Fichas
Erzählanalyse
Fichas del conjunto (47)
- 1AchronieFehlen einer chronologischen Relation zwischen versch. Ereignissen, die in einer Erzählung erzählt werden.
- 2AnachronieUmstellung der chronologischen Ereignisfolge in der erzählerischen Darstellung, entweder als Analepse oder als Prolepse
- 3AnalepseAuch Rückwendungen oder Rückblende, nachträgliche Darstellung eines Ereignisses, das zu einem früheren Zeitpunkt stattgefunden hat als dem, den die Haupthandlung gerade erreicht hat. Form der Anachronie.
- 4Auktoriales/ Personales/ Neutrales ErzählverhaltenErzählanalytische Unterscheidung von Petersen.
Auktorial: Die Erzählinstanz bringt sich selbst ins Spiel, indem sie das erzählte Geschehen durch eigene Meinungen, zusätzliche Spiel, indem sie das erzählte Geschehen durch eigene Meinungen, zusätzliche Überlegungen, Kommentare ergänzt. Sie wird als Aussagesubjekt erkennbar.
Personal: Die Erzählinstanz tritt hinter die Figur zurück + sieht die Welt mit den Augen der Figur, indem er die Sicht einer Figur auf die Welt zu seiner Sicht macht + sich infolgedessen auch nur auf das Wissen dieser Figur stützt.
Neutral: Die Erzählinstanz berichtet wie ein außenstehender Zuschauer, aus der Distanz des Beobachters. - 5autodiegetische Erzählungspezieller Fall der homodiegetischen Erzählung, in welcher der Ich-Erzähler zugleich die Hauptfigur ist.
- 6Bewusstseinsstromauch stream of consciousness, Bez. für die erzählerische Wiedergabe innerer Vorgänge von Figuren in Form von assoziativen Gedankenketten (1. Pers., Präsens, Indikativ, unvollständige Syntax), Form der zitierten Rede.
- 7covert narrator"verdeckter Erzähler": Erzählinstanz, die in ihrer Erzählung mehr oder weniger "körperlos" bleibt. Gegensatz: overt narrator
- 8Dauer(Erzählgeschwindigkeit) Das quantitative Verhältnis von Erzählzeit + erzählter Zeit, umfasst die fünft Grundformen Szene, Raffung, Dehnung, Ellipse, Pause.
- 9Diegeseerzählte Welt, Inbegriff der Sachverhalte, die von einem narrativen Text als existent behauptet o. impliziert werden.
- 10DigressionAbschweifung von Hauptthema der Erzählung
- 11Direkte oder zitierte RedeDarstellung einer (ausgesprochenen oder nur gedachten) Figurenrede, die scheinbar unmittelbar, d.h. ohne Distanz im dramatischen Modus in der 1. Person, Präsens erfolgt. Sie umfasst Bewusstseinstrom, Gedankenzitat, Innerer Monolog
- 12DiscoursPräsentation der erzählten Geschichten im Gegensatz zur Histoire (Handlung + erzählte Welt). Erzählanalytische Bez. für die von der Ereignisfolge abweichende Zeichenfolge, also für die sprachlich-künstlerische Anordnung der Geschehenspartikel in einem erzählenden Text, die von der logischen, chronologischen + psychologischen stark abweichen kann. Das "Wie" des Erzählens.
- 13DistanzGrad der Mittelbarkeit in der Präsentation des Erzählens. Die Darstellung von Geschehen kann entweder im narrativen (telling) oder im dramatischen Modus (showing) erfolgen.
- 14Epische GattungenSammelbez. für die erzählenden fiktionalen Textformen wie Legende, Sage, Märchen, Exemplum, Novelle, Epos, Roman usw.
- 15Erlebte RedeDarstellung einer ausgesprochenen (oder nur gedachten) Figurenrede in der 3. Person, Präterium, Indikativ, ohne einleitendes verbum dicendi, Form der transponierten Rede.
- 16Erzählinstanz (Erzähler)Personifizierender Ausdruck für das Aussagesubjekt der Erzählrede. Vermittelnde Instanz zwischen dem Autor + der erzählten Geschichte sowie zwischen Geschichte + Leser. Die Erzählinstanz kann mehr oder weniger körperlos bleiben (overt vs. covert narrator) o. unterschieden werden in extra- vs. intradiegetisch, homo- vs. heterodiegetisch, unzuverlässig vs. zuverlässig
- 17Erzählperspektive (point of view)Blickwinkel, aus dem die Ereignisse erzählt werden, auktorial, aktorial oder neutral, vgl. Fokalisierung.
- 18ErzählsituationVon F.K. Stanzel eingeführte Unterscheidung der Vermittlungsformen des Erzählens:
1.auktoriale Erzählsituation (berichtende Darstellung durch einen nicht der Welt zugehörigen Erzähler, oft gekennzeichnet durch Allwissenheit + Außenperspektive)
2. personale Erzählsituation (szenische, quasi-unmittelbare Darstellung vom Wahrnehmungsstandpunkt einer Figur der erzählenden Welt aus)
3. Ich-Erzählsituation (berichtende Darstellung durch eine Figur der erzählten Welt). Das Konzept vermischt die von Genette geprägten Kategorien Stimme, Distanz + Fokalisierung, der Sprecher wird nicht vom Wahrnehmenden getrennt. - 19Erzählte Zeit/ ErzählzeitErzählanalytische Unterscheidung: Erzählte Zeit ist die Zeitspanne, die die Geschichte umfasst; Erzählzeit ist die Zeitdauer, die für die Darstellung der Geschichte aufgewendet wird.
- 20Erzählte RedeDieser Modus liegt vor, wenn die Worte einer Figur erkennbar von einem Erzähler, also mittelbar wiedergegeben werden (Erwähnung des sprachl. Akts o. Redebericht). Werden die Gedanken einer Figur vom Erzähler mittelbar wiedergegeben, spricht man vom Bewusstseinsbericht.
- 21ErzähltemporaFiktonale Erzähltexte verwenden häufig das Epische Präteritum, sozusagen als Nullstufe der temporalen Textgliederung. Das grammatische Tempus des Präteritums wird durch deiktische Angaben, vor allem Zeitadverbien modifiziert ("dann/ jetzt/ morgen war Weihnachten"). Im Unterschied dazu wird das Praesens historicum (grammatisches Tempus des Präsens) zur Vergegenwärtigung vergangener Ereignisse verwendet.
- 22extradiegeitischStandpunkt außerhalb der Welt der erzählten Geschichte; die in einer Erzählung erzählten Ereignisse sind intradiegetisch, der Erzählakt selbst ist extradiegetisch.
- 23extradiegetische ErzählungErzählung erster Stufe, die zur Rahmenerzählung wird, sobald sie eine Erzählung zweiter Stufe (d.h. eine intradiegetische) erhält. Bez. für ein Erzählverfahren, in dem eine umschließende Erzählung eine fiktive Erzählsituation vorstellt, die zum Anlass einer o. mehrerer in den Rahmen eingebetteter Binnenerzählungen wird.
- 24FokalisierungWahrnehmungsinstanz.
Fokalisierung beantwortet die Frage: "Wer sieht?", genauer: "Wer nimmt wahr?" Man unterscheidet Nullfokalisierung (=auktorial, Übersicht), interne F. (=aktorial, Mitsicht) + externe F. (= neutral, Außensicht) - 25FrequenzWiederholungshäufigkeit von Ereignissen entweder auf der Ebene der Handlung o. der Darstellung. Man unterscheidet singulative (erzählen einmal, was sich einmal ereignet hat)
repetitive (erzählen wiederholt, was sich einmal ereignet hat),
iterative (erzählen einmal, was sich wiederholt ereignet hat) Erzählungen. - 26HerausgeberfiktionVom Erzähler "vorgetäuschte" Herausgabe einer vorgeblich nur aufgefundenen Geschichte.
- 27heterodiegetische ErzählungErzählung, deren Erzähler nicht zu den Figuren seiner eigenen Geschichte gehört.
- 28HistoireDie Geschichte mit der Darstellung in ihrem chronologischen + kausalen Zusammenhang. Das "Was" des Erzählens. Gegenbegriff: Discours (Reihenfolge + Art der Vermittlung der Geschichte durch den Text).
- 29homodiegetische ErzählungErzählung, deren Erzähler als Figur in seiner eigenen Geschichte vorkommt. Ist der Erzähler die Hauptfigur seiner eigenen Geschichte, spricht man von einer autodiegetischen Erzählung.
- 30Impliziter AutorAus dem Text erschließbare Instanz zwischen dem realen Autor + dem Erzähler, der abstrakt die literarische Gestaltung der narrativen Instanzen (z.B. Erzähler) zugeschrieben wird.
- 31Indirekte Rede/ GedankenredeRede-o. Gedankenwiedergabe in der 3. Person, Präsens, Konjunktiv, in der Regel eingeleitet durch ein verbum dicendi, Form der transponierten Rede.
- 32Innerer MonologDt. Bez. für quoted monologue, also für die wörtliche, scheinbar ohne Distanz erfolgende Darstellung von Figurenbewusstsein in der 1. Person Präsens, in der Regel ohne einleitendes verbum dicendi, Form der zitierten Gedankenrede.
- 33intradiegetischStandpunkt innerhalb der Welt der erzählten Geschichte
- 34intradiegetische ErzählungBinnenerzählung, Erzählung 2. Stufe, d.h. Erzählung in der Erzählung einer Figur, die der erzählten Welt einer Rahmengeschichte angehört.
- 35LeserAuch narrativer Adressat, personifizierter Ausdruck für den narrativen Adressaten einer Erzählrede, dem das Erzählte durch einen Erzähler vermittelt wird. Im Fall der fiktionalen Rede ist zwischen einem fiktiven + einem realen Leser zu unterscheiden, wobei der fiktive Leser in Analogie zum fiktiven Erzähler nicht notwendig mit best. männlichen o. weiblichen Eigenschaften gleichzusetzen.
- 36metadiegetische ErzählungErzählung 3. Stufe, d.h. Erzählung einer Figur, die der erzählten Welt einer intradiegetischen Erzählung angehört (also einer Binnengeschichte, die ihrerseits zu einer Rahmengeschichte wird).
- 37MetalepseNur in fiktionaler Rede mgl. "narrativer Kurzschluss", bei dem infolge einer Rahmenüberschreitung die Grenze zwischen extra- + intradiegetischer Position aufgehoben wird (indem z.B. die Figuren eines Romans über ihren Autor sprechen, o. der Leser eines Romas zu dessen Protagonisten gehört).
- 38ModusGrad der Mittelbarkeit (Distanz) + Perspektivierung (Fokalisierung) des Geschehens
- 39Ort des ErzählensEbene, auf der der Erzählakt stattfindet. Man unterscheidet extradiegetisches, intradiegetisches + metadiegetisches Erzählen.
- 40overt narrator"offenkundiger Erzähler": Erzählinstanz, die sich mehr oder weniger in ihrer Erzählung zu erkennen gibt. Gegensatz, covert narrator.
- 41ProlepseVorausdeutung, eine bestimmte Form der Anachronie, ein in der Zukunft liegendes Ereignis wird vorwegnehmend erzählt.
- 42RedeberichtEin sprachlicher Akt wird vom Erzähler berichtet + dessen Inhalt allgem. wiedergegeben, Form der erzählten Rede.
- 43StimmeAuch Erzählinstanz, Instanz, die den Text o. einen Teil des Textes erzählt. Die "Stimme" ist die Antwort auf die Frage: Wer spricht den Erzähltext?
- 44Szenisches ErzählenAuch showing, Darstellung des Geschehens im dramatischen Modus (unmittelbar, scheinbar ohne Distanz). Im Gegensatz dazu meint telling die Darstellung des Geschehens im narrativen Modus (mittelbar, mit Distanz).
- 45Transponierte Rede/ GedankenDieser Modus liegt vor, wenn der Erzähler auf bestimmte + eng begrenzte Art erkennbar an der Präsentation der Worte bzw. Gedanken einer Figur beteiligt ist, indem er sie nämlich in eigene Rede überführt (indirekte o. erlebte Rede).
- 46unzuverlässiges ErzählenBehauptungen über die erzählte Welt, die als zweifelhaft o. falsch aufzufassen sind. Die Unzuverlässigkeit kann sich, teilweise o. insgesamt, auf die Figurenrede o. die Erzählerrede erstrecken.
- 47Zeitpunkt des ErzählensZeitliches Verhältnis des Erzählakts zu dem Zeitpunkt des erzählten Geschehens. Man unterscheidet späteres, gleichzeitiges, früheres + eingeschobenes Erzählen.
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- Bachelor Kulturwissenschaften Literatur Fichas sobre Erzählanalyse, creado por sysa el 03/01/2015.
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- sysa
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