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Karteikarten

Klinische Psychologie I 1+2

Jas WE Klinische Psychologie Deutsch 53 Karten

Karten in diesem Stapel (53)

  1. 1Berufsfelder für Psychologen/innen50-60% Gesundheitswesen
    20-30% Wirtschaft
    15-18% Forschung
    5-7% Andere
  2. 2Drei Standbeine des wissenschaftlich begründeten therapeutischen Handelns?1. Alltagserfahrung
    2. Berufserfahrung
    3. Wissenschaft
  3. 3Rückschaufehler (hindsight bias)Def.: Phänomen, dass Menschen sich,
    nachdem sie den Ausgang von
    Ereignissen erfahren, systematisch
    falsch an ihre früheren
    Einschätzungen erinnern.
  4. 4Menschliche Fehler bei klinischer Urteilsbildung?- Überschätzung bestätigender Fakten
    - Abwertung widersprechender Fakten
    - Vernachlässigung von Basisraten: z.B. Modediagnosen
  5. 5Der „Erfinder“ des Begriffes Klinische Psychologie?Lightner Witmer, University of Pennsylvania
    - Gründer der ersten psychologischen (Kinder)-Klinik 1896
    - Erfinder des Begriffes „Klinische Psychologie“ 1907
  6. 6Womit beschäftigt sich die Klin. Psychologie?- psychischen Störungen
    - aussergewöhnlichen psychischen Zuständen
  7. 7Phänomene werden systematisch......beschrieben (Forschung, Klassifikation, Diagnostik, Epidemiologie)
    ...erklärt (Ätiologieforschung)
    ...behandelt (Therapieforschung)
  8. 8Aufgabenbereich: Deskription und Klassifikation?▫ Genaue Erfassung des Erscheinungsbildes der Störungen
    ▫ Identifikation von zusammenhängenden Symptommustern
    ▫ Sinnvolle Trennung versch. Symptommuster in Diagnosen
  9. 9Aufgabenbereich: Epidemiologie?▫ Verteilung der Störungen und damit zusammenhängender Variablen
    ▫ Korrelationen mit anderen Merkmalen
    ▫ Gesundheitspolitische Implikationen
    ▫ Wichtige Begriffe: Inzidenz (Neuerkrankungen), Prävalenz (Häufigkeit)
  10. 10Aufgabenbereich: Ätiologie?▫ Aufdeckung ursächlicher Faktoren für Entstehung, Aufrechterhaltung und
    längsschnittliche Variation von Störungen
    ▫ Ein- vs. mehrkausale Modelle
    ▫ Zuordnung von Ätiologie und Deskription (z.B. „Neurose“, PTBS)
  11. 11Aufgabenbereich: Therapie & Prävention?▫ Am stärksten anwendungsbezogen
    ▫ Bedeutung für Gesundheitsversorgung
  12. 12Angststörungen: Wie viele sind gegenwärtig betroffen?10% an mindestens einer Angststörung
    3% an einer schweren Form mit Begleiterkrankungen
  13. 13Die 5 weltweit wichtigsten Ursachen von Beeinträchtigung und Tod in DALYs?2020: Krankheit oder Verletzung
    1. Koronare Herzerkrankungen
    2. Unipolar major depression
    3. Verkehrsunfälle
    4. Cerebrovaskuläre Krankheiten
    5. Chronisch obstruktive
    Lungenkrankheit
  14. 14Ursachen für den Anstieg des Behandlungsbedarfs für psychische Störungen?- Veränderung der sozialen Rahmenbedingungen und Strukturen -> Globalisierung
    - Wissenschaftliche Erkenntnisse und
    Gesundheitsbewusstsein -> stärkere Inanspruchnahme
  15. 15Grundmodell der Ätiologie psychischer Störungen?1. Vulnerabilität, Diathese,
    Prädisposition
    2. Auslösende Bedingungen
    3. Aufrechterhaltende Bedingungen
    -> Schützende und
    gesundheitsfördernde Faktoren
  16. 16Ätiologie: Verständnis biopsychosozialer Zusammenhänge- Gehirn & Gene
    - Verhalten
    - Wahrnehmung/ Denken/ Gedächtnis
    - Körper
    - Emotionen
  17. 17Gradient genetischer Prädisposition über Störungen hinwegSchizophrenie -> kleiner Stressor, hohe genetische Prädisposition
    Depression -> mittlere Stressoren, mäßig
    PTBS -> hoher Stressor, DNA normal
  18. 18Emotionsregulations-Kompetenzen: Prozessmodell von Gross, 2007?Situationsmodifikation -> Situation
    Aufmerksamkeitslenkung -> Aufmerksamkeit
    Kog. Veränderung -> Bewertung (“Reappraisal“)
    Reaktionsmodulation -> Reaktion (“Suppression“)
  19. 19Stressvolle Lebensereignisse (life events) sind bedeutender Risikofaktor für Depression. Aber es gibt auch Resilienz, doch was zeichnet resiliente Personen aus?Fähigkeit zu Reappraisal
  20. 20Zwei-Faktoren-Theorie der Angstentstehung (klassische & operante Konditionierung)?- Phobische Reize sind CS, die ihre
    aversive Qualität durch Kopplung
    mit einem traumatischen
    Ereignis (UCS) und einer davon
    ausgelösten Angstreaktion (UR)
    erworben haben -> Klassische Konditionierung
    Angstreaktion ist CR. Motiviert Vermeidungsverhalten. Dies wird durch
    negative Verstärkung (Angstreduktion) aufrecht erhalten -> Operante Konditionierung
  21. 21Wie funktioniert Konfrontationsbehandlung von Phobien? Wiederholte Präsentation des CS -> Löschung
     Abbau des Vermeidungsverhaltens
  22. 22Kognitives Modell der Angstanfälle?Äusserer Reiz -> Wahrnehmung -> Bewertung "Gefahr" -> Angst (sichtbares Verhalten) -> physische Reaktion -> körpl. Symptome ->
  23. 23Wesentliche Ziele der Klinischen Psychologie?1. Reduktion der Häufigkeit psychischer Störungen (Subjektives Leid, Gesellschaftliche Kosten)
    2. Maßnahmen
    ▫ weitere Erforschung zur Verbreitung und zu den Störungsmechanismen
    (inkl. biologischer, psychologischer, sozialer Faktoren)
    ▫ Verbesserung der Therapien (Optimierung bestehender Therapien, Störungsspezifität)
    ▫ überdauernde Therapieeffekte und effiziente Nachsorge
    ▫ Früherkennung und Prävention
  24. 24Psychische Gesundheit - ein Thema mit Reichweite?1. Individuelle Bedeutung
    2. Gesellschaftliche Bedeutung
    ▫ Gesundheitskosten
    ▫ Wachsende Rolle psychischer Gesundheit
    3. Wissenschaftliche Grundfragen
    ▫ Was ist Gesundheit, was ist Krankheit?
    ▫ Zusammenspiel von Erbe und Umwelt
    ▫ Selbstverständnis des Menschen
  25. 25VO 2 Klassifikation (Teil 1)leer
  26. 26Was ist Gesundheit? (WHO, 1958)„Zustand vollkommenen körperlichen, psychischen und
    sozialen Wohlbefindens, nicht nur definiert durch die
    Abwesenheit von Krankheit oder Behinderung.“
  27. 273 Arten von Auffassungen von ”Gesundheit/Krankheit"?- kategorial (G & K trennbar)
    - typologisch (überschneidend)
    - dimensional
  28. 28Traditionelles medizinisches Modell von Krankheit?Erreger -> Infektion -> Erkrankung
    • Krankheit ist qualitativ verschieden von Gesundheit
    • Jede Krankheit hat eine spezifische Ursache, einen spezifischen Verlauf und einen spezifischen Endzustand
    • Ursachen liegen in biologischen Gegebenheiten
    • Krankheit wird ohne eigenes Zutun verursacht (keine Selbstverantwortung, Anspruch auf Hilfe)
    • biologische Therapien stehen im Vordergrund
  29. 29Biopsychosoziales Modell?1. Bei Betrachtung von Erkrankungen
    werden Prozesse aus unterschiedlichen
    Ebenen herangezogen
    2. Systemisches Modell:
    Multiple Faktoren und Konsequenzen
    3. „Leib“ und „Seele“ als einheitliches
    System
    4. Betrachtung der Bedingungen von
    Krankheit wie von Gesundheit;
    „Positiver“ Gesundheitsbegriff
  30. 30Gefahren des traditionellen medizinischen Modells?- Akzent auf inneren statt äußeren Ursachen
    • Meist monokausale Modelle
    • keine Eigenverantwortlichkeit der Patienten
    • Therapie statt Prävention,
    Krankheitsbekämpfung statt Gesundheitsförderung
    • somatischer Therapien
    • Favorisierung bestimmter Berufsgruppen und Ausbildungsinhalte
    • Problematik des Begriffes „Geisteskrankheit“
  31. 31Negative Aspekte des Begriffes ”Geisteskrankheit”?• Abwertender Begriff
    • Krankheitsmetapher führt nach dem Vorbild der Krankheitserreger-Theorie
    zur Suche nach monokausalen Ursachen
    - klammert psychosoziale Faktoren aus
    • Einrichtung führte zur Ausgrenzung
  32. 32Warum nicht Geisteskrank oder psychische Krankheit?- psychischen Störungen
    - es kann wissenschaftlich fundiert kein einfaches medizinisches Krankheitsmodell zugrunde gelegt werden
    - „Labelling“ vermeiden
  33. 33Labelling-Theorie?psychische Störungen entstehen erst durch die Etikettierung von Verhaltensweisen als krankhaft oder werden dadurch
    in ihrer Ausprägung oder Dauer verstärkt
  34. 34Dimensionale Perspektive - Welche Normen unterscheiden wir?1. Statistische Norm
    2. Subjektive Norm
    3. Soziale Norm
    4. Ideale Norm
  35. 35Statistische Norm?Definiert anhand empirischer Durchschnittswerte
  36. 36Ideale NormAllgemeingültig postulierte und philosophisch-weltanschaulich begründete Zustände
    der Vollkommenheit
  37. 37Soziale NormenGesellschaftlich definierte Verhaltensnormen
  38. 38Subjektive, funktionale NormIndividuelle Vorstellungen als Maßstab zur Beurteilung
  39. 39Mögliche Merkmale psychischer Störung?1. Statistische Normabweichung
    In der Wissenschaft: Favorisierung des Begriffes „abweichendes Verhalten“
    (abnormal behaviour)
    2. Soziale Normabweichung i.S.v. Regelverletzung
    ▫ Soziale Regeln, Gesetze, moralische Standards – in gewissem Grad willkürlich
    3. Fehlende Anpassung („maladaptiv“)
    ▫ Bezogen auf gesellschaftliche Standards
    4. Soziales Unbehagen
    ▫ Verletzung sozialer Regeln führt zu Unbehagen oder Besorgnis bei anderen
    5. Irrationalität / Unvorhersagbarkeit / Unkontrollierbarkeit
    ▫ Z.B. Angst, Halluzination, desorganisiertes Sprechen
    6. Leid
  40. 40Klassifikation Psychischer Störungen: Argumente GEGEN Klassifikation? Informationsverlust (z.B. pers. Details)
     Typologien können zugrunde liegende
    Dimensionen verschleiern
     Konstrukte als real wahrgenommen
     Gefahr der Verwechslung von
    Deskription und Erklärung
     Labelling und Stigmatisierung
     Pathologisierung
     Medizinisches Modell -> Medikamente
  41. 41Klassifikation Psychischer Störungen: Argumente FÜR Klassifikation? Strukturierung von Informationen
     Handlungsanleitung für Diagnostik und
    Therapie (spezif. Behandlungsmeth.)
     Kommunikation (einheitl. Nomenklatur)
     Grundlage für Wissensakkumulation
    (Praxis, Forschung)
     Systematische Untersuchung möglich
     Besseres Verständnis der zugrunde
    liegenden Ursachen
     Explizite Klassifikation besser als
    implizite
  42. 42Def Symptom?▫ Einzelner Indikator einer Erkrankung
    ▫ Können sich auf Affekte, Verhalten und Kognitionen beziehen
  43. 43Def Syndrom?▫ Gleichzeitiges Vorliegen mehrerer Symptome
    ▫ z.B. Niedergeschlagenheit, Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme,
    Suizidgedanken – Symptome des Syndroms Depression
  44. 44Hauptursachen unreliabler und unvalider Diagnosen?1. Schilderung der Beschwerden durch Patienten (ungenau, verzerrt, …)
    2. Erfassung durch Diagnostiker
    ▫ Unsystematische Erfassung der Symptombereiche
    ▫ Oft keine Verwendung von strukturierten klinischen Interviews
    ▫ Übersehen von Komorbidität
    ▫ Individuelle Vorlieben, Modediagnosen
    ▫ Bestätigungsdiagnostik
    - Vorerfahrung und Vorurteile
    - Orientierung an Diagnosen in Krankenakte
  45. 45Bessere Reliabilität durch standardisierte Befunderhebung (Interviewformen)?• Heute: Strukturierte und standardisierte Interviews
    ▫ DIPS: Diagnostisches Interview Psychischer Störungen (DSM, ICD, plus für
    die Therapie relevante zusätzliche Information)
    ▫ SCID: Structured Clinical Interview for DSM
    ▫ CIDI: Composite International Diagnostic Interview (WHO: ICD)
  46. 46Hauptprinzipien von DSM und ICD?• Breite, detaillierte Beschreibung der diagnostischen Kategorien
    • Explizite inhaltliche und zeitliche Kriterien
    • Weitgehende Operationalisierung der diagnostischen Merkmale:
    Kriterienkatalog, Ein- u. Ausschlusskriterien, Verknüpfungsregeln
    • Kulturelle Unterschiede werden berücksichtigt
    • Weitgehender Verzicht auf theoretische bzw. ätiologische Modelle
    (soweit nicht wissenschaftlich abgesichert)
    • Konzept der multiplen Diagnosen (Komorbidität)
    • Diagnostische Entscheidungsbäume
    • Messinstrumente: Strukturierte klinische Interviews
  47. 47Unterschiede DSM und ICD?• Unterschiede in Anzahl und Beschreibung der Störungen
    • im ICD mehr Kompromissfindung (Beteiligung von 140 WHO-Mitgliedstaaten)
    • DSM-Systeme vergleichsweise innovativer (z.B. Wegfall des Neurosenbegriffs)
    • DSM beinhaltet für jede Störung das Kriterium „verursacht in klinisch
    bedeutsamer Weise Leiden oder Beeinträchtigung in sozialen,
    beruflichen oder anderen Funktionsbereichen.“
  48. 48Wesentliche Änderungen mit DSM-5?• Aufgabe des multiaxialen Systems (Achse I - V)
    • Neuanordnung der Störungen (z.B. PTBS)
    • Informationen zur Störungsbeschreibung aktualisiert
    • Oft diagnostische Kriterien geringfügig modifiziert, meistens
    Verringerung von Schwellen-Kriterien (dimensionales
    Element: Einstufung der Diagnosen in „mild“, „mittel“ oder „schwer“)
    • Einführung Schwerer und Leichter Kognitiver Störungen
    • Aufhebung von Trauerreaktionen als Ausschlusskriterium für Depression
    • Neue Störungskategorien, z.B. «Binge-Eating»-Störung; Prämenstruelle Dysphorische Störung; Disruptive Stimmungsdysregulationsstörung; Koffeinentzug
    • Einige Störungen wurden ausgeschlossen, z.B. Störung mit Sexueller Aversion; Undifferenzierte Somatoforme Störung
    • Nach wie vor keine Diagnosen sind Burnout-Syndrom, Komplexe PTBS, Internetabhängigkeit
  49. 49unterschiedlicher Interessenslagen bei Kontroverse DSM-5?• Patienten und Patientenorganisationen
    • Therapeuten
    • Wissenschaftler
    • Pharmakonzerne
  50. 50Problem der Grenzziehung: Zwei Fallen für Laien und Fachleute?- Pathologisierung
    - Trivialisierung
  51. 51Ältere Antidepressiva?TZA (trizyklische Antidepressiva)
    MAOI (Monaminooxydasehemmer)
  52. 52Moderne Antidepressiva (2. Generation)?SSRI, SNRI, NaRI, NaSSA
  53. 53—

Informationen

Beschreibung
Klinische Psychologie Karteikarten am Klinische Psychologie I 1+2, erstellt von Jas WE am 03/11/2016.
Erstellt von
Jas WE · Nov 2016
Aktualisiert
7 Nov 2016
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18
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