Notizen
Text und Clips zur Wahrnehmung
Inhalt der Notizen (1)
Seite 1
Hallo liebe 4B!
Hier findet ihr drei der Videos!
Die anderen zwei habe ich speziell zusammengeschnitten, die könnt ihr euch noch am Montag bei mir ansehen, die dauern jeweils nur 2 Minuten! Geht sich alles aus, keine Sorge! : )
Genießt das Wochenende!
Ich bin leider krank und stelle euch daher noch die anderen zwei Videos hoch! Da habe ich zwar bei meiner Version den Typen beim Phi Phänomen weggeschnitten, ihr braucht nur Sek 27 - 58 schauen!!!
Beim zweiten Video müsst ihr den Mc gurk Effekt bis Sek 58 schauen und die shepard tone Illusion von 2:06 bis 2:43!!
Wer fertig ist, kann sich noch das Zusatzvideo mit dem Farbeffekt ansehen, das ist auch super! : )
Bitte schaut, dass ihr mir die Mappen am Anfang der nächsten Stunde abgeben könnt, da das unsere letzte Stunde ist, würde ich da gerne etwas mit euch spielen! : )
Bis am Freitag!
Smell Memory Kit:
http://smellmemorykit.supersense.com/
DANIEL TAMMET
Elf ist freundlich
und Fünf ist laut
Ein
genialer Autist erklärt
seine Welt
Mit Vorworten
von Darold Treffert und Simon Baron-Cohen
Aus dem Englischen von
Maren Klostermann
WILHELM
HEYNE
VERLAG MÜNCHEN
1. Blaue Neunen und rote Wörter
Ich wurde am 31. Januar 1979 geboren –
einem Mittwoch. Ich weiß, es war ein Mittwoch, denn in meiner Vorstellung ist
der Tag blau, und Mittwoch ist immer blau – wie die Zahl Neun oder der Klang
lauter, streitender Stimmen. Mir gefällt mein Geburtsdatum, weil ich die
meisten Zahlen darin als glatte, runde Formen vor mir sehen kann – so wie
Kieselsteine an
einem Strand. Das liegt daran, dass es Primzahlen sind: 31,
19, 197, 97, 79 und 1979 lassen sich alle nur durch sich selbst und durch eins
teilen. Ich kann jede Primzahl bis 9973 an ihrer »kieselsteinartigen«
Beschaffenheit erkennen. So arbeitet mein Gehirn.
Ich habe eine seltene Krankheit, das sogenannte SavantSyndrom,
das wenig bekannt war, bis es 1988 von dem Schauspieler Dustin Hoffman in dem
Oscar-prämierten Film »Rain Man« dargestellt wurde. Wie die von Hoffman
verkörperte Gestalt des Raymond Babbitt habe ich ein fast zwanghaftes Bedürfnis
nach Ordnung und Routine, das praktisch jeden Bereich meines Lebens
beeinflusst. So esse ich zum Beispiel jeden Morgen exakt 45 Gramm Porridge zum
Frühstück; ich wiege die Schüssel mit einer elektronischen Waage, um ganz sicher
zu sein. Dann zähle ich die Anzahl der Kleidungsstücke, die ich trage, bevor
ich das Haus verlasse. Ich werde unruhig, wenn ich meinen Tee nicht jeden Tag
um die gleiche Zeit trinken kann. Immer wenn ich unter zu starken Stress gerate
und nicht ordentlich atmen kann, schließe ich die Augen und zähle. An Zahlen zu
denken hilft mir, mich wieder zu beruhigen.
Zahlen sind meine Freunde und sie sind ständig um mich. Jede
ist einzigartig und hat ihre ganz eigene »Persönlichkeit«. Elf ist freundlich
und Fünf ist laut, während Vier still und schüchtern ist – sie ist meine
Lieblingszahl, vielleicht weil sie mich an mich selbst erinnert. Einige Zahlen
sind groß, wie 23, 667, 1179, andere klein, wie 6, 13, 581. Einige sind schön, wie
333, und einige hässlich, wie 289. Für mich ist jede Zahl
etwas Besonderes. Ganz gleich, wohin ich gehe oder was ich
tue, Zahlen sind in meinem Denken immer sehr präsent. Bei einem Interview mit
dem Talkshow-Moderator David Letterman in New York sagte ich David, er sehe aus
wie die Zahl 117 – groß und schlaksig. Als ich später draußen auf dem Times
Square stand und zu den hoch aufragenden Wolkenkratzern hinaufsah, fühlte ich mich
wie von lauter Neunen umgeben – die Zahl, die ich am stärksten mit dem Eindruck
von Größe verbinde. Die Wissenschaft bezeichnet meine visuell-emotionale Wahrnehmung
von Zahlen als Synästhesie, eine seltene neurologische Vermischung der Sinne,
die in den meisten Fällen zu der Fähigkeit führt, dass man die Buchstaben des
Alphabets und/oder Zahlen in Farbe sieht. Bei mir ist die Synästhesie
so ungewöhnlich und komplex ausgeprägt, dass ich Zahlen als
Formen, Farben, Stoffe und Bewegungen wahrnehme. Die Zahl Eins zum Beispiel ist
ein strahlend helles Weiß, als ob mir jemand mit einer Taschenlampe direkt in
die Augen leuchten würde. Fünf ist ein Donnerschlag oder der Klang von Wellen,
die gegen Felsen branden. Siebenunddreißig ist
klumpig wie Porridge, während mich Neunundachtzig an fallenden
Schnee erinnert.
https://www.youtube.com/watch?v=hCV2Ba5wrcs (Einbetten)
https://www.youtube.com/watch?v=7q5mgtUOI_w (Einbetten)
https://www.youtube.com/watch?v=p6cqNhHrMJA (Einbetten)
https://www.youtube.com/watch?v=kzo45hWXRWU (Einbetten)
Informationen
- Beschreibung
- Ames Room Visual Cliff Lemons
- Erstellt von
- valerie.zeilinger
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