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2. Chronischer Schmerz - Entzündung (Teil 2)

Sun dra Pharmazie Alemão 40 flashcards

2. Chronischer Schmerz - Entzündung (Teil 2)

Flashcards do conjunto (40)

  1. 1Methotrexat Wirkungsmechanismus= csDMARD
    WM:
    * intrazelluläres Trapping durch Polyglutaminierung von MTX (Anreicherung von MTX durch Anhängen von Polyglutamat-Resten)
    * Dihydrofolatreduktase-Hemmung ("Folsäure-Antagonist") - reduzierte Umwandlung in THF (wichtig für Synthese von Purin und Pyrimidin)
    → dadurch Hemmung von Enzymen, die reduzierte Folate benötigen:
    a) DNA-, RNA-Synthesehemmung: immunsuppressiv, zytostatisch
    b) Erhöhung extrazell. Adenosinakivität: antiphlogistisch → v.a. in niedrigen Dosen mehr antiphlog. als immunsupp.
  2. 2Methotrexat Indikationendosisabhängig wirksam als:
    * Immunsuppressivum:
    1x/ Woche 7.5mg p.o. (auch i.m., s.c., i.v., intrathekal möglich! (max. 25-30mg) (Autoimmunerkrankungen - besonders Psoriasis und CED)
    * Zytostatikum (40-80mg/mg2 KO):
    bei Lymphomen und Mammakarz.
    = evidenzbasiertes Medikament bei rheumatoider Arthitis:
    → verzögert die Progredienz von Erosionen im Bereich der Gelenke, erhöht die QoL und zeit gutes Risiko-Nutzen-Verhältnis
  3. 3Methotrexat UAWsdosisabhängige UAWs (geringer ausgeprägt bei immunsuppressiver Dosis)
    → Laborkontrollen!!
    * Übelkeit, Erbrechen, Diarrhoe
    * Knochenmarksdepression, Infektanfälligkeit (Kontrollen!)
    * Schleimhautschäden (Stomatitis)
    * Haarausfall
    * Hautulzera
    * Neuro-, Nephro- und Hepatotoxizität (KI: Lebererkrankungen, cave: Alkohol)
    * Pneumonien
    * KI in der Schwangerschaft
    → FOLAT (besser Folinat = Formyl-THF) antagonisiert die UAWs (hs. Mucositis)
  4. 4Sulfasalazin: pharmakologische Eigenschaften= csDMARD
    * Wirksamkeit bei rA erwiesen
    * mikrobielle Spaltung im Dickdarm in: Sulfapyridin + 5-Aminosalicylsäure (5-ASA) → WM jedoch noch nicht geklärt!
    → Sulfapyridin: gut systemisch verfügbar, antibiotisch, ist der wirksame Teil von Sulfasalazin bei rA, v.a. für UAWs verantwortlich!
    → 5-ASA (=Mesalazin): antiphlogistisch, lokal in Darmschleimhaut wirksam, sehr gering systemisch verfügbar, kaum UAWs, Hauptwirkform bei CED!!
    Indikationen:
    * rA
    * CED wie CU und MC
    * Divertikulitis, Proktitis
  5. 5Sulfasalazin: Wirksamkeit bei rAWirkform: Sulfapyridin
    * verzögert radiologische Krankheitsprogredienz
    * langsamer WE (1-2 Monate!!)
    * hs. wenn MTX kontraindiziert ist
    * gutes Nutzen-Risiko-Profil bei milden Verläufen
  6. 6Sulfasalazin UAWs→ häufig, Ausdruck von Sulfonamid-Überempfindlichkeit - daher Sulfonamidallergie kontraindiziert!
    → mehr UAWs bei langsamer hepatischer Acetylierung
    * dosisabhängig: Kopfschmerzen, Übelkeit, Diarrhoe, Fieber
    * dosisunabhängig (idiosynkratisch): Agranulozytose, aplastische Anämie, Thrombozytopenie (Blutbild-Kontrollen!), Arthralgien
    * selten, aber gefährlich: Pankreatitis, Pneumonie, schwere allergische Dermatitiden → Syndrom: Fieber, Hautausschlag, abnorme Leberfunktionswerte (SOFORT ABSETZEN!!!)
  7. 7Leflunomid WM, Indikationen, UAWs= csDMARD
    WM:
    * hemmt die de-novo-Pyrimidinsynthese, wodurch die T-Zell-Aktivierung gehemmt wird (benötigen de-novo-Synthese für Proliferation)
    UAWs:
    * durch Immunsuppression
    * selten schwere Hepatotoxizität (regelmäßige Laborkontrolle!)
    Indikation:
    * aktive rA
    * Psoriasis Arthritis
  8. 8csDMARDs (conventional synthetic DMARDS) Überblick in TabellecsDMARDs (conventional synthetic DMARDS) Überblick in Tabelle
  9. 9Antizytokin-TherapieZytokine (z.B. TNF-alpha, IL-1, IL-6) senden nach Rezeptorbindung inflammatorische Signale aus.
    → pharmakologischer Eingriff:
    monoklonale AK gegen Zytokine oder Zytokin-Rezeptoren
    a) Neutralisation der Zytokine im Plasma:
    * anti-TNF-alpha
    * anti-IL-17
    * anti-IL-23
    b) Interaktion mit Bindungsstelle am Rezeptor:
    * anti-IL-6R (Tocilizumab)
    * anti-IL-17R (Brodalumab
    c) chimäres biological Konstrukt:
    Etanercept
  10. 10Etanercept= Dimer eines chimären Proteins: Kombi aus extrazellulärer TNF-alpha-Rezeptordomäne + Fc-Untereinheit des menschlichen IgG-AK
  11. 11Nomenklatur von AK* chimärer mAB (-ximab):
    z.B. Infliximab, Rituximab
    * vollhumaner mAB (-umab)
    * humanisierter mAB (-zumab)
    mab: monoklonaler AK
    xi: chimärer AK
    zu: humanisierter AK
    li: immunmodulierender AK
    ki: Interleukin
    tu: antitumor-AK
    u: human
    o: murin
  12. 12Biologika bei rheumatoider Arthritis, Psoriasis und CED → Wirkungsmechanismus* Neutralisierung der Wirkung bestimmter Zytokine bei mittelschweren bis schweren Krankheitsverläufen
    * mögliche Kombi mit Methotrexat (z.B. anti-THF-alpha bei rA)
    * nur parenteral applizierbar
    * mAbs: HWZ 1-3 Wochen, kein pharmakokinetisches Interaktionspotential, keine relevante Pharmakogenetik
  13. 13Biologika bei chron. entzündlichen Erkrankungen: UAWs* Unvertäglichkeitsreaktionen an Einstichstellen
    * selten systemische Unverträglichkeitsreaktionen
    * Infektionen:
    - schwere opportunistische (z.B. latente Tuberkulose vor Therapie ausschließen!)
    - andere systemische
    → keine Kombination versch. Biologika gleicher oder unterschiedlicher Klasse!!
  14. 14Anti-TNF-alpha-wirksame bo/bsDMARDsbo...biological originator
    bs...biosimilar
    * Infliximab
    * Adalimumab
    * Etanercept
  15. 15Anti-TNF-alpha-wirksame bo/bsDMARDs (Tabelle)Anti-TNF-alpha-wirksame bo/bsDMARDs (Tabelle)
  16. 16andere bo/bsDMARDs Angriffspunkte* anti-CD20, z.B. Rituximab (rA (mit MTX) und Tumortherapie
    * anti-IL-6R
    * anti-IL-12/23
    * anti-IL-23
    * anti-IL-17
    * anti-IL-17R
  17. 17Janus-Kinase (JAK)-Inhibitoren (Jakinibe bzw. tsDMARDs) Wirkungsmechanismusts...targeted synthetic DMARDs
    = small molecules (keine biologicals)
    * Hemmung von Januskinasen, die an der Signalweiterleitung von Zytokinen und Wachstumsfaktoren in den Zellkern beteiligt sind → anders als Biologika fangen JAK-Inhibitoren die Zytokin-Signale nicht im Extrazellulärraum, sondern intrazellulär ab
  18. 18Januskinasen Signaltransduktion* nach Bindung von Zytokinen an Rezeptor auf Zell-OF kommt es zur Rezeptorpolymerisation und Phosphorylierung von JAKs, die mit dem Rezeptor assoziiert sind
    * aktivierte JAKs phosphorylieren anschließend ein weiteres Protein, den Signaltransduzierer und Aktivator der Transkription (STAT)
    * STAT-Proteine bilden dann Dimere, die in den Zellkern wandern und dort die Transkription von Genen für Zytokine und Chemokine aktivieren, dadurch Aktivierung von Immunzellen
    OHNE JAK kann das Zytokinsignal nicht ins Zellinnere und in den Zellkern gelangen
  19. 19JAKinibe: Beispiele (Tabelle)JAKinibe: Beispiele (Tabelle)
  20. 20JAKinibe: UAWs* z.T. schwere Infektionen (durch Immunsuppression, z.B. Herpes Zoster)
    * Neutropenie, Lymphopenie
    * Thromboembolien
    * möglicherweise (!) erhöhtes kv. Risiko und Krebsrisiko
  21. 21Rituximab Wirkungsmechanismus= chimärer (Maus/Mensch) Antikörper gegen CD-20-Antigen → auf OF von prä-B- und reifen B-Lymphozyten und starke Expression auf Tumorzellen von Non-Hodgkin-Lymphomen des B-Zelltyps
    → AK-Bindung führt zu Zellzerstörung durch:
    * AK-induzierte Zell-mediierte Toxizität (Bindung an Fc-Teil des AK)
    * Komplement-induzierte Tox.
    * Induktion von Apoptose
  22. 22Rituximab Indikationen* Tumortherapie: Non-Hodgkin-Lymphom, chronisch lymphatische Leukämie (CLL)
    * schwere aktive rheumatoide Arthritis
    * andere Autoimmunerkrankungen
  23. 23Otezla (Apremilast)→ neue immunsuppressive Strategie bei:
    * Psoriasis Arthritis
    * Plaque Psoriasis
    * Behcet-Syndrom
    = PDE4-Inhibitor → Erhöhung intrazellulärer cAMP-Spiegel → Modulation der Expression von TNF-alpha und anderen inflammatorischen Zytokinen → Downregulation der Entzündungsreaktion
  24. 24Rheumatoide Arthritis: Corticosteroid-Therapieoral, niedrig dosiert:
    * Unterstützung der sympt. Therapie → Verzögerung der Progredienz der Gelenkschädigung → zeitlich begrenzte Gabe wegen Toxizität bei längerer Gabe
    INDIKATIONEN:
    * entzündliche Schübe, die nicht auf NSARs ansprechen
    * vorübergehend, bis zum Ansprechen von DMARDs
    * nur bei fehlenden KI (Osteoporose, Katarakt, Hypertonie)
    → intraartikuläre (in Gelenkkapsel) Injektion: vorübergehende, palliative Wkg + bei akuten entzündlichen Schüben
  25. 25Arthrose (Osteoarthrose, engl. Osteoarthritis) → Pathogenese→ keine systemische Erkrankung (keine system. Entzündungsparameter)
    → "Gelenksknorpelversagen" meist durch physikalische Einwirkungen (Abnutzung des Knorpels);
    → andere mögliche Ursachen: genetische Prädisposition, weibl. Geschlecht, Alter, Übergewicht, Traumata (Unfälle), metabolische Störungen (Hyperthyreose, Hyper-Parathyreoidismus)
    Folgen:
    * Missbalance zw. destruktiven und reparativen Mechanismen
    * sek. inflammatorische Reaktion
    * häufig betroffen: Fingergelenke, Coxarthrose (Hüfte), Gonarthrose (Knie)
  26. 26Arthrose Symptomatik* milde morgendliche Gelenksteifigkeit
    * Belastungsschmerz
    * Gelenkergüsse, Schwellung, auch Deformationen
    * verminderte Gelenksmobilität, Bewegungseinschränkung
  27. 27Arthrose Therapie→ nicht-pharmakologisch:
    Gewichtsabnahme, vorübergehende Ruhigstellung bei akuter Entzündung, danach aktive Bewegung zur Erhaltung der Gelenksmobilität, physikalische Therapie
    → Analgetika (schlechte Evidenz):
    * Paracetamol + Tramadol
    * P + Dihydrocodein
    * Capsaicin-Pflaster
    * stark wirksame Opioide als Reserve (restriktiv, möglichst kurz, schlechte Evidenz!)
    → NSAR: bessere Evidenz als Paracetamol
    → GCS: Gonarthrose (intraartikulär)
    → Glucosaminsulfat: Wirksamkeitshinweise
    → chirurgische Intervention (Gelenksersatz)
  28. 28Arzneitherapie bei rA zu beachten!* Schwangerschaft als KI
    * keine Lebendimpfstoffe bei Immunsuppression verwenden (möglichst Totimpfstoffe)
    * Abgabe von Analgetika, Antipyretika, Antitussiva: PatientIn schlecht auf DMARD eingestellt?
    * auf UAWs/Interaktionen von NSAR und oralen GCS hinweisen!
  29. 29Atopische Dermatitis → Auslöser= "Asthma der Haut" (involvierte Signalmoleküle für die Störung des Immunsystems + Ausschlag sind jenen des Asthmas ähnlich);
    → chron. entzündliche Hauterkrankung mit komplexer Pathogenese:
    * genetische Faktoren
    * Umweltauslöser (LM, Aeoroallergene wie Hausstaubmilben, Kosmetika,...)
    * Funktionsstörung der Epidermisbarriere
    * immunologische Mechanismen
  30. 30Atopische Dermatitis → immunologische Prozesse* lokale Entzündungsreaktion mit Ausschüttung von Zytokinen, die Entzündungszellen wie T-Zellen rekrutieren → v.a. T-Helferzellen vom Typ Th2
    * zusätzlich: über gestörte Hautbarriere eindringende Allergene → Produktion von IgE-AK, welche auf dentrischen Zellen präsentiert werden und wiederum T-Zellen aktivieren
    * aktivierte T-Zellen produzieren wieder Zytokine + Chemokine wie IL-4, IL-5 und IL-13 → Rekrutierung weiterer Entzündungszellen
    * T-Zellen können auch Keratinozyten zur Apoptose anregen → weitere Hautdefekte → weitere Schwächung der Hautbarriere
    = eine Art Autoimmunerkrankung mit chronisch entzündlichen Allergiesymptomen
    → extrinsische (70%, IgE-mediiert) vs.
    → intrinsische (30%, nicht-IgE-mediiert) Form
  31. 31Atopische Dermatitis Symptomatik* Juckreiz, trockene Haut
    * begleitend oft Respirationsallergie (allergische Rhinitis, Asthma)
    * akute Läsionen: Pruritus, erythematöse Papeln, Exsudationen, Erosionen (Kratzen!)
    * chron. Läsionen: trockene, dünne, dunkle Haut, Papeln, Lichenifikation
    → Kinder: eher akute Läsionen (hs. Gesicht, Extremitäten)
    → ältere Kinder: Lichenifikation, große Gelenksbeugen
    → Erwachsene: chronische Läsionen
  32. 32Atopische Dermatitis Therapie* allgemein: Elimination auslösender/verschlechternder Faktoren bzw. Antigene; Externa (Lotionen/Cremen → akut; fetthaltige Salben → chronisch)
    * begleitend: Antihistaminika p.o., Therapie von Superinfektionen (hs. Staphylokokkus aureus → AB)
    * Arzneitherapie:
    - topische GCS (kurzzeitig)
    - alternativ: topisch Tacrolimus, Pimecrolimus
    → schwere Formen:
    * oral: Immunsuppressiva (z.B. Ciclosporin)
    * neu: anti-IL-4/anti-IL-13-Rezeptor → Dupilumab
    * UV-Phototherapie
  33. 33Immunsuppressiva (Beispiele, Tabelle)Immunsuppressiva (Beispiele, Tabelle)
  34. 34CED - Arzneitherapie-Überblick Morbus Crohn vs. Colitis ulceroseCED - Arzneitherapie-Überblick Morbus Crohn vs. Colitis ulcerose
  35. 35Remissionsinduktion, Remissionserhaltung* Remissionsinduktion: Patient*in kommt mit akuten Beschwerden und benötigt eine Behandlung, um beschwerdefrei zu werden
    * Remissionserhaltung: Die Beschwerdefreiheit muss erhalten bleiben
  36. 36Remissionserhaltung bei CED* keine oralen GCS (max. 8-10 Wochen!)
    * 5-ASA rektal/p.o. nur bei Colitis ulcerosa
    * Biologika oder Azathioprin, Methotrexat
    * Probiotikum: E- Coli NISSLE nur bei Colitis ulcerosa
  37. 375-ASA Wirkungsmechanismus5-Aminosalicylate:
    * genauer molekularer WM unbekannt
    * antiinflammatorisch
    * immunsuppressiv: Hemmung von T-Zell-Aktivität
    * langsamer Wirkeintritt
  38. 38Mesalazin Pharmakokinetik* späte Resorption von Mesalazin, weil Sulfasalazin erst im Colon gespalten wird
    * Resorption im Dünndarm möglich
    * Elimination hs. über Fäzes (nach bakterieller Acetylierung)
    * keine BHS-Passage
  39. 39Sulfasalazin + 5-ASA Pharmakokinetik, Indikation, UAWs (Tabelle)Sulfasalazin + 5-ASA Pharmakokinetik, Indikation, UAWs (Tabelle)
  40. 40andere juckende Dermatiden (Tabelle)andere juckende Dermatiden (Tabelle)

Informações

Descrição
Arzneitherapie chron. entzündlicher Erkrankungen
Criado por
Sun dra
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