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Fichas

Klinische Neuropsychologie - Manifestation von Frontalhirnschädigungen

Joney Stoney Psychologie Zellbiologie Alemán 11 fichas

Fichas del conjunto (11)

  1. 1Wesensänderungen nach präfrontaler SchädigungLäsionen im mPFC (meist orbitofrontal und ventromedial):
    -Oft keine großen Beeinträchtigungen von kognitiven Fähigkeiten wie Intelligenz, Sprache oder deklarativem Gedächtnis
    → Können Konsequenzen von eigenem und fremdem Halndeln beurteilen und Handlungsalternativen nennen, doch keine Umsetzung im sozialen Kontext
    Aber: Veränderungen der Persönlichkeit
    → Zwei Hauptrichtungen
    1. Antriebsstörungen
    Vollbild: akinetischer Mutismus (häufig bilateraler Schlaganfall der Arteria cerebri anterior oder traumatischen Schäden) → wach, aber wie erstarrt
    Bei leichter Form: Reduktion der spontanen Handlung, verringerte Reaktion auf unterschiedlichste äußere Bedingungen, verringerte Wahrnehmung von Schmerz, Angst und Sorge; Anpassungsschwierigkeiten wegen Rigidität im Verhalten
    2. Enthemmung
    Sprunghaftes Verhalten, aktuelles Verhalten von äußeren Reizen bestimmt, häufige Ausösung des Greifreflexes; kränkendes und unangemessenes Verhalten, grundlose Heiterkeit, labile Stimmung, verflachter Affekt
  2. 2Störungen der ExekutivfunktionenHäufig nach Frontalhirnschädigungen
    -PFC (medial und dorsal) und andere kortikale und subkortikale Strukturen (medialer Thalamus, Nucleus caudatus, Globus pallidus)
    => wahrscheinlich weitverzweigtes neuronales Netz
    Umfassende Störung aller exekutiven Funktionen (z.B. Problemlösen, Planen, Entscheiden, Initiation und Inhibition von Handlungen): dysexekutives Syndrom
  3. 3Störungen der Handlungsregulation (Syndrom)Zwei Kategorien:
    1. frontomedial betonte Läsion: reduzierte Energetisierung (keine Initiative oder definierten Entscheidungen)
    2. dorsolaterale Läsion: Verlust der Fähigkeit der Zielerreichung durch Untergliederung in Teilschritte, stattdessen irrelevante Planfragmente und Fehlen von Alternativplänen
    → bei hochstrukturierten tagesabläufen unauffällig!
    => Beeinträchtigungen in allen Alltagssituationen, die Planen mit mehreren teilschritten erfordern (Planung und Erinnerungsfunktion), kein Lernen aus Fehlern und Berücksichtigen von Ratschlägen, schlechte Handlungskontrolle und -korrektur
  4. 4Regelverstöße (rule-breaking)-Missachtung der Aufgabeninstruktion trotz Erinnerung
    → mglw. Gestörte Monitorfunktion (Kontrolle des Wechsels des Verhaltens nach veränderten äußeren Signalen)
    -Nicht kontinuierlich, sondern in erster Linie nach Konfrontation mit neuem Problem
  5. 5Perseveration, Inflexibilität, Rigidität-Kognitive Inflexibilität: perseverative Verhaltenstendenzen und rigide Antwortmuster
    → Evtl. unterschiedliche Teilfunktionsstörungen:
    -Repräsentation verschiedener Optionen/Kategorien, erwägen der Optionen und Evaluierung
    -Lösung von vorherigen Annahmen/Kategorien
    -Rückmeldung aus Umwelt als relevant einstufen und für Verhaltensmodifikation berücksichtigen
  6. 6Arbeitsgedächtnis= zeitlich begrenztes Behalten, Aufrechterhalten und die Manipulation handlungsrelevanter Information; kann aktivierte Teile des LZG oder gerade gemachte Erfahrungen enthalten
    -Zentrale Rolle: PFC
    Aber: Läsion des PFC führt nicht konsistent zu Beeinträchtigung der Speichermodule
    → wesentliche Defizite an AG-Aufgaben nach Frontalhirnläsion wohl eher wegen rule breaking, presevative und rigide Handlungstendenzen und Probleme mit exekutiven Funktionen (nach Baddeley Exekutive auch Teil des AG)
    -AG wohl zusammengesetzt aus Teilfunktionen, die auf Zusammenwirken von kortikalen und subkortikalen Arealen beruhen
  7. 7Störungen der Theory of MindStörungen der sozialen Funktion nach medialen Frontalhirnläsionen nicht immer auf Störung exekutiver Funktionen zurückzuführen
    -Schwierigkeit eine Theory of Mind zu bilden und andere Perspektiven einzunehmen
    -Läsion des medialen orbitofrontalen Kortex: Störung der Empathie (toM = kognitives Pendant)
    -Läsion des medialen PFC: Störung der ToM (nicht so eindeutig wie bei Empathie)
    Konzept der ToM auch in Zusammenhang mit Spiegelneuronen diskutiert
  8. 8Kognitive Modelle menschlicher FrontalhirnfunktionenDa Frontalhirn phylogenetisch jüngster Teil des Gehirns vermutlich Sitz der höchsten integrativen Leistungen
  9. 9Theorie von Shallice und Norman-Unterscheidung von automatischen und kontrollierten (aufmerksamkeitsfordernden) Prozessen der Informationsverarbeitung
    -Zielerreichung erfordert Auswahl von spezifischen, der Situation angemessenen Schemata
    → Zwei Selektionsprozesse:
    1. Contention Scheduling (CS): automatische durch Auslösereize aktivierte Selektion
    → schnell und basiert auf fixen Regeln
    2. Supervisory Attentional System (SAS): generelles hierarchisch übergeordnetes Planungsprogramm; kann Schemata aller Hierarchieebenen unabhängig von Triggern operieren
    -bei schwerwiegenden kognitiven Problemen, wenn CS versagt
    -flexibel und langsame-übernimmt Handlungssteuerung und Überwachung, kontrolliert Erfolg
    -lt. Theorie zentrale Funktion des Frontalhirns
    Aber: Bildgebende Studien zeigen, dass Dichotomie von CS und SAS nicht aufrechtzuerhalten sind, beide sowohl im Frontalhirn als auch in anderen Regionen lokalisiert
  10. 10Somatische MarkerhypotheseDamasio et al. (1991)
    Denken und Entscheiden hat neben kognitiven Prozessen noch affektive Instanz (somatische Marker)
    → Wahrnehmung aller Prozesse, die im Körper ablaufen
    → Zusätzlich zerebrales Konzeot der Marker, das somatische Zustände und Prozesse als eine „als-ob“-Schleife repräsentiert, ohne sie auszulösen
    -Somatische Marker werden bei Entscheidungsfindung mit einbezogen (bspw. Flaues Gefühl im Magen)
    -Werden im limbischen System generiert und repräsentiert
    => Vernetzung von OFC und limbischem System
    -Sorgen für Analyse der alternativen Handlungsmöglichkeiten, besonders bei Zeitmangel (keine vollständige kognitive Analyse möglich)
  11. 11Weitere Modelle des PFCBisherige Modelle auf Grundlage von Läsionsstudien, folgende mit gesunden Probanden und wachen Affen:
    Fuster (1997): stärkere Vernetzung und zeitliche Dimensionen: präfrontale Areale haben „motorisches Gedächtnis“, das unter Einbeziehung aktueller sensorischer Infos, anderer Gedächtnisinhalte und Emotionen eine Handlungssequenz generiert
    Duncan (2001): Adaptive coding model: keine wesentliche regionale Spezialisierung im PFC, sondern kontextabhängige Aufgabenbearbeitung (Anpassung der Neurone an Aufgabe)
    => bestätigt durch Einzelzellableitungen
    Miller und Cohen (2001): Guided-Activation-Theorie: Lösung streng modularer Sichtweise mit dedizierten Speicher- und Verarbeitungsmodulen, stattdessen prozessuraler Charakter der Frontalhirnfunktionen => multimodaler Assoziationskortex, der primäre und unimodale Assoziationskortizes kontrolliert, aber auch Reglen, Ziele und Werte kodiert und top-down Einfluss nimmt

Información

Descripción
Zellbiologie (Klinische Neuropsychologie) Psychologie Fichas sobre Klinische Neuropsychologie - Manifestation von Frontalhirnschädigungen, creado por Joney Stoney el 29/07/2018.
Creado por
Joney Stoney · jul 2018
Actualizado
3 ago 2018
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