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Flashcards

BiWi, Erziehung

EstHa Alemão 43 flashcards

Flashcards do conjunto (43)

  1. 1Was ist der Unterschied zwischen Pädagogik, EW und BiWi?Pädagogik hat einen personaleren Bezug, EW hat eine eher empirische Komponente, BiWi ist interdisziplinär und vereint Theorie und Praxis innerhalb und außerhalb von Institutionen.
  2. 2Nenne Teildisziplinen der BiWi!Erwachsenenbildung, Sonderpädagogik, Medienpädagogik, Schulpädagogik etc.
  3. 3Nenne forschungsorientierte Unterteilungen der BiWi!Historische Bildungsforschung, international und interkulturell vergleichende EW, empirische Bildungsforschung, Schulpädagogik, Sonderpädagogik etc.
  4. 4Nenne Praxisfelder der BiWi!Schulen, Beratungsstellen, Betriebe, VHS etc.
  5. 5Geschichte der BiWi Antike bis 19./20. Jhd.Antike: Erziehung/Bildung als theoretisch-philosophische Reflexion; 1779: Pädagogik als Universitätsfach; Bedeutungszuwachs wg. Institution Schule u. Aufklärung; 1806: erste Systematisierung durch Herbart; 1813/14: Schleiermacher; 1888: Dilthey; Professuren meist mit Philosophie, Psychologie, Philologie gekoppelt; Rahmen: Lehrerbildung
  6. 6Geschichte der BiWi bis heuteEinzeldisziplin an Unis; von 38 Professoren (nach 2. WK) bis knapp 1000 (1984); "Pädagogik" bis 19./20. Jhd., "EW" zunehmend in 1960er; Brezinka fordert empirisch-analytische statt hermeneutische Methode; 2 Forschungsrichtungen: philosophisch-reflexiv (Sinn, Bedeutung) u. empirisch-positivistisch (beobachtbar)
  7. 7Beschreibe die theoretisch-philosophische Perspektive!Die theoretisch-philosophische Perspektive schließt kritisch-analytische, hermeneutische oder phänomenologische Reflexionen ein z.B. anthropologische u. soziokulturelle Voraussetzungen, Beweisverfahren, ökonomisch-politische Bestimmungen.
  8. 8Beschreibe die empirisch-erziehungswissenschaftliche Forschung!Es ist die methodische Herstellung von Wissen über Wirklichkeitsbereiche für kausal-analytische Zusammenhänge z.B. Untersuchung von Bildungssystemen, historische Materialien, Biographien.
  9. 9Was ist Wissenschaft?Wissenschaft versucht Phänomene und Zusammenhänge verstehbar und erklärbar zu machen; Aussage über Gegenstandsbereich; Zugriff methodisch gelenkt (empirisch, hermeneutisch-kritisch); Orientierung an Paradigmen; kontinuierliche Weiterentwicklung über Revisionsprozesse; fortschreitende Annäherung an sog. Wahrheit
  10. 10Was sind Paradigmen (in der BiWi)?allgemeingültig herrschende Voraussetzungen (z.B. Mensch ist "Gottesknecht", Mensch ist "Selbstliebhaber"; aktuell: Orientierung an säkularisierter Weltdeutung, kritisch-aufgeklärter Ethos)
  11. 11TheorieZusammenhang von Vorstellungen und ihren Begründungen
  12. 12Theorie in der BiWiAbgrenzung von Phänomenen untereinander, Verstehen der pädagogischen Dimension
  13. 13Unterschied zwischen Meinen, Glauben, WissenMeinen: keine Sicherheit, keine Erwartungshaltung zur Zustimmung; Glauben: stärkere Überzeugung, subjektiv, nicht belegbar; Wissen: im Anspruch objektiv gewiss; wissenschaftl. Wissen: intersubjektiv begründbar, auf Zustimmung der wissenschaftlichen Gemeinschaft angewiesen
  14. 14pädagogisches Alltagswisseneinziges Geltungskriterium ist Beitrag zur Bewältigung des Alltags (Laienwissen), Begründung ist die eigene Sozialisation, Familie, Freunde, Medien
  15. 15ProfessionswissenVoraussetzung: Studium, Erwerb im Berufsalltag, Problemlösung vor dem Hintergrund wissenschaftlicher Konzepte
  16. 16wissenschaftliches Wissen in der BildungErwerb in der Beschäftigung mit der Wissenschaft von Bildung; Voraussetzung für Professionswissen; kritisch-analytisch; schafft Distanzen, die für eine reflektierte Sicht der Praxis notwendig sind
  17. 17Was sind Grundbegriffe (in der BiWi)?Begriffe, die in der Wissenschaft selbst nicht mehr abgeleitet werden; zentrale ordnungs- und sinnstiftende Kategorien der Theoriebildung; Festlegung durch ständige Ableitung auf diese Begriffe im Rahmen der bildungswissenschaftlichen Diskurse; Fassung von Problemfiguren; Begründung und Abgrenzung von nicht theoretisch fundierten Verwendungsweisen; (BiWi: Erziehung, Bildung, Sozialisation)
  18. 18Erziehung - verbreitete allg. Vorstellunggelungene Integration in Gesellschaft und Kultur; Ausgleich von Defiziten; Korrektur; Stabilisierung von Welt, Gesellschaft, Kultur
  19. 19Erziehung - Ansätze: ArendtErziehung als permanente Erneuerung der Welt, konservative Erziehung zum Schutz des Alten vor dem Neuen und umgekehrt
  20. 20Erziehung - Ansätze: BernfeldReproduktion von Gesellschafts- und Machtstrukturen, Reaktion der Gesellschaft auf Entwicklungstatsache
  21. 21Erziehung - Ansätze: KantParadoxon Freiheit (Selbständigkeit und Neues) vs. Zwang (Grenzen, Regeln, Unterordnung)
  22. 22Erziehung - Ansätze: AdornoFörderung der kritischen Selbstreflexion und Autonomie, Bewegen zur Mündigkeit
  23. 23Problematik der Erziehungkein verlässlicher Intention-Wirkung-Übergang, Mensch kann nicht erzieherisch nach Plan geformt werden; Perspektive Erzieher-Erziehender unterschiedlich, Fertiges trifft auf Werdendes (s. Kafka "Hand" und "Material"), oft Erfahrung als Machtverhältnis (auch Willkür)
  24. 24Erziehungsbegriff in Abgrenzung zum BildungsbegriffErziehung: Verbindung mit Zucht, Disziplin, Unterordnung, Einordnung, Eingewöhnung, Kultivierung, Zivilisierung, Anpassung, machtstrukturiertes Verhältnis unter Maßgabe der Förderung
    Bildung (in Abgrenzung): mündige Lebensführung, Selbstgestaltung
  25. 25Erziehung - Herleitungjüdisch-christl. "musar": Zucht und Disziplinierung mit dem Ziel uneingeschränkten Gehorsams; griechisch "paideia": freie Selbstentfaltung
  26. 26Erziehung - SpannungsfelderZwang/Freiheit, Fremd-/Selbstbestimmung
  27. 27Erziehung - Rahmenhierarchisch höherstehende Instanz (z.B. Gott, Familie etc.)
  28. 28implizite Anthropologemebestimmen herrschende Vorstellungen vom Menschen insbes. vom Kind; im Kontext von anthropologischen Fiktionen von Mensch, Gesellschaft, Kultur und Welt; gebunden an historische Vorstellungen und alltägliche Erfahrungen; Basis für Erziehungsmetaphoriken
  29. 29implizite Anthropologeme - RousseauMensch ist von Natur aus gut, Gesellschaft und Zivilisation verderben ihn
  30. 30implizite Anthropologeme - PestalozziMensch ist von Natur aus "träg, unwissend, unvorsichtig, unbedachtsam, leichtsinnig, leichtgläubig, furchtsam und ohne Grenzen gierig" und in der Folge "heimtückisch, misstrauisch, gewaltsam, rachgierig, grausam"
  31. 31implizite Anthropologeme - HerderMensch unterliegt der Vernunft, Freiheit und Humanität, "er kann forschen, er soll wählen"
  32. 32Erziehungsmetaphorik "Wachsenlassen"Gärtner - Pflanze: natürliche Anlage und Entwicklung des Menschen, in die erzieherisch eingegriffen werden muss; Verbesserung der Natur/des Menschen
  33. 33Erziehungsmetaphorik "Führen"Hirte ("Anwalt des Kindes") - Geführter (hilflos): Unterordnung zum eigenen Wohle, Schutzfunktion, ausschließlich hierarchisch, Zögling hat blind und auch gegen seinen Willen zu folgen
  34. 34Erziehungsmetaphorik "Prägen und Füllen"Belehrender - leeres Blatt, Gefäß: Zeitfenster für bestimmte Prägung, Prägephasen; Inhalt entstammt 100% dem Erzieher
  35. 35Erziehungsmetaphorik "Schöpfung und Zeugung"Schöpfer - Träger einer heilsversprechenden, besseren Zukunft (auch: Architekt, Baumeister - Werk): Zeugung einer neuen Generation (Schleiermacher); Zeugung des Schönen, Hinlenkung zur Wahrheit (Platon); Zögling trägt Wunsch nach Wissen in sich, Erzieher muss die Wahrheit herausziehen (Sokrates); Reformpädagogik: Anspruch eines Neuen Menschen (Key); Erzieher "schafft" das gut erzogene sittliche Kind
  36. 36Erziehungsmetaphorik "Licht und Erweckung"Aufklärer - Geschöpf Gottes: Erkenntnis, Wahrheit; Zögling trägt Möglichkeit zur Erkenntnis in sich, Licht muss entzündet werden; mitunter indoktrinär ("richtige" Wahrheit)
  37. 37Erziehungsmetaphorik "Zähmen und Disziplinieren"Disziplinierender - Mensch im Naturzustand, Tier: Natur muss beherrscht und gebrochen werden, Kultivierung, Triebe/Begierden steuern und beherrschen, Körper wird zum Medium der Disziplinierung, Gehorsam ggü. Regeln/Normen/Gesetzen, Funktionieren als gesellschaftl. Glied; in der Praxis: drastische Strafen zur Brechung des Eigenwillens
  38. 38Erziehungsmetaphorik "Spiel und Regeln"Schiedsrichter: Einübung von Spielregeln, Spielraum für freiheitl. Entscheidungen, Regeln als Subjekt des Erziehens (entspricht Kontrollgesellschaft)
  39. 39normative Implikationen und ihre ProblematikUnterordnung unter Kultur, Gesellschaft, Tradition, Gebot Gottes usw.; müssten expliziert statt als gegeben angenommen zu werden (Reflexion über Machtstrukturen und unterschiedl. Praktiken der Disziplinierung)
  40. 40funktionale Erziehung + Fragestellungnicht intendierte Einflüsse z.B. Gesellschaft, Medien, Freunde; Ist Erziehung Absicht oder Wirkung?
  41. 41intentionale Erziehung + Fragestellungabsichtsvolles Tun; Können Erzieher ihr gesamtes Handeln explizieren? Was ist mit Absicht/Methoden ohne Wirkung? Was ist mit nicht-intendierten Folgen?
  42. 42Möglichkeit der Differenzierung in der Erziehung (Begriff) und Problemenur beobachtbare Wirkung in Ursache-Wirkungs-Relation (planvolles Unternehmen ausgeschlossen, da Wirkungsbetrachtung vor Intentionsbetrachtung); Probleme: unerwünschte Wirkungen, Legitimation des Gewünschten
  43. 43intentionale und funktionale Erziehung im Zusammenhangin Absicht-Wirkung Differenzierung von Subjekt-Objekt: wissenschaftstheoretisch nicht zwei Begriffe, sondern unterschiedl. Perspektiven (intersubjektive Nichttrennbarkeit)

Informações

Descrição
Allgemeine Einführung in die BiWi und der Erziehungsbegriff
Criado por
EstHa · jul 2014
Atualizado
18 jan 2017
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292
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