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Fichas

Diachrone Sprachwissenschaft (Skandinavistik)

Franziska Stahmer Alemán 42 fichas

Fichas del conjunto (42)

  1. 1ALLGEMEIN Sprachwandel allgemein:Sprache ist dynamisch – nicht statisch! Nach verschiedensten Wissenschaften durch innere- und äußere Faktoren beeinflusst -> ändern sich z.B. diese, spricht man von Sprachwandel
  2. 2Gründe für Veränderlichkeit und Veränderbarkeitinterne und externe Faktoren können die Sprache verändern. Sprachinnere Faktoren sind z.B. die lautlichen Veränderungen oder die grammatikalische Stellung (Syntax) einer Sprache. Zu den äußeren Faktoren zählen z.B. der Wandel in der kulturhistorischen Geschichte, sowie gesellschaftliche Veränderungen, die eine Sprache beeinflussen
    Andere Gründe: Ökonomie, Evolution, Innovation und Variation
  3. 3Merkmale der germanischen Sprachenerste germanische Lautverschiebung
    Ausbau eines schwachen Präteritum mit t-Suffix (lachen-lachte-gelacht)
    Vernersches Gesetz (p, t, k zu f t(h) x)
    Kasusverminderung
    vokalische Veränderung
    Ausbau einer n-Deklination
    Ausbau einer schwachen Adjektivflexion
  4. 4Auseinanderspaltung der germanischen Sprachen (Darstellungsmodelle)1.) OST-NORD-WEST -> gleichzeitige Spaltung (ALT!)
    2.) Ost und Nord zunächst gemeinsamer Sprachzweig später Abzweigung beider Sprachen voneinander, West als eigener Sprachzweig (inhaltlich belegt)
    3.) Nord und West zunächst gemeinsamer Sprachzweig später Abzweigung beider Sprachen voneinander, Ostgermanisch als eigener Sprachzweig (linguistisch belegt; heutiger Stand)
  5. 5PERIODISIERUNG Periode I + II Die wichtigsten Sprachwandelphänomene, die in der Vorgeschichte und der ersten und zweiten Periode auftretenSynkope/Apokope, i-Umlaut, w-Schwund, j-Schwund, u-Umlaut und Brechung
  6. 6PERIODE I : erste Sprachzeugnisse bis 6.JhWortakzent auf erster Silbe, 1.germanische Lautverschiebung, Vernersches Gesetz, schwache Verbflexion, suffigierter Artikel, a-Umlaut
  7. 7PERIODE II : 6.Jh.-11.Jh.Teilperiode 1): late Ancient Nordic bis 8.Jh.
    Teiperiode 2): Altnordisch bis 11.Jh. (Wikingerzeit)
    Synkope/Apokope, i-Umlaut, j-/w-Schwund, Brechung, Ostnordische Monophtongierung, Mediopassiv
  8. 8Lautsystem des Nordwestgermanischen/Ancient Nordic+Altnordisch (Protoskandinavisch) und das ältere FuþarkBis ~ 550 n Chr. : innersprachliche Merkmale -> a-Umlaut, Rhotarzismus, Synkope/Apokope, i-Umlaut, Brechung, w-Schwund, j-Schwund, Monophtongierung von ai < a, Veränderung der schwachen Verbflexion
  9. 9Älteres Futhark24 Zeichen bestehend aus Stabrunen, Zweigrunen und Hakenrunen -> Zeichen für alle Phoneme
  10. 10Jüngeres Futhark(um 800 n. Chr): Übergangszeit16 Zeichen: Verminderung des Grapheminventars -> Langzweigrunen und Kurzzweigrunen
    stimmlose und stimmhafte Laute wurden zusammengeschlossen z.B. g = k, p = b usw.
  11. 11Bedeutung der Wikingerzeit (800 – 1050) und der Christianisierung für die sprachliche EntwicklungWikingerzeit=Landnahmezeit, Plünderungen, Ortsgründungen, Verteilung durch ganz Europa, Handel durch Seefahrten bringt Sprachkontakt, Hierarchisierung, Reisen, Christentum bringt Lehnwörter nach Skandinavien
    die wichtigsten Quellentypen 500-1100: Namen, Ortsnamen, Runen, Bildritzungen, Lehnwörter
  12. 12PERIODE III 11.Jh. – ca. 1350 ALTSKANDINAVISCH (Altisländisch, Altnorwegisch, Älteres Mitteldänisch, Frühaltschwedisch)Sprachliche Situation in Skandinavien + wichtigste Züge im Bezug auf die sprachliche Entwicklung:
    innersprachliche Merkmale -> Anfänge der Ausgliederung in Ostskandinavisch (Brechung tritt vermehrt auf) und Westskandinavisch (u-Umlaut, i-Umlaut tritt vermehrt auf)
  13. 13Sprachwandelphänomene während der III. Periode -> innersprachliche MerkmaleBrechung (im Osten), i-Umlaut + u-Umlaut (im Westen), Ostnordische Monophtongierung, epenthetischer Vokal, dänische Konsonantenschwächung, Zusammenfall der Verbformen, Flexionsvereinfachung, progressiver Palatal bzw. j-Umlaut, h- Schwund und v-Schwund
  14. 14Sprachliche Struktur des skandinavischen Raumes in der altnordischen Zeit:Dialektkontinuum ( 12. Jh. Westnordisch und Ostnordisch)
  15. 15außersprachliche MerkmalePest, Unionsanfänge (Zusammenschlüsse von Hierarchien), Ende der Wikingerzeit
  16. 16PERIODE IV MITTELSKANDINAVISCH ca. 1350-1550 (Mittelnorwegisch, Altisländisch, jüngeres Mitteldänisch, Spätaltschwedisch)Innersprachliche Entwicklung:
    Niederdeutscher Einfluss durch Hansezeit vor allem Einfluss auf Wortschatz und Wortbildung: neue Begriffe aus Wirtschaft und Handwerk, Wortbildungen durch Affixe aus dem Niederdeutschen z.B. das Präfix be-
  17. 17Außersprachliche Entwicklungendie ersten offiziellen Texte in skandinavischen Sprachen entstanden (Gesetzestexte, Bibelübersetzungen oder sogar Berichterstattungen etc.), KALMARER UNION (1397) stellt einen Wendepunkt zur Hansezeit dar
  18. 18Bedeutung der mittelalterlichen HandschriftenkulturNiederdeutsch als Prestigesprache übernahm die dominante Rolle von Latein als Schriftsprache (z.B, Handelsdokumente, Buchhaltung, Urkunden etc.)
  19. 19Beziehung mit der Hansedie Hanse als ,,Handelsabkommen‘‘ hat vor allem den Ostseeraum verbunden
    Sprachkontakt verschiedenster Varietäten !
    erst die Kalmarer Union hatte den Einfluss der Hanse ins Wanken gebracht und somit den Handel und weiteren Sprachkontakt vermindert
  20. 20Einfluss der Reformation auf die sprachliche EntwicklungLatein als Kirchensprache abgelöst, da Bibel übersetzt wurde -> ausgehend vom deutschen in weitere nordgermanische Sprachen
    weitere Entlehnungen von Wörtern im Sprachgebrauch
  21. 21PERIODISIERUNG ALLGEMEIN: KERNZONE VS. ÜBERGANGSZONEKernzone: z.B. die Wikingerzeit -> feste Umsetzung der Sprachwandelphänomene
    Übergangszone: z.B. Synkopezeit -> Beginn oder langsames Ende einer Sprachwandelzeit
  22. 22Periodisierungskriterium/merkmalz.b Kulturhistorische Ereignisse oder plötzliches Auftreten eines Wandelphänomens, welches sich nach und nach durchgesetzt hat
    nach Kulturhistorischen Ereignissen können Periodengrenzen recht genau bestimmt werden, jedoch nach Sprachwandelphänomenen nur ungefähr, da diese häufig unregelmäßig rund um die Datierung auftreten
  23. 23Herausforderungen und Probleme beim Entwurf einer gesamtskandinavischen Periodisierungda im Norden eine Dialektvielfalt herrscht mit verschiedensten Wandelphänomenen, ist es schwierig, ein Konstrukt zu erstellen, das einheitlich alles erfasst, was in den verschiedensten Teilen geschehen ist Differenzierung von West- und Ostnordisch zu stark!
  24. 24PERIODE V: Die skandinavischen Sprachen auf dem Weg in die NeuzeitSprachplanung 16., 17., 18. Jh. : nach Reformation Bibel und andere christl. Texte wurden in Muttersprache übersetzt
    sprachliche Konsequenz /Politik durch Kirche, Kirche sorgt dafür, dass kirchliche Texte gedruckt werden!
  25. 25technischer Fortschritt seit Buchdruck durch GutenbergDas ergab Fragen beim Drucken
    Welche grammatischen Formen/ welche Orthographie sollte verwendet werden?
  26. 26Regelung z.B. nach Prinzipiengeschrieben wie gesprochen ALPHABETISCHES PRINZIP, GENIUS LINGUAE PRINZIP, ETYMOLOGISCHES PRINZIP, GEBRAUCHSPRINZIP
  27. 27KIRCHE ALS INSTITUTION IN DER SPRACHE ALS NORMIERTEN GEGENSTANDin Schule, Akademien, Verlage
  28. 28Sprache und Wandel – BegriffeSprachwandeltheorien usw.
  29. 29SpracheDynamisch – nicht statisch
    Sozial-und situationsbedingt
    System von Regeln
  30. 30DialektRegionale Varietät
    Sozial-und situationsbedingt
    Außerspr. + innerspr. Faktoren
  31. 31DialektkontinuumMasse an Dialekten
    -> gleitender Übergang von Dialekt zu Dialekt bis zur nächsten Sprache
  32. 32Diachronie vs. SynchronieDiachron: Betrachtung von Sprachwandelüber einen langen Zeitraum (horizontal)
    Synchron: Betrachtung von Wandelphänomenen zu einem bestimmten Zeitpunkt (vertikal)
  33. 33Langue vs. Parole (de Saussure)Langue: die Theorie des Sprechens -> das System und die Grammatik dahinter
    Parole: der tatsächliche Gebrauch der Sprache
  34. 34Kompetenz vs. Performanz (Chomsky)Kompetenz: die von der Natur gegebene Fähigkeit zu sprechen -> Voraussetzung für einen Sprechakt
    Performanz: die Nutzung der Fähigkeit zu sprechen -> die Nutzung der Sprache
  35. 35Idealer Sprecher (Chomsky)Definition nach Chomsky: ein idealer Sprecher sei, wer alle Normen einer Sprache kennt und anwendet
    ABER: den idealen Sprecher gibt es nicht ! (siehe I-Language)
  36. 36E-Language vs. I-Language (Chomsky)E: steht für externe/externalisiert und meint die wahrgenommene Sprache eines Sprechers anderer Menschen
    I: steht für intern/internalisiert und bezieht sich auf das interne sprachliche Wissen im Kopf eines Sprechers
  37. 37ÖkonomieÖkonomie: z.B. Assimilationen beim Sprechen -> Wegfall von Phonemen, die dann evtl. auch in der Graphemik wegfallen könnten
  38. 38Variationwenn Varietäten von Sprachen aufeinander treffen, hat man eine Reihe von Variationen
  39. 39Innovationneue Worte durch z.B. gesellschaftliche Umstände (Entlehnung durch Christianisierung)
  40. 40Evolutionsich ändernde Mentalität, Vorstellungen usw. -> ständige Entwicklung (z.B. Gender-Angleichung)
  41. 41The invisible handDie unsichtbare Hand: unbewusste + unterbewusste Veränderung von Sprache und Gebrauch z.B. Gender-Angleichung
    -> durch die Nennung meine Damen und Herren in z.B. Briefen nun als Gesetz
  42. 42Sprachkonservative Haltung (Polenz)Wunsch nach stetigem Bestehen eines Konzepts einer Sprache

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In dieser Ressource befinden sich Karteikarten zur diachronen Sprachwissenschaft der Skandinavistik für die uni Kiel. Diese können beliebig ergänzt werden, mir halfen sie sehr beim Lernen für die Klausur.
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