Sozialisation - was ist das eigentlich?

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Seraina Stalder
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Seite 11 bis 18: Emile Durkheim (frz. Soziologe) Anfang des 20 Jh.  zentrale Fragestellung: Wie ist es möglich, dass Individuen in ihren Handlungen kollektiven Gesetzmässigkeiten folgen, die ihnen (zunächst) unbekannt sind u von ihnen nicht (notwendigerweise) gewollt sind? Der Mensch, den die Erziehung in uns verwirklichen muss, ist nicht der Mensch, den die Natur gemacht hat, sondern der Mensch, wie ihn die Gesellschaft haben will.  Erziehung nach Durkheim:  die Einwirkung, welche die Erwachsenengeneration auf jene ausübt, die für das soziale Leben noch nicht reif sind. Da Durkheim den Fortbestand einer Gesellschaft lediglich durch die Vielfalt im Sinne spezieller Milieus gewährleistet sieht, muss auch die Erziehung spezialisiert werden.  Sozialisation in diesem frühen Verständnis heisst also die Fixierung von generellen sozialen Einstellungen und die Ausbildung spezieller funktionaler Qualitäten bei Individuen, die eine arbeitsteilige Gesellschaft für ihren Zusammenhalt und die Aufrechterhaltung sozialer Ordnung benötigt.    Dieter Geulen (1977): Die Subjektwerdung des Menschen beruht auf Erfahrungen oder auf der Umwelt. Die psychische Entfaltung geht nicht nur geisteswissenschaftlich-verstehend vor sich.   zentraler Aspekt der Sozialisationsthematik: > die soziale Bedingtheit der Persönlichkeitsentwicklung Durkheim:  Sozialisation als mehr oder weniger (methodische) Veränderung der menschlichen Natur im Sinne von (An-)Passung an die soziale Umwelt und an gesellschaftliche Erfordernisse.  Ein Schritt weiter: Sozialiation ls Prozess der Persönlichkeitsentwicklung in Abhängigkeit von der sozialen Umwelt   Sozialisation wendet sich gegen: eine biologistische Auffassung menschlicher Entwicklung und gegen eine Determinierung durch "Anlage" und "Reifung" eine idealistische Auffassung vom Subjekt. Kein Individuum kann sich gesellschaftlichen Einflüssen und wissenschaftlichen Erklärungen entziehen. De Mensch wird durch das Herkunftssystem eine pädagogische Verkürzung kindlicher Entwicklung allein durch das "Erzieher-Zöglings-Verhältnis" (gleichwohl ist die Interaktion zwischen Kindern und Erwachsenen eine grundlegendes und wichtiges Element im Prozess der Sozialisat Zentrale Frage im Themenfeld Sozialisation: Wie kommt die "Welt" in das Individuum wie ist soziale Ordnung möglich?   Entwicklung: Reifung und Lernen sind gleichermassen eingeschlossen Reifung: endogene Bereiche der Entwicklung (bsp. Körperwachstum, Gewichtszunahme) Lernen: erfahrungsabhängige Komponenten der Entwicklung Die Interaktion zwischen Heranwachsenden und Erwachsenen ist ein wichtiger Bestandteil des Sozialisationsprozesses. Das Kind wird in eine Kultur hineingeboren, welche ihm zunächst fremd ist. Eine Aufgabe von Erwachsenen ist es, es dem Kind zu ermöglichen, sich das Wissen um diese Kultur anzueignen. Erziehung ist dabei nicht gleich Sozialisation, aber Sozialisation ist unter anderem durch Erziehung möglich, welche die Aneignung von Wissen durch Heranwachsende fördert.  Erziehung: fokussiert auf die Interaktion zwischen Heranwachsenden und Erwachsenen es besteht in der Regel ein Kompetenzgefälle der Erwachsene in der stärkeren Position wird seine Einflussnahme n den Verhaltensweisen und Handlungen des Kindes orientieren > Erziehung ist dergestalt also immer auch ein Interaktionsprozess Schwerpunkt bei der Auseinandersetzung mit Erziehung liegt auf den Methoden und den Zielen im Umgang von Erwachsenen mit Heranwachsenden Aneignung von Wissen im Sozialisationsprozess ist nicht gleichbedeutend mit einer Anpassung an die soziale Wirklichkeit. Im Prozess der Sozialisation bewegen sich Heranwachsende zwischen Innovationsanspruch und Reproduktionsverpflichtung. Dabei sind die Heranwachsenden aktive, gestaltungsfähige Subjekte.  Das menschliche Subjekt bewegt sich in einem sozialen und ökologischen Kontext, der subjektiv aufgenommen und verarbeitet wird, der in diesem Sinn also auf das Individuum einwirkt, ber zugleich immer auch durch das Individuum beeinflusst, verändert und gestaltet wird.  Sozialisation: Prozess der Entstehung und Entwicklung der Persönlichkeit eines Individuums in wechselseitiger Abhängigkeit on der gesellschaftlich vermittelten, sozialen und materiellen Umwelt. stellt die Frage nach der Befähigung des Individuums am sozialen Leben teilzuhaben und an der gesellschaftlichen Entwicklung mitzuwirken Sozialisation impliziert dabei immer eine Vorstellung von sozialer Ordnung Subjektbezogene Perspektive: zu klären gilt, wie Heranwachsende zu autonomen, handlungs- und gesellschaftsfähigen Subjekten werden Institutionenbezogene Perspektive: es geht um die Frage, wie und mit welchen Effekten die in Institutionen agierenden Personen Normen, Werte und Kulturtechniken vermitteln Kulturbezogene Perspektive: es stellt sich die Frage, wie sich (nicht nur) Heranwachsende das Wissen über ihre Kultur immer wieder aneignen, für ihre Selbstinterpretation und für ihre Interpretationen der "Welt" nutzen und wie dieses Wissen modifiziert wird.  die genannten Perspektiven verweisen auf das Modell des "produktiv realitätsverarbeitenden Subjekts" (Hurrelmann) in welchem Sozialisation als interaktiver Prozess verstanden wird. Die Vermittlung der inneren Realität zu den Bedingungen der äusseren Realität geschieht im wesentlichen über Interaktion und Kommunikation. 

erste Ebene: Persönlichkeitsmerkmale - diese entwickeln sich in der Auseinandersetzung mit anderen Menschen zweite Ebene: Interaktion und Tätigkeiten - diese sind eingebettet in die unmittelbare Umwelt dritte Ebene: Institutionen - diese sollen Kinder und Jugendliche auf die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben vorbereiten vierte Ebene: Gesamtgesellschaft - aus der Ebene der Gesamtgesellschaft, mit ihren ökonomischen, sozialen, politischen und kulturellen Strukturen, haben ich die Institutionen entwickelt Ein Grundproblem, welches bei der Erforschung von Sozialisationsprozessen berücksichtigt werden muss, besteht in der Frage nach den Verbindungen zwischen den verschiedenen Ebenen.  Lebensphasen (bsp. Kindheit oder Jugend) sind keine Konstanten, sondern abhängig von den je aktuell bestehenden gesellschaftlichen Verhältnissen, bzw. den Veränderungen innerhalb der jeweils untersuchten Gesellschaft (sozialer Wandel). 

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