Flashcards
Schmerzstörungen, Ausscheidungsstörungen

Flashcards do conjunto (27)
- 1Klassifikation nach ICD 10 - F.45 Somatoforme Störungen- Wiederholte Darbietung körperlicher Symptome in Verbindung mit hartnäckigen Forderungen nach medizinischen Untersuchungen trotz wiederholter negativer Ergebnisse & Versicherung der Ärzte, dass die Symptome nicht körperlich begründbar sind
- Beim Vorliegen von somatischen Störungen erklären diese nicht die Art & das Ausmaß der Symptome, sowie das Leiden der Patient*innen - 2Klassifikation nach ICD 10 - F.45.4 Anhaltende somatoforme Störung- Anhaltende somatoforme Schmerzstörung: Andauernder, schwerer & quälender Schmerz, der durch einen physiologischen Prozess oder eine körperliche Störung nicht vollständig erklärt werden kann
- Er tritt in Verbindung mit emotionalen Konflikten oder psychosozialen Belastungen auf, die schwerwiegend genug sein sollten, um als entscheidende ursächliche Faktoren gelten zu können
- Die Folge ist meist eine beträchtlich gesteigerte persönliche oder medizinische Hilfe & Unterstützung - 3Somatoforme Störungen - weitere Kriterien- Dauer: min. 6 Monate + an den meisten Tagen anhaltender, schwerer und belastender Schmerz in einem Körperteil
- Nicht durch physiologische Prozesse oder körperliche Störung adäquat erklärbar
- Ausschluss von affektiven Störungen, Somatisierungsstörungen, undifferenzierten Somatisierungsstörungen, Hypochondrie - 4Funktionelle Bauchschmerzen: - Ursache und ROME IV Kriterien- häufigste Beschwerden im Kindesalter
- Ursache vielfältig: Infekte, Nahrungsmittelunverträglichkeit, Angst, Aufregung, etc.
- ROME IV Kriterien für wiederkehrende Bauchschmerzen:
-> min. 4 Tage pro Monat über 3 Monate
-> meist im Bereich des Bauchnabels
-> Dauer: 0,5 - 3 Stunden
-> Begleitsymptome: Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen - 5Funktionelle Bauchschmerzen: - Prävalenz, Kritik, Beginn- Prävalenz ca. 5-15%
- Kritik:
-> repräsentative Studien fehlen
-> methodische Mängel (kl. Stichprobe, unterschiedliche Altersspanne)
-> kein Konsens über Klassifikation
- Beginn meist im Grundschulalter
- Mädchen häufiger betroffen als Jungen
- ca. 25 - 30% bis ins Erwachsenenalter - 6funktionelle Bauchschmerzen: Warum könnte dies zum Problem werden? + Folgen- Leidensdauer liegt durchschnittlich bei ca. 25 Monaten bis zur Diagnosestellung
- Folgen:
-> häufigere Fehlzeiten in der Schule
-> Übermäßige Belastung für Kind &Familie
-> Deutliche Beeinträchtigung der Tagesaktivität
-> Langwierige Diagnostik
-> Hoher Zeit- und Kostenaufwand - 7Kopfscherzen: Epidemiologie- Prävalenz: 14-19%
- Mit zunehmendem Altem nehmen Prävalenzen zu
- Mädchen deutlich häufiger betroffen als Jungen
- Unterschiede hinsichtlich der Kopfschmerzart
o Spannungstyp: ca. 25%
o Migräne: 7,8%
- Prävalenz von Kopfschmerzen bei Kindern und Jugendlichen haben in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen
- Mehr als Hälfte der Kinder mit Migräne haben diese auch im Erwachsenenalter - 8Diagnostik - Schmerzstörungen- Medizinische Diagnostik
o Untersuchung beim Kinderarzt, da ernsthafte organische Erkrankung Ursache der Kopfschmerzen sein kann
o Ausschluss von
-> Hirnorganische Erkrankungen
-> Sekundäre Kopfschmerzen, z.B. als Folge eines Sehfehlers
-> Biomechanische Funktionsstörungen der Wirbelsäulengelenke
- Ausführliche Anamnese (Familiengeschichte, kritische Lebensereignisse, Stressoren, Lebensstil etc.)
- Erfassung des subjektiven Schmerzerlebens
o Stärke: Visuelle Analogskalen oder numerische Ratingskalen
o Qualität
-> Zeichnungen des Schmerzes
-> Bei Kindern ab ca. 10 Jahren: Adjektivlisten
o Lokalisierung: Körperschemazeichnungen
- Deutscher Schmerzfragebogen für Kinder, Jugendliche & Eltern (DSF-KJ) Kinderschmerzcomic - 9Biopsychosoziales Modell - Entstehung einer Schmerzstörung

- 10Sauberkeitsentwicklung - Entwicklungsaufgabe in den ersten Lebensjahren- vorübergehende Schwierigkeiten während der Sauberkeitserziehung sind häufig => kein Anzeichen für eine psychische Störung
- Entwicklungsaufgaben in den ersten LJ
o Kein Einfluss durch das Kind im 1. Lebensjahr
o Drang- & Urinempfindung können im 2. Lebensjahr wahrgenommen werden, Verzögerung möglich, Abnahme der Miktionshäufigkeit
o Mit zunehmenden Alter kann Blasen- & Darmentleerung willkürlich aufgeschoben/unterbrochen werden
o V.a. nachts muss Kind lernen, volle Blase bzw. Darm als Aufwachsignal zu erkennen - 11Enuresis: Kriterien nach ICD 10- unwillkürlicher Harnabgang
- am Tag und in der Nacht
- untypisch für das Entwicklungsalter
- Nicht vor 5. LJ zu diagnostizieren
- 2x pro Monat bei unter 7 Jährigen
- 1x pro Monat bei über 7 Jährigen
- mind. 3 aufeinanderfolgende Monate
- Ausschluss organischer Ursachen, Epilepsie - 12Subtypen

- 13funktionelle Harninkontinenz- heftiger, nicht beherrschbarer Harndrang tagsüber
- oft erst späte Registrierung
- meist spontane Blasenentleerung -> meist ohne ausreichend Zeit, um Toilette zu erreichen
- 3 Hauptformen:
-> Idiopathische Dranginkontinenz
-> Harninkontinenz bei Miktionsaufschub
-> Detrusor-Sphinkter-Dyskoordination - 14Idiopathische Dranginkontinenz- Ungewollter Harnabgang mit überstarkem Harndrang
- Pollakisurie (häufiger Harndrang bei kleiner Menge)
- Verminderte Blasenkapazität
- Einsatz von Haltemanövern (z.B. Aneinanderpressen der Oberschenkel, Hüpfen von einem Bein auf das andere, Hockstellung)
- Weitere Klinische Merkmale:
o Mehr als 7x/Tag Toilettengang
o Plötzlich Eintreten
o Bei Ermüdung gehäuftes Einnässen - 15Harninkontinenz bei Miktionsaufschub- Herauszögerung der Miktion (Entleerung der Harnblase) → trotz Haltemanövern kommt es zum Einnässen
- Typischerweise bei Beschäftigungen, die die Kinder nicht unterbrechen wollen (beim Spielen, Fernsehen)
- Weitere klinische Merkmale
o Häufung von Interaktionsproblemen zwischen Eltern & Kind
o Erhöhte Rate von anderen psychischen Störungen
o Niedrige Miktionsfrequenz: < 5x/Tag - 16Detrusor-Sphinkter-Dyskoordination- Fehlende Relaxation & unkoordinierte Kontraktion des Beckenbodens (Sphinkter externus) während der Miktion
- Wiederholtes Pressen gegen den Widerstand des kontrahierenden Schließmuskels
- typischerweise Pressen zu Beginn der Miktion, der Urinfluss ist unterbrochen, keine vollständige Entleerung
- Häufig medizinische Komplikationen u.a. Harnwegsinfekte - 17Enuresis nocturna- Primäre monosymptomatische Enuresis nocturna -> Unwillkürliches Einnässen nachts mit kompletter, koordinierter Blasenentleerung ohne zusätzliche Miktionsauffälligkeiten tagsüber
- Primäre polysymptomatische Enuresis nocturna -> Nächtliches Einnässen mit zusätzlichen Miktionsauffälligkeiten tagsüber (z.B. Drangsymptome, Aufschub, Dyskoordination)
- Sekundäre Enuresis nocturna
o Rückfall nach einer trockenen Periode > 6 Monaten (mit einer erhöhten Rate psychischer Begleitsymptome)
o Symptomatik identisch mit primärer Enuresis nocturna, Einteilung in mono- & polysymptomatisch - 18Prävalenz von funktioneller Harninkontinenz- Idiopathische Dranginkontinenz häufigste Form
- Mädchen häufiger betroffen als Jungs
- 6-Jährige: 3 %
- 8-Jährige: 5 %
- Jugendliche: < 1 %
- 80 % der Kinder mit E. diurna haben auch E. nocturna - 19Prävalenz enuresis nocturna- Gesamtprävalenz: 10 %
- 2:1 für Jungen & Mädchen
- 7-Jährige: 10 %
- 10-Jährige: 3 %
- Jugendliche: < 2 %
- Bis zu 30 % der Kinder mit E. nocturna haben auch E. diurna - 20Enuresis: Komorbiditäten- Körperliche Folgen: Harnwegsinfekte, Enkopresis
- Psychische Störungen
o ADHS
o Störung des Sozialverhaltens (SSV)
o Angststörungen
o Depression
o Schlafstörungen - 21Enuresis: Ätiologie- Genetische Ursachen (größter Anteil)
o Familiäre Häufung (v.a. bei Enuresis nocturna, Dranginkontinenz)
o Genetisch bedingte Reifungsverzögerung des zentralen Nervensystems
- Organische Ursachen (überschätzter Anteil)
o Harnwegsinfekte: Ursache oder Folge?
o Kleine Fehlbildungen
- Psychische Ursachen (geringer Anteil)
- Lerntheoretische Ursachen
o Wahrnehmungsfähigkeit für spezifische körpereigene Signale nicht erlernt
o Realisierung von Handlungsabläufen zur Entleerung nicht gelernt - 22Enuresis: (Standard-)Diagnostik- Anamnesegespräch
- Körperliche Untersuchung
- Ultraschalluntersuchung (Niere, Harnwege)
- Urinuntersuchung
- 48-Stunden-Miktionsprotokoll
- Fragebögen zum Einnässen
- Screening für psychische Symptome/Störungen
weiterführende Diagnostik:
-> Uroflowmetrie, Laboruntersuchung, MRT - 23Enkopresis: Kriterien nach ICD 10- willkürliches und unwillkürliches Einkoten ab 4 Jahren
- min. 1x / Monat über 6 Monate
- Ausschluss organischer Ursachen
- Subformen: Einteilung nach Vorliegen einer Verstopfung (mit/ohne Obstipation)
-> weniger als 3 Stuhlgänge/Woche
-> harter und schmerzhafter Stuhl
-> tastbare, verhärtete Stuhlballen im Dickdarm
-> Harte Stuhlmassen bei rektalen Untersuchungen
-> Bauchschmerzen - 24Enkopresis: klinisches Bild- Absetzen größerer geformter Kotmassen in die Unterwäsche bis zu geringfügigen Schmutzspuren
- Kinder versuchen, Symptome zu verstecken oder zu verleugnen; geben an, den Stuhldrang nicht wahrgenommen zu haben
- Beschmutzte Wäsche wird an verschiedenen Orten des Zimmers bzw. der Wohnung versteckt
- Meist finden sich bei diesen Kindern emotionale Störungen: ADHS, SSV, Enuresis
o Insgesamt zeigt sich eine erhöhte Rate an psychischen Auffälligkeiten, jedoch ist unklar, ob Enkopresis Ursache oder Folge dieser ist - 25Enkopresis: Bestimmung des Schweregrads- Festlegung nach
o Häufigkeit der Tage pro Woche
o Ggfs. Häufigkeit pro Tag bzw. Nacht
o Einkotmenge
o Stuhlkonsistenz (Bristol Stool Scale)
o Subjektive Beeinträchtigung des Kindes - 26Enkopresis: Prävalenz- 4-Jährige: 2,8 %
- 7-Jährige: 1-2,5 %
- 13-Jährige: 1,4 %
- Jungen sind 3-4x häufiger betroffen
- 79-90 % der Kinder mit Obstipation koten ein
- 20-50 % der Kinder mit Enkopresis haben auch E. diurna &/oder E. nocturna - 27Enkopresis: Ätiologie- Biologische Faktoren
o Beeinträchtigung im Dickdarmbereich
o Pathologische Kontraktion & reduzierte Entspannung des Schließmuskels (Sphinkter)
o Erweitertes Enddarmvolumen
o Kinder verlieren allmählich Darmsensitivität & Darmkontrolle
- Psychosoziale Faktoren
o Streng/zu frühe Sauberkeitserziehung
o Ängstlichkeit des Kindes
o Intensives Spielen, Vertieft sein in andere Tätigkeiten
Informações
- Descrição
- O usuário eliminou as informações de disciplina FlashCards sobre Schmerzstörungen, Ausscheidungsstörungen, criado por Usuário eliminado em 28-01-2022.
- Criado por
- Usuário eliminado · jan 2022
- Atualizado
- 28 jan 2022
- Visualizações
- 23
- Histórico
-
- Criado por Lena Paisdzior · 26 jan 2022
- Copiado por Lena Paisdzior · 28 jan 2022
- Avaliação