Flashcards
Wahrnehmung (Allgemeine Psychologie)
Flashcards do conjunto (74)
- 1Schlüsselwort: Sinnesempfindung; sensationProzess, bei dem unsere Sinnesrezeptoren
und unser Nervensystem Reizenergien aus unserer Umwelt empfangen und darstellen. - 2Schlüsselwort: Wahrnehmung; perceptionProzess, bei dem die sensorischen
Informationen organisiert und interpretiert werden; dies ermöglicht uns, die Bedeutung von Gegenständen und Ereignissen zu erkennen. - 3Schlüsselwort: Bottom-up-Verarbeitung= aufsteigende, datengesteuerte Infoverarbeitung
Analyse, die mit den Sinnesrezeptoren
beginnt und aufsteigend bis zur Integration der sensorischen Information durch das Gehirn erfolgt. - 4Schlüsselwort: Top-Down-Verarbeitung= absteigende, konzeptgesteuerte Infoverarbeitung
Informationsverarbeitung, gesteuert durch höhere mentale Prozesse, beispielsweise wenn wir Wahrnehmungen aufgrund unserer Erfahrungen und Erwartungen interpretieren. - 5Schlüsselwort: TransduktionUmwandlung einer Energieform in eine andere. Im sensorischen Bereich die Umwandlung von Reizenergien (wie Sehreize, Töne und Gerüche) in Nervenimpulse, die unser Gehirn interpretieren kann.
- 6Schlüsselwort: PsychophysikUntersuchung der Beziehungen zwischen den physikalischen Merkmalen von Reizen, z. B. Reizintensität, und unserem psychischen Erleben dieser Reize.
- 7Schlüsselwort: SchwellenwertMindeststimulation, die erforderlich ist, um einen bestimmten Reiz in mindestens 50% der Fälle wahrzunehmen.
- 8Schlüsselwort: Signaldetektionstheorie, SDTTheorie, die vorhersagt, wie und wann wir das Vorhandensein eines schwachen Reizes (Signal) unter Hintergrund-stimulation (Lärm) wahrnehmen; geht davon aus, dass es keine feste absolute Schwelle gibt, sondern dass die Signalwahrnehmung teilweise von der Erfahrung, den Erwartungen, der Motivation und dem Grad an Müdigkeit der jeweiligen Person abhängt.
- 9Schlüsselwort: Subliminalunter der absoluten Schwelle der bewussten Wahrnehmung
- 10Schlüsselwort: PrimingOft unbewusste Aktivierung bestimmter Assoziationen; damit wird die Wahrnehmung, das Gedächtnis oder die Reaktion in bestimmter Weise empfänglich gemacht
- 11Schlüsselwort: Unterschiedsschwelleminimaler Unterschied zwischen zwei Reizen, der erforderlich ist, damit er in 50% der Fälle erkannt wird. Wir erleben die Unterschiedsschwelle als den eben noch merklichen Unterschied (»just noticeable difference«).
- 12Schlüsselwort: Weber'sches GesetzPrinzip, das besagt, dass sich zwei
Reize um einen konstanten minimalen Prozentsatz (und nicht um einen konstanten Absolutbetrag) unterscheiden müssen, damit sie als unterschiedlich wahrgenommen werden. - 13Schlüsselwort: Sensorische Adaptationverminderte Sensibilität
als Folge konstanter Stimulation - 14Schlüsselwort: Wahrnehmungsset; perceptual setmentale Prädisposition, etwas
Bestimmtes wahrzunehmen und nicht etwas anderes - 15Schlüsselwort: WellenlängeAbstand zwischen den Scheitelpunkten von zwei aufeinander folgenden Wellen. Das Spektrum der elektromagnetischen
Wellenlägen reicht von den kurzen Impulsen der kosmischen Strahlen bis zu
den Langwellen, die für die Radioübertragung verwendet werden - 16Schlüsselwort: Farbton; hueFarbdimension, die durch die Wellenlänge des Lichts bestimmt wird und die wir als die uns bekannten Farben Blau, Grün etc.
wahrnehmen. - 17Schlüsselwort: IntensitätEnergiemenge von Licht oder Klangwellen, die wir als Helligkeit oder Lautstärke wahrnehmen und die von der Amplitude
der Wellen abhängt. - 18Schlüsselwort: PupilleRegulierbare Öffnung in der Mitte des Auges, durch die das Licht einfällt
- 19Schlüsselwort: Iris; RegenbogenhautRing aus Muskelgewebe, der den
farbigen Teil des Auges um die Pupille bildet und als Blende zur Regulierung der Pupillenöffnung fungiert. - 20Schlüsselwort: Stäbchen; rodsFotorezeptoren auf der Retina, die Schwarz, Weiß und Grau erkennen können und für das periphere Sehen und das Sehen in
der Dämmerung erforderlich sind, wenn die Zapfen nicht reagieren. - 21Schlüsselwort: Zapfen; conesFotorezeptorzellen, die insbesondere um die Mitte der Retina (Fovea) angesiedelt sind und die am besten bei hellem Tageslicht und bei guter Beleuchtung funktionieren. Mit Hilfe der Zapfen können feine Details unterschieden und Farben empfunden werden.
- 22Schlüsselwort: SehnervNerv, über den die Nervenimpulse
vom Auge ins Gehirn gelangen - 23Schlüsselwort: Blinder FleckPunkt der Netzhaut, an dem der Sehnerv
das Auge verlässt und ein »blinder« Fleck entsteht, weil hier keine Rezeptorzellen
vorhanden sind. - 24Schlüsselwort: FoveaPunkt des schärfsten Sehens auf der
Retina, um den herum die Zapfen des Auges gehäuft vorkommen. - 25Schlüsselwort: MerkmalsdetektorenNervenzellen im Gehirn, die auf bestimmte Merkmale von Reizen (z. B. Form, Winkel oder Bewegung) reagieren
- 26Schlüsselwort: Parallelverarbeitunggleichzeitiges Verarbeiten mehrerer Aspekte eines Problems. Die natürliche Arbeitsweise des Gehirns bei der Informationsverarbeitung für eine Vielzahl von Funktionen (u. a. beim Sehen). Es handelt sich dabei um das Gegenteil der schrittweisen (seriellen) Verarbeitung der meisten Computer und der bewussten Problemlösung.
- 27Schlüsselwort: Dreifarbentheorie (Young & Helmholtz)Theorie, die besagt, dass die Retina drei verschiedene Farbrezeptortypen enthält, von denen einer besonders empfindlich auf Rot reagiert, ein anderer auf Grün und ein dritter auf Blau. Werden sie
in Kombination stimuliert, können sie die Wahrnehmung jedes beliebigen Farbtons erzeugen. - 28Schlüsselwort: GegenfarbtheorieTheorie, der zufolge das Farbensehen auf den retinalen Erregungsverhältnissen der Gegenfarbenpaare beruht (Rot/Grün, Gelb/Blau und Schwarz/Weiß). So werden
beispielsweise manche Zellen durch Grün stimuliert und durch Rot gehemmt,
andere werden durch Rot stimuliert und durch Grün gehemmt. - 29Schlüsselwort: GestaltOrganisiertes Ganzes. Die Gestaltpsychologen heben unsere Tendenz hervor, einzelne Informationselemente zu einem sinnvollen Ganzen zusammenzufügen.
- 30Schlüsselwort: Figur-Grund-BeziehungOrganisation des Gesichtsfelds
in Objekte (Figuren), die sich von ihrer Umgebung abheben (Grund). - 31Schlüsselwort: GruppierungTendenz unserer Wahrnehmung, Reize zu
kohärenten Gruppen zusammenzufassen - 32Schlüsselwort: TiefenwahrnehmungFähigkeit, Gegenstände in drei Dimensionen zu sehen, obwohl die Bilder, die auf die Retina projiziert werden, zweidimensional sind. Die Tiefenwahrnehmung befähigt uns zur Einschätzung der Entfernung.
- 33Schlüsselwort: Visuelle KlippeLaboreinrichtung zum Testen der Tiefenwahrnehmung bei Kleinkindern und Jungtieren.
- 34Schlüsselwort: Binokulare Hinweisreize; binocular cuesTiefenmerkmale, wie retinale
Disparität, die voraussetzen, dass man beide Augen zu Hilfe nimmt. - 35Schlüsselwort: Retinale DisparitätBinokulares Merkmal zur Tiefen-wahrnehmung: Anhand des Vergleichs der beiden von den Augäpfeln übermittelten Bilder berechnet das Gehirn die Entfernung – je größer die Disparität (der Unterschied) zwischen den beiden Bildern, desto näher das Objekt
- 36Schlüsselwort: Monokularer HinweisreizEntfernungsmerkmale, wie Zentralperspektive (auch Linearperspektive) und Überlappung, die jedes Auge für sich alleine erkennen kann.
- 37Schlüsselwort: Phi-PhänomenScheinbewegung, die durch zwei
oder mehr nebeneinander angeordnete Lichter erzeugt wird, die in rascher
Folge an- und ausgehen. - 38Schlüsselwort: WahrnehmungskonstanzFähigkeit, Objekte als unverändert (mit gleichbleibender Helligkeit, Farbe, Form und Größe) wahrzunehmen, auch wenn sich die Beleuchtung und die Bilder auf der
Retina verändern. - 39Schlüsselwort: FarbkonstanzFähigkeit, bekannte Gegenstände auch unter stark wechselnden Lichtverhältnissen, die die von den Gegenständen reflektierten Wellenlängen verändern, mit gleichbleibender Farbe wahrzunehmen.
- 40Schlüsselwort: WahrnehmungsadaptationFähigkeit zur Anpassung an ein künstlich verzerrtes oder gar auf den Kopf gestelltes
Blickfeld. - 41Schlüsselwort: Gehör; auditionSinneskanal des Hörens
- 42Schlüsselwort: FrequenzAnzahl von vollständigen Schwingungen,
die einen bestimmten Punkt in einem vorgegebenen Zeitraum passieren
(z. B. pro Sekunde). - 43Schlüsselwort: Tonhöhe; pitchHöhe oder Tiefe eines Tons; sie hängt von der Frequenz ab
- 44Schlüsselwort: Kochlea; Schneckespiralförmig aufgerollte, flüssigkeitsgefüllte
knöcherne Röhre im Innenohr, über die die Schallwellen Nervenimpulse
auslösen - 45Schlüsselwort: Innenohrinnerster Teil des Ohrs, der u. a. aus Kochlea,
Bogengängen und Sacculi des Vestibularappa rats besteht. - 46Schlüsselwort: MittelohrKammer zwischen Trommelfell und Kochlea;
sie enthält drei Knöchelchen (Hammer, Amboss und Steigbügel), die dafür
sorgen, dass sich die Schwingungen des Trommelfells auf das ovale Fenster
der Kochlea konzentrieren. - 47Schlüsselwort: SchallempfindungsschwerhörigkeitSchwerhörigkeit infolge von Verletzungen der Rezeptorzellen der Kochlea
oder der Hörnerven; auch als Nervenschwerhörigkeit bezeichnet - 48Schlüsselwort: SchallleitungsschwerhörigkeitSchwerhörigkeit infolge einer Schädigung des mechanischen Systems, das Schallwellen zur Kochlea weiterleitet.
- 49Schlüsselwort: Kochlea-ImplantatGerät zur Umwandlung
elektrischer Signale und zur Stimulation des Hörnervs über Elektroden, die in die Kochlea eingefädelt werden - 50Schlüsselwort: Ortstheoriebesagt, dass beim Gehör jede Tonhöhe
der Erregung eines bestimmten Orts der Basilarmembran der Kochlea
entspricht - 51Schlüsselwort: Frequenztheoriebesagt, dass beim Gehör die Anzahl der über den Hörnerv übertragenen Nervenimpulse der Frequenz eines Tons entspricht und uns damit ermöglicht, die Höhe dieses Tons wahrzunehmen.
- 52Schlüsselwort: Gate-Control-Theorybesagt, dass das Rückenmark
über ein neurologisches »Tor« (»gate«) verfügt, das Schmerzsignale aufhält oder zum Gehirn durchlässt. Das »Tor« wird geöffnet durch die Aktivität von Schmerzsignalen, die über feine Nervenfasern nach oben steigen, und geschlossen durch die Aktivität in dickeren Fasern oder durch vom
Gehirn kommende Informationen. - 53Schlüsselwort: Sensorische InteraktionPrinzip der gegenseitigen Beeinflussung verschiedener Sinne, wie beispielsweise der Geruch von Essen seinen Geschmack beeinflusst
- 54Schlüsselwort: Embodied Cognitionin der psychologischen Wissenschaft der Einfluss von körperlichen Empfindungen,
Gesten und anderen Zuständen auf kognitive Vorlieben und Urteile. - 55Schlüsselwort: KinästhesieFähigkeit zur Wahrnehmung der Position
und Bewegung einzelner Gliedmaßen - 56Schlüsselwort: Gleichgewichtssinn; vestibulärer SinnSinnessystem zur Wahrnehmung der Bewegung und Lage des Körpers
- 57Welche Quelle und welche Rezeptoren hat das sensorische System "sehen"?Quelle: Lichtwellen, die das Auge treffen
Rezeptoren: Zapfen/ Stäbchen auf der Retina - 58Welche Quelle und welche Rezeptoren hat das sensorische System "hören"?Quelle: Schallwellen, die auf das äußere Ohr treffen
Rezeptoren: Haarzellen in der Kochlea des Innenohrs - 59Welche Quelle und welche Rezeptoren hat das sensorische System "Tastsinn"?Quelle: Druck, Wärme, Kälte auf der Haut
Rezeptoren: Hautrezeptoren erfassen Druck, Wärme, Kälte, & Schmerz - 60Welche Quelle und welche Rezeptoren hat das sensorische System "schmecken"?Quelle: Chem. Moleküle im Mund
Rezeptoren: Rezeptoren auf der Zunge für (5): salzig, süss, sauer, bitter, umami - 61Welche Quelle und welche Rezeptoren hat das sensorische System "Geruch"?Quelle: Chem. Moleküle, die durch die Nase eingeatmet werden
Rezeptoren: Millionen von Rezeptoren oben in der Nasenhöhle - 62Welche Quelle und welche Rezeptoren hat das sensorische System "Körperposition; Kinästhesie"?Quelle: Jegliche Veränderung eines Körperteils im Zusammenspiel mit dem Sehen
Rezeptoren: Kinästhetische Sensoren am ganzen Körper - 63Welche Quelle und welche Rezeptoren hat das sensorische System "Körperbewegung; Gleichgewichtssinn"?Quelle: Bewegung von Flüssigkeit im Innenohr
Rezeptoren: Haarähnliche Rezeptoren in den
Bogengängen und Sacculi des Vestibular-apparates - 64Unterschied zwischen Sinnesempfindung und Wahrnehmung?Empfindung = Bottom-Up-Prozess (Sinnessystem empfängt und stellt Reizenergien aus unserer Umwelt dar)
Wahrnehmung = Top-Down-Prozess (mentaler Prozess, bei dem Informationen organisiert und interpretiert werden) - 65Was ist die absolute Schwelle?Minimale Stimulation, de erforderlich ist, damit wir und eines Tons in 5ß % der Fälle bewusst sind
- 66Was ist subliminale Stimulation?Vorgang, bei dem unser sensorisches Sytem etwas verarbeitet, ohne, dass es uns bewusst ist (< absolute Schwelle)
- 67Was ist die Unterschiedsschwelle?Minimaler Unterschied, damit wir z. B. zwischen 2 Tönen unterscheiden können
- 68Warum hören wir auf zu spüren, z. B. dass wir Schuhe tragen?Sensorische Adaptation; Schuhe = Konstante Simulation; Adaptation erlaubt es uns, uns auf sich ändernde Reize zu konzentrieren
- 69Erfordert ein Wahrnehmungsset Bottom-up oder Top-down-Verarbeitung?Es beinhaltet die Top-down-Verarbeitung, weil unser Wahrnehmungsset unsere Interpretation von Reizen aufbauend auf Erfahrungen, Annahmen und Erwartungen beeinflusst.
- 70Wo sitzt der blinde Fleck? Warum heißt er so? Welche Objekte können wir (theoretisch; mit einem Auge) nicht sehen?Blinder Fleck = Stelle, an der der Sehnerv das Auge verlässt;
Sitzt an der der Nase zugewandten Seite des jeweiligen Auges;
Objekte links bzw. rechts vom selbigen Auge sehen wir mit einem Auge nicht (das andere kompensiert) - 71Was ist für sehr gutes Sehen bei schwachem Licht verantwortlich?Stäbchen
- 72Wenn man mehr Stäbchen als Zapfen in der Retina hat; sieht man schlechter Farben oder Schwarz/ Weiß?Farben
- 73Abfolge von Prozessen, wenn wir jemanden sehen und erkennen?1. Lichtwellen werden von der Person reflektiert und wandern ins Auge
2. Rezeptorzellen der Retina wandeln die Energie des Lichts in neuronale Impulse um
3. Impulse werden ans Gehirn geschickt
4. Gehirn verarbeitet Dimensionen des visuellen Inputs (inkl. Tiefe, Bewegung, Form) getrennt aber gleichzeitig
5. Interpretation der Infos anhand gespeicherter Infos und Erwartungen als eine bewusste Wahrnehmung der Person - 74—