Minimalisten = Bibel in geschichtlichen
Kontext einbezogen, wenn er mit
ausserbiblischen Befunden übereinstimmt
Maximalisten nehmen Bibel als historische Quelle, solange sie nicht durch ausserbiblische Befund
widerlegt wird oder sonst wie nicht plausibel ist
Wann beginnt eine Geschichte Israels
Ausgangspunkt Bibel:
Erzeltern (mündliche Erzählungen) bis hellenistische Zeit (Bibel = hellenistisches Werk)
Sinnvoll zwischen Vorgeschichte und Geschichte Israels zu unterscheiden, mit fliessendem Übergang
= Geschichtsbeginn im 10 Jh / Vorgeschichte zurück bis zur Mittelbronzezeit (MBII = 2‘000 – 1‘550 v.
Chr.) Verständnis Israels nur möglich, wenn Nachbarkulturen miteinbezogen
Vorgeschichte Israels
biblisch
Biblisch: Wurzeln im Zweistromland (ausserhalb des Landes), konstituiert sich als Fremdling in
Palästina. Von Abraham über Isaak zu Jakob, der Israel genannt wird , wird es in Ägypten zu einem
Volk. Via Exodus und Wüstenwanderung ins Land Kanaan, wo es Besitz nimmt.
Historisch
Israel ist im Land entstanden und dies in einem langen Prozess
Ausgangspunkt ausserbiblische Daten:
Landnahmeprozess (Entstehung Israels 10.-9.Jh) bis 9 Jh (Israel erstmals politische
(ausserbiblische) Erwähnung, oder noch später
Israel als Begriff
Erzvater Jakob (Gen)
12 Söhne Jakobs und ihre Nachkommen (Ex)
vom Exodus bis Königszeit:
Volk, das aus Ägypten
ausgezogen ist
Stämmebund / Königtum
Staat Israel ist nicht nur Gesamt-Israel,
sondern nach dem Zerfall (Reichsteilung
– König Jerobeams) wird das Nordreich
als Israel bezeichnet und der kleinere
Süden als Juda
Staat Israel ist nicht nur Gesamt-Israel, sondern nach dem Zerfall (Reichsteilung – König Jerobeams)
wird das Nordreich als Israel bezeichnet und der kleinere Süden als Juda
nach Untergang des Nordreichs (722) wird Juda biblisch als Israel bezeichnet
Israel geht ins Exil (587) obwohl aus den früheren Nordstaaten niemand ins Exil verschleppt wird /
nach exilisch wird als Israel bezeichnet /
nach der Tempelzerstörung (70 n. Chr.) Israel
Gründung des modernen Staates Israel 1948 / modern: Name des Staates und religiös synonym mit
Judentum
Geographisches Israe älndert sich konstant Heiliges Land ist nicht genau definiert und stark
theologisch aufgeladen
Palästina = südlicher Teil der Levante = Spielplatz der Geschichte Israels
Kanaan = ägyptische Provinz die südlich an Ägypten grenzt und nördlich bis Byblos reicht / wird auch als
verheissenes Land bezeichnet (keine geographische Übereinstimmung)
Erzeltern
Argument für Historizität der Patriarchen = Gottesbezeichnungen
in Gen Gott Abrahams, Isaaks, Jakobs / Schrecken Isaaks / Starken
Jakobs = Gott der Väter / JHWH Glauben eines nomadischen
Religionstypus (also wären Personen authentisch) Problem: kein
nomadisches Milieu / Religion eher religionssoziologisch als
Individual- oder Familienfrömmigkeit erklärbar Herkunft der
Tradition aus vorstaatlicher Zeit? Fiktion?
Keine Quellen verfügbar, ausser Bibel (Gen), welche hier nicht historisch zu verstehen ist –
Rückprojektionen in die vorstaatliche Zeit, selbst aber erst in staatlicher oder gar nachstaatlicher
Zeit entstanden, aufgeschrieben
abraham
„er ist erhaben in Bezug auf den Vater" bezeugt im 2 Jt v. Chr. in amoritischen Texten – aber
kein Beweis, dass diese Person nach Palästina ausgewandert ist
Aegypter (Pharao Sethos I – 1290-1279 v.
Chr.) schlägt Asiaten von „rhm" bei
Bet-Schean. Stammvater dieser Gruppe
(Kleinbauern?) könnte „ab-rhm" genannt
worden sein – aber Abraham wird eher mit
dem süden Palästinas in Verbindung
gebracht, also unwahrscheinlich?
obwohl Name westsemitisch belegt ist, Person
könnte fiktiv sein (Name könnte für eine Gruppe oder
Sippe gebraucht worden sein)
Völkerwanderungen in der Erzelternzeit
keine klimatischen oder politischen Veränderungen würden Massenbewegungen im 3., resp.2. Jt v.
Chr. im Grossraum der südlichen Levante erklären / demographische Veränderungen in Palästina in
der Bronzezeit sind nicht auf Wanderungen zurückzuführen, sondern auf Siedlungsformen
(Land-Stadt) /kleinere Bevölkerungsgruppen verändern ihren Aufenthaltsort auf Grund von lokalen
Dürren, etc. / Völkerwanderungen und Verschiebungen auf Grund von Klimaverhältnissen verlaufen
sehr langsam ... Starker politischer Wandel im 2.Jt v. Chr. bedingt Bildung von Kleinstaaten im
Grossraum Syrien & Palästina
Erzählungen von Abraham-Lot fast durchgehend im Süden beheimate
Jakob-Esau in Zentralpalästina und im Ostjordanland – Zeichen für Stammestraditionen, Norden
die spätbronzezdteitliche Stastaatenkultur in Palästina
Entstehung und Entwicklung der Stadtstaaten im 2. Jt v. Chr.
Urbanisierung ca. 2200-2000 v.Chr., ausgenommen Ostjordanland und Bergland entstehen Städte