Flashcards
EC klinische Psychologie
Flashcards do conjunto (29)
- 1Patientenrechte in psych. Abteiliungen?Recht auf Selbstbestimmung, Information, Achtung der Würde und Integrität sowie Behandlung und Pflege - Grundsätzlich gelten sie auch in psychiatrischen Krankenhäusern oder psychiatrischen Abteilungen
unter gewissen Voraussetzungen die Bewegungsfreiheit von Patienten und Betroffenen eingeschränkt werden - 2Unterbringung - VoraussetzungenDrei Voraussetzungen müssen gleichzeitig vorliegen:
1. Der Betroffene muss an einer psychischen Störung leiden.
2. Er muss in Zusammenhang mit dieser Störung sein Leben oder seine Gesundheit bzw. das Leben oder die Gesundheit anderer Menschen erheblich gefährden.
3. Es gibt keine anderen Behandlungs- und Betreuungsmöglichkeiten. - 3Unterbringung 2 - Was sein mussVoraussetzungen müssen von einem befugten Arzt (z.B. Amtsarzt) bescheinigt werden
Unterbringungen müssen der Patientenanwaltschaft und dem zuständigen Bezirksgericht gemeldet werden
Unterbringung darf drei Monate nicht überschreiten (per Gerichtsbeschluss maximal 6 Monate - 4Psychische Gesundheit Definitionen„ein Zustand des Wohlbefindens, in dem der Einzelne seine
Fähigkeiten ausschöpfen, die normalen Lebensbelastungen
bewältigen, produktiv und fruchtbar arbeiten kann und
imstande ist etwas zur Gemeinschaft beizutragen“
„Mental health“ as a positive state of psychological wellbeing“
(WHO, 1951) - 5Gesundheits-Störungsmodelle sind Rahmenmodelle, um...• um psychische Störungen verstehen zu können,
• um die Komplexität verstehen zu können,
• um voreilige Schlüsse zu vermeiden (sowohl Diagnosen
als auch Interventionen)
Psychische Gesundheitsprobleme vs. Psychische Störungen
Wahnsinn, Traurigkeit und Angst gehörten immer schon zur Bandbreite menschlicher Zustände – „psychische Störungen“ existieren lediglich als „Produkte“ der Medizin und Psychologie ... - 64 Komponenten der AbnormitätAls gestörte Erlebens- und Verhaltensmuster bezeichnet
man solche,
• die in einem Kontext deviant oder abweichend sind (z.B.
hinsichtlich Alter, soziokultureller Normen)
• die Person belasten und unter Leidensdruck setzen,
• oder Verhaltensmuster, die beeinträchtigen (z. B soziale
Einengung, Behinderung der Entwicklung) oder so störend oder
dysfunktional werden,
• dass die Person alltägliche Handlungen nicht mehr konstruktiv
verrichten kann oder sich und andere sogar gefährdet.
meist treten sie gleichzeitig/in Wechselwirkung auf - 7Abweichendes/abnormes Verhalten ist …- abhängig von Normen & Werten einer Gesellschaft
- damit kulturabhängig
- und es werden unterschiedliche Kriterien
für „normal“ und „abnorm/gestört“ angeführt - 8Formen von NormenStatistische Norm
definiert anhand empirischer Durchschnittswerte
- abnorm ist das Ungewöhnliche
Idealnorm
Allgemeingültige postulierte und philosophisch-weltanschaulich begründete „Zustände
der Vollkommenheit“
- abnorm ist das Verwerfliche
Sozialnorm
Gesellschaftlich definierte Verhaltensnormen
- abnorm ist das Abweichende
Subjektive Norm
Individuelle Gegebenheiten als Maßstab zur Beurteilung von Veränderungen
- abnorm ist das Unpassende
Funktionale Norm
Als funktionale Zwischenschritte für „übergeordnete“ erwünschte Zustände
- abnorm ist das Schädliche - 9Deskriptiv-statistische Anteile von Normen - statistische Norm▪ Grundlage ist die Häufigkeit oder
Auftretenswahrscheinlichkeit einer Verhaltens- und
Erlebensweise
▪ „normal“ ist, was innerhalb eines bestimmten Bereichs
um den Modalwert variiert
▪ „abweichend“ ist, was extrem abweicht - 10Vorteile der Normalverteilung+
• die meisten Personen werden als normal definiert
• es ist bekannt, wie häufig die Werte eines Intervalls vorkommen
• sie entspricht den meisten real vorkommenden Verteilungen
• der Durchschnitt ist auch der Häufigste (M =Modalwert) und
„Mittlerste“ (Median)
• im Bereich von ± 3 SD liegen praktisch alle Werte - 11Nachteile der Normalverteilung-
▪ „sozial erwünschte Aktivitäten“ werden positiv bewertet (z.B.
Talent, Kreativität, Energie, Intelligenz)
▪ Alkoholkonsum in der Bevölkerung weit verbreitet trotz
statistischer Häufigkeit schädlich & gestört definiert
▪ Auch normangepasstes Verhalten
kann sozial negativ beurteilt werden:
psychische Störung oder
kriminelles Verhalten?
überangepasstes Verhalten kann
auch zu Problemen führen - 12Präskriptive Anteile von Normen: Soziale, ideale und subjektive Normen - soziale Norm▪ Die Erwartungen, die von sozialen Gruppen an das Verhalten des
Einzelnen in einer bestimmten sozialen Rolle und Situation gerichtet
sind (z.B. ethnische Gruppen, religiöse Gruppierungen)
▪ beeinflusst durch formelle & informelle Regeln
▪ Frage der sozialen Toleranz gegenüber bestimmten Formen der
Abweichung (z.B. Süchte)
(altersabhängig) Wie wird es akzeptiert? Wie gehen wir damit um? Oft Ungleichgewicht - 13Idealnorm• erstrebenswerter Zustand
der Vollkommenheit
• -> existiert losgelöst von
realem Vorkommen
Bsp. Esstörungen, Barbiepuppe - 14Subjektive Norm▪ wenn sich jemand selbst als gestört
beurteilt (Problem der Vergleichbarkeit)
▪ die Selbstbewertung steht im Vordergrund
▪ ich-synton (etwas wird als zu sich selbst gehörig
empfunden)
▪ ich-dyston (etwas wird als nicht zu sich selbst
gehörig wahrgenommen und beurteilt –
Leidensdruck!)
Was ist für mich normal? Was halten andere für normal? - 15Funktionale Normen▪ Basieren auf erwarteten Regelmäßigkeiten
im Hinblick auf Leistungen, Handlungen
und Fähigkeiten, die den Ressourcen und
dem jeweiligen Zustand der Person
angemessen sind.
▪Damit werden bestimmte Beziehungen
zwischen dem Zustand einer Person und
der von ihr gesetzten Aktivitäten
angenommen (z.B. Prüfungssituation,
Alltagsbewältigung).
Bsp. immer gut in der Schule - Erwartung ist auch in der Uni gut zu funktionieren - 16Vorteile funktionaler Normen▪Das subjektive und wissenschaftliche Wissen über die
psychische Funktionalität und
▪der Zusammenhänge mit biologischen und
sozioökologischen Bedingungen werden
mitberücksichtigt - 17Zusammenfassend (was ist normal?)▪Psychische Gesundheit, normales vs. abnormes
Verhalten und psychische Störungen sind unmöglich zu
definieren.
▪Die Einflüsse aller Normen und Werte sind zu
berücksichtigen.
▪Normales und gestörtes Verhalten unterliegt
weitgehend ähnlichen Veränderungsbedingungen.
▪Übergänge zwischen normalen und gestörten
Verhalten sind oft fließend. - 18Was ist eine Klassifikation?▪Einteilung einer Mannigfaltigkeit in ein nach
Klassen gegliedertes System (Systematik)
▪Zuordnung von Untersuchungseinheiten zu
einer Klasse* (Diagnostik)
*Klasse: Gesamtheit von Elementen mit
gemeinsamen Merkmalen - 19Wo braucht man Klassifikationen?Dokumentation: Sammlung, Ordnung und
Nutzbarmachung von Dokumenten aller Art,
z.B. Bücher, Erfindungen
Warenwirtschaft: z.B. Lagerbestände, Inventur
Wissenschaft: Biologie, Geologie, Medizin,
Psychologie, Meteorologie, Chemie, etc. - 20Wozu Klassifikation psychischer Störungen?▪Bildung von Klassen = Erweiterung unseres Wissens
(haben wir erst die Klasse, können wir uns auch
weitere Informationen über sie verschaffen);
▪diagnostische Klassen = spezifische, diagnostische
Untersuchungsverfahren, um die für die Probleme
verantwortlichen Faktoren zu entdecken +
spezifische Behandlungsformen zu
entwickeln/anzubieten;
▪Basis für Forschung und Weiterentwicklung
= z.B. epidemiologische Studien, klinische Studien zur
Ätiologie, Intervention und Verlauf
▪Vereinheitlichung der
Nomenklatur
= bessere
interdisziplinäre
Verständigung, auch
zwischen Ländern und
Kulturen - 21Ziele der Klassifikation▪Strukturierung und Abgrenzung der Störungsbilder
▪Gruppierungen (Ähnlichkeiten)
Symptom = Krankheitszeichen, Merkmal
Syndrom = Gruppe von Symptomen
▪Eindeutige Zuordnung einer Störung zu einer
Systemklasse bzw. Entscheidungshilfe:
Ist eine Schizophrenie eine Schizophrenie?
ja – wenn alle Diagnosekriterien erfüllt sind - 22Was ist eine Differnizialdiagnose?= Beschreibung des klinischen Prozesses,
durch den unter Würdigung der Symptome,
Syndrome, ätiologischen und pathogenetischen
Besonderheiten ein Krankheitsbild von einem
anderen abgegrenzt wird.
z.B. durch
▪Ausschluss von Simulation/vorgetäuschter Störung
▪Ausschluss eines Substanzkonsums
▪Abgrenzung vom Normbereich psychischen
Erlebens, usw. - 23Erklärung Unterschied präskriptive und deskriptive NormenPräskriptive vs. deskriptive Normen
Präskriptive bzw. injunktive Normen sind eine Richtschnur dafür, was die meisten Menschen für angemessen oder unangemessen erachten, umfassen also ein ausdrückliches Werturteil, also die Unterscheidung, was in der jeweiligen Situation als angemessenes, richtiges oder unangemessenes, strafbares Verhalten zu gelten hat. Deskriptive Normen informieren darüber, wie sich die meisten Menschen in bestimmten Situationen
verhalten, d. h., eine deskriptive Norm bezieht sich auf die Wahrnehmung der Mitglieder einer Gruppe, wie sich die meisten gewöhnlich Verhalten: „Wenn alle es tun, wir es seine Richtigkeit haben“. Deskriptive Normen beziehen sich demnach auf das, was die Mehrheit tut bzw. als angemessen betrachten würde.
Deskriptiv ist die statistische Norm, präskriptiv sind die soziale, die ideale und die subjektive Norm. - 24Kritik an der ICD▪Informationen gehen verlorenen – auch ein Teil der
Einmaligkeit der untersuchten Personen
(Unterscheidung zwischen relevanten und
irrelevanten Dimensionen abweichenden
Verhaltens)
▪Stigmatisierung
▪„gläsener Patient“ - „gläsener Arzt/Psychologe“
▪Probleme der Semantik
▪Diagnosen abhängig von „Weltbild“
▪Psychische Störung „krankheitswertig“ - 25Charakteristika ICDMöglichkeit multiple Diagnosen zu vergeben – Doppel-oder
Mehrfachdiagnosen - Komorbidität
• Klassifikation von Störungen, nicht Individuen
• Verwendung von spezifischen inhaltlichen und zeitlichen
Diagnosekriterien (Operationalisierung)
• Betonung offen erfassbarer Verhaltensweisen
• detaillierte und systematische Beschreibung der einzelnen
diagnostischen Kategorien
▪Konzept der Multiaxialität
▪Verwendung des Begriffs „Störung“ (der den
problematischen Begriff „Krankheit“ ersetzt) - 26Gruppenübersicht▪F00-F09 Organische, einschließlich symptomatischer psychischer
Störungen
▪ F10-F19 Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope
Substanzen
▪ F20-F29 Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen
▪ F30-F39 Affektive Störungen
▪ F40-F48 Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen
▪ F50-F59 Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen und
Faktoren
▪ F60-F69 Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen
▪ F70-F79 Intelligenzminderung
▪ F80-F89 Entwicklungsstörungen
▪ F90-F98 Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der
Kindheit und Jugend
▪ F99 Nicht näher bezeichnete psychische Störungen - 27Multiaxiales Klassifikationsschema (Kindes- und Jugendalter)für psychische Störungen des Kindes- und Jugendalters nach ICD-10:
• 1. Achse: Klinisch-psychiatrisches Syndrom
• 2. Achse: Umschriebene Entwicklungsstörungen
• 3. Achse: Intelligenzniveau
• 4. Achse: Körperliche Symptomatik
• 5. Achse: Assoziierte aktuelle abnorme Umstände
• 6. Achse: Globalbeurteilung der psychosozialen
Anpassung - 28Fallbeispiel Essstörung• Inzidenz Anorexia nervosa:
zwischen 0,1 bis 12 pro 100.000 EinwohnerInnen
Frauen : Männer = 10:1
• Inzidenz bei Bulemia nervosa:
12 pro 100.000 EinwohnerInnen
Frauen : Männer = 20:1
• Beginn typischerweise in der Adoleszenz – frühen Erwachsenenalter;
• Langfristige Prognose der A.n. relativ ungünstig: Mortalitätsrate bei
5%; bei den verbleibenden PatientInnen können ca. 47% langfristig
als geheilt angesehen werden, 33% als gebessert, ca. 20%
chronischer Verlauf (Steinhausen, 2002). - 29ICD-Kodierung - Beispiel Anorexie5-stelliger Code, der aus Buchstaben und Ziffern besteht:
F Es liegt eine psychische oder Verhaltensstörung vor.
F5 Bei dieser Störung handelt es sich um Verhaltensauffälligkeiten
mit körperlichen Störungen und Faktoren.
F50 Bei dieser Verhaltensauffälligkeit handelt es sich um
eine Essstörung.
F50.0 Diese Essstörung entspricht einer Anorexia nervosa.
Informações
- Descrição
- FlashCards sobre EC klinische Psychologie, criado por Nija W em 22-01-2018.
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- Nija W
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