GoConqr has a new look! Let us know what you think.

Flashcards

MODUL: ZUGÄNGE ZU ABWEICHENDEM VERHALTEN

Gioia Zeller German 96 cards

MODUL: ZUGÄNGE ZU ABWEICHENDEM VERHALTEN

Cards in this deck (96)

  1. 1Normorientierte Definition Devianz (Lamnek)Ein Verhalten, welches von Strafgesetznormen abweicht.
  2. 2Erwartungsorientierte Definition Devianz (Lamnek)Verhalten, das den Erwartungen der Interaktionspartner NICHT entspricht.
  3. 3Sanktionsorientiert Definition Devianz (Lamnek)Verhalten, das bei Interaktionspartner zu einer negativen Sanktionierung führt.
  4. 4Lamnek Definitionsvorschlag von abweichendem Verhalten/DevianzAbweichendes Verhalten liegt immer dann vor, wenn sich aus dem Vergleich einer bestimmten Handlung mit einer korrespondierenden Verhaltensanforderung keine Übereinstimmung ergibt und für diese Diskrepanz eine Bereitschaft zu negativen Saktionen besteht.
  5. 5Peuckert Definitionvorschlag von abweichendem Verhalten/DevianzEin Verhalten, das gegen die geltenden sozialen Normen verstosst und so soziale Reaktionen hervorruft, die auf Bestrafung, Isolierung, Behandlung oder Verbesserung abzielt.
  6. 6—Konventionelle: Unspektakuläre Abweichungen
    Provozierende: Abweichungen, welche in der Regel auf Missbilligung stossen
    Problematische: Nicht tolerierbar und Ergreifen von Massnahmen
    Kriminalität: Rechtsnormen
    Konventionelle: Unspektakuläre Abweichungen Provozierende: Abweichungen, welche in der Regel auf Missbilligung stossen Problematische: Ni...
  7. 7Funktionen von DevianzDevianz ist normal!
    funktionale Wirkungen:
    Normverdeutlichung (Signalwirkung)
    Innovation (Bsp Homosexualität)
    Solidarisierung
    dysfunktionale Wirkungen:
    Beschädigung der Identität
    Verminderung Lebensqualität
    Schaden und Kosten
    Untergraben des Gerechtigkeitsempfindens
  8. 8Definition Kriminalitätsfurchtpersönliche Unsicherheitsgefühle, Risikoeinschätzung und damit verbundene Verhaltenskonsequenzen
    KF-Paradoxon: tatsächliche Opfer nicht ie, welche am meisten Angst haben
  9. 9Broken Windows Theorie GrundsatzZusammenhang zwischen Sozialraum, Unordnung und Kriminalität
  10. 10Definition Soziale Kontrolle- soll unerwünschtes Verhalten verhindern in Gegenwart und Zukunft
    - Reaktion auf normverletzendes Verhalten
    - Bezugsgruppe, die über die Angemessenheit der Handlung wacht
    - staatliche und private Meschanismen und Techniken
  11. 114 Typen sozialer Kontrolle1. Latent-diffuse: in alltäglichen Beziehungen
    2. Manifest-diffuse: Kontrollfunktionen über soziale Rollen (Eltern, Kollegen,etc.)
    3. Latent-spezifische: An Rolle gebunden, nicht aber primäres Merkmal (Sozpäd)
    4. Manifest-spezifisch: An Rolle gebunden, primäres Merkmal
  12. 12Soziale Arbeit und Soziale Kontrolle Zusammenhang?60er: Selbstverständnis als Helfer_in
    70er: Doppeltes Mandat Hilfe - Kontrolle
    Hilfe - Kontrolle als Paradoxie
  13. 13Sozialpädagogische Zugänge Grundlagen- Nohl "Fokus auf Probleme, die ein Jugendlicher hat (nicht die, die er macht)
    - Biographie sthet im Vordergrund, nicht Normverstoss
    - dialogisches Verstehen
    - Botschaft hinter abw. V., weist auf kritische Lebenskonstellation hin, welche nicht bewältigbar sind für das Individuum
  14. 14Thiersch und Böhnisch: was ist abweichendes Verhalten?- aV = Bewältigungsverhalten, weil legitime normkonforme Mittel fehlen.
    - man will handlungsfähig bleiben
    - Trennung von Person - Delikt
    - Jugendgewalt: Täter wollen Aufmerksamkeit, Selbstwert, Anerkennung, soziale Orientierung
  15. 153- Zonen-Modell (Böhnisch/Schröer) - Personalpsychodynamische Zone:3 Bewältigungsimpulse:
    - Verlangen nach Selbstwert
    - Soziale Anerkennung
    -Selbstwirksamkeit
    3 Typen Handlungsfähigkeit:
    - Regressive (z.B. Abschottung)
    - Einfache (Alltag)
    -Erweiterte (Reflexion)
  16. 163- Zonen-Modell (Böhnisch/Schröer) Relational-intermediäre ZoneBewältigungskultur ist von Beziehungen abhängig (Peers, Familie etc.)
    -Gruppe wird zum Bewältigungsmedium
  17. 17Settings- Ergebnis einer absichtsvollen Strukturierung gegebener Elemente für einen spezifischen Zweck
    - Gelegenheitsstrukturen für Lern- und Entwicklungsprozesse
    Gelegenheit= Situatives
    Struktur= Geplantes
  18. 18Zentrale Elemente von Settings1. Leistungsbechreibung/Konzepte
    2. Gestaltung von Räumen, Orten, Gegenständen
    3. Alltagssituationen/Grundbedürfnissen
    4. Pädagogisch+therapeutischen Angeboten
    5. Regeln und Kontrollaufgaben
    6. Besondere Ereignisse/Events
  19. 19Arbeitsprinzipien J. J. Rousseau (wohlgeordnete Freiheit)- Arrangements (eigene Erfahrungen an der Welt machen)
    - "Fehler" als wichtiger Lernprozess
    - Wechselspiel von Arrangements (Struktur) und Freiraum
    - Regisseur_ in von Lernerfahrungen (Absichtliches Verrirren im Wald Kompetenzerwerb: Karte lernen)
  20. 20Arbeitsprinzipien B. Bettelheim (Therapeutisches Milieu)Milieupädagogik (pädagogisch-erzieherischer Ansatz)
    Settingelemente die sich zu einem Ganzen zusammenschliessen
  21. 21Arbeitsprinzipien B. Bettelheim (Therapeutisches Milieu) Systematik des TM1. Kernbestandteil
    4 Milieudimensionen
    - Umgebung
    - Institutionelle Dimension
    - Physikalische Dimesion
    - Menschliche Dimension
  22. 22Arbeitsprinzipien B. Bettelheim (Therapeutisches Milieu) Systematik des TM2. Kernbestandteil:
    Psychoanalytisch informierte Gestaltung täglich wiederkehrender Ereignisse
    Alltag als pädagogische Chance!!!
    Alltag nach Prinzipiem der Abstufung/Auswahl: Nur eine herausfordernde Erfahrung pro Mal!
  23. 23Arbeitsprinzipien B. Bettelheim (Therapeutisches Milieu) Systematik des TM3. Kernbestandteil:
    Gezielte Nutzung nicht-alltäglicher Ereignisse
    - Zelebrieren von nicht-Alltäglichem
    Ziel: Vermittlung von Zuneigung und Sicherheit mittels Ritualen
  24. 24Arbeitsprinzipien L. Böhnisch (offene Milieubildung)- lebensweltorientierte SA
    - Milieu= Entwicklung von
    Erfahrungsraum bieten damit Bewältigungskompetenzen entwickelt werden können.
    ZIEL: Bisher regressiv organisierte Milieus nach aussen hin zu öffnen!
    Dimensionen: Anerkennung, Vertrauen und Achtung
  25. 25Arbeitsprinzipien A. S. Makarenko & S. Bernfeld (Gemeinschaftserziehung)- Schaffung eines Ortes, an dem sie sich sinnlich als lohnenswert erfahren
    - Idee der Selbsterziehung durch Gemeinschaft
  26. 26Arbeitsprinzipien M. Winkler (Ortshandeln)- Orte zur Verfügung stellen, die Schutz, Versorgung, Sicherheit und Lernmöglichkeiten bieten
    - Guter Ort ist Voraussetzung, dass Entwicklungprozesse möglich werden!
    - Fehlerfreundlichkeit
    - Subjektivität: Kontinuierliche Aneignung und Distanzierung von Welt wird ermöglicht.
  27. 27Das Bedingungsgefüge abweichenden Verhaltens1. Abweichendes Verhalten:
    - Sozial konstruiert (≠ Ätiologie)
    - Normal vs. dysfunktional
    - Sanktionen als Reaktion
    - Vorstellungen von Abweichendem historisch wandelbar
    2. Gesellschaftliche Normen und Werte:
    - Subkulturelle Werte
    - Nicht statisch
    3. Formen der sozialen Kontrolle:
    - Ebenen: soziale Kontrolle, Alltag, Instanzen
    4. Individuelle Voraussetzungen, Lebenswelten, Lernerfahrungen und –möglichkeiten:
    - Lerntheorie (differentielle Gelegenheit)
    - Subkultur
    5. Rolle sozialpädagogischer Institutionen:
    - Entstigmatisierung / Stigmatisierung → Bsp. Akten (Beschreibung) → Begrifflichkeiten
    6. Intention und Effizienz, soz.päd. Interventionen (Arbeitsprinzipien)
    (s. Darstellung)
  28. 28(Merkmale pädagogische Provinzen)- starke Kontrolle
    - korrektiver Neuanfang
    - Erziehung = System von Sachzwängen
    - Integrationsauftrag --> Resozialisierung
    - Ablehnung von Erziehung und Autorität
    - Versorgung, Selbstverantwortung, Zukunftsperspektiven, Regeln und Sanktionen
  29. 29(pädagogische Provinzen: Allseitige Versorgung Wahlmöglichkeiten)- Erfüllung von existenziellen Grundbedürfnissen
    - Voraussetzung für Neuanfang
    - Überzeugung durch Wahlmöglichkeiten
  30. 30(pädagogische Provinzen: Arbeit)- Ernstcharakter: Situation des Mangels
    - Devianz wird dysfunktional durch Verantwortungsübernahme
    - Paradoxon: Arbeit erzielt pädagogischen Effekt
    - Steuerungsfunktion Erzieher (unsichtbar)
  31. 31(pädagogische Provinzen: Übernahme von organisatorischen Aufgaben und Verantwortung)- Regeln entstehen aus der Gemeinschaft (nicht von aussen)
    - Selbstverwaltung als Mittel zur Verhaltenskorrektur
  32. 32(pädagogische Provinzen: Strafe)- Akzeptanz der Zwecke der Einrichtung ermöglicht Chance für Einsicht und erziehisch sinnvolle Strafen
    - Sanktionierende Gewalt durch Jugendliche selbst (Ausnahme: Pestalozzi)
    - nicht nachtragend
  33. 33(pädagogische Provinzen: Qualifikation und Lernen)Sachliche Gründe sprechen für Qualifikation
  34. 34(pädagogische Provinzen: Zukunftsperspektiven)- Paradoxon: Zukunftsperspektive wirkt erzieherisch, obwohl nicht so gedacht
    - gesellschaftlich-strukturelle Rahmenbedingungen sind notwendig
  35. 35(pädagogische Provinzen: Vergangenheit der Jugendlichen)- nicht von Bedeutung
    - Fokus auf Gegenwart und Zukunft
  36. 36(pädagogische Provinzen: Erziehungsverständnis)- Sachliche Gründe statt moralische Forderungen
    - Ökonomie = Medium der Erziehung
  37. 37Text "Was charakterisiert 'das Sozialpädagogische' an sozialpädagogischen Zugängen zu Devianz?" Aufgabe SAAufgabe SA:
    - Normalisierung sozialer Verhältnisse
    - Kontrolle von Abweichung/Abweichenden
    - Resozialisierung, Reintegration
    - Zugang zu Klientel
  38. 38Text "Was charakterisiert 'das Sozialpädagogische' an sozialpädagogischen Zugängen zu Devianz?" zwei Zugänge zu Devianzzwei Zugänge zu Devianz:
    - Schuld, Risiko, individuelle Verantwortung, Sanktion
    - soz.päd. Verständnis:
    1. Verstehen: Motivation hinter der problematischen Verhaltensweisen --> Devianz als Bewältigungsverhalten (Wechselwirkung zwischen Individuum und strukturellen Kontextbedingungen)
    2. Öffnungsprozesse: Wie Erziehungsprozesse realisiert werden können, trotz schwierigen Ausgangsvoraussetzungen --> mittels vorpädagogischen Tätigkeiten (Beziehung, Ortshandeln, Setting, Arbeitsprinzipien, allseitige Versorgung etc.)
    3. Grenzsetzung und -marketing: Trennung von Tat und Person, erst möglich wenn vorhergehende Punkte abgeschlossen
  39. 39Stop & Go (Beispiel eines Settings)Stop = Grenzen
    Go = selbstbestimmt leben
    Zielgrp: delinquente Jug, denen ein Urteil droht.
    Ziel: Schutz vor weiteren Gefährdung der Entwicklung, keine weiteren Straftaten, Auseinandersetzung mit Taten und Tatfolgen
    Räume/Ort: ärmliche Wohngegend, schmuddelig
    Alltagssituation: Selbstorganisation, Lehren von Alltagskompetenzen
    Regeln: Kompromisse vs. ganz klare Regeln
    Konflikte als Gelegenheitsstruktur, Punkteprogramm (positive Belohnung)
    Anträge stellen (Partizipation)
    Diskussion: Umsetzung Kompromisse vs. Regeln
    Doppelmandat Kontrolle vs. Beziehung
    Wohngegend und Setting geeignet? Wirkung Jug. - Umfeld
    Freiwillige Kooperation oder Kooperation durch Angst vor Strafe?
  40. 40Jugendstrafrecht in der SchweizÖffentliches Recht
    Grundlage ist das Strafrecht
    Jugenstrafrecht: Sanktionen (erzieherischer Zweck) beschrieben
    Tatzeitpunkt: 10-18 Jahre
    Dualistisch-vikariierendes System (dualistisch: Strafe und Massn./ vikariierend: Strafe wird aufgeschoben zugunsten Massnahme)
  41. 41Jugendstrafrecht (Paradigmen)- Erziehungsparagdigma
    - Vergeltung
    - Unschädlichmachung
  42. 42Jugendstrafrecht (materiell)- Strafrecht (strafrechtlich relevante Tat)
    - Sonderstrafrecht (für 10-18-jährige)
    - Täterstrafrecht (Persönlichkeit--> Wahl d. Sanktion)
    - Erziehungsstrafrecht (Sanktionen haben einen erzieherischen Zweck und orientieren sich an den Lebens- und Familienverhältnissen)
  43. 43Jugendstrafrecht (Rolle der SA)- Strafuntersuchung (Massnahmebedürftig, Ja, Nein?)
    - Beobachtungs- und Durchgangsstation (vertiefte Abklärung)
    - Jugendgericht
    - stationäre Unterbringung
  44. 44Strafrecht (Definition)- Alle Normen, bei denen es um die Durchsetzung des Strafansrpuchs des Staates zur Reaktion auf bestimmte Verhaltensweisen geht.
  45. 45Strafrecht (Arten)- Materielles Strafrecht (verbotenes Verhalten, Sanktionen, StGB)
    - Formelles Strafrecht (Strafverfahrensrecht, StPO, EMRK)
    - Straf- und Massnahmenvollzugsrecht
    (Regeln des Vollzugs der Sanktionen, Rechte und Pflichten im Strafvollzug)
  46. 46Strafrecht (Strafvoraussetzungen)- Tatbestandsmässigkeit (Vorsatz, Fahrlässigkeit)
    - Rechtswidrigkeit (kein Rechtfertigungsgrund, Ausnahme: Handeln in Notwehr)
    - Verschulden (Schuldfähigkeit / Massnahmen sind auch ohne Verschulden möglich, Strafen nicht!)
  47. 47Strafrecht (Beteiligungsformen)- Mittelbare Täterschaft (Werkzeug --> Bsp. Briefbombe)
    - Anstiftung
    - Mittäterschaft
    Gehilfenschaft (psychische Unterstützung)
    - Versuch (Vorbereitung --> nur bei Mord strafbar; Versuch --> strafbar)
  48. 48Strafrecht (Deliktstypen und Geltungsbereich)- Übertretung (Bagatelle)
    - Vergehen (schwerer)
    - Verbrechen (immens schwerer)
    - Begehungsortsprinzip (wo Tat ausgeübt wird --> Strafe)
    - Weltrechtsprinzip (Ausnahme)
  49. 49Strafrecht (Sanktionen)Strafen:
    - Geldstrafe
    - Gemeinnnützige Arbeit
    Freiheitsstrafe
    Massnahmen:
    - bessernde Massnahmen
    - Verwahrung
  50. 50Jugendstrafrecht (Sanktionen)Strafen:
    - Verweis (förml. Missbilligung)
    - persönl. Leistung (gemeinnützige Arbeit)
    - Busse
    - Freiheitsentzug (ab 15J. bis 1J. /ab 16J. bis 4J.)
    Schutzmassnahmen:
    - Aufsicht
    - persönl. Betreuung (Beistandschaft)
    - ambulante Behandlung (Therapie)
    - Unterbringung (offen/geschl.)
    Strafbefreiung (in rel. weitem Masse mögl.)
  51. 51Strafregisterauszug- Freiheitsentzug und Unterbringung in geschl. Einrichtung: 10 J.
    - offene Unterbringung: 7 J.
    - ambulante Massnahme: 5 J.
    - Gelöschte Einträge: für Begutachtung/Gefährlichkeitsbeurteilung eingesehen werden
    - Behörde: Einsichtsrecht
    - Sonderprivatsauszug
  52. 52Krisenintervention (Verortung)- Arbeitsfelder: Psychiatrie, Psychotherapie, SA
    - unscharfe/uneinheitliche Nutzung Begriff
    - pragmatisch-eklektische Ansätze (Methodenspezifität umstritten, zeitlich begrenzt, Voraussetzung Methodenflexibilität , Interdisziplinarität)
    - Angebotsloch?
    Literatur: Dominanz psychologische Fachliteratur, SP wenig
  53. 53Krisenintervention (Krisen)- Bivalenz und prinzipielle Offenheit
    - Beziehungsbegriff (nicht Eigenschafts)
    - keine allg. Krisentheorie
    - Wechselwirkung zwischen gesellschaftlichen und individuellen Krisen, jedoch theoretisch und empirisch unklar
    - Fokus auf individueller Krise: Ressourcen reichen nicht aus, um Krise zu bewältigen.
    - Ziel: Wiedererlangung der Bewältigungskompetenzen / Ermöglichung Lern- und Entwicklungsprozesse
    - Bewältigungsmuster: personal-biografisch und milieuspezifisch vorstrukturiert
    - Krisenanalyse: Fokus Zusammenspiel Mikro-, Meso-, Makro-Strukturen
    - Krisenbewusstsein: muss extern hergestellt werden
  54. 54Krisenintervention (Adl-Aminis)- Krisenpädagogik: Zusammenhang von Krise / Entwicklung (2 Seiten Medaille) --> Lernprozess/Veränderung
    - Kritik: Fokus auf Subjekt, Krise = Person
  55. 55Krisenintervention (Stressforschung)typische Belastungen für Kinder und Jugendliche:
    - normative Ereignisse (alterstypische Entwicklungsaufgaben)
    - Alltäglich wiederkehrende Ärgernisse (altersspezifische Alltagsprobleme, daily hassles)
    - Kritische Lebensereignisse (nicht alltäglich bsp. Scheidung)
  56. 56Krisenintervention (Stressforschung - Kindheit)Krisenintervention (Stressforschung - Kindheit)
  57. 57Krisenintervention (Stressforschung - Jugend)Krisenintervention (Stressforschung - Jugend)
  58. 58Krisenintervention (LIfe-Event-Forschung)- "Kritisches Lebensereignis" = Situation, in der ein Ungleichgewicht zwischen Individuum und Umwelt gegeben ist und nicht durch einen einfachen korrigierenden Eingriff behoben werden kann.
    - Quelle: kann in Person oder in Umwelt liegen --> keine trennscharfe Grenze
    - Risiko- und Schutzfaktoren
  59. 59Typische Bewältigungsstrategien im Kinder- und JugendalterKinder:
    - Suche nach sozialer Unterstützung
    - Vermeidung
    - Problemorientierte Strategien
    Jugendliche:
    - Suche nach sozialer Unterstützung
    - Kognitiv-reflektierende Strategien
    - Vermeidende Strategien
  60. 60Welche Konstellationen können eine Krisenintervention bei Kindern und Jugendlichen notwendig machen?- Verständnis komplexerer
    Zusammenhänge und das Repertoire an Bewältigungsstrategien noch begrenzt
    - Soziale Umfeld = keine ausreichende Hilfe
    - Besondere Vulnerabilitäten
    - Belastungen übersteigen die Bewältigungskompetenz
  61. 61Welche Ziele verfolgt die Krisenintervention?- positive Wende
    - möglichst frühzeitige Verhinderung von ungünstigen Verläufen und der Entstehung von Störungen
    - Erkennung und Abwendung von akuten Gefahren
    - Stabilisierung → Alltagsbewältigung
    - Würdigung der subj. Bedeutung der Krise
    - Kurzfristige: Erkennen von Gefährdung, Abwenden von Bedrohung, rasche Beseitigung von quälenden Symptomen, Reduzierung von Stressniveaus
    - Langfristige: Selbstvertrauen und Handlungsfähgikeit wiederherstellen/verbessern, alternative/konstruktive Handlungsweisen
  62. 62Welche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Krisenintervention werden benannt?Rascher Beginn, niederschwelliger Zugang, zeitliche Begrenzung
  63. 63Ablaufschema einer Krisenintervention- Erstkontakt: Ereignisbefragung, Tagesablauf, Ablauf geplante Sitzungen
    - Folgegespräche: Würdigung Veränderungen, Einhaltung der Vereinbarungen, Förderung Eigeninitiative
    - Ende: sorgfältige Vorbereitung, Rekapitulierung Erreichtes, Umgang mit späteren Krisen
  64. 64BELLA-Interventionskonzept- B: Beziehung aufbauen
    - E: Erfassen der Situation
    - L: Linderung von Symptomen
    - L: Leute einbeziehen, die unterstützen
    - A: Ansatz zur Problembewältigung
  65. 65Soziale Trainings (Definition)- Indikation: Soziale Unsicherheit oder soziale Aggression (bsp. psychische Störung, Behinderung, Devianz)
    - Hauptproblem: Kumulation fehlender Lernerfahrungen
    - Zielgruppe: Häufig bei Kindern, Jugendl. und jungen Erwachsenen; heterogene Gruppen sind bereichernd
    - Ziel: Aufbau sozialer Kompetenz
  66. 66Soziale Kompetenz (Definition)= "Verfügbarkeit und Anwendung von kognitiven, emotionalen und motorischen Verhaltensweisen, die in bestimmten sozialen Situationen zu einem langfristig günstigen Verhältnis von positiven und negativen Konsequenzen für den Handelnden führen"
  67. 67Interventionsmöglichkeiten bei sozialer Isolierung- Veränderungen auf individueller Ebene, jedoch auch durch soziale Integration notwendig
    - Zugang zu neuen/bestehenden Gruppen verschaffen
  68. 68Soziale Trainings (Vorbereitung Gruppengespräch)- Gemeinsames Aufstellen von Gruppenregeln
    - Feedbackregeln einführen
    - Schweigepflicht einfordern
    - Umgang mit Videos thematisieren (Vernichtung)
  69. 69Soziale Trainings (Probleme in der Gruppe)- Probleme ansprechen & gemeinsam nach Lösungen suchen (TZI)
    - Positive Verstärkung einsetzen
    - Logische Konsequenzen einsetzen
    - Verwarnung und Ausschluss einzelner
  70. 70Soziale Trainings (GO=Gesundheit und Optimismus Trainingsprogramm) Junge et al.Die 4 Schritte zur Selbstsicherheit:
    1. Problem beschreiben
    2. Eigene Gefühle mitteilen
    3. Sagen, was sich ändern soll
    4. Sagen, wie man sich fühlt
  71. 71Soziale Trainings (GSK=Gruppentraining sozialer Kompetenzen) Hinsch und WittmannTraining der drei Situationskategorien:
    Typ 1: Recht durchsetzen (alle Rechte sind auf deiner Seite)
    Typ 2: Beziehungen (Rechte sind ausgeglichen)
    Typ 3: Um Sympathie werben (Rechte sind bei den anderen Personen)
  72. 72Soziale Trainings Transfer sichernWährend des Kurses:
    - Hausaufgaben, Linking (Lebenswelten verknüpfen)
    Nach dem Kurs:
    Follow-ups (an Vorhergehendem anknüpfen), Refresher, Beratungsgutscheine
    Über den Kurs hinaus: (Peer-Involvement Peer-Education)
  73. 73Mediation (Definition)- Form der Streitbeilegung
    - Gemeinsame Lösung erarbeiten
    - Kann Alternative zu Gerichtsverfahren sein
    - Interessen statt Positionen
    - Vermittlung und Konfliktregelung durch Konsens (nicht Recht/Macht)
  74. 74Hauptunterschied Mediation und GerichtsverfahrenGerichtsverfahren: Gericht entscheidet
    Mediation: Parteien suchen eine Lösung
  75. 75Rolle MediationspersonNeutrale Begleitung
    Unterstützung zur gemeinsamen Lösung
    keinen Einfluss auf Entscheidungen der Parteien
  76. 76Voraussetzungen für eine Mediation- Karten auf den Tisch legen (Offenheit)
    - Parteien beide bereit, Freiwilligkeit
    - Akzeptanz der Regeln
    - Vertraulichkeit (Schweigepflicht)
  77. 77Vorteil und Nachteil Mediation+ gemeinsame Lösung führt zu beidseitiger Zustimmung
    + Parteien können selber Einfluss nehmen
    + keine Angst vor Gegner (Aussprechen)
    + gratis!
    - freiwillig, das heisst Verpflichtung ist nicht möglich. Gericht kann das.
  78. 78Mediation auch ohne Konflikt (als Prävention) ?Ja, wenn höchstwahrscheinlich bald ein Konflikt sein könnte.
  79. 79Vorteile Mediation für Geschädigte und BeschuldigteVorteile Mediation für Geschädigte und Beschuldigte
  80. 80Ablauf Mediation (5 Phasen)1. Festhalten der Rahmenbedingungen
    2. Sammeln von Streitpunkten (Bedürfnisse, Wünsche, Interessen aller Parteien)
    3. Konflikterhellung
    4. Entwicklung von versch. Lösungsmöglichkeiten
    5. Verbindliche Vereinbarung, schriftlich
  81. 81Regeln der MediationFairplay
    keine Unterbrechung
    Ehrlichkeit
    Anstand
    Allparteilichkeit
    Gemeinsame Lösung
  82. 82Vorgehen1. Mediationstauglichkeit durch JUGA
    2. Wenn ja dann zu Mediationsperson
    erfolgreiche M.: Einstellung Strafverfahren
    gescheiterte M.: Sistierung aufgehoben, Verfahren geht weiter
    untaugliche M.: Retournierung der Strafakten
  83. 83SPF( Handlungsanlass)häufigster Grund: Erziehungsschwierigkeiten
    Auswirkungen von ungünstigen Erziehungsformen führen zu
    Mangel an Wissen und Kenntnissen, persönlichen Fähigkeiten, Handlungsmöglichkeiten, Bereitschaft.
    Führt zu Teufelskreis.
  84. 84Warum Veränderung von Erziehungsverhalten?Faktor Erziehung ist zugänglich und veränderbar.
  85. 85Mandate der SPFHilfe und Kontrolle
    Angebot im Rahmen des freiwilligen Kindesschutz (Familien müssen selber bezahlen)
    Anordnung im Rahmen des zivilrechtlichen Kindesschutz (Kosten werden übernommen)
  86. 86theoretisch methodischer Hintergrund (2 Positionen)1. Theorie ist oft nicht klar erkennbar, theoretische Unklärbarkeit.
    Theorie fundieren, sagt Petko.
    2. Helming (oder Mollenhauer) sagt, es braucht massgeschneiderte Aushandlungsprozesse (eklektisch)
    Wenn nur Theorie als Herangehensweise ohne Beachtung des familiären Systems wird das Resultat wahrsch. Widerstand sein.
    Es braucht Theorie, aber auch Aushandlungsprozesse im Familiensystem. Herstellung von Normailitätsbalancen ist Voraussetzung für Eklektik (multimethodischgestützte Einflussnahme)
  87. 87Handlungstheorie (Petko)1. Konzeptionen
    Soziologische, psychologische, systematisch-konstruktivistische Perspektive
    2. Prinzipien
    3. Methoden
    4. Handlungen
  88. 88KlientInnenperspektiveVertrauen, Kompetenz sind wichtig!
    Zielorientierung
    Koproduktion
    praktische Unterstützung
    direktive Interventionen
    Erreichbarkeit, Verlässlichkeit, Sicherheit
    Abschlussphasen gestalten
  89. 89Arbeits- und HandlungsprinzipienRessourcen- und Risikoorientierung
    Alltags- und Lebensweltnähe
    Netzwerkarbeit
    Hilfe zur Selbsthilfe
    Stabilisierung
    strukturierte Offenheit
    Rollen- und Beziehungsgestaltung
  90. 90Konfrontative Pädagogik/AAT pro- Praktizierende schätzen das Konzept grundsätzlich, anwendbar und klar, Qualifizierung
    - wirkt nicht besser aber auch nicht schlechter als anderes
    - es wird konsequent auf nicht tolerierbares Verhalten reagiert
  91. 91Konfrontative Pädagogik/AAT contra- problematische Verhaltensweisen lassen sich nicht einfach abtrainieren
    - Fokus zu strak auf Individuum
    -sozioökonom. Faktoren und Tatkontext nicht beachtet und nicht bearbeitet
    - Flickenteppichtheorie
    - abwertendes Vokabular
    - Situationsspezifische Verhaltensweisen lassen keine Rückschlüsse auf situationsunabhängige Personeneigenschaften zu
  92. 92Glen Mills progg
  93. 93Glen Mills contranjj
  94. 94einführende Bemerkungenjjj
  95. 95Text Debattejjj
  96. 96—

Information

Description
Flashcards on MODUL: ZUGÄNGE ZU ABWEICHENDEM VERHALTEN, created by Gioia Zeller on 26/04/2016.
Created by
Gioia Zeller
Views
311
Rating

Feedback

What is it about?

What do you think of the new look?

How do you like it?