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Forschungs- und Anwendungsfelder der Soziologie Teil 1

stelly Welly 26 Fragen 3.364 Aufrufe 5,0 (4 Bewertungen)

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Fragen in diesem Quiz (26)

  1. 1Erkläre den Begriff DEVIANZ! (3)
    1. AAbweichendes Verhalten (von sozialen Normen/Werten)
    2. Bpositive und negative Devianz - zu beiden wird in der Soziologie geforscht - zu positiver erst in den letzten Jahren; negative v.a. wegen Kriminalität schon immer
    3. CSOZIALE KONTROLLE = soziale Reaktion auf abweichendes Verhalten
    4. DZustimmendes Verhalten (von sozialen Normen/Werten)
    5. ESOZIALE SICHERHEIT = soziale Reaktion auf abweichendes Verhalten
    6. Fpositive und negative Devianz - zu beiden wird in der Psychologie geforscht - zu negativer erst in den letzten Jahren; positive v.a. wegen Kriminalität schon immer
  2. 2Wie unterscheiden und charakterisieren sich die drei Forschungsbereiche des Feldes "Forschungs- und Anwendungsfelder der Soziologie"? (4)
    1. ASoziologie des abweichenden Verhaltens und der sozialen Kontrolle: negative als auch positive Devianz im Forschungsmittelpunkt & andere Formen der Devianz (z.B.: psychische Krankheiten)
    2. BKriminalsoziologie & Kriminologie: Fokus = Abweichendes Verhalten im Kontext mit strafrechtlich relevantem Verhalten
    3. CKriminologie: beschäftigt sich außerdem noch mit psychologischen, biologischen und juristischen Aspekten der Kriminalität
    4. DKriminologie: Fokus = Abweichendes Verhalten im Kontext mit strafrechtlich relevantem Verhalten
    5. EKriminalsoziologie & Kriminologie: negative als auch positive Devianz im Forschungsmittelpunkt & andere Formen der Devianz (z.B.: psychische Krankheiten)
    6. FSoziologie des abweichenden Verhaltens und der sozialen Kontrolle: beschäftigt sich außerdem noch mit psychologischen, biologischen und juristischen Aspekten der Kriminalität
    7. GGEMEINSAMER ASPEKT - Die Annahme, dass Kriminalität ein soziales Konstrukt ist und einem permanenten sozialen Wandel unterliegt. D.h. was in Gesellschaft als legal bzw. illegal bezeichnet wird sozial festgelegt und ändert sich im Zeitverlauf. (Dahinterstehende Kontextbedingungen müssen berücksichtigt werden).
    8. HGEMEINSAMER ASPEKT - Die Annahme, dass Kriminalität ein soziales Konstrukt ist und einer statischen Gesellschaft unterliegt. D.h. was in Gesellschaft als legal bzw. illegal bezeichnet wird sozial festgelegt und ändert sich im Zeitverlauf. (Dahinterstehende Kontextbedingungen müssen berücksichtigt werden).
  3. 3Was versteht man unter RATIONALISMUS ? (3)
    1. AMensch ist freies Individuum, das rational entscheiden kann und handelt und deswegen selbst verantwortlich ist, abweichendes Verhalten ist Ergebnis einer freien Entscheidung.
    2. BBENTHAM: Utilitarismus = rationaler Mensch strebt mit seinen Handlungen nach Glück; Furcht größter Beeinflussungsfaktor der Entscheidungsfreiheit Daher: Strafe wichtigstes Mittel der Kontrolle. Ist für Strafrecht das für alle Menschen gleichermaßen gilt.
    3. CBECCARIA: Vorschlag eines aufklärerischen Strafrechts für alle Prinzipien: Rationalität, Eigenverantwortlichkeit für Handlungen, Verhältnismäßigkeit im Strafausmaß und Gleichheit vor dem Gesetz.
    4. DBELLARIA: Vorschlag eines aufklärerischen Strafrechts für alle Prinzipien: Rationalität, Eigenverantwortlichkeit für Handlungen, Verhältnismäßigkeit im Strafausmaß und Gleichheit vor dem Gesetz.
    5. EBINTHIM:Utilitarismus=rationalerMenschstrebtmitseinenHandlungennachGlück; Furcht größter Beeinflussungsfaktor der Entscheidungsfreiheit Daher: Strafe wichtigstes Mittel der Kontrolle. Ist für Strafrecht das für alle Menschen gleichermaßen gilt.
    6. FMensch ist gefangenes Individuum, das nicht rational entscheiden kann und handelt und deswegen nicht selbst verantwortlich ist, abweichendes Verhalten ist kein Ergebnis einer freien Entscheidung.
  4. 4Was versteht man unter POSITIVISMUS? (5)
    1. AAnsatz, dass geeintes Strafmaß (lt. Aufklärung) unfähig ist Kriminalität zu verhindern.
    2. BGrund: neue soziale Probleme durch Industrialisierung (Verstädterung, Massenarmut etc.) ergeben neue Kontrollbedürfnisse normatives Menschenbild = alle sind vernünftige Subjekte = unrealistisch!
    3. CFolge: Richter bekommen mehr Freiheit im Entscheidungsprozess über Sanktionen und einen externen Experten (= Sachverständigen) zur Seite gestellt.
    4. DHauptaufgaben: Erhebung der individuellen Lebenssituation des Beschuldigten, Ermittlung der Zurechnungsfähigkeit. Dadurch möglich: Sammlung von empirischen Daten: hier entsteht die Wurzel für Kriminologie als erfahrungswissenschaftliche Disziplin.
    5. EFolge: Paradigmenwechsel zu Positivismus
    6. FFolge: Paradigmenwechsel zu Strukturfunktionalismus
    7. GAnsatz, dass geeintes Strafmaß (lt. Aufklärung) fähig ist Kriminalität zu verhindern.
    8. HNebenaufgaben: Erhebung der individuellen Lebenssituation des Opfers, Ermittlung der Zurechnungsfähigkeit. Dadurch möglich: Sammlung von empirischen Daten: hier entsteht die Wurzel für Kriminologie als erfahrungswissenschaftliche Disziplin.
  5. 5THEORETISCHE GRUNDANNAHMEN des Positivismus in: Darwin: Evolutionstheorien? (6)
    1. AMenschliches Verhalten durch interne (psychische- und physische) & externe (soziale) Faktoren vorherbestimmt); Kriminalität v.a. durch äußere Umstände prädeterminiert. Aber: diese Faktoren sind grundsätzliche beobachtbar, messbar & beeinflussbar!
    2. BHeißt: Kriminalität muss mit biologischen, psychischen oder sozialen Faktoren erklärbar sein.
    3. Cdurch staatliche Kontrollorgane wurden empirische Daten gesammelt; Entdeckung von Regelmäßigkeiten wo und wie oft ein Verbrechen stattfand und andere Erscheinungen im gesellschaftlichen Leben.
    4. DLOMBROSO: „geborene Verbrecher“ ; verglich Straftäter mit Nicht-Straffälligen durch diverse Personenmerkmale - „Physiognomie der Verbrecher“ (hohe Stirn, abstehende Ohren etc.). Vielfach widerlegt aber für Forschungstradition lange Zeit wichtig (v.a. Kriminalität durch Vergleich festzustellen).
    5. ECHICAGO SCHOOL: Ursache für Kriminalität = spezifische gesellschaftliche Bedingungen. = Studien zur Urbanen Struktur in Chicago!
    6. FHeißt: Kriminalität muss mit genetischen, psychischen oder physischen Faktoren erklärbar sein.
    7. Gdurch gesellschaftliche Kontrollorgane wurden empirische Daten gesammelt; Entdeckung von Uregelmäßigkeiten wo und wie oft ein Verbrechen stattfand und andere Erscheinungen im gesellschaftlichen Leben.
    8. HLOMBROSO: „konstruierte Verbrecher“; verglich Straftäter mit Nicht-Straffälligen durch diverse Personenmerkmale - „Physiognomie der Verbrecher“ (hohe Stirn, abstehende Ohren etc.). Vielfach widerlegt aber für Forschungstradition lange Zeit wichtig (v.a. Kriminalität durch Vergleich festzustellen.)
    9. IFRANKFURTER SCHULE: Ursache für Kriminalität = spezifische gesellschaftliche Bedingungen. = Studien zur Urbanen Struktur in Frankfurt!
    10. JEntdeckung das soziale Tatsachen offenbar bestimmten Mustern folgen.
  6. 6Weshalb üben einige soziale Strukturen auf bestimmte Personen einen Druck aus, sich eher deviant als konform zu verhalten? (4)
    1. Ahaben v.a. mit qualitativen ethnographischen Stadtteiluntersuchungen gearbeitet, um soziale Wirklichkeit der Betroffenen darzustellen.
    2. B„social disorder“-Phänomene: soziale Segregation und ökonomisch schlechte Lebensbedingungen sind Grundlage für hohe Bandenkriminalität zw. Jugendlichen = sozioökonomischer Zusammenhang
    3. C„differenzielle Assoziation“ = Konformitätszwang aus unmittelbarem Umfeld der sozialen Gruppen; kriminelles Verhalten wird im Rahmen des
      Sozialisationsprozesses in der Gruppe unter sozialem Zwang erlernt, um soziale Sanktionen zu vermeiden.
    4. Dund: rascher sozialer Wandel, v.a. zur industriellen Gesellschaft ist/war schuld.
    5. Ehaben v.a. mit quantitativen ethnographischen Stadtteiluntersuchungen gearbeitet, um soziale Wirklichkeit der Betroffenen darzustellen.
    6. F„social order“-Phänomene: soziale Integration und ökonomisch gute Lebensbedingungen sind Grundlage für hohe Bandenkriminalität zw. Jugendlichen = sozioökonomischer Zusammenhang
  7. 7Was versteht man unter Anomie nach Durkheim? (1)
    1. AFehlende oder schwache Normen und Regeln führen für Menschen zur Orientierungslosigkeit.
    2. BZu viele Normen und Regeln führen für Menschen zur Orientierungslosigkeit.
  8. 8MERTON - folgt Durkheims Anomie-These: Hat auf Ungleichgewicht zwischen sozial erstrebenswerten materiellen Gütern (Reichtum etc.) einerseits und gesellschaftlich ungleich verteilten Mitteln zur Erreichung dieser hingewiesen.
    Abweichendes Verhalten = Folge der Zugangsbeschränkungen unterprivilegierter Schichten zu legalen Mitteln. Fazit: fehlender Zugang zu legalen Mitteln führt dazu sich abweichend zu verhalten. = Typisch für US Bürger.
    1. ARichtig
    2. BFalsch
  9. 9Was versteht man unter der "institutionellen Anomietheorie" nach Messner/Rosenfeld? (1)
    1. AHohe Kriminalitätsrate in US erklären sie mit einer starken Dominanz der Ökonomie über alle anderen Lebensbereiche.
    2. BNiedrige Kriminalitätsrate in US erklären sie mit einer starken Dominanz der Ökonomie über alle anderen Lebensbereiche.
  10. 10Funktionalismus: (4)
    1. Aprovokante Betrachtung der Kriminalität: nützliche Funktion der Devianz in Gesellschaft;
    2. BDevianz kommt in allen Gesellschaften vor = notwendig
      - weil: tastet Grenzen der Gesellschaft ab; Durch Verletzen der Norm, wird von Gesellschaft an der Norm weiter festgehalten.
      - Aber: Normen ändern sich mit der Zeit, d.h. wenn Devianz anhält: Hinweis: Gesellschaft funktioniert nicht.
    3. CConclusio: Devianz ist eine Stütze geltender Normen UND ein Indikator für einen Normwandel
    4. DThese ist bis heute in positivistischer/ konstruktivistischer Paradigmen verankert
    5. EConclusio: Devianz ist keine Stütze geltender Normen UND ein Indikator für einen Normwandel
    6. FThese ist bis heute in negativistischer / konstruktivistischer Paradigmen verankert

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Beschreibung
(Kapitel 1. Abweichung und soziale Kontrolle und Kapitel 2. Alter und Altern)
Sprache
Deutsch
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