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Klinische Neuropsychologie - Störungen der visuellen Raumorientierung
Fichas del conjunto (16)
- 1Störungen der visuellen RaumorientierungDurch Läsionen extrastriärer kortikaler und subkortikaler Hirnstrukturen, v.a. nach Schädigung der rechten Hemisphäre
Häufig Probleme im Alltag:
Anziehen, Transfer
Stellt wichtigen Prädiktor für Verlauf einer (rechts-)hemisphärischen Schädigung dar - 2Räumlich perzeptive Störungen= Einbußen elementarer perzeptiver Leistungen
1. Fähigkeit zur Wahrnehmung:
-visuelle Vertikale
-visuelle Geradeausrichtung
-Längen
-Distanz- oder Positionswahrnehmung
2. Fähigkeiten zur Erkennung des Neigungswinkels zweier Linien oder Gegenstände (Orientierungsschätzung - 3Gravizeptive BahnVestibulärer Apparat (Innenohr) => Nervus vestibulocochlearis => Hirnstamm => Mittelhirnareale => hinterer Thalamus => temporoparietaler (vestibulärer) Kortex
- 4Subjektive HauptraumachsenVisuelle Vertikale bzw. Horizontale
Störungen der subjektiven Hauptraumachsen nach:
-rechtsseitiger, temporoparietaler (seltener linksseitig) Läsion
-Thalamusläsionen (Nucleus ventroposterolateralis, VPL)
-Hirnstammläsionen
-peripherer vestibulärer Schädigungen
Interpretation als Beeinträchtigung der gravizeptiven Bahn
Nach unilateralen temporoparietalen Schädigungen:
Verdrehung der Vertikalen, Kippung des gesamten visuellen und haptischen Raumes in der Frontalebene (hin) oder Pitch-Ebene (weg); ebenso subjektive Vertikale
v.a. nach rechtsseitigen Lässionen für haptische Vertikale beider Raumebenen (Frontal und Pitch)
Deutliche Hemisphärenasymmetrie
Sakata:
Durch Studien physiologisches Korrelat der visuellen Achsenwahrnehmung:
Neurone im lateralen intraparietalen Assoziationskortex (Makaken), Selektiv sensibel für visuelle Achsenorientierung schmaler langer Balken in der Frontalebene; besonders aktiv im greifraum und binokular
=> vermutlich zur Kodierung der Längsachse dreidimensionaler Objekte für Greifleistungen - 5Visuelle OrientierungsschätzungStörungen in der Orientierungsdiskrimination nach:
rechtsseitiger, meist temporoparietaler Läsion
-Läsion der Stammganglien rechts
-seltener linksfrontale Läsion
=> rechtshemisphärische Läsionen: häufigere und schwerere Defizite - 6OrientierungsspezifitätNahezu universelles Merkmal von Neuronen der kortikalen und subkortikalen visuellen Areale
Anfang Sehbahn: retinotopie, kleine rezeptive Felder
Spätere Sehbahn (dorsale und ventrale Route): Reaktion unabhängig der Position
Beteiligte Strukturen:
-Lobus parietalis superior rechts
-rechter lateraler Kortex
-bilaterale prämotorische Areale - 7LängenschätzungEindimensionale Variante einer visuellen Formschätzungsaufgabe
=> spezifiziert Größe/Ausdehnung von Objekten; den Raum innerhalb eines Objektes
Längenschätzungsstörungen:
-am häufigsten bei okzipitolateralen Läsionen
-Störungen von Längen- und Distanzschätzungen sind dissoziierbar und haben teilweise überlappende sowie divergierende anatomische Substrate im temporoparietalen Kortex - 8DistanzschätzungErfasst räumliche Abstände zwischen Objekten
Störungsursachen:
bilaterale posteriore Läsionen
Häufig Probleme bei Entfernungsschätzung
Geringere Form bei unilateralen okzipitoparietalen Läsionen
Häufig einhergehend mit Neglect - 9Formschätzung ("Efron shapes")Efron shapes:
Elementare Formunterscheidungsaufgabe ohne semantische Anforderungen
Störungen bei dieser Aufgabe bei:
bilateralen, okzipitotemporalen/ diffus disseminierten Läsionen (bspw. nach Hypoxie)
Patienten relativ selten, weisen meist visuelle Formagnosie auf
Gelegentlich auch nach ausgedehnten unilateralen temporoparietalen Läsionen - 10Linienhalbierung und subjektive GeradeausrichtungAbweichungen in der Linienhalbierung und/oder subjektiven Geradeausrichtung bei Neglect und homonymen Gesichtsfeldausfällen
Verschiebung der subjektiven Mitteneinschätzung erfolgt:
-Bei Neglectpatienten (in der Frühphase) nach ipsiläsional
-Bei Hemianopsiepatienten ohne Neglect nach kontraläsional
-Bei homonymer Quadrantenanopsie schräg in Richtung des Skotoms
=> Alltagsauswirkungen
Ipsiläsionale Verschiebung der Linienmitte/Geradeausrichtung am häufigsten nach parietotemporalen Läsionen
Kontralaterale Verschiebung am häufigsten nach okzipitalen oder okzipitotemporalen Läsionen - 11PositionsschätzungZwei unterscheidbare Defizite:
1. Genauigkeitsverlust:
Zunahme der Variabilität der Positionseinschätzungen
2. systematische Verschiebung der reproduzierten Positionen
Kovariation mit der Verschiebung der subjektiven Geradeausrichtung
Ursachen:
häufiges (nicht ausschließliches) Auftreten nach rechtshemisphärischer Hirnschädigung (v.a. superior-parietalen Läsionen) - 12Physiologische Mechanismen der PositionsschätzungNeurone im Parietallappen (Makaken) kodieren Position eines visuellen Reizes im Greifraum
=> mehrere Sekunden nach Verschwinden des Reizes noch aktiv
Neurone in der dorsalen visuellen Route kodieren spezifische Sektoren in kopfzentrierte Koordinaten (unabh. der Position auf Retina)
Posteriore Läsionen dieser Regionen verursachen vorwiegend Defizite in der Wahrnehmung der geometrischen Ausdehnung des Raumes oder der im Raum lokalisierten Objekte (Distanz, Länge)
Anteriore Läsionen der periokzipitalen Route verursachen vorwiegend Defizite in der Wahrnehmung der Hauptraumachsen (visuell und haptisch) und der visuellen Orientierungsschätzung
Patienten häufig Störungsuneinsichtig - 13Dorsales und ventrales visuelles System=> zwei anatomisch und funktional spezialisierte aber interagierende visuelle Projektionssysteme
V1 => extrastriäre kortikale visuelle Areale im Parietal- und Temporallappen
1. Okzipitoparietales Projektionssystem (dorsale visuelle Route)
-Vorwiegend Analyse visuell-räumlicher Informationen (Bewegung, Tiefe, Position, Orientierung, 3D-Merkmale von Objekten)
Verlauf:
Von V1 zu Arealen des oberen Temporallappens und des Parietallappens (MT, MST, Area 5 und 7)
-Dorsaler Strom:
Afferenzen vor allem aus peripheren Gesichtsfeldrepräsentationen
Läsion:
spezifische räumliche Einbußen
2. Okzipitotemporales Projektionssystem (ventrale visuelle Route)
-Vorwiegend Analyse von direkten Objekteigenschaften (Mustererkennung; Analyse von Formen, Farben, Objekten, Gesichtern)
-Längere Speicherung in anterioren temporalen Arealen (Gyrus fusiformis)
Verlauf:
V1 => Areale des unteren temporallappens (V4, inferotemporaler Kortex)
Ventraler Strom:
Afferenzen vor allem aus fovealen Gesichtsfeldrepräsentationen
Läsion:
spezifische Einbußen der Objekterkennung/-wahrnehmung - 14Räumlich-konstruktive StörungenUnfähigkeit einzelne Elemente einer Figur mit der Hand zu einem Ganzen zusammenzusetzen
=> Zeichnen, Montieren, Zusammensetzen
Keine Folge sensorischer Einbußen oder anderer Störungen
Erhebliche Alltagsprobleme durch Störung:
Ankleiden, Trransfer, Beruf
Ursachen:
-links- oder rechtshemisphärische Läsionen (parietofrontaler Hirnregionen)
-räumlich-perzeptive Defizite und Störungen exekutiver Funktionen können gleiche Symptomatik hervorrufen
-gestörte mentale Rotation, Planungsstörungen
Evtl .durch Störung der Transformation visuell-räumölicher Informationen in visumotorische Aktionen - 15Räumlich-topografische StörungenRäumliche Navigationsdefizite im vorgestellten/realen dreidimensionalen Raum
Ursachen:
unilaterale (para-) hippocampale Läsionen (meist mediobasaler Posteriorinfarkt)
Symptomatik:
-Vertrautheitsverlust in bekannter Umgebung => Verlaufen
-Beeinträchtigungen im mentalen Vorstellen und Navigieren im Raum => keine Verknüpfungen zwischen verschiedenen vorgestellten Raumpositionen (z.B. Abkürzungen finden)
Auftreten:
Häufig bei Neglect => Folge der Nicht-Beachtung der kontraläsionalen Raumhälfte
Balint-Holmes-Syndrom (schwerste Form) => nach bilateralen parietalen/parietookzipitalen Läsionen; reesultieren in Störungen der elementaren visuellen Raumwahrnehmung, optischen Fixation und in einem eingeschränkten visuellen Afmerksamkeitsfeld - 16Physiologie räumlicher Topografie-Ortszellen (place cells) in Hippocampus und Parahippocampus => kodieren die Position des Individuums und entsprechende Positionsveränderungen im dreidimensionalen Raum
-Bilaterale Aktivierung der hippocampalen- und parahippocampalen Areale => deutlicher Unterschied zu typischen Aktivierungsmustern in verschiedenen Hirnregionen der dorsalen visuellen Route bei räumlich-perzeptiven/ räumlich-kognitiven Aufgaben
Información
- Descripción
- Zellbiologie (Klinische Neuropsychologie) Psychologie Fichas sobre Klinische Neuropsychologie - Störungen der visuellen Raumorientierung, creado por Joney Stoney el 26/07/2018.
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- Joney Stoney
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