Karteikarten
MODUL: ZUGÄNGE ZU ABWEICHENDEM VERHALTEN

Karten in diesem Stapel (96)
- 1Normorientierte Definition Devianz (Lamnek)Ein Verhalten, welches von Strafgesetznormen abweicht.
- 2Erwartungsorientierte Definition Devianz (Lamnek)Verhalten, das den Erwartungen der Interaktionspartner NICHT entspricht.
- 3Sanktionsorientiert Definition Devianz (Lamnek)Verhalten, das bei Interaktionspartner zu einer negativen Sanktionierung führt.
- 4Lamnek Definitionsvorschlag von abweichendem Verhalten/DevianzAbweichendes Verhalten liegt immer dann vor, wenn sich aus dem Vergleich einer bestimmten Handlung mit einer korrespondierenden Verhaltensanforderung keine Übereinstimmung ergibt und für diese Diskrepanz eine Bereitschaft zu negativen Saktionen besteht.
- 5Peuckert Definitionvorschlag von abweichendem Verhalten/DevianzEin Verhalten, das gegen die geltenden sozialen Normen verstosst und so soziale Reaktionen hervorruft, die auf Bestrafung, Isolierung, Behandlung oder Verbesserung abzielt.
- 6—Konventionelle: Unspektakuläre Abweichungen
Provozierende: Abweichungen, welche in der Regel auf Missbilligung stossen
Problematische: Nicht tolerierbar und Ergreifen von Massnahmen
Kriminalität: Rechtsnormen
- 7Funktionen von DevianzDevianz ist normal!
funktionale Wirkungen:
Normverdeutlichung (Signalwirkung)
Innovation (Bsp Homosexualität)
Solidarisierung
dysfunktionale Wirkungen:
Beschädigung der Identität
Verminderung Lebensqualität
Schaden und Kosten
Untergraben des Gerechtigkeitsempfindens - 8Definition Kriminalitätsfurchtpersönliche Unsicherheitsgefühle, Risikoeinschätzung und damit verbundene Verhaltenskonsequenzen
KF-Paradoxon: tatsächliche Opfer nicht ie, welche am meisten Angst haben - 9Broken Windows Theorie GrundsatzZusammenhang zwischen Sozialraum, Unordnung und Kriminalität
- 10Definition Soziale Kontrolle- soll unerwünschtes Verhalten verhindern in Gegenwart und Zukunft
- Reaktion auf normverletzendes Verhalten
- Bezugsgruppe, die über die Angemessenheit der Handlung wacht
- staatliche und private Meschanismen und Techniken - 114 Typen sozialer Kontrolle1. Latent-diffuse: in alltäglichen Beziehungen
2. Manifest-diffuse: Kontrollfunktionen über soziale Rollen (Eltern, Kollegen,etc.)
3. Latent-spezifische: An Rolle gebunden, nicht aber primäres Merkmal (Sozpäd)
4. Manifest-spezifisch: An Rolle gebunden, primäres Merkmal - 12Soziale Arbeit und Soziale Kontrolle Zusammenhang?60er: Selbstverständnis als Helfer_in
70er: Doppeltes Mandat Hilfe - Kontrolle
Hilfe - Kontrolle als Paradoxie - 13Sozialpädagogische Zugänge Grundlagen- Nohl "Fokus auf Probleme, die ein Jugendlicher hat (nicht die, die er macht)
- Biographie sthet im Vordergrund, nicht Normverstoss
- dialogisches Verstehen
- Botschaft hinter abw. V., weist auf kritische Lebenskonstellation hin, welche nicht bewältigbar sind für das Individuum - 14Thiersch und Böhnisch: was ist abweichendes Verhalten?- aV = Bewältigungsverhalten, weil legitime normkonforme Mittel fehlen.
- man will handlungsfähig bleiben
- Trennung von Person - Delikt
- Jugendgewalt: Täter wollen Aufmerksamkeit, Selbstwert, Anerkennung, soziale Orientierung - 153- Zonen-Modell (Böhnisch/Schröer) - Personalpsychodynamische Zone:3 Bewältigungsimpulse:
- Verlangen nach Selbstwert
- Soziale Anerkennung
-Selbstwirksamkeit
3 Typen Handlungsfähigkeit:
- Regressive (z.B. Abschottung)
- Einfache (Alltag)
-Erweiterte (Reflexion) - 163- Zonen-Modell (Böhnisch/Schröer) Relational-intermediäre ZoneBewältigungskultur ist von Beziehungen abhängig (Peers, Familie etc.)
-Gruppe wird zum Bewältigungsmedium - 17Settings- Ergebnis einer absichtsvollen Strukturierung gegebener Elemente für einen spezifischen Zweck
- Gelegenheitsstrukturen für Lern- und Entwicklungsprozesse
Gelegenheit= Situatives
Struktur= Geplantes - 18Zentrale Elemente von Settings1. Leistungsbechreibung/Konzepte
2. Gestaltung von Räumen, Orten, Gegenständen
3. Alltagssituationen/Grundbedürfnissen
4. Pädagogisch+therapeutischen Angeboten
5. Regeln und Kontrollaufgaben
6. Besondere Ereignisse/Events - 19Arbeitsprinzipien J. J. Rousseau (wohlgeordnete Freiheit)- Arrangements (eigene Erfahrungen an der Welt machen)
- "Fehler" als wichtiger Lernprozess
- Wechselspiel von Arrangements (Struktur) und Freiraum
- Regisseur_ in von Lernerfahrungen (Absichtliches Verrirren im Wald Kompetenzerwerb: Karte lernen) - 20Arbeitsprinzipien B. Bettelheim (Therapeutisches Milieu)Milieupädagogik (pädagogisch-erzieherischer Ansatz)
Settingelemente die sich zu einem Ganzen zusammenschliessen - 21Arbeitsprinzipien B. Bettelheim (Therapeutisches Milieu) Systematik des TM1. Kernbestandteil
4 Milieudimensionen
- Umgebung
- Institutionelle Dimension
- Physikalische Dimesion
- Menschliche Dimension - 22Arbeitsprinzipien B. Bettelheim (Therapeutisches Milieu) Systematik des TM2. Kernbestandteil:
Psychoanalytisch informierte Gestaltung täglich wiederkehrender Ereignisse
Alltag als pädagogische Chance!!!
Alltag nach Prinzipiem der Abstufung/Auswahl: Nur eine herausfordernde Erfahrung pro Mal! - 23Arbeitsprinzipien B. Bettelheim (Therapeutisches Milieu) Systematik des TM3. Kernbestandteil:
Gezielte Nutzung nicht-alltäglicher Ereignisse
- Zelebrieren von nicht-Alltäglichem
Ziel: Vermittlung von Zuneigung und Sicherheit mittels Ritualen - 24Arbeitsprinzipien L. Böhnisch (offene Milieubildung)- lebensweltorientierte SA
- Milieu= Entwicklung von
Erfahrungsraum bieten damit Bewältigungskompetenzen entwickelt werden können.
ZIEL: Bisher regressiv organisierte Milieus nach aussen hin zu öffnen!
Dimensionen: Anerkennung, Vertrauen und Achtung - 25Arbeitsprinzipien A. S. Makarenko & S. Bernfeld (Gemeinschaftserziehung)- Schaffung eines Ortes, an dem sie sich sinnlich als lohnenswert erfahren
- Idee der Selbsterziehung durch Gemeinschaft - 26Arbeitsprinzipien M. Winkler (Ortshandeln)- Orte zur Verfügung stellen, die Schutz, Versorgung, Sicherheit und Lernmöglichkeiten bieten
- Guter Ort ist Voraussetzung, dass Entwicklungprozesse möglich werden!
- Fehlerfreundlichkeit
- Subjektivität: Kontinuierliche Aneignung und Distanzierung von Welt wird ermöglicht. - 27Das Bedingungsgefüge abweichenden Verhaltens1. Abweichendes Verhalten:
- Sozial konstruiert (≠ Ätiologie)
- Normal vs. dysfunktional
- Sanktionen als Reaktion
- Vorstellungen von Abweichendem historisch wandelbar
2. Gesellschaftliche Normen und Werte:
- Subkulturelle Werte
- Nicht statisch
3. Formen der sozialen Kontrolle:
- Ebenen: soziale Kontrolle, Alltag, Instanzen
4. Individuelle Voraussetzungen, Lebenswelten, Lernerfahrungen und –möglichkeiten:
- Lerntheorie (differentielle Gelegenheit)
- Subkultur
5. Rolle sozialpädagogischer Institutionen:
- Entstigmatisierung / Stigmatisierung → Bsp. Akten (Beschreibung) → Begrifflichkeiten
6. Intention und Effizienz, soz.päd. Interventionen (Arbeitsprinzipien)
(s. Darstellung) - 28(Merkmale pädagogische Provinzen)- starke Kontrolle
- korrektiver Neuanfang
- Erziehung = System von Sachzwängen
- Integrationsauftrag --> Resozialisierung
- Ablehnung von Erziehung und Autorität
- Versorgung, Selbstverantwortung, Zukunftsperspektiven, Regeln und Sanktionen - 29(pädagogische Provinzen: Allseitige Versorgung Wahlmöglichkeiten)- Erfüllung von existenziellen Grundbedürfnissen
- Voraussetzung für Neuanfang
- Überzeugung durch Wahlmöglichkeiten - 30(pädagogische Provinzen: Arbeit)- Ernstcharakter: Situation des Mangels
- Devianz wird dysfunktional durch Verantwortungsübernahme
- Paradoxon: Arbeit erzielt pädagogischen Effekt
- Steuerungsfunktion Erzieher (unsichtbar) - 31(pädagogische Provinzen: Übernahme von organisatorischen Aufgaben und Verantwortung)- Regeln entstehen aus der Gemeinschaft (nicht von aussen)
- Selbstverwaltung als Mittel zur Verhaltenskorrektur - 32(pädagogische Provinzen: Strafe)- Akzeptanz der Zwecke der Einrichtung ermöglicht Chance für Einsicht und erziehisch sinnvolle Strafen
- Sanktionierende Gewalt durch Jugendliche selbst (Ausnahme: Pestalozzi)
- nicht nachtragend - 33(pädagogische Provinzen: Qualifikation und Lernen)Sachliche Gründe sprechen für Qualifikation
- 34(pädagogische Provinzen: Zukunftsperspektiven)- Paradoxon: Zukunftsperspektive wirkt erzieherisch, obwohl nicht so gedacht
- gesellschaftlich-strukturelle Rahmenbedingungen sind notwendig - 35(pädagogische Provinzen: Vergangenheit der Jugendlichen)- nicht von Bedeutung
- Fokus auf Gegenwart und Zukunft - 36(pädagogische Provinzen: Erziehungsverständnis)- Sachliche Gründe statt moralische Forderungen
- Ökonomie = Medium der Erziehung - 37Text "Was charakterisiert 'das Sozialpädagogische' an sozialpädagogischen Zugängen zu Devianz?" Aufgabe SAAufgabe SA:
- Normalisierung sozialer Verhältnisse
- Kontrolle von Abweichung/Abweichenden
- Resozialisierung, Reintegration
- Zugang zu Klientel - 38Text "Was charakterisiert 'das Sozialpädagogische' an sozialpädagogischen Zugängen zu Devianz?" zwei Zugänge zu Devianzzwei Zugänge zu Devianz:
- Schuld, Risiko, individuelle Verantwortung, Sanktion
- soz.päd. Verständnis:
1. Verstehen: Motivation hinter der problematischen Verhaltensweisen --> Devianz als Bewältigungsverhalten (Wechselwirkung zwischen Individuum und strukturellen Kontextbedingungen)
2. Öffnungsprozesse: Wie Erziehungsprozesse realisiert werden können, trotz schwierigen Ausgangsvoraussetzungen --> mittels vorpädagogischen Tätigkeiten (Beziehung, Ortshandeln, Setting, Arbeitsprinzipien, allseitige Versorgung etc.)
3. Grenzsetzung und -marketing: Trennung von Tat und Person, erst möglich wenn vorhergehende Punkte abgeschlossen - 39Stop & Go (Beispiel eines Settings)Stop = Grenzen
Go = selbstbestimmt leben
Zielgrp: delinquente Jug, denen ein Urteil droht.
Ziel: Schutz vor weiteren Gefährdung der Entwicklung, keine weiteren Straftaten, Auseinandersetzung mit Taten und Tatfolgen
Räume/Ort: ärmliche Wohngegend, schmuddelig
Alltagssituation: Selbstorganisation, Lehren von Alltagskompetenzen
Regeln: Kompromisse vs. ganz klare Regeln
Konflikte als Gelegenheitsstruktur, Punkteprogramm (positive Belohnung)
Anträge stellen (Partizipation)
Diskussion: Umsetzung Kompromisse vs. Regeln
Doppelmandat Kontrolle vs. Beziehung
Wohngegend und Setting geeignet? Wirkung Jug. - Umfeld
Freiwillige Kooperation oder Kooperation durch Angst vor Strafe? - 40Jugendstrafrecht in der SchweizÖffentliches Recht
Grundlage ist das Strafrecht
Jugenstrafrecht: Sanktionen (erzieherischer Zweck) beschrieben
Tatzeitpunkt: 10-18 Jahre
Dualistisch-vikariierendes System (dualistisch: Strafe und Massn./ vikariierend: Strafe wird aufgeschoben zugunsten Massnahme) - 41Jugendstrafrecht (Paradigmen)- Erziehungsparagdigma
- Vergeltung
- Unschädlichmachung - 42Jugendstrafrecht (materiell)- Strafrecht (strafrechtlich relevante Tat)
- Sonderstrafrecht (für 10-18-jährige)
- Täterstrafrecht (Persönlichkeit--> Wahl d. Sanktion)
- Erziehungsstrafrecht (Sanktionen haben einen erzieherischen Zweck und orientieren sich an den Lebens- und Familienverhältnissen) - 43Jugendstrafrecht (Rolle der SA)- Strafuntersuchung (Massnahmebedürftig, Ja, Nein?)
- Beobachtungs- und Durchgangsstation (vertiefte Abklärung)
- Jugendgericht
- stationäre Unterbringung - 44Strafrecht (Definition)- Alle Normen, bei denen es um die Durchsetzung des Strafansrpuchs des Staates zur Reaktion auf bestimmte Verhaltensweisen geht.
- 45Strafrecht (Arten)- Materielles Strafrecht (verbotenes Verhalten, Sanktionen, StGB)
- Formelles Strafrecht (Strafverfahrensrecht, StPO, EMRK)
- Straf- und Massnahmenvollzugsrecht
(Regeln des Vollzugs der Sanktionen, Rechte und Pflichten im Strafvollzug) - 46Strafrecht (Strafvoraussetzungen)- Tatbestandsmässigkeit (Vorsatz, Fahrlässigkeit)
- Rechtswidrigkeit (kein Rechtfertigungsgrund, Ausnahme: Handeln in Notwehr)
- Verschulden (Schuldfähigkeit / Massnahmen sind auch ohne Verschulden möglich, Strafen nicht!) - 47Strafrecht (Beteiligungsformen)- Mittelbare Täterschaft (Werkzeug --> Bsp. Briefbombe)
- Anstiftung
- Mittäterschaft
Gehilfenschaft (psychische Unterstützung)
- Versuch (Vorbereitung --> nur bei Mord strafbar; Versuch --> strafbar) - 48Strafrecht (Deliktstypen und Geltungsbereich)- Übertretung (Bagatelle)
- Vergehen (schwerer)
- Verbrechen (immens schwerer)
- Begehungsortsprinzip (wo Tat ausgeübt wird --> Strafe)
- Weltrechtsprinzip (Ausnahme) - 49Strafrecht (Sanktionen)Strafen:
- Geldstrafe
- Gemeinnnützige Arbeit
Freiheitsstrafe
Massnahmen:
- bessernde Massnahmen
- Verwahrung - 50Jugendstrafrecht (Sanktionen)Strafen:
- Verweis (förml. Missbilligung)
- persönl. Leistung (gemeinnützige Arbeit)
- Busse
- Freiheitsentzug (ab 15J. bis 1J. /ab 16J. bis 4J.)
Schutzmassnahmen:
- Aufsicht
- persönl. Betreuung (Beistandschaft)
- ambulante Behandlung (Therapie)
- Unterbringung (offen/geschl.)
Strafbefreiung (in rel. weitem Masse mögl.) - 51Strafregisterauszug- Freiheitsentzug und Unterbringung in geschl. Einrichtung: 10 J.
- offene Unterbringung: 7 J.
- ambulante Massnahme: 5 J.
- Gelöschte Einträge: für Begutachtung/Gefährlichkeitsbeurteilung eingesehen werden
- Behörde: Einsichtsrecht
- Sonderprivatsauszug - 52Krisenintervention (Verortung)- Arbeitsfelder: Psychiatrie, Psychotherapie, SA
- unscharfe/uneinheitliche Nutzung Begriff
- pragmatisch-eklektische Ansätze (Methodenspezifität umstritten, zeitlich begrenzt, Voraussetzung Methodenflexibilität , Interdisziplinarität)
- Angebotsloch?
Literatur: Dominanz psychologische Fachliteratur, SP wenig - 53Krisenintervention (Krisen)- Bivalenz und prinzipielle Offenheit
- Beziehungsbegriff (nicht Eigenschafts)
- keine allg. Krisentheorie
- Wechselwirkung zwischen gesellschaftlichen und individuellen Krisen, jedoch theoretisch und empirisch unklar
- Fokus auf individueller Krise: Ressourcen reichen nicht aus, um Krise zu bewältigen.
- Ziel: Wiedererlangung der Bewältigungskompetenzen / Ermöglichung Lern- und Entwicklungsprozesse
- Bewältigungsmuster: personal-biografisch und milieuspezifisch vorstrukturiert
- Krisenanalyse: Fokus Zusammenspiel Mikro-, Meso-, Makro-Strukturen
- Krisenbewusstsein: muss extern hergestellt werden - 54Krisenintervention (Adl-Aminis)- Krisenpädagogik: Zusammenhang von Krise / Entwicklung (2 Seiten Medaille) --> Lernprozess/Veränderung
- Kritik: Fokus auf Subjekt, Krise = Person - 55Krisenintervention (Stressforschung)typische Belastungen für Kinder und Jugendliche:
- normative Ereignisse (alterstypische Entwicklungsaufgaben)
- Alltäglich wiederkehrende Ärgernisse (altersspezifische Alltagsprobleme, daily hassles)
- Kritische Lebensereignisse (nicht alltäglich bsp. Scheidung) - 56Krisenintervention (Stressforschung - Kindheit)

- 57Krisenintervention (Stressforschung - Jugend)

- 58Krisenintervention (LIfe-Event-Forschung)- "Kritisches Lebensereignis" = Situation, in der ein Ungleichgewicht zwischen Individuum und Umwelt gegeben ist und nicht durch einen einfachen korrigierenden Eingriff behoben werden kann.
- Quelle: kann in Person oder in Umwelt liegen --> keine trennscharfe Grenze
- Risiko- und Schutzfaktoren - 59Typische Bewältigungsstrategien im Kinder- und JugendalterKinder:
- Suche nach sozialer Unterstützung
- Vermeidung
- Problemorientierte Strategien
Jugendliche:
- Suche nach sozialer Unterstützung
- Kognitiv-reflektierende Strategien
- Vermeidende Strategien - 60Welche Konstellationen können eine Krisenintervention bei Kindern und Jugendlichen notwendig machen?- Verständnis komplexerer
Zusammenhänge und das Repertoire an Bewältigungsstrategien noch begrenzt
- Soziale Umfeld = keine ausreichende Hilfe
- Besondere Vulnerabilitäten
- Belastungen übersteigen die Bewältigungskompetenz - 61Welche Ziele verfolgt die Krisenintervention?- positive Wende
- möglichst frühzeitige Verhinderung von ungünstigen Verläufen und der Entstehung von Störungen
- Erkennung und Abwendung von akuten Gefahren
- Stabilisierung → Alltagsbewältigung
- Würdigung der subj. Bedeutung der Krise
- Kurzfristige: Erkennen von Gefährdung, Abwenden von Bedrohung, rasche Beseitigung von quälenden Symptomen, Reduzierung von Stressniveaus
- Langfristige: Selbstvertrauen und Handlungsfähgikeit wiederherstellen/verbessern, alternative/konstruktive Handlungsweisen - 62Welche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Krisenintervention werden benannt?Rascher Beginn, niederschwelliger Zugang, zeitliche Begrenzung
- 63Ablaufschema einer Krisenintervention- Erstkontakt: Ereignisbefragung, Tagesablauf, Ablauf geplante Sitzungen
- Folgegespräche: Würdigung Veränderungen, Einhaltung der Vereinbarungen, Förderung Eigeninitiative
- Ende: sorgfältige Vorbereitung, Rekapitulierung Erreichtes, Umgang mit späteren Krisen - 64BELLA-Interventionskonzept- B: Beziehung aufbauen
- E: Erfassen der Situation
- L: Linderung von Symptomen
- L: Leute einbeziehen, die unterstützen
- A: Ansatz zur Problembewältigung - 65Soziale Trainings (Definition)- Indikation: Soziale Unsicherheit oder soziale Aggression (bsp. psychische Störung, Behinderung, Devianz)
- Hauptproblem: Kumulation fehlender Lernerfahrungen
- Zielgruppe: Häufig bei Kindern, Jugendl. und jungen Erwachsenen; heterogene Gruppen sind bereichernd
- Ziel: Aufbau sozialer Kompetenz - 66Soziale Kompetenz (Definition)= "Verfügbarkeit und Anwendung von kognitiven, emotionalen und motorischen Verhaltensweisen, die in bestimmten sozialen Situationen zu einem langfristig günstigen Verhältnis von positiven und negativen Konsequenzen für den Handelnden führen"
- 67Interventionsmöglichkeiten bei sozialer Isolierung- Veränderungen auf individueller Ebene, jedoch auch durch soziale Integration notwendig
- Zugang zu neuen/bestehenden Gruppen verschaffen - 68Soziale Trainings (Vorbereitung Gruppengespräch)- Gemeinsames Aufstellen von Gruppenregeln
- Feedbackregeln einführen
- Schweigepflicht einfordern
- Umgang mit Videos thematisieren (Vernichtung) - 69Soziale Trainings (Probleme in der Gruppe)- Probleme ansprechen & gemeinsam nach Lösungen suchen (TZI)
- Positive Verstärkung einsetzen
- Logische Konsequenzen einsetzen
- Verwarnung und Ausschluss einzelner - 70Soziale Trainings (GO=Gesundheit und Optimismus Trainingsprogramm) Junge et al.Die 4 Schritte zur Selbstsicherheit:
1. Problem beschreiben
2. Eigene Gefühle mitteilen
3. Sagen, was sich ändern soll
4. Sagen, wie man sich fühlt - 71Soziale Trainings (GSK=Gruppentraining sozialer Kompetenzen) Hinsch und WittmannTraining der drei Situationskategorien:
Typ 1: Recht durchsetzen (alle Rechte sind auf deiner Seite)
Typ 2: Beziehungen (Rechte sind ausgeglichen)
Typ 3: Um Sympathie werben (Rechte sind bei den anderen Personen) - 72Soziale Trainings Transfer sichernWährend des Kurses:
- Hausaufgaben, Linking (Lebenswelten verknüpfen)
Nach dem Kurs:
Follow-ups (an Vorhergehendem anknüpfen), Refresher, Beratungsgutscheine
Über den Kurs hinaus: (Peer-Involvement Peer-Education) - 73Mediation (Definition)- Form der Streitbeilegung
- Gemeinsame Lösung erarbeiten
- Kann Alternative zu Gerichtsverfahren sein
- Interessen statt Positionen
- Vermittlung und Konfliktregelung durch Konsens (nicht Recht/Macht) - 74Hauptunterschied Mediation und GerichtsverfahrenGerichtsverfahren: Gericht entscheidet
Mediation: Parteien suchen eine Lösung - 75Rolle MediationspersonNeutrale Begleitung
Unterstützung zur gemeinsamen Lösung
keinen Einfluss auf Entscheidungen der Parteien - 76Voraussetzungen für eine Mediation- Karten auf den Tisch legen (Offenheit)
- Parteien beide bereit, Freiwilligkeit
- Akzeptanz der Regeln
- Vertraulichkeit (Schweigepflicht) - 77Vorteil und Nachteil Mediation+ gemeinsame Lösung führt zu beidseitiger Zustimmung
+ Parteien können selber Einfluss nehmen
+ keine Angst vor Gegner (Aussprechen)
+ gratis!
- freiwillig, das heisst Verpflichtung ist nicht möglich. Gericht kann das. - 78Mediation auch ohne Konflikt (als Prävention) ?Ja, wenn höchstwahrscheinlich bald ein Konflikt sein könnte.
- 79Vorteile Mediation für Geschädigte und Beschuldigte

- 80Ablauf Mediation (5 Phasen)1. Festhalten der Rahmenbedingungen
2. Sammeln von Streitpunkten (Bedürfnisse, Wünsche, Interessen aller Parteien)
3. Konflikterhellung
4. Entwicklung von versch. Lösungsmöglichkeiten
5. Verbindliche Vereinbarung, schriftlich - 81Regeln der MediationFairplay
keine Unterbrechung
Ehrlichkeit
Anstand
Allparteilichkeit
Gemeinsame Lösung - 82Vorgehen1. Mediationstauglichkeit durch JUGA
2. Wenn ja dann zu Mediationsperson
erfolgreiche M.: Einstellung Strafverfahren
gescheiterte M.: Sistierung aufgehoben, Verfahren geht weiter
untaugliche M.: Retournierung der Strafakten - 83SPF( Handlungsanlass)häufigster Grund: Erziehungsschwierigkeiten
Auswirkungen von ungünstigen Erziehungsformen führen zu
Mangel an Wissen und Kenntnissen, persönlichen Fähigkeiten, Handlungsmöglichkeiten, Bereitschaft.
Führt zu Teufelskreis. - 84Warum Veränderung von Erziehungsverhalten?Faktor Erziehung ist zugänglich und veränderbar.
- 85Mandate der SPFHilfe und Kontrolle
Angebot im Rahmen des freiwilligen Kindesschutz (Familien müssen selber bezahlen)
Anordnung im Rahmen des zivilrechtlichen Kindesschutz (Kosten werden übernommen) - 86theoretisch methodischer Hintergrund (2 Positionen)1. Theorie ist oft nicht klar erkennbar, theoretische Unklärbarkeit.
Theorie fundieren, sagt Petko.
2. Helming (oder Mollenhauer) sagt, es braucht massgeschneiderte Aushandlungsprozesse (eklektisch)
Wenn nur Theorie als Herangehensweise ohne Beachtung des familiären Systems wird das Resultat wahrsch. Widerstand sein.
Es braucht Theorie, aber auch Aushandlungsprozesse im Familiensystem. Herstellung von Normailitätsbalancen ist Voraussetzung für Eklektik (multimethodischgestützte Einflussnahme) - 87Handlungstheorie (Petko)1. Konzeptionen
Soziologische, psychologische, systematisch-konstruktivistische Perspektive
2. Prinzipien
3. Methoden
4. Handlungen - 88KlientInnenperspektiveVertrauen, Kompetenz sind wichtig!
Zielorientierung
Koproduktion
praktische Unterstützung
direktive Interventionen
Erreichbarkeit, Verlässlichkeit, Sicherheit
Abschlussphasen gestalten - 89Arbeits- und HandlungsprinzipienRessourcen- und Risikoorientierung
Alltags- und Lebensweltnähe
Netzwerkarbeit
Hilfe zur Selbsthilfe
Stabilisierung
strukturierte Offenheit
Rollen- und Beziehungsgestaltung - 90Konfrontative Pädagogik/AAT pro- Praktizierende schätzen das Konzept grundsätzlich, anwendbar und klar, Qualifizierung
- wirkt nicht besser aber auch nicht schlechter als anderes
- es wird konsequent auf nicht tolerierbares Verhalten reagiert - 91Konfrontative Pädagogik/AAT contra- problematische Verhaltensweisen lassen sich nicht einfach abtrainieren
- Fokus zu strak auf Individuum
-sozioökonom. Faktoren und Tatkontext nicht beachtet und nicht bearbeitet
- Flickenteppichtheorie
- abwertendes Vokabular
- Situationsspezifische Verhaltensweisen lassen keine Rückschlüsse auf situationsunabhängige Personeneigenschaften zu - 92Glen Mills progg
- 93Glen Mills contranjj
- 94einführende Bemerkungenjjj
- 95Text Debattejjj
- 96—
Informationen
- Beschreibung
- Karteikarten am MODUL: ZUGÄNGE ZU ABWEICHENDEM VERHALTEN, erstellt von Gioia Zeller am 26/04/2016.
- Erstellt von
- Gioia Zeller
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