsfähigkeit (Gewissen)?
  19. 19Verantwortungsrollen > Risiko?Niemand kann den Verantwortungsort von aussen vollständig überschauen und eine vorausschauende Gesamtübersicht über alle Folgen und Nebenfolgen haben
  20. 20politische VerantwortungszuschreibungVon professionellen Trägern öffentlicher Verantwortung wird ein höheres Mass an Wissen und Informationen über kollektive Handlungsfolgen erwartet. Bürger verlangen zum einen Informationen über Steuerungskonzepte und über die Folgen, sowie die öffentliche Rechtfertigung politischer Entscheide.
  21. 21Verantwortlichkeit in sozialen Berufen - ProfessionalitätProfessionalität erfordert zum einen die prinzipielle Bereitschaft, zur Rollen- und Aufgabenverantwortung, zum anderen ein Bündel personenbezogener Fähigkeiten (spezifischer, kommunikativer, kognitiver und moralischer Fähigkeiten)
  22. 22individuelle AutonomieIndividuelle Autonomie wird allgemein als Fähigkeit von Personen verstanden, über ihr eigenes Leben zu Bestimmen zu können, ihr eigenes Leben zu führen anhand von Gründen, Überlegungen, Motiven, Wünschen, die ihre eigenen sind und ihnen nicht von aussen aufgezwungen wurden.
  23. 23Autonomie vs negative FreiheitAutonomie: bezieht sich auf die Unabhängigkeit einer Person in ihren Entscheidungen, auf ihre Handlungsmotivation und Wissensbildung
    negative Freiheit: bezieht sich auf die Freiheit, die durch externe Handlungsbeschränkungen oder Handlungshindernisse tangiert wird
  24. 24Individuelle Autonomie vs kollektive Autonomie vs politische Autonomieindividuelle Autonomie: Autonomie des Individuums
    kollektive Autonomie: Autonomie von Gruppen oder Organisationen
    politische Autonomie: Autonomie von Staaten oder Nationen
  25. 25Autonomie nach: Kant MillKant: Autonomie als Selbstgesetzgebung > der Wille gibt sich das sittliche Gesetz, nach dem der Mensch zu handeln hat > die Autonomie des moralischen Gesetzes ist Ausdruck der praktischen Vernunft
    Mill: Autonomie ist mehr als Individualität > individuelle Freiheit / personale Autonomie
  26. 26Autonomie als FähigkeitKategoriale Zuschreibung von Autonomie, die jeder Person qua Persona zukommt (Möglichkeit der tatsächlichen Ausübung von Autonomie)
  27. 27Autonomie im kategorialen SinnAutonomie im kategorialen Sinn kommt einer Person nur dann zu, wenn sie im Prinzip über die uneingeschränkte Fähigkeit zur Autonomie verfügt
  28. 28Gradueller Begriff der AutonomieDie Fähigkeit der Autonomie kann einer Person in mehr oder weniger hohem Masse zukommen
  29. 29globaler Autonomiebegriff... wenn sich der Begriff auf die Person als Ganze, in all ihren Handlungen bezieht
  30. 30lokaler Autonomiebegriff... wenn sich der Begriff auf bestimmte Handlungen oder Handlungsbereiche bezieht
  31. 31Prozedurale und inhaltsneutrale Theorien / Harry Frankfurt (Autonomie)inhaltsneutral: für die Zuschreibung der Autonomie werden keine inhaltlichen Bedingungen vorgenommen
    Autonom ist eine Person dann, wenn sie die auf einer ersten Ebene gegeben Wünsche auf einer zweiten Ebene reflektieren kann und dann entscheiden kann, welche Wünsche handlungswirksam werden
  32. 32Autonomie und Willenskraft ("frankfurtsche Autonomiekonzeption)Autonomie und Willenskraft fallen zusammen. Eine Person ist autonom, wenn sie den Willen hat, den sie haben will und sie sich in ihren Volitionen (zweite Ebene) mit bestimmten Wünschen erster Ordnung identifizieren kann.
  33. 33Kritik - prozedurale und inhaltsneutrale Theorien - Harry Frankfurt- Es ist für die Autonomie einer Person nicht entscheidend, wie sie zu ihren Wünschen gekommen ist
    - Internalisitsiche Theorie: Nicht die Verbindung zur Realität unserer Wünsche ist entscheidend für Autonomie, sondern allein die innere Willens- und Reflexionsstruktur
  34. 34externalistische Theorien (Autonomie)Fokus auf dem Prozess der Entstehung von Wünschen selbst einerseits und der Möglichkeit Wünsche durch externe Gründe kritisieren zu können, andererseits
  35. 35Autonomie in externalistischen TheorienEine Person kann nur dann autonom genannt werden, wenn sie in der Lage ist, die Ursachen ihrer Wünsche und Überzeugungen zu reflektieren und diese ggf. deswegen zu kritisieren oder sie dennoch anzunehmen
  36. 36externalistische Theorien und moralische Verantwortung (Autonomie)Nur wenn eine Person in der Lage ist, selbstbestimmt zwischen verschiedenen Gründen für bestimmte Handlungsmöglichkeiten entscheiden zu können, trägt sie die moralische Verantwortung für ihr Handeln (da sie auch anders hätte handeln können)
  37. 37Kritik - externalistische TheorienEs wird nur Rekurs auf die eigenen Wünsche genommen, nicht auf das, was tatsächlich begründet wünschenswert ist (also tatsächlich gut oder schlecht)
  38. 38Substantielle Theorien (Autonomie)Die Autonomie einer Person ist abhängig vom Inhalt der Wünsche, Überzeugungen und Ziele, die handlungswirksam werden
  39. 39Bedingungen für Autonomie - substantielle TheorienEiner autonomen Person wird als Bedingung für Autonomie Respekt gegenüber ihr selbst als handelnder und entscheidender Person zugeschrieben, ebenso wie Respekt und Achtung gegenüber anderen
  40. 40Substantielle Unabhängigkeit (Autonomie)Eine Person kann de Facto autonom zwischen unterschiedlichen Handlungs- und Lebensoptionen entscheiden < Voraussetzung: Selbstreflexion
  41. 41relationale TheorienAkteure sind nicht nur rational, sondern auch emotional, körperlich, kreativ, imaginativ und sie befinden sich immer schon in einem sozialen Kontext, der für ihre Möglichkeiten, ein autonomes Leben zu führen, entscheidend ist > Fähigkeiten der Autonomie werden erlernt und ausgeübt
  42. 42Kausaler Faktor in relationalen TheorienKausale relationale Theorien begreifen die Relationalität als kausalen Faktor: Bezogenheit auf andere, da das Selbst immer sozial ist
  43. 43Problem der Substantialität von AutonomieMuss man autonom gehandelt haben, um moralische Verantwortung übernehmen zu können?
    Muss man für autonome Handlungen per se verantwortlich sein?
    Wie plausibel ist eine scharfe Trennung zwischen einem Begriff der negativen, wie positiven Freiheit und ein Begriff der Autonomie?
    Autonomie hat eher die Rolle der Konkretisierung eines Freiheitsbegriffs, nicht jedoch als alternative Konzeption
  44. 44Autonomie in der multikulturellen Gesellschaft: Problematik?Autonomiebegriff und dessen Interpretation in der kulturellen Praxis umstritten > kulturelle Gruppen, welche die Autonomie nicht als zentral gewichten, können ausgeschlossen werden

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Descripción
Prüfung (Multiple Choice und offene Fragen) Ethik (interdispziplinäres Kontextstudium) Fichas sobre Ethik: Autonomie & Verantwortung, creado por Seraina Stalder el 10/12/2017.
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Seraina Stalder
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