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5. Klinische Psychologie: Klassifikationssysteme psychischer Störungen

arne.doebler Klinische Psychologie Bachelor Alemán 90 fichas

Fichas del conjunto (90)

  1. 1ICD-10 (WHO-Klassifikation)ICD-10 (WHO-Klassifikation):
    1. WHO koordiniert seit 40er Jahren
    Nomenklatur und diagnostische Klassifikation aller Erkrankungen
    (International Classification of Diseases
    Revisionen ICD-1 bis 10)
    2. ein Kapitel ist psychischen Störungen
    (früher psychiatrische Erkrankungen und Verhaltensauffälligkeiten) gewidmet
    3. Jede als klinisch bedeutsame Krankheit und Störung wird mit Zahlencode versehen
    (F für jede psychische Störung + Nummer)
    4. Aktualisierung:
    alle 10-15 Jahre in langjährigem Expertenkonsensus-Prozess in dem alle Länder mitwirken und sich einverstanden erklären müssen
    => ICD ändert sich permanent
    in Abhängigkeit von wissenschaftlichem Erkenntnisprozess und internationalem Expertenkonsensus
  2. 2Internationale Klassifikation der Krankheiten in ihrer 10. Revision (ICD-10)Internationale Klassifikation der Krankheiten (ICD) in ihrer 10. Revision:
    1. für alle Gesundheitssysteme der Welt (inklusive Psychologische Psychotherapeuten) ist prinzipiell ICD mit ihren Kodierungen für alle Erkrankungen zu Dokumentationszwecken verbindlich
    2. Deutschland:
    modifiziertes Diagnosesystem ist Abbrechnungsgrundlage von Gesundheitsleistungen im ambulanten und stationären Sektor
    (ICD-10-GM 2005)
    3. ICD-9 bis 1992 gültig:
    noch stark der traditionellen psychiatrischen Klassifikation verpflichtet
    4. erst in ICD-10 wurde im Kapitel "Psychische und Verhaltensstörungen" auch weitgehend der DSM-III-Ansatz aufgenommen
    => heute entspricht ICD-10 weitgehend in Prinzipien, Aufbau und Diagnose dem DSM-IV und ist mit ihm kompatibel
    5. Einschränkungen:
    durch Beschränkungen in Kodierung der Diagnose der Strörungsgruppen ICD-10 zum Teil unterschiedlich zusammengefasst
    einzelne Diagnosen in ICD-10 nicht gleichermaßen trennscharf und operationalisiert
  3. 3F00-F09Organische, inklusive symptomatischer Störungen
  4. 4F10-19Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen
  5. 5F20-29Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen
  6. 6F30-39Affektive Störungen
  7. 7F40-49Phobische Störungen (?)
    bzw.
    Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen
  8. 8F50-59Verhaltensauffälligkeiten
    mit körperlichen Störungen und Faktoren
  9. 9F60-69Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen
  10. 10F70-79Intelligenzminderung
  11. 11F80-89Entwicklungsstörungen
  12. 12F90-98Verhaltens- und emotionale Störungen in der Kindheit und Jugend
  13. 13F99Nicht näher bezeichnete psychische Störungen
  14. 14Organische, inklusive symptomatischer psychischer StörungenF00-09
    1. Demenzen
    2. organisch amnestisches Syndrom
    3. Delir
    4. Persönlichkeits- und Verhaltensstörung aufgrund
    einer Krankheit/Funktionsstörung/Schädigung des Gehirns
  15. 15Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope SubstanzenF10-19
    1. Akute Intoxikation
    2. schädlicher Gebrauch
    z.B. amnestisches Syndrom, Korsakoff-Syndrom
  16. 16Schizophrenie, schizotype- und wahnhafte StörungenF20-29
    1. Schizophrenie
    2. Schizotype Störung
    3. akute vorübergehende
    psychotische Störungen
    4. schizoaffektive Störungen
  17. 17Affektive StörungenF30-39
    1. Manische Episode
    2. Hypomanie
    3. Bipolare affektive Störung
    4. Depressive Episode
    5. Rezidivierende depressive Störung
  18. 18Phobische Störungen bzw. Neurotische, Belastungs- und somatoforme StörungenF40-49
    1. Agoraphobie
    2. soziale Phobien
    3. spezifische Phobien
    4. Panikstörung
    5. generalisierte Angststörung
    6. Zwangsstörung
    7. posttraumatische Belastungsstörung
    8. dissoziative Störungen
    9. somatoforme Störungen
  19. 19Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen und FaktorenF50-59
    1. Essstörungen (Anorexia nervose, Bulimia nervose, psychogene Essattacken)
    2. Schlafstörungen
    3. sexuelle Funktionsstörungen
  20. 20Persönlichkeits- und VerhaltensstörungenF60-69
    1. Persönlichkeitsstörungen
    2. Störungen der Impulskontrolle
    (pathologisches Spielen, Pyromanie)
    3. Störungen der Geschlechtsidentität
    4. Störungen der Sexualpräferenz
  21. 21IntelligenzminderungF70-79
    1. leichte Intelligenzminderung
    2. mittelgradige Intelligenzminderung
    3. schwere Intelligenzminderung
    4. schwerste Intelligenzminderung
  22. 22EntwicklungsstörungenF80-89
    1. Sprechen/Sprache
    2. schulische Fertigkeiten
    (Lese-Rechtschreib-Schwäche), tiefgreifende Entwicklungsstörungen (Autismus, Asperger-Syndrom)
  23. 23Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und JugendF90-F98
    1. Hyperkinetische Störungen
    2. Störungen des Sozialverhaltens
    3. emotionale Störungen des Kindesalters
    4. Ticstörungen
    5. Enuresis
    etc.
  24. 24Nicht näher bezeichnete psychische StörungenF99
    Psychische Störungen ohne nähere Angabe
  25. 25Klassifikationsebene: Einstellig (ICD-10)F
    Bedeutung: Hinweis auf psychische Störungen
  26. 26Klassifikationsebene: Zweistellig, Hauptkategorie (ICD-10)Fa
    Bedeutung: Umfasst verschiedene als zusammengehörig betrachtete Störungen
    Beispiel:
    F4 Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen
  27. 27Klassifikationsebene: Dreistellig, Kategorie (ICD-10)Fab
    Bedeutung: einzelne Störungseinheit
    Beispiel:
    F40.- Phobische Störungen
    F14.- Psychische und Verhaltensstörungen durch Kokain
  28. 28Klassifikationsebene: Vierstellig, Subkategorie (ICD-10)Fab.c
    Bedeutung: Spezifikation unter anderem aufgrund inhaltlicher Gestaltung (bspw. Art der Phobie) oder Schweregrad
    Beispiele:
    F40.0 Agoraphobie
    F32.0 leichte depressive Episode
    F14.2 Abhängigkeitssyndrom von Kokain
  29. 29Klassifikationsebene: Fünfstellig, Zusatzspezifikation (ICD-10)Fab.cd
    Bedeutung: Spezifikation unter anderem aufgrund von Verlauf, somatischer Syndromatik, inhaltlicher Gestaltung
    Beispiele:
    F40.0 Agoraphobie ohne Panikstörung
    F40.1 Agoraphobie mit Panikstörung
    F14.24 Abhängigkeitssyndrom von Kokain bei gegenwärtigem Substanzgebrauch
  30. 30Klassifikationsebene: Sechsstellig, Zusatzspezifikation (ICD-10)Fab.cde
    Bedeutung: Wird nur bei einigen Störungsgruppen (bspw. Abhängigkeitssyndrom, bipolar affektive Störungen) zur Zusatzspezifizierung verwendet
    Beispiele:
    F14.241 Abhängigkeitssyndrom von Kokain, bei gegenwärtigem Substanzgebrauch, mit körperlichen Symptomen
  31. 31Achse I (ICD-10)Psychische Störungen und körperliche Erkrankungen
  32. 32Achse II (ICD-10)Beurteilung der sozialen Funktionseinschränkung
    (WHO-Disablement Scale)
  33. 33Achse III (ICD-10)Psychosoziale Belastungsfaktoren
  34. 34DSM-IV: explizit und operationalisiert beschrieben werden ...Alle Diagnosen mit
    a) ihren obligatorischen Merkmalen
    b) ihren optionalen Merkmalen
  35. 35DSM-IV: Merkmalskategorien für die systematische BeschreibungMerkmalskategorien für die systematische Beschreibung:
    1. Haupt- und
    Nebenmerkmale
    2. Alter bei Beginn
    3. Verlauf
    4. Behinderungen
    5. Prädisponierende Faktoren
    6. Prävalenz
    7. Geschlechtsverteilung
    8. Familiäre Häufung
    9. Differentialdiagnose
  36. 36Zielsetzungen des deskriptiven DSM-III-IV-TR-SystemsZielsetzungen des deskriptiven
    DSM-III-IV-TR-Systems:
    1. für alle Gesundheitsberufe anwendbar
    2. für alle "Schulen" verbindlich
    3. eindeutige Nomenklatur
    4. Realiabilität (Beurteilungskonsistenz) als Voraussetzung für verbesserte Forschung und klinische Validität
    5. Explizite deskriptive Kriterien
    6. Mehrebenenansatz auf der Symptomebene und Anlehnung von Terminologien mit Interpretationsspielraum
    7. Neutralität in Hinblick auf ätiologische Theorien
    8. Standardisierung (algorithmische Operationalisierung) diagnostischer Entscheidungen
    9. Verbesserung der Kommunikation zwischen Forschung und Praxis
    10. Multitaxiale Struktur
  37. 37DSM-IV: Hauptpunkte der systematischen BeschreibungHauptpunkte der systematischen Beschreibung:
    1. Hauptmerkmale
    2. Nebenmerkmale
    3. Alter bei Beginn
    4. Verlauf
    5. Behinderungen
    6. Prädisponierende Faktoren
    7. Prävalenz
    8. Geschlechtsverteilung
    9. Familiäre Häufung
    10. Differenzialdiagnose
  38. 38F0 (DSM-IV-TR)F00-09
    Delir, Demenz, amnestische und andere kognitive Störungen
  39. 39F1 (DSM-IV-TR)F10-19
    Störungen im Zusammenhang mit psychotropen Substanzen
  40. 40F2 (DSM-IV-TR)F20-29
    Schizophrenie und andere psychotische Störungen
  41. 41F3 (DSM-IV-TR)F30-39
    affektive Störungen
    (wie ICD-10)
  42. 42F4 (DSM-IV-TR)F40-49
    Angststörungen, Somatoforme Störungen, Dissoziative Störungen, Anpassungstörungen
  43. 43F5 (DSM-IV-TR)F50-59
    Essstörunge, Schlafstörungen, Sexuelle und Geschlechtsidentitätsstörungen
    (auch F6)
  44. 44F6 (DSM-IV-TR)F60-69
    Persönlichkeitsstörungen, vorgetäuschte Störungen, Störungen der Impulskontrolle, nicht andernorts klassifiziert
  45. 45F7, F8, F9 (DSM-IV-TR)F70-98
    Störungen, die gewöhnlich zuerst im Kleinkindalter, in der Kindheit oder der Adoleszenz diagnostiziert werden
  46. 46(Platzhalter kein F10) (DSM-IV-TR)Psychische Störungen aufgrund eines medizinischen Krankheitsfalles
  47. 47(Platzhalter kein F11) (DSM-IV-TR)Andere klinisch relevante Probleme
    (auch F5)
  48. 48DSM: etabliert durch ...1980 durch APA (American Psychiatric Association):
    "Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders" (DSM-III) als völlig neuartiges diagnostisches Klassifikationssystem
  49. 49DSM: Radikaler Paradigmenwechselatheoretischer Ansatz:
    konsequente Ablehnung aller empirisch unzureichend gestützten ätiologischen Annahmen
    methodologische Neuerungen:
    => Verbesserung der Reliabilität auf allen Ebenen des diagnostischen Prozesses
  50. 50DSM: Beurteiler-ReliabilitätBeurteiler Reliabilität:
    als Voraussetzung für übergeordnetes Ziel der Diagnose-Validität (im Sinne des idealtypischen Krankheitsmodells) gewährleistet durch:
    1. detailliert kommentierte und explizit ausformulierte Kriterien auf Symptom und Syndromebene
    2. weitgehende Beschränkung auf zuverlässig (durch Fragen oder Beobachtung) erfasste Symptome
    3. breitere Mehrebenencharakteristik des Störungsverhaltens hinsichtlich körperlicher, kognitiver, affektiver und verhaltensmäßiger Symptome
    (inkl. Zeit- und Schweregradskriterien)
    => alle relevanten Ausschlusskriterien ohne wesentlichen Interpreationsspielraum vorgegeben
    4. multiaxiale Struktur, um vollständigere klinische Charakteristik sicherzustellen und zugleich Vermischung der Ebenen zu vermeiden
  51. 51DSM-IV-TR1. DSM in aktuell 4. Textrevision (DSM-IV-TR) beschreibt, definiert und klassifiziert in einem multiaxialen System mehrere hundert Formen psychischer Störungen
    2. Stark deskriptivem Ansatz verpflichtet (=> Ablehnung von nicht hinreichend begründeten ätiologischen Theorien)
    3. Enthält:
    differenzierte Beschreibung von Symptomen, explizite diagnostische Kriterien
    + Algorithmen,
    + Kurzcharakteristik der bestimmenden Merkmale,
    + Hintergrundinformationen
    4. DSM in psychologischer und neurobiologischer Forschung dominantes Referenzsystem
    (liegt nahezu allen wissenschaftlichen Studien zugrunde)
    5. Vielzahl diagnostischer Hilfen in Form von Interviews- und Beurteilungsverfahren verfügbar,
    die auf detaillierter algorithmischer DSM-Strukur beruhen
    6. für den westlichen Kulturraum größere Spezifität und Passung als ICD-10
  52. 52(5) Achsen des DSM-IVAchse I:
    Klinische Syndrome
    Achse II:
    Persönlichkeitsstörungen, Entwicklungsstörungen
    Achse III:
    körperlich bedingte Störungen und Zustände,
    Medizinische Krankheitsfaktoren
    Achse IV:
    psychosoziale Belastungsfaktoren
    Achse V:
    Globalbeurteilung des psychosozialen Funktionsniveaus
  53. 53DSM-IV-TR: Achse I Klinische Störungen, andere klinisch relevante ProblemeDSM-IV: Achse I
    Klinische Störungen,
    andere klinisch relevante Probleme
    1. Störungen, die gewöhnlich zuerst im Kleinkindalter, der Kindheit oder Adoleszenz diagnostiziert
    (außer geistige Behinderung die auf Achse II codiert)
    1. Delir, Demenz, amnestische und andere kognitive Störungen
    2. psychische Störungen aufgrund eines Medizinischen Krankheitsfaktors
    3. Störungen im Zusammenhang mit psychotropen Substanzen
    4. Affektive Störungen
    5. Angststörungen
    6. Somatoforme Störungen
    7. Vorgetäuschte Störungen
    8. Dissoziative Störungen
    9. Sexuelle und Geschlechtsidentitätsstörungen
    10. Essstörungen
    11. Schlafstörungen
    12. Störungen der Impulskontrolle, nicht andernorts klassifiziert
    13. Anpassungsstörungen
    14. andere klinisch relevante Probleme
  54. 54DSM-IV-TR: Achse II Persönlichkeitsstörungen, geistige BehinderungDSM-IV-TR: Achse II
    Persönlichkeitsstörungen,
    geistige Behinderung
    1. Paranoide Persönlichkeitsstörung
    2. Schizoide Persönlichkeitsstörung
    3. Schizotypische Persönlichkeitsstörung
    4. Antisoziale Persönlichkeitsstörung
    5. Borderline Persönlichkeitsstörung
    6. Hystrionische Persönlichkeitsstörung
    7. Narzißtische Persönlichkeitsstörung
    8. Vermeidend-Selbstunsichere Persönlichkeitsstörung
    9. Dependente Persönlichkeitsstörung
    10. Zwanghafte Persönlichkeitsstörung
    11. Nicht näher bezeichnete Persönlichkeitsstörung
    12. geistige Behinderung
  55. 55DSM-IV-TR: Achse III Medizinische KrankheitsfaktorenDSM-IV-TR: Achse III
    1. infektiöse und parasitäre Erkrankungen
    2. Neoplasmen
    3. endokrine, allmentäre, metabolische Erkrankungen und Immunstörungen
    4. Erkrankungen des Blutes und der blutbildenden Organe
    5. Erkrankungen des Nervensystems und der Sinnesorgane
    6. Erkrankungen des Kreislaufsystems
    7. Atemwegserkrankungen
    8. Erkrankungen des Verdauungssystems
    9. Urogenitale Erkrankungen
    10. Komplikationen in der Schwangerschaft, bei der Geburt und im Wochenbett
    11. Erkrankungen der Haut und des Subkutangewebes
    12. Erkrankungen des Bewegungsapparates und Bindegewebes
    13. angeborene Störungen
    14. bestimmte Zustände, die in der perinatalen Phase ihren Ursprung haben
    15. Symptome, Zeichen und unklar definierte Zustände
    16. Verletzungen und Vergiftungen
  56. 56DSM-IV-TR: Achse IV Psychosoziale und umweltbedingte ProblemeDSM-IV-TR: Achse IV
    1. Probleme mit der Hauptbezugsgruppe
    2. Probleme im sozialen Umfeld
    3. Ausbildungsprobleme
    4. berufliche Probleme
    5. Wohnungsprobleme
    6. wirtschaftliche Probleme
    7. Probleme beim Zugang zu Einrichtungen der Krankenversorgung
    8. Probleme beim Umgang mit dem Rechtssystem/Delinquenz
    9. andere psychosoziale oder umgebungsbedingte Probleme
  57. 57GAF: 100-911. Hervorragende Leistungsfähigkeit in einem breiten Sprektrum von Aktivitäten
    2. Schwierigkeiten im Leben scheinen nie außer Kontrolle zu geraten
    3. wird von Anderen wegen einer Vielzahl positiver Qualitäten geschätzt
    4. keine Symptome
  58. 58GAF: 90-811. keine/nur minimale Symptome
    (bspw. leichte Angst vor einer Prüfung)
    2. Gute Leistungsfähigkeit in allen Gebieten
    3. Interessiert und eingebunden in ein breites Spektrum von Aktivitäten
    4. Sozial effektiv im Verhalten
    5. Im allgemeinen zufrieden mit dem Leben
    6. übliche Alltagsprobleme oder sorgen (z.B. nur gelegentlicher Streit mit Familienmitglied)
  59. 59GAF: 80-71Wenn Symptome vorliegen entweder vorübergehend oder zu erwartende Reaktionen auf psychosoziale Belastungsfaktoren
    (z.B. Konzentrationsschwierigkeiten nach einem Familienstreit)
    höchstens leichte Beeinträchtigung sozialer, beruflicher und schulischer Leistungsfähigkeit
    (z.B zeitweises Zurückbleiben in der Schule)
  60. 60GAF: 70-61Einige leichte Symptome
    (z.B. depressive Stimmung/leichte Schlaflosigkeit)
    ODER einige leichte Schwierigkeiten hinsichtlich sozialer, beruflicher oder schulischer Leistungsfähigkeit
    (z.B. gelegentliches Schuleschwänzen oder Diebstahl im Haushalt) aber im allgemeinen relativ gute Leistungsfähigkeit
    Hat einige wichtige zwischenmenschliche Beziehungen
  61. 61GAF: 60-51mäßig ausgeprägte Symptome
    (z.B. Affektverflachung, weitschweifige Sprache, gelegentliche Panikattacken)
    ODER mäßig ausgeprägte Schwierigkeiten bezüglich der sozialen beruflichen oder schulischen Leistungsfähigkeit (z.B. wenige Freunde, Konflikte mit Arbeitskollegen, Schulkameraden oder Bezugspersonen)
  62. 62GAF: 50-41erste Symptome (bspw. Suizidgedanken, schwere Zwangsrituale, häufige Ladendiebstähle)
    ODER erste Beeinträchtigung sozialer, beruflicher und schulischer Leistungsfähigkeit (z.B. keine Freunde, Unfähigkeit eine Arbeitsstelle zu behalten)
  63. 63GAF: 40-31einige Beeinträchtigungen in der Realitätskontrolle oder Kommunikation (z.B.. Sprache zeitweise unlogisch, unverständlich oder belanglos)
    ODER starke Beeinträchtigung in mehreren Bereichen, z.B. Arbeit oder Schule, familiäre Beziehungen, Urteilsvermögen, Denken oder Stimmung (z.B.. Mann mit Depression vermeidet Freunde, vernachlässigt Familie und ist unfähig zu arbeiten / Kind schlägt häufig jüngere Kinder, ist Zuhause trotzig und versagt in der Schule)
  64. 64GAF: 30-21Verhalten ernsthaft durch Wahnphänomene oder Halluziantionen beeinflußt
    ODER ernsthafte Beeinträchtigung der Kommunikation und des Urteilsvermögens (z.B. manchmal inkohärent, handelt grob inadäquat, starkes Eingenommensein von Selbstmordgedanken)
    ODER Leistungsunfähigkeit in fast allen Bereichen (z.B. bleibt ganzen Tag im Bett, keine Arbeit, kein Zuhause, keine Freunde)
  65. 65GAF: 20-11Selbst- und Fremdgefährdung
    (z.B. Selbstmordversuche ohne eindeutige Todesabsicht, häufig gewalttätig, manische Erregung)
    ODER ist gelegentlich nicht in der Lage geringste persönliche Hygiene aufrechtzuerhalten (z.B. schmiert mit Kot)
    3. ODER grobe Beeinträchtigung der Kommunikation (größtenteils inkohärent oder stumm)
  66. 66GAF: 10-1Ständige Gefahr, sich oder andere schwer zu verletzen (z.B wiederholte Gewaltanwendung)
    ODER anhaltende Unfähigkeit minimale persönliche Hygiene aufrechtzuerhalten
    ODER ernsthafter Selbstmordversuch mit eindeutiger Todesabsicht
  67. 67GAF: 0Unzureichende Information
  68. 68Skala zur Globalen Erfassung des Funktionsniveaus (GAF), inhaltlich1. integrierte Gesamtbeurteilung des allgemeinen Funktionsniveuas des Patienten
    2. hilfreich für Therapieplanung, Messung von Wirksamkeit und Prognosestellung
    3. Beurteilung anhand einer in 10 Funktionsniveaustufen unterteilten Skala 0-100
    4. Festlegung eines einzelnen Wertes, der allgemeines Funktionsniveau am treffendsten wiedergibt
    5. in der Regel auf aktuellen Zeitraum bezogen (für Bedarf an Behandlung und Fürsorge relevant)
  69. 69inhaltliche Besonderheiten des DSM-IV-TR: Längsschnittliche PerspektiveAbleitung einer Diagnose in der Regel unter Berücksichtigung der gesamten Lebensspanne
    lebenszeitbezogene Kriterien nicht nur bei episodischen Erkrankungen (affektiven Störungen), sondern auch bei Angststörungen wichtig
  70. 70Inhaltliche Besonderheiten des DSM-IV-TR: KomorbiditätAlle im Lebenslauf relevanten Störungen werden kodiert
    (Mehrfachdiagnosen = Komorbidität)
    nicht selten erhält ein Patient 5 oder 6 Diagnosen
    Komorbidität
    = Charakteristikum psychischer Störungen
    => wichtige Implikationen für Aufklärung der Ätiologie und Pathogenese sowie
    für die Therapieplanung
  71. 71inhaltliche Besonderheiten des DSM-IV-TR: Auflösung des Neurosekonzeptswegen:
    unreliabler Diagnostik, Stigmatisierungseffekten sowie empirisch unbewiesener ätiologischer Implikationen
    (früher "Angstneurose" jetzt spezifische Panikstörung oder generalisierte Angststörung, "depressive Neurose"
    => Major Depression oder Dysthymie)
  72. 72inhaltliche Besonderheiten des DSM-IV-TR1. Längsschnittliche Perspektive
    2. Komorbidität
    3. Auflösung des Neurosekonzepts
  73. 73die diagnostische Gesamtbeurteilungdiagnostische Gesamtbeurteilung:
    1. konsequente Anwendung des multiaxialen Klassifikationssystems
    => fallbezogene diagnostische Beurteilung
    2. wesentlich umfassender und differenzierter als bloße diagnostische Verschlüsselung psychopathologischer Syndrome
    3. Vergabe aller vorliegender Diagnosen, deren Kriterien erfüllt sind
    => Komplexität des Störungsgeschehens auch im Verlauf besser abgebildet
    4. durch multiaxiale Ergänzungen wird Diagnose weiter ausdifferenziert
  74. 74Dimensionen und Kriterien der Diagnose nach Helmchen, 19751. Symptomatologie:
    1.1 Art der Symptome
    1.2 Konfiguration von Symptomgruppen,
    Syndrome
    2. Zeit (Verlauf):
    2.1 Erkrankungsalter
    2.2 Tempo des Ersterkrankungsbeginns (Aktualität)
    2.3 Verlauf (intermittierend, chronisch)
    2.4 Dauer
    2.5 Ausgang
    3. Ätiologie
    3.1 Disposition
    (genetisch, Persönlichkeitsstruktur)
    3.2 Auslösung
    (psychoreaktiv, somatisch, therapeutisch)
    3.3 Verhaltensbeeinflussung
    (morbogen, psychoreaktiv, sozial, therapeutisch)
    4. Intensität:
    die meisten Kriterien auf
    Dimensionen 1-3
    5. Sicherheit:
    5.1 jedes Kriterium auf Dimensionen 1-3
    5.2 verbale Diagnose
    5.3 kodierte Diagnose
  75. 75Anzahl: Diagnosen psychischer Störungen (ungefähr)über 500
  76. 76Neuerungen DSM-51. non axiale Diagnosedokumentation,
    seperaten Notationen für wichtige psychosoziale/kontextuelle Faktoren und Beeinträchtigungen
    2. "Grenzen" zwischen einzelnen Störungen flexibilisiert
    => Spektrumsdiagnosen
    3. Section II:
    offizielle Kriterien und Störungen mit allgemein akzeptierter klinischer Anwendbarkeit
    4. Section III:
    Zustände, die weiterer Forschung bedürfen
    5. Harmonisierung der Klassifikationssysteme (ICD & DSM)
    6. eher dimensionaler Ansatz
    6. Anzahl der Diagnosen teilweise reduziert, manche gänzlich gestrichen
    (z.B. Schizophrenie-Subtypen:
    paranoid, kataton etc.)
    7. Aufnahme neuer psychischer Störungen (z. b. Binge Eating Disorder)
    8. Umstrukturierung des Textes:
    benutzerfreundlicher,
    Diagnosen einheitlich strukturiert, Reihenfolge und Gruppierung von Diagnosen teilweise umgestaltet, Persönlichkeitsstörungen nicht mehr in separater Achse
    9. Schweregradeinstufung der Diagnosen:
    "mild"-"mittel"-"schwer"
    (für jede Diagnose in einem Subkapitel angegeben, wie dimensionale Angaben über Ausprägungsgrad der psychopathologischen Symptome gemacht werden können)
  77. 77Achse I: Psychische Störungen und körperliche ErkrankungenIa: psychische Störungen
    Ib: Persönlichkeitsstörungen
    Ic: Störungen durch psychotrope Substanzen
    Id: körperliche Störungen
  78. 78Achse II: Beurteilung der sozialen Funktionseinschränkung (WHO Disablement Scale)IIa: Selbstfürsorge
    (Körperhygiene, Kleidung, Ernährung usw.)
    IIb: Beruf
    (bezahlte Arbeit Studium, Hausarbeit usw.)
    IIc: Familie und Haushalt (Interaktion mit dem Partner, Eltern, Kindern und anderen Verwandten)
    IId: Funktionsfähigkeit im weiteren sozialen Kontext
    IIe: Globaleinschätzung
    (Gesamtbeeinträchtigung)
  79. 79Achse III: Psychosoziale BelastungsfaktorenEreignisse und Merkmale aus folgenden Bereichen:
    1. Negative Erlebnisse in der Kindheit
    2. Erziehung und Bildung
    3. Primäre Bezugsgruppe einschließlich Familie
    4. Soziale Umgebung
    5. Wohnungsbedingungen und finanzielle Verhältnisse
    6. Berufstätigkeit und Arbeitslosigkeit
    7. Umweltbelastung
    8. Psychosoziale oder juristische Probleme
    9. Krankheiten oder Behinderungen in der Familie
    10. Lebensführung/Lebensbewältigung
  80. 80Achsen des DSM-IV: inhaltlich1. multiaxiales System ermutigt Diagnostiker zu umfassender und systematischer Beurteilung:
    ... verschiedener psychischer Stöungen
    (Achse I & II)
    ... relevanter medizinischer Krankheitsfaktoren
    (Achse III)
    ... der psychologischen, sozialen und umweltbezogenen Manifestationsebenen psychischer Störungen (Achse IV [und V?])
    2. fördert Anwendung des biopsychosozialen Modells in der klinischen VErsorgung sowie in Ausbildung und Forschung
  81. 81Achsen des DSM-IV: Achse III, inhaltlich1. alle aktuellen Medizinischen Krankheitsfaktoren, die für psychische Störung relevant
    2. eigenständige Konzipierung dieser Achsen bedeutet nicht, dass psychische Störungen keinen Zusammenhang zu körperlichen oder biologischen Faktoren aufweisen
    3. wenn psychische Störung als direkte Folge eines Medizinischen Krankheitsfaktors
    => Diagnose "psychische Störung aufgrund MKF" auf Achse I und
    MKF selbst sowohl auf Achse I als auch auf Achse III kodiert
    ... mit dieser Regel konservativ umzugehen!
  82. 82Achsen des DSM-IV: Achse IV, inhaltlich1. Erfassung psychologischer, sozialer und umgebungsbedingter Probleme, welche Diagnose, Therapie und Prognose einer psychischen Störung beeinflussen können
    (z.B. negative Lebensereignisse, umgebungsbedingte Schwierigkeiten oder Mängel, familiäre oder zwischenmenschliche Belastungen, unzulängliche soziale Unterstützung, Probleme in Bezug auf den Kontext, in dem sich Schwierigkeiten des Betroffenen entwickelt haben, etc.)
    2. alle relevanten Problemkategorien sollen aufgeführt werden
    3. Zeitbeurteilungsfenster:
    vergangene 12 Monate als Richtschnur (Ausnahme z.B. traumatische Ereignisse bei einer posttraumatischen Belastungsstörung)
  83. 83Symtomatologiedimension und Kriterien nach Helmchen, 1975Symptomatologie:
    1. Art der Symptome
    1. Konfiguration von Symptomgruppen,
    Syndrome
  84. 84Zeit- bzw Verlaufsdimension und Kriterien nach Helmchen, 1975Zeit (Verlauf):
    1. Erkrankungsalter
    2. Tempo des Ersterkrankungsbeginns (Aktualität)
    3. Verlauf (intermittierend, chronisch)
    4. Dauer
    5. Ausgang
  85. 85Ätiologiedimension und Kriterien nach Helmchen, 1975Ätiologie
    1. Disposition
    (genetisch, Persönlichkeitsstruktur)
    2. Auslösung
    (psychoreaktiv, somatisch, therapeutisch)
    3. Verhaltensbeeinflussung
    (morbogen, psychoreaktiv, sozial, therapeutisch)
  86. 86Intensitätdimension und Kriterien nach Helmchen, 1975Intensität:
    die meisten Kriterien auf
    Dimensionen 1-3
  87. 87Sicherheitdimension und Kriterien nach Helmchen, 1975Sicherheit:
    1. jedes Kriterium auf Dimensionen 1-3
    2. verbale Diagnose
    3. kodierte Diagnose
  88. 88Differentialdiagnostik: Beispiele für HilfmittelDSM-IV Entscheidungsbäume
    DIA-X/M-CIDI
    ("Composite International Diagnostic Interview" - PC-gestützt)
    DIPS
    ("Diagnostisches Interview Psychischer Störungen - paper-and-pencil-geleitetes Interview)
  89. 89DSM-5 Neuerungen: Beispiele1. Autism Spectrum Disorder:
    vier ehemalige Einzeldiagnosen, die nach wissenschaftlichem Konsensus einen Zustand mit verschiedenen Schweregraden in zwei Kernbereichen darstellen (darunter Autismus und Asperger-Syndrom)
    2. Abschaffung des Trauer-Ausschlusskriteriums bei Major depressive Disorder (MDD)
    3. Angststörungen:
    Vereinfachung der Diagnosen "Panikstörung mit/ohne Agoraphobie" sowie "Agoraphobie ohne Panikstörung"
    => nur noch "Panikstörung" oder "Agoraphobie"
    4. Somatoforme Störungen heißen nun "Somatic Symptom and Related Disorders":
    Diagnosen "Hypochondrie", "Schmerzstörung", "Somatisierungsstörung" gestrichen
    "Somatization Disorder" + "Undifferentiated Somatoform Disorder"
    verschmelzen zu "Somatic Symptom Disorder)
    5. Illness Anxiety Disorder
  90. 90Kritik am DSM-51. Krankheitskonzepte sollten nur ausgeweitet werden, wann dadurch klinisch relevantes Leiden besser als bisher erkannt werden kann:
    Zahl der Diagnosen nicht einfach durch neue, leichtere Störungen erhöhen!
    2. Trauer als Krankheit:
    > 2 Wochen andauernde Trauer kann einer Depression zugeordnet werden => Pathologisierung (ignoriert meist natürliches Nachlassen der Trauerempfindung und erhaltene Fähigkeit zur Selbstregulation)
    3. Alkoholkonsum kulturabhängig als Krankheit:
    wiederholtes Bedürfnis Alkohol in einem Land zu konsumieren, wo dies verboten ist
    Kriterien: "soziale Probleme" und "hoher Zeitaufwand für Beschaffung" erfüllt)

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Descripción
Bachelor Klinische Psychologie Fichas sobre 5. Klinische Psychologie: Klassifikationssysteme psychischer Störungen, creado por arne.doebler el 23/01/2016.
Creado por
arne.doebler
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