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Grundlagen der Persönlichkeitspsychologie PEPS 1/H

K. v.S. Alemão 23 slides

Slides do conjunto (23)

  1. 1.1 Alltagspsychologie

    • Beruhend auf kulturell tradierten Überzeugungen
    • Wenden wir täglich zum beschreiben, erklären und vorhersagen des Erlebens und Verhaltens von Mitmenschen und von uns selbst an
  2. Laucken (1974)

    • Analysierte umfassend die deutsche Alltagspsychologie
    • Notierte und katalogisierte eineinhalb Jahre alle alltagspsychologischen Erklärungen, auf welche er Strukturen der deutschen Alltagspsychologie rekonstruierte
    • Die Verwendung des Persönlichkeitsbegriffs in der Alltagspsychologie charakterisierte er als Dispositionstheorie
  3. Definition Disposition

    • „Eine Disposition ist ein Merkmal einer Person, das eine mittelfristige zeitliche Stabilität aufweist, d.h. Zumindest Wochen oder Monate überdauert.
    • Eine Disposition disponiert die Person dazu, in bestimmten Situationen ein bestimmtes Verhalten zu zeigen.“
  4. Dispositionen

    • Disposition müssen streng von dem Verhalten einer Person unterschieden werden
    • Verhalten fluktuiert und ist direkt beobachtbar
    • Dispositionen sind nur aus den beobachtbaren Verhaltensregelnäßigkeiten einer Person zu erschließen
    • Die Alltagspsychologie nutzt Dispositionen zur Erklärung von Verhaltensregelmäßigkeiten und zur Erklärung und Vorhersage von Verhalten
  5. Definition Persönlichkeitseigenschaften

    • „Persönlichkeitseigenschaften sind nach alltagspsychologischer Auffassung Dispositionen und leicht beobachtbare körperliche Merkmale.“
  6. Dispositionen

    • Einzelne Dispositionen sind horizontal und vertikal miteinander verknüpft
    • Horizontale Verbindungen entstehen durch den Glauben, dass bestimmte Disposition gekoppelt auftreten
    • z.B. schöne Menschen gelten als intelligenter / rechte polnische Gesinnung hängt gleichzeitig mit Ausländerfeindlichkeit zusammen als eine linke politische Gesinnung
    • Vertikale Kopplungen von Dispositionen gelten als Spezialfälle von umfassenderen Dispositionen
    • z.B. eine Angst muss nicht mit der anderen einhergehen (Prüfungsangst hat nichts mit der Angst beim Blutabnehmen zu tun, mit der Angst vor dem Sprechen vor großen Menschenmassen jedoch schon)
    • —> „Alltagspsychologischer sind viele Persönlichkeitseigenschaften horizontal und vertikal verknüpft. Die entsprechenden Annahmen sind nur teilweise richtig.“
  7. Alltagspsychologische Meinungen

    • Körperliche Persönlichkeitseigenschaften kommen durch Vererbung und Disposition zustande (z.B. Lachfalten durch Freundlichkeit)
    • Vererbte Dispositionen gelten als besonders änderungsdesistent („Dumm bleibt dumm, da helfen keine Pillen!“)
    • Dispositionen werden durch direkter Auseinandersetzung mit der Umwelt oder durch Instruktionen erlernt
  8. Zusammenfassung Alltagspsychologie

    • Alltagspsychologie
    • wird intuitiv wie die Grammatik der Muttersprache genutzt
    • Enthält detaillierte Vorstellungen drüber, wie Verhaltensregelmäßigkeiten entstehen
    • Erleichtert uns den Umgang mit anderen Menschen enorm
    • Ermöglicht uns die Individualität des einzelnen zu berücksichtigen (so haben wir mehr Einflussmöglichkeiten / persönlichen oder gemeinsamen Nutzen)
    • Gibt uns ein Gefühl der Sicherheit: Wir glauben zu wissen, wer der andere ist
  9. 1.2 Psychologisches Persönlichkeitskonzept

    • 1.2 Psychologisches Persönlichkeitskonzept
    • Legenda: Kriterien für Theorien in den (empirischen) Wissenschaften
    • 1.2 Psychologisches Persönlichkeitskonzept
  10. Alltagspsychologie in Bezug auf Explizitheit

    • „Wissenschaftlich Begriffe sollen explizit definiert sein, damit sie von unterschiedlichen Wissenschaftlern in gleicher Weise verstanden werden.“
    • Die Grundbegriffe der Alltagspsychologie werden von unterschiedlichen Wissenschaftlern ähnlich aber nicht identisch definiert. (Schwammige Begriffserklärung)
  11. Alltagspsychologie im Bezug auf Widerspruchsfreiheit

    • Die Alltagspsychologie enthält viele Widersprüche („Gleich und Gleich gesellt sich gern“ und „Gegensätze ziehen sich an“)
    • Die Theorie kann alles erklären, also auch das Gegenteil und somit wieder nichts
  12. Alltagspsychologie im Bezug auf Vollständigkeit

    • „Theorien sollen alles schon bekannte erklären!“
    • Durch die die hohe Anzahl der verschiedenen Eigenschaften die in der Alltagspsychologie erklärt werden können, trifft dies nahezu zu, wird jedoch durch die häufigen Widersprüche entkräftet.
  13. Alltagspsychologie im Bezug auf Sparsamkeit

    • Da jede Persönlichkeitseigenschaft ein Grundbegriff ist, ist die naive Persönlichkeitstheorie alles andere als sparsam
    • Ostendorf (1990) fand unter 12.000 deutschen Adjektiven 5.000 personenbeschreibende Adjektive
  14. Alltagspsychologie im Bezug auf Produktivität

    • Wünsch nach der Nutzung der Weisheit der Sprache (=Alltagspsychologie)
    • Diese Nutzung in ihrer Vielfalt würde aber die Gefahr der Verzettelung mit sich bringen —> kontinuierliche Erkenntnisfortschritt würde behindert werden —> wissenschaftlich gesehen kommt es so zu keiner Priduktivität
  15. Alltagspsychologie im Bezug auf Anwendbarkeit

    • Im Alltag hilft sie uns durch ihre leichte Anwendbarkeit und erleichtert uns so das Leben
  16. Zusammenfassend: Alltagspsychologie im Bezug auf...

    • Die Alltagspsychologie ist aus wissenschaftlicher Sicht:
    • Vollständig und anwendbar
    • Die Alltagspsychologie ist aus wissenschaftlicher Sicht nicht ausreichend:
    • Explizit
    • Widerspruchsfrei
    • Sparsam
    • Produktiv
  17. Empirische Wissenschaft

    • Psychologie ist eine empirische Wissenschaft (=Erfahungswissenschaft)
    • Baut auf Beobachtungen auf
    • Aussagen müssen sich durch Beobachtungen bestätigen oder widerlegen lassen
    • Empirische Wissenschaften müssen zwei weitere Kriterien erfüllen:
    • Empirische Verankerung
    • Empirische Prüfbarkeit
  18. Empirische Verankerung

    • Dispositionen sind nicht direkt beobachtbar, sondern lassen sich nur aus dem Verhalten erschließen
    • Theoretische Konstruktion die hinter dem Verhalten liegen und es erklären
    • Konstrukte müssen durch Zuordnungsregeln mit Beobachtungsdaten verknüpft sein
    • Regeln beschreiben ein Messverfahren für das Konstrukt anhand von Beobachtungsdaten (Messverfahren wird auch Operationalisierung des Konstrukts genannt)
  19. Beispiel: Operationalisierung: Prüfungsangst

    • Wir geben fünf verschiedene Verhaltensweisen an, die typisch für aktuelle und direktbeobachtbare Prüfungsangst sind (ein emotionaler Zustand)
    • Wir schauen bei jedem einzelnen Prüfling, ob diese fünf Eigenschaften auftreten oder nicht
    • Die Zahl aller auftretenden Verhaltensweisen können wir als Operationalisierung des Zustandes der Prüfungsangst (nicht Prüfungsängstlichkeit) betrachten
    • Wenn sich herausstellt, das wir anhand des Mittlewertes Dreier Prüfungen (mehrere Probanden), sehr gut den Mittelwert der folgenden drei Prüfungen vorhersagen kann, könnte der Mittelwert der Prüfungen als Operationalisierung der Eigenschaft der Prüfungsängstlichkeit betrachtet werden:
    • Wir haben aus einer Verhaltensregelmäßigkeit auf eine Eigenschaft geschlossen
  20. Begriffserklärung

    • Operationalisierung:
    • „Konkretisierung theoretischer Begriffe und Hypothesen durch Angabe beobachtbarer und messbarer Ereignisse“
    • Bedeutungsüberschuss:
    • Auf empirische Untersuchungen gegründet Wissen, dass ein Mittelwert so stabil ist, dass daraus auf die Disposition der Prüfungsängstlichkeit geschlossen werden darf
    • Kann sich auch auf andere Annahmen beziehen, z.B. wann Prüfungsangst auftritt
  21. Empirische Verankerung

    • „Empirische Verankerung bedeutet operationale Definition plus Bedeutungsüberschuss.“
  22. Resümee: Empirische Verankerung von alltagspsychologischen Eigenschaften

    • Die Eigenschaften sind zwar beobachtbar, es werden jedoch nur geringe Anforderungen an die Bedingungen gestellt, unterdenen von Beobachtungen auf Eigenschaften geschlossen werden darf
    • Die Anforderungen an das zu beobachtende verhalten sind unpräzise (welche Anzeichen müssen wie stark ausgeprägt sein? Reichen kalte Hände und eine zittrige Stimme?)
    • Der Begriff der Verhaltensregelmäßigkeit ist recht schwammig (wie oft muss es auftreten, um als stark prüfungsängstlich zu gelten?)
    • Der alltagspsychologische Eigenschaftsbegriff ist unzureichend empirisch verankert
    • Die unpräzise Definition der Verhaltensregelmäßigkeit legt einen Zirkelschluss in der Definition von Eigenschaften nahe: Aus einem einmaligen Verhalten wird auf eine Eigenschaft geschlossen
  23. Beispiel: Alltagspsychologischer Zirkelschluss

    • Falsche Begründung:
    • “Warum hat X den Y geschlagen? Weil X aggressiv ist. Warum ist X aggressiv? Weil X den Y geschlagen hat.“
    • Richtige Begründung:
    • „Weil X generell dazu neigt, andere zu schlagen.“
    • Diese Begründung müsste durch Beobachtungen an vielen Fällen belegbar sein.

Informações

Descrição
Folienset auf Grundlagen der Persönlichkeitspsychologie PEPS 1/H, erstellt von K. v.S. auf 20/06/2018.
Criado por
K. v.S. · jun 2018
Atualizado
20 jun 2018
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148
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