Fichas
Allgemeine Psychologie 2

Fichas del conjunto (156)
- 1Themengebiete allgemeine 2?– Emotion: Gefühle, die sich in unserm
subjektiven Erleben manifestieren.
– Lernen: Grundlage der großen Flexibilität und
Adaptivität in unserm Verhalten.
– Motivation: Was treibt uns an?
– Gedächtnis: Wie und warum speichern wir
Informationen - 2Was macht Emotionen besonders?Emotionen werden häufig in Opposition zu anderen psychischen
Funktionen gesehen (z.B. Gefühl versus Verstand).
Emotionen werden häufig eher dem 'Körper' als dem 'Geist'
zugeordnet ('Kopf' versus 'Bauch').
Emotionen wird die Macht zugeschrieben, die Funktionsweise
des 'Gesamtsystems' (Mensch, Persönlichkeit …) zu verändern
("… im Affekt").
Emotionen haben häufig etwas 'Unbestimmtes' ("das Gefühl
haben, dass…").
Andererseits haben Emotionen häufig etwas sehr Bestimmtes
und Zwingendes ("Angst haben") - 3Merkmale von 'Emotionen'Affektivität: Empfindung bzw. Erlebnis mit Valenz (angenehm – unangenehm)
- Objektgerichtetheit / Intentionalität: Ausrichtung auf ein Bezugsobjekt,
unabhängig davon, ob dieses Bezugsobjekt real gegeben oder nur
vorgestellt oder erwartet wird.
Dieses Bezugsobjekt kann auch im eigenen Körper lokalisiert sein.
- Zeitliche Dynamik und begrenzte Dauer (Abgrenzung von Stimmungen,
Temperament etc.) - 4Paradigmenwechsel?William James (1884). What is an emotion?
"a sequence of events"
Erst Impuls dann emotion
Stimulus erlebte Emotion Reaktionstendenz ???
Nein!
sondern:
Stimulus Reaktionstendenz erlebte Emotion !!!
Hund sehen Angst erleben Weglaufen - 5James-Lange-TheorieEmotionen sind von einer Reihe körperlicher Reaktionen begleitet
(z.B. Herzschlagfrequenz ↑, Blutdruck ↑ etc.)
Diese Reaktionen werden vom Gehirn wie Umweltereignisse
wahrgenommen (Feedback).
Emotionen unterscheiden sich von anderen Empfindungen
dadurch, dass sie von solchen körperlichen Reaktionen begleitet
werden. Unterschiedliche Emotionen basieren auf
unterschiedlichen körperlichen Reaktionen.
Das subjektive Erleben einer Emotion ist die Wahrnehmung
dieser körperlichen Reaktionen.
--Komponenten von Emotionen - 6Komponenten von Emotion?Zeichnen und beschriften können
- 7Emotionskomponenten: Subjektives Erleben- unmittelbar nur introspektiv zugänglich
- wie objektivierbar?
1. Verbale Beschreibungen
Fehr & Russell, 1984:
Produktion möglichst vieler Emotionswörter innerhalb 1 Minute (200 Studenten)
-383 Wörter
-davon 187 Einzelnennungen
-nur 20 Wörter wurden von mind. 10 Prozent genannt
-hohe interindividuelle Varianz hinsichtlich der Anzahl produzierter Wörter
-bei vielen Wörtern Uneinigkeit darüber, ob sie eine Emotion bezeichnen
Validität freier verbaler Antworten ???
[Kompetenz, Motivation, Lerngeschichte, Semantik vs. Pragmatik etc….] - 8Skalirungsverfahren eMOTION-Selbstbefragung
-SAM: Self-Assessment Manikin - 9Kognitive KomponeneteAufmerksamkeit (-sausrichtung)
- zwischen Kanälen bzw. Modalitäten
- innerhalb eines Kanals
- intersensorische Koordination
Aktivierung von Gedächtnisinhalten
- (semantisches) Wissen
- (episodische) Erinnerungen
- prozedurales Wissen
Messverfahren
- Detektionsparadigmen
- Interferenzparadigmen
- Diskriminationsparadigmen
- Kompatibilitätsparadigmen
- Doppelaufgaben
- Gedächtnisaufgaben - 10Physiologische Komponente(n)Vegetatives / peripheres Nervensystem
- Atmung
- kardiovaskuläres System (Blutdruck, Herzrate)
- elektrodermale Aktivität
- Hormone
- muskuläre Aktivität
Zentrales Nervensystem
- Veränderung zentraler Aktivierungsmuster
- Neurotransmitter
Messverfahren
- EKG
- EMG
- Hautleitfähigkeit
- EEG
- PET
- fMRI
- MEG - 11Motivationale KomponenteInduktion von Handlungsbereitschaft
Gegenstand: Anschlussmotivation, Machtmotiv, Leistungsmotiv
- physiologische Reaktionen als
Handlungsvorbereitung
- Handlungsstrategien (z.B. Vermeidung, Angriff)
- Handlungstaktiken
(z.B. Provokation, symbolische Aggression)
Messverfahren
- 'State'-Maße (z.B. state
anxiety)
- projektive Tests
- physiologische Maße
- expressive Maße - 12Emotionskomponenten: Expressive KomponenteKörperhaltung, gesamtkörperliche Motorik
Wichtige Parameter: Richtung und Tempo
Häufig reichen rel. spärliche grobmotorische Parameter aus, um zu einer
zutreffenden Einschätzung des Gefühlszustandes eines Menschen zu
gelangen - 13Biological Motion':welche kinematische
Information reicht aus,
um Rückschlüsse auf
emotionale Zustände
zu erlauben? - 14Expressive Komponente: MimikDas Facial Action Coding System (FACS):
44 Aktionseinheiten
(minimale Einheiten visuell unterscheidbarer Gesichtsbewegungen)
Aufzeichung des Gesichtsmuskel-Elektromyograms (EMG)
- weniger aufwändig als FACS
- bei Oberflächen-Elektroden rel. geringe räuml. Auflösung
- meist auf 1 – 2 Gesichtsmuskel beschränkt, z.B.
- Zygomanticus major ('Lächelmuskel')
- Corrugator supercilii (zieht die Augenbrauen zusammen) - 15Widerspruch zu James Langen Theorie?W.B. Cannon (1927). The James-Lange theory
of emotions: A critical examination and an
alternative theory. American Journal of Psychology,
39, 106 – 124.
Physiologische Reaktionen …
… erlauben keine Differenzierung
unterschiedlicher Emotionen
… sind zu träge, um via Rückmeldung
das Erleben von Emotionen zu bedingen
Das Emotionserleben vollzieht sich komplett im Gehirn!
Emotionales Erleben und physiologische Reaktionen entfalten
sich parallel (aber intensitätsmodulierende Funktion physiol. Reaktionen). - 16Zwei-Faktoren-Theorie der EmotionenSchachter, 1964; Schachter & Singer, 1962)
Körperliche Erregung (bzw. deren Feedback) ist eine entscheidende
Bedingung des Erlebens von Emotionen.
Die körperliche Erregung ist unspezifisch.
Die körperliche Erregung wird unter Einbeziehung von Kontextinformation interpretiert (Attribution).
Im Zuge dieser Interpretation wird der Erregungszustand im Sinne einer bestimmten
Emotion etikettiert (Labeling), woraus das Erleben einer spezifischen Emotion resultiert. - 17Einordnen der Theorien?

- 18Versuchsaufbau, Hypothesen und Ergebnisse von Schachter & Singer (1962)Nachlesen!!
- 19Untersuchungen zum Erregungstransfer Folien+ sekundärliteratur nachlesen !!- basiert auf dem Umstand, daß physiologische Errgegung ein relativ
träger Prozeß ist, d.h. Erregung persistiert nach Ende des die Erregung
bedingenden Ereignisses:
Eine aus einer vorangegangenen Situation A resultierende Erregung
persistiert in einer nachfolgenden Situation B und erhöht so die in
Situation B evtl. entstehende Erregung.
- Entsprechend kann es sein, daß die in Situation B erlebte Erregung
komplett im Hinblick auf Situation B interpretiert wird (obwohl sie zum
Teil noch aus Situation A resultiert). - 20Konstruktivistische Theorien

- 21Die AppraisaltheorieR.S. Lazarus (1966)
Grundannahmen:
Menschen beurteilen Umweltereignisse permanent im Hinblick auf
Relevanz für die Erreichung ihrer Ziele, Valenz, und Bedrohlichkeit
primary appraisal
Wird ein Ereignis als relevant eingeschätzt, erfolgt ein zweiter
Bewertungsschritt (secondary appraisal), in dem die Situation
in Beziehung zu den zur Verfügung stehenden persönlichen
Ressourcen gesetzt wird (person-environment fit)
Negative Emotionen (Stress) entstehen, wenn die eigenen Ressourcen
als zur Situationsbewältigung nicht ausreichend eingeschätzt werden.
[Entscheidend ist der Gedanke, daß eine Situation nicht per se beängstigend (oder
erfreulich etc.) ist, sondern die Angst (Freude etc) eine Funktion der Interaktion
von (eingeschätzten) persönlichen Ressourcen und Umweltbedingungen ist.] - 22Die Appraisaltheorie von Klaus SchererZentrale Annahme:
Die Bewertung einer Situation erfolgt in fünf hierarchisch
aufeinander bezogenen Bewertungsschritten (SECs: stimulus evaluation checks),
die in ihrer Abfolge immer spezifischere Emotionen generieren - 23Das Komponenten-Prozess-Modell von Scherer (2009)

- 24Biologische Grundlagen von Emotionen

- 25Klassische Konditionierung einer Furchtreaktionermöglicht die Auslösung der Furchtreaktion durch einen Reiz, dessen
Verarbeitungsweg weitestgehend bekannt ist - 26Gezielte Läsionen, beginnend bei den Endpunkten der sensorischen VerarbeitungWas wird für die Konditionierung bzw. Auslösung einer Furchtreaktion
–und damit für die der Furchtreaktion zugrunde liegende emotionale Bewertung-
zumindest benötigt?
Läsion der Hörrinde (kortikal): Keine Beeinflussung der Konditionierung
Läsion des auditorischen Thalamus (subkortikal): Konditionierung unmöglich
→ Der emotionsauslösende akustische Reiz muss (zumindest) den
Thalamus erreichen. - 27Schritt 3 klaissische angst konditionierungInjektion von Tracern in den auditorischen Thalamus
- 28Injektion von Tracern in den auditorischen Thalamus

- 29Injektion von Tracern in den auditorischen Thalamus Projektionen in vier subkortikale Areale
(entgegen der Annahme, daß der Thalamus nur 'nach oben' projiziert)
4. Gezielte Läsionen dieser Verbindungen
nur eine Läsion der Verbindung zwischen Thalamus und
Amygdala macht eine Furchtkonditionierung unmöglich - 30Arbeiten von Bruce Kapp zu efferenten Verbindungen der Amygdala

- 31wie passen forscher zusammen?Ledoux:
Furchtauslösende Reize aktivieren die Amygdala unter Umgehung
kortikaler Pfade.
Kapp:
Die Amygdala spielt eine zentrale Rolle bei der Auslösung von
physiologischen Veränderungen, die bei Furchtreaktionen
eine zentrale Rolle spielen.
Passt!
Um eine physiologische Angstreaktion hervorzurufen, braucht es den Kortex nicht - 32Das Zwei-Routen-Modell von Ledoux (1996)

- 33Verschiedene Wege zur Amygdala

- 34Wie wird aus der Aktivierung der Amygdala erlebte Furcht?1. Rückmeldung physiologischer Reaktionen (sensu James)
2. Durch die Aktivierung der Amygdala induzierte Erhöhung des
kortikalen Erregungsniveaus (v.a. durch erhöhte Ausschüttung
von Acetylcholin) ('Hellwach werden')
3. (Rück-)Projektionen der Amygdala in verschiedene kortikale Areale - 35Wie wird aus der Aktivierung der Amygdala erlebte Furcht 2?

- 36EmotionsregulationEmotionen sind das Ergebnis phylogenetischer (evolutionär bedingter) und
ontogenetischer (gelernter) Anpassungen, die der Regulation von Verhalten
für die Erreichung von Zielen dienen (Regulation durch Emotionen)
- Überleben
- Signalisierung von Relevanz
- Energetisierung / Anstrengung, aber auch Beendigung / Abbruch
- Motivation
- …
Emotionen sind häufig zieldiskrepant
- 'unpassende' Umwelt
- Unlustvermeidung
- (sozial) dysfunktional
- …
Regulation von Emotionen - 37Prozessmodell der Emotionsregulation

- 38Modell erklären?Situationsauswahl: (Kurzfristig) effektiv, u.U. höchst problematisch für langfristige Ziele
Situationsmodifikation: Häufig sowohl effektiv als auch zielführend, teilweise aufwändig
(Verhaltenstherapie)
Aufmerksamkeitskontrolle: Häufig sowohl effektiv als auch zielführend,
teilweise aufwändig bzw. trainingsintensiv
(Kontrolle automatischer Prozesse)
Kognitive Umbewertung ('Re-Appraisal'): Häufig effektiv und zielführend, teilweise
Gefahr von 'Realitätsverlust'
(kognitive Verhaltenstherapie)
Reaktionskontrolle: ressourcenfordernd, häufig Dissoziation von Erleben und Physiologie,
u.U. dysfunktionale Verhaltensänderung, 'paradoxe' Effekte
aber: gut trainierte Entspannungsverfahren u.ä. oft hilfreich - 39Was bedeutet „Lernen“?Prozess, der als Ergebnis von Erfahrungen relativ
langfristige Änderungen im Verhaltenspotential
erzeugt. - 40Klassisches KonditionierenWas ist Klassisches Konditionieren?
Klassisches Konditionieren ist Assoziationslernen
Es werden zwei Reize miteinander verknüpft, die in
zeitlicher Nähe auftreten.
Dadurch kann ein vormals neutraler Reiz
reaktionsauslösende oder emotionsauslösende
Qualitäten erhalten. - 41begriffe der kkNeutraler Stimulus (NS)
Reiz, der keine spezifische reflexartige oder
emotionale Reaktion auslöst.
Unkonditionierter Stimulus (US)
Stimulus, der ungelernt eine spezifische Reaktion
auslöst.
Unkonditionierte Reaktion (UR)
Reaktion die durch den US ungelernt ausgelöst
wird.
Konditionierter Stimulus (CS)
Vormals neutraler Reiz, der nach der Konditionierung
eine spezifische Reaktion auslöst.
Konditionierte Reaktion (CR)
Reaktion, die nach der Konditionierung durch den
konditionierten Reiz ausgelöst wird - 42Was ist Klassisches Konditionieren?Phase 1 - KONTROLLE
Neutraler Reiz
Orientierungsreaktion
Unkond. Reiz Unkond. Reaktion
Zuckerwasser Rüsselreaktion
Phase 2 - AQUISITION
Neutraler + Unkond. Reiz Unkonditionierte Reaktion
Luftstoß + Zucker Rüsselreaktion
Phase 3 - EXTINKTION
Kond. Reiz Kond. Reaktion - 43Lernen durch Assoziation und Konsequenzen

- 44Das Phänomen der SpontanerholungDas Phänomen der Spontanerholung,
ist ein Hinweis darauf, dass die
Assoziation in Wirklichkeit nicht
gelöscht ist. Sonst würde die
konditionierte Reaktion nach einer
Pause ohne US nicht wieder auftreten - 45Verschiedene Abfolgen der Reizdarbietung in der Aquisitionsphase

- 46KontiguitätKontiguität (gemeinsames Auftreten) reicht zur
Konditionierung nicht aus.
Ein Reiz muss den anderen zuverlässig ankündigen
Signallernen.
Es muss also Korrelation oder Kontingenz bestehen - 47Spezielle Formen des KonditionierensKonditionierung emotionaler Reaktionen (ratte+kind)oma+parfum
Gelernte Geschmacksaversion
Eine einzige Kopplung zwischen CS Und US reicht zum
Konditionieren aus.
Der Abstand zwischen CS und US kann mehrere Stunden
betragen.
Sensorische Vorkonditionierung
- 48Gedächtnismodell des Konditionierens

- 49spezielle formen teil 2Evaluative Konditionierung
Übertragung der Valenz (affektive Bewertung) eines
Reizes auf einen anderen Reiz.
Im Gegensatz zu KK löschungsresistent.
Kontiguität ist wichtig, Reihenfolge und Signalcharakter
nicht. Auch gleichzeitige und Rückwärtskonditionierung
funktioniert. - 50Generalisierung und Diskriminationgegen alle individuen einer gattung und nicht spezifisch (bienen)
- 51Anwendungsaspekte des Klassischen KonditionierensAversive Gegenkonditionierung bei
Alkoholkranken
Die Schafe retten, ohne Wölfe zu töten - 52Konditionierung Physiologischer VorgängeWird ein neutraler Reiz mit einem Mittel assoziiert, das das
Immunsystem schwächt, kann später der neutrale Reiz allein
das Immunsystem schwächen (z.B. Ader & Cohen, 1981) - 53Instrumentelles KonditionierenTHORNDIKE‘s Gesetz der Auswirkung
(Law of effect; Psychology of learning, 1913)
• Reaktionen, die kurz vor einem befriedigenden
Zustand gezeigt werden, werden mit höherer
Wahrscheinlichkeit wiederholt.
• Reaktionen die kurz vor einem unbefriedigenden
Zustand auftreten, werden mit großer
Wahrscheinlichkeit nicht wiederholt. - 54Die Behavioristische Positionso erziehe, dass es irgend ein
beliebiger Spezialist wird, zu dem ich es erwählen könnte -
Arzt, Jurist, Künstler, Kaufmann, ja sogar Bettler und Dieb,
ungeachtet seiner Talente, Neigungen, Absichten,
Fähigkeiten und Herkunft seiner Vorfahren.“
- 55Was ist operantes (instrumentelles) Konditionieren?Beim Klassischen Konditionieren werden Reaktionen
auf „neue Reize“ hin ausgelöst.
Beim Instrumentellen Konditionieren werden „neue
Reaktionen“ gelernt.
Diese Reaktionen sind instrumentell für bestimmte
Konsequenzen.
Man lernt z.B. etwas zu tun, weil man dafür etwas
Positivves bekommt oder etwas Negatives verhindern
kann. - 56BROWN und HERNSTEIN (1975): Stop-Action-Prinzip Instrumentelles KonditionierenEine besondere Körperhaltung und Muskelbewegung
im Moment der Verstärkung tritt beim
nächsten Durchgang mit größerer Wahrscheinlichkeit
wieder auf.
Zufälliges Verhalten, das einige Male verstärkt
wird, dominiert über andere mögliche Verhaltensweisen
(Aberglaubenexperimente von Skinner). - 57Instrumentelles Konditionieren Klassifikation von Konditionierungsforme

- 58Instrumentelles Konditionieren

- 59Effekte von Verstärkerplänen• Kontinuierliche Verstärkung schneller Verhaltensaufbau
• Intermittierende Verstärkung größere Löschungsresistenz
• Fixe Intervallpläne Verhaltenshäufigkeit steigt kurz vor
der Verstärkervergabe sprunghaft an.
• Variable Pläne gleichmäßige Häufigkeit des Verhaltens - 60Neurofeedback bei ADHS Anwendungsaspekte des Instrumentellen Konditionierens Instrumentelles Konditionieren• Auf Ritalintherapie sprechen etwa 95% auf Neurofeedback 50-75%
der Patienten an (Ärztezeitung, 13.02.2015).
• Kosten einer Sitzung mit Neurofeedback hängen von Gebührenordnung
des jeweiligen Therapeuten ab (60 -140 €) und werden fast
ausschließlich als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) abgerechnet.
• Nach 20 Sitzungen wird üblicherweise entschieden ob die Therapie
fortgesetzt wird.
•Neurofeedback scheint bei Aufmerksamkeitsdefiziten zu helfen. Ritalin
scheint bei Hyperaktivität deutlich wirksamer zu sein. - 61Das Problem mit der BestrafungVerhalten wird durch Bestrafung unterdrückt aber:
Bestrafung
… es wird kein alternatives Verhalten
aufgebaut.
…Bestrafung ist ethisch bedenklich.
•Wird keine Bestrafung erwartet, tritt Verhalten erneut auf
•Flucht- und Vermeidungsreaktionen werden gefördert
•Aufmerksamkeit wird auf nicht erwünschtes Verhalten
gelenkt
• Negative Emotionen und Aggression
• Negative Selbstwahrnehmung
• Modell für aggressives Verhalten (nächste Vorlesung) - 62Experiment von Estes (1944)Phase positiver Verstärkung von 16 Ratten über mehrere Tage in
einer Skinnerbox.
• 8 Ratten werden in der 1. Löschphase nicht mehr verstärkt .
• 8 Ratten werden in der 1. Löschphase mit Elektroschock bestraft.
• In der 2. und 3. Löschphase wurde das Verhalten beider Gruppen
nur gelöscht, d.h. weder verstärkt noch bestraft. - 63Experiment von Estes (1944) ergebnisse

- 64Wie bestrafen?• Bestrafung sollte dem Problemverhalten angemessen
sein.
• In einem inhaltlich-logischen und zeitlichen Bezug zum
Problemverhalten stehen.
• Verhalten bestrafen, ohne Person abzuwerten.
• Angemessenes Alternativverhalten darstellen.
• Eher Bestrafung II anwenden (Entzug positiver Reize). - 65Was ist Imitation?Menschen und Tiere haben eine angeborene Neigung das
Verhalten anderer Lebewesen nachzuahmen. - 66Was ist Imitation? Formen der ImitationSoziale Erleichterung
Verhalten eines Individuums löst bei anderen ein
Verhalten aus, welches diese schon in ihrem Verhaltensrepertoire
haben.
Lokale Erleichterung
Neues Verhalten wird schneller gelernt als durch Versuch
und Irrtum, indem die Aufmerksamkeit explizit auf relevante
Merkmale in der Situation gelenkt wird.
Echte Imitation
Für eine Spezies eher unwahrscheinliches Verhalten wird
von Individuum zu Individuum weitergegeben. - 67Formen der Imitation EmulationBeobachter verfolgt das gleiche Ziel wie das Modell, aber
mit anderen Mitteln. (bsp Nuss knacken)
Emulation kann fälschlicherweise als schlechte Imitationsleistung
interpretiert werden - 68Formen der Imitation Lernen durch Beobachtung Rationale ImitationKleinkinder imitieren häufiger, wenn der Zweck des
beobachteten Verhaltens nicht ersichtlich ist.
Sie scheinen dem Modell zu unterstellen, dass es einen
Grund für die Handlung gehabt haben muss.
Ist der Zweck ersichtlich, emulieren sie, d.h. wenn möglich
versuchen sie das Ziel mit einfacheren Mittel zu erreichen.
Kinder (14 Mon.) beobachten wie ein Modell eine Lampe mit
dem Kopf anschaltet (Meltzoff, 1988).
Verhalten wird eine Woche später noch ausgeführt. - 69SpiegelneuronenBei Spiegelneuronen handelt es sich um eine distinkte Klasse
von Neuronen, die spezifische sensorische Information in ein
motorisches Format transformieren. Spiegelneurone wurden
ursprünglich im prämotorischen und parietalen Kortex beim
Affen entdeckt. Spätere neurophysiologische Studien zeigten,
dass solche Spiegelmechanismen auch im menschlichen
Gehirn zu finden sind. Je nach anatomischer Lokalisation
spielen diese Mechanismen eine Rolle beim Verständnis von
Aktionen und Intentionen, bei der Imitation und dem
Nachempfinden von Emotionen (Fabbri-Destro & Rizzolatti,
2008). - 70Banduras soziale Lerntheorie Das klassische Experimente von Bandura (1963, 1965)Vpn: 3 Gruppen Kindergartenkinder
• 5 min. Videofilm: Erwachsener schlägt Plastikpuppe
UV
– 1. Gruppe: Modell belohnt
– 2. Gruppe: Modell bestraft
– 3. Gruppe: ohne Konsequenzen
• Nach dem Film 10 Minuten Beobachtungsraum.
AV
Häufigkeit der von der Modellperson übernommenen
aggressiven Verhaltensweisen gegenüber der Plastikpuppe. - 71Das klassische Experimente von Bandura (1963, 1965) ergebnisseVerstärkung ist für das Beobachtungslernen nicht
wesentlich, sondern nur dafür, ob oder wann und
in welchem Maße das Verhalten ausgeführt wird.
Unterschied zwischen Lernen und Performanz
(Ausführung).
- 72Banduras soziale Lerntheorie EFFEKTEReproduktionseffekte
Übernahme neuer Verhaltensweisen
Hemmungseffekte
Enthemmungseffekt: Beobachtung der Belohnung eines
Verhaltens, dass zuvor bestraft wurde
Hemmungseffekt: Beobachtung der Bestrafung eines
Verhaltens, dass zuvor belohnt wurde
Reaktionserleichterung
(Generalisierungseffekt). Vom beobachteten Verhalten
aus wird auf ähnliche Verhaltensweisen generalisiert. - 73In der Theorie werden vier nicht direkt beobachtbare kognitive Prozesse unterschieden.Aneignung
Aufmerksamkeitsprozesse: Die Aufmerksamkeit muss
auf die zu imitierenden Verhaltensweisen gelenkt
werden.
Gedächtnisprozesse: Durch Beobachtung gewonnene
Information muss im Gedächtnis gehalten werden
Ausführung
Motorische Reproduktionsprozesse: Beobachtetes Verhalten
muss in ein koordiniertes Muster von Muskelbewegungen
umgesetzt werden.
Anreiz und Motivationsprozesse: Das gelernte Verhalten wird
erst dann gezeigt, wenn eine positive Konsequenz dafür zu
erwarten ist oder eine negative verhindert werden kann. - 74Wodurch wird die Wahrscheinlichkeit der Imitation beeinflusst?Buttelmann, Zmyj, Daum, Carpenter (2013)
lesen!! - 75Wodurch wird die Wahrscheinlichkeit der Imitation beeinflusst?Vorbildsituation
Bekräftigung muss als relevant für eigenes Verhalten erkannt
werden.
Vorbilder, die sich offenbar wohl fühlen, werden eher
nachgeahmt.
Beziehung zwischen Vorbild und Beobachter
Warme und innige Beziehung erhöht die Wahrscheinlichkeit.
Nachahmung macht den Nachahmenden attraktiver - 76Was kann durch Beobachtung gelernt werden? Verhaltensweisen (Mimik)Fotografien von Paaren bei
ihrer Heirat und 25 Jahre
später.
• Einschätzung auf Ähnlichkeit
und die Wahrscheinlichkeit
verheiratet zu sein.
• Ergebnisse zeigten eine
stärkere Ähnlichkeit von
Paaren nach 25 Jahren.
• Je ähnlicher sich die Paare
waren, desto zufriedener
waren sie in der Ehe!
• Ähnlichkeit kann also nicht
nur genetisch sondern auch
durch lange - 77Modellierung in der VerhaltenstherapieErleichterung von gering-wahrscheinlichem Verhalten
durch vormachen des Verhaltens durch einen Trainer
(Modell)
Aneignung neuer Verhaltensweisen
Video Self-Modelling Person macht sich erwünschtes
Verhalten selbst als Modell vor. - 78Kognitive Wende:Lernende nehmen Informationen vor dem Hintergrund
• eigener Erfahrungen,
• eigene Kenntnisstände,
• eigenen Entwicklungsstadiums
in selektiver Weise auf und interpretieren und verarbeiten
diese Informationen.
Es werden mehr oder weniger komplexe interne (nicht
direkt beobachtbare) Prozesse angenommen. - 79Intermezzo: Behavioristische Position• Relevant beim Erwerb von Faktenwissen (z. B. Vokabeln, kleines
Einmaleins)
• Kleinschrittige, wiederholende Übungen und zeitnahe Belohnung
(positives Feedback)
• Drill & Practice Programme auf der Grundlage des behavioristischer
Lerntheorien
• Ansatz der „Programmierten Unterweisung“ von Skinner (1968)
• Grundlage für „tutorielle Systeme“ bei Computer Based Training
(CBT) - 80Kognitivistische und konstruktivistische Vorstellung von Lernen• Kognitivismus konzentriert sich auf intern ablaufende Prozesse der
Informationsverarbeitung (keine Blackbox)
• Nicht beobachtbare Prozesse wie z. B. Aufmerksamkeit und
Gedächtnis (siehe Bandura) werden angenommen
• Lernprozess hängt von kognitiver Entwicklung und Vorwissen ab
• Kritik: Lehrer als Tutor gibt den Lernweg und das Ergebnis vor,
dadurch kaum selbstgesteuertes und eigenverantwortliches
Lernen
• Kritik: Träges Wissen, d.h. Wissen kommt in Alltagssituationen
nicht zur Anwendung. - 81Behaviorismus Kognitivismus Konstruktivismus

- 82Konstruktivistischer Umgang mit FehlvorstellungenLernende haben häufig falsche (wenn auch plausible)
Vorstellungen von Sachverhalten:
Fehlerhafte Schemata und Propositionen.
Assimilation kann Veränderung von Vorstellungen
verhindern.
Lehrende sollten versuchen, falsche Propositionen bzw.
Schemata zu verändern.
Dazu ist es wichtig, dass sie vorhandene Strukturen
analysieren
Konstruktion bedeutet hier:
• Wissen vorstrukturieren (handhabbare Form)
• Neu zusammenstellen
• Nach Lösung suchen - 83Die fünf besten Lernstrategien Lernen durch Wissenserwerb Dunlosky et al. (2013)1. Selbsttest
Aktive Wiedergabe. Anderen erklären, was man
gelernt hat und deren Fragen beantworten.
2.Verteiltes Lernen
Lernstoff in kleine Einheiten einteilen und
zwischendurch Pausen einlegen.
Sich selbst warum fragen stellen
z.B. Warum ist das so, warum brauche ich dieses
Wissen, welche Probleme kann man damit lösen?
Wissenslücken erkennen
Woran erinnert mich das? Was weiß ich schon
darüber? Was ist mir neu? Schafft Verbindungen zu
bereits vorhandenem Wissen und trägt somit zur
Integration ins Wissensnetz bei.
Vielfalt der Lernstrategien
Unterschiedliche Lernstrategien zu verwenden, hilft
dem Gedächtnis am meisten. - 84Wissen aus Texten in das semantische Netz integrieren• Generieren: neue Informationen bzw. Wissen schaffen, Schlussfolgerungen
ziehen, aus mehreren Beispielen Schemata
konstruieren
• Metakognitives Planen und Überwachen: Planen von
Lernaufgaben, Lernziele bewusst machen und anstreben,
Verständnislücken erkennen
Aktive Informationsverarbeitung ist für effektives
Lernen und Wissenskonstruktionsprozesse erforderlic - 85Wissen aus Texten in das semantische Netz integrieren 2• Interpretieren… anstatt nur Wahrnehmen, Interpretation hängt von
Aktivierung des Vorwissens ab
• Selegieren: Relevante Information auswählen
• Organisieren: Zusammenhänge bewusst machen, Propositionen
herausarbeiten
• Elaborieren: Neue Information mit vorhandenem Wissen in
Verbindung bringen, Beispiele überlegen, Analogien ziehen, in
eigene Worte fassen
• Stärken: Wiederholungen unter verschiedenen Blickwinkeln,
automatisierte Routinen erzeugen - 86Lernen als Aufbau von NetzenPropositionen sind netzwerkartig verbunden
Durch Lernen werden neue Wissenseinheiten in das
Netz integriert, miteinander verknüpft und zueinander
in Beziehung gesetzt.
Prozesse beim Wissenserwerb
Aktivierung von Vorwissen
Neue Information wird mit Vorwissen verknüpft - 87PropositionenPropositionen sind Strukturen aus einer Relation und
einer geordneten Menge von Argumenten
Schemata bestehen aus Propositionen.
Propositionen sind kleinste Wissenseinheiten, die
eine selbständige Aussage bilden können.
Propositionen sowie Schemata können netzwerkartig
verknüpft sein - 88Lernen als Aufbau von Schemata und SkriptenSchemata und Skripte bilden sich durch Handeln,
Handlungswahrnehmung, Interaktion und Kommunikation.
Schemata und Skripte sind durch kulturelle Aspekte
beeinflusst.
Eingehende Informationen werden durch Schemata/Skripte
interpretiert und verstanden (Assimilation).
Gleichzeitig können vorhandene Schemata /Skripte
verändert und an neue Gegebenheiten angepasst werden
(Akkomodation). - 89Kognitive Entwicklung nach Jean PiagetKognitive Fähigkeiten entwickeln sich durch die
Tendenz, sich an die Umwelt anzupassen
(Adaption).
Durch Geschehnisse oder Reize, die nicht zu
unserem Wissen passen, entsteht ein Ungleichgewicht
(Disäquilibrium).
Menschen streben danach, dieses
Ungleichgewicht zu beheben und zu einem
Gleichgewicht (Äquilibrium) zu kommen
Dazu stehen zwei Prozesse zur Verfügung.
Die Umweltgegebenheiten dem Wissen
anpassen (Assimilation).
Das Wissen den Umweltgegebenheiten
anpassen (Akkomodation). - 90Kognitivistische und konstruktivistische Vorstellung von Lernen• Wissen ist keine Kopie der Wirklichkeit sondern eine (individuelle)
Konstruktion des Menschen
• Individuelle Wahrnehmung und Interpretation des Lerners stehen
im Vordergrund
• Es gibt keinen einheitlichen oder optimalen Lernweg
• Lernumgebungen müssen die individuelle Konstruktion von
Wissen ermöglichen
• Nicht Wissensvermittlung sondern reflektierende Herangehensweise
in authentischen und situativen Erfahrungswelten
• Soziale Interaktion als wichtige Voraussetzung zur Unterstützung
bei der Reflektion von neuem Wissen - 91schema und skripte 2Schemata
(statisch) werden zu
Skripte
(dynamisch)
Schemata
Wenn man erkennt, dass ein Objekt einer bestimmten
Objektklasse angehört, kann man bestimmte Schlüsse
über das Objekt ziehen -> Assimilation
Durch Lernen (neue Erfahrung) können Schemata
verändert werden Akkomodation - 92PrototypenSchemata können auch in Form besonders repräsentativer
oder typischer Objekte abgespeichert werden.
• Prototypen: Mittelwert
gemachter Erfahrungen
• Grad der Abweichung definiert
wie typisch ein Objekt ist
• Es spielen eher characteristische
als relevante Merkmale
eine Rolle (Rosch & Mervis,
1975) - 93Es gibt verschiedene Kombinationsregeln für kritische Attribute:z.B. Affirmation (nur ein Attribut), Konjunktion (zwei oder
mehr Attribute), Exklusive Disjunktion (entweder das eine
oder das andere Attribut aber nicht beide). Inklusive
Disjunktion (das eine, oder das andere Attribut oder beide) - 94SchemataSchemata enthalten das für eine Kategorie im
Allgemeinen zutreffende.
Sie repräsentieren, was bestimmte Dinge und
Konzepte in der Regel gemeinsam haben.
Zur Schemabildung muss von Besonderheiten von
Einzelfällen abgesehen, und Gemeinsamkeiten
müssen herausgestellt werden.
Nach klassischer Auffassung wird Schemazugehörigkeit
eines Objekts an kritischen Attributen
festgemacht.
Als Schema bezeichnet man das allgemeine Wissen über
ein Ereignis oder einen Gegenstand, das auf der
Grundlage vorausgegangener Erfahrungen entstanden ist
(Cohen, 1989)
Ein Schema fasst bedeutsame Merkmale von
Reizgegebenheiten in abstrakter Form zusammen. - 95Motivationspsychologie beschäftigt sich mit zielgerichtetem VerhaltenZu welchem Zweck wird es ausgeführt?
Auf welche Ziele ist Verhalten ausgerichtet?
Wie wird Verhalten energetisiert?
Wie wird es auf Zielkurs gehalten? Wille
und Selbststeuerung - 96Ziele lassen sich nach verschiedenen Kriterien ordnen• Inhalt
• Abstraktionsgrad
• Zeitperspektive
• Funktionalität
• Richtung (a´nnähern vs Meiden) - 97Was wird durch Motivation beeinflusst?Verhalten
(Richtung, Dauer,
Intensität)
Kognition
(Denken, Gedächtnis,
Aufmerksamkeit,
Wahrnehmung)
Emotion
(z.B. Freude, Enttäuschung,
Trauer) - 98Was wird durch Motivation beeinflusst? messbare größenVerhalten
Richtung
Intensität
Dauer
Motivation beeinflusst ob Ziel(zustände) angestrebt
oder vermieden werden
Motivation beeinflusst, wie viel Anstrengung zur
Zielerreichung aufgewendet wird ?
Motivation beeinflusst, wie lange Ziele verfolgt werden
und wann die Zielverfolgung aufgegeben wird.
Motivation beeinflusst Kognition
Ziele beeinflussen die Wahrnehmung von Reizen
zielbezogene Reize und Ereignisse werden schneller
wahrgenommen?
Ziele beeinflussen die Aufmerksamkeit zielbezogene
Reize und Ereignisse ziehen automatisch Aufmerksamkeit
auf sich. - 99Motivation beeinflusst KognitionZiele beeinflussen die Interpretation von Reizen
mehrdeutige Reize werden z.B. eher als zieldienlich
interpretiert. - 100Motivation beeinflusst EmotionZielbezogene Reize lösen Emotionen aus:
Positive Emotionen, wenn sie das Erreichen eines
positiven Ziel(zustands) signalisieren.
Negative Emotionen, wenn sie das Verfehlen eines
positiven Ziel(zustands) oder das Eintreten eines
negativen Zustands signalisieren. - 101Wie kommt Motivation zustande?Motivation als Person-Umwelt-Interaktion
MOTIVE sind
Bewertungsdispositionen für Inhaltsklassen von zielen
MOTIVE sind Bedürfnisse, sie können…
vorübergehend niedrig oder hoch ausgeprägt sein
(z.B. biogene Motive wie Hunger und Durst).
dauerhaft niedrig oder hoch ausgeprägt sein (z.B.
soziogene Motive wie das Leistungs- Anschlussoder
Machtmotiv) - 102Wie kommt Motivation zustande?Sind MOTIVE durch die Situation
aktiviert,
spricht man von MOTIVATION
- 103Verhalten kommt durch eine Interaktion von Organismus und Umwelt zustandePerson X Situation = Verhalten
- 104Die Feldtheorie von Kurt Lewin (1942)Die psychologische Wirklichkeit unterscheidet sich von der
physikalischen
Objektiv gleiche
Reize, können völlig
unterschiedliche
Wirkung haben
Interpretation ist
von Motiven
(Bedürfnissen) und
Zielen abhängig
Die Analyse des Verhaltens muss von der Gesamtsituation
ausgehen.
Die Determinanten des Verhaltens in der Umgebung
und in der Person sind psychologisch zu fassen
(psychologische Wahrheit ≠ physikalische Wahrheit).
Reiz-Reaktions-Assoziationen reichen zur
Verhaltenserklärung nicht aus. Dem Verhalten liegen
Kräfte zugrunde. - 105Verhalten ist eine Funktion von Personenfaktoren und UmgebungsfaktorenV = f(P,U)
- 106Die Feldtheorie von Kurt Lewin (1942) Das Personenmodell

- 107Das personenmodellBedürfnisse, Ziele oder Intentionen sind gespannte
Systeme innerhalb der Person, die auf Spannungsausgleich
drängen.
Gespannte Systeme führen zu Änderungen in der wahrgenommenen
Umwelt. Dinge, die zur Bedürfnisbefriedigung
taugen, gewinnen Aufforderungscharakter.
Die Spannung besteht so lange, bis das Bedürfnis
befriedigt bzw. die Intention erledigt, d.h. im Verhalten
realisiert ist.
Spannungsausgleich kann auch darin bestehen, dass die
Spannung in ein benachbartes System diffundiert. Ein
anderes, ähnliches Bedürfnis kann stellvertretend
befriedigt werden. - 108Befunde zum PersonenmodellGedächtnis für unerledigte Aufgaben (Zeigarnik,1927), bei
Kellnern (Feld) und Versuchspersonen (Labor).
Wiederaufnahme unerledigter Handlungen (Ovsiankina,
1928).
Erhöhter Muskeltonus nach unterbrochener Handlung
(Freeman, 1930).
Schnelleres Erkennen für Wörter, die sich auf unerledigte
Absichten beziehen (Postman & Solomon, 1949).
Anstieg der Attraktivität unterbrochener Handlungen
(Cartwright, 1942).
Zeigarnik-Effekt wird z. B. auch in der Werbung genutzt - 109Das UmweltmodellDie Umwelt wird als ein Kräftefeld verstanden.
In der Umwelt gibt es Zielbereiche, die eine Valenz
haben. Diese Valenz kann positiv oder negativ sein.
Zielbereiche mit positiven Valenzen ziehen uns an
und Zielbereiche mit negativen Valenzen stoßen uns
ab.
Valenzen entstehen durch die Bedürfnisspannung
der Person und der Qualität des Zielobjekts
Es gibt verschiedene Handlungspfade um zu einem
Zielbereich zu gelangen
Bsp: Kinder hinsetzten auf stein. - 110Die Feldtheorie von Kurt Lewin (1931/1942) Die Konflikttheorie (basierend auf Umweltmodell)Ein Konflikt entsteht, wenn gleichzeitig
entgegengerichtete aber gleich starke
Kräfte auf ein Individuum einwirken - 111Arten der KonflikttheorieAufsuchen – Aufsuchen - Konflikt Bsp Esel und heu
Meiden – Meiden - Konflikt (bergmänner bsp)
Aufsuchen – Meiden - Konflikt
Katze und Ball/operation siamesische Zwillige - 112Lewin, Dembo, Festinger & Sears (1944) Theorie der resultierenden Valenz

- 113Die Motivation wird durch folgende drei Variablen bestimmt:MOTIVE
Erfolgsmotiv (Motiv, Erfolg zu erzielen) / Misserfolgsmotiv (Motiv,
Misserfolg zu vermeiden)
ANREIZE
Umweltkomponente (Aufgabenschwierigkeit und -attraktivität)
SUBJ. WAHRSCHEINLICHKEITEN
Wahrscheinlichkeit des Eintretens (Erwartung)
Das Risikowahlmodell von Atkinson (1957)
Atkinson (1957). Motivational determinants of risk-taking behavio - 114Das Risikowahlmodell von Atkinson (1957)Anreiz vs. Wahrscheinlichkeit
Menschen eher bereit bei lotto zu wetten mit mehr geld im topf - 115Aktuelle Konzepte der Motivationspsychologie:Motivation durch Affekte
Primäraffekte:
Freude, Verzweiflung, Wut, Furcht, Ekel,
Überraschung, Interesse
Scham, Schuld, Verachtung (Ende 1. Lj.)
Affekt reaktives Gefühl (schnell, stark, gerichtet)
Stimmung langsam, länger andauernd, ungerichte
Implizite (unbewuust) vs. explizite (bewusst) Motive
geschichte erzählen lassen- schlüüselwörter
Projektive Verfahren sind eher kompliziert auszuwerten und
sind aus testtheoretischer Sicht problematisch.
Die Maße galten als unreliabel1) und wenig objektiv2).
Man ging dazu über Motive mit Fragebogen zu erfassen.
Dabei ist man davon ausgegangen, dass man das eine
Verfahren durch das andere ersetzen kann. - 116Motivation durch Affekte 2Über welche Mechanismen können Valenzen die
Richtung und die Stärke des Verhaltens beeinflussen?
Der Kern motivationaler Prozesse ist die Maximierung
der Affektbilanz
Menschen und Tiere sind bestrebt, positive Affekte
herbeizuführen und negative Affekte zu beenden oder zu
verhindern.
proximal Affekt; distal Ziel, Ereignis - 117Motivation durch Affekte 3Hinweisreize aus der Umwelt oder vorgestellte Ereignisse
kündigen einen Affektwechsel an und aktivieren so das
aversive oder das appetitive Motivationssystem. Dadurch
entstehen Erwartungsemotionen.
Die Motivationssysteme aktivieren dann Verhalten, das
geeignet ist, den Affektwechsel herbeizuführen (appetitiv)
oder zu verhindern (aversiv).
Ist ein Motivationssystem aktiviert, ist die Wahrnehmung für
Material begünstigt, das mit dem aktivierten
Motivationssystem kompatibel ist (Beispiel nächste Folie) - 118Ein aktiviertes Motivationssystem erleichtert kompatibles und erschwert inkompatibles Verhalten Vrana, Spence and Lang (1988)Affective Startle-Modulation: Probanden zeigen einen
stärkeren Startle-Reflex während der Betrachtung negativer
Bilder als bei der Betrachtung positiver Bilder. Dies ist ein
Hinweis dafür, daß negative Bilder das aversive
Motivationssystem voraktivieren und somit die aversive
Reaktion bahnen.
Das aversive und das appetitive Motivationssystem können
auch dispositionell voraktiviert sein.
Elliot & Thrash (2002) Annähern vs. Meidentemperament
Annähern-/Meidentemperament ist generell zeitstabil. - 119Implizite vs. explizite Motive 2Implizite Motive beziehen sich darauf, worauf man emotional
anspricht.
Explizite Motive beziehen sich darauf, welche Einstellungen
man zu bestimmten Zielen und Zielzuständen hat. Sie
entsprechen eher Einstellungen, beziehen sich auf Normen.
An der impliziten Motivation sind größere Anteile
subkortikaler Strukturen beteiligt.
An expliziten Motiven größere kortikale Anteile.
Implizite und explizite Motive unterscheiden sich in folgenden
Aspekten:
Sie sagen unterschiedliche Arten von Verhalten vorher.
Sie sprechen auf unterschiedliche situative Anreize an.
Sie entwickeln sich unterschiedlich im Verlauf des Lebens. - 120Implizite vs. explizite Motive ...sagen unterschiedliche Arten von Verhalten vorherExplizit gemessene Motive sagen eher konkret und kurzfristig
Verhalten in klar strukturierten Laborsituationen vorher.
Implizit gemessene Motive sagen eher langfristige
Verhaltenstrends vorher.
Das implizite Machtmotiv sagt Erfolg von Managern über 16
Jahre vorher (McClelland & Boyatzis, 1982).
Das implizite Intimitätsmotiv sagt Zufriedenheit in der Ehe 17
Jahre später vorher (Mc Adams & Valliant, 1982). - 121Implizite vs. explizite Motive ...sprechen auf unterschiedliche Anreize anImplizite Motive sprechen eher auf Tätigkeitsanreize (z. B.
Handlungen, Verhalten) an.
Explizite Motive sprechen eher auf von außen gesetzte
(soziale Anreize, wie z. B. Erwartungen) an.
Die unterschiedlichen Anreize sind ein Grund dafür, dass
implizite Motive eher längerfristiges Verhalten vorhersagen.
Implizite Motive sind unabhängiger von äußeren Anreizen.
Verhalten, dass mit impliziten Motiven kongruent ist, wird
häufiger ausgeführt, ohne dass es einer Kontrolle von außen
bedarf - 122Zur Verhaltensvorhersage sind beide Motivarten wichtig.Die Messung des einen Motivs kann die Messung des anderen
Motivs nicht ersetzen.
Implizite und explizite Motive können übereinstimmen oder
nicht.
Ein hohes explizites und ein niedriges implizites Motiv kann
bewirken, dass man Dinge tun muss, die einem emotional
widerstreben.
Für psychosoziale Anpassung und somit für Wohlbefinden ist
es hilfreich, die beiden Motivarten in Einklang zu bringen.
Motive können mit Zielen in Einklang gebracht werden, in
dem man sich die Zielverwirklichung vorstellt (Schultheiss &
Brunstein, 1999).
Z. B. expl. Ziel Klausur bestehen
impl. Ziel Anstrengung vermeiden - 123BindungsmotiveMenschen streben in allen Lebensphasen nach
zwischenmenschlichen Beziehungen wie neue
Bekanntschaften, Freundschaften, Partnerschaften
und Familie (Baumeister & Leary, 1995).
• Gefühl, sozial eingebunden zu sein, gilt als wichtigstes
menschliches Basisbedürfnis.
• Werden Menschen gefragt, welches besonders
bedeutende oder sinnstiftende Ziele in ihrem Leben
sind, nennen sie häufig Themen, die um soziale
Beziehungen kreisen. - 124•Historischer Rückblick: •Was haben Affenbabys mit Bindungsmotiven zu tun?Kinderpsychologe James Watson (1928) schrieb in
einem auflagenstarken Erziehungsratgeber:
•„Das übermäßig geherzte Kind hat später schwere
Klippen zu nehmen“.
Behaviorismus (bis in die 50er Jahre):
•Fürsorgliche Eltern erziehen ihren Nachwuchs
zu Anklammerung und Schwäche (operantes
Konditionieren).
•Kinder empfinden keine Liebe für ihre Eltern. Sie
werden von den Eltern hauptsächlich mit
Nahrung zu bestimmten Reaktionen konditioniert. - 125Anschlussmotiv an BindungsmotivZiel: Aus Fremden Vertraute und freundschaftlich
Gesinnte zu machen und geknüpfte soziale
Beziehungen aufrecht zu erhalten bzw.
wiederherzustellen.
Wird oft angeregt durch einen negativen Affekt, der
durch Isolation oder wahrgenommene Beeinträchtigung
sozialer Beziehungen entsteht.
• Intimitätsmotiv
Ziel: Warmes, eng vertrautes sich gegenseitiges
austauschen mit einer anderen Person.
Bezieht sich im wesentlichen auf bereits bekannte
Personen. - 126Soziobiologische BetrachtungDie Bindungsmotive dienen der Selbsterhaltung und
der Arterhaltung (distal).
Sozialer Anschluss und Intimität sind von positiven
Affekten begleitet (proximal).
Anschluss an eine Gruppe bietet Schutz vor Gefahren.
Anschluss an eine Gruppe ermöglicht Kooperation
Anschluss an eine Gruppe ermöglicht Informationsgewinn
Eine Trennung von der Gruppe ruft bei allen in Gruppen
lebenden Spezies Stress hervor.
Anschluss und Intimität können umgekehrt auch Stress
reduzieren (soziale Unterstützung).
Eltern-Kind Bindungen dienen der Selbsterhaltung und
der Arterhaltung.
Mit der Brutpflege kam die Freundlichkeit in die Welt
(Eibel- Eibesfeldt, 1984)
Bindung zwischen den Eltern dient der Aufrechterhaltung
des Familienverbandes.
Kindesliebe, Elternliebe, Gattenliebe, Freundschaft
(nach Bischof) - 127Bindungsmotive: Anschluss der Persönlichketisfaktor

- 128Bindungsmotive: Anschluss Die Messung des Anschlussmotivs• Nach dem Auswertschlüssel nach Winter (1991) wird zum
Beispiel als Anschlussmotiv verrechnet:
Jeder Hinweis auf das Schließen, Beibehalten oder
Wiederherstellen einer Freundschaft oder freundlichen
Beziehung zwischen Personen oder Gruppen.
Ausdruck von positiven, freundlichen oder intimen
Gefühlen zu anderen Personen oder Gruppen.
Traurigkeit oder andere negative Gefühle über Trennung
oder Zerstörung einer freundschaftlichen und warmen
Beziehung oder der Wunsch diese wieder herzustellen. - 129Die Messung des Anschlussmotivs: Fragebogen

- 130•Der Persönlichkeitsfaktor KognitionLernen: Hoch Anschlussmotivierte lernen Beziehungen
zwischen Menschen schneller (McClelland, 1985)
Verhalten
•Hoch Anschlussmotivierte zeigen mehr anschlussthematische
Tätigkeiten - 131Unterschiede in der sozialen InteraktionAnschlussmotivierte verhalten sich in einer Weise, die den
Gruppenzusammenhalt nicht gefährdet.
•Unterschiede in der sozialen Interaktion
Bei Gruppenentscheidungen machen sie weniger
Vorschläge, die den Gruppenzusammenhalt gefährden.
Sie versuchen Konflikte zu verhindern.
Sie suchen bei Meinungsverschiedenheiten eher eine
Übereinkunft.
Sie beteiligen sich weniger an übler Nachrede.
Sie mögen seltener kompetitive Spiele (z.B. Schach) - 132•Korrelate des IntimitätsmotivsHoch Intimitätsmotivierte haben engere Beziehungen zu
ihren Freunden und wissen auch mehr über sie.
Ein hohes Intimitätsmotiv geht mit einem selektiven
Gedächtnis für intimitätsbezogene Inhalte einher
(McAdams & McClelland, 1983)
Wiedersehen von Schulfreunden vs. Reise von Utah
nach Mexiko City (jew. 33 Fakten).
Korrelation des Intimitätsmotiv mit Fakten aus der
Freundschaftsgeschichte r = .56.
Korrelation des Intimitätsmotiv mit Fakten aus der
Reisegeschichte r = .07.
Hoch Intimitätsmotivierte sind psychosozial besser
angepasst (McAdams & Vailland, 1982).
TAT wurde bei 30 jährigen Männern erhoben. 17 Jahre
später wurden Daten zur Zufriedenheit in Ehe und Beruf
usw. erhoben.
Hoch Intimitätsmotivierte kommen besser im Beruf
zurecht.
Sind glücklicher in ihrer Ehe.
Sind weniger krank und haben weniger Drogen und
Alkoholprobleme. - 133Bindungsmotive in sozialen MedienIntensität der Facebook-Nutzung ist sowohl mit Zufriedenheit als
auch Unzufriedenheit bezüglich der sozialen Einbindung assoziiert
(Sheldon et al., 2011).
Facebook-Nutzer haben ein Gefühl der Zugehörigkeit zu einer
sozialen Gruppe.
Facebook liefert aber auch eine verlockende Einrichtung, um mit
Einsamkeit umzugehen. Allerdings werden die zugrundeliegenden
Gefühle der sozialen Trennung nicht angesprochen (Anschlussbedürfnis
wird nicht wirklich befriedigt). - 134Macht und DominanzZiel: Beeinflussung oder die Möglichkeit der
Beeinflussung einer anderen Person.
Möglichkeiten zur Machtausübung bestehen dann,
wenn ein Gefälle zwischen Personen besteht (soziale
Kompetenz, Zugang zu Ressourcen, Statusposition).
Machthandeln ist darauf ausgerichtet, Personen zu
etwas zu veranlassen, das sie ohne Einflussnahme
nicht getan hätten.
Machthandeln kann instrumentell für die Erreichung
nicht-machthematischer Ziele sein - 135Machtquellen nach French & Raven (1959)Um Einfluss ausüben zu können, muss eine Ressourcenüberlegenheit
vorhanden sein.
Dazu können verschiedene Machtquellen (Ressourcen)
zu Verfügung stehen:
•Macht und Dominanz
Belohnungsmacht
Zwangs- oder Bestrafungsmacht
Legitimierte Macht
Vorbildmacht
Expertenmacht
Informationsmacht - 136Arten der Macht•Belohnungsmacht
•Bestrafungsmacht
•Legitimierte Macht
•Vorbildmacht
•Expertenmacht
•Informationsmacht - 137Macht und Dominanz •Soziobiologische BetrachtungDas Machtmotiv ist im Wesentlichen mit einem Zugang zu
Ressourcen verbunden.
Zugang zu Ressourcen und Status sichern die
Selbsterhaltung und verbessern den Fortpflanzungserfolg.
In Tiergesellschaften halten Rangordnungen das soziale
Gefüge stabil. - 138•Macht und Dominanz Der PersönlichkeitsfaktorMenschen unterscheiden sich darin, wie sehr sie
machtthematische Ziele positiv bewerten.
Motivkomponenten: Hoffnung auf Kontrolle, Furcht
vor Kontrollverlust (Furcht vor Gegenmacht, Furcht
vor Konsequenzen der Macht...) . - 139Die Messung des Machtmotivs: Projektiv• Nach dem Auswertschlüssel nach Winter (1991) wird zum
Beispiel als Machtmotiv verrechnet:
Jeder Hinweis auf starke oder machtvolle Aktionen die
auf Personen, Gruppen oder Nationen wirken (Angriffe,
Drohungen, usw.)
Kontrolle, Beeinflussung, Informationen über andere
sammeln oder andere überprüfen.
Versuche zu beeinflussen, überzeugen, überreden,
beweisen, usw. solange dies nicht dazu dient, Einigkeit
zu erzielen oder Missverständnisse zu vermeiden. - 140•Die Messung des Machtmotivs: Fragebogen •Der Persönlichkeitsfaktor •Beispiel: Personality Research Form (PRF) von Jackson

- 141Zwei Formen des Machtmotivs: personalisierte vs. sozialisierte Macht (implizit gemessen).Personalisiertes Machtmotiv: Wunsch nach Macht, um
sich selbst groß, stark und dominant zu fühlen. Hohes
Machtmotiv bei gleichzeitig niedriger Aktivitätshemmung.
Wird auf Kosten anderer ausgelebt.
Sozialisiertes Machtmotiv: Sozial verträgliches
Machtmotiv. Wird zugunsten anderer eingesetzt. Hohes
Machtmotiv bei gleichzeitig hoher Aktivitätshemmung.
bsp: Alkohol setzt die Aktivitätshemmung herab und lässt den
Anteil personalisiert machtthematischer Aussagen im
TAT ansteigen - 142Das personalisierte MachtmotivIst häufiger bei Männern als bei Frauen hoch ausgeprägt.
Ist bei Männern mit einem höheren Testosteronspiegel
verbunden.
Geht mit höherer Aggressivität und mehr Gesetzesübertretungen
einher.
Korreliert eher negativ mit sozialem Status.
Männer mit hohem PM wechseln häufig die Partnerinnen,
neigen zu sexuellen Übergriffen.
Geht mit mehr Alkoholkonsum einher - 143Das sozialisierte MachtmotivIst bei Frauen häufiger höher ausgeprägt als das
personalisierte Machtmotiv.
Ist bei Männern nicht mit einem höheren
Testosteronspiegel verbunden.
Korreliert eher positiv mit sozialem Status.
Geht mit höherem Verantwortungsbewusstsein einher.
Berufe: Arzt(in), Lehrer(in), Psycholog(e/in).... - 144Machtmotiv und GesundheitDas Leadership Motive Syndrom geht häufig mit
verschiedenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen einher.
Personen mit diesem Syndrom leiden häufiger an HerzKreislauferkrankungen.
Sie haben ein vergleichsweise schwaches Immunsystem.
Die Immunglobulinkonzentration ist im Vergleich zu
Kontrollpersonen geringer und die Adrenalinkonzentration
höhe - 145Machtmotiv und ErziehungMcClelland und Pilon (1983) erfragten 1951 die
Erziehungstechniken von Müttern und sagten aus den so
gewonnenen Parametern 26–27 Jahre später die Motive der
nun Erwachsenen vorher.
Als Prädiktor eines hohen Machtmotivs erwies sich die
Toleranz, die die Mütter ihren 5-jährigen Kindern gegenüber
aggressivem Verhalten zeigten.
Interindividuelle Unterschiede im Machtmotiv kommen nach
diesen Autoren durch unterschiedliche Erfahrungen mit
positiven (Belohnung) und negativen (Bestrafung) Folgen
des Machthandelns in der frühen Kindheit zustande. - 146Macht und PolitikDie Gesamtgesellschaftliche Motivkonstellation hängt mit
Krieg und Frieden in der US-Amerikanischen Geschichte
zusammen (1780 – 1970) McClelland (1975) - 147Leistung •Murray (1938):•Eine schwierige Aufgabe meistern.
•Etwas besser und schneller tun.
•Probleme überwinden.
•Einen hohen Standard erreichen.
•Das eigene Talent beweisen.
•Andere im Wettbewerb übertreffen.
•Verhalten gilt als Leistungsmotiviert, wenn es um die
Auseinandersetzung mit einem Güte- bzw. Tüchtigkeitsmaßstab
geht (z. B. McClelland et al., 1953). - 148LeistungsmotivZiel: Erfolg bei der Auseinandersetzung mit einem
Gütemaßstab Erfolgserlebnis.
Leistungsthematisches Handeln ist mit Selbstbewertung
verbunden.
Ein Erfolgserlebnis stellt sich nur ein, wenn man das
Ergebnis der eigenen Fähigkeit bzw. der eigenen
Anstrengung zuschreiben kann.
Konsequenzen, die noch mit dem Erfolg verbunden
sind, haben oft nichts mit dem Leistungsmotiv zu tun.
Kinder zeigen zwischen 2½ und 3 ½ Jahren erstmals
selbstbewertende Reaktionen auf gelungene oder
misslungene Tätigkeiten (Stolz, Beschämung). - 149Leistung •Soziobiologische BetrachtungDas Leistungsmotiv hat wahrscheinlich die gleichen
evolutionsbiologischen Wurzeln wie das Neugiermotiv
(Harter, 1978)
Neugier Exploration der Umwelt
Leistung Selbstexploration
Das Streben nach Kompetenzerwerb ist angeboren
(White, 1959).
Kompetenzerwerb ist funktional für die
Nahrungsbeschaffung und für den eigenen Schutz.
Das Leistungsmotiv scheint der Motor der Industrialisierung
zu sein. - 150these gesellschaft/leistungs zusammenhangEs gibt offensichtlich einen Zusammenhang zwischen
leistungsthematischen verbalen Inhalten und
gesellschaftlich-ökonomischen Daten auf der
Makroebene.
Bsp Patentanmeldungen/Häufigkeit von Leistungsthemen
in Lesebüchern
•Die Höhe des Leistungsmotivs einer Gesellschaft
geht mit Wirtschaftswachstum einher - 151forschung Engeser, Rheinberg & Möller (2009)•Die Höhe des leistungsthematischen Anregungspotentials
scheint auch mit schulischen Leistungen einherzugehen
•Engeser, Rheinberg & Möller (2009)
Vermutung: Leistungsunterschiede in PISA-E zum Teil
durch unterschiedliche motivationale Leitbilder
(„Leistungsmotiv der Gesellschaft“) erklärbar.
Über Schulbücher motivationales Leitbild erfassbar.
Untersuchung „an einer Generation“.
Auswahl zweier Bundesländer mit stark unterschiedlicher
Leistung in PISA-E.
Gewinnung einer repräsentativen Stichprobe der
verwendeten Schulbücher:
Grundschule (1. u. 2. Klasse).
Weiterführende Schulen (9. Klasse – Jahrgang 99/00).
Auswertung der Schulbücher (Deutsch, Mathematik)
nach TAT-Auswertungsschlüssel (Motivinhalte) von
Winter (1994).
•Die Höhe des leistungsthematischen Anregungspotentials
scheint auch mit schulischen Leistungen einherzugehen - 152Leistung der persönlichkeitsfaktor

- 153Die Messung des LeistungsmotivsDas Leistungsmotiv kann projektiv oder mit Fragebogen
gemessen werden.
•Die Messung des Leistungsmotivs: Projektiv
•Der Persönlichkeitsfaktor
• Nach dem Auswertschlüssel nach Winter (1991) wird als
Leistungsmotiv verrechnet:
Wenn Adjektive genannt werden, die eine Leistung positiv
bewerten (z.B. gut, besser, am besten).
Wenn Ziele und Handlungen, so beschrieben werden,
dass sie eine positive Bewertung nahelegen.
Wenn ein Gewinn oder erfolgreiches Messen an anderen
erwähnt wird und dabei Leistung aber nicht Aggression
oder Macht im Vordergrund steht. - 154Die Messung des Lesitungsmotivs: Fragebogen•Beispiel: Personality Research Form (PRF) von Jackson
bsp
•Ich werde lieber nach Arbeitsleistung als nach
Arbeitszeit bezahlt.
•Richtig •Falsch
•Ich versuche, nur so viel zu arbeiten, dass ich mein
Auskommen habe.
•Richtig •Falsch
•Ich arbeite an Problemen weiter, bei denen andere
schon aufgegeben haben.
•Richtig •Falsch
• - 155•Das Risikowahlmodell von Atkinson (1957)•Welche Aufgabe wählt eine Person, wenn ihr Aufgaben
mit unterschiedlicher Schwierigkeit zur Auswahl stehen?
•Die Aufgabenauswahl bestimmt darüber, welche
Lernerfahrung eine Person macht und inwieweit durch
Anstrengung Erfolg (Erfolgserleben) erzielt wird.
•Wovon hängt es ab, ob eine Person eine anspruchslose,
herausfordernde oder gar überfordernde Aufgabe wählt?
•Zur Vorhersage benötigen wir nach Atkinson drei
theoretische Konstrukte: das individuelle Leistungsmotiv,
den Anreiz der Aufgabe (Valenz) und die subjektive
Wahrscheinlichkeitt, dass die Aufgabe bewältigt werden
kann. - 156ab hier word dokument!
Información
- Descripción
- Tu Fichas sobre Allgemeine Psychologie 2, creado por Anna- Marie el 30/10/2017.
- Creado por
- Anna- Marie · oct 2017
- Actualizado
- 7 abr 2019
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