Sprache und Aphasie
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- erworbene Sprachstörungen, die als Folge einer akuten (meist) linkshemisphärischen Hirnschädigung auftreten
- zeigen sich in Lautsprache (Sprechen und Hören), aber auch in Schriftsprache (Lesen und Schreiben) --> alle expressiven und rezeptiven sprachlichen Modalitäten
- multi - bzw. supramodal: Phonologie, Lexikon, Syntax und Semantik sind je nach Ausmaß betroffen
- 38% der linkshemisphärischen Schlaganfälle führen zu Sprachstörungen
- spontane Besserung zunächst in den ersten Wochen
- Klinische Erfahrung: keine wesentliche spontane Besserung nach einem Jahr
- allgemeine kommunikative Fähigkeiten sind meist nicht gestört (natürlich ist die Kommunikation aber erschwert!)
- Diaschisis:
- Verlust der Funktion eines Teils des Gehirns
- andere Bereiche müssen dessen Funktion übernehmen, bis das Ödem wieder abgebaut ist
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- Wortfindungsstörung:
- Stocken im Sprachfluss bzw. Satzabbruch, weil dem Patienten ein bestimmtes Wort nicht mehr einfällt
- reduzierte Abrufbarkeit des intendierten Wortes
- sprachliche Ersatzstrategien: Pantomine, Fortführen des Themas in variierter Form
- reversibel
- Neologismus:
- Wörter, die in der Standardsprache aus lautlichen und semantischen Gründen nicht vorkommen
- phonematisch und semantisch
- Paraphasie:
- semantisch: Mutter statt Frau (Bezug zum Zielwort
- ist semantisch noch vorhanden!) --> Fehlerhaftes Auftreten eines Wortes
- der Standardsprache, das zum Zielwort entweder eine bedeutungsmäßige
- Ähnlichkeit hat oder grob davon abweicht
- phonematisch: Spille statt Spinne --> Lautliche Veränderung eines Wortes von phonematisch veränderten Wörtern bei flüssiger Sprachproduktion
- Schaden in der Verknüpfung von Wortbedeutung mit einer Wortform
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- Satzverschränkung:
- Überschneidung von aufeinanderfolgenden Satzstrukturen oder Zusammenziehen von zwei Sätzen zu einem
- Verdopplung von Satzteilen:
- Mehrfaches Vorkommen eines Satzteiles in verschiedenen Positionen des Satzes
- Satzabbruch:
- unvollendeter Satz
- Redefloskel:
- inhaltsleere Redewendung von unterschiedlicher Länge und unterschiedlichem Grad an Idiomatisierung, die im Gegensatz zu Stereotypien während des GEspräches nicht mehrfach wiederkehren
- Stereotypie:
- formstarre Floskeln, die ständig wiederkehren
- Sprachautomatismus:
- Auftreten von Silben, Wörtern oder Redephrasen, die unwillkürlich bei jedem Versuch, sich sprachlich mitzuteilen, hervorgebracht werden
- Monsieur Tan!
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- Wörter:
- Funktionswörter: Wörter, die vorwiegend syntaktische Relationen im Satz ausdrücken (Artikel, Vorsilben, Präpositionen), bestimmen die Relation der Inhaltswörter
- Inhaltswörter: Wörter wie Nomen, Verben, Adjektive mit eigenständige Bedeutung im Satz
- Flexionsformen:
- Endungen von Nomen, Verben und Adjektiven
- Konjugationen/ Deklinationen z.B.
- Sprachäußerung:
- vokale Äußerung, die nicht notwendigerweise sinnvoll ist, Kette von sprachlichen Lauten
- Phrase:
- Abfolge von Wörtern, die auf Grund syntaktisch-semantischer und/oder prosodischer MErkmale zusammengehören (kleinste Redeeinheit)
- Beispiel: der Mann
- Sätze:
- kurze einfache: Sätze mit Subjekt und Prädikat ohne Einbettungen, ausschließlich Nebenordnung von Sätzen
- lange komplexe: Sätze mit Einbettungen von einem oder mehreren Nebensätzen, Infinitivsätzen oder attributiven Ergänzungen
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- Sprachanstrengung:
- Schwierigkeit, Gedanken sprachlich auszudrücken auf Grund von Wortfindungsstörungen sowie Störungen in der Wort- und Satzbildung
- Sprechanstrengung:
- Sprechmotorische Schwierigkeiten auf Grund einer Beeinträchtigung von Artikulation und Phonation und des Sprechrhythmus
- Sprechgeschwindigkeit:
- Anzahl von Wörtern pro Minute (W/min)
- sehr langsam: weniger als 50 W/min
- langsam: 50 - 90 W/min
- normal: mehr als 90 W/min
- Pausen werden hierbei nicht berücksichtigt
- Dysarthrie:
- verwaschene, mühevolle Artikulation, die meist von Störungen der Phonation und des Sprechrhythmus begleitet ist und die Sprechanstrengung hervorruft
- Dysprosodie:
- Abweichungen in Sprechmelodie und/oder Sprechrhythmus bzw. in der Satzintention, im Wort- und Satzakzent
- Sprachapraxie:
- Beeinträchtigung der Fähigkeit, Sprechbewegungen in ihren räumlichen und zeitlich-sequentiellen Aspekten zu programmieren, ohne dass Schwäche, Verlangsamung oder Dyskoordination der beteiligten Muskeln oder perzeptive Dekodierungsdefizite verantwortlich gemacht werden können
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- Agrammatismus (Fehlen grammatischer Strukturen)
- phonematische Paraphasien
- Wortfindungsstörungen
- Angestrengte, mühsame Sprachproduktion
- Zahlreiche Interjektionen (ähm)
- Broca-Areal: Meist Hemisphärendominanz (Halbseitenlähmung)
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- Paragrammatismus (komplex angelegter Satzbau mit Satzteilverdopplungen und
- Verschränkungen, abweichender Abfolge von Satzteilen, Satzabbrüchen
- sowie mit falschen Funktionswörtern und Flexionsformen)
- semantische und phonematische Paraphasien
- Neologismen
- Artikulation und Prosodie sind wenig gestört
- häufig Logorrhoe (Drang, sich übermäßig viel mitzuteilen)
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- repräsentiert eine einzigartige Form der Abstraktion, die nur beim Menschen vorkommt
- relevant für die Form und Art von Informationsspeicherung
- Bedeutung für das Denken und Problemlösen!
- Hauptsächliches Medium der menschlichen Kommunikation
- Sprache beeinflusst die Wahrnehmung
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- Linguistik
- kompetenz-basiert
- beschäftigt sich mit der Struktur von
- Phonemen
- Bedeutung
- Grammatik
- Gedächtnisbasierte Satz- und Textverarbeitung
- Psychologie
- verhaltensbasiert
- beschäftigt sich mit:
- Sprachentwicklung
- Kognitive Repräsentation
- Prozessen, die dem Sprachverhalten zugrunde liegen
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- Phonologie: Einheit = Phonem
- einzelne Sprach"sounds"
- Deutsch hat ungefähr 49, von denen 9 die Hälfte unserer Wörter ausmachen
- Dimensionen: stimmhaft, stimmlos, frikativ, plosiv, Ort der Artikulation (palatal vs. labial)
- Morphologie: Einheit = Morphem
- kleinste Bedeutungseinheit (Wörter, Teile von Wörtern, Suffixe, etc)
- frei ("alt", "das" etc.) vs. gebunden ( "-ung", "-te")
- über 100.000 Wörter können durch Morphemkombinationen geformt werden
- reguläre Flexionen vs. irreguläre Flexionen (tanzen - getanzt vs. werfen - warf)
- Semantik: Studium der Bedeutung
- Syntax: Regeln, die die Kombination von Mrophemen in Phrasen oder Sätzen bestimmen
- Pragmatik: Beschreibung von kontextabhängigen Bedeutungen
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- am häufigsten nah Schlaganfällen --> Ischämie
- Tumore
- Blutungen
- Schädel-Hirn-Verletzungen
- Primär progressive Aphasie
- Schlaganfall:
- dritthäufigste Todesursache in Deutschland
- Krankheit mit den meisten Folgekosten
- ca. 25% haben eine Sprachstörung
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- Beschreibt Läsionen!
- Ist die Läsion zwischen/bei...
- A = Wernicke'S Aphasie
- M = Broca's Aphasie
- Zwischen a und A: rein auditorische Aphasie
- Zwischen M und m: Artikulationsstörungen (Aphemie)
- Zwischen A und M: Leitungsaphasie
- Zwischen A und B: transkortikale sensorische Aphasie
- Zwischen B und M: Transkortkale Bewegungsaphasie
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- erleichtert die Kommunikation
- erleichtert die Prognose
- erleichtert die systematische therapeutische Forschung
- Syndrom-Ansatz:
- es existieren klar voneinander abgrenzbare Muster von Sprachstörungen = Syndrome
- neuroanatomisch voneinander unterscheidbar
- Kritik:
- simplifiziert
- versucht mit Macht, individuelle Störungsmuster zu kategorisieren
- tritt nicht für alle Patienten zu! ca. 20-50% haben keine typische Aphasie
- erschwert Forschung, da Patienten gruppiert werden, die nicht zusammen gehören
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- gesamte perisylvische (umgibt die sylvische Furche) Region umfassende Läsionen
- meist Hauptstamm der Arteria cerebri media
- schwerste Form
- starke Reduzierung der Ausdrucksmöglichkeiten
- einzelne Wörter, Sprachautomatismen
- Perseverationen
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- Arteria praerolandica
- Läsionen im suprasylvischen, prärolandischen Bereich
- Broca-Gebiet kann, muss aber nicht beteiligt sein
- typischerweise große Läsionen
- stockend, langsam
- Sprech- und Sprachanstrengung
- phonematische Paraphasien häufig
- morphologische Sprachaspekte sind beeinträchtigt
- Telegrammstil
- Verständnis relativ gut erhalten
- Apraktische und Dysarthrische Probleme: Nivellierung der Sprachmelodie (gleichmachen), Skandierendes Sprechen (langsam und abgehackt), Phonationsprobleme, verwaschene Artikulation
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- Läsionen im Schläfenlappen
- Hinteres Drittel des Gyrus Temporalis superior (Wernicke-Gebiet)
- Arteria temporalis posterior
- flüssig, gelegentlich logorrhoeisch
- phonematische, semantische Paraphasien, Neologismen
- Jargon
- Paragrammatismus
- Verstehen: Schwierig auf Ebene der Wortsemantik
- Verstehen von Inhaltswörtern ist beeinträchtigt
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- unklare Zuordnung zu einer bestimmten Stelle
- retrorolandisch im hinteren Bereich des Temporallappens
- aber auch im unteren hinteren Parietallappen, gyrus angularis und temporoparietale Grenzgebiete
- flüssige Sprache
- relativ intakter Satzbau
- Wortfindungsstörungen
- Umweigleistungen
- Ersatzstrategien
- Satzabbrüche
- Semantische Paraphasien
- Anlauthilfen sind wirksam
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- Gyrus supramarginalis/ weiße Substanz unter dem Gyrus marginalis
- Fasciculus arcuatus (Verbindung Wernicke/Broca)
- flüssig
- phonematische Paraphasien
- Unverhältnismäßig schwere Störung des Nachsprechens
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Transkortikal-motorische Aphasie
- 2 typische Läsionsorte: Frontallappen (anterior des Broca-Gebietes) und supplementär motorischer Cortex
- Sprechen kaum oder nicht
- können aber mit guter Artikulation und intakter Syntax nachsprechen
- verstehen relativ gut und können laut lesen
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Transkortikal-sensorische Aphasie
- hinterer temporoparietaler Bereich
- Wernicke-Areal ist ausgespart!
- Sprechen ähnlich wie Wernicke Aphasiker
- Viele semantische Paraphasien
- Echolalie in der Spontansprache (sinnloses Nachsprechen)
- Herausragend gut erhaltene Nachsprechleistung
- Nachsprechen ohne Erfassen des Inhalts
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Untersuchung: Sprache am Krankenbett
- Spontansprache
- Kommunikationsfähigkeit
- Sprechgeschwindigkeit
- Semantik: Paraphasien, Wortfindungsstörungen
- Phonologie: Paraphasien
- Prosodie
- Syntax: Telegrammstil, Paragrammatismus, Agrammatismus, Funktionswörter, Inhaltswörter
- Morphologie
- Nachsprechen
- Silben
- Einfache Wörter
- Lehnwörter mit unregelmäßiger Aussprache (Garage)
- Zusammengesetzte Wörter: Hallenhandballweltmeisterschaft, Farbfernsehgeräteverkauf
- Sätze
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Untersuchung: Sprache am Krankenbett
- Benennen
- Einfache Gegenstände
- Gegenstände mit zusammengesetzten Namen (Schlüsselbund)
- Einzelne Szenen
- Verständnis
- Einfache Kommandos (Zeigen Sie das Auto)
- Zweischrittkommandos (Zeigen Sie die Frau und das Auto)
- Syntaxverständnis: Zeigen Sie auf das Auto, nachdem Sie auf die Frau gezeigt haben!)
- Lesen/Schreiben
- Einzelne Wörter
- zusammengesetzte Wörter
- einfache und komplexere Sätze
- Sätze und nachfolgendes Ausführen
- Alternative: Arbeiten mit Plättchen
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Aachener Aphasietest (AAT) (Huber et al)
- Ziele
- Auslese
- Differenzierung der Standardsymptome
- Identifizierung von Nicht-Standard-Aphasien, modalitätsspezifischen Sprachstörungen, nicht klassifizierbaren Störungen
- Erfassung der aphasischen Störungen in einzelnen sprachlichen Modalitäten
- Bestimmung des Schweregrades
- Beschreibung der aphasischen Störungen (Phonologie, Lexikon, Syntax, Semantik)
- Untertests
- Spontansprache
- Token-Test
- Nachsprechen
- Schriftsprache
- Benennen
- Sprachverständnis
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- Impairment: Überbetont, aber etabliert
- AABT (Aachener Aphasie Bedside Test) von Biniek, 1993
- AAT, Huber 1983)
- BMTDA (Basel Minnesota Test zur Differentialdiagnose der Aphasie) von Goodglass
- LEMO/PHONO
- Acitivity: Wichtig, zu wenig beachtet
- ANELT (Amsterdam Nijmegen Everyday Language Test) von Blomert 1994
- PACE Protokoll (Promoting aphasics communicative effectiveness) von Steiner 1988
- CETI (Communicative effectiveness Index) von Lomas 1989
- Partizipation: Ziel, geht aber nur mit Angehören, Fremdurteil!
- ALQI (Aachener Lebensqualitäts Inventar) von Engell 1995
- CMP (Promoting aphasics communiative effectiveness) von Herrmann 1997
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Dyslexien: Erworbene Dyslexie (Alexien)
- Aufmerksamkeits-Alexie (attentional alexia)
- Neglect-Alexie
- Pure Alexie
- Oberflächen-Alexie (surface alexia)
- Phonologische Alexie (phonological alexia)
- Semantsiche Alexie (semantic alexia, alexia of Alzheimer's disease)
- Tiefen-Alexie (deep dyslexia)
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- Wernicke + Broca + Gyrus angularis bilden das Sprachnetzwerk der dominanten Hemisphäre!
- Alle drei Gebiete müssen im Zusammenhang betrachtet werden
- Broca: Syntax
- Wernicke: Semantik
- Gyrus Angularis: integriert visuelle und somästhetische Informationen, die für das Lesen wichtig sind
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Aufmerksamkeits-Alexie (Lernen!)
- Shallice and Warrington 1977
- Patienten können einzelne Wörter lesen, aber nicht Multi-Wort-Displays
- Buchstaben wanderten zwischen Wörtern
- POT BIG HUT --> BUT BIG HUT
- ähnliches Phänomen bei normalen Lesern, die unter tachistoskopischen Bedingungen lesen (Wörter nur sehr kurz dargeboten)
- Zugrundeliegendes Problem: Selektive Aufmerksamkeit!
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- verwandt mit den Neglecten
- Probleme bei der Aufmerksamkeitssteuerung beim Lesen
- verschiedene Ursachen:
- - motorische Programmierung des okulären Scanning
- - Räumliche Verteilung von Aufmerksamkeit
- - Konstruktion von abstrakten visuospatialen Repräsentationen
- bei Patienten mit rechts-parietalen Läsionen und links-seitigem Neglect betrachtet
- - Neglect für die linke Hälfte einer Seite
- - Auslassen von Wörtern auf der linken Seitenhälfte
- - Substitutionen für die linke Hälfte von Wörtern
- Substitutionen (häufig): Garage --> Blamage
- Deletionen (relativ häufig): Giraffe --> Affe
- Additionen (seltener): Ball --> Fußball
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- Problem der Informationsverarbeitung zwischen dem visuellen und dem linguistischen System
- Orthografische und linguistische Verarbeitung ist intakt
- Daher: Keine Agraphie (Unfähigkeit, Wörter zu schreiben) und keine Aphasie!
- basale visuelle Informationsverarbeitung intakt
- Daher: ein geschriebenes Wort wird akkurat wahrgenommen
- ABER: visueller Input kann die zugehörigen orthographischen Detektoren nicht aktivieren
- Kompensationsstrategie der Patienten: letter-by-letter-reading
- je länger ein Wort, desto länger braucht ein Patient und desto häufiger macht er einen Lesefehler
- Wörter, die laut buchstabiert werden, werden vom Patienten ohne Schwierigkeiten erkannt
- Läsionen:
- Läsionen, die den Gyrus angularis von seinem Input isolieren
- Läsionen des Gyrus Angularis selbst erzeugen KEINE Pure-Alexie, sondern eine Alexie mit Agraphie
- Patienten beschreiben gut, haben aber letter-by-letter-reading
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- ein geschriebenes Wort aktiviert einen Eintrag im orthographischen Lexikon
- ist dieses Lexikon kompromittiert, so resultiert ein Regularisierungseffekt
- regulare Wörter und Pseudowörter können gelesen werden, aber Wörter, die irregulär ausgesprochen werden, werden regularisiert
- Effekt in Sprachen mit wenig transparenter Graphem zu Phonem-Konversion gravierender
- Homophon-Verwechselungen (ganz - Gans)
- Pseudohomophone werden häufig als Wörter akzeptiert (Englisch: PHOCKS für FOX)
- Läsionen: präfrontal, postzentral, gyrus supramarginalis, multiple Läsionen weiße Substanz, Gyrus temporalis inferior/medialis/superior, Gyrus angularis, Okzipitaler Cortex
- Anatomisch nur unzureichend definiertes Syndrom!
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- entsteht durch Zerstörung der direkten Verbindung zwischen orthographischem und phonologischem System
- Lesen möglich
- Probleme beim Lesen von Pseudowörtern ohne semantischen Eintrag und bei Wörtern mit einem "schlechten" Eintrag wie Funktionswörter
- "Part of Speech" Effekt
- Läsionen: Präfrontal, postcentral, Gyrus supramarginalis, gyrus angularis, gyrus temporalis inferior/medialis/superior, Gyrus angularis
- --> Keine eindeutige Lokalisation!
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Semantische Alexie (Alex. beim Alzheimer) , raus
- semantisches Lexikon enthält alles Wissen über Konzepte und ihre Beziehungen untereinander
- semantisches Lexikon wird durch alle Sprachmodalitäten gleichsam benutzt
- Alle Wörter werden korrekt gelesen, aber die Patienten verstehen nicht, was sie lesen
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- gekennzeichnet durch semantische Paralexien
- Heiß --> Kalt; Katze --> Tier; Frucht --> Apfel --> Das heißt, die Wörter haben eine Bedeutungsbeziehung zum Zielwort
- Ansonsten:
- - derivationale Paralexien (Ersetzen von Wörtern durch morphologische (formähnliche) Varianten)
- - Orthographische Paralexien
- - Nomina und Adjektive werden besser als Verben gelesen
- - konkrete Wörter werden besser als abstrakte Wörter gelesen
- - Unfähigkeit, Pseudowörter zu lesen
- Erklärung 1: Multiple Läsionen/Impairments sind notwendig, um die verschiedenen Symptome zu erklären --> trifft offenbar nicht zu, da semantische Paralexien niemals isoliert auftreten
- Erklärung 2: Tiefendyslexie reflektiert die Leistung des semantischen Systems, wenn die phonologische Route blockiert ist; die semantische Route sei sehr unpräzise, zusätzliche phonologische Infos sind notwendig, um zwischen Wörtern wie hübsch und schön zu unterscheiden; aber: nicht alle semantischen Paralexien betreffen Synonyme
- Erkärung 3: Direkte route Orthographie zu Phonologie ist blockiert, sowie Defizite innerhalb der semantischen Leseroute --> alle Symptome einer phonologischen Dyslexie sind vorhanden
- häufig Läsionen in der linken Hemisphäre --> Leistung eines rudimentären rechts-hemisphärischen Lesesystems?
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- Einzelfall bzw. syndromorientiert
- z.B: Patient mit Tiefendyslexie: Ziel: Trainieren, die phonologische Route zu nutzen: Jeder Buchstabe wurde mit einem einfach Wort, das mit diesem Buchstaben beginnt, gepaart --> Nach 9 Monaten deutliche Besserung
- Behandlung der Oberflächendyslexie (Pat können unregelmäßig buchstabierte Wörter nicht lesen): Es werden alle Wörter, die zusammen gehören, auch zusammen geübt: grow, mow; Cox, Clown
- Pure Dyslexie: Behandeln sich meist selbst --> lernen, dass sie über lautes Buchstabieren die Wörter verstehen und lesen können
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- Lichtheim 1885: Fähigkeit zu schreiben, ist auf die allgemeine Sprachfähigkeit aufgepropft: Klassifikation der Agraphien die gleiche wie die der Aphasien
- Goldstein 1948: Agraphien sind oft, aber nicht immer, mit Aphasien assoziiert.
- Primäre Agraphie: resultiert aus einer Schädigung des motorischen Aspekts des Schreibens
- Sekundäre Agraphie: Resultiert aus einer allgemeinen Sprachstörung
- Goldstein 1948: 5 Typen primärer Agraphie
- Kein Impuls zu schreiben
- Schädigung der abstrakten Repräsentation von Schriftsprache
- Ideatorische Agraphie (Verlust der Buchstabenrepräsentationen)
- Motorische Agraphie (Produktion von inkorrekten Buchstaben)
- Agraphie mit Apraxie in der nicht-dominanten Hand
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Agraphien - Aktuelle Klassifikation
- Pure Agraphie
- Aphasische Agraphie
- Agraphie mit Alexie (parietale Agraphie)
- Apraktische Agraphie
- Spatiale Agraphie
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Agraphien: Aktuelle Klassfikation
- Pure Agraphie
- Fehlen weiterer signifikanter sprachbezogener Symptome
- Buchstabierfehler bei wohlgeformten Buchstaben
- Läsionen: Exners Area, Oberer Parietallappen, posteriore perisylvische Region, linker Ncl. Caudatus
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Agraphien: Aktuelle Klassifikation
- Aphasische Agraphie
- Globale Aphasie
- Broca Aphasie
- Wernicke Aphasie
- Leitungsaphasie
- Transkortikal sensorische Aphasie
- Schwierigkeiten der Graphemproduktion
- Agrammatisches Schreiben
- Wernicke: Schwere Buchstabierfehler (wie Jargon)
- Agraphie mit Alexie (parietale Agraphie)
- Schlecht/ nicht erkennbare Buchstaben beim Schreiben
- Schwierigkeiten beim Buchstabieren
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Agraphien: Aktuelle Klassifikation
- Apraktische Aphasie
- Schwierigkeiten, Buchstaben zu formen, beim spontanen Schreiben oder beim Schreiben nach Diktat
- Läsion meist im linken parietalen Kortex
- Spatiale Agraphie
- Läsionen im nicht-dominanten Parietallappen
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Agraphien: kognitiv-neurpsych. Klassifik.
- Einteilung der Verarbeitungsmodule in ...
- Linguistische Komponenten:
- - lexikalische Agraphie
- - Phonologische Agraphie
- - Tiefe Agraphie
- - Semantische Agraphie
- nicht-linguistische Komponenten
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- Eine Störung von zielgerichteten Bewegungen, die nicht durch Schwäche, Akinese, Deafferentierung, abnormen Tonus, abnorme Haltung, Bewegungsstörung, intellektuellen Abbau, schlechtes Sprachverständnis oder mangelnde Kooperation erklärt werden kann.
- Definition über Exklusion!
- Tests:
- Intransitive (nicht objekt-bezogen) Gesten der Extremitäten: Winken, Grüßen, Trampen, Stopp...
- transitive Gesten der Extremitäten: Tür mit Schlüssel öffnen, Münze werfen, Flasche öffnen etc.
- intransitive buccofaciale Gesten: Zunge rausstrecken, Küsschen geben
- transitive buccofaciale Gesten: Streichholz ausblasen, an einem Strohhalm saugen
- serielle Handlungen (Pfeife reinigen, Brief fertig machen)
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- normale Geschwindigkeit
- größte Schwierigkeiten bei transitiven Bewegungen
- leichte Verbesserung bei Imitation
- Verbesserung auch, wenn Objekt benutzt werden darf
- bis zu 80% aller Wernicke und Broca-Aphasiker haben eine Apraxie
- Fehler:
- Body part as object
- Perseverationen
- Sequenzierungsfehler
- spatiale Fehler: posturale Fehler (halten Hand falsch), räumliche Orientierung (Handbewegung mit Werkzeug falsch), räumliche Bewegung (falsche Gelenke aktiviert)
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Apraxie nach Geschwind: Anatomie
- Apraxie durch Diskonnektion
- bei callosaler Durchtrennung (Split brain, Infarkt)
- bei Störung der motorischen Assoziationsareale
- bei Störung der Sprachareale
- Aber: Theorie sagt nichts über die Repräsentation von Bewegungen -->
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- Nach dem Lernen motorischer Programme können wir zukünftige motorische Aufgaben besser durchführen
- wir können pantomimisch gelernte Bewegungen ausführen
- spricht für eine Repräsentation von Bewegungen
- Bewegungsformeln sind im dominanten parietalen Kortex gespeichert
- Vorhersage: Patienten mit gestörten Praxicons sollten auch nicht in der Lage sein, zwischen korrekten und inkorrekten Bewegungen, die ihnen vorgemacht wurden, zu unterscheiden
- Heilmann & Rothi:
- zwei Formen der Apraxie: 1. Dominanter Parietallappen, Zerstörung der Praxicons und 2. Anterior davon: Zerstörung der Verbindungen
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- Ideatorische Apraxie
- seltener als ideomotorische Apraxie
- Unfähigkeit, eine Serie von Handlungen durchzuführen
- Sequenzierung ist schwierig
- Patienten haben häufig dementielle Erkrankungen (Alzheimer, Pick, etc.)
- Konzeptuelle Apraxie
- inhaltliche Fehler (benutzen Schraubenzieher wie Hammer)
- können nicht erinnern, welches Werkzeug mit welchem Objekt assoziiert ist
- wissen nicht, welchen mechanischen Vorteil ein Werkzeug hat
- können keine Werkzeuge machen
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- Buccofaciale Apraxie
- Schwierigkeiten, Bewegungen mit der Zunge, den Lippen, dem Gesicht auszuführen
- können auf Kommando nicht die Zunge rausstrecken
- Dissoziationen zwischen ideomotorischer Apraxie und buccofacialer Apraxie beschrieben worden
- Verwand: Sprachapraxie
Informações
- Descrição
- Neuropsychologie (Vorlesungen) Slides sobre Sprache und Aphasie, criado por Steffi Schenzle em 07-01-2017.
- Criado por
- Steffi Schenzle
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