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Fichas

Allgemeine Psychologie 2

Anna- Marie Tu Alemán 156 fichas

Allgemeine Psychologie 2

Fichas del conjunto (156)

  1. 1Themengebiete allgemeine 2?– Emotion: Gefühle, die sich in unserm
    subjektiven Erleben manifestieren.
    – Lernen: Grundlage der großen Flexibilität und
    Adaptivität in unserm Verhalten.
    – Motivation: Was treibt uns an?
    – Gedächtnis: Wie und warum speichern wir
    Informationen
  2. 2Was macht Emotionen besonders?Emotionen werden häufig in Opposition zu anderen psychischen
    Funktionen gesehen (z.B. Gefühl versus Verstand).
    Emotionen werden häufig eher dem 'Körper' als dem 'Geist'
    zugeordnet ('Kopf' versus 'Bauch').
    Emotionen wird die Macht zugeschrieben, die Funktionsweise
    des 'Gesamtsystems' (Mensch, Persönlichkeit …) zu verändern
    ("… im Affekt").
    Emotionen haben häufig etwas 'Unbestimmtes' ("das Gefühl
    haben, dass…").
    Andererseits haben Emotionen häufig etwas sehr Bestimmtes
    und Zwingendes ("Angst haben")
  3. 3Merkmale von 'Emotionen'Affektivität: Empfindung bzw. Erlebnis mit Valenz (angenehm – unangenehm)
    - Objektgerichtetheit / Intentionalität: Ausrichtung auf ein Bezugsobjekt,
    unabhängig davon, ob dieses Bezugsobjekt real gegeben oder nur
    vorgestellt oder erwartet wird.
    Dieses Bezugsobjekt kann auch im eigenen Körper lokalisiert sein.
    - Zeitliche Dynamik und begrenzte Dauer (Abgrenzung von Stimmungen,
    Temperament etc.)
  4. 4Paradigmenwechsel?William James (1884). What is an emotion?
    "a sequence of events"
    Erst Impuls dann emotion
    Stimulus  erlebte Emotion  Reaktionstendenz ???
    Nein!
    sondern:
    Stimulus  Reaktionstendenz  erlebte Emotion !!!
    Hund sehen  Angst erleben  Weglaufen
  5. 5James-Lange-TheorieEmotionen sind von einer Reihe körperlicher Reaktionen begleitet
    (z.B. Herzschlagfrequenz ↑, Blutdruck ↑ etc.)
    Diese Reaktionen werden vom Gehirn wie Umweltereignisse
    wahrgenommen (Feedback).
    Emotionen unterscheiden sich von anderen Empfindungen
    dadurch, dass sie von solchen körperlichen Reaktionen begleitet
    werden. Unterschiedliche Emotionen basieren auf
    unterschiedlichen körperlichen Reaktionen.
    Das subjektive Erleben einer Emotion ist die Wahrnehmung
    dieser körperlichen Reaktionen.
    --Komponenten von Emotionen
  6. 6Komponenten von Emotion?Zeichnen und beschriften können
  7. 7Emotionskomponenten: Subjektives Erleben- unmittelbar nur introspektiv zugänglich
    - wie objektivierbar?
    1. Verbale Beschreibungen
    Fehr & Russell, 1984:
    Produktion möglichst vieler Emotionswörter innerhalb 1 Minute (200 Studenten)
    -383 Wörter
    -davon 187 Einzelnennungen
    -nur 20 Wörter wurden von mind. 10 Prozent genannt
    -hohe interindividuelle Varianz hinsichtlich der Anzahl produzierter Wörter
    -bei vielen Wörtern Uneinigkeit darüber, ob sie eine Emotion bezeichnen
    Validität freier verbaler Antworten ???
    [Kompetenz, Motivation, Lerngeschichte, Semantik vs. Pragmatik etc….]
  8. 8Skalirungsverfahren eMOTION-Selbstbefragung
    -SAM: Self-Assessment Manikin
  9. 9Kognitive KomponeneteAufmerksamkeit (-sausrichtung)
    - zwischen Kanälen bzw. Modalitäten
    - innerhalb eines Kanals
    - intersensorische Koordination
    Aktivierung von Gedächtnisinhalten
    - (semantisches) Wissen
    - (episodische) Erinnerungen
    - prozedurales Wissen
    Messverfahren
    - Detektionsparadigmen
    - Interferenzparadigmen
    - Diskriminationsparadigmen
    - Kompatibilitätsparadigmen
    - Doppelaufgaben
    - Gedächtnisaufgaben
  10. 10Physiologische Komponente(n)Vegetatives / peripheres Nervensystem
    - Atmung
    - kardiovaskuläres System (Blutdruck, Herzrate)
    - elektrodermale Aktivität
    - Hormone
    - muskuläre Aktivität
    Zentrales Nervensystem
    - Veränderung zentraler Aktivierungsmuster
    - Neurotransmitter
    Messverfahren
    - EKG
    - EMG
    - Hautleitfähigkeit
    - EEG
    - PET
    - fMRI
    - MEG
  11. 11Motivationale KomponenteInduktion von Handlungsbereitschaft
    Gegenstand: Anschlussmotivation, Machtmotiv, Leistungsmotiv
    - physiologische Reaktionen als
    Handlungsvorbereitung
    - Handlungsstrategien (z.B. Vermeidung, Angriff)
    - Handlungstaktiken
    (z.B. Provokation, symbolische Aggression)
    Messverfahren
    - 'State'-Maße (z.B. state
    anxiety)
    - projektive Tests
    - physiologische Maße
    - expressive Maße
  12. 12Emotionskomponenten: Expressive KomponenteKörperhaltung, gesamtkörperliche Motorik
    Wichtige Parameter: Richtung und Tempo
    Häufig reichen rel. spärliche grobmotorische Parameter aus, um zu einer
    zutreffenden Einschätzung des Gefühlszustandes eines Menschen zu
    gelangen
  13. 13Biological Motion':welche kinematische
    Information reicht aus,
    um Rückschlüsse auf
    emotionale Zustände
    zu erlauben?
  14. 14Expressive Komponente: MimikDas Facial Action Coding System (FACS):
    44 Aktionseinheiten
    (minimale Einheiten visuell unterscheidbarer Gesichtsbewegungen)
    Aufzeichung des Gesichtsmuskel-Elektromyograms (EMG)
    - weniger aufwändig als FACS
    - bei Oberflächen-Elektroden rel. geringe räuml. Auflösung
    - meist auf 1 – 2 Gesichtsmuskel beschränkt, z.B.
    - Zygomanticus major ('Lächelmuskel')
    - Corrugator supercilii (zieht die Augenbrauen zusammen)
  15. 15Widerspruch zu James Langen Theorie?W.B. Cannon (1927). The James-Lange theory
    of emotions: A critical examination and an
    alternative theory. American Journal of Psychology,
    39, 106 – 124.
    Physiologische Reaktionen …
    … erlauben keine Differenzierung
    unterschiedlicher Emotionen
    … sind zu träge, um via Rückmeldung
    das Erleben von Emotionen zu bedingen
    Das Emotionserleben vollzieht sich komplett im Gehirn!
    Emotionales Erleben und physiologische Reaktionen entfalten
    sich parallel (aber intensitätsmodulierende Funktion physiol. Reaktionen).
  16. 16Zwei-Faktoren-Theorie der EmotionenSchachter, 1964; Schachter & Singer, 1962)
    Körperliche Erregung (bzw. deren Feedback) ist eine entscheidende
    Bedingung des Erlebens von Emotionen.
    Die körperliche Erregung ist unspezifisch.
    Die körperliche Erregung wird unter Einbeziehung von Kontextinformation interpretiert (Attribution).
    Im Zuge dieser Interpretation wird der Erregungszustand im Sinne einer bestimmten
    Emotion etikettiert (Labeling), woraus das Erleben einer spezifischen Emotion resultiert.
  17. 17Einordnen der Theorien?Einordnen der Theorien?
  18. 18Versuchsaufbau, Hypothesen und Ergebnisse von Schachter & Singer (1962)Nachlesen!!
  19. 19Untersuchungen zum Erregungstransfer Folien+ sekundärliteratur nachlesen !!- basiert auf dem Umstand, daß physiologische Errgegung ein relativ
    träger Prozeß ist, d.h. Erregung persistiert nach Ende des die Erregung
    bedingenden Ereignisses:
    Eine aus einer vorangegangenen Situation A resultierende Erregung
    persistiert in einer nachfolgenden Situation B und erhöht so die in
    Situation B evtl. entstehende Erregung.
    - Entsprechend kann es sein, daß die in Situation B erlebte Erregung
    komplett im Hinblick auf Situation B interpretiert wird (obwohl sie zum
    Teil noch aus Situation A resultiert).
  20. 20Konstruktivistische TheorienKonstruktivistische Theorien
  21. 21Die AppraisaltheorieR.S. Lazarus (1966)
    Grundannahmen:
    Menschen beurteilen Umweltereignisse permanent im Hinblick auf
    Relevanz für die Erreichung ihrer Ziele, Valenz, und Bedrohlichkeit
    primary appraisal
    Wird ein Ereignis als relevant eingeschätzt, erfolgt ein zweiter
    Bewertungsschritt (secondary appraisal), in dem die Situation
    in Beziehung zu den zur Verfügung stehenden persönlichen
    Ressourcen gesetzt wird (person-environment fit)
    Negative Emotionen (Stress) entstehen, wenn die eigenen Ressourcen
    als zur Situationsbewältigung nicht ausreichend eingeschätzt werden.
    [Entscheidend ist der Gedanke, daß eine Situation nicht per se beängstigend (oder
    erfreulich etc.) ist, sondern die Angst (Freude etc) eine Funktion der Interaktion
    von (eingeschätzten) persönlichen Ressourcen und Umweltbedingungen ist.]
  22. 22Die Appraisaltheorie von Klaus SchererZentrale Annahme:
    Die Bewertung einer Situation erfolgt in fünf hierarchisch
    aufeinander bezogenen Bewertungsschritten (SECs: stimulus evaluation checks),
    die in ihrer Abfolge immer spezifischere Emotionen generieren
  23. 23Das Komponenten-Prozess-Modell von Scherer (2009)Das Komponenten-Prozess-Modell von Scherer (2009)
  24. 24Biologische Grundlagen von EmotionenBiologische Grundlagen von Emotionen
  25. 25Klassische Konditionierung einer Furchtreaktionermöglicht die Auslösung der Furchtreaktion durch einen Reiz, dessen
    Verarbeitungsweg weitestgehend bekannt ist
  26. 26Gezielte Läsionen, beginnend bei den Endpunkten der sensorischen VerarbeitungWas wird für die Konditionierung bzw. Auslösung einer Furchtreaktion
    –und damit für die der Furchtreaktion zugrunde liegende emotionale Bewertung-
    zumindest benötigt?
    Läsion der Hörrinde (kortikal): Keine Beeinflussung der Konditionierung
    Läsion des auditorischen Thalamus (subkortikal): Konditionierung unmöglich
    → Der emotionsauslösende akustische Reiz muss (zumindest) den
    Thalamus erreichen.
  27. 27Schritt 3 klaissische angst konditionierungInjektion von Tracern in den auditorischen Thalamus
  28. 28Injektion von Tracern in den auditorischen ThalamusInjektion von Tracern in den auditorischen Thalamus
  29. 29Injektion von Tracern in den auditorischen Thalamus Projektionen in vier subkortikale Areale
    (entgegen der Annahme, daß der Thalamus nur 'nach oben' projiziert)
    4. Gezielte Läsionen dieser Verbindungen
     nur eine Läsion der Verbindung zwischen Thalamus und
    Amygdala macht eine Furchtkonditionierung unmöglich
  30. 30Arbeiten von Bruce Kapp zu efferenten Verbindungen der AmygdalaArbeiten von Bruce Kapp zu efferenten Verbindungen der Amygdala
  31. 31wie passen forscher zusammen?Ledoux:
    Furchtauslösende Reize aktivieren die Amygdala unter Umgehung
    kortikaler Pfade.
    Kapp:
    Die Amygdala spielt eine zentrale Rolle bei der Auslösung von
    physiologischen Veränderungen, die bei Furchtreaktionen
    eine zentrale Rolle spielen.
    Passt!
    Um eine physiologische Angstreaktion hervorzurufen, braucht es den Kortex nicht
  32. 32Das Zwei-Routen-Modell von Ledoux (1996)Das Zwei-Routen-Modell von Ledoux (1996)
  33. 33Verschiedene Wege zur AmygdalaVerschiedene Wege zur Amygdala
  34. 34Wie wird aus der Aktivierung der Amygdala erlebte Furcht?1. Rückmeldung physiologischer Reaktionen (sensu James)
    2. Durch die Aktivierung der Amygdala induzierte Erhöhung des
    kortikalen Erregungsniveaus (v.a. durch erhöhte Ausschüttung
    von Acetylcholin) ('Hellwach werden')
    3. (Rück-)Projektionen der Amygdala in verschiedene kortikale Areale
  35. 35Wie wird aus der Aktivierung der Amygdala erlebte Furcht 2?Wie wird aus der Aktivierung der Amygdala erlebte Furcht 2?
  36. 36EmotionsregulationEmotionen sind das Ergebnis phylogenetischer (evolutionär bedingter) und
    ontogenetischer (gelernter) Anpassungen, die der Regulation von Verhalten
    für die Erreichung von Zielen dienen (Regulation durch Emotionen)
    - Überleben
    - Signalisierung von Relevanz
    - Energetisierung / Anstrengung, aber auch Beendigung / Abbruch
    - Motivation
    - …
    Emotionen sind häufig zieldiskrepant
    - 'unpassende' Umwelt
    - Unlustvermeidung
    - (sozial) dysfunktional
    - …
     Regulation von Emotionen
  37. 37Prozessmodell der EmotionsregulationProzessmodell der Emotionsregulation
  38. 38Modell erklären?Situationsauswahl: (Kurzfristig) effektiv, u.U. höchst problematisch für langfristige Ziele
    Situationsmodifikation: Häufig sowohl effektiv als auch zielführend, teilweise aufwändig
    (Verhaltenstherapie)
    Aufmerksamkeitskontrolle: Häufig sowohl effektiv als auch zielführend,
    teilweise aufwändig bzw. trainingsintensiv
    (Kontrolle automatischer Prozesse)
    Kognitive Umbewertung ('Re-Appraisal'): Häufig effektiv und zielführend, teilweise
    Gefahr von 'Realitätsverlust'
    (kognitive Verhaltenstherapie)
    Reaktionskontrolle: ressourcenfordernd, häufig Dissoziation von Erleben und Physiologie,
    u.U. dysfunktionale Verhaltensänderung, 'paradoxe' Effekte
    aber: gut trainierte Entspannungsverfahren u.ä. oft hilfreich
  39. 39Was bedeutet „Lernen“?Prozess, der als Ergebnis von Erfahrungen relativ
    langfristige Änderungen im Verhaltenspotential
    erzeugt.
  40. 40Klassisches KonditionierenWas ist Klassisches Konditionieren?
    Klassisches Konditionieren ist Assoziationslernen
    Es werden zwei Reize miteinander verknüpft, die in
    zeitlicher Nähe auftreten.
    Dadurch kann ein vormals neutraler Reiz
    reaktionsauslösende oder emotionsauslösende
    Qualitäten erhalten.
  41. 41begriffe der kkNeutraler Stimulus (NS)
     Reiz, der keine spezifische reflexartige oder
    emotionale Reaktion auslöst.
    Unkonditionierter Stimulus (US)
     Stimulus, der ungelernt eine spezifische Reaktion
    auslöst.
    Unkonditionierte Reaktion (UR)
     Reaktion die durch den US ungelernt ausgelöst
    wird.
    Konditionierter Stimulus (CS)
     Vormals neutraler Reiz, der nach der Konditionierung
    eine spezifische Reaktion auslöst.
    Konditionierte Reaktion (CR)
     Reaktion, die nach der Konditionierung durch den
    konditionierten Reiz ausgelöst wird
  42. 42Was ist Klassisches Konditionieren?Phase 1 - KONTROLLE
    Neutraler Reiz 
    Orientierungsreaktion
    Unkond. Reiz  Unkond. Reaktion
    Zuckerwasser  Rüsselreaktion
    Phase 2 - AQUISITION
    Neutraler + Unkond. Reiz  Unkonditionierte Reaktion
    Luftstoß + Zucker  Rüsselreaktion
    Phase 3 - EXTINKTION
    Kond. Reiz  Kond. Reaktion
  43. 43Lernen durch Assoziation und KonsequenzenLernen durch Assoziation und Konsequenzen
  44. 44Das Phänomen der SpontanerholungDas Phänomen der Spontanerholung,
    ist ein Hinweis darauf, dass die
    Assoziation in Wirklichkeit nicht
    gelöscht ist. Sonst würde die
    konditionierte Reaktion nach einer
    Pause ohne US nicht wieder auftreten
  45. 45Verschiedene Abfolgen der Reizdarbietung in der AquisitionsphaseVerschiedene Abfolgen der Reizdarbietung in der Aquisitionsphase
  46. 46KontiguitätKontiguität (gemeinsames Auftreten) reicht zur
    Konditionierung nicht aus.
    Ein Reiz muss den anderen zuverlässig ankündigen 
    Signallernen.
    Es muss also Korrelation oder Kontingenz bestehen
  47. 47Spezielle Formen des KonditionierensKonditionierung emotionaler Reaktionen (ratte+kind)oma+parfum
    Gelernte Geschmacksaversion
    Eine einzige Kopplung zwischen CS Und US reicht zum
    Konditionieren aus.
    Der Abstand zwischen CS und US kann mehrere Stunden
    betragen.
    Sensorische Vorkonditionierung
    Spezielle Formen des Konditionierens
  48. 48Gedächtnismodell des KonditionierensGedächtnismodell des Konditionierens
  49. 49spezielle formen teil 2Evaluative Konditionierung
    Übertragung der Valenz (affektive Bewertung) eines
    Reizes auf einen anderen Reiz.
    Im Gegensatz zu KK löschungsresistent.
    Kontiguität ist wichtig, Reihenfolge und Signalcharakter
    nicht.  Auch gleichzeitige und Rückwärtskonditionierung
    funktioniert.
  50. 50Generalisierung und Diskriminationgegen alle individuen einer gattung und nicht spezifisch (bienen)
  51. 51Anwendungsaspekte des Klassischen KonditionierensAversive Gegenkonditionierung bei
    Alkoholkranken
    Die Schafe retten, ohne Wölfe zu töten
  52. 52Konditionierung Physiologischer VorgängeWird ein neutraler Reiz mit einem Mittel assoziiert, das das
    Immunsystem schwächt, kann später der neutrale Reiz allein
    das Immunsystem schwächen (z.B. Ader & Cohen, 1981)
  53. 53Instrumentelles KonditionierenTHORNDIKE‘s Gesetz der Auswirkung
    (Law of effect; Psychology of learning, 1913)
    • Reaktionen, die kurz vor einem befriedigenden
    Zustand gezeigt werden, werden mit höherer
    Wahrscheinlichkeit wiederholt.
    • Reaktionen die kurz vor einem unbefriedigenden
    Zustand auftreten, werden mit großer
    Wahrscheinlichkeit nicht wiederholt.
  54. 54Die Behavioristische Positionso erziehe, dass es irgend ein
    beliebiger Spezialist wird, zu dem ich es erwählen könnte -
    Arzt, Jurist, Künstler, Kaufmann, ja sogar Bettler und Dieb,
    ungeachtet seiner Talente, Neigungen, Absichten,
    Fähigkeiten und Herkunft seiner Vorfahren.“
    Die Behavioristische Position
  55. 55Was ist operantes (instrumentelles) Konditionieren?Beim Klassischen Konditionieren werden Reaktionen
    auf „neue Reize“ hin ausgelöst.
    Beim Instrumentellen Konditionieren werden „neue
    Reaktionen“ gelernt.
    Diese Reaktionen sind instrumentell für bestimmte
    Konsequenzen.
    Man lernt z.B. etwas zu tun, weil man dafür etwas
    Positivves bekommt oder etwas Negatives verhindern
    kann.
  56. 56BROWN und HERNSTEIN (1975): Stop-Action-Prinzip Instrumentelles KonditionierenEine besondere Körperhaltung und Muskelbewegung
    im Moment der Verstärkung tritt beim
    nächsten Durchgang mit größerer Wahrscheinlichkeit
    wieder auf.
    Zufälliges Verhalten, das einige Male verstärkt
    wird, dominiert über andere mögliche Verhaltensweisen
    (Aberglaubenexperimente von Skinner).
  57. 57Instrumentelles Konditionieren Klassifikation von KonditionierungsformeInstrumentelles Konditionieren Klassifikation von Konditionierungsforme
  58. 58Instrumentelles KonditionierenInstrumentelles Konditionieren
  59. 59Effekte von Verstärkerplänen• Kontinuierliche Verstärkung  schneller Verhaltensaufbau
    • Intermittierende Verstärkung  größere Löschungsresistenz
    • Fixe Intervallpläne  Verhaltenshäufigkeit steigt kurz vor
    der Verstärkervergabe sprunghaft an.
    • Variable Pläne  gleichmäßige Häufigkeit des Verhaltens
  60. 60Neurofeedback bei ADHS Anwendungsaspekte des Instrumentellen Konditionierens Instrumentelles Konditionieren• Auf Ritalintherapie sprechen etwa 95% auf Neurofeedback 50-75%
    der Patienten an (Ärztezeitung, 13.02.2015).
    • Kosten einer Sitzung mit Neurofeedback hängen von Gebührenordnung
    des jeweiligen Therapeuten ab (60 -140 €) und werden fast
    ausschließlich als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) abgerechnet.
    • Nach 20 Sitzungen wird üblicherweise entschieden ob die Therapie
    fortgesetzt wird.
    •Neurofeedback scheint bei Aufmerksamkeitsdefiziten zu helfen. Ritalin
    scheint bei Hyperaktivität deutlich wirksamer zu sein.
  61. 61Das Problem mit der BestrafungVerhalten wird durch Bestrafung unterdrückt aber:
    Bestrafung
    … es wird kein alternatives Verhalten
    aufgebaut.
    …Bestrafung ist ethisch bedenklich.
    •Wird keine Bestrafung erwartet, tritt Verhalten erneut auf
    •Flucht- und Vermeidungsreaktionen werden gefördert
    •Aufmerksamkeit wird auf nicht erwünschtes Verhalten
    gelenkt
    • Negative Emotionen und Aggression
    • Negative Selbstwahrnehmung
    • Modell für aggressives Verhalten (nächste Vorlesung)
  62. 62Experiment von Estes (1944)Phase positiver Verstärkung von 16 Ratten über mehrere Tage in
    einer Skinnerbox.
    • 8 Ratten werden in der 1. Löschphase nicht mehr verstärkt .
    • 8 Ratten werden in der 1. Löschphase mit Elektroschock bestraft.
    • In der 2. und 3. Löschphase wurde das Verhalten beider Gruppen
    nur gelöscht, d.h. weder verstärkt noch bestraft.
  63. 63Experiment von Estes (1944) ergebnisseExperiment von Estes (1944) ergebnisse
  64. 64Wie bestrafen?• Bestrafung sollte dem Problemverhalten angemessen
    sein.
    • In einem inhaltlich-logischen und zeitlichen Bezug zum
    Problemverhalten stehen.
    • Verhalten bestrafen, ohne Person abzuwerten.
    • Angemessenes Alternativverhalten darstellen.
    • Eher Bestrafung II anwenden (Entzug positiver Reize).
  65. 65Was ist Imitation?Menschen und Tiere haben eine angeborene Neigung das
    Verhalten anderer Lebewesen nachzuahmen.
  66. 66Was ist Imitation? Formen der ImitationSoziale Erleichterung
    Verhalten eines Individuums löst bei anderen ein
    Verhalten aus, welches diese schon in ihrem Verhaltensrepertoire
    haben.
    Lokale Erleichterung
    Neues Verhalten wird schneller gelernt als durch Versuch
    und Irrtum, indem die Aufmerksamkeit explizit auf relevante
    Merkmale in der Situation gelenkt wird.
    Echte Imitation
    Für eine Spezies eher unwahrscheinliches Verhalten wird
    von Individuum zu Individuum weitergegeben.
  67. 67Formen der Imitation EmulationBeobachter verfolgt das gleiche Ziel wie das Modell, aber
    mit anderen Mitteln. (bsp Nuss knacken)
    Emulation kann fälschlicherweise als schlechte Imitationsleistung
    interpretiert werden
  68. 68Formen der Imitation Lernen durch Beobachtung Rationale ImitationKleinkinder imitieren häufiger, wenn der Zweck des
    beobachteten Verhaltens nicht ersichtlich ist.
    Sie scheinen dem Modell zu unterstellen, dass es einen
    Grund für die Handlung gehabt haben muss.
    Ist der Zweck ersichtlich, emulieren sie, d.h. wenn möglich
    versuchen sie das Ziel mit einfacheren Mittel zu erreichen.
    Kinder (14 Mon.) beobachten wie ein Modell eine Lampe mit
    dem Kopf anschaltet (Meltzoff, 1988).
    Verhalten wird eine Woche später noch ausgeführt.
  69. 69SpiegelneuronenBei Spiegelneuronen handelt es sich um eine distinkte Klasse
    von Neuronen, die spezifische sensorische Information in ein
    motorisches Format transformieren. Spiegelneurone wurden
    ursprünglich im prämotorischen und parietalen Kortex beim
    Affen entdeckt. Spätere neurophysiologische Studien zeigten,
    dass solche Spiegelmechanismen auch im menschlichen
    Gehirn zu finden sind. Je nach anatomischer Lokalisation
    spielen diese Mechanismen eine Rolle beim Verständnis von
    Aktionen und Intentionen, bei der Imitation und dem
    Nachempfinden von Emotionen (Fabbri-Destro & Rizzolatti,
    2008).
  70. 70Banduras soziale Lerntheorie Das klassische Experimente von Bandura (1963, 1965)Vpn: 3 Gruppen Kindergartenkinder
    • 5 min. Videofilm: Erwachsener schlägt Plastikpuppe
    UV
    – 1. Gruppe: Modell belohnt
    – 2. Gruppe: Modell bestraft
    – 3. Gruppe: ohne Konsequenzen
    • Nach dem Film 10 Minuten Beobachtungsraum.
    AV
    Häufigkeit der von der Modellperson übernommenen
    aggressiven Verhaltensweisen gegenüber der Plastikpuppe.
  71. 71Das klassische Experimente von Bandura (1963, 1965) ergebnisseVerstärkung ist für das Beobachtungslernen nicht
    wesentlich, sondern nur dafür, ob oder wann und
    in welchem Maße das Verhalten ausgeführt wird.
     Unterschied zwischen Lernen und Performanz
    (Ausführung).
    Das klassische Experimente von Bandura (1963, 1965) ergebnisse
  72. 72Banduras soziale Lerntheorie EFFEKTEReproduktionseffekte
    Übernahme neuer Verhaltensweisen
    Hemmungseffekte
    Enthemmungseffekt: Beobachtung der Belohnung eines
    Verhaltens, dass zuvor bestraft wurde
    Hemmungseffekt: Beobachtung der Bestrafung eines
    Verhaltens, dass zuvor belohnt wurde
    Reaktionserleichterung
    (Generalisierungseffekt). Vom beobachteten Verhalten
    aus wird auf ähnliche Verhaltensweisen generalisiert.
  73. 73In der Theorie werden vier nicht direkt beobachtbare kognitive Prozesse unterschieden.Aneignung
    Aufmerksamkeitsprozesse: Die Aufmerksamkeit muss
    auf die zu imitierenden Verhaltensweisen gelenkt
    werden.
    Gedächtnisprozesse: Durch Beobachtung gewonnene
    Information muss im Gedächtnis gehalten werden
    Ausführung
    Motorische Reproduktionsprozesse: Beobachtetes Verhalten
    muss in ein koordiniertes Muster von Muskelbewegungen
    umgesetzt werden.
    Anreiz und Motivationsprozesse: Das gelernte Verhalten wird
    erst dann gezeigt, wenn eine positive Konsequenz dafür zu
    erwarten ist oder eine negative verhindert werden kann.
  74. 74Wodurch wird die Wahrscheinlichkeit der Imitation beeinflusst?Buttelmann, Zmyj, Daum, Carpenter (2013)
    lesen!!
  75. 75Wodurch wird die Wahrscheinlichkeit der Imitation beeinflusst?Vorbildsituation
    Bekräftigung muss als relevant für eigenes Verhalten erkannt
    werden.
    Vorbilder, die sich offenbar wohl fühlen, werden eher
    nachgeahmt.
    Beziehung zwischen Vorbild und Beobachter
    Warme und innige Beziehung erhöht die Wahrscheinlichkeit.
    Nachahmung macht den Nachahmenden attraktiver
  76. 76Was kann durch Beobachtung gelernt werden? Verhaltensweisen (Mimik)Fotografien von Paaren bei
    ihrer Heirat und 25 Jahre
    später.
    • Einschätzung auf Ähnlichkeit
    und die Wahrscheinlichkeit
    verheiratet zu sein.
    • Ergebnisse zeigten eine
    stärkere Ähnlichkeit von
    Paaren nach 25 Jahren.
    • Je ähnlicher sich die Paare
    waren, desto zufriedener
    waren sie in der Ehe!
    • Ähnlichkeit kann also nicht
    nur genetisch sondern auch
    durch lange
  77. 77Modellierung in der VerhaltenstherapieErleichterung von gering-wahrscheinlichem Verhalten
    durch vormachen des Verhaltens durch einen Trainer
    (Modell)
    Aneignung neuer Verhaltensweisen
    Video Self-Modelling  Person macht sich erwünschtes
    Verhalten selbst als Modell vor.
  78. 78Kognitive Wende:Lernende nehmen Informationen vor dem Hintergrund
    • eigener Erfahrungen,
    • eigene Kenntnisstände,
    • eigenen Entwicklungsstadiums
    in selektiver Weise auf und interpretieren und verarbeiten
    diese Informationen.
    Es werden mehr oder weniger komplexe interne (nicht
    direkt beobachtbare) Prozesse angenommen.
  79. 79Intermezzo: Behavioristische Position• Relevant beim Erwerb von Faktenwissen (z. B. Vokabeln, kleines
    Einmaleins)
    • Kleinschrittige, wiederholende Übungen und zeitnahe Belohnung
    (positives Feedback)
    • Drill & Practice Programme auf der Grundlage des behavioristischer
    Lerntheorien
    • Ansatz der „Programmierten Unterweisung“ von Skinner (1968)
    • Grundlage für „tutorielle Systeme“ bei Computer Based Training
    (CBT)
  80. 80Kognitivistische und konstruktivistische Vorstellung von Lernen• Kognitivismus konzentriert sich auf intern ablaufende Prozesse der
    Informationsverarbeitung (keine Blackbox)
    • Nicht beobachtbare Prozesse wie z. B. Aufmerksamkeit und
    Gedächtnis (siehe Bandura) werden angenommen
    • Lernprozess hängt von kognitiver Entwicklung und Vorwissen ab
    • Kritik: Lehrer als Tutor gibt den Lernweg und das Ergebnis vor,
    dadurch kaum selbstgesteuertes und eigenverantwortliches
    Lernen
    • Kritik: Träges Wissen, d.h. Wissen kommt in Alltagssituationen
    nicht zur Anwendung.
  81. 81Behaviorismus Kognitivismus KonstruktivismusBehaviorismus Kognitivismus Konstruktivismus
  82. 82Konstruktivistischer Umgang mit FehlvorstellungenLernende haben häufig falsche (wenn auch plausible)
    Vorstellungen von Sachverhalten:
    Fehlerhafte Schemata und Propositionen.
    Assimilation kann Veränderung von Vorstellungen
    verhindern.
    Lehrende sollten versuchen, falsche Propositionen bzw.
    Schemata zu verändern.
    Dazu ist es wichtig, dass sie vorhandene Strukturen
    analysieren
    Konstruktion bedeutet hier:
    • Wissen vorstrukturieren (handhabbare Form)
    • Neu zusammenstellen
    • Nach Lösung suchen
  83. 83Die fünf besten Lernstrategien Lernen durch Wissenserwerb Dunlosky et al. (2013)1. Selbsttest
    Aktive Wiedergabe. Anderen erklären, was man
    gelernt hat und deren Fragen beantworten.
    2.Verteiltes Lernen
    Lernstoff in kleine Einheiten einteilen und
    zwischendurch Pausen einlegen.
    Sich selbst warum fragen stellen
     z.B. Warum ist das so, warum brauche ich dieses
    Wissen, welche Probleme kann man damit lösen?
    Wissenslücken erkennen
     Woran erinnert mich das? Was weiß ich schon
    darüber? Was ist mir neu? Schafft Verbindungen zu
    bereits vorhandenem Wissen und trägt somit zur
    Integration ins Wissensnetz bei.
    Vielfalt der Lernstrategien
    Unterschiedliche Lernstrategien zu verwenden, hilft
    dem Gedächtnis am meisten.
  84. 84Wissen aus Texten in das semantische Netz integrieren• Generieren: neue Informationen bzw. Wissen schaffen, Schlussfolgerungen
    ziehen, aus mehreren Beispielen Schemata
    konstruieren
    • Metakognitives Planen und Überwachen: Planen von
    Lernaufgaben, Lernziele bewusst machen und anstreben,
    Verständnislücken erkennen
     Aktive Informationsverarbeitung ist für effektives
    Lernen und Wissenskonstruktionsprozesse erforderlic
  85. 85Wissen aus Texten in das semantische Netz integrieren 2• Interpretieren… anstatt nur Wahrnehmen, Interpretation hängt von
    Aktivierung des Vorwissens ab
    • Selegieren: Relevante Information auswählen
    • Organisieren: Zusammenhänge bewusst machen, Propositionen
    herausarbeiten
    • Elaborieren: Neue Information mit vorhandenem Wissen in
    Verbindung bringen, Beispiele überlegen, Analogien ziehen, in
    eigene Worte fassen
    • Stärken: Wiederholungen unter verschiedenen Blickwinkeln,
    automatisierte Routinen erzeugen
  86. 86Lernen als Aufbau von NetzenPropositionen sind netzwerkartig verbunden
    Durch Lernen werden neue Wissenseinheiten in das
    Netz integriert, miteinander verknüpft und zueinander
    in Beziehung gesetzt.
    Prozesse beim Wissenserwerb
    Aktivierung von Vorwissen
    Neue Information wird mit Vorwissen verknüpft
  87. 87PropositionenPropositionen sind Strukturen aus einer Relation und
    einer geordneten Menge von Argumenten
    Schemata bestehen aus Propositionen.
    Propositionen sind kleinste Wissenseinheiten, die
    eine selbständige Aussage bilden können.
    Propositionen sowie Schemata können netzwerkartig
    verknüpft sein
  88. 88Lernen als Aufbau von Schemata und SkriptenSchemata und Skripte bilden sich durch Handeln,
    Handlungswahrnehmung, Interaktion und Kommunikation.
    Schemata und Skripte sind durch kulturelle Aspekte
    beeinflusst.
    Eingehende Informationen werden durch Schemata/Skripte
    interpretiert und verstanden (Assimilation).
    Gleichzeitig können vorhandene Schemata /Skripte
    verändert und an neue Gegebenheiten angepasst werden
    (Akkomodation).
  89. 89Kognitive Entwicklung nach Jean PiagetKognitive Fähigkeiten entwickeln sich durch die
    Tendenz, sich an die Umwelt anzupassen
    (Adaption).
    Durch Geschehnisse oder Reize, die nicht zu
    unserem Wissen passen, entsteht ein Ungleichgewicht
    (Disäquilibrium).
    Menschen streben danach, dieses
    Ungleichgewicht zu beheben und zu einem
    Gleichgewicht (Äquilibrium) zu kommen
    Dazu stehen zwei Prozesse zur Verfügung.
     Die Umweltgegebenheiten dem Wissen
    anpassen (Assimilation).
     Das Wissen den Umweltgegebenheiten
    anpassen (Akkomodation).
  90. 90Kognitivistische und konstruktivistische Vorstellung von Lernen• Wissen ist keine Kopie der Wirklichkeit sondern eine (individuelle)
    Konstruktion des Menschen
    • Individuelle Wahrnehmung und Interpretation des Lerners stehen
    im Vordergrund
    • Es gibt keinen einheitlichen oder optimalen Lernweg
    • Lernumgebungen müssen die individuelle Konstruktion von
    Wissen ermöglichen
    • Nicht Wissensvermittlung sondern reflektierende Herangehensweise
    in authentischen und situativen Erfahrungswelten
    • Soziale Interaktion als wichtige Voraussetzung zur Unterstützung
    bei der Reflektion von neuem Wissen
  91. 91schema und skripte 2Schemata
    (statisch) werden zu
    Skripte
    (dynamisch)
    Schemata
    Wenn man erkennt, dass ein Objekt einer bestimmten
    Objektklasse angehört, kann man bestimmte Schlüsse
    über das Objekt ziehen -> Assimilation
    Durch Lernen (neue Erfahrung) können Schemata
    verändert werden  Akkomodation
  92. 92PrototypenSchemata können auch in Form besonders repräsentativer
    oder typischer Objekte abgespeichert werden.
    • Prototypen: Mittelwert
    gemachter Erfahrungen
    • Grad der Abweichung definiert
    wie typisch ein Objekt ist
    • Es spielen eher characteristische
    als relevante Merkmale
    eine Rolle (Rosch & Mervis,
    1975)
  93. 93Es gibt verschiedene Kombinationsregeln für kritische Attribute:z.B. Affirmation (nur ein Attribut), Konjunktion (zwei oder
    mehr Attribute), Exklusive Disjunktion (entweder das eine
    oder das andere Attribut aber nicht beide). Inklusive
    Disjunktion (das eine, oder das andere Attribut oder beide)
  94. 94SchemataSchemata enthalten das für eine Kategorie im
    Allgemeinen zutreffende.
    Sie repräsentieren, was bestimmte Dinge und
    Konzepte in der Regel gemeinsam haben.
    Zur Schemabildung muss von Besonderheiten von
    Einzelfällen abgesehen, und Gemeinsamkeiten
    müssen herausgestellt werden.
    Nach klassischer Auffassung wird Schemazugehörigkeit
    eines Objekts an kritischen Attributen
    festgemacht.
    Als Schema bezeichnet man das allgemeine Wissen über
    ein Ereignis oder einen Gegenstand, das auf der
    Grundlage vorausgegangener Erfahrungen entstanden ist
    (Cohen, 1989)
    Ein Schema fasst bedeutsame Merkmale von
    Reizgegebenheiten in abstrakter Form zusammen.
  95. 95Motivationspsychologie beschäftigt sich mit zielgerichtetem VerhaltenZu welchem Zweck wird es ausgeführt?
    Auf welche Ziele ist Verhalten ausgerichtet?
    Wie wird Verhalten energetisiert?
    Wie wird es auf Zielkurs gehalten?  Wille
    und Selbststeuerung
  96. 96Ziele lassen sich nach verschiedenen Kriterien ordnen• Inhalt
    • Abstraktionsgrad
    • Zeitperspektive
    • Funktionalität
    • Richtung (a´nnähern vs Meiden)
  97. 97Was wird durch Motivation beeinflusst?Verhalten
    (Richtung, Dauer,
    Intensität)
    Kognition
    (Denken, Gedächtnis,
    Aufmerksamkeit,
    Wahrnehmung)
    Emotion
    (z.B. Freude, Enttäuschung,
    Trauer)
  98. 98Was wird durch Motivation beeinflusst? messbare größenVerhalten
    Richtung
    Intensität
    Dauer
    Motivation beeinflusst ob Ziel(zustände) angestrebt
    oder vermieden werden
    Motivation beeinflusst, wie viel Anstrengung zur
    Zielerreichung aufgewendet wird ?
    Motivation beeinflusst, wie lange Ziele verfolgt werden
    und wann die Zielverfolgung aufgegeben wird.
    Motivation beeinflusst Kognition
    Ziele beeinflussen die Wahrnehmung von Reizen 
    zielbezogene Reize und Ereignisse werden schneller
    wahrgenommen?
    Ziele beeinflussen die Aufmerksamkeit  zielbezogene
    Reize und Ereignisse ziehen automatisch Aufmerksamkeit
    auf sich.
  99. 99Motivation beeinflusst KognitionZiele beeinflussen die Interpretation von Reizen 
    mehrdeutige Reize werden z.B. eher als zieldienlich
    interpretiert.
  100. 100Motivation beeinflusst EmotionZielbezogene Reize lösen Emotionen aus:
    Positive Emotionen, wenn sie das Erreichen eines
    positiven Ziel(zustands) signalisieren.
    Negative Emotionen, wenn sie das Verfehlen eines
    positiven Ziel(zustands) oder das Eintreten eines
    negativen Zustands signalisieren.
  101. 101Wie kommt Motivation zustande?Motivation als Person-Umwelt-Interaktion
    MOTIVE sind
    Bewertungsdispositionen für Inhaltsklassen von zielen
    MOTIVE sind Bedürfnisse, sie können…
    vorübergehend niedrig oder hoch ausgeprägt sein
    (z.B. biogene Motive wie Hunger und Durst).
    dauerhaft niedrig oder hoch ausgeprägt sein (z.B.
    soziogene Motive wie das Leistungs- Anschlussoder
    Machtmotiv)
  102. 102Wie kommt Motivation zustande?Sind MOTIVE durch die Situation
    aktiviert,
    spricht man von MOTIVATION
    Wie kommt Motivation zustande?
  103. 103Verhalten kommt durch eine Interaktion von Organismus und Umwelt zustandePerson X Situation = Verhalten
  104. 104Die Feldtheorie von Kurt Lewin (1942)Die psychologische Wirklichkeit unterscheidet sich von der
    physikalischen
    Objektiv gleiche
    Reize, können völlig
    unterschiedliche
    Wirkung haben
    Interpretation ist
    von Motiven
    (Bedürfnissen) und
    Zielen abhängig
    Die Analyse des Verhaltens muss von der Gesamtsituation
    ausgehen.
    Die Determinanten des Verhaltens in der Umgebung
    und in der Person sind psychologisch zu fassen
    (psychologische Wahrheit ≠ physikalische Wahrheit).
    Reiz-Reaktions-Assoziationen reichen zur
    Verhaltenserklärung nicht aus. Dem Verhalten liegen
    Kräfte zugrunde.
  105. 105Verhalten ist eine Funktion von Personenfaktoren und UmgebungsfaktorenV = f(P,U)
  106. 106Die Feldtheorie von Kurt Lewin (1942) Das PersonenmodellDie Feldtheorie von Kurt Lewin (1942) Das Personenmodell
  107. 107Das personenmodellBedürfnisse, Ziele oder Intentionen sind gespannte
    Systeme innerhalb der Person, die auf Spannungsausgleich
    drängen.
    Gespannte Systeme führen zu Änderungen in der wahrgenommenen
    Umwelt. Dinge, die zur Bedürfnisbefriedigung
    taugen, gewinnen Aufforderungscharakter.
    Die Spannung besteht so lange, bis das Bedürfnis
    befriedigt bzw. die Intention erledigt, d.h. im Verhalten
    realisiert ist.
    Spannungsausgleich kann auch darin bestehen, dass die
    Spannung in ein benachbartes System diffundiert. Ein
    anderes, ähnliches Bedürfnis kann stellvertretend
    befriedigt werden.
  108. 108Befunde zum PersonenmodellGedächtnis für unerledigte Aufgaben (Zeigarnik,1927), bei
    Kellnern (Feld) und Versuchspersonen (Labor).
    Wiederaufnahme unerledigter Handlungen (Ovsiankina,
    1928).
    Erhöhter Muskeltonus nach unterbrochener Handlung
    (Freeman, 1930).
    Schnelleres Erkennen für Wörter, die sich auf unerledigte
    Absichten beziehen (Postman & Solomon, 1949).
    Anstieg der Attraktivität unterbrochener Handlungen
    (Cartwright, 1942).
    Zeigarnik-Effekt wird z. B. auch in der Werbung genutzt
  109. 109Das UmweltmodellDie Umwelt wird als ein Kräftefeld verstanden.
    In der Umwelt gibt es Zielbereiche, die eine Valenz
    haben. Diese Valenz kann positiv oder negativ sein.
    Zielbereiche mit positiven Valenzen ziehen uns an
    und Zielbereiche mit negativen Valenzen stoßen uns
    ab.
    Valenzen entstehen durch die Bedürfnisspannung
    der Person und der Qualität des Zielobjekts
    Es gibt verschiedene Handlungspfade um zu einem
    Zielbereich zu gelangen
    Bsp: Kinder hinsetzten auf stein.
  110. 110Die Feldtheorie von Kurt Lewin (1931/1942) Die Konflikttheorie (basierend auf Umweltmodell)Ein Konflikt entsteht, wenn gleichzeitig
    entgegengerichtete aber gleich starke
    Kräfte auf ein Individuum einwirken
  111. 111Arten der KonflikttheorieAufsuchen – Aufsuchen - Konflikt Bsp Esel und heu
    Meiden – Meiden - Konflikt (bergmänner bsp)
    Aufsuchen – Meiden - Konflikt
    Katze und Ball/operation siamesische Zwillige
  112. 112Lewin, Dembo, Festinger & Sears (1944) Theorie der resultierenden ValenzLewin, Dembo, Festinger & Sears (1944) Theorie der resultierenden Valenz
  113. 113Die Motivation wird durch folgende drei Variablen bestimmt:MOTIVE
    Erfolgsmotiv (Motiv, Erfolg zu erzielen) / Misserfolgsmotiv (Motiv,
    Misserfolg zu vermeiden)
    ANREIZE
    Umweltkomponente (Aufgabenschwierigkeit und -attraktivität)
    SUBJ. WAHRSCHEINLICHKEITEN
    Wahrscheinlichkeit des Eintretens (Erwartung)
    Das Risikowahlmodell von Atkinson (1957)
    Atkinson (1957). Motivational determinants of risk-taking behavio
  114. 114Das Risikowahlmodell von Atkinson (1957)Anreiz vs. Wahrscheinlichkeit
    Menschen eher bereit bei lotto zu wetten mit mehr geld im topf
  115. 115Aktuelle Konzepte der Motivationspsychologie:Motivation durch Affekte
    Primäraffekte:
    Freude, Verzweiflung, Wut, Furcht, Ekel,
    Überraschung, Interesse
    Scham, Schuld, Verachtung (Ende 1. Lj.)
    Affekt  reaktives Gefühl (schnell, stark, gerichtet)
    Stimmung  langsam, länger andauernd, ungerichte
    Implizite (unbewuust) vs. explizite (bewusst) Motive
    geschichte erzählen lassen- schlüüselwörter
    Projektive Verfahren sind eher kompliziert auszuwerten und
    sind aus testtheoretischer Sicht problematisch.
    Die Maße galten als unreliabel1) und wenig objektiv2).
    Man ging dazu über Motive mit Fragebogen zu erfassen.
    Dabei ist man davon ausgegangen, dass man das eine
    Verfahren durch das andere ersetzen kann.
  116. 116Motivation durch Affekte 2Über welche Mechanismen können Valenzen die
    Richtung und die Stärke des Verhaltens beeinflussen?
    Der Kern motivationaler Prozesse ist die Maximierung
    der Affektbilanz
    Menschen und Tiere sind bestrebt, positive Affekte
    herbeizuführen und negative Affekte zu beenden oder zu
    verhindern.
    proximal  Affekt; distal  Ziel, Ereignis
  117. 117Motivation durch Affekte 3Hinweisreize aus der Umwelt oder vorgestellte Ereignisse
    kündigen einen Affektwechsel an und aktivieren so das
    aversive oder das appetitive Motivationssystem. Dadurch
    entstehen Erwartungsemotionen.
    Die Motivationssysteme aktivieren dann Verhalten, das
    geeignet ist, den Affektwechsel herbeizuführen (appetitiv)
    oder zu verhindern (aversiv).
    Ist ein Motivationssystem aktiviert, ist die Wahrnehmung für
    Material begünstigt, das mit dem aktivierten
    Motivationssystem kompatibel ist (Beispiel  nächste Folie)
  118. 118Ein aktiviertes Motivationssystem erleichtert kompatibles und erschwert inkompatibles Verhalten Vrana, Spence and Lang (1988)Affective Startle-Modulation: Probanden zeigen einen
    stärkeren Startle-Reflex während der Betrachtung negativer
    Bilder als bei der Betrachtung positiver Bilder. Dies ist ein
    Hinweis dafür, daß negative Bilder das aversive
    Motivationssystem voraktivieren und somit die aversive
    Reaktion bahnen.
    Das aversive und das appetitive Motivationssystem können
    auch dispositionell voraktiviert sein.
    Elliot & Thrash (2002) Annähern vs. Meidentemperament
    Annähern-/Meidentemperament ist generell zeitstabil.
  119. 119Implizite vs. explizite Motive 2Implizite Motive beziehen sich darauf, worauf man emotional
    anspricht.
    Explizite Motive beziehen sich darauf, welche Einstellungen
    man zu bestimmten Zielen und Zielzuständen hat. Sie
    entsprechen eher Einstellungen, beziehen sich auf Normen.
    An der impliziten Motivation sind größere Anteile
    subkortikaler Strukturen beteiligt.
    An expliziten Motiven größere kortikale Anteile.
    Implizite und explizite Motive unterscheiden sich in folgenden
    Aspekten:
    Sie sagen unterschiedliche Arten von Verhalten vorher.
    Sie sprechen auf unterschiedliche situative Anreize an.
    Sie entwickeln sich unterschiedlich im Verlauf des Lebens.
  120. 120Implizite vs. explizite Motive ...sagen unterschiedliche Arten von Verhalten vorherExplizit gemessene Motive sagen eher konkret und kurzfristig
    Verhalten in klar strukturierten Laborsituationen vorher.
    Implizit gemessene Motive sagen eher langfristige
    Verhaltenstrends vorher.
    Das implizite Machtmotiv sagt Erfolg von Managern über 16
    Jahre vorher (McClelland & Boyatzis, 1982).
    Das implizite Intimitätsmotiv sagt Zufriedenheit in der Ehe 17
    Jahre später vorher (Mc Adams & Valliant, 1982).
  121. 121Implizite vs. explizite Motive ...sprechen auf unterschiedliche Anreize anImplizite Motive sprechen eher auf Tätigkeitsanreize (z. B.
    Handlungen, Verhalten) an.
    Explizite Motive sprechen eher auf von außen gesetzte
    (soziale Anreize, wie z. B. Erwartungen) an.
    Die unterschiedlichen Anreize sind ein Grund dafür, dass
    implizite Motive eher längerfristiges Verhalten vorhersagen.
    Implizite Motive sind unabhängiger von äußeren Anreizen.
    Verhalten, dass mit impliziten Motiven kongruent ist, wird
    häufiger ausgeführt, ohne dass es einer Kontrolle von außen
    bedarf
  122. 122Zur Verhaltensvorhersage sind beide Motivarten wichtig.Die Messung des einen Motivs kann die Messung des anderen
    Motivs nicht ersetzen.
    Implizite und explizite Motive können übereinstimmen oder
    nicht.
    Ein hohes explizites und ein niedriges implizites Motiv kann
    bewirken, dass man Dinge tun muss, die einem emotional
    widerstreben.
    Für psychosoziale Anpassung und somit für Wohlbefinden ist
    es hilfreich, die beiden Motivarten in Einklang zu bringen.
    Motive können mit Zielen in Einklang gebracht werden, in
    dem man sich die Zielverwirklichung vorstellt (Schultheiss &
    Brunstein, 1999).
    Z. B. expl. Ziel  Klausur bestehen
    impl. Ziel  Anstrengung vermeiden
  123. 123BindungsmotiveMenschen streben in allen Lebensphasen nach
    zwischenmenschlichen Beziehungen wie neue
    Bekanntschaften, Freundschaften, Partnerschaften
    und Familie (Baumeister & Leary, 1995).
    • Gefühl, sozial eingebunden zu sein, gilt als wichtigstes
    menschliches Basisbedürfnis.
    • Werden Menschen gefragt, welches besonders
    bedeutende oder sinnstiftende Ziele in ihrem Leben
    sind, nennen sie häufig Themen, die um soziale
    Beziehungen kreisen.
  124. 124•Historischer Rückblick: •Was haben Affenbabys mit Bindungsmotiven zu tun?Kinderpsychologe James Watson (1928) schrieb in
    einem auflagenstarken Erziehungsratgeber:
    •„Das übermäßig geherzte Kind hat später schwere
    Klippen zu nehmen“.
    Behaviorismus (bis in die 50er Jahre):
    •Fürsorgliche Eltern erziehen ihren Nachwuchs
    zu Anklammerung und Schwäche (operantes
    Konditionieren).
    •Kinder empfinden keine Liebe für ihre Eltern. Sie
    werden von den Eltern hauptsächlich mit
    Nahrung zu bestimmten Reaktionen konditioniert.
  125. 125Anschlussmotiv an BindungsmotivZiel: Aus Fremden Vertraute und freundschaftlich
    Gesinnte zu machen und geknüpfte soziale
    Beziehungen aufrecht zu erhalten bzw.
    wiederherzustellen.
    Wird oft angeregt durch einen negativen Affekt, der
    durch Isolation oder wahrgenommene Beeinträchtigung
    sozialer Beziehungen entsteht.
    • Intimitätsmotiv
    Ziel: Warmes, eng vertrautes sich gegenseitiges
    austauschen mit einer anderen Person.
    Bezieht sich im wesentlichen auf bereits bekannte
    Personen.
  126. 126Soziobiologische BetrachtungDie Bindungsmotive dienen der Selbsterhaltung und
    der Arterhaltung (distal).
    Sozialer Anschluss und Intimität sind von positiven
    Affekten begleitet (proximal).
    Anschluss an eine Gruppe bietet Schutz vor Gefahren.
    Anschluss an eine Gruppe ermöglicht Kooperation
    Anschluss an eine Gruppe ermöglicht Informationsgewinn
    Eine Trennung von der Gruppe ruft bei allen in Gruppen
    lebenden Spezies Stress hervor.
    Anschluss und Intimität können umgekehrt auch Stress
    reduzieren (soziale Unterstützung).
    Eltern-Kind Bindungen dienen der Selbsterhaltung und
    der Arterhaltung.
     Mit der Brutpflege kam die Freundlichkeit in die Welt
    (Eibel- Eibesfeldt, 1984)
    Bindung zwischen den Eltern dient der Aufrechterhaltung
    des Familienverbandes.
    Kindesliebe, Elternliebe, Gattenliebe, Freundschaft
    (nach Bischof)
  127. 127Bindungsmotive: Anschluss der PersönlichketisfaktorBindungsmotive: Anschluss der Persönlichketisfaktor
  128. 128Bindungsmotive: Anschluss Die Messung des Anschlussmotivs• Nach dem Auswertschlüssel nach Winter (1991) wird zum
    Beispiel als Anschlussmotiv verrechnet:
    Jeder Hinweis auf das Schließen, Beibehalten oder
    Wiederherstellen einer Freundschaft oder freundlichen
    Beziehung zwischen Personen oder Gruppen.
    Ausdruck von positiven, freundlichen oder intimen
    Gefühlen zu anderen Personen oder Gruppen.
    Traurigkeit oder andere negative Gefühle über Trennung
    oder Zerstörung einer freundschaftlichen und warmen
    Beziehung oder der Wunsch diese wieder herzustellen.
  129. 129Die Messung des Anschlussmotivs: FragebogenDie Messung des Anschlussmotivs: Fragebogen
  130. 130•Der Persönlichkeitsfaktor KognitionLernen: Hoch Anschlussmotivierte lernen Beziehungen
    zwischen Menschen schneller (McClelland, 1985)
    Verhalten
    •Hoch Anschlussmotivierte zeigen mehr anschlussthematische
    Tätigkeiten
  131. 131Unterschiede in der sozialen InteraktionAnschlussmotivierte verhalten sich in einer Weise, die den
    Gruppenzusammenhalt nicht gefährdet.
    •Unterschiede in der sozialen Interaktion
    Bei Gruppenentscheidungen machen sie weniger
    Vorschläge, die den Gruppenzusammenhalt gefährden.
    Sie versuchen Konflikte zu verhindern.
    Sie suchen bei Meinungsverschiedenheiten eher eine
    Übereinkunft.
    Sie beteiligen sich weniger an übler Nachrede.
    Sie mögen seltener kompetitive Spiele (z.B. Schach)
  132. 132•Korrelate des IntimitätsmotivsHoch Intimitätsmotivierte haben engere Beziehungen zu
    ihren Freunden und wissen auch mehr über sie.
    Ein hohes Intimitätsmotiv geht mit einem selektiven
    Gedächtnis für intimitätsbezogene Inhalte einher
    (McAdams & McClelland, 1983)
     Wiedersehen von Schulfreunden vs. Reise von Utah
    nach Mexiko City (jew. 33 Fakten).
     Korrelation des Intimitätsmotiv mit Fakten aus der
    Freundschaftsgeschichte r = .56.
     Korrelation des Intimitätsmotiv mit Fakten aus der
    Reisegeschichte r = .07.
    Hoch Intimitätsmotivierte sind psychosozial besser
    angepasst (McAdams & Vailland, 1982).
     TAT wurde bei 30 jährigen Männern erhoben. 17 Jahre
    später wurden Daten zur Zufriedenheit in Ehe und Beruf
    usw. erhoben.
     Hoch Intimitätsmotivierte kommen besser im Beruf
    zurecht.
     Sind glücklicher in ihrer Ehe.
     Sind weniger krank und haben weniger Drogen und
    Alkoholprobleme.
  133. 133Bindungsmotive in sozialen MedienIntensität der Facebook-Nutzung ist sowohl mit Zufriedenheit als
    auch Unzufriedenheit bezüglich der sozialen Einbindung assoziiert
    (Sheldon et al., 2011).
    Facebook-Nutzer haben ein Gefühl der Zugehörigkeit zu einer
    sozialen Gruppe.
    Facebook liefert aber auch eine verlockende Einrichtung, um mit
    Einsamkeit umzugehen. Allerdings werden die zugrundeliegenden
    Gefühle der sozialen Trennung nicht angesprochen (Anschlussbedürfnis
    wird nicht wirklich befriedigt).
  134. 134Macht und DominanzZiel: Beeinflussung oder die Möglichkeit der
    Beeinflussung einer anderen Person.
    Möglichkeiten zur Machtausübung bestehen dann,
    wenn ein Gefälle zwischen Personen besteht (soziale
    Kompetenz, Zugang zu Ressourcen, Statusposition).
    Machthandeln ist darauf ausgerichtet, Personen zu
    etwas zu veranlassen, das sie ohne Einflussnahme
    nicht getan hätten.
    Machthandeln kann instrumentell für die Erreichung
    nicht-machthematischer Ziele sein
  135. 135Machtquellen nach French & Raven (1959)Um Einfluss ausüben zu können, muss eine Ressourcenüberlegenheit
    vorhanden sein.
    Dazu können verschiedene Machtquellen (Ressourcen)
    zu Verfügung stehen:
    •Macht und Dominanz
     Belohnungsmacht
     Zwangs- oder Bestrafungsmacht
     Legitimierte Macht
     Vorbildmacht
     Expertenmacht
     Informationsmacht
  136. 136Arten der Macht•Belohnungsmacht
    •Bestrafungsmacht
    •Legitimierte Macht
    •Vorbildmacht
    •Expertenmacht
    •Informationsmacht
  137. 137Macht und Dominanz •Soziobiologische BetrachtungDas Machtmotiv ist im Wesentlichen mit einem Zugang zu
    Ressourcen verbunden.
    Zugang zu Ressourcen und Status sichern die
    Selbsterhaltung und verbessern den Fortpflanzungserfolg.
    In Tiergesellschaften halten Rangordnungen das soziale
    Gefüge stabil.
  138. 138•Macht und Dominanz Der PersönlichkeitsfaktorMenschen unterscheiden sich darin, wie sehr sie
    machtthematische Ziele positiv bewerten.
    Motivkomponenten: Hoffnung auf Kontrolle, Furcht
    vor Kontrollverlust (Furcht vor Gegenmacht, Furcht
    vor Konsequenzen der Macht...) .
  139. 139Die Messung des Machtmotivs: Projektiv• Nach dem Auswertschlüssel nach Winter (1991) wird zum
    Beispiel als Machtmotiv verrechnet:
    Jeder Hinweis auf starke oder machtvolle Aktionen die
    auf Personen, Gruppen oder Nationen wirken (Angriffe,
    Drohungen, usw.)
    Kontrolle, Beeinflussung, Informationen über andere
    sammeln oder andere überprüfen.
    Versuche zu beeinflussen, überzeugen, überreden,
    beweisen, usw. solange dies nicht dazu dient, Einigkeit
    zu erzielen oder Missverständnisse zu vermeiden.
  140. 140•Die Messung des Machtmotivs: Fragebogen •Der Persönlichkeitsfaktor •Beispiel: Personality Research Form (PRF) von Jackson•Die Messung des Machtmotivs: Fragebogen •Der Persönlichkeitsfaktor •Beispiel: Personality Research Form (PRF) von Jackson
  141. 141Zwei Formen des Machtmotivs: personalisierte vs. sozialisierte Macht (implizit gemessen).Personalisiertes Machtmotiv: Wunsch nach Macht, um
    sich selbst groß, stark und dominant zu fühlen. Hohes
    Machtmotiv bei gleichzeitig niedriger Aktivitätshemmung.
    Wird auf Kosten anderer ausgelebt.
    Sozialisiertes Machtmotiv: Sozial verträgliches
    Machtmotiv. Wird zugunsten anderer eingesetzt. Hohes
    Machtmotiv bei gleichzeitig hoher Aktivitätshemmung.
    bsp: Alkohol setzt die Aktivitätshemmung herab und lässt den
    Anteil personalisiert machtthematischer Aussagen im
    TAT ansteigen
  142. 142Das personalisierte MachtmotivIst häufiger bei Männern als bei Frauen hoch ausgeprägt.
    Ist bei Männern mit einem höheren Testosteronspiegel
    verbunden.
    Geht mit höherer Aggressivität und mehr Gesetzesübertretungen
    einher.
    Korreliert eher negativ mit sozialem Status.
    Männer mit hohem PM wechseln häufig die Partnerinnen,
    neigen zu sexuellen Übergriffen.
    Geht mit mehr Alkoholkonsum einher
  143. 143Das sozialisierte MachtmotivIst bei Frauen häufiger höher ausgeprägt als das
    personalisierte Machtmotiv.
    Ist bei Männern nicht mit einem höheren
    Testosteronspiegel verbunden.
    Korreliert eher positiv mit sozialem Status.
    Geht mit höherem Verantwortungsbewusstsein einher.
    Berufe: Arzt(in), Lehrer(in), Psycholog(e/in)....
  144. 144Machtmotiv und GesundheitDas Leadership Motive Syndrom geht häufig mit
    verschiedenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen einher.
    Personen mit diesem Syndrom leiden häufiger an HerzKreislauferkrankungen.
    Sie haben ein vergleichsweise schwaches Immunsystem.
    Die Immunglobulinkonzentration ist im Vergleich zu
    Kontrollpersonen geringer und die Adrenalinkonzentration
    höhe
  145. 145Machtmotiv und ErziehungMcClelland und Pilon (1983) erfragten 1951 die
    Erziehungstechniken von Müttern und sagten aus den so
    gewonnenen Parametern 26–27 Jahre später die Motive der
    nun Erwachsenen vorher.
    Als Prädiktor eines hohen Machtmotivs erwies sich die
    Toleranz, die die Mütter ihren 5-jährigen Kindern gegenüber
    aggressivem Verhalten zeigten.
    Interindividuelle Unterschiede im Machtmotiv kommen nach
    diesen Autoren durch unterschiedliche Erfahrungen mit
    positiven (Belohnung) und negativen (Bestrafung) Folgen
    des Machthandelns in der frühen Kindheit zustande.
  146. 146Macht und PolitikDie Gesamtgesellschaftliche Motivkonstellation hängt mit
    Krieg und Frieden in der US-Amerikanischen Geschichte
    zusammen (1780 – 1970) McClelland (1975)
  147. 147Leistung •Murray (1938):•Eine schwierige Aufgabe meistern.
    •Etwas besser und schneller tun.
    •Probleme überwinden.
    •Einen hohen Standard erreichen.
    •Das eigene Talent beweisen.
    •Andere im Wettbewerb übertreffen.
    •Verhalten gilt als Leistungsmotiviert, wenn es um die
    Auseinandersetzung mit einem Güte- bzw. Tüchtigkeitsmaßstab
    geht (z. B. McClelland et al., 1953).
  148. 148LeistungsmotivZiel: Erfolg bei der Auseinandersetzung mit einem
    Gütemaßstab  Erfolgserlebnis.
    Leistungsthematisches Handeln ist mit Selbstbewertung
    verbunden.
    Ein Erfolgserlebnis stellt sich nur ein, wenn man das
    Ergebnis der eigenen Fähigkeit bzw. der eigenen
    Anstrengung zuschreiben kann.
    Konsequenzen, die noch mit dem Erfolg verbunden
    sind, haben oft nichts mit dem Leistungsmotiv zu tun.
    Kinder zeigen zwischen 2½ und 3 ½ Jahren erstmals
    selbstbewertende Reaktionen auf gelungene oder
    misslungene Tätigkeiten (Stolz, Beschämung).
  149. 149Leistung •Soziobiologische BetrachtungDas Leistungsmotiv hat wahrscheinlich die gleichen
    evolutionsbiologischen Wurzeln wie das Neugiermotiv
    (Harter, 1978)
    Neugier  Exploration der Umwelt
    Leistung  Selbstexploration
    Das Streben nach Kompetenzerwerb ist angeboren
    (White, 1959).
    Kompetenzerwerb ist funktional für die
    Nahrungsbeschaffung und für den eigenen Schutz.
    Das Leistungsmotiv scheint der Motor der Industrialisierung
    zu sein.
  150. 150these gesellschaft/leistungs zusammenhangEs gibt offensichtlich einen Zusammenhang zwischen
    leistungsthematischen verbalen Inhalten und
    gesellschaftlich-ökonomischen Daten auf der
    Makroebene.
    Bsp Patentanmeldungen/Häufigkeit von Leistungsthemen
    in Lesebüchern
    •Die Höhe des Leistungsmotivs einer Gesellschaft
    geht mit Wirtschaftswachstum einher
  151. 151forschung Engeser, Rheinberg & Möller (2009)•Die Höhe des leistungsthematischen Anregungspotentials
    scheint auch mit schulischen Leistungen einherzugehen
    •Engeser, Rheinberg & Möller (2009)
    Vermutung: Leistungsunterschiede in PISA-E zum Teil
    durch unterschiedliche motivationale Leitbilder
    („Leistungsmotiv der Gesellschaft“) erklärbar.
    Über Schulbücher motivationales Leitbild erfassbar.
    Untersuchung „an einer Generation“.
    Auswahl zweier Bundesländer mit stark unterschiedlicher
    Leistung in PISA-E.
    Gewinnung einer repräsentativen Stichprobe der
    verwendeten Schulbücher:
    Grundschule (1. u. 2. Klasse).
    Weiterführende Schulen (9. Klasse – Jahrgang 99/00).
    Auswertung der Schulbücher (Deutsch, Mathematik)
    nach TAT-Auswertungsschlüssel (Motivinhalte) von
    Winter (1994).
    •Die Höhe des leistungsthematischen Anregungspotentials
    scheint auch mit schulischen Leistungen einherzugehen
  152. 152Leistung der persönlichkeitsfaktorLeistung der persönlichkeitsfaktor
  153. 153Die Messung des LeistungsmotivsDas Leistungsmotiv kann projektiv oder mit Fragebogen
    gemessen werden.
    •Die Messung des Leistungsmotivs: Projektiv
    •Der Persönlichkeitsfaktor
    • Nach dem Auswertschlüssel nach Winter (1991) wird als
    Leistungsmotiv verrechnet:
    Wenn Adjektive genannt werden, die eine Leistung positiv
    bewerten (z.B. gut, besser, am besten).
    Wenn Ziele und Handlungen, so beschrieben werden,
    dass sie eine positive Bewertung nahelegen.
    Wenn ein Gewinn oder erfolgreiches Messen an anderen
    erwähnt wird und dabei Leistung aber nicht Aggression
    oder Macht im Vordergrund steht.
  154. 154Die Messung des Lesitungsmotivs: Fragebogen•Beispiel: Personality Research Form (PRF) von Jackson
    bsp
    •Ich werde lieber nach Arbeitsleistung als nach
    Arbeitszeit bezahlt.
    •Richtig •Falsch
    •Ich versuche, nur so viel zu arbeiten, dass ich mein
    Auskommen habe.
    •Richtig •Falsch
    •Ich arbeite an Problemen weiter, bei denen andere
    schon aufgegeben haben.
    •Richtig •Falsch
    •
  155. 155•Das Risikowahlmodell von Atkinson (1957)•Welche Aufgabe wählt eine Person, wenn ihr Aufgaben
    mit unterschiedlicher Schwierigkeit zur Auswahl stehen?
    •Die Aufgabenauswahl bestimmt darüber, welche
    Lernerfahrung eine Person macht und inwieweit durch
    Anstrengung Erfolg (Erfolgserleben) erzielt wird.
    •Wovon hängt es ab, ob eine Person eine anspruchslose,
    herausfordernde oder gar überfordernde Aufgabe wählt?
    •Zur Vorhersage benötigen wir nach Atkinson drei
    theoretische Konstrukte: das individuelle Leistungsmotiv,
    den Anreiz der Aufgabe (Valenz) und die subjektive
    Wahrscheinlichkeitt, dass die Aufgabe bewältigt werden
    kann.
  156. 156ab hier word dokument!

Información

Descripción
Tu Fichas sobre Allgemeine Psychologie 2, creado por Anna- Marie el 30/10/2017.
Creado por
Anna- Marie · oct 2017
Actualizado
7 abr 2019
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