Fichas
Untere Extremität: Frakturen

Fichas del conjunto (63)
- 1Wie kommt es zu medialen Schenkelhalsfrakturen?Bei älteren Menschen: direkte Sturz auf die Hüfte oder auf das gestreckte/abspreizte Bein. Bei starker Osteoporose: Schon schnelle Drehung im Stand. Bei jüngeren Menschen: Verkehrs- & Sportunfälle bzw. hochenergetische Traumata.
- 2Wie sieht die Klinik bzw. die Symptome der Patienten aus?Pat. aufgrund starker Schmerzen nicht gehfähig. Im Liegen: Verkürzung des betroffenen Beins in Abduktions- & Außenrotationsstellung. Leistendruck- & Trochanterklopfschmerz. Können Bein nicht selbstständig heben, Trochanterhoch- stand palpabel.
- 3Was muss man auf jeden Fall untersuchen?Die periphere Durchblutung, Motorik und Sensibilität.
- 4Wo verläuft die Frakturlinie bei einer medialen Schenkelhalsfraktur?Sie liegt innerhalb der Gelenkkapsel (intrakapsulär) und verläuft nahe dem Hüftkopf. Sie unterscheidet sich so von der seltenen lateralen Schenkelhalsfraktur, die extrakapsulär gelegen ist und bei dem die Linie direkt neben dem Trochanter major verläuft.
- 5Wer ist häufig von einer medialen Schenkelhalsfraktur betroffen?In > 75 % der Fälle sind es Menschen älter als 65 Jahre, dabei bevorzugt Frauen durch die menopausal bedingte Osteoporose.
- 6Was für eine bildgebende Diagnostik wird gemacht?Röntgen-Beckenübersichtsaufnahme. Wenn schmerzbedingt möglich auch eine zweite, axiale Ebene machen. Nicht-dislozierte bzw. ermüdungsbedingte Frakturen im Standardröntgen ggf. nicht feststellbar. Weiterführend: CT oder MRT.
- 7Wie wird die mediale Schenkelhalsfraktur klassifiziert?Nach Garden Typ I - IV. Richtet sich nach Grad der Dislokation der Fragmente und daher Störung der Versorgung des Hüftkopfes. Prognose wird von Typ I bis IV schlechter.
- 8Wie ist die Einteilung nach Garden?Typ I: Eingestauchte Abduktionsfraktur
Typ II: Axiale Fraktur ohne Dislokation
Typ III: Dislozierte Adduktionsfraktur
Typ IV: Komplett dislozierte Fraktur mit Zerstörung der Gefäße - 9Welche Einteilung gibt es noch & wonach orientert sie sich?Einteilung nach Pauwels Typ I - III. Basiert auf biomechanisch-anatomischen Punkten & erfolgt nach Verlauf der Frakturlinie. Mit zunehmender Steilheit der Linie, nimmt Stabilität der Fraktur ab & Prognose wird schlechter
- 10Wie ist die Einteilung nach Pauwels?Typ I: Neigung Bruchlinie zur Horizontalen bis 30°.
Typ II: Neigung Bruchlinie zur Horizontalen zwischen 30° - 70°.
Typ III: Neigung Bruchebene zur Horizontalen über 70°. - 11Was ist die Therapie der Wahl bei einer medialen Schenkelhalsfraktur? Was steht bei jungen vs alten Patienten im Vordergrund?Therapie der Wahl: Operativ. Wichtig: Sofortiger Therapiebeginn. Bei jungen: Unfallchirurgischer Notfall. Bei älteren: zeitnahe belastungsstabile Versorgung der Fraktur, um durch Bettruhe bedingte Folgeerkrankungen (Thrombose, Embolie, Pneumonie) zu verhindern.
- 12Was für zwei Arten der Therapie gibt es?Gelenkerhaltende oder gelenkersetzende Therapie.
- 13Wann macht man eine gelenkerhaltende Therapie?Bei biologisch jungen Menschen. Notfalloperation innerhalb von 6 h mittels Reposition und 3 Schraubenosteosynthese oder Dynamischer Hüftschraube.
- 14Was ist bei einer Osteosynthese zu beachten?Eine belastungsstabile Osteosynthese des Schenkelhalses ist nicht möglich, Pat. muss sicher in der Lage sein, das betroffene Bein zu entlasten, wenn er mit Unterarmgehstützen mobilisiert wird.
- 15Was ist eine weitere operative Therapieoption?Dringlicher Eingriff ideal innerhalb 12-24 h, max 48 h mit Duokopfprothese oder TEP. Bei Pat. älter als 65-70 J. => Totalendoprothese. Erkrankte Person kann sofort nach OP mobilisiert werden, i. d. R. mit voller Belastung.
- 16Was macht man bei sehr alten und multimorbiden Patienten?Versorgung mit Hemiprothese (Hybrid-EP): Acetabulum wird nicht ersetzt, OP weniger traumatisch. perioperatives Risiko niedriger. Haltbarkeit geringer als bei TEP. Nur bei Patienten ohne vorbestehende Coxarthrose.
- 17Wann macht man eine konservative Therapie? Welche Maßnahmen ergreift man?Selten, Ausnahmefällen, z. B. bei spät diagnostizierten, beschwerdearmen, stabilen eingestauchten Frakturen (Garden/Pauwels 1). Schmerztherapie, Atemgymnastik, Thromboseprophylaxe, Mobilisation.
- 18Was muss man bei konservativer Therapie unbedingt durchführen?Um Risiko Hüftkopfnekrose zu minimieren, muss man verletztes Gelenk punktieren & Frakturhämatom entfernen. Gespannte Gelenkkapsel entlastet, Kompression der Gefäße verringert.
- 19Was muss im Verlauf passieren?Engmaschige radiologische Kontrollen, da es bei 15 % der Pat. nach Mobilisation zur sekundären Dislokation kommt.
- 20Wie ist die Prognose für ältere Patienten?Im ersten Monat nach OP egal ob erhaltend oder nicht-gelenkerhaltend: Bei älteren Patienten Mortalität von 10 %. Oft sind die Patienten multimorbide und sind aufgrund ihrer Grunderkrankungen/einem akuten Geschehen (Infarkt, Insult) gestürzt.
- 21Wie ist die Prognose bei glenkerhaltender Therapie?Innerhalb von 2 Jahren nach Therapie Risiko für Pseudarthrose 30 % = hoch. Zusätzlich bei 15 % eine Hüftkopfnekrose. Somit müssen mehr als 1/3 der Pat. erneut operiert werden.
- 22Wie sieht die Nachbehandlung bei gelenkerhaltenden, nicht-gelenkerhaltenden und der konservativen Therapie aus?Schraubenosteosynthese/DHS: Teilbelastung mit 20 kg für 3 Monate. Prothese: Sofortige Vollbelastung
Konservative Therapie: Frühe Mobilisation, Vollbelastung, regelmäßige Röntgen-Kontrollen - 23Wie kommt es zu pertrochantären Frakturen? Wer ist betroffen?Typische Fraktur des älteren Menschen, durch direkten Sturz auf die Hüfte. Junge Patienten nur selten betroffen, z. B. durch Hochrasanztrauma. Zweithäufigste Fraktur des Menschen, Inzidenz steigend.
- 24Wie sieht die Klinik hier aus? Wo verläuft die Frakturlinie bei der pertrochantären Fraktur? Was ist die direkte Folge von diesem Verlauf?Haben die gleiche klinischen Symptome wie bei der medialen Schenkelhalsfraktur, aber die Linie verläuft außerhalb der Hüftgelenkskapsel. Daher ist der Blutverlust i. d. R. höher als bei der medialen Schenkelhalsfraktur.
- 25Wie diagnostiziert man eine pertrochantäre Fraktur?Röntgen: Beckenübersicht und Hüft axial. CT bei klinischem Verdacht und unklarer Nativbildgebung.
- 26Wie klassifiziert man eine pertrochantäre Fraktur?Nach der AO-Klassifikation (nach Müller): A1: einfache Fraktur der medialen Kortikalis
A2: mehrere Fragmente der medialen Kortikalis.
A3: mediale & laterale Kortikalis frakturiert. - 27AO-Klassifikation

- 28Wann gibt es eine OP-Indikation? Wann sollte man operieren? Wie versorgt man A1/A2 und A3 Frakturen?Bei allen Frakturen!
Innerhalb von 12-24 h, denn das senkt die Mortalität.
A1/2: Dynamische Hüftschraube oder Marknagel (proximaler Femurnagel).
A3: Langer Marknagel (proximaler Femurnagel). - 29Wann ist eine prothetische Versorgung indiziert?Nur in sehr seltenen Ausnahmefällen, z. B. bei pathologischen Frakturen oder schweren Trümmerfrakturen.
- 30Wie sieht die Behandlung nach der OP aus?Stationärer Aufenthalt 7 - 10 Tage postop. In der Regel schmerzadaptierte Vollbelastung, Physiotherapie, Thromboseprophylaxe!!!
Heilungszeitraum: 6 - 12 Wochen - 31Was für Komplikationen können auftreten?Korrekturverlust, Fraktursinterung, Materiallockerung. "cut-out" = Ausschneiden der Hüftschraube. Selten: Nekrose des Hüftkopfes.
- 32Wie ist die Prognose?Bei älteren Pat. wie bei medialer Schenkelhalsfraktur zu in ca. 10 % zum Tod. In 10 % der Fälle ist die Fraktur revisionspflichtig, durch sekundäre Dislokation des Implantats, Infektion, Pseudarthrose und selten auch Hüftkopfnekrose.
- 33Wie kommt es zu einer Tibiakopffraktur?Durch Kontakt der Femurkondylen mit dem Tibiaplateau durch axiale Gewalteinwirkung, meist zusammen mit einer plötzlichen Valgus oder Varusbelastung bei Hochrasanztrauma. Fraktur entsteht auf Kompressionsseite.
- 34Was sind die häufigsten Typen?Laterale Tibiakopffrakur > Bikondyläre Tibiakopffraktur > Mediale Tibiakopffraktur.
Laterale: leichtere Gewalteinwirkung.
Bikondyläre: höhere Gewalteinwirkung - 35Was ist ein Problem bei Frakturen des Tibiakopfes?Durch die dünne Kortikalis und spongiöse Struktur kommt es häufig zu Zertrümmerungen in mehrere kleine Fragmente.
- 36Wie sieht die Klinik aus?Sofortiger starker Bewegungs- & Belastungsschmerz, meist Gehunfähigkeit, ausgeprägte Schwellung, Hämatom, Druckschmerz über lateralem/medialem Tibiaplateau, Gelenkerguss.
- 37Was muss man jetzt unbedingt überprüfen? Welche Komplikation kann auftreten?Periphere Durchblutung, Motorik und Sensibilität. V. a. sollte die Funktion des N. peroneus communis überprüft werden, weil es sonst zum Verlust der aktiven Fuß- und Zehenhebung kommen kann.
Gefahr: Kompartmentsyndrom! - 38Wie diagnostiziert man eine Tibiakopffraktur?Röntgen des Knies in 2 Ebenen und CT zur Abgrenzung der Frakturlinien/Gelenkstufen => Exzellent zur Planung des OP-Vorgehens. Ggf. MRT zum Ausschluss von Begleitverletzungen (in 50% der Fälle: Ruptur mediales Kollateralbandes, vorderes Kreuzband, Meniskusverletzung.
- 39Wie klassifiziert man eine Tibiakopffraktur?Nach Schatzker. Typ1: Laterales Fragment. Typ 2: laterale Fraktur + Impression Gelenkfläche. Typ 3: Impression Gelenkfläche. Typ 4: Mediale Fraktur. Typ 5: Bikondyläre Fraktur. Typ 6: Bikondyläre Fraktur mit Verlust der meta-diaphysären Lagebeziehung der Fragmente.
- 40Schatzker-Klassifikation:
- 41Wie ist die AO-Klassifikation?Typ A: extraartikulär
Typ B: intraartikulär, monokondylär
Typ C: intraartikulär, bikondylär - 42Wann und wie therapiert man eine Tibiakopffraktur konservativ?Bei nicht dislozierten Gelenkfrakturen oder wenig dislozierten Frakturen ohne Gelenkbeteiligung. Oberschenkelgips & Entlastung für 8 Wochen, Thromboseprophylaxe. Regelmäßige Röntgenkontrolle, bei sekundärer Dislokation: OP.
- 43Wann und wie therapiert man eine Tibiakopffraktur operativ?Bei Gelenkstufe > 2 mm, Valgusfehlstellung > 5°, Fragmentverschiebung. Ohne Fragmentverschiebung: Perkutane Verschraubung. Sonst: Offene Resposition & Plattenosteosynthese ggf. Spongiosaplastik o. Knochenersatz zum füllen von Knochendefekten.
- 44Was ist das wichtigste Ziel bei Gelenkbeteiligung?Präzise Reposition der Gelenkfläche! Häufig bleiben dennoch Unregelmäßigkeiten und Defekte in der Gelenkfläche zurück.
- 45Wann legt man erst einen Fixateur externe an?Bei Mehrfragmentfrakturen mit schlechten Weichteilverhältnissen.
- 46Wie sieht die Nachbehandlung aus?Teilbelastung mit 10 kg für 6 Wochen. Nach Abschwellung frühfunktionelle Krankengymnastik und passive Mobilisation mit Motorschiene
- 47Wie kommt es zu OSG-Frakturen?Durch Supinations-/Pronationstrauma des Talus mit Eversion/Inversion des Fußes, selten direktes Trauma. Kein spezifisches Alter/Geschlechterverteilung. Neben distaler Radiusfraktur häufigste Fraktur des Erwachsenen.
- 48Wie ist die Klinik?Schwellung, Hämatom, Druckschmerz über dem Außenknöchel, schmerzhafte Bewegungseinschränkung im OSG, Belastungsunfähigkeit.
- 49Was sollte man untersuchen bei einer OSG-Fraktur? Nenne zwei Punkte:1) Ausschluss von Begleitverletzungen am Innenknöchel, der Basis des Metatarsale V und des Fibulaköpfchens.
2) PDMS - 50Wie diagnostiziert man eine OSG-Fraktur?Röntgen in 2 Ebenen, bei V. a. hohe Fibulafraktur gesamter Unterschenkel. Bei V. a. fibulare Bandläsion ggf. MRT. Ggf. Ct zur genauen Lokalisation der Frakturausdehnung & OP-Planung.
- 51Wie diagnostiziert man eine OSG-Fraktur?Nach der Weber-Klassifikation. Weber A: Fraktur distal der intakten Syndesmose. Weber B: Fraktur auf Höhe der - meist teilrupturierten - Syndesmose, Membrana interossea (MI) meist intakt. Weber C: Fraktur proximal der komplett rupturierten Syndesmose, MI bis zur Fraktur rupturiert
- 52Was ist eine trimalleolare Fraktur?Bimalleoläre OSG-Fraktur mit Fraktur des Volkmann-Dreiecks
- 53Was ist das Volkmanndreieck?Hinterkante der tibialen Gelenkfläche des oberen Sprunggelenks.
- 54Das Volkmanndreieck
- 55Was ist eine "Maisonneuve-Fraktur"?"Hohe Fibulafraktur" - Frakturlinie durch Innenknöchel, Syndesmose, Membrana interossea bis sie in der Nähe des Kniegelenks durch die Fibula verläuft.
- 56Die Maisonneuve-Fraktur:
- 57Welche Begleitverletzungen können auftreten? An welche Differentialdiagnose muss man denken?a) Abriss# Innenknöchel (Bimalleoläre #)
b) Abriss# der Basis Metatarsale V
c) Volkmann-Dreickecks#
CAVE: Pilon-Tibia#: metaphysäre, supramalleoläre # der distalen 4 cm der Tibia, meist in Kombi mit Fibula# - 58Wie und wann therapiert man eine OSG-Fraktur?Bei Weber A und nicht dislozierter Weber B mit intakter Syndesmose.
Unterschenkelliegegips für 6 Wochen. - 59Wann therapiert man eine OSG-Fraktur operativ?a) Luxationsfrakturen/Dislokationen sofortige Reposition und Ruhigstellung, ggf. Fixateur externe. Endgültige OP sofort oder nach Abschwellung der Weichteile
b) Weber B/C, alle dislozierte Frakturen - 60Wie therapiert man eine OGS-Fraktur operativ?Plattenosteosynthese. a) Syndesmose: Stabilität überprüfen intraoperativ & ggf. Stellschraube/Rekonstruktion.
b) M. medialis: mit (Zug-)Schraubenosteosynthese (ZSO) oder Drahtzuggurtungscerclage. - 61IIc) Volkmann Dreieck: wenn mehr als 1/3 Gelenkfläche betroffen ist mit (ZSO)
d) Bei Luxationsfrakturen neben Plattenosteosynthese ggf. Naht der Kapsel-/Bandstrukturen - 62Wie läuft die Nachbehandlung ab?Ruhigstellung für 6 Wochen in einer dorsalen Unterschenkelschiene, ab 2. Woche frühfunktionelle passive Beübung in Flexion/Extension. Nach 6 Wochen sukzessiver Aufbau der Vollbelastung.
Thromboseprophylaxe! - 63Was für Komplikationen können entstehen?Rezidivierende Supinationstraumata bei chronischer Instabilität. Sekundäre Arthrose des OSG durch Gelenkinkongruenz, Knorpeldefekte, Syndesmoseninstabilität, freie Knorpelfragmente etc. Pseudarthrose.
Información
- Descripción
- - (Unfallchirurgie) A2 Fichas sobre Untere Extremität: Frakturen, creado por Mitra Shadloo el 25/11/2016.
- Creado por
- Mitra Shadloo · nov 2016
- Actualizado
- 27 nov 2016
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