ICD-10 - F-Diagnosen

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Psychische Störungen nach ICD-10 GM2014
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ICD-10 - F-Diagnosen

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  • 0: Kopf 1: Sucht 2: Wahn 3: Affekt 4: leichtes Spinnen - Neurose, Belastung, Somatoforme Störung 5: konkrete körperliche Beteiligung 6: Persönlichkeit 7: IQ 8: Entwicklung 9: KiJu 99: sonstiges
1 F0: Organische, einschließlich symptomatischer psychischer Störungen

Annotations:

  • Demenz (F00-F03) ist ein Syndrom als Folge einer meist chronischen oder fortschreitenden Krankheit des Gehirns mit Störung vieler höherer kortikaler Funktionen, einschließlich Gedächtnis, Denken, Orientierung, Auffassung, Rechnen, Lernfähigkeit, Sprache und Urteilsvermögen. Das Bewusstsein ist nicht getrübt. Die kognitiven Beeinträchtigungen werden gewöhnlich von Veränderungen der emotionalen Kontrolle, des Sozialverhaltens oder der Motivation begleitet, gelegentlich treten diese auch eher auf. Dieses Syndrom kommt bei Alzheimer-Krankheit, bei zerebrovaskulären Störungen und bei anderen Zustandsbildern vor, die primär oder sekundär das Gehirn betreffen.
1.1 F00: Demenz bei Alzheimer-Krankheit

Annotations:

  • 0 mit frühem Beginn (Typ 2) 1 mit spätem Beginn (Typ 1) 2 atypisch/gemischt 3 nnb
1.2 F01: Vaskuläre Demenz

Annotations:

  • 0 mit akutem Beginn 1 multiinfarkt-Demenz 2 subcortikale vaskuläre Demenz 3 gemischte kortikale+subkortikale 8 sonstige vaskuläre 9 nnb
1.3 F02: Demenz bei andernorts klassifizierten Krankheiten

Annotations:

  • können in jedem Alter auftreten! 0 Pick 1 Creutzfeldt-Jakob (subakut, 1-2 Jahre bis Tod) 2 Chorea Huntington (Beginnt im 3. oder 4. Lebensjahrzehnt, 10-15 Jahre bis Tod, vererbt) 3 Parkinson 4 HIV 8 sonstiges (z.B. Epilepsie, Hyperkalzinämie, MS, Neurosyphilis
1.4 F03: nnb Demenz
1.5 F04: organisches amnestisches Syndrom (ohne C2 und Drogen)

Annotations:

  • Immediatgedächtnis ist ok, Kurz- und Langzeitged. ist beeinträchtigt. Ner Lernen geht kaum, zeitliche Desorientierung + Konfabulationen können auftreten. Intelligenz intakt. Prognose abhängig von Läsionsort. INKL nicht-alkoholbedingtes Korsakow-Syndrom, aber EXKL Amnesie
1.6 F05: Delir (ohne C2 und Drogen)

Annotations:

  • kann akut oder subakut sein. Beinhaltet Störungen von Bewusstsein Aufmerksamkeit Wahrnehmung Denken Gedächtnis Psychomotorik Emotionalität Schlaf-Wach-Rhythmus 0 ohne Demenz 1 mit Demenz 8 sonstige (z.B. postoperativ) 9 nnb
1.7 F06: andere psychische Störungen aufgrund einer Schädigung oder Funktionsstörung des Gehirns oder einer körperlichen Krankheit

Annotations:

  • ausser Demenz, Delir, C2 und Drogen! 0 organische Halluzinose 1 organische katatone Störung (vermindert/Stupor oder gesteigert/Erregte psychomotorischer Aktivität zusammen mit katatonen Symptomen) 2 organische wahnhafte (schizophreniforme Störung): Wahnideen, ggf. Hallus 3 organische affektive Störungen 4 organische Angststörung 5 organische dissoziative 6 organische emotional labile Störung 7 leichte kognitive Störung 8 sonstige (z.B. epileptische Psychose) 9 nnb (Hirnorganisches Syndrom o.n.A.)
1.8 F07: Persönlichkeits- und Verhaltensstörung aufgrund von Krankheit, Schädigung, Funktionsstörung des Gehirns

Annotations:

  • 0 organische Pers.St. (z.B. Frontalhirnsyndrom, Lobotomiesyndrom, Pseudopsychopathie. NICHT nach SHT, ist unter F07.2!) 1 Postenzephalitisches Syndrom (Verhaltensänderung. Reversibel, daher nicht F07.0) 2 organisches Psychosyndorm nach SHT (exkl. akute Gehirnerschütterung S06.0) 8 sonstige 9 nnb
1.9 F09: nnb
2 F1: Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen
2.1 vierte Stelle (Fxx.X) - Intox bis Entzug, sonstiges

Annotations:

  • 0 Intoxikation (akuter Rausch, keine Vergiftung) 1 schädlicher Gebrauch 2 Abhängigkeit (Craving, Kontrollverlust, anhaltender Gebrauch trotz schädlicher Folgen, Vorrang vor Verpflichtungen und Aktivitäten, Toleranzerhöhung, ggf. körperliches Entzugssyndrom) 3 Entzugssyndrom 4 Entzugssyndrom mit Delir (wenn organische Faktoren eine beträchtliche Rolle spielen, eher F05.8) 5 Psychotische Störung (weder durch Intox noch Entzug erklärbar). Incl. Hallus, Wahrnehmung, Wahnideen, psychomotorik und Affekt. ZB Alkoholkalluzonise, aber NICHT C2 Restzustand 6 Amnestisches Syndrom (v.a. Kurzzeit, aber auch LZG. Zeitgitterstörung) 7 Restzustand (direkte Substanzwirkung kann noch angenommen werden). Z.B. Flashbacks, chronisches hirnorganisches Syndrom bei C2 8 sonstige psychische und Verhaltensstörungen 9 nnb
2.2 F10: Alkohol

Annotations:

  • Jellinek: A Entlastung (/Sucht, Missbrauch) B Gelegenheit (/Sucht, sozial) C Sucht (eher psychisch) D Spiegel (eher physisch) E Quartal (nur psychisch)
2.3 F11: Opioide
2.4 F12: Cannabinoide
2.5 F13: Sedativa /Hypnotik4
2.6 F14: Kokain
2.7 F15: Stimulanzien (incl. Koffein)
2.8 F16: Halluzinogene
2.9 F17: Tabak
2.10 F18: flüchtige Lösungsmittel
2.11 F19: multipler Substanzgebrauch und Konsum anderer Substanzen

Annotations:

  • Nehmen, wenn nicht klar ist, welche von mehreren Drogen die Störung ausgelöst hat oder wenn man nicht sicher weiß, was  eingenommen wurde
3 F2: Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen
3.1 F20: Schizophrenie

Annotations:

  • WICHTIGSTE Phänomene: -Gedankenlautwerden, Gedankeneingebung, Gedankenentzug, Gedankenausbreitung - Wahnwahrnehmung, Kontrollwahn, Beeinflussungswahn/Gefühl des Gemachten - Stimmen (kommentierend oder Dialog) - Denkstörungen - Negativsymptome 0 Paranoide Schizophrenie 1 Hebephrene Schizophrenie 2 Katatone Schizohrenie 3 undifferenzierte Schizophrenie 4 Postschizophrene Depression (pos/neg-Symtomatik muss noch ein bisschen vorhanden sein, sonst F32 vergeben. Cave: Suizid!) 5 Schizophrenes Residuum (Negativsymptomatik, kann reversibel sein) 6 Schizophrenia Simplex (nur Negativsymptomatik, merkwürdiges Verhalten, Leistungsabfall. Schleichend) 7 sonstige Schizophrenie 9 nnb
3.2 F21: Schizotype Störung

Annotations:

  • exzentrisches Verhalten, Anomalien des Denkens und der Stimmung. Kalter Affekt, Anhedonie, sozialer Rückzug, paranoische oder bizzarre Ideen (/= Wahn), Grübeln, Denk-/Wahrnehmungsstörungen, quasipsychotische Episoden mit Illusionen/Hallus/wahnähnlichen Ideen. Entwicklung wie bei einer Persönlichkeitsstörung
3.3 F22: Anhaltende wahnhafte Störungen

Annotations:

  • lang andauernder Wahn ist Leitsymptom, nicht organisch, schizophren oder affektiv klassifizierbar. 0 Wahnhafte Störung: einzelner Wahn oder aufeinander bezogene Wahninhalte, ggf. lebenslang. KEINE Stimmen (oder wenn, dann nur gelegentlich bei älteren Patienten), keine schizophrenen Symptome wie Kontrollwahn oder Affektverflachung, KEINE Hirnerkrankung. 8: sonstige anhaltende wahnhafte Störung (z.B. Querulantenwahn oder wahnhafte Dysmorphophobie) 9 nnb
3.4 F23: Akute vorübergehende psychotische Störungen

Annotations:

  • Entwicklung innerhalb von 2 Wochen. Keine organische Verursachung, leichte Desorientiertheit aber kein organisches Delir. Vollständige Besserung nach Tagen, Wochen oder wenigen Monaten. Ggf. 1-2 Wochen vorher akute Belastung. 0 Akute polymorphe psychotische Störung ohne Symtome einer Schizophrenie (Hallos, Wahn, Wahrnehmung, hierbei stark wechselnd. Aufgewühlt, abrupter Beginn, baldiges Ende). zB. Zykloide Psychose, kann aber auch Rückfallfrei bleiben 1 akute polymorphe psychotische Störung mit Symptomen einer Schizophrenie (wie 0, nur mit Schizo). Falls Symptome andauern, Diagnose auf F20.- ändern. 2 Akute schizophreniforme psychotische Störung. Eher stabile psychotische Symptome. Erfüllen F20,- Kriterien, aber kürzer als 1 Monat. Keine polymorphen Merkmale. 3 sonstige akute wahnhafte psychotische Störung (bleibt hinter F20.- zurück, bei andauernden Wahnphänomenen zu F22.- ändern 8 sonstige 9 nn
3.5 F24: Induzierte wahnhafte Störung

Annotations:

  • Floie à deux. Bei Trennung der Partner gibt die Person ohne eigentliche Psychose den Wahn auf.
3.6 F25: Schizoaffektive Störung

Annotations:

  • affektiv UND schizophren, erfüllt aber weder die Kriterien für eine Schizophrenie, noch für eine Depression/Manie. Parathyme psychotische Symptome bei affektiven Störungen gehören nicht hierhin, sondern zu F3! 0 gegenwärtig manisch 1 gegenwärtig depressiv 2 gemischte schizophrene und affektive Psychose 8 sonstige 9 nnb
3.7 F28: sonstige
3.8 F29: nnb
4 F3: Affektive Störungen
4.1 F30: Manische Episode

Annotations:

  • Diese Kategorie gilt nur bei EINER Episode! Bereits beim ersten Rezidiv wechselt man zu F31.8!!! 0 Hypoman 1 Manie ohne psychotische Sympome 2 Manie mit psychot. Symp. (Größenwahn, Stimmen), ggf. unzugänglich für Kommunikation 8 sonstige 9 nnb
4.2 F31: Bipolare affektive Störung

Annotations:

  • 0 ggw. hypoman 1 ggw. manisch ohne psychot. 2 ggw. manisch mit psychot. 3 ggw. leicht/mittelgradig depr 4 ggw. schwer depr. ohne  psychot. 5 ggw. schwer depr. mit psychot. 6 ggw. gemischt (oder schneller Wechsel) 7 ggw. remittiert (in den letzten Monaten und ggw. Auch bei Behandlung hier codieren) 8 sonstige (Bipolar-II und rezidivierende manische Episoden) 9 nnb
4.3 F32: Depressive Episode

Annotations:

  • STIMMUNG, ANTRIEB/AKTIVITÄT! Anhedonie und Interessensverlust, Konzentrationsschwierigkeiten, Erschöpfbarkeit. SOMATISCHES Symptom: Interessenverlust, Anhedonie, Früherwachen, Morgentief, deutliche psychomotorische Hemung, Agitiertheit, Appetitverlust, Gewichtsverlust, Libidoverlust! 0 leicht (2-3 Symptome) 1 mittelgradig (>3 Symptome, große Schwierigkeiten im Alltag) 2 schwer ohne psychot. Symp. (mehrere, quälende Symptome. Selbstwertverlust, Schuldgefühle, Suizidgedanken/handlungen, meist einige somatische Symptome 3 schwer mit psychot. Sympt. (incl. Hallus, Wahnideen, psychomotorische Hemmung, Stupor. Alltag unmöglich, Lebensgefahr / Suizid, mangelnde Nahrungsaufnahme. Hallus und Wahn können synthym sein, müssen aber nicht. 8 sonstiges (z.B. atypische Depression, larvierte Depression) 9 nnb
4.3.1 besondere Begriffe

Annotations:

  • schwer ohne psychotische Sym. - agitierte Depression - majore Depression - vitale Depression schwer mit psychotischen Sym. - majore D. mit ps. - psychogene depressive Psychose - psychotische Depression - reaktive depressive Psychose
4.4 F33: rezidivierende depressive Störung

Annotations:

  • kleine, hypomane Nachschwankungen nach einer Depression (auch als Medifolge) sind erlaubt, sonst Bipolar codieren. 0 ggw. leicht 1 ggw. mittelgradig 2 ggw. schwer ohne psychot. 3 ggw. schwer mit psychot 4 ggw. remittiert (in den letzten Monaten) 8 sonstige 9 nnb
4.4.1 besondere Begriffe

Annotations:

  • ggw. schwer ohne psychot. - Endogene Depression ohne psychot. -Manisch-depressive Psychose, depressive Form, ohne psychotische - Rezidivierende majore Depressoin ohne psychot. - Rezidivierende vitale Depression ohne psychot. ggw. schwer MIT psychot. - Endogene Depression mit psychot. -Manisch-depressive Psychose, depressive Form, mit psychotische - Rezidivierende schwere Episoden von: - majore Depression mit psychot. - psychogene depressive Psychose - psychotische Depression - reaktive depressive Psychose
4.5 F34: Anhaltende affektive Störungen

Annotations:

  • 0 Zyklothymia (andauernde Instabilität. Risiko für bipolare Störung!) Incl: affektive Persönlichkeitsstörung, Zykloide Persönlichkeit, Zyklothyme Persönlichkeit 1 Dysthymia (mehrere Jahre andauernde depressive Verstimmung. Incl. depressive Neurose, depressive Persönlichkeitsstörung) 8 sonstige 9 nnb
4.6 F38: andere affektive Störungen

Annotations:

  • Was auch immer hier reinsoll?? 0 andere einzelne affektive Störungen 1 andere rezidivierende affektive Störungen 8 sonstige näher bezeichnete
4.7 F39: nnb affektive Störung

Annotations:

  • incl affektive Psychose ohne nähere Angabe
5 F4: Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen
5.1 F40: Phobische Störungen

Annotations:

  • Angst wird ausschließlich pder überwiegend durch eigentlich ungefährliche Situationen hervorgerufen. Vermeiden oder mit Furcht ertragen. Befürchtungen beziehen sich auf einzelne Symptome (Herzklopfen, Schwäche), oft sekundäre Ängste vor Sterben, Kontrollverlust, Wahnsinnig werden. Erwartungsangst bei Vorstellung der nahen Konfrontation. Comorbid: Depression!
5.1.1 F40.0 Agoraphobie

Annotations:

  • Haus verlassen, Geschäfte betreten, Menschenmenge, öffentliche Pätze, Bus, Bahn, Flugzeug. Oft mit Panikstörung, depressiven und zwanghaften Symptomen und sozialen Phobien. Im Vordergrund starkes Vermeidungsverhalten, daher bei vielen Agoraphobikern nur wenig Angst (dafür nur zuhause) 00: ohne Panikstörung 01: mit Panikstörung
5.1.2 F40.1 soziale Phobie

Annotations:

  • Prüfende Betrachtung durch andere. Niedriges Selbstwertgefühl, Furcht vor Kritik. Erröten, Händezittern, Übelkeit und Drang zum Wasserlassen. Manchmal denkt der Patient, dass eine der Symptome der Angst das primäre Problem sei. Können sich bis zu Panikattacken steigern.
5.1.3 F40.2 Spezifische (isolierte) Phobien

Annotations:

  • Eng umschriebene Situationen wie Nähe zu bestimmten Tieren, Höhen, Donner, Dunkelheit, Fliegen, geschlossene Räume, Urinieren oder Defäkieren auf öffentlichen Toiletten, Spiesen, Zahnarzt, Blut, Verletzungen. Panikzustände sind möglich. EXKL: Dysmorphophobie und Nosophobie (beide F45.2 - hypochondrische Störung)
5.1.4 F40.8/9 Sonstige/nnb
5.2 F41: Andere Angststörungen

Annotations:

  • Auch hier Angst Leitsymptom, aber ohne spezifische Situation
5.2.1 F41.0: Panikstörung

Annotations:

  • episodisch paroxysmale Angst Wiederkehrende schwere Angstattacken, unvorhersehbar. Herzklopfen, Brustschmerz, Erschickungsgefühle, Schwindel, Entfremdungsgefühle (Depersonalisatoin oder Derealisation). Sekundär Furcht zu sterben, Kontrollverlust, Wahnsinnig werden. NICHT Hauptdiagnose, wenn Depression oder Agoraphobie vorhanden!
5.2.2 F41.1 Generalisierte Angststörung

Annotations:

  • generalisierte, anhaltende, frei flottierende Angst. Ständige Nervosität, Zittern, Muskelspannung, Schwitzen, Benommenheit, Herzklopfen, Schwindel, Oberbauchbeschwerden. Angst, man selber oder Angehörige könnten erkranken oder einen Unfall haben. - Angstneurose, Angstreaktion, Angstzustand. EXKL Neurasthenie (F48.0)!
5.2.3 F41.2 Angst und depressive Störung gemischt

Annotations:

  • nur, wenn keine vorherscht und keine eigenständige Diagnose geht. Wenn ausgeprägt genug, beide Hauptdiagnosen stellen und diese Kategorie weglassen.
5.2.4 F41.3 andere

Annotations:

  • Angst mit Merkmalen anderer Störungen von F42-F48.
5.2.5 F41.8: sonstige spezifische Angststörungen

Annotations:

  • Angsthysterie
5.2.6 F41.9: nnb
5.3 F42: Zwangsstörungen

Annotations:

  • stereotyp, quälend. Wiederstand oft erfolglos. Werden als zur eigenen Person zugehörig erlebt, wenn auch oft als abstoßend empfunden. Patienten erleben Gedanken oft als vorbeugend gegen ein objektiv unwahrscheinliches negatives Ereignis. Verhalten sinnlos und ineffektiv. Meist ist ständig Angst vorhanden, bei Unterdrücken der Zwangshandlung ist Angst verstärkt.
5.3.1 F42.0: Vorw,. Zwangsgedanken/Grübelzwang

Annotations:

  • Ideen\bildhafte Vorstellungen\Zwangsimpulse. Endlose Überlegungen, unfähig, sich zu entscheiden. Nur vergeben, wenn nicht während depressiver Episode!
5.3.2 F42.1 vorw. Zwangshandlungen/Rituale

Annotations:

  • Reinlichkeit, Kontrollen, Ordnung, Sauberkeit. Ritual ist ein wirkungsloser oder symbolischer Versuch, Gefahr abzuwenden.
5.3.3 F42.2 beides gemischt
5.3.4 F42.8/9 sonstiges/nnb
5.4 F43: Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen

Annotations:

  • Unterschied zum Rest der F4ler: es gibt ursächliche Faktor(en). -Aussergewöhnlich belastende Ereignisse: Belastungsreaktion - besondere Veränderung im Leben: Anpassungsstörung Auslöser bei anderen Störungen sind mit der Vulnerabilität zusammen belastend, aber alleine nicht auslösend. Bei F43 geht es um kausale Faktoren, die bei fast jedem eine Störung hervorrufen würden, die Störung wäre ohne den Faktor nicht entstanden
5.4.1 F43.0 Akute Belastungsreaktion

Annotations:

  • beginnt Minuten nach dem Ereignis und klingt innerhalb von Stunden oder Tagen ab. Betäubung, Bewusstseinseinengung, eingeschränkte Aufmerksamkeit, Unfähigkeit, Reize zu verarbeiten, Desorientiertheit. Bis dissoziativer Stupor F44.2 oder Unruhe/Flucht. Tachykardie, Schwitzen. Amnesie möglich (F44.0)
5.4.2 F43.1 PTSD

Annotations:

  • verzögerte Reaktion (Wochen - Monate). Flashbacks, Träume/Alpträume, Betäubtsein/emotionale Stumpfheit, Gleichgültigkeit ggü. anderen, Freudlosigkeit, Vermeidung, veget. Übererregung (Vigilanzsteigerung, Schreckhaftigkeit, Schlafstörung). Heilung meistens möglich, sonst nach Jahren Übergang in F62.0
5.4.3 F43.2 Anpassungsstörung

Annotations:

  • subjektive Bedrängnis und emotionale Beeinträchtigung, die die soziale Funktion und Leistungen behindern. Nach entscheidender Lebensveränderung oder nach belastenden Lebensereignissen. Vulnerabilität spielt eine Rolle, ohne die Belastung wäre es aber nicht zur Störung gekommen. INKL: Hospitalismus (Kinder), Kulturschock, Trauerreaktion. EXKL: Trennungsangst in Kindheit (F93.0)
5.4.4 F43.8/9 sonstige/nnb
5.5 F44: Dissoziative Störungen

Annotations:

  • Konversionsstörungen! Teilweiser oder völliger Verlust der normalen Integration der Erinnerung/Identität/Wahrnehmung/Körperbewegung. Hier NUR willentlich steuerbare Symptome codieren, Schmerz und Vegetatives unter F45 Somatisierungsstörungen packen! Neigen zur Remission nach Wochen/Monaten, v.a. bei abrupten/traumatischen Beginn. Chronisch eher bei unlösbaren Problemen als Auslöser. Symptome sehen oft so aus, wie sich der Patient eine Erkrankung vorstellt.
5.5.1 F44.0: D. Amnesie

Annotations:

  • idR unvollständig/selektiv. Komplett eher im Rahmen einer Fugue. NICHT bei Intox, Erschöpfung oder Hirnorganik
5.5.2 F44.1 D. Fugue
5.5.3 F44.2 D. Stupor

Annotations:

  • Verringerung/Fehlen von Bewegungen und normalen Reaktionen auf Licht/Geräusche/Berührung
5.5.4 F44.3 D Trance/Besessenheitszustände

Annotations:

  • Verlust der Identität/Umgebungswahrnehmung. NUR unfreiwillige Zustände klassifizieren ausserhalb kulturell/religöser, akzeptierter Settings
5.5.5 F44.4 D. Bewegungsstörungen

Annotations:

  • vollständige / teilweise Lähmung, entsprechend Ataxie/Apraxie/Akinesie/Aphonie/Dysarthrie/Dyskinesie/Anfälle/Lähmungen
5.5.6 F44.5 D. Krampfanfälle

Annotations:

  • ähneln epileptischen Anfällen, aber ohne Zugenbiss, Verletzungen, Urininkontinenz, Bewusstseinsverlust
5.5.7 F44.6 D. Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen

Annotations:

  • Hautareale entsprechen nicht Dermatopen, sondern Vorstellung des Patienten. Ausfälle passen eher nicht zu neurologischen Läsionen.
5.5.8 F44.7 D. Störungen, gemischt
5.5.9 F44.8 sonstige D. Störungen

Annotations:

  • F44.80 Ganser (Pseudodemenz, Vorbeireden. Grenze zur artifiziellen Störung fließend) F44.81 Multiple Persönlichkeit(sstörung) F44.82 Transitorische dissoziative Störungen in KiJu F44.88 sonstige (psychogener Dämmerzustand/ps. Verwirrtheit)
5.5.10 4.9 D. Störung nnb
5.6 F45: Somatoforme Störungen

Annotations:

  • körperliche Symptome mit hartnäckiger Forderung nach medizinischen Untersuchungen trotz fehlender pB.
5.6.1 F45.0 Somatisierungsstörung

Annotations:

  • multiple, häufig wechselnde körperliche Symptome. Mindestens seit 2 Jahren!!! Sonst unter F45.1 packen! Chronischer, fluktuierender Verlauf, oft langdauernde Störung des sozialen, interpersonalen, und familiären Verhaltens.
5.6.2 F45.1: undifferenzierte Somatisierungsstörung

Annotations:

  • volsltändiges Bild von F45.0 fehlt
5.6.3 F45.2 Hypochondrische Störung

Annotations:

  • beharrliche Beschäftigung mit der MÖGLICHKEIT, an einer körperlichen Krankheit zu leiden. Fehldeutung von normalen Körperzeichen. Aufmerksamkeitsfokussierung auf ein oder zwei Organe/Organsysteme. INKL Dysmorphophobie
5.7 F45.3 somatoforme autonome Funktionsstörung

Annotations:

  • in der Beschreibung vegetativ innerviertes Organ(system) betroffen.Es finden sich meist zwei Symptomgruppen: 1. objektivierbare Symptome (z.B. Herzklopfen), die Ausdruck der Angst sind 2. subjektive Beschwerden (flüchtige Schmerzen, Brennen, Schwere, Enge...) INKL: Psychogener Husten/Flatulenz/Miktionshäufigkeit/Dysurie/Hyperventilation EXKL: F54! Fünfte Stelle: 0 Herz/Kreislauf 1 oberes Verdauungssystem 2 unteres Verd.System 3 Atumung 4 Urogenital 7 mehrere 8 sonstige 9 nnb
5.8 F45.4 anhaltende Schmerzstörung

Annotations:

  • fünfte Stelle 0 anhaltende somatoforme Schmerzsstörung (Schmerzen bei ps. Belastung, Zuwendung ist die Folge) 1 chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (seit 6 Monaten mit Ursprung in einer körperlichen Störung, psychisch aber Aufrechterhaltung/Exazerbation. EXKL Simulation und F62.80) 8 sonstige (z.B. Dysphagie , Pruritus, Tortikollis oder Zähneknirschen) 9 nnb.
5.9 F48: andere neurotische Störungen
5.9.1 F48.1: Depersonalisations/Derealisationssyndrom

Annotations:

  • Selten! Geistige Aktivität/Körper/Umgebung haben sich in ihrer Qualität verändert, sind unwirklich, wie aus der Ferne, automatisiert. Emotionsverlust, Entfremdung, Loslösung von Denken/Körper/realer Welt. Patient ist sich der Unwirklichkeit der Erfahrung bewusst!
5.9.2 F48.0: Neurasthenie

Annotations:

  • Zwei Hauptformen: 1. Müdigkeit/Ablenkbarkeit/Konzentrationsschwäche nach geistiger Anstrengung, schlechte Arbeitsleistung 2. körperliche Schwäche nach geringer Anstrengung inkl. Schmerzen und fehlender Entspannung EXKL Burn-Out Z73
5.9.3 F48.8: sonstige neurotische Störungen

Annotations:

  • Beschäftigungsneurose, Schreibkrampf, Dhat-Syndrom, Psychasthenie
5.9.4 F48.9 Neurotische Störung nnb
6 F5: Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen und Faktoren
6.1 F50: Essstörungen

Annotations:

  • 0 Anorexia nervosa (ANGST vorm Dicksein. Meist Untergewicht, eingeschränkte Nahrungsauswahl, übertriebener Sport, Erbrechen, Abführen, Appetitzügler, Diuretika 1 atypische Anorexia nervosa (nicht alle Kriterien von F50.0 erfüllt, Angst und Amennorhoe können zB. fehlen) 2 Bulimia nervosa (Heißhunger und Erbechen/Abführmittel) 3 atypische Bulimia nervosa (wie 2 aber ohne spezifische Kritieren wie Gewichtsverlust oder Gewichtssorgen) 4 Essattacken bei anderen psychischen Störungen (Belastung) 5 Erbrechen bei anderen psychischen Störungen (z.B. bei Dissoziation, Hypochondrie, Schwangerschaft bei emotionalen Faktoren) 8 sonstige (z.B. Pica bei Erwachsenen) 9 nnb
6.2 F51: nichtorganische Schlafstörungen

Annotations:

  • NUR klassifizieren, wenn vorrangis und nicht nur ein Tiel einer anderen Störung! 0 nichtorganische Insomnie 1 nichtorganische Hypersomnie (ohne Narkolepsie) 2 nichtorganische Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus 3 Schlafwandeln (Somnambulismus) 4 Pavor nocturnus 5 Alpträume (incl. detaillierte Erinnerung, kein Schreiben oder Bewegung) 8 sonstige 9 nnb
6.3 F52: sexuelle Funktionsstörungen

Annotations:

  • EXKL: Dhat-Syndrom (F48.8) 0 Mangel/Verlust von Verlangen 1 sexuelle Aversion und mangelnde Befriedigung (trotz Orgasmus) 2 Versagen genitaler Reaktion 3 Orgasmusstörung 4 Ejaculatio praecox 5 nichtorganischer Vaginismus 6 nichtorganische Dyspareunie (nur, wenn nicht eine andere F52-Ursache für die Schmerzen vorliegt) 7 gesteigertes sexuelles Verlangen 8 sonstige 9 nnb
6.4 F53: ps/Verhaltensstörungen im Wochenbett

Annotations:

  • Beginn innerhalb von 6 Wochen nach der Geburt. 0 leichte Störung (z.B. Depression) 1 schwere Störung (z.B. Puerperalpsychose) 8 sonstige 9 nnb
6.5 F54: Ps. Faktoren oder Verhaltensfaktoren bei andernorts klassifizierten Krankheiten

Annotations:

  • Faktoren und Einflüsse auf körperliche Erkrankungen. Eher leichte psychische Störungen, dafür langanhaltend. Z.B. Doppeldiagnose zu - Asthma - Colitis Ulcerosa - Magenulkus - Dermatitis
6.6 F55: schädlicher Gebrauch von nichtabhängigkeitserzeugenden Substanzen

Annotations:

  • 0 Antidepressiva 1 Laxanzien 2 Analgetika 3 Antazida 4 Vitamine 5 Steroide / Hormone 6 Pflanzen / naturheilmittel 8 sonstiges 9 nnb
6.7 F59: nnb
7 F6: Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen
7.1 F60: spezifische Persönlichkeitsstörungen

Annotations:

  • 0 paranoide (incl querulatorisch) 1 schizoide (Rückzug, vl. Minus) 2 dissoziale 3 emotional instabil 30 impulsiver Typ 31 Borderline-Typ 4 histrionisch 5 anankastisch (zwanghaft) 6 ängstlich (vermeidend) 7 abhängig (asthenisch) 8 sonstige (exzentrisch/haltlos/narzisstisch/passiv-aggressiv/psychoneurotisch/unreif 9 nnb
7.2 F61: kombinierte und andere Persönlichkeitsstörungen

Annotations:

  • eher Restkategorie, schwer zu diagnostizieren. Kombination aus Störungen von F60 oder sonst störende Persönlichkeitsänderungen, die Zweitdiagnosen zu bestehenden Affekt- oder Angststörungen sind.
7.3 F62: andauernde Persönlichkeitsänderungen, nicht Folge einer Schädigung oder Krankheit des Gehirns

Annotations:

  • nur, wenn vorher keine Persönlichkeitsstörung bestand und wenn es sich nicht um ein Residualsymptom handelt. Nach extremer Belastung oder schweren Krankheiten. Sollte deutlich ausgeprägt sein und mit unflexiblen Verhalten.
7.3.1 1 nach Extrembelastung

Annotations:

  • mindestens zwei Jahre bestehend! So extreme Belastung, dass Vulnerabilität keine Rolle spielt. Feindliche, misstrauische Haltung gegenüber der Welt, sozialer Rückzug, Leere, Hoffnungslosigkeit, Anspannung, Entfremdungsgefühl. EXKL PTSD
7.3.2 2 nach ps Krankheit

Annotations:

  • mindestens 2 Jahre bestehend! Kein Residuum. Hohe Abhängigkeit und Anspruchshaltung, Überzeugung, stigmatisiert zu sein. enge pers. Bindungen nicht möglich. Passivität, verminderte Interessen, hypochondrische Klagen, kränkelndes Verhalten, dysphorische / labile Stimmung
7.3.3 8/9 sonstige/nnb

Annotations:

  • 80: bei chronischem Schmerzsyndrom 88 sonstige
7.4 F63: abnorme Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle
7.4.1 0 pathologisches Spielen
7.4.2 1 Pyromanie
7.4.3 2 Kleptomanie
7.4.4 3 Trichotillomanie
7.4.5 8/9 sonstige/nnb

Annotations:

  • 8 Kriterium: unwiederstehlicher Impuls. Nach vorhergehender Anspannung folgt Erleichterung/Befriedigung
7.5 64: Störungen der Geschlechtsidentität
7.5.1 0 Transsexualismus

Annotations:

  • Nichtzugehörigkeit zum biologischen Geschlecht, Wunsch nach chirurgischer /hormoneller Behandlung
7.5.2 1 Transvestitismus unter Beibehaltung beider Geschlechtsrollen

Annotations:

  • Tragen gegengeschlechtlicher Kleidung, kein Wunsch nach dauerhafter Geschlechtsumwandlung, keine sexuelle Erregung beim Kleiderwechsel. EXKL fetischistischer Transvestititsmus (F65.1)
7.5.3 2 Störungen der Geschlechtsidentität des Kindesalters

Annotations:

  • frühe Kinderheit, lange vor Pubertät. Exzessiver Wunsch/Beteuerung, zum anderen Geschlecht zu gehören. Wenn Pubertät erreicht unter F66 klassifizieren!
7.5.4 8/9 sonstige/nnb

Annotations:

  • Störung der Geschlechtsrolle o.n.A.
7.6 F65: Störungen der Sexualpräferenz
7.6.1 0 Fetischismus

Annotations:

  • oft "Erweiterungen" des Körpers wie Schuhe oder Kleidung. Individuell wechselnde Bedeutung der objekte. Dienen zT nur der Verstärkung der eigenen Erregung (wenn der Partner ein Kleidungsstück tragen soll)
7.6.2 1 Fetischistischer Transvestititsmus

Annotations:

  • "Umkleiden" als sexuelle Stimulation, deutliches Verlangen, nach dem Orgasmus die Kleidung abzulegen. Kann als frühe Phase von Transsexualismus auftreten.
7.6.3 2 Exhibitionismus
7.6.4 3 Voyeurismus
7.6.5 4 Pädophilie

Annotations:

  • Kinder beiderlei Geschlechts, meist in der Pubertät/Vorpubertät
7.6.6 5 Sadomasochismus

Annotations:

  • Schmerzen/Erniedrigung/Fesseln
7.6.7 6 Multiple Störungen der Sexualpräferenz

Annotations:

  • Häufigste Kombi: Fetischismus+Transvestitismus+Sadomasochismus
7.6.8 7 sonstige Störungen der Sexualpräferenz

Annotations:

  • obszöne Telefonanrufe, Frottieurismus, Zoophilie, Strangulation, Nekrophilie
7.7 F66: Ps und Verh.-Störungen in Verbindung mit der sexuellen Entwicklung / orientierung
7.7.1 0 sexuelle Reifungskrise

Annotations:

  • Unsicherheit bzgl. Geschlechtsidentität oder Orientierung, mit Ängsten/Depressionen. Meist bei Heranwachsenden, aber auch bei älteren, bei denen sich die sexuelle Orientierung ändert.
7.7.2 1 Ichdystone Sexualorientierung

Annotations:

  • Identität/Ausrichtung eindeutig, wegen begleitender psychischer- oder Verhaltensstörungen wünscht die Person aber, dass es anders wäre und unterzieht sich ggf. einer Behandlung.
7.7.3 2 sexuelle Beziehungsstörung

Annotations:

  • Identität/Orientierung bereiten bei der Aufnahme/Aufrechterhaltung einer Beziehung Probleme
7.7.4 8/9 sonstige/nnb
7.8 F68: andere Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen
8 F7: Intelligenzstörung
8.1 vierte Stelle: Verhalten

Annotations:

  • 0 keine/geringe Verhaltensstörung 1 deutliche Verhaltensstörung, die Beobachtung oder Behandlung erfordert 8 sonstige 9 ohne Angabe(!)
8.2 F70: leichte (50-67)

Annotations:

  • Interlligenzalter 9 bis <12 Jahre Lernschwierigkeiten. Erwachsene können arbeiten, gute soziale Beziehungen unterhalten.
8.3 F71: mittelgradige (34-49)

Annotations:

  • Intelligenzalter 6 bis <9 Jahre. Deutliche Entwicklungsverzögerung in der Kindheit. gewisses Maß an Unabhängigkeit möglich, ausreichende Kommunikationsfähigkeit und Ausbildung. Erwachsene brauchen aber Unterstützung (tägl. leben/Arbeit)
8.4 F72: schwere (20-34)

Annotations:

  • Intelligenzalter 3 bis <6 Jahre. Andauernde Unterstützung nötig
8.5 F73: schwerste (<20)

Annotations:

  • Intelligenzalter &lt;3 Jahre. Eigene Versorgung, Kontinenz, Kommunikation und Beweglichkeit sind hochgradig beeinträchtigt.
8.6 74: Dissoziierte Intelligenz

Annotations:

  • Deutliche Diskrepanz (mindestens 15 Punkte) zwischen Sprach-IQ und Handlungs-IQ
8.7 F78: andere

Annotations:

  • Nur, wenn Testung kaum möglich wegen sensorischer/körperliche Beeinträchtigung, z.B. bei Blinden, Taubstummen, schwer verhaltensgestörten oder körperlich behinderten.
8.8 F79: nnb

Annotations:

  • keine ausreichenden Infos zur korrekten Eindordnung
9 F8: Entwicklungsstörungen
9.1 F80: Umschriebene Entwicklungsstörungen des Sprechens und der Sprache

Annotations:

  • oft mit sekundären Problemen bei Lesen/Schreiben, Beziehungen, Emotionen/Verhalten
9.1.1 0 Artikulationsstörung

Annotations:

  • Inkl Dyslalie, Lallen
9.1.2 1: Expressive Sprachstörung

Annotations:

  • Sprachverständnis normal, Sprachgebrauch reduziert. EXKL elektiver Mutismus!
9.1.3 2: rezeptive Sprachstörung

Annotations:

  • Verständnis schlecht, in der Folge idR auch expressiv schlecht, Störungen der Wort-Laut-Produktion. INKL entwicklungsbedingte Wernicke-Aphasie F80.20: Auditive Verarbeitung/Wahrnehmungsstörung F80.28 sonstige rezeptive
9.1.4 3: Erworbene Aphasie mit Epilepsie

Annotations:

  • Landau-Kleffner-Syndrom. Beginn zwischen 3-7 Jahren. Zuerst normale Fortschritte, dann schneller (Tage/Wochen) Verlust von rezeptiven und expressiven Sprachfertigkeiten bei erhaltener Intelligenz. Auffälligkeiten im EEG und idR. epileptische Anfälle (ggf. mit bis zu zwei Jahren abstand zum Sprachverlust).  Vermutlich entzündlicher enzephalitischer Prozess
9.1.5 8: sonstige

Annotations:

  • Lispeln
9.1.6 9: nnb
9.2 F81: umschriebene Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten

Annotations:

  • Störungen durch inadäquaten Unterricht sind Z-codiert
9.2.1 0 Lese-Rechtschreibstörung

Annotations:

  • nicht durch Entwicklungsalter, Visus oder Schule erklärbar. Betroffen können sein: Leseverständnis, gelesene Worte wiedererkennen, Vorlesen, Leistungen für die Lesefähigkeit nötig ist. Gehen Entwicklungsstörungen des Sprechens voraus!!!
9.2.2 1: isolierte Rechtschreibstörung

Annotations:

  • Nur Rechtschreibung, ohne Lesen.
9.2.3 2: Rechenstörung

Annotations:

  • Grundlegende Rechenfertigkeiten (Addition, Subtraktion, Multiplikation, Division) sind betroffen, weniger die höheren mathematischen Fertigkeiten (Algebra, Trigonometrie, Geometrie..) Entwicklungsbedingtes Gerstmann-Syndrom, Entwicklungs-Akalkulie EXKL: Akalkulie o.n.A. (R48.8)
9.2.4 3: kombinierte

Annotations:

  • schlecht definierte Restkategorie. Für Störung F81.2+F81.0 oder F81.2+F81.1
9.2.5 8/9: sonstige/nnb
9.3 F82: Umschreibene Entwicklungsstörung der motorischen Funktionen

Annotations:

  • nicht durch Intelligenzminderung oder neurologische Störungen erklärbar. 0 Grobmotorik 1 Fein/Graphomotorik 2 Mundmotorik 9 nnb
9.4 F83: kombinierte umschriebene Entwicklungsstörungen

Annotations:

  • Restkategorie wenn eigentlich von allen drei Kategorien was da ist, aber keine dominiert.
9.5 F84: Tief greifende Entwicklungsstörungen

Annotations:

  • qualitative Abweichungen in sozialer Interaktion und Kommunikation. Eingeschränktes, stereotypes, sich wiederholendes Repertoire von Interessen und Aktivitäten. Situationenübergreifend gundlegendes Funktionsmerkmal des Kindes.
9.5.1 0: Frühkindlicher Autismus

Annotations:

  • Kanner-Syndrom / Infantiler Autismus VOR dem dritten Lebensjahr! Gestörte soziale Interaktion und Kommunikation, stereotyp/repetives Verhalten. Meist mit unspezifischen Problemen wie Phobien, Schlaf/Essstörungen/Wutausbrüche, autodestruktive Aggression
9.5.2 1: atypischer Autismus

Annotations:

  • Beginn &gt;3 Jahre oder nicht alle Kritierienbereiche (Interaktion/Kummunikation/repetives Vheralten) erfüllt. Oft bie schwer retardierten Patienten oder solchen mit einer schweren rezeptiven Störung.
9.5.3 2: Rett-Syndrom

Annotations:

  • Bislang nur bei Mädchen! Beginn 7.-24. Lebensmonat. Nach normaler früher Entwicklung teilweiser oder vollständiger Sprachverlust, lokomotorische Fähigkeiten und Gebrauch der Hände sowie Verlangsamung des Kopfwachstums. Typisch sind Stereotypien der Handbewegung und Hyperventilation. Sozial- und Spielentwicklung gehemmt, spziales Interesse normale. Rumpfataxie (können nicht sitzen) und Apraxie im 4. LJ, fast immer folgt eine schwere Intelligenzminderung.
9.5.4 3: andere desintegrative Störung des Kindesalters

Annotations:

  • Heller-Syndrom, Dementia infantilis mindestens zwei Jahre zweifellos normale Entwicklung vor Krankheitsbeginn (anders als bei Rett??) Verlust vorher erworbener Fertigkeiten innerhalb von Monaten. Interessensverlust an der Umwelt, stereotype Manierismen, autismusähnliche Störung der Interaktion/Kommunikation. Manchmal Begleitung einer Enzephalopathie.
9.5.5 4: überaktive Störung mit IQ-Minderung und Bewegungsstereotypien

Annotations:

  • schlecht definiert. IQ unter 35 mit erheblicher Hyperaktivität, Aufmerksamkeitsstörungen und stereotypen Verhalten. Stimulanzien nutzlos, können sogar eine dysphorische Reaktion (z.T. mit motorischer Entwicklungsverzögerung) zeigen. In Adoleszenz Wechsel von Hyperaktiv zu verminderter Aktivität möglich (bei normalem IQ nicht üblich)
9.5.6 5: Asperger-Syndrom

Annotations:

  • nosologisch unsichere Kategorie. Autismus-typische Einschränkung der Interaktion, dazu eingeschränktes, stereotypes, wiederholendes Repertoire von Interessen und Aktivitäten. DD Autismus: KEINE allgemeine Entwicklungsverzögerung. Oft mit auffallender Ungeschicklichkeit. Persistieren oft bis ins Erwachsenenalter.Gelegentlich psychotische Episoden im frühen Erwachsenenalter.
9.5.7 8/9: sonstige/nnb.
9.6 F88/89: sonstige/nnb
10 F9: KiJu - Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend
10.1 F90: hyperkinetische Störungen

Annotations:

  • Beginn meist bis 6. LJ, Mangel an Audauer bei kognitivem Einsatz, Tätigkeitenwechsel ohne Beendigung. Desorganisierte, mangelhaft regulierte und überschießende Aktivität. Achtlos, impulsiv, Unfälle, Regelverletzungen aus Unachtsamkeit. Oft distanzlos zu Erwachsenen, Mangel an normaler Vorsicht und Zurückhaltung. Bei anderen Kindern unbeliebt/isoliert. Oft kognitive Funktionen beeinträchtigt, oft Sprache/Motorik verzögert. Sekundär dissoziales Verhalten / niedriges Selbstwertgefühl. 0 Einfache Aktivitäts/Aufmerksamkeitsstörung 1 Hyperkinetische Störung des Sozialverhaltens 8 sonsige 9 nnb
10.2 F91: Störungen des Sozialverhaltens

Annotations:

  • dissozial/aggressiv/aufsässig seit mindestens 6 Monaten über das normale Maß hinaus. Typannisieren, Grausamkeit ggü. Personen/Tieren, Destruktivität ggü Eigentum, Brandstiftung, Stehlen, Lügen, Schuleschwänzen, Weglaufen, Wutausbrüche. Dissoziale Handlungen alleine reichen aber nicht für die Diagnose. 0 auf den familiären Rahmen beschränkt (nicht nur schwer gestörte Eltern-Kind-Beziehung, sondern kriterien aus F91) 1 bei fehlenden sozialen Bindungen (keinerlei Bindung zu anderen Kindern) 2 bei vorhandenen sozialen Bindungen (gut eingebunden, Banden - Gruppendelinquenz, gemeinsames Stehlen..) 3 mit oppositionellem, aufsässigen Verhalten (ohne Delinquenz oder schwere Aggression). Eher jüngere Kinder! 8 sonstige 9 nnb
10.3 F92: Kombinierte Störung des Sozialverhaltens und der Emotionen

Annotations:

  • Kombination aggressives/dissoziales/aufsässiges Verhalten incl. Depression/Angst o.ä. 0 mit depressiver Störung (incl. auffälliges Leiden, Interessenverlust, Schulderleben, Anhedonie, Hoffnungslosigkeit) 8 sonstige kombinierte 9 nnb
10.4 F93: Emotionale Störungen des Kindesalters

Annotations:

  • eher verstärkte normale Entwicklungstrends. Klar Entwicklungsbezogen, sonst unter F4
10.4.1 0: Trennungsangst

Annotations:

  • Muss erstamls in früher Kindheit auftreten. Unüblich stark, abnorme Dauer, deutliche Probleme
10.4.2 1: Phobische Störung

Annotations:

  • Spezifisch für die jeweilige Entwicklungsphase. Phobien, die nicht Entwicklungstypisch sind (z.B. Agoraphobie) unter F4 klassifizieren!
10.4.3 2: Störung mit sozialer Ängstlichkeit

Annotations:

  • Misstrauen gegenüber Fremden, soziale Angst in neuen Situationen.
10.4.4 3: Emotionale Störung mit Geschwisterrivalität

Annotations:

  • Nur, wenn Ausmaß und Dauer ungewöhnlich sind.
10.4.5 8/9: sonstige/nnb
10.5 F94: Störungen sozialer Funktionen

Annotations:

  • oft durch schwerwiegende Milieuschäden oder Deprivationen ausgelöst. Keine konstitutionelle soziale Beeinträchtigung
10.5.1 0: Elektiver Mutismus

Annotations:

  • emotional bedingte Selektivität des Sprechens. Oft mit Sozialangst, Rückzug, Empfindsamkeit, Widerstand EXKL Teil von Trennungsangst, F8 oder F2
10.5.2 1: Reaktive Bindungsstörung

Annotations:

  • In den ersten 5 LJ.Auffälligkeiten im sozialen Beziehungsmuster. Furchtsamkeit, Übervorsichtig, eingeschränkte soziale Interaktionen, Aggression gegen sich selbst oder andere, Unglücklichksein. Ggf. Wachstumsverzögerung. Wahrscheinlich direkte Folge von Vernachlässigung/Misshandlung.
10.5.3 2: Bindungsstörung mit Enthemmung

Annotations:

  • Während der ersten 5 LJ. Trotz Änderungen des Milieus persistierend. Diffuses, nichtselektives Bindungsverhalten, aufmerksamkeitssuchendes, wahllos freundliches Verhalten, kaum modulierte Interaktionen mit Gleichaltrigen. Auch genannt Hospitalismus, aber EXKL Hospitalismus bei Kindern F43.2
10.5.4 8/9: sonstige/nnb
10.6 F95: Ticstörung

Annotations:

  • Bewegung (nichtrhythmisch) oder Lautproduktion. Unterdrückbar. Unter Belastung ggf. stärker, während Schlaf nicht vorhanden. einfach motorisch: Blinzeln, Kopfwerfen, Schulterzucken, Grimassieren. einfach vokal: Räuspern, Bellen, Schnüffeln, Zischen. komplex: Selbst-schlagen, Springen komplex vokal: Wörter, Koprolalie (unangebrachte Wörter) und Palilalie (eigene Wörter/Laute wiederholen) 0 vorübergehend (&lt;12Monate) 1 chronisch motorisch oder vokal 2 kombinierte vokale und multiple motorische Tics (Tourette) (Multiple motorische UND mindestens ein vokaler Tic, nicht zwangsläufig gleichzeitig. Verschlechtert sich in der Adoleszenz. Vokale Tics hierbei oft multipel, explosive repetetive Vokalisatoinen, Räuspern, Grundzen, Koprolalie. manchmal begleitend Echopraxie, ggf. Kopropraxie 8 sonstige 9 nnb
10.7 F98: andere Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend
10.7.1 0: nichtorganische Enuresis

Annotations:

  • Tag/Nacht. Verlängerung des Sauberwerdens oder nach Zeit it Blasenkontrolle
10.7.2 1: nichtorganische Enkopresis

Annotations:

  • ggf. absichtlich
10.7.3 2: Fütterstörung im frühen Kindesalter

Annotations:

  • Nahrungsverweigerung, wählerisches Essverhalten, Rumination - wiederholtes Heraufwürgen der Nahrung
10.7.4 3: Pica im Kindesalter

Annotations:

  • nicht Teil von Autismus. Wenn Teil von IQ-Minderung, dort Hauptdiagnose, hier Nebendiagnose
10.7.5 4: Stereotype Bewegungsstörungen

Annotations:

  • Willkürlich, nicht funktional, oft rhythmisch. Nichtschädigend: z.B. Körperschaukeln, Haarezupfen, Haaredrehen, Händeklatschen. Kopfsanschlagen Schädigend: Kopfanschlagen, Ins-Gesicht-schlagen, In-die-Augen-bohren, Beißen in Hände, Lippen etc. Oft mit IQ-Minderung, dann beides codieren.
10.7.6 5: Stottern

Annotations:

  • Wiederholen oder Dehnen von Lauten/Silben/Wörtern. Zögern, Innehalten.
10.7.7 6: Poltern

Annotations:

  • hohe Sprechgeschwindigkeit, gestörte Sprechflüssigkeit. Ohne Wiederholungen/Zögern
10.7.8 8/9: sonstige nnb

Annotations:

  • 8: Aufmerksamkeitsstörung ohne Hyperaktivität Daumenlutschen exzessive Masturbation Nägelkauen Nasebohren
11 F99: Nicht näher bezeichnete psychische Störungen
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