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Quiz

Sozialgeschichte des dualen Systems der Berufsausbildung

Corina Lücking 20 perguntas

Fazer o quiz

Perguntas do quiz (20)

  1. 1Nennen Sie die charakteristischen Merkmale der Gründungsphase (1870-1920) und der Konsolidierungsphase ( 1920-1970) des dualen Systems!
    1. AGründungsphase ( 1870 -1920 ):
      - Mittelstandsbewegung bringt wesentliche Forderungen in das liberale Gewerberecht ein
      - Allgemeine Fortbildungsschulen als Instrument gesellschaftlicher Integration und politischer Indoktrinierung
      - Fortbildungsschulen als beruflich orientierte Pflichtschulen zur Ergänzung der Handwerksausbildung ( ab 1900 )
    2. BKonsolidierungsphase ( 1920 - 1970)
      - Versuch der Industrie ( DATSCH) eine eigene Berufsausbildung aufzubauen, Werkschulenbewegung
      - Anerkennung der Berufsschule als zweiten Lernort durch die Industrie ( 1932); allgemeine Berufsschulpflicht (1938)
      - Bemühungen um einheitliche Gesetzgebung für das Lehrlingswesen - Berufsbildungsgesetz BBiG ( 1969 )
    3. CGründungsphase ( 1870 - 1920 )
      - Oberschicht bringt wesentliche Forderungen in das traditionelle Gewerberecht ein
      - Grundschulen als Instrument gesellschaftlicher Integration und politischer Indoktrinierung
      - Fortbildungsschulen als beruflich orientierte Pflichtschulen zur Ergänzung der Handwerksausbildung ( ab 1900)
    4. DKonsolidierungsphase ( 1920 - 1970 )
      - Versuch der Gesellschaft ( ONESCO) eine eigene Berufsausbildung aufzubauen, Werkschulbewegung
      - Anerkennung der Berufsschule als dritten Lernort durch die Industrie (1932), allgemeine Berufsschulpflicht (1938)
      - Bemühungen um einheitliche Gesetzgebung für das Berufsschulwesen - Berufsbildungsgesetzt BBiG ( 1969 )
  2. 2Nennen Sie die wichtigsten Stationen der Gewerbeordnungsentwicklung zwischen 1810 und 1908
    1. A1810/11 Einführung der Gewerbefreiheit (Einführung Ausbildungsvertrag)
    2. B1845 Verabschiedung der Allgemeinen Gewerbe-Ordnung ( Berufsausübung m. staatl. Genehmigung, Ausbilder brauchen Meisterstatus, Status Lehrling wird definiert, Einführung fakultative Gesellenprüfung
    3. C1849 Novellierung (Änderung) der Gewerbeordnung von 1845 ( Ausbilder für mehr Berufe benötigen Meisterstatus, führt obligatorische Gesellenprüfung ein, fakultativ gegründete Gewerberäte beteiligen Vertreter der Arbeitnehmer
    4. D1869/71 Verabschiedung der Gewerbeordnung des Norddeutschen Bundes, die nach 1871 vom Deutschen Reich übernommen wird ( vom Wirtschaftsliberalismus geprägte Gewerbeordnung beseitigt alle gewerblichen Hindernisse, keine Erwähnung der Gesellenprüfung, Zünfte und Innungen verlieren öffentliche Funktion)
    5. E1881 Novelle (Änderung) der Gewerbeordnung ( Aufsichtspflicht über Lehrlingsausbildung geht an die Innungen über)
    6. F1897 Novelle der Gewerbeordnung: Handwerkerschutzgesetz (Selbstverwaltung des Handwerks durch Kammern wird gesetzlich geregelt, entstehen von fakultativen Zwangsinnungen, Lehrzeitfestlegung, Schutz gegen Lehrlingszüchterei
    7. G1908 Novelle der Gewerbeordnung ( Einführung des "kleinen Befähigungsnachweis" ein, Meisterprüfung Voraussetzung für Ausbildungsbefugnis
    8. H1860 Novellierung der Gewerbeordnung von 1845 ( Ausbilder benötigen keinen Meisterstatus, Einführung der fakultativen Gesellenprüfung, Entstehung von Gewerberäten
    9. I1900 Novellierung des Handwerkerschutzgesetzes ( Selbstverwaltung des Handwerkes durch Innungen von Bund kontrolliert, Schutz der Arbeitgeber wird ausgebaut
  3. 3Nennen Sie die wichtigsten Stationen der Entwicklung zur Berufsschule
    1. A1872 Fortbildungsschulprogramm
    2. B1873 Gründungswelle allg. Fortbildungsschulen, Fortbildungsschulpflicht in Sachsen
    3. C1874 Grundzüge für die Einrichtung gewerblicher Fortbildungsschulen, Fortbildungsschulpflicht in Baden, Hessen, Sachsen-Weimar, Sachsen-Coburg
    4. D1891 Fortbildungsschulpflicht für Handelslehrlinge
    5. E1899 IV Deutsche Fortbildungsschultag
    6. F1900 Fortbildungsschulpflicht für weibliche Handlungsgehilfen und Lehrlinge
    7. G1911 Fortbildungsschulpflicht für Arbeiterinnen unter 18 Jahren. Bestimmung über Einrichtung und Lerhpläne gewerblicher bzw. kaufmännischer Fortbildungsschulen
    8. H1912 Gewerberechtnovelle: Möglichkeit der Anordnung der Fortbildungsschulpflicht durch höhere Verwaltungsbehörde
    9. I1891 Fortbildungspflicht für Ausbilder
    10. J1875 Einrichtung von Meisterschulen
  4. 4In welcher Weise beeinflusste die Einführung der Gewerbefreiheit die Entwicklung der Berufsausbildung?
    1. ADas Ausbildungsmonopol der Zünfte wurde aufgehoben
    2. BJeder konnte sich nun gewerblich betätigen
    3. CDas Lehrverhältnis in Form eines Vertrages wurde nun Privatrechtlich
    4. DJedes Mitglieder der Innungen und Zünfte konnte nun gewerblich tätig werden
    5. EDas Lehrverhältnis in Form eines Vertrages wurde nun staatlich kontrolliert
    6. FAusbildungsmonopol der Zünfte wurde auf die Innungen übertragen
  5. 5Nennen Sie je 2 Argumente der Befürworter und der Gegner einer am traditionellen Zunftmodell orientierten Ausbildung
    1. AContra Zunftmodell:/ pro Liberalisierung:
      - gegen Missbrauch des Lehrlings als häusliche Arbeitskraft
      - unökonomische Dauer des Lehrverhältnisses
      - gegen die geringe theoretische Fundierung und naturwissenschaftlich-technische Begründung der Ausbildungsinhalte
      - gegen die unsystematische, auf Nachahmung beruhende Ausbildungsmethode
      - gegen die monopolistischen Ansprüche der Zünfte
      - Abbau dirigistischer Interventionen durch den Staat
      - für die Entfaltung freier Marktkräfte
    2. Bpro Zunftmodell / contra Liberalisierung
      - Schutz der Jugendlichen vor Ausbeutung als billige Arbeitskräfte
      - Gewährleistung einer qualifizierten Ausbildung
      - Ökonomischer Schutz des Handwerks ( Kontrolle über Zahl selbständiger Handwerksbetriebe)
      - gesellschaftliche und politische Intergration der Jungendlichen
      - politische und gesellschaftliche Stabilisierung
    3. Ccontra Zunftmodell / pro Liberalisierung
      -
  6. 6Nennen Sie die berufsbildungs- und gewerbepolitischen Ziele, die das Handwerk mit seiner Opposition gegen die Gewerbefreiheit verfolgte!
    1. A1. Wiedereinführung der Gesellenprüfung
      2. Meisterbrief als notwendiger Nachweis zur Ausbildungsbefugnis
    2. BDie Handwerkerbetriebe wollten sich so gegen aufstrebende Betriebe und Manufakturen besser behaupten und die Masse der neuen Betriebe eindämmen.
    3. C1. Begrenzung der Lehrzeit
      2. Schutz gegen Mißbrauch der Azubis im Ausbildungsverhältnis
    4. DDie Maßnahmen dienten ausschließlich der Qualifikationssicherung
  7. 7Charakterisieren Sie das berufsbildungspolitische Verhalten der Industrie in der 2. Hälfte des 19 Jahrhunderts
    1. AKeine Einflussnahme seitens der Industrie in die beraufsbildungspolitische Auseinandersetzung innerhalb der Gesellschaft
    2. BIndustrie hatte bis Ende des 19. JH noch keine Nachwuchssorgen, Bedarf konnte durch Übernahme von im Handwerk augebildeten Arbeitskräften decken. Zum Ende hin intervenierte die Industrie aber schon dahingehend das das Handwerk seine Bestimmungen so wählen musste das die Industrie nicht benachteiligt war bzw. Regelungen des Handwerkes nicht automatisch auf die Industrie übertragen wurde
    3. CDie Industrie Ende des 19 Jahrhunderts befand sich im Diskurs mit dem Handwerk um die benötigte Qualitätssicherung in den speziellen Industrieberufen zu sichern und auszubauen
  8. 8Was war Gegenstand der Kontroversen in der Berufsbildungspolitik des 19. Jahrhunderts, und von welchen gesellschaftlichen Gruppierungen wurden die Auseinandersetzungen getragen?
    1. ADer kontroverse Diskurs fand zwischen Handwerk und Staat statt. Das Handwerk stellte Forderungen wieder alte Privilegien bezüglich des Handwerkes und dessen Ausbildung herzustellen die im Zuge der Einführung der Gewerbefreiheit aufgelöst wurden.
    2. BGegen Ende des 19. Jahrhunderts kam der Staat dem Handwerk in seinen Forderungen entgegen und es entstand eine Koalition zwischen Handwerk und Staat die sich immer stärker gegen die organisierte Arbeiterschaft richtete
    3. CAufgrund der Proteste des Handwerkes wurde die Einführung der Gewerbefreiheit vom Staat komplett rückgängig gemacht
  9. 9Im Unterschied zu anderen Industriestaaten etablierte sich die Handwerkslehre in Deutschland zum Modell für die industriebetriebliche Berufsausbildung. Welche Besonderheiten in der historischen Entwicklung und welche Begründungsmuster waren dafür maßgeblich?
    1. ADie Wiedereinführung des handwerklichen Ausbildungsmodelles, Einschränkungen der bestehenden Gewerbefreiheit, Handwerkschutzgesetz ( Handwerkskammern regelten und überwachten die Berufsausbildung und die Abnahme der Prüfungen
    2. BDurch die anhaltenden Proteste des Handwerkes um den Staat dazu zu bewegen die Gewerbefreiheit wieder aufzuheben
  10. 10Für die Entwicklung von der Fortbildungsschule zur Berufsschule lieferte die "Berufsbildungstheorie" eine wesentliche Legitimation. Skizzieren Sie deren wichtigste Argumente und den Einfluss, den die Berufsbildungstheorie auf die Entwicklung zur Berufsschule hatte!
    1. ABegründungen der Berufsbildungstheorie:
      vorhandenes inhaltliches Interesse der Jugendlichen an ihrer Arbeit
      Beruf wird als Voraussetzung und Medium allgemeiner Menschenbildung gesehen und wurde mit staatsbürgerlicher Erziehung gleich gesetzt
    2. BDie Berufsbildungstheorie verschaffte dem berufsständisch-handwerklichen Ausbildungsmodell neue Anerkennung und lieferte ein harmonistisches Schulkonzept zur Absicherung politischer Integrationsansprüche
    3. CBegründungen der Berufsbildungstheorie:
      Qualitätssicherung der Berufsstände
      Beruf wird als Voraussetzung und Medium allgemeiner Menschenbildung gesehen und wurde mit staatsbürgerlicher Erziehung gleich gesetzt
    4. DDie Berufsbildungstheorie verschaffte dem mittelständisch-handwerklichen Ausbildungsmodell neue Anerkennung und lieferte ein hermeneutisches Schulkonzept zur Absicherung gesellschaftlicher Integrationsansprüche

Informações

Descrição
Teil 2
Idioma
Deutsch
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