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Karteikarten

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Sabrina Ko Psychologie Deutsch 48 Karten

Karten in diesem Stapel (48)

  1. 13 Untersuchungarten (+ Bsp + Zweck)1. Explorative Untersuchungen
    – Zielsetzung: Theorien und Hypothesen zu bilden (und nicht zu prüfen)
    – kommen dann zum Einsatz, wenn noch nicht ausreichend elaborierte Konzepte zu einem Gegenstand vorliegen  d.h. sich auf Basis bisheriger Kenntnisse keine konkreten statis-tisch prüfbaren Hypothesen ableiten lassen
    – sind hypothesenprüfenden Untersuchungen oft vorgeschaltet
    → z.B. Socialmedia-Nutzung
    2. Explanative Untersuchungen
    – Werden zur Überprüfung von bestehenden Theorien und literaturgestützten Hypothesen eingesetzt (Diese Theorien müssen operationalisierbar sein)
    – Auf Basis vorangegangener Untersuchungen oder Theorien werden Hypothesen abgeleitet und dann mit bestehenden statistischen Testverfahren überprüft
    → z.B. Unterscheiden sich Männer und Frauen Studienwahl? (Vorangegangenen Studien: Frauen eher soziale Studiengänge)
    3. Deskriptive Untersuchungen
    – Werden zur Beschreibung von Grundgesamtheiten und Populationen durchgeführt
    – Die Basis der Befunde bilden dabei Stichprobenergebnisse
    – dabei werden ausschließlich deskriptive Maße berechnet
  2. 25 Operationalisierungsstrategien1. Häufigkeit: Wie oft tritt ein bestimmtes Verhalten oder Merkmal auf? Das Merkmal muss so definiert sein, dass es über verschiedene Personen hinweg identifizier- und zählbar ist
    2. Reaktionszeit: Wieviel Zeit vergeht bis eine Person nach Darbietung eines Stimulus reagiert? Das, was unter einer Reaktion verstanden wird, muss klar definiert bzw. operationalisiert sein
    3. Reaktionsdauer: Wie lange reagiert eine Person auf einen Stimulus? Das, was unter einer Reaktion verstanden wird,muss klar definiert bzw. operationalisiert sein.
    4. Reaktionsstärke: Wie stark / intensiv reagiert eine Person auf einen Stimulus? Das, was unter einer Reaktion verstanden wird, muss im Hinblick auf Intensität messbar sein. Dabei müssen dem Gegenstand angepasste Messinstrumente vorliegen
    5. Wahlreaktionen: Welche Wahl trifft jemand angesichts mehrerer vorhandener Optionen? Dabei müssen dem Gegenstand angepasste Messinstrumente vorliegen, zum Beispiel Multiple-Choice-Fragen.
  3. 3Probabilistische Testtheorie =? Nicht-probabilistische Testtheorie=? + Welche Stichprobenarten gibt es?Unterschied:
    Bei probabilistischen: Zufall, von Stichprobe kann auf Population übertragen werden
    Bei nicht-probabilistischen nicht: Ein Aspekt vorhanden, der Zufall ausschließt.
    Probabilistisch: Einfache Zufallsstichprobe
    Geschichtete Stichprobe
    Klumpenstichprobe
    Mehrstufige Stichprobe
    Nicht-prob.: Ad-hoc-Stichprobe
    Theoretische Stichprobe
    Quotenstichprobe
  4. 4Wann ist Vollerhebung nicht möglich?Vollerhebung nicht möglich, wenn:
    – die Population unendlich groß ist
    – die Population nur teilweise bekannt ist
    – die Art der Untersuchung die Population beeinflusst oder zerstört
    – die Untersuchung aller Elemente der forcierten Population zu aufwendig wäre
  5. 5Wie kann man den Rücklauf verbessern?Verbesserung des Rücklaufs:
    – Art der Befragung: geringe Rücklaufquote bei postalischer Befragung
    – Sender: „Autoritäten“, die hinter einer Befragung stehen (z.B. Universitäten, Ministerien etc.) erreichen höhere Rücklaufquoten
    – Anreiz: Sogenannte ‚Incentives‘ (z.B. Verlosung eines Büchergutscheines) erhöhen die Rücklaufquote
    – Inhalt der Fragestellung: „Spannende“ Fragestellungen erhöhen den Rücklauf
    – Formale Aspekte: Angemessener sprachlicher Duktus (auf Zielgruppe abstimmen); anspre-chendes Layout; keine Rechtschreibfehler
    – Erinnerungsschreiben nach Ablauf der Rücksendefrist
    – Anonymität muss gewährleistet werden
  6. 6Auf welchen Wert achtet man bei Non-Responder-Analyse?p-Wert signifikant oder nicht? Standardisierte Residuuen Intervall von + - 1.96
  7. 7Vorteile/Nachteile schriftliche und mündliche Befragung?Schriftliche Befragung:
    • Vorgabe selbstständig und schriftlich zu bearbeitender Fragebögen.
    • Hohe Strukturierung der abgefragten Inhalte (Items).
    • Verzicht auf Eingriffe durch VersuchsleiterInnen.
    • Häufig per Post oder E-Mail zugesendet.
     Nachteil: klare Instruktion, da keine Nachfragen möglich; Probleme bei Unsicherheit mit Spra-che, Häufig geringere Rücklaufquoten
     Vorteil: Anonymer → Tendenz zu ehrlicherer Beantwortung
     zB vorteilhaft bei Befragung über schambehaftete Themen wie Sexualität. Hier viel anonymer und Probanden antworten ehrlicher (Zettel austeilen in der Uni zB)
    Mündliche Befragung:
    • persönlich durchgeführte Interviews.
    • Kann offen, strukturiert oder nur teilweise strukturiert sein.
    • Kann sowohl „Face-to-Face“ oder aber telefonisch durchgeführt werden.
     Nachteil: Stärkere InterviewerInneneffekte als bei anonymisierten Befragungen, höherer Per-sonalbedarf, zeitlich aufwendig und kostenintensiv
     Vorteil: Nachfragen sind jederzeit möglich; Adaption des Sprachniveaus
  8. 8Bitte beschreiben Sie, worauf bei der Generierung eines Itempools zu achten ist, d.h. welche Frageformate zu wählen sind.Geschlossene Fragen:
    • sind offenen Fragen vorzuziehen
    • höhere Objektivität; zeitliche Ökonomie
    Offene Fragen:
    • geeignet bei längeren Fragebögen
    • Probleme: Auswertungsobjektivität; hoher zeitlicher Aufwand (Kodierungen müssen vorge-nommen und überprüft werden)
    Unterscheidung zwischen Fragen und Statements
    Fragen:
    • allgemeinere Formulierung.
    • bei Exploration konkreter Sachverhalte vorzuziehen.
    Statements:
    • Provozierende Formulierungen prädestinieren zu klarerer Positionierung.
    • Für die Analyse von Meinungen, Positionen und Einstellungen vorzuziehen.
    Skalierung: geradzahlig vs ungeradzahlig
    (heikle Themen aufpassen)
  9. 9Beschreiben Sie, was unter einer Raterübereinstimmung zu verstehen ist und in welchen Fällen diese berechnet wird. Erklären Sie darüber hinaus, auf welche(n) Kennwert(e) dabei zu achten sind/ist bzw. wie bei der Interpretation genau vorgegangen werden muss.Um die Güte eines Kategoriensystems zu überprüfen, wird die Objektivität durch Raterübereinstim-mungen geprüft. Eine Form die Raterübereinstimmung bei nominalen Variablen, ist der Kappa-Koeffizient.
    = Ausmaß der Übereinstimmung der Beobachtungsergebnisse zweier oder mehrerer Beobachter desselben Vorgangs (auch Interrater-Reliabilität genannt)
    Kappa sollte mindestens 0.70 betragen (dann spricht man von einer guten Übereinstimmung)
    Betrachtung der Hauptdiagonale (Übereinstimmungen)
    o Im Idealfall sollte nur die Hauptdiagonale besetzt sein
    o Abweichungen deuten auf nicht klar definierte Kategorien hin.
  10. 10Fragenbogen entwickeln. Welche Schritte muss sie dabei beachten? (Bis Schritt 3: Generierung Itempool)1. Begriffsdefinition / Festlegung der Inhalte: Definition des interessierenden Konstruktes
    – Brainstorming und Recherche bezüglich „aller“ den Begriff umfassender Inhalte
    – Überprüfung der gesammelten Inhalte auf Überschneidungen und Wiederholungen, sowie Vornehmen von Ergänzungen
    – Strukturierung in homogene Facetten (Facettenanalyse)
    2. Literaturrecherche und Bestandsaufnahme bestehender Instrumente
    – Überprüfen, ob bereits bestehende Erhebungsinstrumente / Operationalisierungen vor-liegen
    – Besteht das Ziel ein eigenes Instrument zu entwickeln, fungieren diese in erster Linie als Orientierung
    3. Generierung eines Itempools: Auswahl der Fragenformate: Facettenanalyse
    • Geschlossene Fragen:
    o sind offenen Fragen vorzuziehen
    o höhere Objektivität; zeitliche Ökonomie
    • Offene Fragen:
    o geeignet bei längeren Fragebögen;
    o Probleme: Auswertungsobjektivität; hoher zeitlicher Aufwand (Kodierungen müssen vorgenommen und überprüft werden)
    o Statement oder Fragen
  11. 11Was ist die Thurston Skala?Thurston-Skala
    - Eignet sich besonders für das Erfragen von Einstellungen
    - ist ein Satz von Items, der möglichst viele Ausprägungen eines Konstruktes abdeckt. Diese werden einer Gruppe von ExpertInnen vorgelegt, welche eine Gewichtung vornehmen.
    - Beurteilung jeder Frage auf einer Skala von 0-11, inwieweit die Bejahung dieser Frage die Merkmalsausprägung zum Ausdruck bringt.
    - Der Skalenwert für ein Item ist dann die durchschnittliche Itemeinstufung
  12. 12Was ist die Likert-Skala?Likertskala
    - Rating-Skalen (klassische eingesetzt bei Selbsteinschätzung)
    - = Ein Satz von Items, der möglichst viele Ausprägungen eines Konstruktes abdeckt.
    - Vorgabe an eine Eichstichprobe: Muss beurteilen ob z.B. ein Statement (1) eindeutig zutrifft, (2) zutrifft, (3) weder noch zutrifft, (4) nicht zutrifft, (5) eindeutig nicht zutrifft. Jede Ant-wortkategorie ist mit einem Punktwert versehen. Die Punktwerte aller Items werden dann zusammengezählt und bilden den Skalenwert.
    - Items mit geringer Trennschärfe werden ausgeschlossen
    - wenns zB bevölkerungssrepresentativ sein soll
     Nachteil: Mittelkategorie ist nicht immer eindeutig zu interpretieren; entweder muss diese genau expliziert werden oder man gibt vierstufige Antwortformat vor.
     Gemeinsamkeit der beiden: ordinale Skalierung, Items decken Konstrukt genau ab
  13. 13Was ist die Guttman-Skala?Guttman-Skala
    - Sehr aufwändige Form der Skalen- und Itemgenerierung
    - Eine Person mit höherer Merkmalsausprägung muss mindestens alle Items lösen/bejahen, die eine Person mit geringerer Merkmalsausprägung löst/bejaht → es muss also eine kon-stante Reihe der Bejahung vorliegen
    - Sobald ein Item nicht gelöst/bejaht wird, müssten (bei Modellkonformität) alle darauffolgen-den ebenfalls nicht gelöst bzw. verneint werden. Es funktioniert nach einer Hierarchie
    - Erstellen einer Antwortmatrix und Analyse ob das Antwortverhalten modellkonform ist oder nicht
    - Sobald 1 Item verneint wird, muss das beim Rest auch zutreffen (1. Unterscheid), Antwort-verhalten muss eingeschätzt werden (2. Unterschied), Skalierung ist hier dichotom (ja/nein, richtig/falsch) (3. Unterschied) die anderen sind ordinal.
  14. 14Bitte erklären Sie in eigenen Worten die Idee der Faktorenanalyse und zu welchem Zweck diese durchgeführt wird.Faktorenanalyse generell: ist ein Verfahren zur Dimensionsreduktion. Es wird der Frage nachge-gangen, ob einzelne Items zu einem übergeordneten Score zusammengefasst werden können. Dieser Frage liegt die Überlegung einer sog. Latenten Dimension zugrunde, welche einzelne Items verbindet.
    Latente Dimensionen = nicht direkt abgefragte Faktoren, die sich in der Beantwortung der Itmens zeigen. Sie sind Indikatoren für die dahinterliegende Dimension → Beispiel hierfür wären zB die Big Five.
    Explorativ, weil es nicht hypothesenprüfend ist. Man schaut, inwieweit die Items sich zu latenten Dimensionen zusammenfasen lassen.
    Faktorenanalyse geht von gleicher Skalierung aus
  15. 15Bitte benennen und erklären Sie die drei Kriterien zur Bestimmung der Anzahl an Dimensio-nen/Faktoren und gehen Sie dabei speziell auf zu beurteilende Kennwerte und deren Bedeutung ein.3 „Abbruchkriterien“ zur Bestimmung der Faktorenanzahl:
    1. Eigenwertkriterium: Summe der quadrierten Ladungen über alle Items auf einem Faktor
    • Ladung = wie hoch korrelliert ein Item mit der Dimension → zeigt den Zusammenhang zwi-schen Variable und Faktor an und liegt im Intervall von -1 bis 1
    • drückt die Wichtigkeit eines Faktors aus
    • Soll > 1 sein, dann wird mehr Varianz als durch ein einzelnes Item aufgeklärt.
    2. Screeplot (Knickkriterium): Suche nach Eigenwertabfall
    Es werden so viele Faktoren angenommen, wie vor dem ersten großen Abfall angezeigt wer-den.
    3. Informationskriterium: Varianzaufklärung (Wieviel Varianz erklärt das Dimensionsschema?)
    Sollte mindestens 60% erklären (wenn nicht, dann ist es eine subotimale Lösung, aber es ist nicht gleich ein Abbruchkriterium, weil die Varianz von vielen Faktoren abhängt). Ab 60% hätte man also gute Struktur
  16. 16Beschreiben Sie, wie die Benennung bzw. die Zuweisung von Items zu Dimensionen verläuft sowie was eine negative Itemladungen zu bedeuten haben und wie in weiterer Folge damit umgegangen wird.Leitfrage: Durch welches Item ist das Konstrukt definiert?
    Die Ladung beschreibt wie hoch ein Item mit dem Faktor korreliert, und liegt zwischen -1 bis 1). Eine Ladung sollte mindestens 0.3 betragen! Items mit negativer Ladung, „messen“ das Gegenteil der übrigen Items des Faktors und müssen vorher umgepolt werden
    Die Ladungsmatrix gibt eine Übersicht der Zusammenhänge aller untersuchten Variablen (Items) mit allen vorgeschlagenen Faktoren. Die Ladungen eines Items werden für jeden Faktor angezeigt. Hier müssen die Faktoren/ Dimensionen charakterisiert bzw. benannt werden.
    Unterschieden wird zwischen rotierter und nicht-rotierter Ladungsmatrix (IMMER die ROTIER-TE Ladungsmatrix interpretieren!). Rotation bedeutet, dass durch die Rotation der Achsen im Fak-torraum eine möglichst eindeutige Beschreibung der Items durch die Faktoren erzielt werden soll. Die Zuordnung der Items zu einem Faktor wird hier ersichtlicher.
    • grundsätzliche Unterscheidung in orthogonale (z.B. Varimax) und oblique (z.B. oblimin) Ro-tation.
    • Im 3-dimensionalen Raum wird inhaltliche Passung erst deutlich.
  17. 17Bitte beschreiben Sie in eigenen Worten, wozu eine konfirmatorische Faktorenanalyse durch-geführt wird und in was für Fällen diese angewendet wird. Geben Sie abschließend ein eigenes Beispiel, bei welchem die Anwendung einer konfirmatorischen Faktorenanalyse angebracht wäre.KFA - dient dazu, theoretisch oder empirisch fundierte Modelle hinsichtlich ihrer Güte zu prüfen (weicht meine Datenstruktur signifikant von der Normverteilung ab?)
    - Im Gegensatz zur explorativen FA geht es bei der KFA darum, ein bereits reduziertes Fakto-renmodell zu testen.
    - Eine Möglichkeit der Durchführung einer KFA ist die Qui-Quadrat-Testung und die Modelltestung bzw. Testung des Modell-Fits in der Software AMOS
    Z.B. bei Fragebögen, die in eine andere Sprache übersetzt wurden (Gütekriterien nicht mehr in der geeignetenForm gegeben, Sinn hinter den Wörtern könnte verloren gegangen sein)
  18. 18Bitte stellen Sie die konfirmatorische Faktorenanalyse der explorativen Faktorenanalyse ge-genüber.Im Gegensatz zur explorativen FA geht es bei der KFA nicht darum, Daten zu reduzieren bzw. Fak-toren zu explorieren, sondern ein bereits reduziertes Faktorenmodell zu testen
    Bei der explorativen FA geht es um die Aufdeckung von unbekannten Strukturen der vorliegenden Variablen. Vor der Analyse ist sowohl die Anzahl der extrahierenden Faktoren als auf deren Bedeu-tung unbekannt. Es ist ein strukturerkennendes Verfahren.
    → Eigenkriterium, Informationskriterium, Screeplot (Abbruchkriterien zur Anzahl der Faktoren)
    Bei der konfirmatorischen Faktorenanalyse existiert hingegen schon eine konkrete Vorstellung über die möglichen Faktoren. Mit Hilfe der konfirmatorischen Faktorenanalyse soll nun die vorge-gebene Faktorenstruktur auf ihre Konsistenz mit den vorhandenen Daten ermittelt werden. Es handelt sich um ein strukturüberprüfendes Verfahren.
    → Qui-Quadrat-Testung (anfällig auf Signifikanz) und anhand von Fit-Indizes wird Modell bewertet
  19. 19Bitte nennen Sie die Voraussetzungen, welche im Rahmen einer explorativen Faktorenanalyse vorliegen müssen, damit diese durchgeführt werden kann. Gehen Sie dabei auf die entspre-chende Kenngrößen ein.1. Stichprobengröße / -Stichprobeneignung
    • Mind. 10 Personen pro Item.
    • Eigenwert größer als 1
    • Informationskriterium über 60%
    • Kaiser-Meyer-Olkin sollte > 0.5 sein.
    • Anti-Image-Matrix: Werte in der Hauptdiagonale sollten ebenfalls > 0.5 sein
    2. Ausgangsvariation
    • Weil Homogene Stichproben meist eine geringe Variation aufweisen, was zu vielen schwa-chen Faktoren führt.
    • Ob sie hoch genug ist, lässt sich über den Bartlett-Test auf Sphärizität überprüfen. Dieser muss signifikant sein, damit dieses Kriterium als erfüllt angesehen werden kann.
  20. 204) Bitte formulieren Sie im Rahmen einer konfirmatorischen Faktorenanalyse die entsprechende Null- und Alternativhypothese und erklären abschließend wie diese getestet und entlang welcher Kennwerte beurteilt werdenUm den Modellfit zu bestimmen wird folgende Hypothese überprüft:
    H0: Das Modell (zB zu Narzissmus) passt zu der vorliegenden Datenstruktur.
    H1: Das Modell weicht von der Datenstruktur ab.
    Um diese Hypothese zu überprüfen, wird der sog. exakte Fit entlang der ᵡ²-Statistik beurteilt.
    • Liegt ein NICHT signifikantes Ergebnis vor, weicht die im Modell angenommene Daten-struktur nicht von den empirischen Daten ab.
    • Für ein Modell Fit muss der p-Wert > 0,05 sein, damit die H0 gilt
    • Allerdings ist der p-Wert abhängig von der Stichprobengröße.
    Als alternative Maße für den Modell-Fit werden daher auch stichprobenunabhängige Indizes herangezogen (Wie viel Varianz erklären wir gegenüber Nullmodell? als Grundfrage):
    o Cmin/df (sollte ca. Wert 3 annehmen)
    o CFI (Sehr guter Fit bei .95)
    o RMSEA (sollte mind. ≤ .08 bei N< 250; und ≤ .06 bei N> 250 sein)
    o SRMR bei unvollständigen Daten (0.3)
  21. 21a) Ein Kollege hat im Zuge einer empirischen Untersuchung AnhängerInnen der Partei „Die Grünen“ zum Thema Mülltrennung befragt und möchte nun eine explorative Faktorenanaly-se durchführen, um mögliche Faktoren zu Einstellungen bezüglich dieses Themas zu iden-tifizieren. Mit welchen möglichen Problemen hat sie zu rechnen? Auf welche Vorausset-zung(en) sollte sie dabei besonders achten?1. Stichprobengröße / -Stichprobeneignung
    • mindestens 10 Personen pro Item.
    • Kaiser-Meyer-Olkin: sollte > 0.5 sein.
    • Pro Item sollte sich die Anti-Image-Matrix angesehen werden: Werte in der Hauptdiagonale sollten ebenfalls > 0.5 sein
    2. Ausgangsvariation
    • Homogene Stichproben weisen meist eine geringe Variation auf, was zu vielen schwachen Faktoren führt
    • Ob die Ausgangskorrelation hoch genug ist, lässt sich über den Bartlett-Test auf Sphärizität überprüfen. Dieser muss signifikant sein, damit dieses Kriterium als erfüllt angesehen wer-den kann.
    Mögliche Probleme:
    Insbesondere bei subjektiven Persönlichkeitstests oder auch Befragungen besteht die Möglichkeit der sozialen Erwünschtheit im Antwortverhalten.
    - Motiviert durch die Furcht sozialer Verurteilung, wird bei vielen Personen zu einem sozial kon-formen Antwortverhalten tendiert.
    - Dabei wird sich an allgemein anerkannten Normen orientiert, anstatt die tatsächlich, persönliche zutreffende Antwort zu geben.
    - Die sog. Faking-Good-Instruction ist eine Möglichkeit Anfälligkeit auf soz. Erwünschtheit zu überprüfen.
  22. 22Bitte beschreiben Sie in eigenen Worten was unter innerer Konsistenz und was unter Item-trennschärfe zu verstehen ist und gehen Sie darüber hinaus darauf ein, wie hoch Cronbach´s - Alpha sein sollte, um von einer guten inneren Konsistenz einer Skala ausgehen zu können. Gehen Sie dabei außerdem besonders auf Part-Whole-Korrektur ein.Innere Konsistenz:
    Der Cronbach-α-Koeffizient (mindestens .80) ist ein Maß für die innere Konsistenz einer Skala.
    • d.h. es gibt an, wie gut die Items einer Skala zusammenpassen.
    Itemtrennschärfe
    • Korrelation des Items mit der Gesamtskala
    • gibt Auskunft darüber, wie gut ein einzelnes Item die Gesamtskala repräsentiert
    • Mathematisch ist sie eine korrigierte Korrelation eines Items mit der übrigen Skala
     d.h. dass das untersuchte Item aus der Skala entfernt wird und mit dem Score der Skala (ohne das betroffene Item) korreliert wird.
    Das Entfernen des Items vor der Korrelation mit der Skala wird als Part-Whole-Korrektur bezeich-net. Würde das Item zuvor nicht aus der Skala entfernt, käme es zu einer partiellen Eigenkorrela-tion.
    • Dadurch käme es zu einer Überschätzung der Trennschärfe.
    • Ohne Korrektur würde nämlich die Korrelation des Items mit sich selbst berücksichtigt.
    Die Trennschärfe sollte mindestens r= +.30 betragen.
    • Genau wie der Korrelationskoeffizient liegt auch die Trennschärfe zwischen -1 und +1
    • Invers formulierte Items müssen umgepolt werden.
  23. 23Bitte geben Sie an, welche Arten von psychologischen Tests Sie kennen und in welcher Weise diese für Testverfälschungen „anfällig“ sind.1. Leistungstests
    – wenn Aufgaben objektiv richtig oder falsch zu beantworten sind (d.h. ein Beurteilungsmaßstab vorliegt)
    – Speed-Test: Bearbeitungszeit begrenzt
    – Power-Test: sukzessive Steigerung des Anforderungsniveaus
    – Die Verfälschung kann – je nach Zielsetzung - sowohl in Form einer Simulation und Dissimulation bestehen.
    2. Persönlichkeitstests
    – Richtig-Falsch-Kategorisierung der Antworten nicht möglich
    – Fokus auf: Eigenschaften, Motive, Interessen, Einstellungen etc.
    – Bei sog. Objektiven Persönlichkeitstests bleibt die Messintention verborgen
    – Subjektive Persönlichkeitstests basieren auf Selbsteinschätzungen und sind leichter zu verfäl-schen
    – Es besteht die Möglichkeit der sozialen Erwünschtheit im Antwortverhalten
    → Soziale Erwünschtheit
  24. 24Bitte beschreiben Sie, was im Rahmen psychologischer Testungen unter sozial erwünschtem Antwortverhalten, Simulation und Dissimulation verstanden wird. Bitte geben Sie darüber hinaus je ein eigenes Beispiel in welchen Kontexten Simulation und Dissimulation vorkommen.Simulation
    • Gezielter Versuch hohe Testwerte zu erreichen
    • Ist bei Leistungstests nur eingeschränkt möglich (einzige Möglichkeit: Raten)
    • Bei Persönlichkeitstests werden positiv konnotierte Eigenschaften überbetont
    → z.B. Teamfähigkeit im Assessmentcenter zur Qualifikation eines Traumjobs
    Dissimulation
    • Gezielter Versuch niedrige Testwerte zu erreichen
    • Bei Leistungstests: „Dumm stellen“; Items bewusst falsch beantworten
    • Bei Persönlichkeitstests: Verbergen „negativer“ Eigenschaften
    → z.B. während mündlicher Befragung zum Thema Rassismus würde man nie Ausländerfeindlich-keit offen zugeben
    Soziale Erwünschtheit
    Motiviert durch die Furcht sozialer Verurteilung, wird bei vielen Personen zu einem sozial konfor-men Antwortverhalten tendiert. Dabei wird sich an allgemein anerkannten Normen orientiert, anstatt die tatsächlich, persönliche zutreffende Antwort zu geben
    → z.B. Item „Ich habe schon einmal die Unwahrheit gesagt.“, bei Einstellungstests, Assess-mentcenter
    Faking Good Instruction = Möglichkeit zu messen wie anfällig ein Test für soz. Erwünschtheit ist
  25. 25Bitte beschreiben Sie die Ihnen bekannten Strategien möglichen Testverfälschungen entgegenzuwirken detailliert.1. Ausbalancierte Antwortvorgaben
    Die Antwortvorgaben / Kategorien werden so gestaltet, dass diese einen ähnlichen Grad sozialer Erwünschtheit aufweisen
    2. Aufforderung zu korrektem Testverhalten
    • In Form einer Zusatzinstruktion dazu auffordern, die Items ehrlich zu beantworten
    • (Nutzen bleibt in der Praxis jedoch fraglich (Hoeth & Koebeler, 1967))
    3. Objektive Tests
    Testziel bzw. gemessene Konstrukt bleibt für die Testperson undurchschaubar
    4.Kontrollskalen
    • Sammlung von Items, die besonders sensitiv für sozial erwünschte Antworttendenzen sind.
    • Erfassung von Verhaltensweisen/Eigenschaften, die allgemein positiv bzw. negativ konno-tiert sind, jedoch so selten/oft auftreten, dass eine Bejahung bzw. Verneinung einen Un-glaubwürdigkeit-Indikator darstellt  Z.B.: „Ich benutze niemals eine Notlüge“
    (MMPI F, L und K Wert)
    5. Random-Response-Technik
    • Grundannahme: Ehrlicheres Antwortverhalten, wenn Person glaubt, dass sich ihr tatsächliches Antwortverhalten nicht rekonstruieren lässt. (Würfeln)
  26. 26Bitte geben Sie an, was unter dem Gütekriterium der Objektivität zu verstehen ist. Gehen Sie darüber hinaus auf die verschiedenen Formen der Objektivität ein und wie versucht wird diese sicherzustellen.Gütekriterien: Es wird zwischen Haupt- und Nebengütekriterien unterschieden. Objektivität ist eines von den 3 Hauptkriterien  Definition: Der Grad, in dem die Ergebnisse eines Tests unab-hängig von der / dem jeweiligen UntersucherIn ist. Unterschieden wird zwischen:
    a.) Durchführungsobjektivität
    – Durchführung eines Tests muss über verschiedene Untersuchungen hinweg konstant sein
    – Genaue Definition wie und unter welchen Bedingungen ein Test durchzuführen ist
    – Bearbeitungszeit sowie potentielle Hilfestellungen müssen vorab definiert sein (Durchfüh-rung nach Testmanual)
    – Sicherstellung der Durchführungsobjektivität: Verwendung einer standardisierten Instruktion.
    b.) Auswertungsobjektivität
    – Bei der Auswertung eines Tests müssen unterschiedliche AuswerterInnen zum selben Er-gebnis kommen
    – Sicherstellung der Auswertungsobjektivität: Auswertungsvorschriften müssen im Vorfeld klar definiert sein. Dabei helfen Auswertungsblätter oder –Schablonen.
    c.) Interpretationsobjektivität
    – Die Beurteilung der Testergebnisse muss bei verschiedenen Auswertern gleich sein
    – Normwerte wichtig
  27. 27Bitte geben Sie an, was unter dem Gütekriterium der Reliabilität zu verstehen ist. Gehen Sie darüber hinaus auf die verschiedenen Formen der Reliabilität ein und wie diese überprüft werden können.Definition: Grad der Genauigkeit ein Merkmal zu messen, wobei die Genauigkeit unabhängig da-von ist, ob der Test dieses Merkmal auch zu messen beansprucht.
    Innere Konsistenz / Testhalbierungsreliabilität
    Innere Konsistenz: Die Items des Tests werden separat betrachtet und untersucht, ob diese Items zusammenpassen (Cronbach´s-Alpha)
    Testhalbierungsreliabilität (Split-Half-Reliabilität):
    Der Test wird in zwei möglichst gleich große Hälften geteilt, welche anschließend miteinander kor-reliert werden. Dabei können drei Kennwerte herangezogen werden:
    (1) Bivariate Korrelation der beiden Testhälften;
    (2) Spearman-Brown-Koeffizient;
    (3) Guttman-Split-Half-Koeffizient
    Retest-Reliabilität / Stabilität
    Der Test wird zu zwei verschiedenen Messzeitpunkten durchgeführt. Die Ergebnisse der beiden Testzeitpunkte werden in weiterer Folge korreliert. Die Stärke des Zusammenhanges ist jedoch abhängig von verschiedenen Störvariablen:
    • Negative Lebensereignisse zwischen den Messzeitpunkten
    • Erinnerungs- und Übungseffekte
    Paralleltestreliabilität:
    Korrelation zwischen zwei Tests...
  28. 28Bitte geben Sie an, was unter dem Gütekriterium der Validität zu verstehen ist. Gehen Sie dar-über hinaus auf die verschiedenen Formen der Validität ein und wie bzw. ob diese überprüft werden könnenDefinition: Grad der angibt, in welchem Maße der Test das misst, was er zu messen vorgibt.
    a.) Inhaltsvalidität
    b.) Kriteriumsvalidität
    Zusammenhang zwischen dem Test und Außenkriterien. Dabei werden vier Arten der Kriteriumsvalidität unterschieden:
    1. Vorhersagevalidität
    2. Übereinstimmungsvalidität
    3. Retrospektive Validität:
    4. Inkrementelle Validität
    c.) Konstruktvalidität:
    1. Faktorielle Validität
    2. Konvergente Validität
    3. Diskriminante / divergente Validität:
    d.) Extremgruppen Validierung
  29. 29Nebengütekriterien?Normierung: Bezugssystem zur individuellen Einordnung der Testergebnisse.
    Vergleichbarkeit: Werden in Parallelformen ähnliche Testwerte erreicht?
    Ökonomie: Kennzeichen ökonomischer Tests:
    (a) kurze Durchführungszeit und geringer Materialaufwand;
    (b) Einfache Handhabung;
    (c) Als Gruppentest durchführbar;
    (d) Schnelle Auswertung
    Nützlichkeit: Hat der Test einen praktischen Nutzen?
  30. 30a) Eine Kollegin hat im Rahmen eines Forschungsprojektes mit Hilfe standardisierter Tests die Gedächtnisleistung von Studierenden erhoben. Nun kennt sie sich mit den Normwerten und deren Bedeutung nicht so gut aus. Bitte erklären Sie der Kollegin, was Normwerte sind und welche Funktion diesen im Rahmen psychologischer Testungen kommt. Wie muss sie nun in weiterer Folge genau vorgehen und wie die einzelnen Test Rohwerte zu interpretieren sind?Normierung: Durch die Normierung an einer Eichstichprobe, wird ein Bezugssystem hergestellt.
    Vorgehen:
    • Normalverteilung testen
    • durch eine Transformation lassen sich z.B. z-Werte in IQ- oder T-Werte umrechnen
    • Dann kann sie sich die Prozentränge anschauen und sieht wieviel Prozent der Normstich-probe einen Wert erreicht hat, der kleiner oder gleich dem Rohwert ist. (Prozentränge kann man sowohl bei normalverteilten als auch nicht-normalverteilten Variable anschauen)
  31. 31Beschreiben Sie in eigenen Worten, was unter einer Itemanalyse verstanden wird und welche Punkte diese umfassen soll.1. Rohwerteverteilung (korrigiert/nicht-korrigiert)
    2. Itemschwierigkeit und Ratewahrscheinlichkeit
    3. Itemtrennschärfe
    4. Eindimensionalität
    - Cronbach-Alpha
  32. 32Was ist die Ratekorrektur? Welche Möglichkeiten gibt es?1. Zufallskorrektur
    - Bei dichotomen Items und polytomen (Antwortmöglichkeitsanzahl mitberücksichtigt) Ant-wortmöglichkeiten möglich
    - Formel noch mit hinschreiben
    - Bei Items mit mehr als 2 Antwortmöglichkeiten
    2. Inangriffnahmekorrektur
    - kommt bei Tests mit Zeitbegrenzung zum Einsatz.
    - Bei dieser Korrektur wird berücksichtigt, dass aufgrund zeitlicher Begrenzung einige Aufga-ben nicht beantwortet wurden
    - wird häufig in Kombination mit einer Zufallskorrektur durchgeführt
  33. 33Wie berechnet man die Itemschwierigkeit?Itemschwierigkeit: Bezeichnet die Lösungsrate (bei Leistungstests) bzw. die Zustimmungsrate (bei Persönlichkeitstests).
    - Grundsätzlich werden Schwierigkeitsgrade zwischen dichotomen Items und solchen mit mehr als zwei Antwortmöglichkeiten (polytomen) – Anzahl der Antwortmöglichkeiten mitbe-rücksichtigt - unterschieden.
    - Bei Ratingskalen fungiert in der Praxis der Mittelwert als Schwierigkeits- bzw. Zustim-mungsindex (Eigentlich müsste jedoch der Median als Kennwert herangezogen werden)
    - Es wird ebenfalls zwischen korrigierten und nicht-korrigierten Indizes unterschieden.
    Ohne Korrektur und mit Korrektur
  34. 34Bitte definieren Sie in eigenen Worten die Begriffe Sensitivität, Spezifität, Falsch-Positiv- und Falsch-Negativ Rate.Sensitivität (Trefferquote):
    ist der Prozentsatz der richtigerweise vom Test als positiv erkannten Fälle.  z.B. Rate derjenigen Personen, die vom Test als depressiv eingestuft wurden und auch tatsächlich depressiv sind. Wichtig bei Krankheitsfällen mit self-fullfilling-prophecy wie z.B. ADHS-Diagnose
    Spezifität (Richtig-Negativ-Rate):
    ist der Prozentsatz der richtigerweise vom Test als negativ erkannten Fälle.  z.B. Rate derjenigen Personen, die vom Test als nicht depressiv eingestuft wurden und auch tatsächlich nicht depressiv sind. Wichtig beim Verschreiben von Medikamenten, die gravierende physische Folgen haben können
    Falsch-Positiv Rate:
    ist der Prozentsatz der fälschlicherweise vom Test als Positiv klassifizierten Fälle.  z.B. Rate derjenigen Personen, die vom Test als depressiv eingestuft wurden aber tatsächlich nicht depressiv sind.
    Falsch-Negativ Rate:
    ist der Prozentsatz der fälschlicherweise vom Test als Negativ klassifizierten Fälle.  z.B. Rate derjenigen Personen, die vom Test als nicht depressiv eingestuft wurden aber tatsächlich depressiv sind.
  35. 35Bitte beschreiben Sie die prinzipielle Idee der Klassischen Testtheorie in eigenen Worten und gehen darüber hinaus auf die 5 Axiome ein- Gegenwärtig basieren die meisten psychologischen Tests auf der klassischen Testtheorie.
    - Die Bezeichnung „klassisch“ wird verwendet, da es sich um die erste Theorie handelt, auf die bei der Entwicklung psychologischer Tests Bezug genommen wurde.
    - Die KTT wird auch als Messfehlertheorie bezeichnet.
    - Die Wahrscheinlichkeit, dass ein bestimmter Wert einer Person beobachtet wird, hängt von der intra-individuellen Verteilung der Werte bei einer Person ab.
    - Diese Verteilung ist hypothetisch und setzte voraus, dass dieselbe Person unendlich oft (unter denselben Umständen) getestet würde.
    - Es wird angenommen, dass es sich dabei um eine Normalverteilung handelt.
    - Dementsprechend ist das Vorkommen von Werten nahe des Mittelwertes wahrscheinlicher, als extrem davon abweichende (siehe Dichtefunktion).
    - Der wahrer Wert (T= True Score) ist dabei der Mittelwert dieser hypothetischen Verteilung.
    - Die Streuung der Werte wird dabei jedoch in einem begrenzten Bereich angenommen.
    - Die KTT fußt dabei auf insgesamt fünf Axiomen
  36. 365 Axiome der KKAxiom I.
    „Der beobachtete Messwert setzt sich aus dem konstanten wahren Wert (T) einer Person und ei-nem Messfehler (E) zusammen“:
    X= T + E
    Axiom II.
    Bei wiederholter Testung wird der Mittelwert des Messfehlers ((E)) ausgeglichen. Bei unendlicher Wiederholung nimmt der Mittelwert des Messfehlers den Wert 0 an.
     (E) = 0
    Axiom III.
    Der Messfehler (E) und der wahre Wert (T) stehen in einem Nullzusammenhang / sind unkorreliert.
     (T,E)= 0
    Axiom IV.
    Unabhängigkeit des Messfehlers von der Ausprägung eines Testwertes von einem anderen Test (T´) / Merkmal. Der Messfehler ist immer da und gleich Darf nicht korrelliert sein mit der Ausprägung des Testfehlers einer anderen Person  Für jeden Test gibts einen Fehler - also unabhängig voneinander
     (T´, E)= 0
    Axiom V.
    Unabhängigkeit des Messfehlers (E1) mit dem Messfehler eines anderen Tests (E2).
     (E1, E2)= 0
  37. 37Bitte erklären Sie in eigenen Worten, was unter Probabilistischer Testtheorie verstanden wirdIn der Probabilistische Testtheorie liegt der Fokus auf der Frage, wie Antworten auf Items entstehen.
    Daher werden Antwortmuster analysiert.
    Die Antwortmuster müssen dabei eine bestimmten Modellannahme genügen.
    Dieses Modell gibt vor, dass mit steigender Personenfähigkeit die Lösungswahrscheinlichkeit eines Items größer wird.
    Die Lösungswahrscheinlichkeit ist dabei abhängig von der Fähigkeit einer Person und der Schwierigkeit eines Items.
    Die Beziehung zwischen Pers.Fähigkeit und Lösungswahrscheinlichkeit ist probabilistisch (auch bei geringer Fähigkeit ist die Lösung mit bestimmter Wahrscheinlichkeit möglich)
    Im Rahmen der PTT kann nun ein Modelltest durchgeführt werden.
    Eines dieser Modelle ist das Rasch-Modell.
    Wird das Modell nicht abgelehnt bzw. sind die beobachteten konform mit diesem Modell, so zeigt der Summenwert einer Person auch tatsächlich die Ausprägung eines Merkmals/einer Fähigkeit an.
    Die Antwort/das Antwortverhalten muss dabei einzig auf die latente Dimension rückführbar sein.
    Lokale Stochastische Unabhängigkeit. Wichtig: Item und Personenparameter
  38. 38Bitte stellen Sie im Rahmen der Probabilistischen Testtheorie das 1-PL, dem 2-Pl und dem 3-Pl-Modell gegenüber. Worin bestehen die Unterschiede und Gemeinsamkeiten.Rasch-Modell (1 PL-Modell)
    - Das Verhältnis von Fähigkeit und Schwierigkeit entscheidet über die Lösung.
    - Ist ein Item genauso schwer wie eine Person fähig ist, so liegt die Lösungswahrscheinlichkeit bei 50%.
    2 PL-Modell
    - Ist nicht mehr nur durch das Verhältnis von Fähigkeit und Schwierigkeit gekennzeichnet.
    - Dazu kommt noch ein zusätzlicher Diskriminationsparameter.
    - Denn verschiedene Items sind unterschiedlich gut in der Lage zwischen stärkeren und schwächeren Merkmalsausprägungen zu trennen.
    - Die IC-Kurven sind dabei unterschiedlich steil.
    3PL-Modell
    - Ist nicht mehr nur durch das Verhältnis von Fähigkeit und Schwierigkeit, sowie einem Dis-kriminationsparameter gekennzeichnet.
    - Hinzu kommt eine Ratewahrscheinlichkeit.
    - IC-Kurven sind unterschiedlich steil und beginnen nicht notwendigerweise bei Null.
  39. 39Bitte benennen Sie Kritikpunkte, die gegenüber der Klassischen Testtheorie hervorgebracht werden können.- In der KTT wird keine Verbindung zwischen einer konkreten Fähigkeit/Merkmal/Eigenschaft und der Beantwortung z.B. eines Items hergestellt. Damit repräsentieren die Testwerte im strengen Sinne nicht direkt eine Eigenschaft/Fähigkeit  Z.B. ist das Axiom 1 empirisch nicht prüfbar.
    - Nicht alle Effekte, die das Testergebnis beeinflussen können als unsystematisch angenom-men werden  Übungseffekte können beispielsweise einen Einfluss auf die Testergebnisse haben (systematisch)  Axiom III (Nullzusammenhang zwischen T und E) fraglich.
    - Ebenso ist die Stabilität des wahren Wertes (T) über verschiedene Messungen hinweg fraglich
    - Rolle der sozialen Erwünschtheit wird nicht mitberücksichtigt
    - Hohe Stichprobenabhängigkeit.
    - Allerdings haben sich Verfahren, die auf der KTT basieren in der Praxis bewährt
  40. 40Skalenanalyse?Innere Konsistenz und Trennschärfen:
    Der Cronbach-α-Koeffizient ein Maß für die innere Konsistenz einer Skala.
    - d.h. es gibt an, wie gut die Items einer Skala zusammenpassen.
    - je stärker die Items einer Skala oder eines Faktors miteinander korrelieren, desto besser ist die innere Konsistenz.
    - vor einer Berechnung von Cronbach´s- α müssen invers formulierte Items umgepolt werden.
    Die Itemtrennschärfe gibt Auskunft darüber, wie gut ein einzelnes Item die Gesamtskala reprä-sentiert.
     Mathematisch ist die Itemtrennschärfe eine korrigierte Korrelation eines Items mit der übri-gen Skala.
     Sollte mind. 0,3 sein
     Invers formulierte Items müssen vorher umgepolt werden
  41. 41Was versteht man unter einem Index? Wann wird ein additiver (gewichteter) Index verwendet, wann eher ein multiplikativer Index und wann ein nicht gewichteter Index?Bei einem Index handelt es sich um ein komplexes Merkmal, das durch mehrere Indikatoren (Indi-katorvariablen) verknüpft ist. Die unterschiedlichen Indikatorvariablen können dabei mit unter-schiedlicher Gewichtung im Index berücksichtigt werden. Formen der Indexbildung:
    Ungewichteter additiver Index
    - Einfache Addition der Indikatorvariablen.
    - Stärker ausgeprägte Variablen kompensieren dabei geringer ausgeprägte Indikatoren.
    Gewichteter additiver Index
    Indikatoren, die als besonders wichtig für das abzubildende Merkmal erachtet werden, fließen mit höherer Gewichtung ein
    Multiplikativer Index
    - Multiplikative Verknüpfung der Indikatorvariablen.
    - Eine wechselseitige Kompensation ist dabei nicht erwünscht.
  42. 42Was versteht man unter non-reaktiven Verfahren, welche Arten kennen Sie, was sind prinzipielle Vor- und Nachteile non-reaktiver Verfahren?Non-reaktive Verfahren können u.a. auch als Sonderform von Beobachtungen klassifiziert werden. Es wird kein Einfluss auf den jeweiligen Untersuchungsgegenstand ausgeübt. Dadurch werden etwaige VersuchleiterInneneffekte, sowie Testverfälschungen minimiert. 8 Arten:
    1) Physische Spuren: Abgetretene Bodenbelege als Indikator für häufig gewählte Fußwege.
    2) Schilder und Hinweistafel: Mehrsprachige Hinweisschilder oder Speisekarten in Lokalen als Indikator für das touristische Aufkommen einer Region.
    3) Medien: Anzahl der Nennungen/Abbildung weiblicher Personen in Schulbüchern als Indikator für eine männerorientierte Sichtweise
    4) Symbole: Z.B. Buttons oder Aufkleber als Zeichen sozialer Identität.
    5) Lost-Letter-Technik (selten eingesetzt)
    Es wird eine bestimmte Anzahl an adressierten und frankierten Briefen in einem ausgewählten Gebiet ausgelegt. Die Anzahl der durch die FinderInnen zurückgesendeten Briefe wird bei-spielsweise das Ansehen der Adressaten ermittelt.
    6) Archive: Z.B. Krankenstandsstatistiken zur Ermittlung der Arbeitszufriedenheit.
    7) Verkaufsstatistiken
    8) Einzeldokum
  43. 43Bitte erklären Sie in Ihren eigenen Worten, was im Rahmen eines psychologischen Experimentes unter Gültigkeit zu verstehen ist und welche Arten (mit kurzer Definition!) Sie davon kennen.Um Schlussfolgerungen aus einem Experiment ziehen zu können, muss die Gültigkeit desselben überprüft werden. Dazu bestehen (nach Cook & Campbell, 1976) vier sog. Validitätskriterien:
    1. Konstruktvalidität
    - Sind die im Experiment „verwendeten“ Variablen (UV und AV) sachrepräsentativ für das forcierte Konstrukt.
    - D.h. die Konstruktvalidität ist in dem Maße geben, in welchem Maß die unabhängige und abhängige Variable das / die jeweilige(n) theoretische Konzept repräsentiert.
    2. Inferenzstatistische Validität
    - Übertragbarkeit eines beobachteten experimentellen Effekts auf die Grundgesamtheit (Po-pulation). Liegt also ein signifikanter Effekt vor?
    3. Interne Validität
    - Diese liegt vor, wenn die Ausprägung (oder auch Variation) der AV eindeutig –d.h. „arte-faktfrei“- auf die unabhängige Variable (UV) zurückzuführen ist.
    - Für eine kausale Interpretation ist allerdings die Voraussetzung, dass „keine wissenschaft-liche plausiblen alternativen Bedingungen für das Zustandekommen dieses Effekts ange-führt werden können.“
    4. Externe Validität
    - Gültigkeit gesamte Versuchanordnung
  44. 44Bitte beschreiben Sie in Ihren eigenen Worten, welche Gütemerkmale im Rahmen eines Versuchsplans Ihnen bekannt sind.1) Kausaltheoretische Hypothese ist vor Versuchsbeginn vorhanden.
    Vor Durchführung der Untersuchung muss eine theoretisch abgeleitete Hypothese vorlie-gen, deren Überprüfung in der konkreten Ausformung des Untersuchungsdesigns Rech-nung getragen wird.
    2) Die experimentellen Variablen sind manipulierbar.
    Qualitative und quantitative, sowie sachrepräsentative Variierbarkeit der experimentellen Variablen.
    3) Alle weiteren Versuchsbedingungen sind kontrollierbar: Möglichkeit zur Kontrolle der zu erwartenden Störfaktoren.
  45. 45WIe kann man qualitatives Material zählbar machen?Um „qualitatives Material“ zählbar zu machen müssen Kategorien (apriori oder entlang des Materi-als) erstellt werden. Diese Kategorien müssen dabei bestimmten Kriterien genügen:
    1. Genauigkeitskriterium: Kategorien müssen exakt definiert sein.
    2. Exklusivitätskriterium: Kategorien müssen einander wechselseitig ausschließen.
    3. Exhaustivitäts-Kriterium: Die Kategorien müssen das Merkmal erschöpfend beschreiben.
  46. 46Beschreiben Sie die vier Formen streng experimenteller Untersuchungsdesigns.Strenge experimentellen Versuchspläne stellen den kausaltheoretisch optimalsten Designtyp dar und lassen sich dabei in vier Arten untergliedern:
    1) Versuchspläne mit Randomisierung (Between-Design)
    Bei dieser Form werden z.B. bei einem Vergleich zweier Gruppen (Versuchsgruppe vs. Kon-trollgruppe) die Mitglieder der jeweiligen Bedingungen Gruppe nach dem Zufallsprinzip zuge-ordnet  Gesamtpopulation kann besser abgebildet werden
    2) Versuchspläne mit Messwiederholung (Within-Design)
    Hierbei wird bei einer einzigen Versuchsgruppe verschiedene Versuchsbedingungen vorgege-ben. Bzw. diese unter selbigen getestet.
    3) Versuchspläne mit Blockgruppenbildung
    Ziel ist es, möglichst homogene Versuchsgruppen zu bilden. Die Homogenität soll dabeiinsbe-sondere bei Merkmalen bestehen, die mit der AV korreliert sind.
    4) Mischversuchspläne
    Stellen Mischungen aus Between-Designs und Within-Designs dar.
  47. 47Beschreiben von quasi-experimentellen und streng-experimentellen Design - Vergleich?Quasi-experimentelle Designs unterscheiden sich von streng experimentellen v.a. dahingehend, dass hierbei mit sog. Natürlichen Gruppen gearbeitet wird (z.B. Schulklassen)  o-ver/undersampling lässt sich nich auf Gesamtpopulation übertragen
    - Im streng experimentellen Design sind die Versuchsgruppen jedoch randomisiert.
    - Dadurch, dass mit natürlichen Gruppen geforscht wird, bestehen zwischen den Vergleichs-gruppen in vielen möglichen anderen Bereichen Unterschiede (z.B. soziale Schicht, Bildungs-stand etc.), die sich wiederum auf das Experiment auswirken können.
    - Grundsätzlich können –ähnlich wie beim strengen Experiment-unterschiedliche Subtypen quasi-experimenteller Designs unterschieden werden
    - Man arbeitet mit natürlichen Gruppen und nicht randomisierten
    Strenge experimentellen Versuchspläne stellen den kausaltheoretisch optimalsten Designtyp dar und lassen sich dabei in vier Arten untergliedern:
    1. Versuchspläne mit Randomisierung
    2. Versuchspläne mit Messwiederholung
    3. Versuchspläne mit Blockgruppenbildung
    4. Mischversuchspläne
  48. 48Beschreiben Sie, was unter einem Ex-post-facto Design verstanden wird. Geben Sie darüber hinaus ein Beispiel für eine ex-post-facto Untersuchung an.Im ex post facto-Design wird versucht kausale Beziehungen aus nicht manipulierten unabhängigen Variablen (UV) abzuleiten.
     Bsp. Ob regelmäßiger Nikotinkonsum Lungenkrebs verursacht, ist nicht durch die Manipulation einer UV überprüfbar.
    - Es können lediglich zufällige Vergleichsgruppen gebildet werden, die einerseits bereits vor der Untersuchung Raucher waren, und andererseits von Personen, die Nicht-Raucher sind.
    - Die Zuweisung in die jeweiligen Gruppen ist also durch ein bereits vor dem Experiment be-stehendes Faktum bestimmt.
    - Störvariablen sind jedoch nicht kontrollierbar und können somit das Ergebnis beeinflussen, wodurch kausale Schlüsse unzulässig sind.

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Psychologie Karteikarten am Quanti, erstellt von Sabrina Ko am 04/06/2018.
Erstellt von
Sabrina Ko
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