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Fichas

Klinische Neuropsychologie - Aphasien

Joney Stoney Psychologie Zellbiologie Alemán 23 fichas

Fichas del conjunto (23)

  1. 1Aphasien-Erworbene Sprachstörungen, meist nach linkshemisphärischer Läsion
    -Multimodal (Sprechen, Hören, Lesen, Schreiben) und auf allen Ebenen der Sprache (Phonologie, Semantik, Syntax)
    -Aphasien sind supramodale Sprachstörungen (Verarbeiten sprachlicher Information erfordert zentrale Wissenssysteme)
    → je nach Ort der Störung unterschiedliche Ausprägung in den Modalitäten
    Wichtig: Abgrenzung von Störungen des Sprechvorgangs und Verwirrtheit; keine Denkstörung
    Sprachliche Störungsmerkmale
    Leitsymptome nach Akutphase anhand der Spontansprache
  2. 2Störungen in der Wortfindung und der WortwahlMangelnde Verfügbarkeit des gesuchten Wortes
    => Pausen, inhaltsarme Floskeln, Wiederholungen, Satzabbrüche, Ausweichen in Pantomime und Gestik/Mimik
  3. 3Semantische Paraphasien-Bedeutungsmäßige Wortverwechslungen (Wachs statt Kerze etc.)
    -Alle Wortklassen betreffend
    -Sinn des gesagten geht teils verloren, aber intakte Lautstruktur, regelhafter Satzbau und Grammatik (semantischer Jargon)
  4. 4Phonematische Paraphasien-Lautliche Veränderung eines Wortes
    → Substituierung, Auslassungen, Umstellungen oder Hinzufügen von Lauten
    → Neologismen
    → Phonematischer Jargon: Sinnloses Aneinanderreihen von phonematisch veränderten Worten, flüssige Sprachproduktion
  5. 5Automatismen-häufig bei schweren Aphasien
    → Bestehen aus automatisierten Sprachelementen (Silben, Wörter, Phrasen)
    → Werden unwillkürlich bei Kommunikationsversuch hervorgebracht
    → Meist erfolgloser Versuch durch Mimik und Gestik zu kompensieren
  6. 6Enstehung semantischer und phonetischer AphasienZwei Ansätze:
    1. Verfügbarkeit eines Wortes durch Variablen wie Häufigkeit, Länge, Vertrautheit etc. beeinflusst
    -Worthäufigkeit weniger wichtig, insgesamt große individuelle Unterschiede (teilw. Erwerbsalter)
    2. Spezifische Störungen im Zugriffprozess
    -Zwei Phasen der Sprachproduktion:
    1. Konzept aktiviert semantische und syntaktische Informationen
    2. Phonologisch-phonetische Enkodierung (abstrakte Repräsentation der Wortform wird in artikulatorisches Programm überführt)
    -Semantische Paraphasie:
    → intendierte Wortbedeutung nicht genügend aktiviert, semantisch verwandte Wortbedeutung schon
    → oder: gestörter Abruf von Wortformen
  7. 7Kategorienspezifische Störung in der WortfindungDissoziationen im Benennen von Objekten und Tätigkeiten
    -manchmal Verben besser erhalten als Substantive oder anders herum
    -teils auch Verständnis selektiv betroffen
    => regionale Spezialisierung? Jedoch widersprüchliche Ergebnisse, abhängig von Aufgabenstellung
  8. 8Dissoziationen in der Verfügbarkeit belebter und unbelebter ObjektklassenSelektive Benennstörung für belebte Objekte:
    → eher sensorisch erfasst => Probleme mit Angabe perzeptorischer Merkmale
    → meist Folge linksbetonter bilateraler Schädigung; anteriorer, medialer und inferiorer Temporallappen
    Selektive Benennstörung für unbelebte Objekte:
    → seltener
    → eher über Funkton wahrgenommen => semantische Repräsentation eng mit motorischem Bewegungsmuster verknüpft
    → meist linksseitige protoparietale Hirnareale
  9. 9Differentielle Verfügbarkeit von Eigennamen→ bei starken Aphasien manchmal noch Städte- Länder oder Prominentennamen erhalten und zuordenbar => Mechanismen der intakten rechten Hemisphäre
    Selektive Störung für Eigennamen
    → häufiger
    → weitere Informationen abrufbar => getrennte Speicherung von Name und Identität
    → Schäden in linkshemisphärischen Strukturen
  10. 10Störungen im Satzbau und in der morphologisch-syntaktischen Verknüpfung von SatzkonstituentenAgrammatischer Satzbau
    Paragrammatischer Satzbau
  11. 11Agrammatischer Satzbau-telegrammartiger Sprachstil, Reihenfolge der Worte nicht unwillkürlich
    -Produktionsagrammatismus:
    → Auslassung von Funktionswörtern und Flexionsformen
    → Eingeschränkte Verfügbarkeit von Verben
    → verkürzte Satzlänge und vereinfachte Syntax
    → Schwierigkeiten bei Wortstellung
    Erklärungsansätze:
    -Reden ist anstrengend => Weglassen von unwichtigen Wörtern (Notsprache)
    → mit der Zeit Verfall von Information im KZG => gezieltes Adaptionsverhalten
    → supramodal: Störung bezieht sich auch auf Schreiben
    Oder: Folge der Störung der integrativen Verknüpfung von morphosyntaktischen und lexikalisch-semantischen Informationen
    -Läsionen der vorderen und/oder hinteren Sprachregion: Störung der Verfügbarkeit lexikalisch-semantischer Kenntnisse
  12. 12Paragrammatischer Satzbau-Bei flüssiger Spontansprache häufig komplexer Satzbau mit Verdoppelungen von Satzteilen und Satzverschränkungen (gemeinsamer Intonationsbogen)
    → Kontrollfunktion für Satzbildung gestört
  13. 13Klinische Störungsbilder: Aphasische SyndromeStandardsymptome: Klassifikation über Spontansprache, Schweregrad nach Aachener Aphasie Test
    Globale Aphasie
    Wernicke-Aphasise
    Broca-Aphasie
    Amnestische Aphasie
    Leitungsaphasie
    Transkortikale Aphasie
    Primär progressive Aphasie
  14. 14Globale AphasieStark eingeschränkter Sprechfluss, oft Sprechapraxie, Sprachautomatismen, sehr schwer gestörte Kommunikation
  15. 15Wernicke-AphasiseUnauffälliger Sprechfluss, teils überschießend, Paragrammatismus, Paraphasien, Jargon, Kommunikation schwer bis mittel gestört, bei Jargon sehr schwer
  16. 16Broca-AphasieEingeschränkter Sprechfluss, oft Dysarthrie/Apraxie, Agrammatismus, Kommunikation schwer bis mittelgradig eingeschränkt
  17. 17Amnestische AphasieSprechfluss unauffällig aber oft Suchverhalten, Störung in Wortfindung, Kommunikation mittel bis leicht gestört
  18. 18LeitungsaphasieNachsprechen schwer gestört, Merkspanne reduziert, Sich ihrer phonematischen Paraphasien bewusst
    → wahrscheinlich Läsion im Fasciculus arcuatus, Operkulum
  19. 19Transkortikale AphasieGutes Nachsprechen, mehrere Formen:
    1. transkortikal-sensorische Aphasie
    -flüssige Sprachproduktion und vorwiegend semantische Paraphasien
    -Schwer gestörtes Sprachverständnis
    -Läsion: im temporookzipitalen Marklager
    2. Transkortikal-motorische Aphasie
    -selten
    -gutes Sprachverständnis, kaum Spontansprache
    -Promptes Nachsprechen
    Läsion: unmittelbare Nähe zum Broca-Areal und supplementären motorischen Areal
    3. Gemischt-transkortikale Aphasie
    -Gutes Nachsprechen, geringe, nicht flüssige Sprachproduktion
    -Schlechtes Sprachverständnis
    Läsionen: multifokal, unterbrechen Verbindung zwischen prisylvischer Sprachregion und übrigem Gehirn
  20. 20Primär progressive AphasieAnfangs nur zunehmende Verschlechterung der Sprachfunktionen, dann Entwicklung zu flüssiger oder nicht-flüssiger Aphasie
  21. 21Kritik an EinteilungKorrelation zwischen Läsionsort und Ausfall erlaubt nicht immer Lokalisation der normalen Sprechfunktion → bildgebende Verfahren
    => ausgedehnte, komplexe neuronale Netzwerke, nicht abgrenzbare Regionen
    => Klassifikationssinn daher diskutiert
    Differenzierte neuroanatomische Lokalisation der Sprachfunktionen durch bildgebende Verfahren
    → Interpretation der Aktivationsmuster mit Hilfe von Läsionsstudien
    => nicht auf perisylvische Sprachregion beschränkt, sondern auch unimodale und polymodale Assoziationskortizes
  22. 22Verlauf-in Akutphase (erste vier Wochen) oft rasche Besserung
    -Starke Aphasien bilden sich weniger zurück als schwache, traumatische meist besser als vaskuläre
    → nach 6 Montaen 35% Störungsfrei, nur 10% unverändert
    -Nach spätestens 12 Monaten chronischer Zustand, danach keine spontane Besserung
  23. 23Funktionelle Rückbildung-Rückbildung mit allmählicher Reorganisation verbunden
    -Drei Formen der Funktionswiederherstellung:
    1. Restitution (Wiederherstellung)
    → Temporär geschädigtes Gewebe in unmittelbarer Nachbarschaft der Läsion
    → Normalisierung des Funktionsstoffwechsels führt zu vollständiger Rückbildung
    → Beeinflusst durch Normalisierung des Blutflusses in temporoparietalen Hirnarealen
    2. Substitution
    → Eingeschränkte Rückbildung: Satzbildung bleibt fehlerhaft und reduziert, häufige Verwechslungen
    -Gezielte sprachtherapeutische Behandlung kann intaktes neuronales Gewebe neben Läsion an Teilprozessen der gestörten Funktion beteiligen (funktionelle Substitution)
    3. Kompensation
    → Bspw. Auf Schlüsselwörter achten (Sprachverständnis), Umschreibungen (Wortfindungsstörungen)
    → Nur wenn fragmentarisches Sprachwissen verfügbar
    → Sonst: nonverbale Ausdrucksmittel

Información

Descripción
Zellbiologie (Klinische Neuropsychologie) Psychologie Fichas sobre Klinische Neuropsychologie - Aphasien, creado por Joney Stoney el 29/07/2018.
Creado por
Joney Stoney
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