Karteikarten
Angststörungen
Karten in diesem Stapel (34)
- 1Definition Angst- Emotion
- Situations- und Personenabhängig
- subjektive, motorische, physiologische Ebene
- in die Zukunft gerichtet
- hängt mit wahrgenommenen (realen oder irrealen) Gefahren zusammen - 2Worum geht es in der Angsttherapie nicht?Die Angst wegzubekommen
Vielmehr darum zu erkennen wo sie aufgrund von realen und wo aufgrund von irrealen Gefahren besteht - 3Welches sind die 3 Anteile der Angst?Körper (physiologisch)
Denken (subjektiv)
Verhalten (motorisch) - 4Die 7 Angstmuster K=Körper V=Verhalten D=DenkenK
V
D
KD
KV
VD
KVD - 53 Angstreaktionen im typischen Zeitverlauf1. Imminenter schneller Anstieg als Reaktion auf Gefahr
2. Langsames Abklingen als erhöhte Risikobereitschaft auf weitere Gefahr
3. Können nicht gänzlich abgeschaltet werden
(Angsthormone haben bestimmte Halbwertszeiten) - 6Wann wird Angst zur Krankheit?- unangemessen stark/anhaltend
- Auftreten ohne ausreichenden Grund
- unkontrollierbar/unaushaltbar
- verursacht Leid und Einschränkung des Lebens
UND Vorhandensein von typischen Symptommustern - 7Phobien Symptommuster der AngstObjekt-/situationsbezogene
Angst mit
Vermeidungstendenz - 8Angstzustände Symptommuster der AngstAls spontan erlebte oder
„frei flottierende“ Angst mit
Vermeidungstendenz
- aus dem Nichts heraus
- nicht an ein Objekt oder Situation gebunden - 9Gemeinsamkeiten phobischer Ängste (5)Chronisch
Körpersymptome
Erwartungsangst
Beeinträchtigung
Vermeidung - 10AgoraphobieAgoraphobiker fürchten in einer Situation, in der das Flüchten schwierig ist, eine Angstattacke zu erleben oder andere Symptome
Angst vor der Angst bzw. katastrophalen Konsequenzen der Angst;
Vermeidung einer Vielzahl von Situationen - 11Soziale Angststörung "Lampenfieber"Angst vor der negativen Bewertung durch andere Menschen
Gefühl, ständig beobachtet und (negativ) bewertet zu werden,
Vermeidung zwischenmenschlicher Situationen - 12Spezifische Phobie "Spinnenangst", "Höhenangst"Angst vor klar umschriebenen Objekten oder Situationen
Auslöser: Spezifisches Objekt oder Situation - 13PanikstörungAuslöser: Körperempfindungen (Herz, Atem), Gedanken (plötzlicher Tod)
Symptomatik:
Plötzliche, z.T. „spontane“ Angstanfälle
(„Panikattacken“): Vielzahl körperlicher und
psychischer Symptome (Herzklopfen)
Folgen:
Angst vor weiteren Anfällen und ihren befürchteten Konsequenzen:
--> Vermeidung - 14Generalisierte Angststörung (GAS)Auslöser/Symptomatik:
- chronische Sorgen und Ängste
--> beziehen sich auf Vielzahl an Lebensbereichen
--> Schnelle Abfolge --> Sorgenketten
Folgen:
- Vermeidungsverhalten
- Rückversicherungsverhalten (nur kfr. Beruhigung)
--> Aufrechterhaltung der Störung - 15Unterscheidung GAS zur DepressionGAS ruiniert über Zukunft
Depression über Vergangenheit - 16Somatische DifferentialdiagnostikKörperliche Allgemeinerkrankungen
Zerebrale Angsterkrankungen - 17Körperliche AllgemeinerkrankungenEndokrine Angstsyndrome (Thyreotoxikose, Phäochromozytom, Cushing-
Syndrom)
Metabolische Angstsyndrome (Hypoglykämie)
Herzangstsyndrome (Myokardinfarkt, Herzrhythmusstörungen,
Postkardiotomie-Syndrom)
Andere Organerkrankungen - 18Zerebrale AngsterkrankungenEpileptische Angstsyndrome
Contusio cerebri
Neubildungen im Gehirn
Enzephalitiden
Alkohol-/Drogenfolgen - 19Epidemiologie Spezifische Phobie12-Monatsprävalenz: 7-9% (USA), 6% (Europa)
Lebenszeitprävalenz: 15,6%
Geschlechterunterschiede: 2:1 Frauen
Erstmanifestationsalter: < 10 - 20Epidemiologie Soziale Angststörung12-Monatsprävalenz: 7% (USA), 2-5% (Europa)
Lebenszeitprävalenz: 10,7%
Geschlechterunterschiede: mehr Frauen
Erstmanifestationsalter: 13 - 21Epidemiologie Panikstörung12-Monatsprävalenz: 2,3%
Lebenszeitprävalenz: 3,8%
Geschlechterunterschiede: 2:1 Frauen
Erstmanifestationsalter: 20-24 - 22Epidemiologie Agoraphobie12-Monatsprävalenz: 1,7%
Lebenszeitprävalenz: 2,5%
Geschlechterunterschiede: 2:1 Frauen
Erstmanifestationsalter: 17
Inzidenz in Jugend und frühem Erwachsenenalter am höchsten - 23Epidemiologie GAS12-Monatsprävalenz: 0,4-3,6%
Lebenszeitprävalenz: 4,3-9%
Geschlechterunterschiede: 2/3 mehr Frauen
Erstmanifestationsalter: 30 - 24Kann ein Konflikt die Ursache der Angststörungen sein?Konflikt kann als Stressauslöser Angst auslösen und sie dann auch aufrechterhalten
- 25Warum hilft Vermeidung nicht die Angst zu bekämpfen?Lässt keine korrektive Erfahrung zu
(Wenn ich nicht in die Situation komme und sehe, dass mir eine Spinne nichts ausmacht, lerne ich es auch nicht) - 26Angstmodul- lokalisiert in Amygdala
- werden automatisch aktiviert durch Reize, die evolutionsbiologisch relevant sind
- sind rationalen Einflüssen gegenüber weitgehend resistent - 27Zwei Bahnen der Informationsverarbeitung beim Erschrecken1. Thalamus-Amygdala (low road)
2. Thalamus-Sehrinde-Amygdala (high road) - 28Thalamus-Amygdala (low road) (Zwei Bahnen der Informationsverarbeitung beim Erschrecken)Schnell, aber ungenau
➔ Reflexhafte Schreckreaktion
Obwohl wir hier nie einer giftigen Schlange begegnen, haben wir eine sofortige Reaktionsangst auf Schlangen
--> Angst um Überleben zu sichern
--> Rationalität erst nachgeschaltet - 292. Thalamus-Sehrinde-Amygdala (high road) (Zwei Bahnen der Informationsverarbeitung beim Erschrecken)langsame, aber gründliche
Verarbeitung
➔ komplette Angstreaktion - 30Einfluss von genetischen Faktorenin früher Kindheit hoch
in mittlerer Kindheit abnehmend
in Pubertät wieder hoch
--> Befunde sprechen für schwachen Einfluss von multipler Genloki
Odds Ratio: 3,91 - 31BehandlungKVT
unterstützend: Psychopharmakotherapie
Angststörungen werden in erster Linie psychotherapeutisch behandelt - 32Phänomenologie der Panikstörung- Plötzliche Anfälle intensiver Angst
- Vielzahl körperlicher und kognitiver Symptome
- Zentrale Befürchtung: Unmittelbare Katastrophe
--> Sorgen, Veränderung des Lebensstils, Vermeidung
- Häufig: komorbide Panikstörung und Agoraphobie - 33Ist Angst ansteckend?Ja
- 34Folgen der PanikstörungHohe Chronifizierungstendenz
Höchste Behandlungsquote aller psychischen Störungen
Aufwendige Differentialdiagnose und häufige Folgeprobleme bewirken massive Gesundheitskosten
Hohe Rate von Fehldiagnosen und -behandlungen
Suizidrate rund 18fach erhöht
Informationen
- Beschreibung
- Klinische Psychologie Karteikarten am Angststörungen, erstellt von Sven Christian am 18/05/2017.
- Erstellt von
- Sven Christian · Mai 2017
- Aktualisiert
- 18 Mai 2017
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- 6
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