Kapitel 3: Alfred Schütz – phänomenologische Soziologie
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- philosophische Fundierung für Soziologie von Max Weber
- Schütz befasst sich mit der Grundthematik der Sozialwissenschaften; den Urphänome des
- gesellschaftlichen Seins (hat Weber seiner Meinung nach nicht genug thematisiert)
- z.B. setzt Weber den Begriff „Sinn“ voraus, ohne zu erläutern, was er bedeutet
- Ziel: Über Phänomenologie eine Antwort auf Frage: „Wie Menschen über die Wirklichkeit
- verfügen, in der sie gemeinsam leben.“
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- Phänomenologie = Theorie, die auf die erkennende Sinnbildung und Seinsgeltungen zurückgeht
- Frage: Wie kommt es zur natürlichen Weltanschauung? → Jeder Mensch besitzt einen eigenen
- Zugang zur Wirklichkeit
- Zugang zur Wirklichkeit nur über Bewusstsein möglich
- Phänomenologie beschreibt also, wie die Dinge, auf die sich das Bewusstsein richtet, in unser
- Bewusstsein gelangen
- Lebenswelt = selbstverständlich vorausgesetzte Welt mit sinnlichen Erfahrungen (ist einfach da;
- fraglos)
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Konstruktion und Konstitution der Welt
- Phänomenologie fragt, wie der Mensch Erfahrungen macht und wie diese seinen Umgang mit der Welt bestimmen/ wie sie sich im Umgang mit anderen auswirken
- Ziel: Aufzuzeigen, wie sich der Mensch eine Welt im Bewusstsein konstituiert und wie er sich seine Welt konstruiert
- Frage: Wie kommen wir mit der Welt in Kontakt?
- erleben: Welt erleben ohne nachzudenken, Erlebnisse werden gespeichert
- Erfahrungen: Bei einer neuen Situation, in der an das Erlebnis erinnert wird
- Bewusstsein: Wenn das „Ich“ eintritt → reflexive Zuwendung
- Sinn erhalten: wenn ich sie in Bezug mit anderen Erfahrungen setze & verallgemeinere
- → Sinn = zwischen zwei Erfahrungen wird eine Verbindung hergestellt, die fürbeide Seiten etwas bedeutet
- Erfahrungen richten sich in Vergangenheit und auch in Zukunft:
- →typische Erfahrung
- →typische Erwartung (Durch Vorerinnerung/Handlungsentwurf)
- →hat somit entscheidende Bedeutung für Handlung
- Anliegen der Phänomenologie in einem Satz: „Wie entstehen Erfahrungen?“
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- Erfahrungen lagern sich zu Wissensvorrat ab
- Mit Wissensvorrat schafft sich der Mensch seine subjektive Weltanschauung
- Welt ist aber schon vorhanden und speichert Wissen, das andere vor mir gesammelt haben
- → Widerspruch; Wissen der Welt ist unumgänglich
- → Welt setzt Menschen Grenzen im Denken und Handeln(=objektive Welt)
- nicht nur, wie Individuum Zugang zur Wirklichkeit und zu Anderen bekommt, sondern um Strukturierung der Lebenswelt durch Institutionen und Produkte, die von Menschen geformt werden und auf menschliches Handeln zurückwirken
- subjektive Welt ist durch objektive Welt „eingerahmt“. Selbst die subjektiv wahrgenommeneLebenswelt ist bereits sozial geformt, also beeinflusst.
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Lebenswelt der natürlichen Einstellung
- Was ist die alltägliche Lebenswelt?4 Definitionen
- 1- Wirklichkeitsbereich, an dem Mensch unausweichlich teilnimmt
- nur hier kann sich kommunikative Umwelt konstituieren (dh. hier findet Verständigung und Zusammenwirken mit anderen statt)
- weitere Bereiche der Wirklichkeit sind z.B. Traum, Phantasie, Vergangenheit
- →Lebenswelt = Wirklichkeit des Menschen. Sie ist sehr komplex und für jeden unterschiedlich!
- 2- schlicht gegebene Welt; Erleben der Welt ist fraglos
- → Menschen gehen mit der Wirklichkeit in natürlicher Einstellung um
- auch andere Menschen mit Bewusstsein existieren
- → Lebenswelt ist keine Privatwelt, sondern intersubjektiv (Grundstruktur ist gleich)
- 3- Lebenswelt wird mit anderen geteilt
- → Wissen, dass wir nicht allein sind und uns wechselseitig wahrnehmen
- Intersubjektivität: Menschen sehen Wirklichkeit so wie ich-> Beziehungen werden möglich
- 4- Menschen leben nicht nur, sondern Handeln in Lebenswelt und diese wiederum gibt unsere Handeln und Denken den Rahmen (Pragmatisches Motiv)
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- durch Wissensvorrat wird jede neue Situation typisiert und bewältigt
- Typisierung = Herstellung eines Sinnzusammenhangs (Zwischen bereits im Wissensvorrat
- Abgespeichertem und der aktuellen Situation)
- wird Situation erneut in gleichen Sinneszusammenhang eingeordnet, wird sie zur typischen Situation
- Typisierungen ordnen quasi neue Wirklichkeit und wandeln sie in alte, vertraute Wirklichkeit
- Sedimente im Wissensvorrat können auch über Sprache entstanden sein → Typisierung können von Gesellschaft ausgehen
- Regelfall: wir handeln nach unseren Erfahrungen /unserem Wissensvorrat und legen Welt so aus, wie wir sie kennen
- Erfahrungen entstehen durch Aufmerksamkeit (Handeln) für eine SituationErgebnis des Handelns= Lösung des Problems
- →neue Situation tritt ein-> Wissensvorrat wird aktiviert
- →Besteht Beziehung zw. Erfahrung und neuem Problem, kommt es zum Typisierungsprozess
- Typisierung ist zweiseitiger Prozess:
- 1.) durch Gesellschaft werden Individuum Typisierungen vorgegeben und unbewusst übernommen.
- 2.) eigenständige Aneignung von Typisierungen
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- Lebenswelt ist nicht einfach da, sondern wird permanent von uns ausgelegt, allerdings unterbewusst
- geschieht nach Erfahrungen, daher vertraue ich darauf, dass Welt so bleibt wie sie ist
- =Idealisierung des „und so weiter“ [Kontinuität]
- → daher gilt auch, dass früheres erfolgreiches Handeln übernommen werden kann, solange Weltstruktur konstant bleibt
- → solange Erfahrungen gelten kann ich Handeln
- Idealisierung des „Ich kann immer wieder“:
- unter typisch ähnlichen Umständen (wie früher) kann ich typisch ähnlich Handeln, um typisch ähnliche Wirkung / Erfolg zu erzielen
- → in aktuelles Handeln fließen Erfahrungen ein
- → Da aber jede Situation neu ist, werden Besonderheiten der Situation unterdrückt und sich auf das typisch Normale fokussiert
- → Unterdrückung der Indizes
- → Ohne diese Idealisierung wäre Erfahrung & Handeln nicht möglich
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- Generalthese der wechselseitigen Perspektiven (Annahme, dass Lebenswelt gemeinsam konstituiert wird):
- Idealisierung der Vertauschbarkeit der Standpunkte (Annahme: ein Anderer würde an meiner Stelle die Dinge aus gleicher Perspektive sehen)
- Idealisierung der Kongruenz der Relevanzsysteme (Annahme: Unterschiede in der Auffassung der Welt sind irrelevant, es erfolgt Beurteilen nach gleichen Kriterien)
- → Andere handeln wie wir es erwarten, weil wir in gleicher Welt sozialisiert wurden →herausbilden von Mustern, die sich bewährt haben
- das heißt: Intersubjektivität ist gegeben, weil wir mit Anderen in einer Welt leben und Voraussetzungen für gemeinschaftliches Leben selbst schaffen und bestätigen
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Zeitstruktur & Sinnstruktur des Handelns
- Handeln → Prozess (trägt Zukunft in sich)
- Handlung → Ergebnis des Prozesses (trägt Vergangenheit in sich)
- Handeln nur, wenn wir Vorstellung über Ergebnis haben; Handeln, als ob Ziel vorhanden wäre
- → Handlung ist das Ziel, auf das Handeln steuert
- Zeitstruktur:
- o Handeln mit bereits bekannten Zwischenzielen
- o nur in alltäglichen Situationen
- In Denkprozess: Zuerst Vorstellung der Handlung (Ziel), dann Handeln (Prozess)
- In Realität: Zuerst Handeln (Prozess), dann Handlung (Ziel)
- Sinnstruktur: „stillschweigende Annahmen über Motive des Handelns“
- Um-Zu-Motiv
- o bezogen auf die Zukunft
- o basierend auf Erfahrungen, die Handeln lenken
- o „Jeder Schritt des Handelns wird getan, um etw. zu erreichen“
- Weil-Motiv
- o -Vergangenheit
- o -basierend auf subjektiver Relevanzstruktur
- o deshalb handeln wir nicht einfach so, sondern weil es bestimmte Gründe gibt
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Anspruch phänomenologischer Soziologie
- Schicht für Schicht freilegen, wie sich der Mensch die Wirklichkeit ordnet
- erfolgsversprechende Lösungen für grundsätzliche Probleme des täglichen Lebens vorzuschlagen und dem Menschen bei seiner handelnden Orientierung in der Welt zu helfen
Informações
- Descrição
- Slides sobre Kapitel 3: Alfred Schütz – phänomenologische Soziologie, criado por Aline Triesch em 19-01-2019.
- Criado por
- Aline Triesch
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